Die englischen Rekrntenanwerbnngen.
Rotterdam, 20. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Ter „Nieuwe Rotterdamsche Courmtt" meldet: Die englische Fußball-Bereinigung beschloß» unter den Sports- leuten Propaganda für die Rekrutenanwerbung zu machen. Ursprünglich wurde erwogen, die Wettkampfe einzustellen. Man wandte sich an die Militärbehörden mit der Anfrage, ob dies gewünscht werde. Die Antwort lautete, daß inan es der Bereinigung überließe. Diese beschloß daraus, die Wettspiele sortzusetzen, aber in den Zwischenpausen kurze Ansprachen halten zu lassen, um zum Eintritt in das Heer anzuspornen, und die sich Meldenden durch MnsiSorps zur nächstgelegenen Werbestation begleiten zu lassen.
Die Kämpfe der Türken nnd Russen.
Ko n st a n tin op e l, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie verlautet, Unterzeichnete der Sultan einen Erlaß, durch welchen dem Infanterie-Regiment, welchem in den Kämpfen von Köpriköi, nachdem es einen großen Teil seiner Offiziere und Mannschaften verloren hatte, gelang, die Anhöhe 1905 zu erobern, die Li a tat- (Verdienst-) Medaille verliehen wird. Ebenso sollen die überlebenden Offiziere und Mannschaften des Regiments Auszeichnungen erhalten.
* ch *
Bismarcksvolk!
Mel.: Auf, mein Deutschland, schirm' dein Haus.
1. Bismarcksvolk so stolz und stark,
Treu und edel bis ins Mar k,
„Sieh", die Stunde ist gekommen Deiner Kraft und Tugend wert.
Daß der Menschheit du zum Frommen Dienest Gott als Richterschwert.
2. Tief in deiner Seele Schoß Loht ein Feuer hell und groß,
Deine sieggekrönten Waffen Läuternd in geweihter Glut,
Stählend dich zu ernstem Schaffen,
Spornend dich zu kühnem Mut.
3. Aus der Zeiten dunklem Schacht - Stieg empor in neuer Pracht,
Wie im Lenzessturm geboren.
Neuen Lebens Flammcngeist,
Bismarckvolk, von Gott erkoren,
Sei gesegnet und geprcist!
4. Deinen Hassern rings umher Trotzest du in heil'ger Wehr,
Wie die sturmgeveitschten Wellen Bersten an der Selsen Tor,
Muß an deutscher Kraft zerschellen Selbst des Satans Höllrnchor.
5 Gott ist Helfer dir und Hort,
Fcldgeschrci und Losungswort,
Ohne Zittern drum und Zagen Steh'n die Brüder kühn im Streit,
Bis im Siegesglanz wird tagen Eine neue große Zeit.
6. Halte aus drum, halte aus!
Festgefügt noch steht dein Haus,
Trotz Millionen Feindesherden Es umtosen im Verein, —
Bismarcks voll, du wirst auf Erden
Fürchten nichts als Gott allein. Roemheld.
Aus dem Reiche.
Berlin, 20. Nov. kW. B. Nichtamtlich.) Das „Reichsgrfttz- blatt" veröffentlicht eine Verordnung des Bundesrats, durch welche Kaufverträge über Schuldverschreibungen des Reichs oder eines Bundesstaates, welche mit einem englischen Stempel versehen sind, sowie die Vermittlung solch« Verträge bei Androhung einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre und gleichzeitiger Geldstrafe bis zu 500 Mk. verboten werden. Die Verordnung findet keine Anwendung aus Schuldverschreibungen, die seit dem 31. Juli 1914 ununterbrochen sich im Inland« betäuben. Das „Reichsgesetzblatt" enthält ferner eine Bekanntmachung, durch tvelchc die Perordnung bettcffend das Zahlungsverbot gegen England im Wege der Vergettung auch aut Rußland und Finnland für anwendbar erklärt wird.
Au» Stavt und Land.
Gießen, 21. November 1914.
Den Toten.
