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tcttÄWen Sxmbtertigfeittunterricfct geleitet und sich bei der Er­richtung des Sport- und Spielplatzes besondere Verdienste erworben. Starkrnburg und Nheinhessen.

RB Darmstadt, 10. Dez. Aus dem umfangreichen Truppenübungsplatz bei Griesheim, der bekanntlich ein großes, für ca. 10000 Köpfe ausreichendes Gefangenen­lager enthält und nahezu voll besetzt ist, wurde in den letzten Wochen auch ein großes Kriegslazarett errichtet, das in diesen Tagen sertiggestellt sein wird. Heute nachmittag nahm die , Großherzogin Gelegenheit, die Neubauten einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Sie wurde am Hauvteingang von dem Stadtkommandanten, General v- Lyncker und dem Kommandan­ten des Lagers. Generalmajor Kosack, empfangen. Es erfolgte zunächst eine Besichtigung der neuen Wirtschaitsgcbäude und der großen Küchenanlagen. Das neue Lazarett ist auf dem Ucbungs- platz selber südlich des Friedcnslagers nach den Plänen des Re­gierungsbaumeisters S t o r ck von einer Anzahl hiesiger Unter­nehmer ausgeführt worden. Es ist für 800 Krankenbetten berechnet, die aus 10 Einzclbaracken verteilt sind. Bei den größten der für Schwervcrwundete errichteten Baracken ist auch ein besonderer Operatioiisbou angelegt und nicht weit davon entfernt befindet sich eine architektonisch schön ausgcbaute Leichenkavellc. Das ganze La- 1 zarett ist praktisch eingerichtet: die sämtlichen Baracken sind in sinnvoller Anordnung durch einen Gang unter sich verbunden und die Verbindung gestattet auch, daß die Kranken aller Baracken direkt in den Operationssaal gebracht werden können, ohne ins Freie zu müssen. Tie Großhcrzogin ließ sich die einzelnen Einrichtungen der ganzen mustergültigen Bauanlage näher erläutern und sprach dar­über iviederholt ihre vollste Zufriedenheit und Anerkennung aus.

rb. Darm st a dt, 10. Dez. In der heutigen Stadtver­ve ro rd n e t en v e r s a m m l un g teilte Oberbürgermeister Dr. GI |i ssing mit, daß der jüngst verstorbene Prof. Dr. v. Koch, Inspektor des Naturalienkabinetts des Landesmuseums, sein An­wesen mit Garten der Stadl zwecks Errichtung einer Kinder- arbeitS- und Spezialschule gestiftet habe. Die Versammlung beivilligtc dann 100 000 Mark sür Beschaffung neuer Gas- automatcn, da infolge der Petroleum not bereits über 2000 neueGaseinrichtungenmit Münzgasmessern verlangt wer­den. Es wurde aus der Versammlung auch ein lebhafter Appell an die Bürgerschaft gerichtet, fortan sür Koch- und Heizzweckc kein Petroleum mehr zu verwenden. Eine vom Oberbürgermeister ge­machte Vorlage, betr. die K r i e g s f ü r s o r g c, bestimmt, daß unterstützungsbedürftige, arbeitsfähige Erwerbslose während der Dauer des Krieges Tagesunter st ütz ungen erlwlten sollen und zwar Frauen 55 und Männer 70 Pfennige: für Familien und Einzelstchende mit Kindern sollen Unterstützungen bis zur Höhe von 1,60 Mark pro Tag genehmigt werden. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen.

m. O f f c n b a ch a. M., 11. Dez. Ein G r o ß f e u e r ent­stand gestern nachmittag in den Deutschen Klinker- Werken, A.-G., in Meerholz bei Gelnhausen, wodurch das gesamte Zicaeleiunternehmen bis auf das Maschinen- und Kesselhaus, die aber ebenfalls stark in Mitleidenschaft ge­zogen wurden, vollständig ein geäschert wurde. Der Brand entstand durch eine Explosion der Gasgenerator- anlage. Der durch den Brand angerichtete Schaden ist durch Versicherung größtenteils gedeckt. Ter Fabrikbetrieb, der bei normalen Zeiten von 150 und zuletzt von 50 Mann auf­recht erhalten wurde, ist völlig lahm gelegt. Die Klinker - . werke wurden von der Ofsenbgcher Bausirma Gebrüder Augcnthalcr gegründet, die vor 2'/ 2 Jahren in Konkurs geriet. Nach Ausbruch dieses Millionenkonkurses wurde sie von einem zur Sanierung der Augenthalerschen Verhältnisse gebildeten Gläubigerschutzvcrband für über eine Million Mark erworben.

