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Llne schwierige Truppe.
Von den außerordentlichen Schwierigkeiten, vor die sich die 'Engländer bei der Verpflegung der indischen Hilfsvölker gestellt sehen, erzählt ein Anglo-Invier in der „Dimes". Er hat daS indische Lager in der Nähe von Bvulogue besucht und fand sich hier sogleich beim Eintritt in jene wunderliche Atmosphäre versetzt, die sonst nur an den Ufern des Ganges zu finden ist. „Eine Herde von Schafen und langbärtigen Ziegen, von Muselrnännern des Pendschab, di« fast ebenso zahlreich ivaren wie ihre Tiere, im Morgengrauen über einen französischen Boulevard getrieben, das war mein erster Eindruck vom Osten im Westen. Ich hörte sie in ihrer Sprache den Marktfrauen Worte zurufen, die dies« mit einem verständnislosen Kopfschütteln beantworteten. Dann kam ich an eine indische Bäckerei, zwei lange Reihen von runden Erdöfen. Außer dem dicken Schnrutz kündeten hohe Stcuigen mit Heu und geschnittenem Stroh den Eingang ins Lager an. Wunderliche Mcbengerüche stiegen von dem Holzfeuer auf, in dessen Schein die braunen Gestalten mit ihren schlecht sitzenden dicken Khakijacken, den grauen Sweatern und den Balaclava-Kappen gespenstisch auftauchten. Sie sahen alle erfroren aus, obwohl die Temperatur noch immer einige Grade wärmer war als an einem Winternnorgen im heimischen Pendsckab. „Wie gefällt Euch das Klima?" fragte ich. „Sahib", sagte einer schaudernd, „die Sonne hat drei Tage hinter den Wolken gesessen, und sie will nicht hervorkommen, und die Erde ist naß". Und dabei hatten die Leute einen Monat oder mehr das sonnige Frankreich von seiner besten Seite kennen gelernt. Eine bloße List« der verschiedenen Kasten und Glaubensformen, ans denen die indische Expeditionsnvacht zusammengesetzt ist, offenbart jedem, der den Osten kennt, ot« höchst schwierige Aufgabe, vor die das Verpflegung samt gesteUt ist. Die Gurkdas, RajputS und andern Hindus essen nur Ziegen- und Schafsleisch, aber auch das nur, vorausgesetzt, daß das Tier in der von ihrem Glauben vorgeschriebenen Weise getötet ist. Der Abscheu, mit dem der gläubige Hindu schon m« einfache Berührung mit Rindfleisch erträgt, ist so groß., daß er beim bloßen Anblick brechen muß; dies Vorurteil ist so eingewurz«lt, daß Mohammedaner, die die Nachkommen von Hindus sind, sich durch Generationen hin mit dem Geschmack des Rindfleisches nicht versöhnen können. Glück- lichertveise kompliziert Schweinefleisch, die Anfechtung 'der Muselmänner, die Frage der Hecresernährung nicht »och mehr. Doch die größten Schwierigkeiten bereitet nicht die Art des Fleisches, sondern die besondere Weise, in der daS Tier getötet und zubereitet sein must Beim Schaffleisch empfindet der Sikh den grüßten Ekel, wenn er das Fleisch von dem mohammedanischen Schlächter präpariert steht, der mit dem HalLl, dem Schnitt durch die Gurgel, tötet, während der Anhänger des Propheten sich auf das schwerste beleidigt fühlt, wollte man ihm Fleisch verkaufen, das durch den Jalka geschlachtet worden ist, durch den Schlag inS Genicks, den der Sikh verlangt. In Frankreich wird eine gewisse Menge Büchsenfleisch von den Truppen ohne allzu großen Widerwillen gegessen, aber der .größte Teil der Fleisches muß doch von Tieren kommem dre lebend hingeschickt werden und Idaim nach den vorgeschriebenen Bräuchen geschlachtet. Daher kam die Herde von Schafen und Ziegen aus dem Boulevard. Ich fand eine» allen Schlachthof voll von ihnen, Ziege» aus allen Teilen Frankreichs, aus Korsika uitb den Cevenuen, bärtige Riesen aus den Pyrenäen und aus dem steinigen Langueooc Damit die Leiste tvissen, ob sie reines oder unreines Fleisch essen, werden von den Truppen zahlreiche Vertrauensmänner äbgeovdiiet, die dann, »rügen es nun Mohammedaner, Sikhs oder Hindus sein, ein bestin,m- tes Mer nach ihrem besonderen heiligen Brauch töten, es als rein mit eincin Zeichen versehen und so zu den Kameraden in die Schützengräben senden. ES darf aber kein Rind in der Näh« der Front getötet werden, da di« bloße Mh« eines mohamniedanischen Schlachthauses die Hindus beflecken würde. Zur« Trinke» bekommen oie indischen Truppen Rationen Rum, ober ldte Mohammedaner, denen der Prophet den Alkohol verboten hat, erhalten eine Extraration von Tee irud Zucker. Feder indische Soldat bekoniint die Wvch« zwei Pakete mit Zigarette». Selbst die Bersorgirng der Trausportttere bietet große Schwierigkeiten, denn dte indischen Maulesel und Pferde wollen das süß« englische Heul
nicht haben, sondern verlangen nach ihrem Futter, dem trockenen geschnittenen Stroh. Zunächst hatte man die FrogM erhoben, ob man ,'den indischen Regtrnentern Gefriere fletsch zu essen geben könnte. Die Offiziere waren steh aber darüber nicht rm klaren und hielten er für besser, di« Mannschaften zu fragen. Der Snbadar, der für dte ander« antwortete, zog seine Augenbrauen nachdenklich zusammen und sagte daun: ,Lch denke, Sahib, das Regiment wird dt« gefrorenen Schafe essen, vorausgesetzt, daß immer einer vo« uns gegenwärtig ist, der zusieht, wie sich /die Tiere zu Tod« frieren. _
vermsscbte».