Riesengroß, mit seinen Grenzen sich in Nebel und' No-- dcmberdämmerung verlierend, dehnt sich das Feld, aus dem vor wenig Stunden die Schlacht gewütet, Geschichdoimer gebrüllt. Tausende von Gewehren geknattert haben, die Säbel gesplittert sind und die Trompete die Massen zum Sturme auspeitschtc. Die Hölle mit ihrer Wut und ihrem Tosen hat sich verzogen. Ganz fern rollt noch ab und zu ein Sh ich aus den Kanonen des verfolgenden Siegers. Und die Nacht blickt mtt rätselvollen Sternenaugen vom kalten Himmel aus das in Dämmer und Dmikelhcit sinkende Land. Die Erde will schlafen: und auf dem schlafenden Feld >vollen, viele, viele, die der Tod gefällt, das gleiche. Tausend sttlle bleiche Schläfer träumen so fest, daß kein Kriegswettern sie niehr aus den, letzten Schlummer zu wecken vermag. Sie schlafen den ewigen Schlaf.....
.Herbstregen spinnt den grauen Faden; der Wintersturm ist schon, Schneeflocken und spärliche dürre Blätter vor sich herwirbelnd, über die kahle Erde gefahren. 'Der Sonntag der Toten ist in seinem Geleit gekommen. AuS letzten, Astern, Tamiengririi uich Efeu hat auch heute ivieder liebende Erinnerung die Kränze für die Hügel auf l-erbstkahlen Friedhöfen geflochten. In herzzwingender Gcwohnhett schmückt man heute wie stets die Stätten, an denen nach unserem Glauben die Toten dem Gericht entgegenschlasen. Ift's auch nur ein armseliger stiest von dem. was man einst sein Liebstes nannte — das Grab ist immer nock> der treue Halt, an dem die schwankende, dünkte Blume der Erinnerung ranken und blühen kann, lind mit sorglicher Liebe sckMückt heute die Hand des Bettlers nKe die des Reichen die stillen Wohnungen der Toten ....
Das Schlachtfeld mit seinen langen Reihen frischer Gräber suchen die Gedanken verKbens. Wir wissen nicht, wo tausenden, die als Helden starben, die letzte Ruhestatt bereitet ist. Der Vorhang ist gefallen und trennt uns mtt den schweren Falten eirrer unsäglich bitteren Wehmut von dem (beschick eines, an dem wir keinen Dell mehr haben sollen. Kein Stein nennt seinen Namen, keine Blume blüht über seinem Grab, keine liebende Hand legt ihm heute den Kranz aus die kalten Schollen, unter denen er bestattet wurde. Das ist das Schwerste: die Wohnungen seiner Toten nicht kennen. Taheim tarn, die Liebe ihren hmligen Schmerz mit den Zeichen treuen Gedenkens versähven. Das Grad auf dem Schlachtfeld aber ist unerreichbar, unauffindbar, und doch wandert heiße Sehnsucht unermüdlich zu den unbekannten Zielen: To tensonuta^ 19141 *, . .
Alte Soldatenlieder preisen es als schönsten Tod, vvm Feind erschlagen zu liegen auf grüner Heide. Ihr Empfinden
lügt nicht. Aus des Levens höchster Höhe sttrbt der Krieger: WaS allen andern versagt blecht, sein Leben einzusetzen für die als gut und als recht erkannte Idee, das hat er erreicht, und in diesem Augenblick endet sein Lebenslauf. Größeres, Schöneres konnte ihm nicht mehr werden, nachdem der Tod ihm als die Bollendung des Zweckes seines Lebens erschienen war. Es ist wahr, es ist ein langer, endloser Zug, den der Tod vom Kampffelde wegjührte. 'Aber aus den Augen derer, die ihm folgen, leuchten Kraft und Leben, imd wie aus einer unbekannten, besseren Welt dringt es wie ihre Stimme zu uns: „Gedenket, daß Ihr Helden zu Söhnen und Vätern, zu Brüdern und ttzatten hattet." lind deshalb kann und darf es nicht sein, daß unsere Gedanken lieute nicht weiterfliegen, daß sie sich müde und hoffnungslos an den fernen Gräbern niederlassen, daß sie nur von Trauer und Bitterkeit wissen wollen. Das Lied vom Leben und Sterben hat einen neuen Klang erhalten. Der schmetternde, helläugige, sieghafte Hochgesang von Heldentum und Kampfeslust tnngt darein und die jauchzende, lachende Verachtung des Todes. Auf fernen Meeren hat die deutsche Flagge Wochen um Wochen über hundertfach überlegene Meine triumphiert, und das Lied von Deutschlands Herrlichkeit erklang, als unsere Jun^mannschaft auf den Feind stürmte: So bahnen sich unsere Soldaten den Weg zum .Himmel, zu den Scharen der alten Helden und der Väter unseres großen Volkes! Und deshalb sei im .Kriegsjahr 1914 der Totensonntag nicht nur ein Tag sttller Trauer und Erinnerung, sondern auch ein Tag kniebeugeuder Ehrfurcht vor Heldenhaftigkeit und Liebe des Vaterlandes.
