Ausgabe 
(3.5.1915) 103. Zweites Blatt
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0 Zweites Blatt e int täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Dieslehener Famillenblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Ureis Sleßen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

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8 ahrgang

165.

Gießener Anzeig

General-Anzeiger für Oberhessen

Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unserm Kri i. Arberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten) Ranga Khans gute Kugel. Großes Hauptquartier, 28. April. Auf einem blutiz von Lille, begruben hellen 1 neger, 1 rkos, Inder, Franzosen, Kanadier, gerier, wie unser e ee sagt. Als ndi

Länder erschienen, wo nur weiße Menschen wohnen. Dann erfuhren die Inder in Marseille, daß sie sofort mit der Bahn auf das achtfeld kommen würden, daß es gälte,

se Tachen ihnen die Magen dus, te gaben ihnen ie n ihnen die Augen sie en unreine Speise und begrüben die Toten so, wie England es mit den aufständis Sepoys getan hatte, daß sie niemals die Ewigkeit se würden.

Solches aber schrieb Atta Khan vom 12. Balutschistan⸗ Regiment an seinen Vater Bostom Khan, des Hassan Ali Khan Sohn, im Dorfe Chakrai, via Post Kalar; und als er es schrieb, dachte er daran, daß zu 1 8 im Dorfe Chakrai im Schatten der alten Bäume die te zusammen⸗ kommen würden, die Verwandten und Freunde und Nach⸗ barn, und daß ihre Augen an Vater Bostom Khans ehr⸗ würdigen Lippen hängen würden, wenn Hassan Ali Khans Sohn den Brief langsam, wie ein Lied aus den heiligen

vortragen würde:

Gottes Gnade mit euch allen!

Uns geht es gut und es ist nun schon viel Zeit ver⸗ gangen, daß wir keinen Brief von Euch erhalten haben.

Nun werden sich alle denken, so meinte Atta Khan, wenn sie das hören, daß ich etwas zu berichten habe und werden aufmerken und ihre Seele darauf einstellen.

Ranga Khan ist am kleinen Finger der Hand ver wundet. Und der Finger ist gebrochen. Es ist aber am Heilen und es geht ihm gut. Es war eine gute Kugel und Gott hat ihn bewahrt. Sorget Euch nicht um ihn, die Ver⸗ wundeten werden vielleicht nach Indien zurückgesandt.

Nun werden sie ihre Seelen auf Ranga Khan einstellen und ihre Gedanken auf ihn richten, dachte Atta Khan, als 50 schrieb. Ich aber werde sie beschwichtigen. Und er

r fort:

Es sind viele tot und verwundet, und über viele habe ich keine sichere Nachricht. Aber über Ranga Khan sorget Euch nicht.

Hukumdat Khan ist nicht von diesem Truppenteil. Ich weiß nicht, ob er tot oder verwundet ist. Es sind viele tot und verwundet, mehr als ich Euch sagen kann. Torak Khan aus Belia und Amir Ali Khan und Fakirdin aus Chakrai, die auf der Hochzeit des Hukumdat Khan waren, sie sind auch verwundet. Sie sind auch an der Hand verwundet, vielleicht werden sie nach England geschickt. Es ist ein gutes Geschick, daß sie nur an der Hand verwundet sind und gute Kugeln bekommen haben.

Aber um Ranga Khan sorget Euch nicht. Ich hätte schon früher geschrieben, wenn ich gewußt hätte, wie es um ihn stand. Alles ist Allahs Wille.

Nun werden die Leute zu Hause aufmerken und die Ahnung wird in ihre Seele ziehen, dachte Atta Khan, als er dies schrieb. Ich aber werde sie noch vorbereiten. Und er fuhr fort zu schreiben:

Es sind viele tot. Tora Khan ist gefallen und Lallu ist gefallen, und Kashmiri ist gefallen und Abdull Amir Khan ist gefallen. Alles ist Allahs Wille. Wie es aber Ranga Khan, meinem lieben Vetter, geht, davon habe ich keine sichere Nachricht. Auch seine Kameraden wissen nichts von ihm. Auch die seine Verwandten und Freunde sind, sie wissen nichts von ihm.

