9er österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lauchart: 16. Dezember, mittags. In Galizien und in S ü d - polen wird der zurückgrhende Feind auf der ganzen Front verfolgt. Bei Lisko, Erosno, Jaslo und im Biallatal leisten starke russische Kräfte Widerstand. Im Dunajetz-Tal drangen unsere Truppen kämpsend bis Zakliczyn vor. Auch B o ch n i a ist wieder von uns genommen.
In Süd Po len mußte» dir feindlichen Nachhuten überall nach kurzem Kamps vor den Verbündeten weichen.
In den Karpathen haben die Russen die Vorrückung aus das Latorcza-Tal noch nicht ausgegcbcn. Im oberen Tal der Nad- wornaer Bvstrzyca wurde ein Angrisf des Feindes zurückgewicsen.
Die Besatzung von Przemysl unternahm einen neuerlichen großen Ausfall, bei dem sich ungarische Landwehr durch Erstürmung eines Stützpunktes mit Drahthindernissen auszeichnete. Wie gewöhnlich tvurden Gefangene und erbeutete Maschinengewehre in die Festung gebracht.
Ter Stellvertreter des Chefs des Generolstabs: von Hofer, Generalmajor.
Siege der Türken gegen die Russen.
Konstantinopel, 16. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Mitteilung des Hauptquartiers. Eine russische K a v a l - lcriebrigade, verstärkt durch ein Bataillon Infanterie, griff am IZ.Dcz. ein von unserem rechten Flügel entsandtes 'Detachement in einer wichtigen Stellung an, ist aber zu- rückgcworscn worden. — An der Grenze des Wilajets Wan ergriffen unsere Truppen die Offensive. Bei S a - r^a i griffen sie einige seindliche Stützpunkte an, die im Sturm genommen wurden. Eine unserer Abteilungen in Aserbeidschan ist in Richtung auf Selinas (Diliman) in Persien vorgegangen. Bei Seldos, am südlichen User des Urmia-Sees, schlug die türkische und persische Kavallerie ein Kosaken-Regiment, das 40 Tote und viele Verwundete, verlor. Der Feind wurde auf Urmia verfolgt. Ein russisches Dampsboot und die in Urmia sich besindlichen Munitions-- vorräte wurden genommen und zerstört. Einzelheiten folgen. Die persischen Stämme kämpfen Schftlter an Schulter mit uns mit Begeisterung gegen den Jahrhunderte alten Feind; wir wissen von Heldentaten aus diesem Kampf.
Konstantinovel, 16. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Wie die Abendblätter melden, ist der persische Kurdenführer '6 l h a n i, den die Russen seit langem zu gewinnen trachten, nach dem Einzug der Türken in Saadschpulak mit seinem ganzen Stamme, ungefähr 10000Manu,zuderos- manischen Armee übergegangen, um gegen die Russen zu kämpfen. — JU der heutigen Sitzung des Senats wurde beschlossen, die Armeen Oesterreich-Ungarns und Deuffchlands telegraphisch zu ihren Siegen zu beglückt wünschen.
Ko nstan t inopel, 16.Dez. (WTB. NichtamU.) Amtlich wird gemeldet: Die Kämpfe, die feit einiger Zeit in der Ostküfte des Wilajets Wan andauerten, haben zu unseren Gunsten geendet. Die Stellung bei Sarai, die von dem Feinde erbittert verteidigt wurde, ist nach einer umsaffenden Bewegung unserer Truppen in unsere Hände gefallen. Der Feind zog sich in der Richtung aus Katur zurück, verfolgt von unserer Kavallerie. Unsere Truppen sind in Sarai eingezogen. Ein englischer Kreuzer hat vergebens einen unserer Wachttürme zwischen Jaffa und Gaza beschossen. Der russische Kreuzer „Askold" hat zwei kleine Schiffe vor Beirut in Grund gebohrt. — Der BerlustdesaltenKa- icrnenschiffes „M e f f u d i j t“ ist nach einer endgültigen Untersuchung entweder der Berührung mit einer abgetriebenen Mine oder einem gegen dieses Schiff geschlenderten Torpedo zuzuschrciben.
Das türkische Liuienschiss „Massudije" gesunken.
Konstantinopet, 1«. Dez. (MM. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Ottomane: Das alte Linienschiff „Mcrsfudije" fft auf seinem Ankerplatz infolge eines Lecks gesunken. Ein Teil des Schiffes befindet sich, noch an der Oberfläche des Wassers. Die ganze Mannschaft konnte das Schiff verlassen.
