Vu» Staot «nS Land,
Ei eben, 19. November 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefalle«.
(AuS Hessen und den Nachbargebielen,)
Untero!Nzi-r Heinr. Möller, In!-Rqt. 13^, ans Kassel. — >s,bo!e C5Drift. ErÖBmanu aus Daichstadt, — Gelr, ü. Rei. l>U iit Alexander, Jnst-R t. 116, au« Nleder-Ltimen.
ie. '/>>rein>. Relercnüar Taoid Schlesinger, Jager-Hat. II. i ülatbitrrt. — Einj-„rei>v. Unteroff Konr. Hann, Jn>- ,t. il,. ans Alain,. — Unteroff, b, :Kc| Anton »rbninqer,
117, ans Mainz. — Alusk. Johannes Dcchert, In'.- zt. 118, aus Stadecken — Lt. d Res. Rectztoanwatt Tr. Gre>o> c n n e s h t i m e r ans Mainz. — Gelr. d. Res Erich Schulte
if. -iHfll. 67, tu W esbnden- — Landwebrai. Permessimgslcchgikc. aal Breiten dach, Pion.-Bat 7, ans Tniieloori. dt b. lies, rul Eckert, Res,-Jn'.-Rqt. 82, ans Wiesoadcn. — dandwehein. ,rob Schambach, Jni.-Rgt. ilH, aus üeppenheii». — Res swalb Ei dach, Jnl,-Rgt, 116, ans Haiger-- cell ach. — Bi e- ->webcl Ingenieur Friedrich v. d. H , y d t , Eisenbat n-Ilgi. 3, ,s Sinn. — Landwehr,». Fril, Neck er, Jni.-Rgt, ll", a..s ffcnba.l) n. M. — Land,vehrmann Job. Adam Kr „der, Int.- egl. 16«, ans Dietesheim. — Unlerost. d. Rel. 'l. ! ofIaififtent veinc. v ii j ui 3 , Jns.-R.it. 48, ans Ta> nislndt. — Landstnznnmann lind ihrer ,seist eommel, Landfk.-Bal. Ho! eistalza, ans Rri liels- nn ii» OdeinvalS. — Unteroff. d. Res. Peter Schneider, , endnl>n-Rgt. I, aus Erbenhaujen. — Gesr, Gustav US ei cf et, „s.-Rgl. 116, aris Leusel.
** Ritter des Eisernen Kreuzes: Feldw. Uhl, andm.-Jns.-Regt. 116, aus Rodheiin v. d H. (erhielt auch ie Hess. Tapserteitsmedaille). Ofs.-Stellv. Hugo Kinzen- a cy aus Weilburg, 2. bayr. Inf -Regt. Reservist Heinrich a n g aus Wolsenhauscn, Jciger-Bat 9. Lcntn. d. R. Pro- eltor Dr, Ehlert vom Seminar in Ufiu^eri. Gerichtsass. >r. iut. Viktor Knipp aus Limburg, Motorradfahrer bciin itao der öl. Res.-Div, Wachtmeister Georg Schönig aus iberweper vom FelLart.-Regt, 27. Oberlehrer Wilh. Appel, eutn. d. R im Jnf.-Reat. 83 aus Marburg. Herm. Wolf om Art.-Regt.63 und Lehrer Herm. Lenz, Landw.-Jnf- tegl. 81, aus Lattenberg. Lenin, d. R. H. Stroh aus Gam- ach, 2. boyr. Jager-Bat. Landwehrm. Gefr. Aua. Zim- i e r, Landw.-Jns.-Regt. 40, aus Espa. Wzefeldw, und )fs.-Stellv. K. Kraft, Leibkomp. Ans.-Regt. 168, in Butz- ach. Wachtm. Herm. Stork im Art.-Regt. 14, aus Rupertsburg. Hans Kämmerling, Ins.-Regt. 242. Rcgie- ungsass. Dr. Ernst Papst, Lt. d. R. im Inf.-Regt 115, us Darmstadt. Bataillonstambour Seitz aus Dcrrinftadt, leidbgarde-Fnf.-Regt. 115. RechtsanM. u. Notar Höfing- , o s s von Langenselbold, Landlv.-Fns.-Regt. 87, aus Hanau, (eldZahlmeister Döring aus Hanau, Feldart-Regt 63. Stabsarzt Dr. Hofmann, 8. Armeekorps, aus Nauborn. Iffz. Aloys Hasselbach, Sanitätskomp. 52, aus Wetzlar. Ussz. Hechelmann aus Braunfels, Inf.-Regt 81, zum Ziz f tb'.ncbel b fördert. Jagdaufseher d.s Bad-Nauhcimer lubertusk.ub, Jäger & a i f e in Bad-Nauheim.
