)i*ar, rmiri>e im Rmtmc bei Krttp a n j Schanze auf Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute um 5 Uhr vormittags auch Kostafnik, ein von den Serben für uneinnehmbar gehaltener wichtiger Stützpunkt, erstürmt wurde Die Zahl der Gefangenen und der erbeuteten Geschütze ist «bisher nur annähernd deiannt.
28ien, 8. Nov. (23228. Nichtamtlich , Amtlich wird vcr- lautbart: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz fanden auch gestern keine Kämpfe statt.
Aus Bulgarien.
(WTB.) Sofia, 7. Nov. (Nichtamtlich.) Ter Kriegsminister hat in der So b ran je eine Vorlage eingebracht über einen außerordentlichen Kredit von 33 M i l- lio nen zur Deckung der Ausgaben für die Armee. Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch welche die Ausfuhr von Getreide, Mehl, Kartoffeln, Vieh, Futter, Texlilerzcugntssen, Beleuchtungsstoffen, Reizmitteln, rohen und verarbeiteten Häuten, Lebensmitteln, Arzneimitteln, Sanitätsmatcrial und Beförderungsmitteln verboten wird.
Ter türkische Tagesbericht.
Konstantinopel, 7.Nov. (23233. Mchtamtl.) Amtliche Meldung des Großen Hauptquartiers. Nichts Ne u es an der kaukasischen Grenze.
Im Schat-el-Arab begegnete ein türkisches Motorboot, >das zur Ueberwachung dort kreuzte, bei Ab ad an einem englischen Kanonenboot und loechselte mit ihnr Schüsse, wobei eine Explosion auf dem Kanonenboot verursacht wurde. Mehrere Schüsse des türkischen Motorbootes schlugen in die Pe trol e u nrl ag e r in Slbadan ein und verursachten dort einen Brand, llnser! Motorboot kehrte ohne Schaden nach Bas sora zurück. Tie Petroleumlager brennen weiter.
Der Schat-el-Arab ist die Bereinigung von Euphrat und Tigris; er inündct in den persischen Golf.
Konstantinopcl, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Großen Hauptquartiers: Mit Hitzfe Gottes ist die ägyptische Grenze gestern von den ll ns eigen überschritten worden. Da die russische Flotte sich in ihre Kriegshäscn zurückgezogen hat, hat unsere Flotte Poti, einen der bedeutendsten Hasen des Kaukasus, bombardiert und allerlei Schaden angerichtet. — Unsere Gendarmen und die aus unserer Seite stehenden Stämme haben die englischen Truppen, weiche in A k a b a gelandet waren, v e rn i ch t e t. 4 englische Panzerschiffe, die sich dort befanden, haben s i ch z u r ü ck g e z o g c n, nur ein Kreuzer ist zurückgeblieben.
(WTB./ London, 8. Nov. (Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung haben einige indische Truppenabtci- lungen und eine Secbrigade Fac an der Mündung des Schatt el Arab im Persischen Golf nach einstündigcm Kampfe in Besitz genommen. Sie hatten keine Verwundeten.
Die Haltung der Armenier.
(WTB.) Konstantinopel, 8. Nov. (Nichtamtlich.) Der Patriarch der armen.-gregorianischen Kirche richtete an alle Bistümer und Vikariate der Türkei ein telegraphisches Rundschreiben, in dem er hervorhebt, daß die armenische Nation, deren Jahrhunderte alt« Treue bekannt sei, im gegen- wärligen Augenblicke, in welchem sich das Vaterland init mehreren Mächten im Kriege befinde, ihre Pflicht erfülle und alle Opfer auf sich nehmen müsse für die Erhöhung des Rnh- ines des ottomanischcn Thrones, mit dem sie fest verbunden sei, und für die Verteidigung dos Vaterlandes. Die Bischöfe und Vikare wurden ausgcfordert, in diesem Sinne Ratschläge zu geben. Demnächst sollen Gebete in den .Kirchen des Patriarchats für den Sieg der ottomanischen Waffen abgebalten werden. — Das Patriarchat beschloß, dem .Heere 10 000 Paar Socken anzubieten. Diese Ergcbenheitskundgebungen der Armenier machen einen ausgezeichneten Eindruck.
Russische Truppen in Pcrficn.
(WTB.) Ko n stau tin o pel, 8. Nov. (Mchtankwich.) Tehcraner Blätter melden die Ankunft neuer russischer Truppen in Persien. Am 3. November trafen in Ardc- bil etwa 1000 russische Soldaten ein, die angeblich nach) Choi und Salmas an der türkischen Grenze /ich begaben«. .Hundert Mann kanien nach Kasrnin, das vor' einiger Zeit von den Russen geräumt worden war. 150 in Mesched gelandete russische Soldaten sind mit 70 anderen russischen Soldaten nach Kasrnin ahgegongen. Russische Truppen trafen mit Munition und Lebensmitteln in Baku und in Ehoi ein.
Die Senussen gcgcu Aegypten.
