Ausgabe 
(14.6.1915) 137. Erstes Blatt
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schnittes zu überschreiten.

Agenzia Stefan!: Die rumänische Gesandts

und Professor von Eiselsberg⸗Wien ist das Großkom⸗ 5 Auszeichnung, verliehen worden. Auch sonst sind die beiden

8 ten Studentenschaft, die den neuen Ehrendoktoren große beiden Professoren zu Ehren ein

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DieTimes über die Lage im dsten.

London, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich) DieTimes melden aus Petersburg: Seit der Generalstab das Vorrücken ansehnlicher feindlicher Streitkräfte über den Dnujestr meldete,

scht Unruhe über das Los von Lemberg. Die Morgen⸗ blätter des 9. Juni melden, daß alle Vorbereitungen zur Räumung der Stadt getroffen worden sind. Die an Stärke zunehmenden österreichisch⸗deutschen Armeen seien 24 Meilen von der Stadt am Dnjestr konzentriert. Außerdem beunruhige man sich über die Offenfive des Feindes in der Richtung auf Kown o. Man hoffe um stillen, daß die Bundesgenossen die Deutschen und Oesterreicher von Galizien ablenken würden.

Der russische Bericht.

Petersburg, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus meldet: Nördlich Szawle und in der Gegend von Szakinowo griffen wir am 11. Juni eine feindliche Umgehungskolonne an und warfen sie in westlicher Richtung zurück, Bei Szawle setzt der Feind seine erfolg⸗ losen Angriffe im nordli Abschnitt des Schlachtfeldes fort. Unsere Offensive auf der Front Szawliony.Betpgola entwickelt sich weiter mit Erfolg. Am 11. Juni nahmen wir mehrere Dörfer und den Friedhof bei Saurgade Joquiny im Sturm Am Tage vorher hatten unsere Ulanen auf dieser Front den Feind ange⸗ griffen, ungefähr 100 Mann niedergemacht und 50 gefangen ge⸗ nommen. In der Richtung auf Kowno versucht der Feind sich

die Front SzapeziskiLudle zu sichern. In der Nacht zum 11. Juni drückten wir den Feind auf der Straße Mariampol und längs der Eisenbahn Kowno Wir ballen ein wenig urück. Auf dem rechten Ufer der Weichsel, in der Gegend von tarozoby, eröffnete der Feind in den Morgenstunden des 11. Juni

ein gewaltiges Artilleriefeuer und unternahm eine Reihe von An⸗ griffen. Bis Mittag vermochte er nicht, sich unsexen Stellungen auf weniger als 400 Schritte zu nähern. Unsere Flugzeuggeschwa⸗ der hatten, indem sie Erkundungen unternahmen und mit Erfolg Bomben abwarfen, an dem Zurückwerfen dieses feindlichen An-

griffes tätigen Anteil 1

In Galizien näherte sich am 11. Juni im Tale des Flusses Skov eine feindliche Automobilbatterie unseren Gräben, wurde aber durch unsere Artillerie zum sofortigen Rückzuge gezwungen. In der dreitägigen Schlacht am Dujestr, in der Gegend von Zurawno, vom 8. bis 10. Junt, nahmen wir im ganzen 348 Offiziere, 15 431 Mann gefangen und erbeuteten 78 Ma⸗ chinengewehre und 17 Geschütze, die wir schon in einem früheren

icht erwähnt haben. Eine große Anzahl Waffen, Munitions- wagen, Feldküchen und Fahrzeuge fiel in unsere Hand. Um die österreichisch-ungarische Armee, welche auf dem rechten Ufer des Dnjestr zurückgegangen wax, zu unterstützen, unternahm der Feind eine Offensive auf beiden Seiten des Flusses Tysmaniza. Es ge⸗ lang ihm, am 10. Juni die Ortschaft Gruszow zu erobern, doch wurde er später wieder zurückgeworfen. Unsere Truppen machten dort 33 Offiziere und 490 Mann zu Gefangenen. In der Nacht um 11. Juni unternahm der Feind erfolglose Angriffe gegen den Brücentopf bei Halic z. Im Laufe des nächsten Tages näherte sich der Feind dem Dujestr auf der Front MezwiskaZaleszezyki und begann den Dujestr an mehreren Stellen des genannten Ab⸗

Aus Rumänien. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der aft ibt bekannt, sie sei zu der Erklärung ermächtigt, daß die 8 Meldung fal sch sei, nach der Vertreter des Dreiverbandes und Italiens einen Schritt in Bukarest unternommen haben sollen, um Rumänien aufzufordern, seine Haltung festzu⸗ legen, und nach der dieser Schritt eine Art Ultimatum darstellte.

