Iheites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Sleßener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
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165. Jahrgang
Warum Griechenland nicht in den
Urieg zog.
Die schwerste Aufgabe, die der neuen Regierung Grie— chenlands bevorsteht, ist: Ordnung in die finanziellen Ver⸗
hältnisse zu bringen, die beim Rücktritt von Venizelos nicht geregelt waren“, so meldet ein deutscher Korrespondent aus Athen zur Kabinettsbildung des Abgeordneten Gu— naris, eines befähigten jüngeren Parlamentariers, von dem man besondere Leistungen auf finanziellem Gebiete erwartet. Die jetzige finanzielle Lage des vom Dreiverband umworbenen Staates war es in erster Linie— dies stellt sich immer deutlicher heraus— die den König veranlaßte, es auf eine Minister- und Parlamentskrisis ankommen zu lassen. Griechenland hatte in seinem letzten Kriege nicht nur 10 000 Tote, sondern auch 636 Millionen Drachmen Kosten zu buchen(411 Millionen direkte Kriegsausgaben und 225 Millionen Ausgaben für Pensionen, provisorische Anleihen usw.). Diese Wunden sind noch nicht geheilt, ob⸗ wohl sich der Umfang des Königreichs fast verdoppelt hat,
obwohl es den Löwenanteil von der Beute des Balkan⸗ krieges erhielt. Griechenland, das seinerzeit seine Staats-
gläubiger in schmählicher Weise durch einen Staats- bankerott schädigte, muß sich das internationale Vertrauen erst wieder erringen. Dazu trägt zweifellos die internatio— nale n viel bei, und es wäre ein ebenso großer Fehler, um chauvinistischer Eitelkeiten willen diese sicherste Grundlage des heutigen griechischen Staats- kredits anzutasten, als finanziell ungerüstet in den Krieg einzutreten. Von diesen Tatsachen ausgehend, nicht aus militärischen, nicht aus dynastischen Rücksichten hat sich König Konstantin der Kriegspartei entgegengestellt. Es ist keine„deutsche Cligue“, die, nach Behauptung der betrübten Lohgerber in Paris und London, den König in seinen Beschlüssen bestimmte, sondern das wohlerwogene wahre Interesse des Landes und der⸗ klare Blick auf die nächste Zukunft Griechenlands und seine wirtschaftlichen Aufgaben. In den neuen Gebieten des Landes befinden sich Industriestädte wie Janina, Saros, Cavalla und Salo⸗ niki. Der Zoll von Saloniki allein dürfte eine Mehrein— nahme von 15 Millionen Drachmen ausmachen, und die Sachverständigen versichern, daß durch diese Einnahme die vergrößerte Schuld und ihr Zinsendienst gesichert sei. Durch Aufgeben der politischen Neutralität, durch einen Krieg mit der Türkei und wahrscheinlich Bulgarien und vielleicht ee wäre gerade diese Goldgrube in Frage gestellt.
Es wäre noch viel mehr in Frage gestellt: Ungefähr ein Jahr erst. her, daß der„heimgegangene“ Minister⸗ präsident izelbs in Paris den Vertrag unterzeichnete, N 2 die ich verpflichtete, zwischen der Eisenbahn Larissa und den Orientbahnen eine Verbi zustellen, durch die Griechenland in direkte Vervi mit ganz Europa gebracht wird. Die Strecke soll spätestens im August 1915 fertiggestellt sein. Die Fahrtdauer wischen Berlin und Athen würde dann nicht mehr als 45 Stunden betragen. Nicht nur der Touristenverkehr nach Griechen⸗ land wird eine gewaltige Verstärkung erfahren, sondern der Weltverkehr erhält eine neue Beziehung und vielleicht manche erhebliche Veränderung. In Athen kalkuliert man bereits, daß die indische Post, die bisher von den Dampfern nach Brindisi gebracht wurde, ihren langen Weg abkürzen und schon im Piräus auf die Achse geladen werden wird. Auch für den Verkehr Europas mit Aegypten werden kürzere Verbindungen hergestellt. Man wird nicht mehr durch die Adria per Schiff reisen, und das schöne Eiland Korfu wird seiner neuerdings schon stark gestörten idylli⸗
— Die Romantik der dardanellen.