Hessen-Nassau.

-m. Kirchhain, 1l. Dez. Ter Fähnrich Heinr. Schmidt, Sohn de? Leiter? der städtischen Relloraischnle, Plärrers Schmidt dahier, erhielt da? Ei f e r» e kt r e u j. Der gestern hier statt- gesiindene Schiveinemarkt war sehr gut beiahren. Auch Käufer hatten sich in großer Anzahl eingesunden und der Handel >var ini allgemeine» statt, ivcnn auch die Preise die von de» Ver­käufer» gehcgleu Erivartunge» »icht erfüllten.

Gietzener Strafkammer.

th. Gießen, 11. Dez.

Der Rote-Kreuz-Zucker.

Der Kaufmann L. in Illrichstein war wegen Unterschlagung voni Schösfengericht zu 20 Mark cv. 5 Tage .hast verurteilt wor­den und verfolgte Berufung hiergegen vor der Strafkammer. Tie Verhandlung ergab das folgende Bild: Der Wirt G. in Ulrichstein hatte sür das Rote Kreuz einen 2-Zcntner-Sack Zucker von einer Firma aus Schotten mitgebracht, und da die Ablieferung an den Vorsitzenden des Roten Kreuzes, Dr. B., bei der Heimkehr des G. am Abend spät nicht mehr möglich war. srug er am anderen Morgen den vor seiner Tür halteirden Fuhrmann M., ob er zum Kaufmann L. fahre? Als diese Frage bejaht wurde, meinte der Gasidalter: Nimm hier den Sack Zucker für das Rote Kreuz mit. Der Fuhrmann führte den allerdings falsch verstandenen Auftrag aus, indem er den Zucker an den Kaufmann L. ablicferte, wobei »r erklärte, die Firma in Schotten schicke durch G. den Sack Zucker sür das Rote Kreuz. Der Kaufmann L. erklärte daraus, was geht mich das Rote Kreuz an, ich kann den Zucker auch gebrauchen. Es war zu Anfang des Krieges: Zucker war damals ein begehrter und knapper Artikel und in zwei Stunden hatte der Kaufmann 80 Psd. davon verlaust. Es kam ihm daraus der Gedanke, daß er zu >>>. gehen müsse, um zu hören, ob dieser eine Rechnung für die 'Ware vom Lieferanten habe. Als er bei diesem ersuhr, daß der Zucker sür das Rote Kreuz sei und von diesem bereits Zahlung dafür kn die Firma in Schotten geleistet sei, erklärte L., er habe von der Ware bereits verkauft, der Rest stehe zur Verfügung und den bereits abgesctzten Zucker werde er in Natura ersetzen, sobald sein Lieferant die Ware liefere. G. teilte den Fall dem Vorsitzenden des Roten Kreuzes mit. Dieser stellte nun an den Kaufmann das Ansinnen, er solle, um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen, sür das Rote Kreuz 10 Mark bezahlen, sonst werde er wegen Unter­schlagung angezeigt. L. lehnte dies aber entschieden ab. indem er sich dagegen verwahrte, eine unehrliche und strafbare Handlung begangen zu haben, und so kam die Angelegenheit des Rolc-Kreuz-Zuckers vor die Strasjustiz. Ter Angestagtc erllärle vor der Strafkammer,er stehe l 'nnt der Firma in Schollen in Geschäftsverbindung, kaufe aber chsucker meistens von einer Gießener Firma. Tie Scholtcner Firma habe ihm wiederholt Waren ohne Bestellung zugesandt, er habe also, als er die Ware erhielt, darin nichts gestitiüen und dieselbe auch angenommen. Die ihm ausgerichtcte Bestellung des M., daß der Zucker sür das Rote Kreuz sei, habe er so verstanden, daß er die Ware an diesen Verein verkaufen solle. Die Strafkammer hob die verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts aus und sprach den Angeklagten wegen Ilnietzschlagung frei. Zwar lägen erhebliche Verdachtsmomente gegen L. vor, aber cs bestehe immer­hin die Möglichkeit, daß der Angeklagte geglaubt hat, die Ware sei für ihn bestimmt, so daß deren Annahme ans einem Irrtum beruhen kann.