London, 16. Dej. ('23220. Nichtamtlich) Die Admiralität teilt mit: Das englischeUnterseeboot „B 11" fuhr gestern in die Dardanellen ein und tauchte trotz starker Strömung und fünf Reihen von Minen hindurch und torpedierte das türkische Panzerschiff „Mas- sudije", welches dos Minenfeld bewacht«. Obwohl es von dcni Feuer der feindlichen Artillerie verfolgt wurde, kehrte das Unterseeboot völlig unversehrt zurück, nachdem es wiederholt getaucht war und nenn Stunden hintereinander unter 23asser blieb. Das letzte Mal, ckls es an di« Obrr- stäche kam, sah es, daß, die „Maffudffe" am Hinterteile sank, Reue Feinde Englands.
Berlin, 1«, Dez. (Priv.-Tel.) Das „Berk. Tagebk." meldet ans Kon stau tinvpel: Der Scheich von Ghosal, dessen Gebiet sich südlich von Bagdad bis zum Persischen Golf erstreckt und dessen Unterstützung die Engländer erkauft haben, ist, wie verlautet, von seinen Brüdern ermordet worden. 40000 Krieger, über die er verfügte, haben jetzt den Engländern den Krieg erklärt. JnDarfur, im südlichen Sudan, hat di« Bevölkerung den ^amps gegen »ie England-^ auigenonwien.
Der Führer der englischen Konservativen als Kriegsschürer.
Berlin, 17. Dez. Aus Rotterdam wird gemeldet: Der
Führer der englischen Konservativen, Bonar Law, teilte den Inhalt folgenden historischen Briefes, den er am 2. August an Asqnilh ttchletc, in einer Versammlung mit:
„Sehr geehrter Herr Asgnith! Lord Landsdowne und ich halten es für unsere Pflicht, Ihnen zu eröffnen, daß es nach unserer Meinung sowohl als auch nach der Meinung sämtlicher unserer Kollegen, welche wir darüber zu befragen Gelegenheit harten, für die Ehre und Sicherheit des Vereinigten Königreiches verhängnisvoll sein würde, falls wir zögern, Frankreich und Rußland im gegenwärtigen Augenblick zu unterstützen. Wir bieten ohne Zaudern der Regierung unsere volle Unterstützung bei allen Maßnahmen an, ivelche sic zu diesem Zwecke für erforderlich halten sollte."
Die Seeschlacht bei den Falklandsinseln.
Rotterdam, 16. Dez. Der Jubel, den die englischen Blätter über den Seesieg bei den Falklandsinseln anstimmen, ist unverkennbar gedämpft. Auffallend ist es, daß die Zensur die Meldungen amerikanischer Blätter, daß die verbündeten Flotten in dem un- gleichen Kampfe mehrere Kreuzer verloren und einen starken Verlust an Menschenleben gehabt hätten, passieren ließ, ohne bis jetzt ein Tementt den« entgegenzustellen. Man befürchtet, daß es der „Dresden" gelungen ist, nach Deutfch-Südwestafttka zu entkommen, wo ihre Mannschaften eine willkommene Verstärkung der dort stehenden deutschen Streitkräfte bllden würden.
