Schrei em Durchgangsverkehr rrhäalt und mirttärischen Bedürf⸗ nissen dienen. Wir müssen vollkommen Gewähr haben, so ent⸗ wickeln die Vertreter der Entente den Kern ihrer Anschauung, daß diejenigen Waren, die wir ganz ausnahmsweise nach der Schweiz zulassen, unter keinerlei Form zu unseren Feinden weitergehen. Einige Fälle von Konterbandehandel, die sich in Bern zugetragen haben, ließen die Ueberzeugung aufkommen, daß die Schweiz trotz ihres guten Willens und ihrer unanfechtbaren Loyalität nicht imstande ist, voll und ganz die nötige Kontrolle auszuüben. Wir aber, gestützt auf unsere Interessen, wollen, daß wir uns in diesem Punkte mit der Schweiz verständigen können. Die Schweiz hält dem entgegen, daß ihre Unabhängigkeit und Staats⸗ würde die Annahme der Forderung der Entente nicht er⸗ lauben, auch weil diese Vorschläge eine Neutralitäts verletzung gegenüber Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn bedeuten würden. Und in diesem Punkte ist, wie der Korrespondent sagt, die Schweiz unerbittlich. Sie erklärte ausdrücklich, sich von dem einmal g eingeschlagenen Wege nicht abbringen lassen zu wollen. Ein Ueber⸗ . einkommen erscheint deswegen sehr schwierig.
Die amerikanischen Kriegslieferungen. . Berlin, 3. Aug. Nach einem Telegramm der„Deut⸗ schen Tageszeitung“ aus Kopenhagen hat das Bankhaus Morgan& Co., das für die Alliierten die Finanzierung 5 der amerikanischen Kriegslieferungen übernommen hat, bis zum 1. Juli für über zwei Milliarden Mark Kontrakte mit amerikanischen Fabriken abgeschlossen. Von diesem Geschäft entfallen über 1½ Milliarden Mark auf England; an dem Rest sind Frankreich und Rußland beteiligt. *
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Die Eröffnung der russischen Reichsduma.
Petersburg, 2. Aug.(WTB Nichtamtlich.) Gestern nach⸗ mittag um 1 Uhr wurde die Reichsduma gemäß dem Ukas des Zaren unter dem Vorsiz Rodsiankos in Gegenwart aller Minister und der diplomatischen Korps eröffnet. Die Tribünen für die Zuhörer und die Presse waren überfüllt. Der Präsident sagte in seiner Eröffnungsrede:„Fe schrecklicher der Krieg wird, desto mehr durchdringt Rußland sich mit dem festen un⸗ erschütterlichen Entschluß, den Streit zu einem guten Ende zu führen. Dieser Entschluß nun fordert die vollständige Einigkeit aller Bevölkerungsklassen und die weitestgehende Entwicklung aller schöpferischen Kräfte der Nation.“ Der Präsident forderte die Ab⸗
rdneten auf, der Regierung den Weg zu diesem Ziele anzugeben. entbot der tapferen russischen Armee Grü ße, welche die wütenden Angriffe des Feindes fräftig und unermüdlich abwehre, und begrüßte die diplomatischen Ver⸗ treter der befreundeten und verbündeten Staaten, denen darauf alle Abgeordneten, die Minister und Zuhörer stürmische Ovationen bereiteten, die sich noch steigerten, als der Präsident im Namen des ganzen russischen Volkes dem neuen Verbündeten, dem ita⸗ lienischen Volke, dankte und von den polnischen Brüdern sprach, die zuerst und schlimmer als die anderen Einwohner Ruß⸗ 5 lands die Schläge des grausamen Feindes zu spüren bekamen. Er schloß mit den Worten:„Unsere Armee hat ein leuchtendes Bei⸗ spiel gegeben, wie man die Pflicht gegen das Vaterland erfüllen soll. Es konumt jetzt auf uns an. Arbeiten wir alle Tage und Nächte, um dieser Armee alles zu gewähren, was sie nötig hat. Aber dazu bedarf es eines Gesinnungswechsels und sogar Aenderungen in der augenblicklichen Verwal⸗ tung. Kämpfen wir bis zur vollständigen Vernichtung des
