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später wurden auch diese von der deutschen Artillerie totgeschossen, so dah wir wiederum aus unsere Beine angewiesen »varen Ihr könnt euch unsere Gefühle vorstellen, als wir unsere Schwadron nach rechts verschwinden sahen. Da »vir alle mehr oder »vrnige« verlvundet waren, brachten »vir die Schwerverletzten in ein »rahes Bauernhaus. Als wir den letzten hineinschaffen wollten, ver- »oeigerten aber die Bewohner dessen Aufnahme, da sie inznüsclwn bemerkt hatten, »vie die Deutschen vorrücken. Da krochen wir in das Hühncrhaus. Das ivar ein gefährlicher Unterschlupf, denn bald daraus erschienen deutsche Soldaten und wuschen ihre Wunden in dem nahen Brunneir. Bei Einbruch der Nacht krochen wir »vicdcr hervor und sahen vor dein Gehöft einen deutschen Posten stehen, der auf fliehende Engländer zu fahrrden schien. Wir kamen unhcinerkt an ihm vorbei uird marschierten auf die englffchen Stellungen zu, bemerkten aber bald, dass »vir ringsum von deutschen Truppen umgeben waren. Wir machten daher Halt und legten uns nieder und schliefen so neben dem deutschen Stabsquartier. Ja, »vir können sagen, mit den deutschen Generälen zu Abend gegessen zu haben, nur -Mit dem Unterschied, dah sie im Lager selbst weilten u»»d wir außerhalb, dah sie Wein zu trinken hätten und wir darben mußten." Nach dreitägigem Umherirren ist der Dragoner dann mit seinen verwundeten Kameraden »vicdcr auf britische Truppen gestoßen. _
Aberglaube im Kriegshandwerk.
Der Aberglaube spielte im inilitärischcn Leben einer vergangenen Zeit eine erhebliche Rolle. Am wenigsten »var der Aberglaube bei den Fuhtruppen der alten Heere ausgebildet, ain häufigsten aber findet er sich bei den alten Artilleristen. Wenn ein Geschütz zersprang, so glaubte mair, daß cs entweder behext gewesen sei, oder daß „etwas Giftiges hineingekrochen" »var. Wenn der abseuerndc Büchsenmeister über das Geschütz und über die Kugel das Zeichen des Kreuzes geniacht hatte, dann muhte der Schuh gut gelingen. Noch in dem Buche „Der voUkommcne trutsche Soldat" von Flemming, das im Jahre 1726 herausgcgeben wurde, findet sich eine große Menge artilleristischen Wunder- und Aberglaubens. Legte man drei Weizcnkörnchen auf das Geschoß, so soUte dies das Zerspringen des Geschützes verhindern. Um den „Brand zu verbessern", liehen die Geschützmcister in» Rohr des Geschützes Eidechsen, Blindschleichen, Kreuzottern und Läuse verhungern. Die Herren Geschützmcister wußten aber auch ihren Aberglauben als eine Ausrede dafür anzuwendcn, tvenn der Gegner besser und erfolgreicher schoh als sie selbst. Sie erklärten dann, daß ihre eigenen Geschütze behext gewesen seien. Das Schießpulver gab auch Anlaß zu mancherlei Aberglauben, und dies erklärt sich aus der engen Berührung zivischcn Chemie und Alchimie. Giftkugeln sollten ganz besondere Ergebnisse im Schießen zeitigen, und auch der Feldscher hatte dafür zu sorgen, dah Wundersalben vorhanden seren, nach deren Anwendung jede Wunde heilen müsse, oder die sogar, auf dem Körper verrieben, vor jeder Verletzung schützen sollten.
In den Zeiten, in denen in den Feldlagern noch viel gespielt und gewürfelt »rmrde, muhten auch naturgemäß die Spielkarten mancherlei abergläubische „Werte" besitzen. Die „Eichel- Sau" bewahrte den Spion vor der Entdeckung, und der „Schippen- lknter" schützte die Sappeure »vährend der Arbeit an der belagerten Festung vor feindlichen Kugeln. Wenn inan jedoch einem Kameraden, dem man nicht wohl »oollte, ein vorher verwünschtes „Herzblatt" heimlich in die Kleider schmuggelte, so mußte ihn unfehlbar eine feindliche Kugel ins Herz treffen. Die Kunst des Behexen- wurde aber auch bald dazu vcnvendet, um Spielkarten und Würfel zum Verlust und Gewinn zu beeinflussen Ja sogar noch im Kriege 1870/71 »varsen die Soldaten vor dem Gefecht ihre Spielkarten weg, damit sie ihnen kein Unglück bringen sollten. Wenn vor dem Auszug der Truppe ei» Mönch ihren Weg gekreuzt hatte, so war sicher zu ertvartrn, daß an diesem Tage ein Unglück sich cinstrllen werde.