Nun werden die Frauen 8 Hause und im Dorfe Chakrai anfangen, leise zu weinen und werden Ranga Khans Braut trösten. Ich aber will sie auch trösten und ihnen die Wahr⸗ heit schonend sagen, dachte Atta Khan. Und er fuhr sort:

Sorget Euch nicht um ihn, alles ist Allahs Wille. Ich hätte schon früher alles geschrieben, wenn ich gewußt hätte,

wie es ihm geht. Khan Mo med ist auch gefallen und Rhamad Khan ist tot. Wie es Ranga Khan, meinem lieben Vetter, t,

8 auch ich nicht erfahren, obwohl ich alle

Nun wissen sie schon die Wahrheit, dachte Atta Khan, ich aber will als zürtlicher Verwandter ihre Gedanken ab⸗ lenken und ihnen anderes schreiben. Und er fuhr fort:

Sorget Euch nicht. Wir sind in einem Lande, welches wir nicht kennen und kämpfen gegen einen Feind, den wir nicht kennen, in Frankreich, wo auch der Krieg ist. Mekka ist etwa viertausend Meilen hinter uns und das Land der 4 5 Ströme siebentausend Meilen und auch England iegt hundert Meilen hinter uns.

Ranga Khan ist gefallen. Betrübet Euch nicht. Es hat ihn eine gute Kugel getroffen. Alles ist Allahs Wille.

Ihr sollt allezeit für mich zu Allah beten, damit ich er⸗ rettet werde. 1

Also schrieb Atta Khan, um den Tod seines Vetters Ranga Khan nach Hause zu melden, auf daß sie es sanft erführen und nicht zu sehr erschräken. Und er schrieb, daß es eine gute Kugel war, keine, die den Sitz des Lebens zerriß, keine, die dem Toten ein Glied nahm, so daß er nach indischer Vorstellung in die Ewigkeit eingehen konnte, wo ihn alle wiederfinden werden, wenn es Allahs Wille ist.

Der allgegenwärtige Feind.

Eine Selbstverspottung gewisser Aeußerungen des fremzösischen stes bringt ein Mitarbeiter desJournal des Tebats der unter dem TitelDie umstürzlerische Musik folgen⸗ des schreibt:Ich bin einem sehr unzufriedenen Manne begegnet. Dieses Mal, sagt er zu mir, 85 es wirklich zu weit. Boykot⸗ tieren wir Wagner, schön; er Kerl hat uns genug Böses zu⸗ gefügt. Aber, her, mein Herr, denWerther von Masse⸗ net, ein so französisches Werk! Hat man ihn nicht soeben in Lyon verboten, und noch dazu in einer Vorstellung zum Besten der Verwundeten!Umso schlimmer für die Verwundeten, sage ich zu ihm,aber überalles das Prinzip. Was man in 8 fürchtet, FT N war von 1 i 2 f 8 2 8 5

und ihre

Es ist schade! Ich liebte den zweiten Akt so sehr. ießlich bleiben uns aber so viele Meisterwerke, die niemand etwas schulden.Nicht so sehr viel, antwortete ich.Rechnen Sie nicht auf Faust? und nicht auf Fausts Verdammnis. Ich weiß, daß einer von mrsern Kompo- nisten nur den Ungarischen Marsch darin ächtet und im übrigen das Werk von Berlioz hinnehmen will, vorausgesetzt, daß man die Brabangonne anstelle des Rakoszy⸗Marsches spielt. Aber das sind nur halbe Maßregeln, Kompromisse, die eines aufrichtig empfinden⸗ den Herzens unwürdig sind.Faust ist deutsch; berauben wir uns also aller dieser FaustsRechnen Sie nicht auf Mignon? Die rührende Mignon, die sehung aller Familten, die die Ver⸗ lobung aller bürgerlichen Leute miterlebt hat!Mein Herr, die kleinen Bürger mögen sich verloben, wo sie wollen: aber Mignon ist deutsch, sie ist eine Tochter Goethes, aus seinem Wilhelm Meister entlaufen es tut mir leid für Aunbrotse Thomas. Ich bedaure auch Paul Dukas. Sie werden ebenso wie ich seinen Zauberlehrling bewundern; wir werden ihn nicht mehr hören, benn er ist nach einer Ballade von Goethe geschriehen.Ach, dieser Evethe!Ja, dieser Goethe ist nicht beiseite ein ganz schlimmer Kerl ich habe es in der Revue des Deux⸗ Mondes gelesen.Hoffen Sie auch nicht auf dieHugenotten; darin wird der Luther-Choral gesungen. Auch nicht auf denPro⸗ pheten, dessen einer Akt in der Kirche von Münster mitten in Westfalen spielt. Und schließlich auch nicht aufWilhelm Tell, dessen Textbuch zwar von Jouy gezeichnet, aber nach Schiller