Zur Erkrankung des Königs der Hellenen.

Rom, 12.

Athen, 12. i.(WTB. Nichtamtlich.) Den beiden den König behandelten fremden Aerzten Professor Krauß⸗Berlin

turkreuz des Erlöserordens, eine außerordentlich hohe erren der Gegenstand* 5 Ehrungen. Die bereits gemeldete erleihung des Ehrendoktorates der Athener Universität erfolgte in Anwesenheit der hervorragendsten Persönlichkeiten und der

vationen bereitete. Der Ministerpräsident Gunaris gab den König behandelnden griechischen r 8 or nig el erzte teilnahmen. Professor Krauß hat dem eetecheschen Roten Kreuz eine größere Summe überwiesen. Berlin, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesige iechische Gesandtschaft teilt folgenden Bericht über das Pefinden des Königs von Griechenland von gestern abend mit. Um 10 Uhr betrug die Temperatur 37,2, Puls 106, Atmung 22. Trotz der Schwäche schreitet die

Besserung fort. 1

die Mämpfe an den Dardanellen.

Konstantinopel, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier meldet von der Darda⸗ nellenfront: In der Nacht vom 11. zum 12. Juni wurde der Feind, der mehrmals bei Sedd⸗ül⸗Bahr unseren rechten Flügel anzugreifen versuchte, unter beträchtlichen Verlusten für ihn nach seinen alten Stellungen zurück⸗ eworfen. Am Morgen des 12. Juni verschwendete die feind⸗ iche Artillerie bei Ari Burnu eine große Menge von Geschossen, ohne irgendeine Wirkung zu erzielen. Unsere ana⸗ tolischen Küstenbatterien beschossen gestern auch mit Erfolg die feindlichen Stellungen. Von den übrigen Kriegsschau plätzen ist nichts zu melden.

Lyon, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der Nouvelliste aus Paris erfährt, ist der französische General Ganeval bei den letzten Kämpfen auf der Halbinsel Gallipoli gefallen.

Die Serben in Albanien,

Ro m, 12. Juni(WTB. Nichtamtlich.) DerCorriere d'Ita⸗ sia meldet: Eine Abteilung Serben besetzte Popradez, Starco, Lugne und Kemenica. Eine andere Abteilung, bei der sich auch Montenegriner befanden, besetzte Dan⸗ katjaj, Kuma und rückte bis Premesi vor. Sie scheint die Ebene von Zaorina besetzen und gegen Alessio vorstoßen zu wollen. Die Serben rückten ferner von Elbassan aus vor, überwanden den leichten Widerstand, welcher ihnen entgegen⸗ gesetzt wurde, und besetzten Tirana. Man erwartet eine sofor⸗ tige Aktion gegen Durazzo. 0

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* Der italienische Ber icht.

Rom, 13. Juni.(WT. Nichtamtlich.) Bericht der Obersten Heeresleitung vom 12. Juni. Längs der Grenze Tirols und Trentinos dauerten die Scharmüßel zwischen unseren Vortrup⸗ pen und den feindlichen Truppen, welche sich an einigen Stellen allmählich zurückzogen. Unsere Artillerie setzte die Zerstörung der feindlichen Schanzwerke fort. Im Cadosetal ist nichts Wichtiges zu melden. In Kärnten eroberten Alpini den Volaia⸗Paß und machten 25 Gefangene. Am mittleren Isonzo konnten in der Nacht vom 9. zum 10. Juni Abteilungen unserer Truppen auf das linke Flußufer vordringen trotz lebhaften Widerstandes des Feindes, welcher sich jedoch vor unseren ungestümen wiederholten Angriffen unter Zuxücklassung zahlreicher Toten aus dem Gelände zurückziehen mußte. Wir machten 200 Gefangene. Die folgenden Gegenangriffe des Feindes, welche unsere Truppen aus den eroberten Stellungen vertreiben sollten, wurden alle zurü vorfen. Am unteren Isonzo zerstörte unsere w tig bis beinahe in die Infanterielinien vor⸗ gebrachte. illerie durch ihr genaues Feuer in der Nähe

der Front von Tolmein bis zum Meere en unsere ausgezeich⸗ neten Flieger ihr Erkundungswerk mit Kühnheit durch. General Garibaldi.