krieg bewies, daß Rußland im Verhältnis zu den Anstrengungen des Feindes nicht genügend vorbereitet war. Um des Feindes Herr zu werden, müssen alle nationalen Kräfte entfaltet werden.„Die Regierung wird Ihnen,“ erklärte Goremykin,„nur Gesetzentwürfe zur Prüfung vorlegen, die auf den Krieg Bezug haben. Aus diesem gegenwärtig wichtigsten Gebiet werden Sie ein weites Feld der Betätigung haben. Es ist jetzt nicht der Augenblick für Programmreden über die Verbesserung der inneren russischen Zustände in Friedenszeiten, eine Verbesse⸗ rung, die mit Ihrer Hilfe verwirklicht werden wird; ich lege aber Wert darauf, gerade heute eine Frage zu berühren, nämlich die polnische. Sie kann offenbar in vollem Umfange erst nach dem Kriege gelöst werden, aber in diesen Tagen ist es wichtig, daß das polnische Volk weiß, daß seine künftige Organisation end⸗ gültig und unwiderruflich entschieden ist durch den Aufruf des Großfürsten⸗Oberbefehlshabers am Kriegsbeginn. Das polnische Volk, das ritterlich, edel, treu und tapfer ist, verdient unbegrenzte Hochachtung. Heute hat mich der Kaiser beauftragt, Ihnen zu erklären, daß Seine Majestät dem Ministerrat befohlen haben, Gesetzentwürfe auszuarbeiten, die den Polen nach dem Kriege das Recht gewähren, frei sein nationales, soziales und wirtschaft⸗ liches Leben auf der Grundlage einer Autonomie unter dem Zepter des Kaisers von Rußland auszuge⸗ stalten. Mit den Polen haben die anderen Nationalitäten des großen ungeheuren Rußland einen Beweis von ihrer Treue gegen das Vaterland abgelegt, folglich muß unsere innere Politik durch⸗ drungen sein von dem Grundsatze der Unparteilichkeit und des Wohlwollens gegenüber allen treuen russischen Bürgern ohne Anterschied der Nationalität, des Glaubens und der Sprache. (Beifall.) Vereinigen wir uns zu einer gemeinsamen Anstrengung, zu der uns der Monarch aufruft. Die Regierung ist fest überzeugt, daß später oder früher der Sieg unser sein wird.(Beifall.) Dieser Glauben wird von ganz Rußland geteilt. Seien wir einig in dem einzigen Programm des Sieges!“(Beifall auf allen Bänken.) 5 Von langanhaltendem lebhaften Beifall von allen Bänken begrüßt, begann der 2 5 Kriegsminister Poliwanow seine Rede mit der Erklärung, daß Rußland die Staaten bekriege, die es vor einem Jahrhundert aus den Händen von Napoleon befreit habe. Durch die geschickten und hartnäckigen Vorbereitungen von Deutschland während vierzig Jahren erzielte es in der Tat Ergebnisse, die es in militärischer Hinsicht über die anderen Länder stellt, besonders, wenn es seine reichen technischen Hilfs⸗ quellen benutzt und dabei vollkommen die Kriegstraditionen ver⸗ gißt, die bisher das Gesetz der wilftärtschen Ehre der Avilisierten Nationen ausmachten. In diesem Augenblick hat der Feind gegen uns ungewöhnlich große Streitkräfte zusammen⸗ gezogen, die Schritt für Schritt das Gebiet des Militärbezirks Warschau umkreisen, und dessen strategische Grenzlinien immer einen schwachen Punkt unserer westlichen Grenze gebildet haben. Unter diesen Umständen werden wir dem Feinde vielleicht einen e Gegend überlassen und uns auf Stellungen zurückziehen, in denen unser Heer die Wiederaufnahme der Offensive vorbereiten kann. Dies ist das Ende, das das 1812 erprobte Vorgehen krönt. Wir werden vielleicht heute War⸗ schau dem Feind überlassen, wie wir seinerzeit Moskau geräumt haben, um den schließlichen Sieg zu sichern. Dieses Gefühl herrscht in ganz Rußland vor, ebenso wie die Liebe für unsere Armee und die Achtung vor ihr, der wir den triumph⸗ artigen Marsch nach Lemberg verdanken, sowie die Siege in Galizien und bei Praszuysz, wo wir unerhörte Trophäen erbeuteten. (Lebhafter anhaltender Beifall.) Der Kriegsminister sprach dann voll Wärme pon den verbündeten Heeren. Er erwähnte die helden⸗ hafte Verteidigung der Belgier und die glänzende Schlacht an der Marne, wo die brüderlich nebeneinander fechtenden englischen und französischen Truppen die deutschen Truppen zum Rückzug zwangen. Der Minister erinnerte an die denkwürdigen Kampfhandlungen bei Ypern und Arras, wo das Oberkommando der Alliierten un⸗ nachahmliche Fähigkeiten offenbarte, er beschrieb die japanischen, serbischen und montenegrinischen Siege und hob den klugen Vor⸗ marsch der italienischen Armee hervor, die unglaubliche Schwierig⸗
