Ur. 68
Der Sießener An Eicheln* er
viermal wöchentlich ätter;
wöchentl. Kreis.
den Kreis Gießen
Erstes Blatt
und freitag) zweimal monatl. Land; wirtschafiliche öeltfragen 1-Anschlüusse:
irdie Schristteitung 13
1
ir Drahtnach- Anzeiger Gießen. von Anzeigen
für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
Gießener
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühlschen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.
.
165. Jahrgang
lzeiger
Montag, 22. März 1915
Beings preis: monatl. 75 P., viertel jährl. Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestell Zeilenvreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
9 Milliarden Mriegsanleihe! Die Seeschlacht in den Dardanellen.
Berlin, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das heute vorliegende Ergebnis der Kriegsanleihezeichnungen erreicht nenn Milliarden Mark. Von den rund 9 Milliarden der neuen Kriegsanleihe entfallen 1600 Millionen auf Schuld⸗ buch⸗Eintragungen und 7500 Millionen auf Schatzanwei⸗ sungen. 1
*
(WTB.) Sroßes Hauptquartier, 20. März.
Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. An der Straße Wytschaete— Ypern bei St. Eloi nahmen wir den Engländern eine Häusergruppe fort. Am Südhange der Lorettohöhe wurde ein Schlupf⸗ winkel, in dem sich noch Franzosen hielten, gesäubert. In der Champagne ist die Lage im allgemeinen ruhig, nachdem bei Morgengrauen unsere Truppen einige 8 Gräben nördlich von Beauséjour genommen
en.
Französische Teilangriffe nördlich von Verdun in der Worvrr-Cbene und am Ostrande der Maashöhen bei Com⸗ bres wurden unter schweren Verlusten für den Feind zurück⸗ geschlagen.
Gegen unsere Stellungen am Reichsackerkopf und Hartmannsweiler Kopf machten die Franzosen mehrere Vorstüße die schon im Ansetzen unter unserem Feuer mit erheblichen Verlusten zusammenbrachen.
Oestlicher Kriegsschauplatz. a 5
Auf der Ostfront verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Dae Russen haben Memel besetzt.
Oberste Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 21. März. mtlich.) Sido don 5 5.. Fin ich von pern wurde ein englische gzeug heruntergeschossen. Die Insassen wurden gefangen ge⸗ nommen
Zwei französische Versuche, uns die am 16. März er⸗
oberte Stellung am Südabhang der Lorettohö he wieder]?
zu entreißen, mißglückten.
a Auf der Kathedrale von Soissons, welche die Kreuzflagge trug, wurde eine französische Be⸗
. erkannt, unter Feuer genommen und
Ju der Champagne nördlich von Beauséjour, trie⸗ ben unsere Truppen ihre Sappen erfolgreich vor und hoben mehrere franzö sische Gräben aus. Dabei nahmen sie 1Offi⸗ zier, 299 un verwundete Franzosen gefangen.
Die von zwei Alpenjäger⸗Bataillonen tapfer verteidigte Kuppenstellung auf dem Reichsackerkopf wurde gestern
ittag im Sturm genommen. Der Feind hatte schwerste Berluste und ließ 3 Offiziere, 250. Mann, 3 Maschinengewehre, 1 Minenwerfer in unserer Hand. Französische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. „„ Um die Antwort auf die Untaten französischer Flieger in der elsässischen Stadt Schlettstadt eindringlicher zu gestalten. wurden heute nacht auf die Festung Paris und den Eisenbahn⸗Knotenpunkt Compiegne durch Luft⸗ schiffe einige schwere Bomben abgeworfen.
5 Oestlicher Kriegsschauplatz.
„ Zwischen Amulew und Orzye wurde ein russischer An⸗ griff abgeschlagen, wobei wir 2 Offiziere, 600 Russen zu Gefangenen machten.
Ati russische Nachtangriffe auf Jednorozek brachen in unserem Feuer zusammen. Oberste Heeresleitung.