13 Sack Weizen gestohlen.

Dem Pächter ll. in Rommelshausen wurden in der Nach! vom 7. bis 8. und vom 14. bis 15. September d. I. 5 , bezw. 7 Sack Weizen, den er im Keller eines Speichers lagern hatte, ent­wendet. Unter dem Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, wurden der 24 Jahre alte unbestrafte Bäckergeselle H. W. Pr. von Rommelshausen und der 21 Jahre alte Tagelöhner Avals W. von Rommelshausen, welcher vorbestraft ist. in Hast genommen. Sie mußten sich uitter der Anklage des geineinsamen schiveren Dieb­stahls vor der Strafkammer verantworten, der durch Einsteigen unter Mitführung von Massen bei der Tat ausgesütirt sein soll. Tie beiden Angeklagten bestritten mit alter Entschiedenheit ibre Schuld. Aus Antrag des Staatsanwalts beschloß der Gerichtshof , die Verhandlung abzubrechen und einen erkrankten Zeugen in .Ha­nau in Anwesendest de? AngeNagten Pr. zeugeneidlich am Montag vormittag in dessen Wohnung vernehmen zu lassen und am Tiens- -ag lomnirnder Woche die Verhandlung fortzusetzcn.

Ober-Roßbacher Himbeer-Mousseule als Probe für die Mitglieder de? Gerichtshofes stellte der Ange- Uagte Direktor M. vom Ober-Roßbacher Brunnen auf den Ge richtstisch zur Verfügung. Er war beschuldigt der fahrlässigen Fälschung von Himbeer-Brauselimonade. Das Schöfsengerichl Friedberg und die Straikammer Gießen haben sich bereits inst der Sache beschäftigt und beide Instanzen hatten gegen den Angeklagten auf Freisprechung erkannt. Hiergegen hatte die Staats anwaltschait als dritte Instanz das Lber-Landesgerstlir angcruien, welches das freisprechende UrteU der Vorinstanzen aushob und die Sache zur erneuten Verhandlung an die Straskanimcr zurück- verwies. Direktor M. erklärte, daß die Ober - Roßbacher Himbccr-Mousseuse ihren Himbcergeschmack und Htmbcergeruch nicht etwa durch Zusatz von imtürlichem Himbeersaft erhält, son Lern durch Zusatz einer vom Brunnen bezogenen Essenz, welche aus frischen Früchten unter Zusatz vött Zucker hergestcllt wird. Es komme weiter noch eine ebcnsalls bezogene Himbeerfarbc, die absolut unschädlich sei, dazu. Nachdem der Verteidiger für Frei sprechung des Angeklagten plädiert, der Staatsanwalt dagegen wiederum sür eine Geldstrafe eingclreten war, zog sich der Gerichts hoi mit der Probeslasche ins Beratungszimmer zurück. DasFIr teil wurde jedoch noch nicht verkündet, sondern auf Freitag verscho­ben.

KtanScsnnit»nc,ct)richten.

Gießen.

Aufgebote: Dez. 7. Valentin Otto Kampf, Amvaltsge- hitse, mit Marie Margarete Nonnewitz, beide in Gießen. Wil­helm Münch, Gendarmerie-Wachtmeister in Gießen, mit Marie Emma Stendal in .Hering. 10. .Heinrich Friedrich Weidenhaus, Friseur in Gießen, mit Maria Hermann in Vadenrod.

Eheschließungen: Dez 5 . Johannes Appel, Taglöhner, mit Johanna Karoline Eniilie Eleoiwre Schwan, beide in Gießm.

Heinrich Wagner, Feldzahlmeister in Friedberg (Hessen", mit Emilie Marie Wilhclmine Rcitz in Gießen. Hermann Philipp Dicht, Former, Musketier, mit Elise Elisabctha Schmalz, beide in Gießen. 9. Karl Schäfer, Landwirt, Musketier, in Gießen, mit Pauline Neuß in Wettcrsclv.