Armee erfülle ihre Pflicht, aver um siegreich zu sein, müsse sie fühlen, daß das ganze Land hinter ihr stehe wie ein ungeheures Schöpfbecken, das sie nähre. Der Minister erwähnte die mili⸗ tärischen Vorlagen, die er der Duma unterbreiten werde, vor allem die Einberufung des Jahrgangs 191 6 und ver⸗ schiedener Kategorien Reserve. Der Minister stellte fest, daß dank den vereinigten Bemühungen der Intendantur und des Aclerbau⸗ ministeriums die Verproviantierung der Armee sich ununterbrochen mit vollkommen günstigen Ergebnissen vollziehe. In keinem der vorhergehenden Kriege sei das ungeheure Problem der Heeres⸗ verforgung so gut gelöst worden.(Beifall.) Die Wirklichkeit habe erwiesen, daß die wirtschaftliche Lage von Rußland durch den Krieg keineswegs erschüttert sei; denn infolge der guten Ernte herrsche im Lande wieder Ueberfluß an allen Nah⸗ rungsmitteln, und das Land könne noch Jahre hindurch den Krieg aushalten. Der Kriegsminister ging dann zu den so reichen und unerschöpflichen technischen Hilfsmitteln bei den Deut⸗ schen über, er bestand darauf, daß es notwendig sei, soweit möglich Frankreich und England nachzuahmen, die in dem Aufschwung der Munitionsherstellung ungeheure Erfolge hätten. Der Minister schloß mit den Worten: Sie sehen, wie der Feind beschaffen ist, den wir bekämpfen. Er muß unbedingt und um jeden Preis besiegt werden, sonst gerät Europa unter das teutonische Joch. In dieser Absicht werden wir, ohne den Augenblick zu verlieren, alle Fähigkeiten des Landes zur Entwicklung seiner Verteidigung benutzen. In der Duma hielt
Sasonow folgende Rede:
Am Jahrestage des verhängnisvollen Tages, wo, im Gegen⸗ satz zu unseren Bemühungen, den Frieden zu erhalten, Deutsch⸗ land uns den Krieg erklärte, der ganz Europa in diesen beispiellosen Brand setzte, ist es notwendig, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und ein Gesamtbild der Ereignisse des vergangenen Jahres zu entwerfen.
Wenig Veränderungen haben sich auf dem Gebiet der inter⸗ nationalen Beziehungen seit meiner letzten Rede ereignet. Nach wie vor ist Rußland eng mit seinen tapferen e ver⸗ bündet, und das komplizierte Werk der kombinierten Tätigkeit der getrennten Staaten ist gut organisiert, denn die Kräfte jedes Staates sind in der besten Weise ausgenutzt, um das einzige gemeinsame Ziel zu erreichen.(Beifall.) Die Familie unserer Freunde und Verbündeten hat sich um einen neuen Teilnehmer vergrößert, näm⸗ lich um Italien(lebhafter, anhaltender Beifall), dessen Volk seit langer Zeit dauach strebte, seine Mitbürger vom fremden Joche zu befreien.(Die Duma grüßt den italienischen Botschafter.) Die Namen Triest und Trient waren seit langer Zeit das Feldgeschrei für die Nachkommen derjenigen, welche für die italienische Wieder⸗ geburt kämpften. Das Ministerium Salandra bereitete im Laufe der ersten Kriegsmonate sorgfältig seinen Eintritt in die Aktion vor, und als die Stunde kam, schloß es sich Rußland, Frankreich und England im Namen der Verwirklichung der Ideale des ita⸗ lienischen Volkes an. Ich ergreife mit Freude den Anlaß, mit Ihnen das verbündete Italien zu begrüßen.