* 5
Ruhe, Ordnung und Vertrauen herrschen in Deutsch⸗ land, und wer da 1 55 die Stimmung des Volkes sei nicht mehr so entschlossen gehoben wie beim Ausbruch dieses 1 Krieges, der täuschte sich gewaltig und wird sich
i der Bekanntgabe des Ergebnisses der neuen Kriegs⸗ anleihe zu einem anderen Glauben bekennen. Dieser neue Gradmesser für die Gesinnung des Volkes bietet ja gerade die Gewähr, daß wir es nicht etwa mit einer täuschenden und verflackernden Hurrastimmung zu tun haben, sondern daß Begeisterung, Liebe und Treue für das Reich auch da wohnen, wo jetzt keine anfeuernden Reden gehalten werden
önnen, wo man sich vielmehr darauf beschränkt, mit reifer Wachsamkeit den großen Ereignissen zu folgen. Die neun Milliarden Kriegsanleihe zeugen von einer wundervollen Einmütigkeit des deutschen Volkes. Die Tapferkeit und die großen Erfolge unserer Heere in Feindesland haben nicht nur die fremden 185 61 überwunden, sondern daneben noch eine ausgezeichnete stille Arbeit verrichtet: eine Luft⸗ reinigung im Innern, eine Auskehr aller Bestrebungen, die dem Vaterlande nicht ganz geben wollten, was des Vaterlandes ist. Mancher fremde Bettel und Flitter ist hinausgefegt worden, aber die. im Reichsinnern sind treu geblieben, und darum sollte auch der letzte Rest von Groll und Mißtrauen schwinden. Wir können, wenn wir die kleinen Zwischenfälle in der letzten Sitzung des Reichstags betrachten, uns eines gewissen Mitgefühls für die 8 Fraktion und Partei nicht entschla⸗
n: die Herren Liebknecht und Ledebour sitzen noch als
eraden auf denselben Bänken wie ein Scheidemann, den wir doch alle jetzt als einen treudeutschen Volksgenossen schätzen. Er scheint erfreulicherweise der Führer der sozial⸗
Fruktiou. guerst gegen Ledebour, der, in bekannter An⸗ maßung, über Dinge gesprochen hatte, die ihm nicht an⸗ vertraut waren, und 8 8 sen 5 pruch gegen deutsche gsmaßregeln im orzu 2 5 Mit aller Entschiedenheit aber klang es da aus dem Reichstag einmütig heraus, daß die Notwendigkeiten alles das gebieten, was von der Heeresleitung veranlaßt und bekundet worden ist und daß nur ein Tropf in Bezug auf das Vorgehen in Feindesland anderer Ansicht sein kann. Die Erklärung, die Scheidemann abgegeben hat, ge⸗ nügte. Wir wollen die Gefühle der sozialdemokratischen Partei schonen und sie die kräftigere Aburteilung der Ge⸗ nossen Liebknecht und Ledebour hinter geschlossenen vier Wänden vollziehen lassen. Nach dem„Satyrspiel“ der Ab⸗ geordneten Liebknecht und Ledebour wirkte es um so ein⸗ drucksvoller, daß der Reichstag einmütig den Etat an⸗ nahm, und die Erklärung des Abg. Scheidemann hierzu hatte den Wert einer bedeutsamen und denkwürdigen Kundgebung. Wenn Graf Westarp daran zu deuteln und zu kritisieren persuchte, können wir ihm nicht beipflichten. Die Annahme des Etats durch die Sozialdemokraten mit einem freudigen Lob unserer Kämpfer draußen durch den sozial⸗ demokratischen Wortführer, hat die„meuternden“ Genossen besser in den Winkel gestellt, als es auf irgend eine andere Weise hätte geschehen können. Uebrigens mußte der„Vor⸗ wärts“, der bei der Besprechung der Vorgänge im Reichstag über seine Lieblinge Stadthagen, Ledebour und Liebknecht sorgend den Schild hielt, eine Erklärung veröfsentlichen, die wir in den nachstehenden Meldungen mitteilen, wo⸗ nach Liebknecht und Rühle, die allein bei der An⸗ nahme des Etats sitzen blieben,„aufs entschiedenste“ getadelt werden. Hoffentlich Riesa es dem tatkräftigen Scheidemann recht bald, mit diesen radilalistischen Eigen⸗ brödlern völlig reinen Tisch zu machen! Sie gehören politisch einer anderen Zeit und einer anderen Welt an. Wir aber begrüßen heute nicht nur das glänzende Ergebnis un⸗ serer Kriegsauleihe, das einer gewonnenen Schlacht gleich⸗ kommt. Wir blicken auch froh bewegt sten zu. unseren Verbündeten, den Türken, die bei Abwehr des Angriffes auf die Dardanellen vier große feindliche Kriegs⸗ schiffe vernichtet und dem Feinde auch noch andere Denk⸗ zettel verabreicht haben. Der ühlingsansang ist uns im Kampfe der Völler tröstlich und hoffnungsreich eingeläutet worden!