Die Dardanellen, vielleicht der meistumkämpfte Punkt auf dem Schauplatz der geschichtlichen Welt, sind auch um⸗ woben von einem unvergänglichen Zauber der Romantik. Von allem Goldglanz der Poesie umstrahlt, lebt die all⸗ bekannte Sage von Hero und Leander durch die Jahr⸗ hunderte. Das griechische Altertum nahm sie als geschicht⸗ liche Wahrheit, und der Reisende Pausanias, berichtet, er habe noch in einem Turme das Lämpchen gesehen, das dem unglücklichen Leander den
Piräus(Athen) strecte her⸗
erkennbar, das angebliche Grab des Hannibal. Der karthagische Patriot wollte durch Mithridates den Großen die Welt des Ostens den Westen mobil machen; es war ein weltgeschichtliches Ereignis von noch heute nach⸗ wirkender Kraft, daß das Römerreich damals stark genug war, die griechische und b die europäische Kultur vor dem Ansturm der Barbare zu retten. Könnte man dem Meeresgrund der Dardanellen seine Geheimnisse entreißen, so fände man die Trümmer der altigen, über 400 Schiffe zählenden Flotte des Arabers Mas lama, die hier 698 von den Byzantinern mit Hilfe des berühmten„griechischen Feuers“ vernichtet ward. Mit Maslam verlor damals die . 80 n Welt des Islam einen 755 bewährtesten Feldherren, 92 edle Charaktereigenschaften von christlichen wie ara⸗ 125
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„Socisté de Construction de Batignolles“] O
schen Ruhe zurückgegeben werden, wenn der Fremden— strom nicht mehr zu Schiff nach Aegypten geleitet wird. Griechenland erwartet von dieser Vereinfachung des Ver⸗ kehrs für sich einen außerordentlichen Vorteil. Es wird in diesen Hoffnungen nicht getäuscht sein. Wenn die Wunden des Krieges vollständig geheilt sind, wenn die Fremden wieder durch das neue Hellas pilgern, wird man mit Staunen feststellen, daß sich das Aussehen der griechischen Städte in den letzten Jahren höchst vorteilhaft verändert hat. Die griechische Auswanderung, die als bedenkliches Zeichen angesehen wurde, hat sich durch die starke Rück⸗ wanderung wohlhabend gewordener Landsleute als Gold— quelle erwiesen. Und nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die früher so kränkliche Industrie erlebt einen un⸗ leugbaren Aufschwung. Griechenland geht einer wirtschaft⸗ lichen Aufwärtsbewegung entgegen, die auf dem großen Weltmarkte bald zu spüren sein wird. Es fehlt nur noch der Kontakt des Eisenbahnverkehrs zwischen Nord- und Süd— griechenland. Ist einmal die Verbindung mit den Orient⸗ bahnen fertig, so wird man an die Kultivierung der un⸗ fruchtbaren Ländereien, an die Regulierung des unteren Wadarlaufes und des Galicoflusses, an die Trockenlegung des Jenidesees usw. gehen, alles Aufgaben, die durch die Projekte deutscher Ingenieure vorbereitet sind und sehr wahrscheinlich mit deutschem Gelde durchgeführt werden, noch ein Grund mehr, die Entscheidung des Welt⸗ krieges in stiller Neutralität abzuwarten und sich nicht in die Höhle des englischen Löwen zu begeben, aus der das kleine Griechenland so wenig mehr herauskäme, wie gewisse andere Opfer Albions.