Wenn das Beispiel Italiens von den anderen Staaten befolgt worden wäre, so würde dies zu einem raschen Ende des Krieges und des Blutvergießens beitragen, und so die Stunde näher brin⸗ gen, wo die kriegführenden Völker in der Lage wären, die friedliche schöpferische Arbeit wieder aufzunehmen. Immerhin ist die Stunde der höchsten Entscheidung noch nicht versüumt. Man kann hoffen, daß diejenigen Neutralen, welche ihre nationalen Probleme nicht auf andere Weise werden lösen können, sich diese Gelegenheit zu Nutze machen werden. Man hat in der letzten Zeit sehr viel von der Stimmung unserer Nachbarn im Norden, den Schweden, gesprochen und aus den Worten ihres Staatsmannes widerspruchs⸗ volle Schlußfolgerungen gezogen. Unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Schweden und unser aufrichtiger Wunsch, mit ihm die besten Beziehungen guter Nachbarschaft zu unterhalten, sind zu bekannt, als daß ich notwendig hätte, sie besonders zu bekräf⸗ tigen. Wir geben uns auch vollkommen Rechenschaft über die un⸗ vermeidlichen Schwierigkeiten, welche für den schwedischen Handel infolge der Lage des Landes inmitten der Kriegführenden entstanden sind. Aber ich kann mit Befriedigung die Redlichkeit hervorheben, mit welcher die schwedische Regierung ihre Neutralität unter Wahrung ihrer nationalen Interessen schützt. Die gegenwärtig in Stockholm geführten englisch⸗schwedischen Verhandlungen bekunden, wenn sie auch auf einem geschäftlichen Boden bleiben, auf beiden Seiten das unzweifelhafte Bestreben, den Boden für eine Verstän⸗ digung zu finden, und wir wünschen aufrichtig, daß sie bald zu einem glücklichen Abschlusse gelangen. 5
Die ungeheuerlichen Kriegsmittel, welche Deutschland anwendet, das weder vor einer Massenvergif⸗ tung unserer Soldaten noch vor einer Vernichtung friedlicher Frauen, Kinder und Bürger zurückschreckt, 18 Schande!) müssen auch in neutralen Ländern das Gefühl ge⸗ rechter Entrüstung erwecken. Jenseits des Ozeans ist die Em⸗ pörung eine ähnliche. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten, die von menschenfreundlichen Empfindungen durch⸗ drungen ist, konnte nicht anders, als sich entschieden gegen Vor⸗ kommnisse zu wenden, wie die furchtbare Versenkung der„Lusi⸗ tania“, welche so viel amerikanischen. Bürgern das Leben ge⸗ kostet hat. Dieser in seiner unsinnigen Grausamkeit beispiel⸗ lose Anschlag ist ein unauslöschlicher Fleck auf dem Namen Deutschlands. Es ist schwer zu sagen, ob der strengen Antwort, die der Präsident Wilson der deutschen Regierung erteilt hat, energischere Maßnahmen folgen werden; aber es ist bereits klar, daß die öffentliche Meinung Amerikas über das Vorgehen der Deutschen empört ist, trotz der Anstrengungen, welche die letzteren machen, um das Wohlwollen Amerikas zu erringen. Die beispiellose Tapferkeit der auf der Halbinsel Galli⸗ poli kämpfenden alliierten Truppen erweckt unsere ein⸗ stimmige Bewunderung.