* 4*
Der Kaiser an den Schatzsekretär.
Berlin, 21. März.(WBB. Nichtamtlich.) S. M. der Daiser hat auf die Meldung über das Ergebnis der Kriegsanleihezeichnung an den Schatzsekretär des Reichs⸗ schatzamtes Dr. Helfferich nachstehendes Telegramm gesandt:
„Meinen besten Dank für die erfreuliche Meldung 1 würm⸗ sten Glücknunsch zu dem glänzenden Ergebnis der Kriegsanleihe⸗ zeichnung. Auch die Feinde unseres Vaterlandes werden daraus erneut erkennen, daß es dem deutschen Volke im Kampfe um seine Existenz weder an kriegerischen noch an wirtschaftlichen Waffen fehlt, seinen arnerschittterlichen Willen zum Siege durchzuhalten und durchzusetzen. Wilhelm I. R.“
Ein Telegramm des Reichskanzlers.
Berlin, 21. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ kanzler sandte aus dem Großen Hauptquartier an Reichsschatzfekretär Dr. Helfferich folgendes Telegramm: „Meine herzlichsten Glückwünsche zu dem glänzenden Erfolg der Kriegsanleihe. Es ist ein großer Sieg des Volkes daheim, würdig des Heldenmutes unserer Truppen im Felde. Vethmann Hollweg.“
Pressestimmen zur Kriegsanleihe. Berlin, 22. März. Die Mitteilung des W. T. B., daß die Zeichnung auf unsere Kriegsanleihe die 9. Milliarde über⸗ stiegen hat, wird sicherlich, so schreiht die„Vossi sche Zeitung, selbst die Optimisten im Lande überraschen. Durch den überaus glänzenden Erfolg unserer Anleihe sind auch den Zweiflern im eigenen Lande die Sorgen benommen. Gestehen wir es nur ehr⸗ lich ein: wir haben selbst nicht gewußt, wie enorm unsere finan⸗ ielle Leistungsfähigkeit ist. Die Staatsmänner in England aber, ie so stolz verkündet haben, daß sie mit silbernen Kugeln nach Deutschland hinüberschießen wollen, werden nun wohl merken, daß diese Kugeln von Silber uns nichts anhaben können, weil wir sie mit dem goldenen Schilde auffangen, den das gesamte deutsche Volk gemeinsam geschmiedet hat.
In der„Deutschen Tageszeitung“ heißt es:
Neun Milliarden! Eine stolze Summe. Die besten Freunde haben sie kaum zu hoffen und die schlimmsten Feinde sie kaum je fürchten zu müssen geglaubt. Die Einmütigkeit des deutschen Volkes hat sich auch auf dem wirtschaftlichen Fampffelde wieder glänzend bewährt.
Im„Berliner Lokalanzeiger“ wird gesagt:
Das Volk darf auf diesen finanziellen Befähigungsnachweis stolz sein. Es ist ein Sieg, so gut wie irgend einer über die Feinde, denn die Gegner wollen uns nicht mur auf dem Schlachtfelde nieder⸗ ringen. Die Erde, aus der sich die Stärke des deutschen Volker immer von neuem verjüngt, ist das Feld des Geistez und der
empfing, die einen unerschöpflichen eben spendete.
Die„Freuzzeitung“ schreibt:
Das über alle Maßen glänzende Ergebnis der zweiten Kriegs . ist in seiner Wirkung einer modernen Schlacht gleich- zuachten.