Reue Erklärungen des italienischen Minifterpräfidcntcn
Rom, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) (Senat.) Ministerpräsident Salandra erklärte unter gespanMer Aufmerksamkeft des Hauses, daß die einmütig« oder beinahe ermnütigr Zustimmung der Redner, welche sich in der Diskussion mit so großer Autorität vernehmen ließen und die von der Regierung befolgten; Richllinien und die Art, wie sie sie wirksam gemacht habe, gMI- ligt hätten, für ihn eine große Stärkung bedeute, ebenso wie dill Ratschläge des Senates ihm als Leitfaden dienen würden. Trotz der verschiedenarttgen Auslegungen, welche die Regierungserklärungen erfahren hätten, seien sie doch sehr klar, wie mehrere Redner ausdrücklich anerkannt hätten, u. a. auch Chimarri mit seinen kräftigen Beredsamkeit. Er sage, wie jener alte französische Dichter: „Wo der Buchstabs klar ist, ist ein dunkler Kommentar wertlos." Salandra fuhr fort: Wir wissen wohl, daß in Italien und im Auslande das Wort der Regierung mit vatriotsicher Besorgnis und mit Borurtellen verschiedenster Art erwartet wurde. Es ist aber kein Ereignis eingetreten, das unsere Haltung ändern könnte. 28ir wissen, daß unsere Berantwortlichkrft eine kehr große ist, well man uns völlige Handlungsfreiheit gewährt hat. Wenn es ein Glück war, daß wir uns unter den gegenwärtigen Umständen an der Regierung befinden, so hoffen wir, daß es dies ist nicht sich uns, die wir nichts sind, sondern für das Vaterland, das alles ist. (Lebhafte Beifallsrufe.) Wir stehen an unserem Platze mit einem fiesen Gefühl für die hohen Pflichten, die uns die völlige HandlnngA- sreiheit, die uns gelassen wird, anferlegk. Tatsächlich bttnntet Ihm Vertrauen die Handlungsfteiheit. Was werden wir tun? Der Senator Di San Marfina hat uns darüber in seiner Rede die Formel ausgestellt: Wir werden »nr eine italienische Politik treiben! Ohne den Wert der Nationen oder der Gruppen der Nationen, die gegenwärtig kämpfen, herabtzusetzen, hat Italien in seiner Bcrgangcnheft so großen Ruhm erworben, so viel für di« allgemeine Zivilisation getan und hat soviel« Interessen und Ansprüche für sich selbst, daß die Aufgabe der Regierung sich erschöpft in der Bewahruug des Namens und der Zukunft unseres Landes. lSehr lebhafter Beifalls
Im weiteren Verlauf seiner Rede sag« Salandra: Garselett hat in seiner Rede einige Vermutungen über den Verlauf des Krieges gemacht. An uns ist es nicht, dazu unsere Zustimmung zu geben, daß mft philosophischer, geschichtlicher und goograpbifcher Phantasie gearbeitet wird, well ein Möglicher Irrtum nicht von uns, sondern von dem Land« bezahlt werden muß. Wir müssen den Ereignissen vom Standpunkte Italiens ans folgen und das soll unsere Handlungsweise bestimmen. Die Senatoren, darunter derfrühere Minister des Aeußern Eanevarv, der durch sein einstiges Amt zu einem Urteil vorzüglich befähigt ist, haben anstimmig versichert, daß wir richtig verginge». Heu« hat nun Senator Malmrnfi gemeint, wir Sötten nufere Neutralität nach zweckentsprechenden Verhandlungen erklären sollen. Aber wenn wir unsere Neutralität verschall,ert hätten, hätten wir sie auch entehrt. (Lebhafter Beifall.) Ter Senat verlangte von der Regierung keine weftercn Erklärungen. Maraglianc sagt: Wir brauchen kein Wort wefter. Das Programm ist: Schweigen und Handeln. Danach werde ich mich richten. Die Regierung wird in dem Augenblick, wo die Geschicke des Landes ihr anvcrtrvut sind, nach ihrem Gewissen handeln. Sie bcharf des vollen, bedingungslosen Vertrauens des Landes durch Vermittlung der Volksvertretung, wie es die Regierung berrits von der Kammer erhallen hat, so erwarte ich es heute auch vom Senat. Ich bitte die Senatoren, welche Tagesordnungen ernge- bracht haben, sich zu einigen aus die Tagesordnung Pe- dott-i, welche in ihrer klaren, einfachen Form die Erklärung der Regierung vorbehaltlos billigt. Ich danke endlich Pedotti, für die schöne begeisterte Rede und für seine patttoüschcn , Ausführungen über den Schöpfer der nationalen Wredergctnirt. ivelche alle Herzen bewegte. (Sehr lebhafter, andauernder Beifall.) Ein grober Teil der Senatoren beglückwünschte Salandra. Die von Salandra angenommene Tagesordnung Pedottr wurde einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Absti mmung wurde mit sehr lebhaftem, langunhaltendem Beifall begrüßt. .Hierauf vertag« sich das Haus.
Die Rumänen in Siebenbürgen.
Budapest, 16. Dez. (28258- Nichtamtlich.) Das Ungarische Telegraphen-Korrespoudenzbureau fft ermächtigt, zu erklären, daß an den in russenfreundlichen Blättern Rumäniens in der letzten Zeit verbreiteten Alarm n crch- richten von Aufständen der rumänischen Bevölkerung in Abradbanqa und anderen nicht näher bezeichneten gebirgigen Gegenden Siebenbürgens kein wahres Wort ist, und daß die öffentliche Ruh« nirgends gestört ist. Die rumänische Bevölkerung in Siebenbürgen lebe in vollkomme
nem Einvernehmen mit den anderen Nationalitäten. Nir- gends habe sich ein Zwiichenfall ergeben, der ein Einschreiten oer Behörden notwendig gemacht hätte. Die Verbreitung solcher Nachrichten geschehe nur, um die öffentliche Meinung gegen Ungarn zu beeinflussen.