(Bravo! Beifallsrufe.) Unter schweren Verlusten und Ueberwindung beinahe unübersteigbarer Hinder⸗ nisse, die von der Natur selbst erri waren und von den Deutschen klug ausgenutzt wurden, nähern unsere tapferen Alli⸗ ierten sich uns mit unerschütterlicher Tätigkeit im ersehnten Augenblicke, an dem die beabsichtigte direkte Verbindung zwischen ihnen und uns hergestellt sein wird. Die Türken, die das nahende Gewitter voraussahen, haben sich mit außergewöhnlicher Grausamkeit auf die noch in ihrer Gewalt befindlichen christ⸗ lichen Völker. Die Armenier erdulden unerhörte Verfolgungen, die indessen nicht ihren Geist gebrochen haben, denn armenische Freiwillige kämpfen tapfer mit uns gegen ihre Unterdrücker.(Beifall und Bravorufe.) Ein Beweis dafür ist die Stadt Wan, wie sie beinahe einen Monat dem Drängen der Türken bis zur Befreiung der Stadt durch unsere Truppen widerstand. Um nichts weniger schrecklich sind die Verfolgungen der örtlichen griechischen Bevölkerung durch die Türken. Die Frauen und Kinder müssen Mitleid 71 und die Frage entsteht, ob man den Glaubensgenossen in
kommen kann, 8 50 0 mit den Mächten zu vereingen, die für das Recht und die Gerechtigkeit kämpfen. Ich zweifle nicht, daß sich in anderen Ländern noch neutrale Regierungen voll⸗ kommen in Uebereinstimmung finden werden mit den Wünschen ihrer Völker, wenn sie sich entschließen, den Weg einzuschlagen, den 1 ihre Lebensinteressen und ihre ganze Vergangenheit angeben. 1 80
Bei dieser Gelegenheit muß ich auf den Druck hinweisen, den österreichische und deutsche Agenten auf Rumänien aus⸗ üben. Indessen widersteht die rumänische Regierung trotz aller ihrer Anstrengungen der Versuchung. Wir halten auch weiterhin freundschaftliche Beziehungen mit ihr aufrecht, deren Befestigung und Entwicklung Gegenstand unserer beiderseitigen Bemühungen sind. Ich halte es für überflüssig, auf die Teilnahme Serbiens an dem fe gegen unsere Feinde hinzuweisen nach den Wun⸗ dern an Tapferkeit und Ergebenheit, die die serbische Armee mt neuen Kräften vollführte, und Serbien ist, indem es sich auf die Hilfe Frankreichs und Englands stützt, bereit, sich mit den Alli⸗ ierten zu vereinigen. Ich bin davon überzuugt, daß das serbische Volk im Bewußtsein seiner vaterländischen Pflicht Mut zu allen Opfern schöpfen wird, die durch die außergewöhnlichen gegen⸗ wärtigen Ereignisse notwendig werden, welche in gleichem Maße alle Alliierten treffen. Die Besetzung Skutaris durch Mon⸗
keiten überwinde.(Anhaltender Beifall.) Er erklärte, die russische
tenegro wurde veranlaßt, wie die Regierung in Cetinje erklärt
leinasien zu Hilfe f ff.