Die Kämpfe bei Münster.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ge⸗ schrieben: 5
Wie auf der ganzen Westfront, so sind auch im Süd⸗Elsaß und in den Vogesen die Operationen vorübergehend in einen Stel⸗ lungslampf übergegangen, dessen Einförmigkeit einzelne offensive Unternehmungen unterbrechen. Ihren Schauplatz bildeten in letzter Zeit die Oberen Vogesen, in denen der Gegner Schritt für Schritt gegen den Kamm zurückgedrückt wird Die Einnahme des Hart⸗ mannsweilerkopfes südwestlich Sulz ist noch in Erinnerung, und 17 50 Tage meldete die Oberste Heeresleitung siegreiche Kämpfe bei Münster.
teibigungssähigteit der Straßen Wege zwingt aber den An⸗ ch der Beh 3 777001 Aer oder des Ferrr ber scmwerer Arflfefie gefält baben. Deen die Hänge und jeder Stein, der ins Rollen kommt, droht den Hintermann zu erschlagen. Unzen am Hang sinft der Fuß in wrichen Schnee, weiter hinauf ist felbst mit Eisstollen nur ein mu 2s
hsam Vorwärtskommen über gefrorene Hänge. Rein sportlich betrach⸗ gute Leistung. Der
bischen Geschichtsschreibern gleich gerühmt wurden. Hinter Fort Tschanak Kale, auf einem weit über Meer und Sand hinausschauenden Hügel, liegt das Grab des tunesischen Korsaren Chaireddin Ilderim(„Der Blitz“). Dieser Seeräuber war der Bruder jenes großen, durch den tunesi⸗ schen Feldz des deutschen Kaisers Karl V. bekannten Seeräuberfürsten Chaireddin Barbarossa, dessen letzte Ruhe⸗ stätte sich in Konstantinopel befindet. Ilderim war der Gründer des sog.„Barbareskenstaates“ Tunis; seine Daten haben, was wenig bekannt ist, nach Elzes Forschungen Lord Byron das Vorbild für viele Züge seines„Don Juan“ geboten; auch Byrons Dichtung„Der Korsar“ er⸗ innert an ihn. Die heutigen kleinen Dardanellendörfer waren einst ein Krantz blühender Städte, die 1403 durch den mongolischen„Weltenstürmer“ Timur in Schutt und Asche gelegt wurden. Zwischen den„Schädelpyra⸗ miden“, die seine grausigen Siegeszeichen bildeten, stand der Vernichter so vieler blühender Kulturen und Völker und sah in der Ferne die Küsten Europas, denen sein nächster Zug gelten sollte. Im Rate des Schicksals war es anders beschlossen: Aufstände in Hochasien riefen den Ge⸗ waltigen nach dem Osten, und hier in Samarkand ereilte den nimmer kriegsmüden Greis der Tod, als er eine Heer⸗ fahrt gegen China vorbereitete. In der neueren Zeit ver⸗ sank auch der Rest der alten blühenden Dardanellenkultur unter der Paschawirtschaft des alten türkischen Reiches zu völligem Verfall. Ueberall war es wie in den Ruinen der Hadriansvilla, wo nach dem Wort des persischen Dichters „die Eule schreit in des Palastes Hallen und die Spinne Türsteherdienste tut in des Kaisers Saal“. Jetzt werden vielleicht die Granaten der verbündeten Flotten die letzten — 5 einer romantischen großen Vergangenheit in Schutt egen.
„ Wie Anton v. Werner seine Panbramen malte erzählt Paul Meyerbeim in seinen Erinnerungen an den verstorbenen Freund, die er im Märzheft von NN E Klasings Monatsheften veröffentlicht: Für das Stu⸗ dium wurde am Wannsee in seiner 1 itzung ein wahres Feld⸗ lager N 115 vielen Soldaten 2 9. und anzosen, richtig ppiert in nne als Modelle dienten fie dle Künstler und Saler welche Studien für das Panorama Hachen duke. Far das Landschaftssche wurde Meister Eu acht gewonnen, mit dem Werner Reisen nach Sedan ma te. um den richtigen Standpunkt zu wählen. Zu diesem Zweck wurde
ein turmartiges Holzgerüst erbaut, von en 1 Messungen und Studien 5 3 1
er Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Donnerstag, II. März 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: Sa, Schrift
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unten; nur wenige von ihnen kommen lebend von ihrem Hoch⸗ sitz herunter, dent mit Recht findet diese hinterlistige Kampfart keine Gnade vor den Augen unserer Soldaten. Ist der Höhenkamm genommen, dann macht der Felsboden nicht selten den Ausbau ermer Stellung unmöglich, und eine Mauer aus zusammengetra⸗ genen Felsblöcken und Steinen muß notdürftigen Schutz gegen das Feuer des Gegners geben, der sich von neuem auf der nächsten Höhe über dem Tal festgesetzt hat. 3