** Kein Telegrammverkehr mit Gefange- ,en. Telegramme und telegraphische Postanweisungen >ürsen weder von Kriegsgefangenen noch an solche abgesandt
verden.
" Dortrag in der Universität. Wir machen a»s den I o r t r a g des Herrn Geb Hol, als Pros. Dr. Bebaghel: Der 1 r i e q i in altdeutschen E v o s, der beute abend 8ZL Uhr in >er neuen Aula der Universität stattfindet. ansmerksam.
** Postscheckverkehr. Am 20. November wird der Postgiroverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn wieder ausgenommen.
” Das Unrrechnnngsverhältnis für Postanweisungen aus Dänemark nach Deutschland ffr von der Tän.sck>en Postverwalrung aus 100 SRI. — 86 St'roueu festgesetzt worden.
Landkreis Gieffrn.
A Eberstadt, 18. Nov. ffl e m allen Teilen unseres Vatcr- kemdes, so ist man auch in niiscreni Srte bestrebt, das Rote Kreuz durch Liebesgaben zu linlerstützen. So wurde dem Zweig- verem zii L i ch die e r st e G e I d s a in m l U » g in Höbe von r.88,1 ? Mt überwieseii. Dem dortigen Vereinslazareit iourben lvöter Natnralteii zugeiührt. Tie nach einiger Zeit im Namen des K-iegeroeretns veranstaltete ziveitc Snminliinq ergab be» swönen Betrag von 519,60 Alk. Diese würbe» dann hanptlächlich dazu verwandt, den Kriegsteilnehmer» aus hiesigen» Trtc Liebesgaben ii, Gestatt voi, Hcinben. Uitterho>en, Slrümplen Puls» ivärinern, Letbbiiiden, Ohre schüizern „i,a Funlapo-n z» senden - Tie biestqe F e l d b e r e > n i g u » q s k o mm > s i i o » überwies der» Landesverein des Roleii KrenzeS die summ« von 600 Mt An Ion iigen Spenden gingen dem Krelsoerein zu Gießen 'olaende Liebesgaben 51t: 18-0 Eier, 200 Mund rohes Cb» und 32 Tevte mit ringe »achtem Obb, I >2 D>ui>d Wurst und Fleisttiwaren. 156 Heuiden, 8 Belincter, 13 Kovskil'en, 87 aar Stiiiiiicle unddDaar Dilsivärmer. Ziir (pnleten Ueberiühruna »acb lÄictzen wurden biec »naelähr 1500 Zeiitiier Bolinen >>i>d Saiierkraiit eingcinachi. T >n Lazarett iin nahen Kloster Arnsburg überwies inai, edeii- salls eine Watentadiing inst Nal»>alieii.
KreiS Alsfeld.
X Ans dem Ohintal, 18. Nov. Ein begebrter Han d e l s >1 e q e n st a n S und durch die Krie iszeit die Erbse » geworden Sie werden >>ir die .Uonservei>>ab>>kei, aiigeknn't Beza wird der 8e„l er »>,t 35 D!k. 3» nocmalen I lten kostete der Dovvelzeniner 18 Mt Leider sink gerade in dleseiN Jahre die Erbsen tu hiesiger Gegend nicht besoii^ers geraten.
Kreis Friedberg. bFriedberg, 18. 8>ov. Tie Wiederwahl des B ii r a e r- weisiers Stahl wurde von der zuständigen Behörde bestätigt.