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nesischen Banden zu unter 5 i viantierung Montenegros erschwerten. Die terung hat bei dieser Gele eit darauf ge
ie Zustimmung der Alliierten suche. Unsere Feinde, die gegen uns auf den Schlachtfeldern kämpfen, entwickelten auch zu gleicher Zeit in den neutralen Ländern eine umfangreiche geheime und öffentliche Propaganda mit der Absicht, die öffent⸗ li Meinung dieser Länder aufzureizen und überall, wo es möglich wäre, sie in einen offenen Gegensatz zu bringen. So fördern sie die Wühlereien in Persien mit der Absicht, dort Wirrnisse zu verursachen. Sie verteilen Geld, bilden bewaffnete Banden und führen Waffen und Maschinengewehre, sowie Munition ein. Wir haben Maßnahmen getroffen, um diesen Treibereien ent⸗ 1 leider aber ist dds Werk der Friedensstiftung n diesem Lande durch die ständigen Unruhen und die Zwietracht zwischen der Regierung und den demokratischen Kreisen und durch die Ministerkrise erschwert. Jedoch läßt uns die wohlgememte, vollkommen solidarische Tätigkeit der russischen und englischen Vertreter in Persien, die gemeinsam sich bemühen, der persischen Regierung in der Unterdrückung dieser Unruhen zu helfen, hoffen, daß die Treibereien unserer Feinde 1 werden und daß die Ruhe im Lande wieder hergestellt wird. Ich muß hinzufügen, daß, wenn unsere Bemühungen 9 bleiben sollten und die getroffenen Maßnahmen nicht zur Beruhigung des Landes führen, wir wahrscheinlich zu anderen Mitteln werden greifen müssen.(Beifall.) Sie haben zweifellos bemerkt, daß in der letzten Zeit die japanische Presse die Frage der Nützlichkeit einer engen politischen russisch⸗jaranischen Vereinigung erörtert. Diese Idee hat auch in unserer Presse einen günstigen Wi ge⸗ funden. Die Presse der beiden Länder kämpft in der Tat gegen denselben Feind. 5 5
. 1 n N Japan uns 1 1 Ver⸗ ündeten in die iege gelei. i ierungen der Triple⸗Ententemächte nicht unbeeinflußt lassen, ebenso wie die öffentliche Meinung in diesen Ländern, da sie die Atmosphäre schufen, in der sich feste politische Bande zwischen den Völkern knüpfen. Zehn Jahre, die seit dem Vertrage von Portsmouth ver⸗ flossen sind, haben bewiesen, daß eine friedliche Nachbarschaft zwi⸗ schen Rußland und Japan durchaus möglich und für beide Teile vorteilhaft ist. Unsere gegenwärtigen Handelsbeziehungen zu Japan sollen die Vorläufer zu einem noch festeren Bündnis bilden.(Bravo⸗ rufe, Beifall.) Das Vorgehen des japanischen Heeres gegen die deutsche Festung Tsingtau hatte den Uebergang des festen Platzes und des Pachtgebietes Kiautschou in die Hände der Japaner zur Folge. Im Zusammenhang mit diesem Unternehmen begannen die japanische und die chinesische Regierung Besprechungen, die zu einem Uebereinkommen führten, in dem die besonderen Rechte Japans in den chinesischen Gebieten, wo die japanischen Interessen vorwiegend liegen, festgelegt werden.— Unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Japan und China gaben uns die Sicherheit, daß diese Verhand⸗ lungen russische Interessen nicht in Frage stellen würden und er⸗ möglichten es uns, den Verhandlungen mit völliger Ruhe selbstindenkritischsten Momenten zufolgen. Japan und China haben unserer Haltung Anerkennung gezollt. Dieselben, auf Vertrauen beruhenden Beziehungen zu der chinesischen Re⸗ gierung haben es uns ermöglicht, zu einem endgültigen Ueber⸗ einkommen über die äußere Mongolei zu gelangen. Am 7. Juni wurde zu Kiachta eine Entente unterzeichnet, die demnächst veröffentlicht werden wird. Auf Grund dieses Abkommens wird die Außenmongolei in den inneren Angelegenheiten als ein selhst⸗ ständiger Vasallenstaat Chinas anerkannt. Die Außen⸗ mongolei erhält das Recht einer inneren Selbstverwaltung und Aktionsfreiheit in Fragen des Handels und der Industrie bis zu dem Recht, über diese 0 internationale Abkom⸗ men abzuschließen. Einzig und allein auf dem Gebiete der äuße⸗ ren Politik wird die Unabhängigkeit der Mongolei durch das Recht Rußlands und Chinas auf die Intervention beschränkt.