Mailand, 12. Juni(WTB. Nichtamtlich.) DasSe⸗ colo meldet aus Rom: General Ricciotti Garibaldi und seine vier 1 traten freiwillig als Sol⸗ daten in das 61. Infanterieregiment ein, da ihnen von den Militärbehörden die Erlaubnis zur Bildung eines Frei⸗ willigenkorps verweigert wurde.

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* Die englischen Verluste. London, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DieDaily Mail weist darauf hin, daß die englischen Verluste in zwölf Tagen über 30000 Mann betragen haben.

Englische Arbeiter gehen zurInformation an die Front.

Glas 9 o w, 13. Juni.(WTB, Nichtamtlich.) Die Stadt hat eine Abordnung don Arbeitern an die Front geschickt, damit sie sich persönlich von den Bedürfnissen der Armee überzeugen.

Die englische Munitionsnot.

London, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Es ist be⸗ schlossen worden, alle städtischen Arbeitsplätze zur Her⸗ stellung von Munition 8 In Betracht kommen schätzungsweise über 100 Plätze.

Ein ausgehobenes Spionennest.

Berlin, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Seit Beginn des Krieges beschäftigen unsere Feinde eine ganze Anzahl von Spionen, die im Inland und in den von unseren Truppen besetzten Gebieten Nachricht sammeln und an bestimmte Zentral- stellen abliefern. Es handelt sich um eine weit verzweigte Einrichtung, die in allen ihren Teilen außerordentlich ge⸗ schickt arbeitet. Schon seit langer Zeit war es den deutschen Behörden bekannt, daß in verschiedenen holländischen Städten sich Spionagezentralen befinden, deren Tätigkeit hauptsächlich in Belgien zu spüren war. Vor kurzem ist es nun gelungen, eine große Organisation, die ihren Sitz in Maastricht hatte, aufzu⸗ decken und unschädlich zu machen. Nicht weniger als 17 Personen wurden festgenommen und dem Gericht zugeführt. Es wurde fest⸗ gestellt, daß diese Nachrichten über Tru vpenbeförderun⸗ gen auf belgischen Bahnen übermittelten. Dabei gingen sie so geschickt vor, daß sie ihre Mitteilungen in besondere Listen ein⸗ trugen, die nur mittels eines Geheimschlussels zu verstehen waren. Das Feldgericht in Lüttich hat über diese Personen, die durch weg geständig waren, bereits am 5. Juni das Urteil gesprochen, 11 der Angeklagten wurden zum Tode, 6 zu zusammen 77 Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 7. Juni wurden acht von den Ver⸗ urteilten bereits erschossen; wegen der drei letzten schwebt noch die Entscheidung über ihre Begnadigungsgesuche. Mit dieser Aushebung von 17 Agenten ist der feindlichen Spionage ein emp⸗ findlicher Schlag zugefügt worden, und die ebenso schnelle wie strenge Justiz der deutschen Feldgerichte wird dem zu Verrat neigen⸗ den Teil der Bevölkerung Belgiens hoffentlich einen heilsamen Schrecken eingejagt haben.

Ein Schlachtendenkmal im Westen.

Berlin, 14. Juni. In Gegenwart des Heerführers und früheren Kriegsministers v. Einem, vieler hoher Offi⸗ ziere, Abordnungen don Truppen und unter zahlreicher 1 der ren Zivilbevölkerung fand heute, wie dieVoss. Ztg. meldet, in Noyers die Einweihung eines deutsch⸗französischen Denkmals für die hier bei heißen Kümpfen um den Maßübergang am 27. August 1914 gefallenen deutschen und französischen Sol⸗

daten statt.