Hessen-Nassnu.
-s- T i e z. 18 Nov. Dam Landrat siiid für den Unter laluikreis Höchstpreise iär Karioileln iest escgi. Für den Zentner glile Svei efaitofeln srei Keiler des Känlers oder frei nächste Bahnstation des Deikäu ers siild 3.40 Mk. 'estgeiegl, bei», Be kau! van Men e» »nler eiiie n Zciituer 4 D-q das D'inid.
d Obernrsel, > 8 . stov. Die Bolizei stellte b!er bei sgintlichen Landwirieii ie vorbaiidenen >i a r I 0 i I e l v 0 r r ä t e >en ii 81 u s der R hön , H s»ov. Frü zeitig hat der IL i » I e r i i »scre» Berge» !«> >«n Einzug geaalten Seit einigen Tagen stiid graste L ch n e e in g ss e ii niedergeganae». die bis tief in die » ' n linabreieyeii. In Gerstels liegt der Schiike bereit^ 0 . .ti». hoch.
wa; der belgische Uriegszemor von den Vrrefen deutscher Kr crsgefa irc;:cr erzählt.
Ein Belgier, der mit der Ausgabe betraut war, die Briefe der in die Hand der Belgier gcjalleiien deutschen Kriegsgesangc- nm durchzusehen, und alles darin zu streichen, was irgendwie militärische Ausklärungen hätte geben können, teilt dem „Nienwe io.tcrdamsche Courant" allerlei über di^e Briefe mit. Es war eine endlose Arbeit, die vielen Briese durrpznarbciien; einige der Gefangenen waren sehr eifrige Briesschreiber, und besonders ein Leutnant aus Hannover „eine in jeder Beziehung spm- vathische Figur", ist ihm besonders ausgesallen. Augenscheinlich war er erst seit kurzem verheiratet! fast jeden Tag schrieb r an seine Fra», und oft fragte er, warum er noch innnt-.- kcine Antwort bekommen habe. Der Zensor wußte es ivohlst er I.stte so viel zu tun, daß die Briefe des Leutnants noch gar nicht abgeschicht waren. Was einen günstigen Eindruck mach!, so er- iShlt, der belgische Zensor weiter, ist die nette, deutliche Sandlchrist der deutschen Soldaten, meistnis cinsaäZn: Baucni aus
Pommern, Mecklenburg und Hannover, In wenigen Säpen teilen sie das unbe.'ingl Nötige mit. Alle versagen über einen Ml- dungsgrad, der ein schönes Zeugnis von der Sochsalt des deutschen Schulunterrichtes ablc.gt. Die Mannschalten sind meistens ganz guter Laune. Einer schreibt z. B. kurz und bündig in großen Buchstabeir quer über das ganze Blatt: hurra, wir leöeu noch: andere teilen mit, daß sie, verwundet oder unvcrwundet, in belgische Kriegsgefangenschast geraten sind, daß es ihnen gut geht, und daß sie genug zu essen und zu trinken bekommen und sprechen dann die Hossnung aus, ihre Familie bald wicderzusehen. Mit der Verpflegung durch die Belgier scheinen säst alle zufrieden zu sein, und nur ein einziger klagt über „Gänsewein und dünnes Vier", lieber den Krieg selbst äußern sich die Mannschafien säst gar nicht: höchstens crlundigen sie sich nach Gefährten, die mit ihnen aus- gezogen sind, und die sie nun aus den Augen verloren haben. Manche sind sogar so guter Stimmung, daß sie sich ziemlich