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Äni)(tt! S>iien roub rt schlicht gehenI Deutschland, Oesterreich, Rumänien, Bulgarien, Türkei: da ist Rußland rings erngesckstos- sen. Wohin soll es noch? Blecht ihm nur der Weg m dre Lust! Lieber Alter! Deine Vorstellung von der geographischen Lage der Staaten tut einem Sebutmeister allerdings tveh, aber für deine gute Gesinnung Deutschland gegenüber trotzdem: Bravo!
Die Tertvische, die Mönche des Islam, sagen zu uns: „Wir beten für Deutschlands Sieg!" Ein ergenarttger Gedanke sür den, der den seltsamen religiösen Hebungen in ihren Klöstern beigewvhnt hat! Nicht im Kloster in Perm, das durch Baedekers Empfehlung zum Sammelpunkt der Durchreisenden und bei den Derwischen ein Geschäftsunternebmen geworden ist: aber wenn wir ln einem versteckten Winkel der großen Stadt in ein Tekke (Kloster) gingen, da.fiel uns sofort die Welt ab, in der wir lebten, und eine ganz andere Welt, die des alten echten Islam, tat sich uns auf. Orientalisch die Umgebung, orientalisch die Gesänge, orientalisch die Tanzbewegungen, die sich steigern bis zum Hellen Wahnsinn! Orientalisch dieser Kickt, überhaupt dieses ganze Empfinden, und in dieser Umgebung Mrd für Deutschlands Sieg gebetet! Für Deutschland, das Land modernsten Denkens, das Land, das den Willen hat, moderne Kultur mit Macht zu verbreiten auch im Land dieser Derwische! Zwei Gegensätze, und nur in einem übereinstimmend: in der echten, wahrhaften Grundlage ihrer Kultur! _
Reitertod.
Bon Waldemar Bonsels,
Bor wenigen Tagen habe ich die Nachricht erhalten, daß eftrer meiner Freunde, der als Offizier der Reckerei deit großen Feldzug gegen Frankreich mitgemacht hat, schwer verwundet in einem Münchener Lazarett läge. Er erzählte mir kurz vor seinem Tode diese Einzelheiten, Ich wckl sie dem Dunkel entreißen, in das sein reiches Herz mit vielen tausend anderen in diesen leuchtenden Lebens- und Sterbenstagen gesunken ist.
„Niemand begreift dies glühknde Etwas," sagte er zu mir, „das die Menschen Krieg nennen und in Friedenszeiten fürchten wie Kinder etwa den Teufel oder irgend ein anderes Gespenst, das sie aber niemals erleben, und dessen Begriff deshalb sür sie in gleichem Maße leer wie düster geworden ist. Auch wir vom Beruf der Waffen haben es nicht gewußt, denn die Phantasie reicht nicht auch dies grausige Hochgericht der schrecklichsten Mmschentat zu ermessen. Vernähe möchte ich sagen: Wenn wir Menschen den Krieg wahrhaftig begreisen könnten, so würden wir niemals einein führen."
Sein bleiches Gesicht bewegte sich nicht in der starren, weißen Umrahmung der Verbände und die Augen des Sprechenden waren immer aus einen Punkt gerichtet. Es erschien mir, als läge dieser Punkt in unabsehbarer Weite, in Fernen, in die meine gesunden! Augen niemals reichen würden. Aber mir war unter den eintönigen Lauten, die wie verstehbare Seufzer aus den farblosen Lippen hervorkamen, als würde auch für mich und auch sür Euch, die Ihr jetzt meinen Worten lauscht, einmal die Stunde kommen, m der wir solche Fernen zu sehen vermögen. Ich wünsche wir, mein Herz möchte einst in gleicher Bereitschaft einer heldenhaften Freude des Abschieds schlagen.
Mein Freund fuhr fort, die inhaltlose Geschichte seines gewaltigen Erlebnisses zu erzählen:
„Morgens die Trompete, die Frisch«, der stählerne Himmel, die unbeschreibliche Erinnerung an unerhörte Ereignisse, die uns weckten! Ich meine oft, ich habe in Wochen Jahrhunderte durchlebt! Als rauschten mft dem erlöschenden Odem der Sterbenden auf den Schlachtfeldern die Lebensjahre ihrer jungen Leiber an uns vorüber, alle jene Jahre gesunden Daseins, die sie dem Vaterland darreichen. Welche Gaben! Glaub' mir, die Dichter der alten Völker haben recht, ivenn sie weinende Götter auf die Schlachtfelder niedersteigen lassen.
Aber Furcht, Beklemmung, auch nur Sorge, wir haben sie nicht gekannt. Weit eher in den Ansenblicken, als wir wußten daß es galt hinauszuzieben, als im dichtesten Eisenhagel. Ich sage dir, der Krieg ist ein Glück für uns Kämpfende, ein niegeahntes, heftiges, glühendes Glück. Ihr lebt euer langes, stilles Leben dahin, als tränkt ihr einen Becher der Genüsse und der Qualen langsam, Schluck für Schluck, zwischen langer Ruhe und toter Zcft einmal wieder von Herzen genießend, aber wir stürzen ihn brennend vor Lebenswollust auf einmal herab und stoßen mft dem Tod wie mit einem Bruder an. Das ist ein herrliches, helles Gelage, Freund!