Solcher Arten waren die Bedingungen, unter denen die Kämpfe nördlich und südlich Münster vom 19. bis 23. Februar geführt wurden, an denen fast alle deutschen Stämme zum Schutz des El⸗ saß teilnehmen. N f
Das Städtchen Münster liegt in dem malerischen Tal der Fecht, durch das Bahn und Straße von Colmar nach Gerardmer auf der französischen Seite der Vogesen über den bekannten Schlucht⸗ paß, eine der wichtigsten Querverbindungen der Oberen Vogesen, führen. Münster war in deutschem Besitz, aber die Franzosen hielten die Höhen unmittelbar nordwestlich und südwestlich des Ortes, von wo ihre„Baumschützen“ eine unerwünschte Wirkung gegen unsere Schützengräben hatten. Besonders bemerkbar machte sich einer dieser unsichtbaren Freischützen, den unsere Leute „August“ tauften. An seinem Platze wurden später 30 Konserpen⸗ büchsen gefunden, ein Beweis, wie lange sich„Baumschützen in ihrem Versteck halten können. Die südlich und nördlich an Münster angrenzenden deutschen Stellungen waren von den französischen überhöht, die die talaufwärts gelegenen Ortschaften und die für den Gegner als rückwärtige Verbindung wichtige Schluchtstraße deckten. So erwies sich die Verschiebung der eigenen Stellung als not⸗ wendig, um taktisch günstigere Stellungen zu gewinnen. Der Füh⸗ rung war die Schwierigkeit der Aufgabe bewußt, aber sie wußte, daß die Truppen sie lösen würden. Gefangene Franzosen sagten später aus, daß man auf ihrer Seite nicht an die Möglichkeit eines Angriffes geglaubt hätte. Die Geschichte hat um die Kämpfe am Gaisberg 25 an den Spicherer Höhen im August 1870 einem 9 Schleier gewoben: der Sturm auf den Barren⸗, den
schwierigere Leistung dar. Bayerische und Württembergische In⸗ 1 452 und Pioniere haben ihn am 19. und 20. Februar aus⸗ eführt. g
8 Bis zum 19. Februar zog sich die deutsche Stellung im Norden von Münster über Haslach—Genesungsheim— Frauenacker⸗Kopf, dann im weiten Bogen nach Osten zum Linge Kopf, während sie südlich des Ortes über den Ober⸗Solberg zum Klein⸗Belchen verlief. Das Tal zwischen Münster und dem einen Kilometer nordwestlich gelegenen Stoßweier trennte den Angriffsraum in zwei natürliche Abschnitte Es war anzunehmen, daß der lang hingestreckte, das Tal abschließende Ort Stoßweier von den Franzosen hartnäckig verteidigt werden würde, eine Voraussetzun die Gefangene nach⸗ träglich bestätigten. Es wurde daher beschlossen, den Angriff über
die Ber beiden Seiten umfaßt, geräumt werden mußte. 5
Den Kämpfen bei Münster waren deutsche Angriffe im Geb⸗ weier Tale vorausgegangen, durch die der mehrere Kilo⸗ meter zurückgedrängt worden war. Von dort her erfolgte der An⸗ marsch gegen das obere 1—ç der sich infolge der verschneiten mr die sich über 1100 Meter er
Kopfes ic Abschnitt, aus dem Barren⸗Kopf und Klein⸗Kopf wie natürliche Festun hervorragen. Ein bayerisches Regiment und württem⸗ — Landwehr haben hier Außerordentliches gelestet; die Bayern waren junge Truppen, die hier ihre Feuertaufe erhielten, die aber eine Ausdauer und Unerschrockenheit bewiesen, wie die ältesten kampferprobten Bataillone. Den Spaten in einer Hand
„[das Gewehr in der anderen, Eisstollen an den Füßen krochen sie
die sast senkrechten glatten Hänge hinan, von der Höhe und von Baumschützen überall umlauert und beschossen. Fünfmal erklommen die Tapferen die steilen Höhen, und fünfmal wurden sie von dem übermächtigen er des Gegners zur Umkehr gezwungen. Aber immer wieder sammelten sie sich auf der Straße, die im halben Hang eingeschnitten, einige Deckung bot und wo sie in ihre Mäntel gehüllt, eine bange Nacht verbrachten. Am zweiten Tage, dem 20.