Eine Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 22. März. Eine im„Vorwärts“ veröffent⸗ lichte Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfrak⸗ tion lautet wie folgt: Die Fraktion hat am 2. Februar 1915 den Beschluß ge⸗
demokratischen 8 werden zu sollen, denn er verkündete 5 stag bedeutungsvolle Entschlüsse namens seiner
.
faßt, daß die Abstimmungen der Fraktion geschlossen har er.
folgen haben, soweit nicht für den Einzelfall die Abstimmung ausdrücklich freigegeben ist. Glaubt ein Fraktionsgenosse, an der geschlossenen Abstimmung der Fraktion nicht teilnehmen zu können, so steht ihm das Recht zu, der Abstimmung fern zu bleiben, ohne daß dies einen demonstrativen Charakter tragen darf. Die Fraktion hat am 18. März 1915 weiter be⸗ schlossen, daß die Abstimmung über das diesmalige Budget geschlossen zu erfolgen habe. Demgemäß verurteilt sie den von den Fraktionsmitgliedern Liebknecht und Rühle entgegen diesen Beschlüssen erfolgten Diszipli⸗ narbruch aufs entschiedenste.
*
Die Seeschlacht in den Dardanellen.
Konstantinopel, 20. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Dardanellenkämpfe am Donnerstag wird noch gemel⸗ det: Das englische Linienschiff„Irrisistible“ sank unter dem Feuer von Dardanos. Das zweite gesunkene Linienschiff vom„Vengeance“-Typ trieb bis Einbruch der Dunkelheit und ging dann unter, nachdem es von den Mann⸗ schaften größtenteils verlassen worden war. Zuverlässige Beobachter haben auf dem Linienschiff„Queen Elizabeth“ fünf, auf dem Panzerkreuzer„Inflexible“ vier schwere Treffer festgestellt. Den feindlichen Verlusten von drei Linienschiffen, einem Tor pedo⸗ bootszerstörer und einem Minensuchdampfer steht auf türkischer Seite die Beschädigung von vier Geschützen gegenüber, von denen nur eines modern war. Keine andere Bat⸗ terie erlitt auch nur die geringste Beschädigung. obgleich der Feind gut schoß. Bei einem Fort z. B. wurden ein⸗ wandfrei 70 Einschläge meist von 38⸗Ztm.⸗Granaten der„Queen Elizabeth“ beobachtet. Die Menschenverluste auf türkischer Seite ind gering. Sie betragen 21 Tote und 51 Verwundete
ter nur wenige Schwerverletzte Es ist historisch bemerlens⸗ wert, daß auf dem in der Schlacht gesunkenen französischen Linien⸗ schiff Bouvet,“ seinerzeit in Brest die französisch⸗russische Aliang geschlossen wurde. Zwei eherne Tafeln verkünden die Reden des Zaren Alexander und des Präsidenten Carnot.
Konstantinopel, 21. März.(WTB. Nichtamtlich)(Ver⸗ spätet eingetroffener ausführlicher Bericht des Sonderkorrespon⸗ denten des Wolffschen Buveaus an den Dardanellen.) Die Ver⸗ uche der Alliierten, die Durchfahrt durch die Dardanellen zu er⸗ zwingen, erreichten ihren Höhepunkt in der siebenstündigen Ser⸗ chlacht vom 18. März, in welcher die Mannschaft der türkischen Forts Wunder von Helden mut verrichten, indem sie unentwegt in einem Hagel von Geschossen aushielten. Die ganze Atmosphäre war verdunkelt durch die explodierenden Geschosse, die aufgeworfenen Erdsäulen und die Pulverwolken. Die Erde erbebte meilenweit. Die Alliierten fichren um 11½ Ühr vor⸗ mittags in den Dardanelleneingang ein und warfen ihre Geschosse in die Stadt Tschanak Kale. Zunächst nahmen an dem Gefecht vier französische und fünf englische Schiffe teil. Die anwesenden Korre⸗ spondenten hatten anfangs ihren Bepbachtungsort in dem Fort Tschirrenlik bei dem alten Schlosse Sultanije, dann, durch einen
Geschoßhagel von dort vertrieben, auf einem Hügel außerhalb der Stadt. Als sie den Turm verließen, krepierten an zwei Stellen in ihrer unmittelbaren Nähe Granaten.