Mailand, (?. Nov. (Ctr. Wirkst.) Nack> einer Meldung der „Stampa" Hat der Scheik der Senussen seine! Streitmacht aus der Cvrenaika zurückgezogen und nach AcgNpten gegen die Engländer geschickt. Eine ttalie- ni.sck>e Abteilung, die am 29. Oktober von Zaui Beda abging, gelangte bis Mersa, ohne Feinde zu treffen. Dagegeü meldet der „Corriere della Sera" eine Selcbung der Raub- zügc der Rebellen in der Cyrcnaika gegen dtie unterworfenen Bcduin e n. (Frkft. Ztg.)
Eine russische Kricgsstcuer.
Petersburg, 7. Nov. (28TB. Nichtamtlich.) Das Finanzministerium hot einen Gesetzentwurf über eine Kriegs st euer ansgearbeitet und ihn dem Minisber- rat unterbreitet. Diese Steuer besdeht aus: 1. einer das ganze Einkommen von Einzelpersonen, Anstalten und Gesell- schäften erfassenden Steuer, wenn dieses Einkommen mehr als 1000 Rubel jährlich beträgt: 2. einer Personal- steucr für alle vom Militärdienst befreiten Männer; 3. einer den iu natura geleisteten Kriegs» dienst ersetzenden Steuer für alle Gebiete und Bevölkerungsteile, die von dem Kriegsdienste befreit sind. Die unter 1) genannte Einkommensteuer begnmt mit dem Satze von 10 Rubel für ein Einkoutmen zwischen 1000 und 1100 Rubel und erreicht eine Höhe von 15000 Rubel für ein Einkommen von 190000 und 200 000 Rubel; höhere Einkommen werden mit 8 Po^. besteuert. Finnland und die Gebiete der Kosaken sind vcm der oben unter 2 ) genannten Personalsteuer für die Befreiung vom Kriegs- dienstc ausgenommen. 'Tie Stener für den in natura geleisteten Kriegsdienst trifft die eingeborene Bevölkerung von Tür- lestan, die Provinzen AkmolinSk, SemipalatinSk, Samiriet- schensk, Turalsk, Tnrgas und Astrackum, die Muselmanen in den Provinzen Terek, Kübmi und Tronskaukäsien sowie die Eingeborenen der Gouvernements Stawcopol und Astrachan. Der Gesamtertrag dieser Kriegssteuer wird aus 85 Millionen geschätzt. Me oben zu 2) genannte Personalsteuer für vom Kriegsdienst Befreite wird bis zum vollendeten 43. Lebensjahre von den der Einkommensteuer nicht unterliegenden Personen mit 6 Rubeln jährlich erhoben; Einkommeusteuerpflichtige zahlen die .Halste ihres Ein- konimensteuersatzes.
' V*i.
Ter Ausstand iu Südafrika.
Rotterdam, 7. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdams che Courant" veröffentlicht einen Brief seines Korrespondenten in Johannesburg vom 8. Oktober, in dem es u. a. heißt: „Daß die 'Deutschen bei dem ersten Treffen zweihundert Mann gefangen nahmen, diente nicht dazu, die Begeisterung für den Krieg zu wecken. Nur langsam koimncn Einzelheiten von dem Treffen bei Rand fontein, wo fast zwei volle Schwadronen des ersten Regiments berittener Kapschützcn und eine Jlbteilung der Transvaal-Artillerie in die Hände der Deutschen fielen. Mittags war die Munition verschossen, die Stellung unhallbar, die beiden Kanonen unbrauchsbar gemacht und Engländer und Aftikaner hißten die weiße (tzlaggc. Oberst Grant fiel verwundet in die Hände der Deutschen, die erst unsere Toten begruben, dann die ihren und alle Verwundeten gut behandelten. Z.vei Schwadronen, die vom Hauptquartier zu Hilfe geschickt wurden, wurden von den Deutschen unter heftiges Maschinenge wehrfeuer genommen; sie gaben den Bvrmarsch ans, als sie einige Verluste erlitten hätten. Das ist alles, was die Zensur durchließ." Zum Schluß heißt es in dent Brief: „Die Zufuhr frischer Mannschaften für die Armee ist ein schwieriges Problem. Ae letzten Reserven bestehen aus Wehrfähigen von 4 5 bis zu 00 Jahren. Borläusig will man es init Freiwilligen versuchen. Wirtschaftliche Gründe erschweren die Lage. Bol ha hat bisher 2000 Freiwillige, 313 berittene Schutzen und 1855 Infanteristen aufgerufen ; jetzt fängt man mit dem Aufruf berittener Korn- inandos an und hofft, tausend berittene Schützen zu erhalten^ die Transvaal und der Oranje-Freistaat auf- bringen sollen."
Amsterdam, 8.Nov. „Nieuws van den Dag" meldet aus Johannesburg vom 7.November: Rebellen, die durch Rcgicrungütruppen «erfolgt werden, sind in den O r a n j e f r e i ft a a t eingefallen. General Bdyers scheint sich bei ihnen zu befinden. Sie haben die Drücke über den Saudsluß bei Virginia zerstört. Truppen Dewets haben an verschiedenen Stellen die Eisenbahn nach dem Freistaat zerstört.