humoristisch ausdrückcn: „Unkraut vergeht nicht", meint einer und ein anderer teilt sogar mit, „er mache gegenwärtig in Belgien eine Gesundheitskur — allerdings als Kriegsgefangener", — Wieder ein anderer — das hat den Zensor recht sympathisch berührt — bittet seinen Bruder, gut für sein Handwerkszeug zu sorgen, denn nach dem Kriege brauche er es wieder. Ganz anders sind die Briese der Offiziere, Man muß dabei im Auge behalten, daß sie aus den ersten Ansängen des Krieges stammen: es bandest sich um Kriegsgefangene aus dem August, die noch nichts von der Einnahme von Brüssel wußtm, von den weiteren Ereignissen ganz zu schweigen. Die frohe Laune der Mannschastsbrieje iehlt hier: aus alicm Uc|t man die Trauer darüber heraus, daß sie nun ihrem Bernse nicht mehr leben können und nichts vom Gange der Ereignisse erfahren. Sie wollen Nachrichleu haben und klaacn über die erzwungene Untätigkeit. Zuweilen schildern sie auch die Beschwerden, die der Krieg ihnen und ihren Mannschaften gebracht hat: einige Briese enthalten auch Urteile über die Belgier: die Belgier scchten wie Löwen, heißt cs beispielsweise, und umgekehrt werden auch Urteile der belgischen Offiziere über die d.ntt'chen Kämkfer mätgeleilt, die voll hoher Bewunderung für den heiligen deutschen Augrijs waren. Der Gedanke, nicht für das Vaterland kämpfen zu können, steht aber überall im Vordergründe. Manche Ossiziere klagen über strenge Behandlung: man behandelt sie nicht als Männer von Ehre, die nur ihre Pflicht getan haben, man entzieht ihnen ihre Freiheit, schließt sie in getrennte Zellen cim läßt sic nur während weniger Stunden kdes Tages mit ihren Kameraden zusammen und vor allem: es fehlt ihnen an ernsthafter Beschäftigung, Hierzu meint der Zensor, es habe sich Zwischen in dieser Beziehung vieles verbessert. Als Einzelheit ei ein Bericht eines Ofsiziers herans- gegrifsen, der in seinem Briese einen ganzen Erknndigungszug beschreibt: mit 30 Mann drang er tics in das Land vor: tagsüber hielt sich der Vortrupp verborgen: es gebrach an Nabrungsmltteln und dennoch rückten sie vor, es gelang ihm, wertvolle Ausschlüsse zu erlangen und durch Mannschaften zur Hauptmacht zurückzuschicken, bis der Rest der 30 bei einem plötzlichen Ueberfall in Gefangenschaft geriet.
Aus den Briefen zieht der Belgier den Schluß, daß „die meisten Offiziere gebildete Leute sind". Nirgends bat er einen Ausdruck des Hasses gegen k>en Feind gesunden, freilich Ausdrücke der Erbitterung gegen England, das alle als Ursache des Krieges betrachten. Nur einmal hat der Belgier starke Ausdrücke gefunden, und diese stammen von einer Ofsiziersfrau. Darin werden die Javaner als gelbe Ekel bezeichnet, und die Engländer, „die an allem schuld tragen", werden mit dem Worte „Schweinigel" bezeichirrt.
vermUchte».
Dr. Doyens Erfahrungen auf den: Schlachtfeld.