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* Der Seelrieg. Auszeichnung eines U⸗Boot⸗Führers. Berlin, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DerReichs- anzeiger meldet: Dem Kapitänleutnant Hersing, Kom⸗ mandanten des Unterseebootes21, ist der Orden Pour le mérite verliehen worden. *

London, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Flot⸗ tenkorrespondent derMorning Post schreibt: 45 Schͤffe in weniger als einer Woche zerstört, das ist eine große Zahl! Der Unterseebootskrieg kann erst aus⸗ gerottet werden, wenn die Werften, die Unterseeboote her- stellen, zerstört sind. Das Blatt stellt weiter fest, daß die FischerfahrzeugeWellfare undLaurestina die ersten waren, die durch einen Luftangriff vernichtet wurden.

London, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Fischer⸗ fahrzeugWaago aus Grimsby ist in der Nordsee durch ein beutsches Unterseeboot torpediert worden. Die Be⸗ satzung wurde gerettet.

London, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der russische DampferDanio aus Archangelsk ist in der Nordsee durch ein bcutsches Unterseeboot versenkt worden.

London, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reulceschen Bureaus: Der schwedische DampferOtago isttorpediert worden. Die Besatzung landete in Shields.

London, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 1 Schiffe sind noch durch Unterseeboote versenkt worden:Laurestin a undEdward Wellfare aus Lowestoft,Letty und Cardiff aus Grimsby.

Grimsby, 13. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der TrawlerPlymouth ist von einem deutschen Unterseebobt torpediert wor⸗ den. Die Besatzung wurde gerettet.

Ipswich, 13. Juni. 5 Nichtamtlich.) DieEast⸗ anglian Daily Times meldet, daß ein iff mit Stück⸗ gütern vor einigen Tagen bei Aldeburgh an der Ostküste Suffolks durch ein feindliches Unterseeboot torpediert worden sei. Es maß 3000 bis 4000 Tonnen und kam von Buenos Aires. Eine andere Meldung besagt, daß es sich um das SchiffLeuctra, 3027 Tonnen groß, handelt.

Aus Stadt und Fand. f Gießen, 14. Juni 1915. Rhein⸗Mainischer Verband für Voltsbildung.

h. Frankfurt a. M. 13. Juni. Unter recht 3 Betei⸗ ligung aus allen Teilen des Verbandsgebietes hielt Rhein⸗ Mainische Verband für Volksbildung im Physikalischen Verein seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Pfarrer Küster⸗Höchst a. M., gedachte in seiner üßungs⸗ rede der schweren Opfer, die der Krieg bereits unter den Verbands⸗ mitgliedern forderte und bot dann in kurzen Umrissen ein Bild von der vom Verbande bisher geleisteten kriegswirtschaftlichen Ar⸗ beit. Im Mittelpunkte der Verhandlungen stand ein Vortrag von

deutschen

Pfarrer Dr. Gottlieb Traub Dortmund über Krieg und Volksbildung. Mitten im Kriege sei es offenbare Tatsache, daß 85 Barbaren a ühnte Volksbildungsarbeit trieben. Ob man das auch in Odessa oder Neapel tue, erscheine zweifelhaft. Nach dem Kriege wird der Städter das Land künftig mehr schätzen lernen als bisher und Boden und Heimaterde besser als sonst bewerten. Diese Erkenntnis fördern helfen soll erste Aufgabe der Volksbildung sein. Verstehen und lieben lernen

von Sagrabo den Teich des Kanals von Monfalcone. Auf

werben sich fortan die deutschen Stämme. Die Landbewohner wird daheim einst den Unterschied zwischen Gurkhas und Russen,

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einerseits, und deutschem Volk andererseits zu schützen gabe der Volksbildung ist ferner die Weckung des die außere Politit und fir ene bessere i

Kenntnis der Weltkarte. Im Mittelpunkt des Denkens stehe zuerst in Zukunft das Studi

der deutschen Mythologie, Geschichte und er hen o logie, Ge i 1 f 1 Ehe man im Auslande Kunstgeschichte treibt, werde man in der Welt

der hehren deutschen Kunst heimisch. Der Stag e soll Heimatgut des Volkes werden und nicht allein 5 voli⸗ tischen Parteien bleiben. Wenn das 19. Jahrhundert den Natio⸗ nalismus schuf, dann muß das 20. den Staatsgedanken als die sFuliche Idee bringen, die im Boden der Heimatliebe 2 Die Volksbildungsarbeit erziehe zur nationalen Würde und