Geborene: Nov. 80. Ter Witwe des Buchhalters Friedrich Michael Engel ein ehelicher Sohn. Friedrich Alwin Karl. Tcz. 1. Dein Buchhändler Wilhelm Karl Otto Ernst Paul Zander eine Tochter, Wiltrud Irmgard Otstlie. 2. Dem Schriftsetzer Friedrich Tiesholz ein Sohn, Friedrich Wilhelm Adann 3. Dem Hilfslveickrenstellcr Heinrich Wahl ein Sahn. Hans Heinrich Friedrich. 4. Dem Kaufmann Jakob Thexsebach eure Tockiter, Klara Viktoria. Dem «christsener Wrlhean Lenz ein Sohn, Kart Wilhelm. 5. Dem Oberkellner Paul Hans Gerstenhaucr ein Sohn, Horst Arttrr. 9. Dem' Maurer Heinrich Dörr ein Sohn.

Sterbesälle: Dez. 3. Hermann Deuster, Schreiner, 36 Jahre alt. Landgraf-Philipp-Platz 9. 6. Jakob Thomas, Gast­wirt, 71 Jahre alt, Schifsenberger Weg 39. 7. Adalbert Pro- trowski, Kanzleisekretär, Feldwebel-Leutnant, 63 Jahre alt, Licher Straße 73. 8. Tr. Philipp Franz Kübel, Jnssttutsvorsteher, 69 Jahre alt, Bahnhosstr. 45. Susanne Henriette Weeg, geb. Löbcr, 66 Jahre alt, Neuenweg 11. Rektor Ludwig Schaar, Hauptlehrer i. R., 69 Jahre alt, Steinstr. 11.

Im Felde gefallen: Sept. 16. Erich Eitel Sprenger, Gärtner, Gest. d. R.. 27 Jahre all. Kaiser-Allee 50, bei Seroon ges.24. Karl Stein, Kaufmann, Geir., 30 I. alt, Wilsonstr. 6, bei Servon gefallen. Johann Karl Kühl, Kaufmann, Musketier, 26 Jahre alt, Wolsstr. 16, bei Servon gefallen. 25. Theodor Erb, Taglöhner, iütusketter, 26 Jahre all, Marktstr. 15. bcr La Marc and Boeufs gefallen. Friedrich Werner, Kaufmann, Wehrm., 27 Jahre alt, Bahnhofftr. 27, bei La Alare and Boeufs gefallen. - 26. Hans Hoagner. Leutnant. 20 Jahre alt, Luv« Straße 65, bei Clermont-Ferrand gefallen. Oll. 3. Heinrich Schmidt, Wagenführer, Reservist, 27 Jahre alt, Wctzsteinstr. 42, bei Servon gefalle,'.. 20. Georg Philipp. Arbeiter. Musketier, 23 I. alt. Marburger Str. 29, bei Givenchy-en-Gohelle gefallen.

31. Dr. Bruno Herbert Stange, Assistent am hygienischen Institut der Landesuniversität, Unteroff. d. R., 26 Jahre alt, Frankfurter Straße 101, bei Damery gefallen. -- Hermann Knoellinger. Lehramtsassesivr, Vizefeldwcbel d. R., 31 ^ahrc alt, Gocthestr. 68, bei lc Ouesnoy gefallen.

Butzbach.

Aufgebote: Dezember 5. August Fremdt, Fräser, mit Margarete Wirsching in Ofstnbach a. M.

Eheschließungen: November 28. Karl Engelhardt, Zahnarbeiter in Butzbach, mit Katharina Weil in Rockenberg. Dezember 1. Jakob Diehl, Schreiner, mit Lina Schraub in Luftbad).

Geborene: November 24. Dem Fabrikarbeiter Eugen Deck- ut ein Sohn. Georg Heinrich Reinbold. 28. Dem Schuhmacher )tto Artz eine Tochter, Elisabeth Margarete Marie. 27. Dem ieichstagsabgeordneten und Oberlehrer Professor Dr. Ferdinand friedlich Karl Werner eine Tochter. Rotraut Hedwig Amalie. öezembrr 8. Dem Kaufmann Ernst Wilhelm Jakob Hllgen eine lochtet, Mathilde Erna. ,

Sterbefälle: Dezember 4. Georg Hcilbronn III., Tag- öhner, 40 Jahre alt, aus Neu-Isenburg.

Jriedbcrg.