Der Wind wird in den Friedhöfen der .Heiniat die Kränze bald zerpflücken und verstreuen; die Goldschrift auf Stein und Schleife wird im Regen bleichen; und draußen aus dem Schlachtfeld wird die Natur tu kurzer Frist die Spuren viel- huudert ftischer Hügel tilgen. Aber blülft den Toten draußen keine Blume und grünt ihnen kein Kranz — Alldeutschland legt seinen Söhnen oen unverwelklichen Kranz des Ruhms und der Dankbarkeit auf die Heldeugräber, und ihren Lieben in der Heiniat nahen himmlische Heerscharen mit dem! Trosteswort:
„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dtp die Klone
des Lebens geben."
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.l
Hcruptm. und Komp.-Chef Georg Coulmann, Jns.-Regt. 116 aus Wetzlar. — Res. Heinr. Gat h, Inf.-Regt. 81 aus Burgsolms. — Landwehrm. Friedr. Schlaubrafs, Pionier- Rcgt. 25 aus Wetzlar. — Tambour Adolt Kaudinus, Bah. Res.-Regt. 12 in Wetzlar. — Ge fr. Wilh. Lich, Gießen« Freuv- Regt. aus Wetzlar. — Unteroff. Emil Gai l, 13. Jüger-Ragt. zu Pfnd aus Alleudorf, Ttllkreis. — Res. Adam Kornmann, Int.-Regt. 116 aus Nieder-Ohnien. — Unteroffiziere und Lehrer Per« Vollrath und Albett Euler aus Nieder-Florstadt. — Lt. b. R. und Lehr« Emil F u h r y , Inf-Regt. 136 aus Hainstadt. — Einj.-Freiw. Unt«off. und Lehr« Konrad Fritz Heister, Jnf.-Regt. 116 aus Hain-Gründcui. — Off.-Stellv, und Lehrer Karl Daniel, Jns.-Regt. 118 aus Flomborn. — stztes. Jak. Köhler, Jnf.-Regt. 118 aus Worms. — Kviegsfreiw. Georg Tarmstädter aus Griesheim b. Darmstadt. — Lt. d Res. und Postass. Karl Sieben Wurst, Jnf.-Regt. 99 aus Torinstadt. — Off.-Stellv. Konrad Bauch, Jnf.-Regt. 132 aus Frankfurt a. M. — Musk. Aug. Teufel, Jnf.-Regt. 168 aus Offenbach a. M. — Freiw. Karl Markert in Offrnbach a. M. — Landwehrm. Daniel Becker, Jnf.-Regt. 116 aus Hausen b. Offenbach. — Off.-Stellv. und Ob«lehr« Dr. Otto Schaffner, Gren-Rrgt. 2 aus Darmstadt. — Lt. d. R Carl Reich, Fäldart.-Regt. 63 aus Hanau, — Lt. d. R. nnd Amtsvicht« Heinr Winkelstern, 2. baycr. Feldart.-Regt, aus Waldau. — Obcrstlt. j. D. HanS Nippraschk, Landw-Regt. 99 aus Mainz. — Gefr. Thwdor Weber, Jbif.-Regt. 168 aus Mainz. — llnteroff. b. R. L. Klaas, Jnf.-Regt. 116 aus Sin». — Ginj.-Freüv. «md. mcd. Julius Weinberg, Jnf.-Regt. 116 aus Herborn.
«
"BonderLanbesuniversität: DaSveterinärmedizinische Kollegium ist in eine veterinärmedizinisch« Fakultät umgewandelt worden.
"Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutn. d. R. Gerichtsass. Dr. Otto Boeckner aus Gießen, 2. bayer. Jnf.-Regt. Gefr. d. R. Ingenieur Karl Eidmaun aus Gießen, Jnf.-Regt.34. Gefr. d. R. Josef Elbert aus Rosenbach, Res.-Regt. 118. Freiballonführer Heinr. Wolf, Leipzig, ein geborener Alzeyer. Res. Wilh. Ihrig aus Schöllenbach. H. B e i m e r t von Kailbach-Windloch. Art.- Leutn. Rudolf Schlich ans Höchst t. Odenw. Baninspektor Wagner, zurzeit Offizier im Landw.-Regt. 116. Res. Gg. Rheingans ans Westhofen. Franz Neumann zu Sörgenloch, Usfz. d. L. im Res-Jnf.-Regt 118. Fahrer Joh. Man er ans Lörzweller, Fnßart.-Regt.3. Uffz. Fr. Jung und Gefr.d.R. Chr.Zipp von Heppenheim a. B. Hauptm. R a i t h, früher Oberst. und Kompagniefuhrer an der Unter- ofsizierschule in Weilburg. Uffz. Roßbach aus Villmar, Jnf.-Regt. 87. Musk. Wilh. Flach aus Villmar, Jns.-Regt Nr. 81. Hanptmann Karl Otto ans Hadamar, Jnf.-Regt. Nr. 111. Wachtmeister Otto Paul aus Hirschhansen, Feld- Art.-Regt. 27. Uffz. d. R. R e i tz ans Hintermeilingen, Res.- Jnf.-Regt. 87. Uffz. d. R. Wllch Achenbach aus Dillen- bürg. Gefr. Stamm von Eudorf. Assessor Frh-r. Röder zu Diersburg, Leutn. d. R. im Leibgarde-Jnf.-Regt. 115. Vizefeldw. d. R. Friedrich Lange aus Neuwirtshans, Jnf.- Regt. 118. Feldw. Gröber, Res.-<Fnf.-Rogt. 118 nnd Gefr. Hoff mann, Jnf.-Regt. 168, beide aus Birkenau. Musk. Karl Gebauer ans Heblos, Jnf.-Regt. 116.
** Ein qua rtierungs gelber. In der Zeit vom 23. bis 25. Novemb« können die Listen über die vom 16. bis 31. Oktober für di« Mannschaften des Landsturm» Ersatz - Bataillons in Anrechnung kommenden Der- pflegungStage im Stadthause, Gartenstraße 2, Seitenbau, eingeschen werden. Die Zeit der Auszahlung wird demnächst amtlich bekannt gegeben.
**DiejungenOberschlesier sind vorgestern bis auf etwa 200 Mann nach der Provinz ab ge reist. Die Main-Weser-Hütte soll 150 Mann in Arbeit genommen haben. In Grünberg, Büdingen. Wetzlar, Schotten usw. wurden die jungen Arbeiter zum Teil untcrgebracht. Dir Kaus» leute, deren Zahl nur gering ist, will man versuchen in unserer Stadt zu beschäftigen, und die oa. 20 GhmnafiaKen sollen hier zur Schule gehen. Die Leute schieden von Gießen ungern, hatten sie doch durchschnittlich gute Quartiere und freundliche Wirte gefunden. Mehrfach hatten sich sogar Familien fteiwillig im Emquartierungsbureau auf der Bürgermeisterei gemeldet, die es als eine Ehrenpflicht betrachteten, die Landsleute in Qnartter zu nehmen.
" Sladttheater. Die nächst« Vorstellung findet, wie schon bekannt gegeben, außer Abonnement, am Mittwoch, den 25. d. Mts. statt und bringt als Fest- und Wohltätiqkeit»- vorslellung Schillers .W a l l en ste ins Tod' mit Herrn Oskar Bohnse vom Hostheater Kassel als Gast. — Als dritte Freitags-
abonneuientsoorjbeÜung wird am 27. d. Mts. das Schauspiel ,2 e r Strom' von Mar Halbe ausgeiiihrt, ein Werk, das sein«, zeit im alten Hause viel Erfolg halte, im neuen Hause ,edoch r.oci; nicht gegeben worden ist. — Für Ansang Tezember ist ein« Neuheit vorgesehen.
Landkreis Gießen, r. Londorl, 20. Nov. Fünf Sötme des Gastwirt? BLger, Gasthaus ,zur Stadt Gießen', st e h « n i m Felde. Ter jüngste davon war aui dem nntcigegaiigeneu 0 119. Dieser Tage erhielten seine Anaehörtgcn einen Pries von ihm mit der Mitteilung, daß er in englischer Geiangciischast sei.