keit besteht darin, das runde Panorama überall gut zu beleben. Dabei mußte viel eng zusammengerückt und manches frei erfunden werden Die Entfernung von der senkrechten Leinwand bis zum vordersten Beschauer beträgt immer vierzehn Meter. Die senkrecht gespannte Leinwand, die durch Blendung manche Wirkung— würde, muß so schräg aufgestellt sein, daß sie im unteren Tei gegen den Himmel etwas zurückliegt. Dabei bildet sich auf dent ganzen unteren Rande ein Schatten, den man durch geschickte Ma⸗ lerei des Vordergrundes so behandeln muß, daß man die Gren von der senkrechten Leimwand und dem von Oberlicht hell beleu teten realistischen Vordergrund nicht bemerkt, der dann mit aller⸗ lei wirklichen plastischen Gegenständen belebt wird. Die Be⸗ schauer, die alles genau, auch in der Ferne sehen möchten, nehmen ihre Operngläser ur Hand, und deshalb müssen auch die sernsten Gegenstände bis ins kleinste ausgeführt werden. Die verbrritete 3 bei 8— 4—— 4 5 mit 8 8 ati hingepinselt zu werden braucht, ist ganz irrig. Die An⸗ sicht der Festung Sedan mußte einige Male verändert werden, bis sie schließlich immer höher und hoher den richtigen Platz am Horizont fand. Ein großer Baum mußte gelogen werden, um die große, senkrechte Naht quer durch den Himmel unsichtbar zu machen. Ale Lichtblitze auf Bafonetten, Blasinstrumenten, Helmen usw. konnten durch einfache Malerei nicht wirksam gemacht werden. An den betreffenden Stellen wurden aus Stanniol diese Glanzlichter modelliert und richtig gefärbt. Die Wirkung war täuschend! Herr⸗ lich waren die drei Büldder: 1. Bismarcks Begegnung auf der Chaussee mit Napoleon, der im Hintergrunde aus seinem Wagen iegen ist, 2. die Uebergabe des Degens von Napoleon an Kaiser Wilhelm durch General Reille und 3. die Uebergabeverhandlung in einem historisch treuen Zimmer bei der Lampe. Man wußte nicht, welchem von diesen dreien man den Preis zuerteilen sollte! Leider ist dieses wundervolle Denkmal der Geschichte jetzt nicht mehr sicht⸗ bar und ruht aufgerollt irgendwo im Verborgenen.
— Schleiermacher als Prophet. Ein interessanter Ausspruch Ealete nacher. der unsern„deutschen Krieg“ als einen Weltkrieg um die deutschen Ideale vor t, wird in einer dem⸗ nächst bei Engen Diederichs in Jena erscheinenden Sammlung von Worten unserer Klassifer„Der deutsche Mensch“ angeführt. Der große Religions-Philosoph sagt da:„Es steht bevor, früher oder später, ein allgemeiner Kampf, dessen Gegenstand unsere Gesinnung, unsere Religion. unsere Geistesbildung nicht weniger sein werden als unsere äußere Freiheit und äußeren Güter; ein Kampf, der gekämpft werden muß, den die Könige mit ihren ge⸗ dungenen Heeren nicht kämpfen können, sondern die Völker mit ihren Königen gemeinsam kämpfen werden, der Volk und Fürsten auf eine schönere Weise, als es seit Jahrhunderten der Fall ge⸗ wesen ist, verrinigen wird, und an den sich jeder, jeder, wie es die gemeinsame Sache erfordert, anschließen mutz. Mir stebt schon die Krisis von ganz Deutschland, und Deutschland ist doch
der Kern von Europa, vor Augen
Klein⸗ und Reichsacker⸗Kopf stellt sich als eine unvergleichlich
e seitlich der Straße so vorzutragen, daß Stoßweier, von
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