Grunde müssen

gearbeitet ist, ebenso wie derWallenstein von Vincent d' Indy

Lied von der Glocke. Aus demselben

mein] Zweifel: die

wir auch dieJeanne d'Arc von Mermet und die von Gounod

meidenAlso lassen Sie uns nur noch Operetten?Nicht alle. Gestern hörte ich in der Revue des Palais Royal Offenbach als den 98 9 8 feiern. Das 32 5 Irrtum. Offenbach ist in tschland geboren, und i. 8 einem Buch von Saint⸗Saens gelesen, daß er die französische Aussprache gefälscht hätte, indem er ihr deutsche Rhythmen auf⸗ zwang. Also keineschöne Helena, keinenBlaubart und vor allem keineGroßherzogin, denn die ist von Gerolstein. Aus noch viel triftigeren Gründen aber gar nichtHoffmanns Erzählungen; Sie wissen, daß dieser Hoffmann in Königsberg geboren ist. Na⸗ türlich muß man auch auf Coppslia verzichten; Sie werden doch keinem Ballett Beifall klatschen, das von einer Novelle dieses Ostpreußen inspiriert ist... Ich hatte schon daran gedacht, man könnte Ihnen den. 3 5 1 4 ein

Programme schreiben Gedi Jean r zu; aber man kann sich nicht verhehlen, daß die Idee der Totentänze

stet: durch und durch deulsch ist. Denken Sie an Holbein] Ich weiß

schon, was Sie sagen wollen: Holbein stammt aus Basel er ist aus Augsburg, mein Herr.Sie sind aber auch zu streng. Selbst der Schöpfer derDejanira würde Ihren Eifer etwas herabstimmen.Möglich! Aber sehen Sie, dieser Baseler, der aus Augsburg ist, sagt mir gar nichts: die falschen Neutralen, das ist das Allerschlimumste!

Die Erzeugung des deutschen Buchhandels im Jahre 1914. Das Buchhändler⸗Börsenblatt veröffent⸗ licht soeben eine systematische Uebersicht über die literarischen Er⸗ scheinungen des deutschen Buchhandels im Jahre 1914. Während ihre Gesamtzahl im Jahre zuvor sich auf 35 078 belausen hatte, sank sie 1914 auf 29 308. Der Einfluß des Krieges ist hierbei anz unverkennbar wahrzune Denn im ersten Halbjahre 1914 hielt sich die deutsche Büchererzeugung durchaus auf der Höhe des Vorjahres; sie betrug bis zum 30. Juni 17 721 und hätte also bei gleicher Entwickelung bis zum Schlusse des Jahres die vor⸗ jährige Erzen gm sziffer sicherlich erreicht, wenn nicht übertroffen. Im zweiten Halbiahre erfolgte aber ein scharfer Rückgang um etwa 6000 Bände; die Erzeugung betrug vom I. Juli bis zum 31. Dezember nur noch 11587 Erscheinungen. Die einzige Gruppe von Neuerscheinungen, die gegen das Vorjahr sogar noch gewach⸗ sen ist, ist die, die Erdbeschveibung und Karten umfaßt: von solchen sind 1914 1493 gegen 1450 im Vorjahre erschienen. Im übrigen verteilt sich die Verminderung der Neuerscheinungen so ziemlich gleichmäßig auf alle Abteilungen der Literatur. Dem Umfange nach stand auch im Jahre 1914 die Schöne Literatur mit 4254 Neuerscheinungen an der Spitze; auf dem Fuße folgt ihr die