Die Stimmung unter den Deutsch-Amerikanern
und die Fortschritte, die unsere deuffche Aufklärung,Drüben" genommen hat, geht aus folgendem Brief hervor, den ein Gießener Empfänger uns zum 'Abdruck vorlegt:
Indianapolis (Jnd.), 25. November 1914. Ich tellc Ihnen mit, daß ich zwei Sendungen Zeitungen erhalten habe, die erste am 2. November, die zweite am 24. November: ich danke Ihnen vielmals dafür. Ich hatte auch einen Brief crwattct, habe aber keinen bekommen. Die Zeitungen enthalten viel mehr Ausführlicheres wie unsere hier. Tenn die Wahrheit bekommen wir drahtlos aus Bettin und das ist sehr kurz: was wir über London bekommen, ist verkünstelt und Lügen, und was von Patts und Petersburg kommt, sind lauter Lügen, denn da macht unsere Zeitung immer ein großes Fragezeichen dahinter und schreibt auch öfters dabei: „Das kommt aus den Lügensabttken." In Rom haben sie noch eine Fftiale gegründet, die lügt aber gleich so, daß , man es mft der Hand greifen kann. Die hat kürzlich einen Arfiktt geschtteben von dem Ktteg, daß die Deutschen fast alle vernichtet worden wären. Unsere Zeitung schtteb dahinter „Mein Liebchen was willst du noch mehr?". Was aus den Lügensabttken komnit, das glaubt hier kein Deutscher und auch kein Irländer, denn die sind nicht gut gegen England. England hat auch ^»ersucht, bei den großen Fußballspielen in den Städten Rekruten anzuwerben und hatte höhere Offiziere überall hingeschickt. Sie haben Reden gehalten, die jungen Leute anzuspornen, und haben einen einzigen bekommen, sic wollten doch eine Million aufstttlen! Ich habe Ihnen schon zwei Bttefe geschtteben, aber noch keine Antwort darauf erhallen, ob Sic die Bttefe nicht bekommen haben? Das ist möglich, well sic in England alles anhalten, was nach Teuffchland geht.
London, 16. Sej. (WTB. Nichtamtlich.) Die .ülstorning Post" bettchtet aus Washington vom 13. Dezember: Der Zn- sammcnttttt des Kongresses ermöglicht es, die Stimmung des Landes abzuschätzen. Es ist llar, daß in den letzten Monaten eine gewiss« Reaktion gegen England cin- getreten ist. Bier Ursachen waren hier wirksam: die deutsche Aufklärungsarbeit in Amettka, der Aerger über die Einschränkungen durch die Eingttffe der englischen Zensur, der Eindruck, daß England die Union-Staaten einfach zu seinen: eigenen Bortell benutzte, und schließlich die Vorstellung, daß, während Belgien durch die bttfischc Diplomatie leiden mußte und ein Opfer des Kampfes wurde, England nichts für dieses Land tut.
In New Jork ist die Sfimmung ensichieden für die Verbündeten, doch nicht einsfimmig, und New Bork ist nicht Amettka.
Die Deutschen sind gut organisiert' ihre Täfigkttt hatte Erfolg, namentlich im mittlere» Westen, wo sie ihre Arbeit konzentrieren. Das Ergebnis der deutschen Propaganda ist, daß Gesetzentwürfe in bttden Häusern des Kongresses eingebracht wurden, um den Verkauf militärischer Artikel an die Verbündeten zu verhindern, ferner ein starker Gewinn der Republikaner in den letzten 23ahlen, indem sich der deuffche Einfluß gegen die Demokraten wendete, außer werm der demokratische Kandidat ttn Tcuffcher war. Die englische Zensur schadet der englischen Sache ganz besonders durch tue Unterdrückung des Berichts über \ de» U n t ergangdes „Auda c io us". Sic schuf dadurch Mißtrauen gegen die Londoner Veröffentlichungen überhaupt.
A«r Stadt and Landl.
Gießen, 17. Dezember 1914.