Der bekannte französische Arzt Dr. Doyen, der als erster Chefarzt dem 10. französischen Armeekorps beigegcbcn ist, äußert sich über seine medizinischen Erfahrungen, die er während seiner mehr als zweimonatigen Tätigkeit in den Feldlazaretten gesammelt hat. In der Organisation, die ihm unterstellt ist, sind in dieser Zeit etwa 32 000 Verwundete behandelt worden, hauptsächlich Franzosen und Deutsche ?lls das wichtigste Ergebnis seiner Behandlungen hebt Doyen die Heilung de- Wundstarrkrcrmpses hervor, die ihm in 80 Prozent aller Fälle gelungen ist. Er will diese über alle Erwartungczz günstigen Erfolge einer neuen M ethode verdankst!, über die er in seinem der Biologi'chcn Gescsisehrfl erstatteten Bericht einige nähere Angaben macht. Der Ersindcr dieser nerien Behandlungsart ist Dr. d'Hotel aus Doir Tcrron in den Ardennen, der bereits im Jahre 1909 einen Aufsatz veröffentlichte, in dem er die Dortrilc der Umkehrung der Korverlage nach der Einspritzung des Antt-Tetanus-Serums in das Rückenmark hervorhebt. Doyen begann am 10 September diese neue Behandlung methodisch zu studieren. Seit diesem Tage starben von 24 Tetanus-Fällen, die sich in dem Lazarett befanden, nur noch drei Kranke. Die neue Methode, die von Doyen in Gemeinschaft mit den Aerzten Brisset und Le Monnier ausgearbeitet und in ein System gebracht worden ist, ist sehr einfach, gefahrlos und wirkungsvoll. Doyen schreibt ihr seine überaus günstigen Erfahrungen in der Bekämpfung des Wundstarrkrampfes zu. Des weiteren sprach er sich streng gegen das Operieren aus. Doyen sieht in der Entfernung eines Gliedes oder auch nur eines Teiles eines solchen das letzte und äußerste Mittel, zu dem man nur in den dringendsten Fällen schreiten darf. Man muß zwar alle infizierten Stellen wegschneiden, aber wenn die Wunde gereinigt und ossengehalten ist, dann besorgt die Natur die Heilung in der wundersamsten Weise. Bon 408 Operationen, die Doyen in dem Lazarett von Granville vornahm, fand er es nur in 6 Fällen für notwendig, zu Amputationen zu schreiten, Wunden, die durch Kopfschüsse heroorgcrufen wurden, haben seine besondere Aufmerksamkeit aus sich gezogen. In diesen Fällen empfiehlt er keinen Versuch zur Entfernung der Kugel zu machen. Das Loch muß bisweilen vergrößert werden, um die Reinigung in umfassender Weise vorzunchmen, aber die Kugel kann ruhig drin gelassen werden, vorausgesetzt, daß sie den Verwundeten keine großen Schmerzen verursacht. Er hebt die Leichtigkeit hervor, mit der der größte Teil der Wunoen in diesem .Kriege heilt. Diese Gutartigkeit der Brrletzungeu ist hauptsächlich der antiscptischen Natur des Loches zuzuschreibcn, das die Kugeln der Gewehre hinterlassen. Von den 32 000 Berwnndcten im Gebiet des 10. Armeekorps sind nur 300 gestorben, und darunter 73 an Wundstarrkrampf in den ersten Tagen des Krieges, da man die neue Behandlung noch nicht anwcndete.
»
* Alteundneue Zeitungen i» Brüssel Wie unter
den zurückgekchrten Belgiern wieder das Interesse au den k: 1 -1 und grossen Vorgängen crivarbt ist, zeig das Er ch einen euer Reihe alter und neuer Zeitungen in.Brü stl, üb r die dem Nieuivc „Rottcrdamichc Courant' einige nw; Mitteilungen gemacht werden, „Nile uu'erc irühereu Gewohnheiten", heißt es da, „können wieder ausgenommen werden. Wir bekommen ickwii, wenngleich nur einmal am Tage, unsere Briegckzasten ins Haus gebracht. Auch holländische Zeitungen erhalten wir regelmäßig: allerdings sind sie recht teuer. lln> nun hört man auch belggckie Blätter ausrusen: „L'Llmi de lOrdre" von Namur oder „Le Bien Public" von Gent. Diese belgischen Zeimngen stehen natürlich unter strenger Zenür. ,A!e D:«n Public" hatte in seiner letzten Nummer zioa Spalten l er. Tie Brü seler Blatter ersch inen noch rückü wieder, und so haben die Brüise.er Journalisten Ferien: einige von ihnen lwben sich zusammengetan mid geben eine Zeitung heraus, in der alles Kriegerische systematisch vermiede» wird: uri h n ist cs das einzige Bla t d.r Welt, in d'M kerne Kriegs- neulgkeiten zu leien sind. Groß ist hingegen die Zahl der Ze.tungen, die ihr Entstehen dem Kriege verdanken. Jeden Tag erscheinen neue der Art. und sie uzersen auch vicl gelesen. Merkwürdig ist lie große Zahl derer, die die hol1l.indischcn^Blättcr bevorzugen: man iit erstaunt über die »iederiändische Sprachkcnul- »is all der Leute, die vor dem Kriege nicht um die Welt ent Wort vlämisch g.lpro»cn-pder gelesen haben würden,,. Alt dieser geistige „Konrsort" iedexl>," sälmt der Berichterstntrer son, „verhindert es nickst, daß der Mangel an Brok täglich größer wird. Wir hoben zepi alles iut lieber kuß, sogar neuerdings Käse, der in großen Akengen aus Holland kommt und den man bis in
die Straßen hinaus verkauft. Nur Brot fehlt. Wie verlautet, werdm w r, vor äusig w n gstrns, aus Riten ge elli: 2)0 l ramm am Tage. Biele Bäckereien bleiben tatsächlich ge,.y.offen. Andere kündigen an, daß sie noch.Hefe besitzen und bereit seien, Brot zu backen von dem Mehl, das sie „erwarten". Aber nur noch wenige Menschen haben Feinmchi vorrätig: alles wurde zu den Pmnu- kuchcn verbraucht, di« dos täglick>e Butterbrot ablö>leu Glücklicherweise soll, wie man sagt, Getreide aus Amerika eintrcssen, so daß wir in Dosftmng leben,. ."