GErzie und Unterricht, Jugendschriften, die auch der Suflcher uunlaßt. an 2155 Widmen Mir bert: Selle

42 N C F 3

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. f g 1** Montag, 3. mai 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 17 Universitäts- Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrift⸗

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

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1 1 5 9 7 Niemand wird je erfahren, daß es auch eine gute Kugel war, die nach Allahs Willen den Atta Khan in die Ewigkeit sandte, noch ehe er den Brief absenden konnte, der niemals angekommen wäre, denn die Engländer wollen nicht, daß 3 man in Indien die Wahrheit erfahre. 1 Der Mond aber, der auf Flanderns Fluren zusah, wie* dem toten Inder der zärtliche Brief an die Heimat aus dem Mantel fiel, hört vielleicht, wie in Andersens Bilderbuch ohne Bilder, wenn er durch die klare Luft Indiens gleitet, wie die bräutlich geschmückten jungen Mädchen die Namen ihrer Geliebten in die Nacht rufen. Sie setzen brennende Lampen auf die Wellen der heiligen Ströme und wissen, daß, wenn die Lampe noch fortbrennt, ihr Geliebter lebt. Erlischt sie, so ist er tot. 1 Er sieht, wie der Lampen viele erlöschen und einen bangen Mädchenstimme antwortet kein Echo: Ranga lebt! W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Aus dem Reiche. 3

Eine Bitte des Kronprinzen. 3

Berlin, 2. Mai.(W Tg. Nichtamtlich.) um eine zu

große Belastung der Feldpost und des Feldtelegra⸗ phen zu vermeiden, läßt der Kronprinz bitten, in diesem Jahre von beabsichtigten Glückwünschen zu seinem Ge⸗ 37 burtstage freundlichst abzustehen. Graf Bismarck⸗

Bohlen, Hofmarschall. N

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Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. Mai 1915.

* Ritter des Eisernen Kreuzes. Schutzmann Diehl, Vizewachtmeister im Feldart.⸗Regt. 61, aus Darm⸗ stadt. Musk. Heinrich Best, Inf.⸗Regt. 167, aus Wald⸗

irmes. Res. Konrad Reuber, Inf.⸗Regt. 116, aus Zell

ei Alsfeld Vizewachtmeister Etling, Feld.⸗Art.⸗Regt. 47,* aus Ober⸗Breidenbach. Kompagniefeldw. Ludwig Höreth aus Schaafheim. 1

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ berzog hat zum 1. Mai ds. Is. dem Oberarzt an der Landes- Heil- und PflegeanstaltPhilippshospital Dr. Adolf Lindenb o rn den Charakter als Medizinalrat, den Oberlehrern Georg Bentz an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Offenbach, Dr. Ludwig Ruhl am Gymnasium zu Bensheim und Dr. Peter Vogel am Lehrerseminar zu Friedberg den Charakter als Prosessor erteilt, am I. Mai d. Js. den Bureaugehilsen Adam Lösch aus Langen zum Bureauassistenten bei dem Oberversicherungsamt ernannt. Ueber⸗ tragen wurde am 27. April ds. Js. den Lehramtsaspirantinnen Elisabeth Gräber aus Offenbach, Gertrud Lahr und Elisabeth Töpfer aus Mainz je eine Lehrerinstelle an der höheren Mädchen⸗ schule zu Offenbach, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1915 an. In den Ruhestand wurde versetzt am 24. April ds. Is. die Lehrerin Helene Harrach zu Heidesheim, Kreis Vingen, auf ih 0 Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Mai d. J. an.*

Post nachricht. Das umwandelungsverhält⸗ nis für Postanweisungen an Kriegsgefangene in Fran frech, den französischen Besitzungen usw. beträgt jetzt bei der Umschreibung in Bern 100,20 Franken für 100 in Frankreich auszuzahlende Franken, für Postanweisungen an Kriegsgesangene in England und seinen Besitzungen bei der Umschreibung im Haag 12,30 Gulden für 1 Pfund Sterling. 12

Freiwillige Feuerwehr. In der letzten versammlung der Gießener Freiwilligen Feuerwehr wurden die Wahlen, welche laut Statuten hätten stattfinden müssen, bis nach dem Kriege verschoben, weil ein großer Teil des Bo r- staudes im Felde steht. Nur wurde der bisherige Brandmeisten L. Faber einstimmig zum Brandinspektor gewählt. 5