Eheschließungen: Dezember 5. Franz Christian Michael Zdenheimer, Gerichtsschreiberaspirant, mit Elisabeth Barbara Bertha Gerhard, beide in Friedberg.

Geborene: Dezember 3. Dem Kaufmann Heinrich Her­mann Stiewe ein Sohn. Heinrich Hermann.

Sterbefälle: Dezember 2. Elisabetha Jung, geb. Haber- achl, Privatin, 82 Jahre alt. 3. Eniilie Marie Kretschmar, Jahr alt. - 6. Susanna Keil, geb. Philippi, Witwe, 69 Jahre lt. in Fricdbera-Fauerbach.

Hungen.

Sterbesälle: Ostober 31. Karl Roth, Bahnarbeiter, Re­servist 11. 116, gesallen bei le Quesnop.

Amtlicher Wetterbericht.

Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 14. Dez. 1911: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

, Ein Geschenk des deutschen Kaisers.

Konstantinopel, 12.Dez. Der d e u t sche Kaiser hat für das Grabmahl des Sultans SelahEddin in Damaskus eine kostbare Lampe gespendet. An- täßlich der Ankündigung des Geschenks fand heute in Da­maskus eine große Feier statt. Der als Politiker bo- lannte Mohammedaner Slbn-Said-al-Arabi hat für den ersten deutschen Flieger oder Artilleristen, der auf London eine Bombe oder ein Geschoß schleudert, eine goldene Me­daille gestiftet. Diese Medaille, sagt der Stifter, ist nicht nach dem Goldwert zu beurteilen, sondern nach der aus dem Herzen kommenden freundschaftlichen Gesinnung, i Der «erkämpf an der belgischen Küste.

Kristiania, 12. Dez. DerAftenposten" wird ge­meldet: Der Artilleriekampf längs der Dser war gestern sehr heftig. Ein französisch-englisches Ge­schwader nahm gestern das Bombardement cnif die belgische Küste zwischen Nieuport und Ostende wieder ans. Die Deut­schen haben umfassende Maßnahmen getroffen, um eine Landung der Allierten zu verhindern.

Die deutsche Aviatik auf dem russischen Kriegsschauplatz.

Kopenhagen, 12. Dez. Ein Offizier eines Petersburger Regiments icbreibt in derNowojc Wremja": Tic Aviatik der Deutschen har außerordentliche Vorzüge. Auch im Kriege betätigen die Deutschen die höchste Pünktlichkeit und wen-

pcn dabei allen Details ihre größte Aufinerksanckeit zu. Ihre Flugapparate bewegen sich rasch und, was besonders wichtig ist, ohne Geräusch. Eines imsercr Flugzeuge wollte eine Erkundungsfahrt unternehmm, als es ani Horizont einen deutschen AlbatrosdovveWecker entdeckte. Aus Furcht stieg das Flugzeug sofort in einen Wald nieder. Bald darrut erschien der Albatros über dem Walde und schleuderte eine Bomb- genau ans die Stelle, an der unser Flugzeug gelandet war.

Zur Schlacht bei den Falklandsinseln.

Berlin, 12. Dez. Wie dieBossische Zeitung" nach dem Allgemeene Handelsblad" aus Amsterdam meldet, haben sich unter den englischen Schissen bei den Falklandsinseln zivei Trcadnoughts befunden, die vor etwa vier Wochen Southampton verlassen haben.Daily Telegraph" erfährt, ivie dieBoifiiche Zeitung" zu melden iveiß, daß A d m i r a l Gras v v n S p e e mit derScharnhorst" u n t c r g e g a n g e n ist. 'Jlacli einer Meldung desNewyork Heraid" hat dieScharn Horst" bis zum letzten Augenblick gekämpft. Kein Mann der Besatzung dieses Schisses konnte gerettet werden.

Berlin, 12. Dez.Aftenposten" wird aus London tele graplsiert, daß alle Londoner Blätter de» britischen Sec- sieg als Revanche für die Niederlage vor Eorouel begrüßen. Tie Vernichtung des Geschwaders des Admirals Eradoct sei in England als eine große Demütigung cmpsunden worden, und die 'Mitteilung, daß die daran beteiligt gewesenen deutschst Kriegsschiffe jetzt vernichtet seien, habe im ganzen Lande eine Er leichtcrung hervorgerufen. Ter Flottenkorrespondent derTimes" sagt, daß tzwas von Spee beabsichtigt habe, der englischen Schiss tahrt großen Schaden zccznfügen und danach nach einem kühnen Durchbruch unter dem Schutze der Winternebel über den Ttillei. Ozean nach Kiel zu gelangen.