das Voll innerlich dadurch zusammen, daß dieses Respekt und Freude am Wissen empfindet. Denn die Kraft des Wissens ist in diesem Kriege der Sieger. Diese Wissenskraft soll aber auch unsern Verbündeten zugeführt werden. Nicht mehr in der Mission unter Mohammedanern soll man sich betätigen, sondern innere Vo l s⸗ mission für konfessionelle und völkische Einig⸗ keit sei fortan das Lofungswort. Nach dem Frieden aber sol; es Aufgabe der Volksbildung sein, unter aller Nervenanspannung ein großes tüchtiges Geschlecht heranzuziehen, an dieses hohe geistige Kraftanforderungen stellen, die Mittelmäßigkeit aber in schärfster Weise bekämpfen.

Ueber die Arbeit des Verbandes im letzten Jahr sprach Dr. Robert Kahn(Franlsurt). Trotz des Krieges stieg die Zahl der persönlichen und körperschaftlichen Mitglieder. Die vielerorts ver⸗ anstaltetenDeutschen Volksabende erfreuten sich starken Besuchs. Nur die Saalbeschaffung bereitet große Schwierigkeiten. Es sollen deshalb die Kirchenvorstände zur Herausgabe der Kirchen für die Veranstaltungen veranlaßt werden. Die Anregung zur Schaffung von Eichenhainen für die gefallenen Helden fand bisher fruchtbarsten Boden. Für jeden Gefallenen soll ein Baum gepflanzt werden, dessen Pflege die Hinterbliebenen übernehmen sollen. Eine rege Aussprache führten die kurzen Referate über die eee des Heeres mit Bildungsmitteln und die kriegswirt⸗ schaftlichen Arbeiten des Verbandes herbei.

Die spätere geschäftliche Sitzung bras die Vorstandswahlen. Es wurden wiedergewählt: Landtagsa rdneter Adelung (Mainz), Dr. R. Hallgarter(München), Lehrer Müller (Worms), Rektor Schilgen Worms), Kommerzienrat Schmahl (Mainz), Weißbindermeister Ph. Stein(8 stadt), Amtsrichter Leo Sternberg(Rüdesheim) und Seminarlehrer Weider Usingen). Den Beschluß der Tagung machten die Erstattung des Jahresberichts und die Festsetzung des Haushaltsplans für 1915.

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*Die burschenschaftliche Jahrhundertfeier wurde von den jungen und alten Vurschenschaftern Gießens und der Umgebung am 12. Juni unter starker Beteili⸗ gung auf dem Germanenhause begangen. Neben manchen verwundet aus dem Felde zurückgekehrten Feldgrauen wohnten zahlreiche Gäste, unter ihnen eine große Zahl von Universitätslehrern, der angesichts der Zeitumstände in der einfachsten Weise gestalteken Feier an. Leutnant d. R. Assessor Berger, Ritter des Eisernen Kreuzes, feierte in . Worten das Vaterland, seinen obersten Kriegs herrn und die Bundesfürsten, Geheimrat Haupts be⸗ geisternde Ansprache galt der Burschenschaft als der tapferen Hüterin des deutschen Einheitsgedankens. Aus den Reihen der Gäste brachten der Universitätsrektor Geh. Rat Som- mer, ferner die Vertreter des Offizierkorps, der Provin⸗ zialdirektion und der Stadt Gießen gleichfalls der deut⸗ schen Burschenschaft herzliche Glückwünsche zu ihrer Jahr⸗ hundertfeier dar.

* Provinzialsekretär Lenz von hier, eine in weitesten Kreisen bekannte und beliebte Persönlich⸗ keit, ist in den Kämpfen für das Vaterland gefallen. Seiner rastlosen Tätigkeit verdankte er das Erreichen einen