* Deutsche Gefangene in Rußland. ImAus- schuß für che Kriegsgefangene(Rotes Kirch⸗ nerstraße 2, Frankfurt a. M., ist jetzt außer der der französischen Gesangenenlager auch eine Karte vom euro⸗ päischen und asiatischen Rußland mit Angabe der haupt⸗ sächlichen Orte, in denen sich Triegs⸗ und Zivil⸗ gefangene befinden, zum Preise von 1 Mark zu haben. Wie die französische Karte in Departements, so ist

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immt die Rechts⸗ und Staatswissenschaft mit 3050 Nummern ein 5 gaben von Reichs⸗ und

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3 sind die zahlreichen billigen Aus 0 andesgesetzen mit inbegriffen. An sich kann der Rückgang der buchhändlerischen Erzeugung Deutschlands keineswegs als mer⸗ a 8 7 werden, 1 75 bende mam auf diesem Gebiete eine me me kli ber zeugung wahr Es wäre nur vorteilhaft, wenn der Krieg da ein gewisses Gleichgewicht herstellen würde. 2 München, 30. April. Franz v. Defregger, der seinen 80. Geburtstag im Familienkreise in seiner Villa in Boze 5 verbringt, war der Gegenstand vielfacher Ehrungen. König Ludwig sandte mit einem Glückwunschschreiben sein Bild in sil⸗ bernem Rahmen. Die Akademie der bildenden Künste ließ durch Reichsrat v. Miller ihre Glückwünsche ausdrücken und eine silberne Plakette überreichen. Glückwunschtelegramme sandten Kultusminister 1 v. Knilling, die beiden städtischen Kollegien, die Münchener Künstlergenossenschaft, Bürgermeister Dr. Weiskirchner namens der Stadt Wien und viele andere Verehrer und Freunde des Künstlers. Leipzig, 1. Mai.(WDB. Nichtamtlich) In Gegenwart von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden sowie 25 Staaten, darunter Exzellenz Vitalis Effendi, der zu diesem 3 5 besonders aus der Türkei herbeigeeilt war, und des deutschen Buch⸗ gewerbes fand heute mittag die feierliche Eröffnung d es Bu ch⸗ ewerbe⸗ und Schriftmuseums statt. Nach einer 1 prache von Geheimrat Volkmann erfolgte eine Besichtigung. 5 Tod eines deutsch⸗amerikanischen Bild⸗ hauers. In New Vork ist der hervorragende deutsch-amerikanische 5 Bildhauer Karl Bitter gestorben. Bitter, der Deutsch⸗Oester⸗ reicher von Geburt war und nur 47 Jahre alt geworden ist, har sich in Amerika mit seinen schwungvollen dekorativen Arbeiten einen bedeutenden Namen gemacht. In seiner Vaterstadt Wien war Bitter schmückte dann Hunts tungsgebäude der Weltaus⸗ Kühne und Hellmer gewesen und dann mit 25 Jahren ausgewan⸗ dert. Drüben begründet sein Sieg im Wettbewerbe für die Bronze⸗ türen von Richardsons New Vorker Trinity Church seinen Ruf 2 Bitter schmückte dann Hunts Verwaltnugsgebäude der Weltaus⸗ 2 Chicago mit seinen Bildwerken und von ihm stammte auch plastische Teil der Ausstellungen in Buffalo und St. Louis. In New Nork sind seine Hauptwerke die Karyatiden am Metro. 2 volitanmuseum und das Reiterdenkmal des Generals Franz Sigel. Vanderbilt hat ihn an seinen Häusern in New Vork und Balti⸗ more beschäftigt. In letzter Zeit verwandte Bitter den großen Einfluß, den er im Kunstleben der Vereinigten Staaten hatte, zur Lösung der stadthaulichen Fragen. Er war auch der Anstoß dazu, daß unter der Präsidentschaft Roosevelts Kunstbeiräte geschaffen

wurden, die überall bei Errichtung öffentlicher Gebäude mit⸗ sprechen. 9 1 1