** Auszeichnungen. 'Die hessische Dapfer« keitsmedaiille wurde verliehen dem Gcfteiten der Landwehr Karl Sch n ei der, Landw-Fns.-Regt. 116, aus Gießen. — Dem Hornis«n Gefreiten Christian R e u s ch l i n g aus Steinbach bei Gießen, Fnf.-Regt. 118, wurde das Eiserne Kreuz und die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
** Die Empfänger von Fekdbriefen, die besonders wertvolle und eingehende Kttegsschilderungen enthalten, werden, wie dos Stellvertretende General-Kommando uns mitzuteilen bfttet, gebeten, diese in Abschrift der Presseabteilung des Stellvertretenden Generalkommandos zur Veröffentlichung oder zur Einverleibung in die Kriegsgeschichtliche Sammlung einzuscnden. Hierzu wird ersucht, folgendes zu beachten: Falls Veröffentlichung in einer bestimmten Zeitung gewünscht wird, ist der Name der betreffenden Zeitung zu erwähnen. — Es sind ferner anzu- geben: Name unb Wohnort des Einsenders, Name und Truppenteil des Schreibers. — Die Einsendungen müssen möglichst in deutlicher Handschrift oder Schreivmaschinen- schrist ousgefertigt sein. Der Presseabteilung zugegangenes Material wird nicht an die Einsender zurückerstattet werden.
** Sammlung für unsere Marine. Für d« Pflege unserer verwundeten Seeleute und für Liebesgaben sind die Spenden sehr reichlich eingegongen. Es ist hocherfreulich, daß sich die Gießener Bevölkerung in dcrnkeus- werter Weise an dem Liebeswerke für unsere treffliche Marine beteiligt hat Rührend sind die Beweise außergewvhir- licher Opferfreudigckeit. Wie dankbar diese hochherzige Gesinnung unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen anerkannt wird, beweist folgendes Dankschreiben, das Profess« Bölzing außer der amllichen Empfangsbestätigung erhielt:
Kiel, den 13. Dezember 1914.
Eurer Hvchwvhbgeboren bestätige ich verbindlichst dankend den Eingang des gesl. Schrerbens vom 29. vi Mts. sowie der angekündigten Kiste mit Liebesgaben. Ich bitte allen Spendern und besonders dem erwähnten Schuloer- walter ü>en falls meinen wärmsten Dank auszusprechen. D« Opferwilligreit unseres (Volkes ist erhebend, wie ich als Lefter der Sammelstelle am ehesten in der Lage bin, feststelten zu können. v. Ko e st er, Großadmrral.
** Für Postanweisungen nach den Rieder- landen und niederländischen Kolonien gilt von jetzt der Einzahlungskurs 186 Mk. gleich 100 Gulden.
** Städtischer Kartosfelverkaus. Die Stadt wird vorn kommenden S-mrstag ab wieder dazu übergehen, ihrerseits ttnen Kartoffelv.crkauf einzuttchten, da die Zufuhren zu den Wochenmärkten nicht genügen. Dienstags und Samstags, vor- mlltags von 8—12 Uhr, findet der Bettauf zum Prttse von 7 Pfg für das KUogranrm in Mengen bis zu ttuem Zentner statt. Wie wir hören, hat ine Stadtverwaltung beträchtlich« Men- g e n für ihren Zweck zur Verfügung.
** Einschränkung der Hundesperre. Die Hnnd-e- bcsitzer und Hundeliebhaber werden es begrüßen, daß der wegen Ansbruch der Mccul- und Klauenseuche in Gießen für die Stadt Gießen angeordnet gewesene Sperrbezirk jetzt nur noch ans folgende Straßen beschränkt ist: Neustadt, Mühlstraße, Schanzenstraße, Bahnhofstraß«, von der West-Anlage bis zur Neustadt, und West-Anlage von der Bahnhofstraßc bis zur Neustadt. Nur noch in diesen Straßen sind bis aus nniteres Hunde an der Leine ,u führen oder anzulegen.
** Die katholische Schwestern-Nicderlassung ist von ttnem großen Verlust betroffen worden; dieOberin, Schwcster Wilh elminc, ist infolge ttnee. «m Sonntag^er- littenen Schloganfalls am Dienstag abend gestorben. — Seit dem 7. Dezember 1882, also 32 Jahre, hat Schwester Wilhelmine der hiesigen Schwcsternstation als Oberin vorgcstanden. Unter ihrer Leitung kam die Niederlassung, anfänglich in einer gemieteten