iten Stellung; sein Streben t aber immer höheren

ielen, Aus der Volksschule entlassen trat er am I. Mai 1894 bei Großh. Kreisamt Gießen als Schreibgehilfe ein und war von April 1898 bis Dezember 1901 Gehilfe bei der hiesigen Bürgermeisterei. Die Prüfung als Kreisamts⸗ bureauvorsteher bestand er mitgut im November 1900. Vom 2. Januar 1902 ab war er mit Unterbrechung seiner Militärzeit bei Großh. Kreisamt Gießen wieder tätig, wo er im Oktober 1905 als Kreisamtsgehilfe angestellt wurde. Im März 1912 wurde er durch den Provinzial⸗Ausschuß zum Provinzialsekretär ernannt. Durch eisernen Fleiß er⸗ warb er sich nachträglich die Primareife einer Ober⸗ Realschule am 19. März 1912 und legte im August v. J. die Maturitätsprüfung in Mainz ab. Als Garni⸗ sonsverwaltungsunterinspektor trat er bei Ausbruch des Krieges ins Heer. Im Januar d. J. wurde er als Feld. webel nach Mainz kommandiert und zog Mitte März mit seinem Regiment zunächst nach Frankreich und dann nach dem Osten zum Kampfe gehen die Feinde, wobei er den Heldentod fand. Alle, die ihn kannten, werden ihn nicht vergessen. f 9 f.

* Postverkehrmit Russisch⸗Polen. nachbezeich⸗ neten Head de, von deutschen Truppen ke Ge⸗ biets von Russisch⸗Polen sind deutsche Postanstalten ein⸗ gerichtet worden, die auch den privaten Post⸗ und Tele verkehr zwischen Deutschland und den Postorten in Russisch⸗Polen vermitteln: Bendzin, Czenstochau, Kalisch, Kolo, Konin, Lodz, Pa⸗ bianice, Sieradz, Wielun und Wloclawek. Zugelassen im kehr mit diesen Postorten sind nur offene, gewöhnliche und eingeschrie⸗ bene Briefsendungen(Briefe, Postkarten, Drucksachen, N 25 Geschäftspapiere) sowie Postanweisungen bis 800 Mk. und Telegramme in offener Sprache bis zu 15 Wörtern. g und Telegramme müssen in deutscher Spra

. endungen che abgefaßt sein und dürfen keinerlei Mitteilungen über militätische Angelegenheiten ent⸗ halten. Der Abschnitt der Postanweisungen darf zu schristlichen Mitteilungen nicht benutzt werden. Die Postsendungen und die Postanweisungen sind vom Absender nach den Taxen des inneren deutschen Verkehrs voll zu frankieren. In Russisch⸗Polen werden hierzu deutsche Postwertzeichen, die den schwarzen Aufdruck: Russisch⸗Polen tragen, verwendet. Die Postanweisungen, zu de⸗ nen das Inlandsformular zu benutzen ist, sind in deutscher Währung auszustellen. Bei der Auszahlung der Beträge in Russisch⸗Polen wird der Umrechnung das Verhiltnis von 100, Mk. 60 Rubel ugrunde gelegt. Die vom Absender zu entrichtende Gebühr für

elegramme 8 8 Dreifache der Telegrammgebühr für den inneren deutschen kehr.

Kreis Büdingen. 95 O Wallernhausen, 8. Juni. Wleder hat das Vaterland ein Opser aus unserem Dorse gefordert. Auf dem Felde der Ehre siel der Unteroffizier Robert Reuning vom Garde-Dragoner⸗ Regiment Nr. 28. Kefenrod, 11. Juni. Der Wehrmann Rudolf Ecker erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. 5 Nidda, 11. Juni. Der hiesige Eisenbahnverein hat bis jetzt gegen 1300 Mt. für Kriegswohlsahrtspflege gesammelt. In Echzell, dungen, Laubach und hier hielt Bahnmeister Rahn, del Vorsitzende des Vereins, Vorträge über Lebenshaltung, Garten-

bau usw. Kreis Alsfeld. 6* J Burg-Gemünden, 12. Juni. Bei dem gestrigen sehr schweren Gewitter schlug der Blitz in die Heßlersche Hofreste ein, zündete und äscherte das ganze Anwesen ein. Nei der großen Dürre war an ein Löschen nicht zu denken. Nur die Nachbargebäude konnten vor dem Feuer geschützt werden.

Kreis Schotten. 1 AWetterseld, 9. Juni. Die Familie Johs. Rühn wurde aufs neue in große Trauer versetzt. 2

5 e bereit zwei hossnungsvolle Söhne im Kriege verlore m gef 1

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die Nachricht, daß auch der dritte Sohn de

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