Erheblich ausgedehnter noch ist der Aberglaube bei den Seeleuten. Sogar die gegenwärtige feierliche Art des Stapcllanfes von Schissen ist nichts anderes als der letzte Rest alter mit dem Aberglauben zusammenhängender Zeremonien. Den Seglern bringen Advokaten, Geistliche oder Frauen an Bord zweifellos Unglück. Auch das ist ja bekannt, daß die Seeleute meinen, das Schiss träte seine letzte Fahrt an, »venn die Ratten über die Tauen hin das Schiff im Hafen verlassen. Das Auslaufen eines Schiffes am Freitag bringt »hin Unglück. Es droht dem Schisse Unglück, wenn sich der ffiegende Holläirder zeigt, die Meerjungfer oder das Elmsfeuer. Erwähnt feien noch die sogenannten „Beleniniten", das sind die Reste von fossilen Schalticren, die im Altertum und Mittel- alter Gegenstand des Aberglaubens der Krieger »varen. Sie »vnrden auch mitunter als Zusatz zu Kriegsseuern verwendet.
Herbstsaat 1014.
Herbstiviud übeebi Hügel geht,
Letzte Folter tolle»,
Ackersmann bei Hüh und Hott
Wendet schivere Schollen. »
Glocke klingt vom nahen Dorf,
Rößlei» bleibet sieh«»;
Uebet Pflügers braun Gesicht Will ein Zucke» gehen.
»Läutet l»n»ner frohe» Sieg,
Will »,ich mit euch »reuen I Daß der Krieg mir Liebstes nahin,
Soll »nich nicht gcreiic».
Söhire falle», Erde lebt,
Weiß schon andre Erben,
Tenlsche Scholle soll uiir ntchl Unbestellt verderben.'
Wieder drückt er dann den Pflug Tic» in leuchten Bod«,q Schafft, als müßt zehn Morgen »och Er vor Abend roden.
Deutsches Herz, sei unverzagt Wegen künftiger Saaten,
Deutsche Erde M ä » n e r trägt —
Ernte wird geraten! Hermann Eteingoetter.
Sprache»« der Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
Speise».
Frühere Bezeichnung. Jetzige Bezeichnung.
Abonnemeut.......Vorkaus, für Stammgäste
4 la carte........nach der Karte
all gratu»........mit Kruste, bekrustet
Schnitzel au naturel .... Naturschiritzel, Saftschuitzel
Beefsteak........Rrndstück
Beefsteak a la tatr.tare . . . geschabtes Ri»»dfleisch, rohes
Hackfleisch
Bouillou.........Fleischbrühe, Kraftbrühe
Lallet.........Bier-, Speiicu-Ausgabe,
Anrichtetisch Schanktisch, lose Tafel
Hamburger Bullet.....Speiseauslage
Carbon(u)ade.......Rückenstück, Nierenstück
Chartreuse........Karthäuser
Chateanbriand.......Doppel-Rindsleudeuschnitte
Compote.........Einaemachtcs.eingeniachteFrüchlv
Coquille.........Muschel, Schale, Muschelschale
Couvert.........Gedeck
Crime..........Sahne, Rahm
Dessert.........Nachtisch
Diner..........Mittag(s)essen, -inahl
Lutrse.........Miltelgericht, Vorspeise, Eingang
Lilet....... . . . Lende, Rückenstück
Fricandeau........Keulenstück, Nuß
Fricandelle........Dämpfschnitle. Klops
Glace..........Gefrorenes, Eis
Grill..........Bratrost
Hors-d’oevre........Nebengericht, Vorspeise
Irish stow........Jrisch-Hammelfleisch
Konfekt.........Zuckerwerk, Zuckergebäck
Kotelett......... Rippchen
Melange.........Gemisch
Omelette naturelle.....Eierkuchen, Pfannkuchen
Omelette am eontitures . . . Eierkuchen mit Eingemachtem,
mit Fruchtsüllung Omelette am fincs herbes . . Eierkuchen mit seinen Krä»itrrn
Omelette seufllöe......Eierkuchen-Auflauf
Ox-tail sonp.......Ochsenschwanzsuppe
Potag« . . ......Suppe
Potage 4 la reine.....Hühner-Königinsuppe
Potage am fines herbes . . . Kräulersuppe Potage fansse tortue .... falsche Schildkrötensuppe
Potage julienue......Gemüsesuppe
Hotel..........Gasthaus, Gasthos
Bestauration.......Speisehaus -Weinstube»
CaK-Bestaurant......Kaffee- und Speisehaus
Aus der deutschen Speisekarte.
Lügogriph.
Wo harmlos und heiler »im» lache» kann,
Ta pflege» mit „e“ sie zu walten.
Mit .»V braucht es Hanslra» und Handwerks,»a»n, Nicht lange ill's sauber z» halten.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des magi sche» Quadrats in voriger Nummer
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Redaktion: Aug. Goeh. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Unwersttätt-Buch- und Sleindrnckerei, R. Lange, Gießen.