* Dio Geschichte eines Reiterstandbildes Kat» ser Wilhelms tn Rom, die nur wenig bekannt geworden rst, wird in der italienischen Zeitschrift „Piceirum" erzählt. AID der Wettbewerb für das istesenreiterstandbild König Viktor Ema- Miels II. in Rom ausgeschrieben umrde, beteiligte sich auch der Bildhauer Nicola Cantalamessa-Papotti daran. Aber obnwhl sein« Arbeit als sehr tüchtig anerkannt wurde, wurde schließlich mir einer Stinime Unterschied das vielumstrittene Werk von Chiaradta vorgezogen. Gerade damals, es war im Jahre 1888, kündigt« nun Kaiser Wilhelm II., der soeben den Thron befliegen Halter seine Absicht an, König Hnmbert in Rom Kl besucheic, und di« italienische Hauptstadt machte dte größten Vorbereitungen zgz einem feierlichen Empfang des jungen Herrschers. Um nun auch soinerseus zu den Ehrungen beizutragen, die dem Deutschen Kal« ser von den Römern zugedacht loaren, machte sich Cantalamessq daran, sein Reiterbild Victor Enraimels II. zu einem Kaijetz Wilhelm-Denkmal mirzuarbeiten. Er entfernte die Gestalt de> italienischen König? aus dem Sattel und modellierte zu dem präch» tigen Pferd di« jugendliche Reiterfigur des Deutschen Kaiser« in seiner charakteristtschen Soldatentracht, das Ganze ein Bild von ruhiger Würde. Als die Arbeit fertig war, lud der Bildhauer das Komlite« für die Vorbereitung der Festlichkeiten eia und schlug vor, sein Werk zur Ausschmückung des Trrmini-PlatzeD zu verwenden, über den der kaiserliche Zug kommen muhte. Dt« künstlerische Kommission, deren Mitglieder zuim Teil auch zum Preisgericht für das Viktor EnmnueloDeiikmal gehört hatten, lehnte indessen da» Llinerbiebe» des Künstlers ab, und so halt« das Volk von Rom keine Gelegcnhhett, das Kaiser Wilhelm-Denkmal, das in seinen Mauern entstanden war, auf einem öffentlichen Platz« zu bewundern.
vüchertlsch.
"Prinz Lugen der edle Ritter. Li» Buch für di« ugend von Felix S a l t e n: mit Bildern von Max Lieb«rt, erlag Ullstein &. Co, Berlin-Wien. 1 Mark. Prinz Eugen, der edlt Ritter und grobe Feldherr, ist der Held diese» neuen Ullüeinschen Jugendbuches, da«, wie der in derselben Reihe erschienen« „Kaiser Max", von Felix Satte», den, beraumen Darsteller österreichischer Stoffe, herrührt. Meisterhaft tint er den Charakter de» kleinen und durch Anspannung des Willen» seiner körperlichen Schwäche trotzenden Savoyer» erlaßt, der dem König von Frankreich den Dienst anssagte und nach Wien an den habsbnrgischen Kaiser« hol ging. Seine ruhmvollen Wafscnfiege, die i» ganz Europa wider- hallten, erzählt Satten mit historischer Genauigkeit und der nach- gestaltendcn Phantasie eine» Dichters. Niemals konnte diese» Krtey»- bnch wtllkonrmcner sei» al» in »»seren Tagen, da das ölte Sieb tn unsere» Seelen wieder lebendig wurde, das Lied vom Sturm an ',B«lgerad. _
LügülN'ivtz
Mit ,H" trieb» manchen schon zurück,
Der in der Fremde sucht sein Glück.
Mil „8* lügt alle» man zusammen,
Wa» auseinander ist gegangen,
Mit ,R" wollt» wohl schon niancher sügen, Doch lieb sich die» und da» nicht biegen. Mitl „8" kannst du'» im HauShalt seh'n, Recht süb schmeckt e» und angenehm.
Auslösung in nächster Nummer-
Auflösung des Kreuz- und Quer-RätselK in »origer NumMlil
na
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S«I
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Nas«, Nagel, Siena, Steg»!, S«g«l.
Schristleitnng: Aug. Goeh. - RolationSdruck und Verlag der Brühi'schen llniversitäl»-Buch- und Stetndrnckerel, R. Lange, Gießen.