Aber ich wollte dar ja erzählen, wie es zuging, als es mich ereilte. Warte, ick werde mich besinnen. Wrr rftten, natürlich, so ziemlich schon seit der Frühe, es galt, die englische Armee zu umzingeln." Einen Augenblick kam ein Lächeln der Erinnerung rn seine Züge. „Weißt du," sagte er, „das konnte auch der beste General nicht voraussehen, daß die Englärrder so rasch . . . nurt, ihr wißt es ja, Soll ich die armen Kerle lästern? Aber wenn sie nur so lange Stand gehalten hätten, wie man es selbst von schlechten Soldaten, deren Flucht man voraussieht, im allgemeinen erwartet, wrr hätten sie alle gehabt.
Prachtvoll ist es, so mit dem Pferd zu verlvachsen, erst fehl bem Errege weiß ich, was rechte Gemeinschaft von Tier und merter ist. Man kommt sich oft abends auf ebener Erde wie eirt entwuTjeUet Bäum vor. Nun, du nullst sicher wissen, wie es mir geschah, aber so ernstlich ich mich besinne, ich erimrere mich nur, daß mir plötzlich zu Mute war, als hätte ich keinen Kontakt mehr mft dem Pferd. Der Gaul ist demoliert, denke ich, wo will er bötrt hin. Aber dann sah ich, daß der Hunmel herunterkam, er dreht« sich um die Erde, wie eure Hand um einen Ball, der Acker versank/ der Wald. Ich habe oft gehört, daß es Verwundeten dunkel vor den Augen werden sollf ich sah nur Licht, ein unerhört grelles, schneidendes Licht, das mich von oben bis witen ansstftlte, und dann vernahm ich ein sehr hohes, schmerzt,aft gellendes Stngmi und Schwirren und weiß genau, daß mein letzter Gedanke war» „Nur nrcht fallen, es wird vorübergehen! Aber da muß ich längst am Boden gelegen haben."
„ Ge schwieg ritte Weile. Dann sagte er leise mit einem unbv- schrriblichen Lächeln: „Schmerzen? Vielleicht habe ich geschrieen, gewimmert, was weiß ich. Mein Schmerz ist, dabei gewesen zu sein und nichts getan zu haben, nichts mehr geben zu könne»». Oft denke ich, wenn ich hier zur Decke starrft: Draußen auf bellt blauen, wogenden Gebäuden des Meeres, ttef unter seiner kältest Decke, hoch in den Lüsten, überall sind sie am Werk, frisch, wild., selig. Alle noch in jenem Glücksrausch der Tat befangen, dem ich die schönsten Stunden meines ganzen Lebens verdanke. Ja, ich möchte gesund werden, aber nur >um dieses alles noch einmal zu erleben, glühender noch, noch viel hingedender. Ich habe noch nichts getan. Du siehst, nicht einmal etwas Rechtes zu erzählest habe ich."
f ch wandte mich ab. Ich sah im Geist das wächserne Gesicht, essen Kinn und Wangen der Bartwuchs graue Schattest legte, und aus dem der Jugendglanz eines ewigen Jünglingch, allers leuchtete, und zum ersten Mal begriff ich den Krieg.
„Du hast alles gesagt," antwortete ich, und er lächelte stol», als glaube er mir, und als beglückte es ihn, daß daS Unattssvrechliche in mein Herz gesunken war.
Jetzt schläft er mit Tausenden im Schatten der heimatliche» Erde und unaufhörlich gebt mir durch die erschütterten Sinns sein Wort: „Ich sah nur Licht."
vüchertisch.
— Flemmings Karte für das türkisch« Inter» essengebiet nick die Grenzgebiete mft Rußland, BatkaNftra- ten, Großbritannien, Italien und Persien. Maßstab 1:10 Mtll. Preis 1 Mk. Der stattlichen Reibe von Karten für die Schauplätze der einzelnen politischen Vorgänge ist von der Firm» Carl Flenrmirrg, A.-G., Berlin und Glogau mrn auch rin weiteres Blatt binzugefügt worden: Eine Karte für das türkische Interessengebiet. Dre Karte zerfällt in 4 Teile: 1. eine lieber- srchl über die gesamten hier in Betracht kommenden Ländergebie» von ?lden im Süden, Moskau im Norden, Britisch-Jndien im Osten und Gibraltar im Westen. 2. Karte des Schwarzen Meeres mit der angrenzenden Türkei, Rußland, Rumänien und Bulgarien. 3. Karte von Aegypten, dem Roten Meer, Palästina Arabien, Persien und der angrenzenden Türkei. 4. Karte des Aegäischen Meeres, Bosporus, Marrnara-Meei und Dardanellen mft der angrenzenden Türkei und Griechenland u>ft> 5. Soeziap- kartvns der Straße der Dardanellen, des Bosporus und von Kvnstanttrwpel, — Auch diese Karte ist vorzüglich beschriftet, außerordentlich übersichtlich und für die kommenden Errigzftss« ein unentbehrlicher Führer. Sie ist ausschließlich drrrch den Buchhandel, nicht durch den Verlag, zu beziehen.
Arithmsgriph.
1 S 5 7 N weidllcker Vornamen.
2 8 l 9 12 3 deutscher Dichter.
3 9 2 12 österreichischer Feldherr.
4 9 19 10 II 1 rin Gebäck.
5 12 12 Nebenfluß der Donau.
8 2 1 3 II 12 eine Münze.
7 2 9 8 11 1 5 Volksstamm ln Ostafrika.
8 9 1 9 7 Sladl in Ungarn.
9 12 8 2 5 1 1 9 eine Insel.
10 11 5 I 11 Werkzeug.
11 2 1 II ein Vogel.
12 11 2 12 9 2 6 II schmackhafter Fisch. 123456789 10 11 12 Stadl am Rhein.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummert Weiß. Schwarz.
1) Ta2 — a7 Qk5 n. e 6 am besten.
2) T a7 — e7 f und Matt.