A St ein hei in b, Hungen, 20. Nov. Vergangene Woche wurde von den drei Gemeinden des Kirchspiels R o d h e i m e„, Eisenbahnwagen voll Liebesgaben, Kartoffeln,Gemüse und Frucht, nach Elsaß-Lothringen obgesandt.
Kreis Büdingen.
(-) N i d d a , 20. Nov. Gestern wurde hier Kreisgeometer Julius Dicht unter zahlreicher Beteiligung seiner hesst. scheu Kollegen, der hiesigen Beamten- und Bürgerschaft beerdigt; er hatte nur ein Atter von 46 Jahren erreicht. Ta der Verstorbene Leutnant d. R. gewesen war, gab ibni auch eine Abordnung der Verwundeten des hiesigen Lazaretts das letzte Geleite.
a. Ober-Widders bei in, 20. Nov. Aus unserer Ee- mcinde sind nun schon drei Mitbürger den Tod sürs Vaterland gestorben. Es sind Wehrniann Kleer und die Reservisten Zoll nnd Geist. Alle waren verheiratet.
Kreis Lauterbach.
A Lauterbach, 19. Nov. Wegen des seit Ausbruch des Krieges eingeschränkten Zugverkehrs konnten die anSwärligen Schicker der Ober-Realichnlc zu Alsield ans Lauterbach, Wallen- rod, Brauerschwend und Renzeudor! die Schule »ur »»regelmäßig besuche» uud waren nach den Herbst!«!«» genötigt, gänzlich Wohnung in All'etd zu nehmen. Die Eise n bahn Verwaltung bat mm in dankenswerter Weise dem Uebelstande dadurch abqeholsen, daß sie seit rinsang dieser Woche einen Schülerzug einlegle, der 7,17 vormittags von Lauterbach abgeht und 7°/, Uh, in Alsield eintrifft, mit dem auch andere Reisend« bis Alsietd Fahrgelegenheit finden. Bor Kricgsansbruch verkehrte dieser Zug nur zwischen Renzendors und Alsield.
-tz B e r in u t s h a i n , 20. Nov. Lehrer Heinrich O l y aui Holzheim, Kreis Gießen, der vor wenigen Jahren di« hiesige zweck« Lchrcrstelle längere Zeit inne halte und sich allgemeine BeiievihetI der Bewohner erworben hatte, ist am 21. Oktober den Heldentod gestorben. Er stand im 33. Lebensjahre, war zuletzt m Ober- Bessungen als Lehrer tätig und hintertäßl Frau und Kind.
Starkcnburg und Rhcinhesscn.
(h) Darmstadt, 20. Nov. Im Austrage der in Frankfurt stationierten hessischen Eisenbahner überbrach- ten heute früh zwei Zugführer dem Großh. Hosmarschall- amt eine große Liebesgabensendung für die hessischen Krieger. Der Großhcrzog wird die Gaben am 23. 9to- vember persönlich mit ins Feld nehmen und hier zur Beoteilung bringen.
N i e d e r f l o r st a d t, 20. Nov. Die beiden hiesigen Lehrer Euler und Bollrath, die Schulter an Schulter als Unteroffiziere im Jns.-Regt. 168 in Feindesland kämps- ten, erlitten am gleichen Tage den Heldentod und fanden auch ein gemeinsames Grab.
ch. AusRheinhessen,20. Nov. Die Herb st arbeiten in den Weinbergen haben allgemein ihren Anfang genommen. Da die Witt«ung in letzter Zeit lstiufig ungünstig ist und vielfach Mangel an Arbeitskräften besteht, müssen sich die Winz«, sofern sie mit den Arbeiten rechtzeitig s«ttg sein Ivollen, recht beeilen. Das Rebholz konnte bei der bis vor kurzem meist müde» Witterung gut ausreifcn. — Ebenso wie das Traubengeschäft ist auch d« DttKtverkaui lebhaft«, als ursprünglich befürchtet wurde. Wenn auch meist nur kleine Posten abgesetzt werden können, so hat schon manch« Winz«, d« befürchtete, sein Wachstum selbst einkcllern zu müssen, dieses zum größten Tell abgesetzt. Bezahlt wurden zuletzt für das Stück 1914« Most in Gau-Algesheün 540 Mark, in Jugenheim 500 Mark, in Alsheim 450 Mark. Obwohl die Weine älter« Jahrgänge, insbesondere die noch in größeren Mengen vorhandenen 1912 er und 1913« Weine sich recht gut ansgebaut haben, ist die Nachfrage danach recht still. Nur ganz vereinzelt w«d«i lleine Mengen 1912« und 1913« Weine zu den seitherigen Preisen abgesetzt.