Zum Schluß will ich Ihnen sagen, daß, wenn nach einem Jahr Krieg die Ergebnisse solcher Bemühungen als nicht ihrer ungeheuren Größe entsprechend erscheinen könnten, man nicht vergessen soll, daß die Bürgschaft des Sieges in unserer Festigkeit und Zähigkeit liegt. Ich kann mit voller Sicherheit erklären, daß die Regi g in engem Verein mit der öffentlichen Meinung, nicht daran denken wird, einen 3 zu schließen vor der endgültigen Verni„ Feindes.(Lang anhaltender Beifall.) Unsere treuen bündeten sind von derselben unerschütterlichen Festigkeit beseelt.(Beifall.) Endlich gibt es Notwendigkei⸗ ten, die von unserem Willen unabhängig und un⸗ aufhaltsam durch den historischen Gang der Er⸗ eignisse vorwärts getrieben werden. Das müssen wir . Der Krieg, der uns vor einem Jahre auf⸗ gezwungen wurde, hat Probleme aufgeworfen, die uns im Juli 1914 nur als ferne Träume erschienen. Diese Probleme, die uns jetzt so klar sind, daß es überflüssig ist, sie genauer 8 be⸗ zeichnen, verlangen von uns die Entwicklung aller unserer Kräfte, denn wir sind vor ganz Rußland verpflichtet, sie zu lösen. Wir können nicht darauf verzichten, deshalb, wie auch die vorül gehenden Prüfungen sein mögen, die wir durchmachen, wir müssen beständig in unserem Entschluß bleiben, den Feind bis zum Siege zu bekämpfen. Bis dahin behalten wir den festen Glauben an den endgültigen Sieg unserer gerechten Sache.(Langanhaltender Bei⸗
fall.) Finanzminister Bark
erklärte, daß es Rußland trotz der e Ausgaben infolge des riesenhaften Krieges gelungen sei, nicht nur die in seinem Na⸗ tionalvermögen notwendigen Hilfsquellen zu finden, sondern auch Miindereinnahmen zu decken, die durch das Verbot des Alkoholver⸗ kaufs entstanden. Dieses Monopol brachte der Staatskasse jährlich fast eine Milliarde Rubel. Der Minister gab an, die Kriegs⸗ ausgaben Rußlands würden bis Ende 1915 auf 7242 Millionen Rubel steigen. Um diese zu decken, beab⸗ sichtige das Ministerium eine Reihe von Kreditoperationen, deren Erfolg außer Zweifel stehe, denn die Gesamtheit der nationalen Ersparnisse habe sich um 1800 Millionen vermehrt. Das sei Be⸗ weis genug, daß das Land hinreichende Hilfsquellen habe, um diese Operationen zu verwirklichen,. die der vollstän⸗ digen Enthaltsamkeit des Volkes zu ken seien. Der Minister betonte die Notwendigkeit, das wohltuende heilsame Verbot des Alkoholverkaufs auch nach dem Kriege aufrecht zu erhalten. Der Minister schloß mit der Versicherung, das Land werde allen Not⸗ wendigkeiten des Krieges entsprechen, nur getragen von vaterlän⸗ dischem Schwung, alle seine Kräfte und alle seine Fähigkeiten vereinigt zu wissen, um den Bedürfnissen des Heeres zu genügen.
Aus der Duma begaben sich die Minister in den Reichsrat, wo sie die gleichen Reden hielten. Die Redner aller Parteien sprachen ihre Zustimmung aus. Die Polen begrüßten die Er⸗ ärung der Regierung betreffend die Autonomie Polens. Der. Pole Veliopolsky sagte: Unsere Städte sind zerstört, un⸗ sere Dörfer in Asche gelegt. Der Feind steht vor den Toren unserer uptstadt. In dieser geschichtli⸗ Stunde erklären wir, daß das Ziel, das wir von fang des Krieges an im Auge gehabt haben, nicht von einem Sieg oder einer Nieder⸗ lage abhängig ist. Wir hoffen, daß mit Gottes Hilfe Polen wiederhergestellt werden wird in der Vereinigung mit unter dem Zepter 1 Monarchen.
Der Reichsrat beschloß Uebergang zur Tagesordnung mit einer Formel, welche besagt, er sei überzeugt, daß das unge⸗ heure, geeinigte Rußland im Zusammenwirken mit der Regie⸗ antreten e e e e umstürzleri einer Feinde und i nschlag au die Hebel der Völker zu vernichten. 5 0.**
3 Der Seekrieg. London, 2. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der englische
Dampfer„Fulgence“ ist versenkt worden. Die Besatzung von 26 Mann ist gerettet. g Helsingborg, 2. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Orlando“ aus Sundswall landete gestern vormittag hier 30 Mann der Besatzung des torpedierten norwegischen dam v⸗
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