* Eine französische Schützengraben-Zeitung, Bon unserer deutschen Soldaten-Zeitung, „Der Landsturin", die ihr Dasein dem wochenlang andauernden Lagern in den Sch» '«n- gräben verdankt, ist schau wiederholt berichtet worden. Aber auch die französischen Soldaten, die in der Ausgestaltung und der Ausstattung ihrer Schützengräben mit den Deutschen loettei ein, haben sich ihre Schützengraben-Zeitung geschasfen, um de n Mangel an Nachrichten und Ilnterhaltung abznbelsen. Ein Berichterstatter hat eine der ersten Nummern zu Gesicht bekommen, die von einem Kolonial-Regiment hergestellt worden ist. Weniger ansvruchsvoll als die deutsche, die von Buchornckern nach ollen Regeln ihrer Kunst gesetzt und gedruckt wird, ist die sranzösische cm einiaches vervicliältigtes Blättchen, das de» Titel „Ter kleine KoloiiiLl- Soldat" führt. Aber auch so hotte die Schützcugrabcnzeitung großen Erfolg, so d.aß sie immer weiter auSgestaltet ivird. Tic gibt nicht nur eine kurze Uebcrsicht d^r neuesten Meldungen vom striegsschau- Vlotz, sondern häufig in humoristischer Form Nachrichleu aus dem Lagerlebeu und selbst aus der Politik. Es ist unglaublich, was in dieses kleine Blatt im Briefpapier-Format alles hincingcht. Sogar Zeichnungen und Karikaturen iiuden sich da, die von dem Karikaturisten Hcnriot gemacht worden sind. Am Kops des Blattes wird mitgeteilt, daß die Abonnements gratis sind, ssittürlich seylcn auch die Verse nicht: denn ohne solche Lieder und «pottverse ist der französische Soldat nicht zu denken. Ter „Kleine Kolonial» Soldat" hat in einer seiner ersten Nummern dirett einen Aufruf <m die Dichter des Regiments gerichtet, ihrer poetischen Ader freien Laus zu lassen, und diese Aussorderiing ist nicht ergebnislos geblieben: die Zahl der RegimenlS-Tichier, die sich hier mit Versen, die der Lage angevaßt sind, versuchen, ist ziemlich groß. ^ * Amerikanische Krieg sbetracht» ng. Der „Boston Transcript" hat in dem Leitartikel einer amerikanischen Zeitung folgende Stelle gefunden: „Wieder einmal steht England vor einer schweren Krisis, Es hat nichts so Folgenschweres gegeben, seit Alexander der Große seine Schisse verbrannte und den Rubikon überschritt . .
büchertijch.