Berlin, 12. Tcz. lieber Kopenhagen wird derVossischen Zeitung" gemeldet: Ter deutsche DampferSoutot wird von den Behörden von Eallao zurückgehaltcn. Der Dampfer kann von Coronet mit einem kleinen Teil der Kohlenladung, die er beim Verlassen von Coronet an Bord gehabt !>at. Es wird angenommen, daß der Dampfer aus ofstner See Kohlen an deutsche Auslands kreuzet abgegeben hat.

Vst»« vcr türkischen Flotte.

Berlin, 12.Dez. Die türkische Flotte hat, demVerl Lokal-Anz." zufolge, am 10.Dezember die Gegend von B a t n m bombardiert.

Berlin, 12. Dez. DieDeutsche Tageszeitung" meldet: Tie Verbündeten haben es aufgegeben, die Darda­nellensorts zu beschießen und ihren Rückzug aus den türkischen Gewässern angetreten.

Das Schicksal der deutschen Missionare im Auslände.

i. Köln, { 2 . Dez. Wie dieKöln. Ztg." erfährt, sind der Leipziger Mission Nachrichten über das Schicksal der im Auslände lebenden deutschen Missionare zugegan­gen. Nach Mitteilungen in dem Organ der englischen Kirchenmission sind in Brr tisch-O stafrika die deut­schen Missionrae in der Kambamission ansgefvrdert worden, die Hauptstadt nicht zu verlassen. In Togo sind die bei Kamina gefangenen Deutschen, darunter sechs Bremer Mis sionare, nach Tahonie gebracht worden und sollen in das Innere des Landes geschafft werden. Bon den Baseler Mis sionaren in Togo fehlt jede Kunde. Aus Kamerun sind die Missionare nach der Goldküste, die Kaufleute nach Eng land gebracht worden. Sogar die Missiorrarinnen sind mit sortgesührt worden. Bon den deutschen Missionaren in der «üdsee sowie in den 0 stafrikanischcn Missious- f e ldern liegen keine Nachrichten vor.

Die Furcht der EnglänLer vor der Invasion.

(i.) Köln, 12.Dez. DieKöln.Ztg." schreibt in ihrer heutigen Mittagsausgcche: Infolge der Furcht der Bri­ten vor einem Eindringen der Deutschen in England befindet sich England in einem Zustande, der einer Blockade sehr ähnlich sieht. Im sogenannten eng tischen Kanal und bei Down sowie östlich der Linie Selsea- Barsleur sind alle Leuchtschiffe und Fenerbojen eingczogen und die Nebelstgnalc geändert worden. Die britische Admiralität rät allen vom Atlanti­schen Ozean kommerrden Schiffen, bei der Fahrt durch den Kanal bei der Insel Wight, bei Jarmouth und Dover un­bedingt einen Lotsen zu nehmen, weil die Schiffahrt zu gefährd et sei.

Zusammenstoß zweier russischer Munitionszüge.

Berlin, 12. Dez. Auf einen Nihilistenanschlag wird der Zusammenstoß zweier russischer Munitionszüge znrückgeführt, bei dem 7 2 Wag.gvnS laut Berliner Lokal anzeiger in die Luft flogen. Es seien im Zusammen­hang mit diesem Borfall zahlreiche Verhaftungen vorge­nommen worden.

Eine stürmische Sitzung der spanischen Kammer.

Madrid, 11. Dez. <WTB. Nichtamtlich.) Während der Debatte über das Unterrichtsbudget in der Kammer erllärte Minister Bergamin, die geforderten Mehrausgaben würden von denjenigen bekämpft, welche Spanien ins Verderben führen. Nomanones fühlte sich getrossen und erllärte, die Kammer könne die Debatte nicht fortsetzen, solange Bergamin Minister sei. Tie Liberalen drohten den Saal zu verlassen. Unter großer Erregung kündigte Bergamin an, er werde zurück- treten. Darauf wurde die Sitzung geschlossen.

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