Kreis Wetzlar.
V Wetzlar, 20. Nov. Die Heilanstalt Waldhoi- ElgcrShausen sllrLungenkranke ist von einer Gllellschast in. b. Ö. übernommen worden. Das dem Fürsten zu Bronnsels gehörige 'Anwesen, in dem die Anstalt betrieben wird, wird angetanst. Das Slammkavital beträgt 176 000 Mark. Die Sacheinlage ist aus 151 000 Mk. geschätzt.
A Dutenhofen, 20.Nov. Beider Zusammenlegung unserer Feldmark handelt e? sich um eine Gesanitstäche von 500 Hektar. Gleichzeitig werden für Baulustig« neue Straße n- z ü g e ausgeschloffen; e« iehlte bisher an Bauplätzen.
? Atzbach, 20. Nov. Auch die Orte der Bürgermeisterei A tz b a ch sind heute mit Einquartierung aus Ober» s ch l e s i e« belegt worden.
Hessen-Nassau.
te. Neustadt (Main-Weser-Bahn , 20. Nov. Junge Leute tm Alter von 17—22 Jahren, 90 an der Zahl, aus Schlesien traten gestern mittels Ertrazug hier «tn. Sie kamen in Bürgerguailiere aui unbestimmte Zeit. Mehrere Orte des Kreises Ktrchhatn erhielten dieselben Transport«.
h. Frankfurt a. M., 20. Nov. Beim Abbruch eines Pe« troleumlagerS im alten Westhafen stürzte am Donnerstag nachmittag ein Gerüst ein und ttß vier Arbeiter mtt in die Tieft. Ein« bei Arbeit« starb nach wenigen Augenblicken. Die übrigen erlitten schwere imwre und äußere Quetschungen und kamen in hossnuiigslosem Zustande in das städtische Krankenhaus. Ucbcr die llrfochc des Unglücks konnte Sicheres noch nicht fest gestellt lomden.
h. Hanau, 20. Nov. Der Landrat ordnete heute auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. August für den Stadt- und Landkreis Hanau .die unverzügliche Beschlagnahme aller bei Karwffelzüchtern und Händlern befindlichen Kar- toffelvorräte an, soweit sie nicht für den eigenen Gebrauch nöttg sind. Der Landrat weist nachdrücklich darauf hin, daß der Einwand, über die Vorräte sei bereits verfügt, hinfällig ist uno unter keinen Umständen von der Beschlagnahme entbindet.
X Wiesbaden, 20. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde bcsckslossen, bei d« Landcsv«iiche- rungsanstalt für Hessen-Nasscm in Kassel ein Darlehen von 300000 Mark auszunehnnm. Mtt 75 000 Mack wird sich die Stadt Wiesbaden an der getckantcn Wiesbaden« Kriegskre- ditkasse beteiligen. Zur Beschaiiung von Liebesgaben für das 2. Bataillon, Res«ve-Jnsanterie-Regimenl 80, nmrden 3750 Mk b«eitgestellt, sür Notstandsarbciten 250 000 Mk. bewilligt. Erstmalig sind in diesen Notstandsarbeilen der Ausbau von Neustraßen in der Stadt, so d« Ried«sb«g-, Fichte-, Hüda-, Fritz Kalle-, Anton Wahl- und Wilbelnttnenstraße sowie Am Melmrenb«g vorgesehen. In den 250 000 Mk. stecken 80 000Mk. Arbeitslöhne. Tie Einführung von Fr ei s a h rt s ch e i n e n für die Stadtverordneten aus den hiesigen Straßenbahnen wurde beschlossen. D« Lb«bürgermeist« gab sodann die Schritte bckaimt, die uii- lernommcn wurden, um mehr Verwundete wie bisher nach Wiesbaden zu bekommen. Trotz der Unterstützung des öleneralarzles der Armee Schjerning, d« Rcgi«ungsmäsidentm Tr. v. Meister usw. habe nunmehr das Generalkommando in Frankfurt a. M. mitgetellt, daß das Kriegsministrriimi aus diszivlinärcn Rücksichten vorerst von ein« mnsmigrrichcr«» Belegung Wiesbadens mtt Vcr- wmidcten absehe.