— .Der Völkerkrieg", In den Heilen 8 >ind 9 der ini Verlag von Julius Hofsinann ii, Stuttgart erscheinenden klricqs- zeilschrist »Der Völker krieg, spielt sich der erste Akt des gewaltigen westlichen Schlaebtendrainas vor unserem geistigen Auge ab: die Ereignisse von der Riesenschlacht bei Metz und in den Vogeien bis zu dem ersten Erscheinen deutscher Truppe» vor Paris. Vor- angeilellt ift eine übersichtliche Skizze des Aufmarsches der deutschen Wellheere, dann solgeii die .klassischen" Depeschen des Generalqiiarlier- i»e>s!ers v. Stein. Tie Schlachten der beiden Kionpiinzenarnicen lullen das 8. Heil: das 9, schildert die Kample 11» Obe>elia» und den Rnckzug der Verbündeten init beit Niedcilagen der Engländer und dem Vornan der demichen Heeresspitzen a»l Paris. Das 10. Helt des „Völkeikriegs" zeigt die Wirkungen dieser Ereignisse aus die innere Lage Frankreichs und Englands. Heil 10 beschließt den ersten Band der Zeilschrist, dem als Anhang das dokumentarische Material über die Verwendung von Tnindiimgesehosien bei unseren ölcgnern beigegeben ist, vorzüglich erläutert durch einen voraiis- gehenden Anssatz von Elehesnirat Tr, Bruns über die verschiedeueir Ilrle» von Tmndliinftksck osien. Tie Büderdeigoben (Bildnisst unserer Heersnhrer »nd der seindlichen Generale u d Staatsmänner, Schlacht>e,dai>snabmen nsw.) heben auch äußerlich den Wert hervor, den diele drei Helte der für späiere Zeiten wertvollen Chronik durct ihreii vielseitigen Inhalt besitzen.
Kirchliche Nacl-richten.
Jzraeiiiische Rcllgionsgemeii:-e.
Gottesdienst in der Synngoqe (Srid-Anlage), Samstag, den 21. November 1614. fotnii eif) 4 30 llyr,
A ergens 0.01 llstr.
Feier des Geburtstages Lr. Kgl. Hoheit des GroßhcrzogS, 8i a ch ni t t t ag s: 3.31 !>-r.
Labbatausganz 5.2,5 Uhr.
Israelitische Reliaionraeiellschaft.
Eatterdienst.
Sabba<l«--e am 21. November UH:
Freitag abend 4.10 llbr.
Samstag vormittag 8.31 ’tlc.
Feier »cs Geburtstages Tr. Kal. Hoheit des GroßhcrzogS bon Hessen.
Samstag nachmittig 3.31 lt >r.
Sabbat-stusaang 5.25 llfic.
Wock enqottesdienst: Morgens 6.45, abenai 4 "0 Nbr. _
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Sauptyuartier, 19, Nov.. vormittags. «Amtlich.) In Westflandcrn und in Nordfrankreick, ist die Lage unverändert.
Ein dculsches Flugzcuggeschivader zwang auf einem Er- kundigungsfluge zwei feindliche Kampfflugzeuge zum Landen und brachte ein feindliches zum Absturz. Von unseren Flugzeugen ist eins vermitzt.
Ein heftiger Angriff in der Gegend Servon am Wesh- rande der Argonnen wurde unter schwc rn Verlusten fiir die Franzosen zurückgcsck,lagen. Unsere Verluste waren gering.
Aus dem östlichen KriegsschanplaZ sind die erneut ein- gcleiteten Kämpfe noch im Gange,
Oberste Heeresleitung.
'Di? Spcrrnttg des Libaner Hnf ns.
(WTB.) Verlin, 19. Nov. (Amtlich.) Am 17, November haben Teile unterer Ostsee-Slrcilkrästc die Eiiisah'tcn des L daucr Hafens durch vcrscnkic Schiffe gesperrt nnd die militärisch wichtigen Anlagen beschossen. Torvedobootr, die in den Znmiihasc» cindrangen, stcltle» fest, daß feindliche Zecschlffc nicht im Ha'cn waren.
Der stellvertretende Chef dos Admiralstabes.
gez, B e k> n ck c. _
Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Verinlschles": I. V,: August G 0 c tz.