Gleichzeitig fielen die Geschosse über der Stadt immer dichter, wühlten die Straßen auf und erfüllten die ganze Umgebung mit dichtem Rauch, während die zu kurz gefallenen Geschosse mächtige Wasserhosen aufsteigen ließen. Um 1¼ Uhr erreichte das Teuer seinen Höhevunkt. Es war jetzt konzentriert auf die Forts“ Tschimmelik, Hamidieh und die umliegenden besestigten Plätze. Der gewaltige Kampf moderner Schiffsartillerie gegen die starken Küstenforts bot ein ebenso interessantes wie grausiges Schauspiel. Nach 1 Uhr flaute der Kampf zeitweilig ab, wurde aber bald wieder mit solcher Heftigkeit aufgenommen, daß die Forts in Rauchwolken zeitweilig verschwanden. Um 2 Uhr änderten die Alliierten ihre Taktik, indem sie einzelne Batterien in unregelmäßigen Abständen beschossen. Das Einschießen erwies sich dabei offenbar als schwierig. Die Granaten fielen dabei vielfach zu kurz und ins Wasser oder zu weit und dann in die Stadt Tschanak Kale. Die Nachmittags⸗ beschießung hatte um 3 Uhr 15 Minuten ihren Höhepunkt erreicht, als plötzlich das französische Lin ienschiff„Bouvet“ mit dem Heck zu sinken begann, während der Bug hoch zum Himmel sich reckt. Die Mannschaften der türkischen Forts, deren Kampfesmut auf das höchste entfacht war, brachen in brausende Hurrarufe aus. Torpedoboote und andere Fahrzeuge eilten dem sinkenden Schiff zu Hilfe, konnten aber nur wenige Leute retten, da das Schiff durch die Explosion einer Mine unter Wasser und durch einen Volltreffer über Wasser auf das schwerste beschädigt war und rasch sank. Wenige Minuten später sahen die Korrespondenten, wie ein britisches Schiff von einem türkischen Geschosse auf dem Vorderdeck getroffen wurde. Mit gekapptem Mast, der im Gewirr der Takelage über Bord hing, versuchte das Schiff, den Ausgang der Dar⸗ danellen zu gewinnen, was offenbar infolge eines Maschinen⸗ schadens von Sekunde zu Sekunde schwerer wurde. Gleich darauf erhielt ein anderes britisches Schiff einen Volltreffer auf Deck mittschiffs und mußte sich gleichfalls vom Hampfplatze ent⸗ sernen. Um 4,45 Uhr mußte ein drittes britisches Krie g s-
Arbeit, das die Saat einer mohr als 40 jährigen intensiwen Kultur!
vollen Rückzugskampfes. der Alliierten unter einem Hagel von Geschossen den Ausgang der
schiff schwer beschädigt unter rasendem Feuer der Türken sich es, dem Gefecht ziehen. Es war der schwerste Schlag für die Alliierten,
sals das britische Schiff sich gezwungen sah, innerhalb des Feuer⸗
bereichs der türkischen Batterien auf Strand zu laufen. Eine volle Stunde lang versuchten die Alliierten, mit ihren Ge⸗
schützen das der Vernichtung geweihte Schlachtschiff zu decken, bis
acht Volltreffer die Aussichtslosigkeit all dieser Bemühungen be⸗ siegelten. Darauf folgten weitere 10 Minuten qual Endlich gewannen die Schiffe
Tordanellen, während die Artillerieforts das 5 euer) nicht eher einstellten, als bis das letzte feind⸗ liche Schiff aus dem Feuerbereich ve wunden
war. Diese Schlacht brachte zum erstenmal die Schiffe der Alli⸗ ierten auf längere Zeit in den Feuerbereich der türkischen Geschültze. Das Ergebnis war dank der Treffsicherheit der türkischen Ar⸗ tillerie für die Feinde entsetzlich, die ihrerseits, obwohl sie an⸗ nähernd 2000 Granaten abfeuerten, keine Batterie zum Schweigen brachten. Ueber die tatsächlichen Ergebnisse der
3 1 C
n
N
8
PFC
R
PPT
A * 5 1