(WTB.) London, 7. Nov. (Nichtamtlich.) Das Reu- icrschc Bureau meldet aus Kapstadt vom 7. Nov.: Ein K o nt - nia n do der A u s st ä n d i s ch e n hat gestern nachmittag die Eisenbahn bei Blömhof in Wcfttransvaal überschritten, ivurdc aber von den Regicrungstruppen unter den Koinmaiv- danten Delarcy und Swatz angegriffen. Diese machten fünf Gefangene Tie Aufständischen überschritten spät abends den Baalsluß lind) dem Freistaat und wurden von dem Kom-- maudantenOberstSimmei verfolgt.
Eine Rede der Generals Dcwct.
Rotterdam, 7.Nov. (Ctr.Mn.) lieber die Rede, die General Dewet in der Stadt Brede im Oranjefteist-aat hielt, wird gemeldet:
Dewet erbat sich zuerst einen Stenographen, damit dieser jedes Wort auszeichnen könne, „weil er, was immer er in Zukunft sein dürste, nie eine größere rebellische Handlung begehen könne, als er schon begangen habe". Nachdem der General der „elenden pestartigen" Engländer Erwähnung getan hatte, schilderte er den Einbruch in Südwest als eine räuberische Handlung. Die gottlose Politik Bothas habe lange genug gedauert und die Südafrikaner würden ein sür allemal niit jeneni Skandal ein Ende machen.
„Einige meiner Frcuirde," sagte Dewet weiter, „rieten mir, noch ein wenig zu warten, bis England größere Hiebe bekomm«. Wer es ist unter «unserer Würde, einem toten Hund einen Fußtritt zu versetzen. England hat schon alle Hände voll zu tun. Ich ver- abslheuc die Lügen, welche verbreitet werden, denen zufolge tausend Australier, Kanadier und Indier gegen uns entsandt werden können. Woher will England sie bekommen? Es hat genug damit zu tun, seine eigenen Schlachten zu liefern."
In einer zweiten Rede an einem ungenannten Ort sagt« Dcwct: „Ich gehe weiter, um mich Maritz anzuschließen. Dort werden wir Waffen und Munition erhalten, und dann werden wir nach Prätoria gehen, um di« englische Flagge nrederzuholen und eine freie südafrikanische Re - vublik zu gründen. Dewet erkennt somit den „Bereenigings" Vertrag nicht mehr an. Er requiriert überall Wasfen, Munition und Proviant gegen die Llbgabe von Bons. In Vrede sind 2 / 3 der Mannschaften Dewets mit Gewehren bewaffnet.
Ein englischer Minensischer zerstört.
London, «7.Nov. (28TB. Mchtamtlich.) Wie „Dailh Mail" meldet, ist der Minensischer „Mary" bei Lowestost durch eine Mine zerstört worden.
Der Secsieg an der Küste Chiles.
New-Pork, 8. Nov. lW.B. Nichtamtlich.) Ueber die Seeschlacht an der chilenischen Küste werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Es war 6 Uhr abends, als die Deutschen die englischen Kriegsschiffe bemerkten und sie z u m K a m p f e z w a n g e n. Die deutschen Schisse waren a k t i o n s b e r e i t, als die „G o o d Hope" in Sicht kam und sich unter vollem Dampfe näherte. Als sie den Feind gewahr wurde, manövrierte sie sehr geschickt, so daß die anderen englischen Schissseinheiten hcrankommen konnten. Beide Geschwader fuhren in südlicher Richtung, wobei sich die Deutschen in der Nähe der Küste hielten, um sich dann den Engländern mehr und mehr zu nähern. Der erste deutsche Schuß fiel zu kurz. Aus tzine Entfernung von 6000 Bards eröffnete die „Good Hope'" mit ihren neunzölligen Geschützen das Feuer. „S ch a r n h o r st" und „G n e i s e n a u" erwiderten mit einer Breitseite, die vitale Teile des englischen Admiralschifses traf, so daß die Maschinen zu arbeiten anihörtcn. Jetzt griff der Kreuzer „M o n m o u t h" ein, um die „Good Hope" zu schützen. Die Gegner waren um diese Zeit 5000 Pards voneinander entfernt. Die Deutschen konnten alle Geschütze zur Geltung bringen und konzentrierten ihr Feuer auf die „Monmouth", bis diese sank. Der Zwischenraum zwischen den Kämpfenden war jetzt nur poch 4500 Bards. Die „Good Hope" hielt sich tapser, bis eine Explosion an Bord erfolgte und Feuer ausbrach. Es ist unbekannt, ob der .Kreuzer Herr der Flammen wurde, doch schien es. als ob die Feuersbrunst nach- ließ. Die „Good Hove" kam schließlich außer Sicht. Der Kreuzer „Nürnberg" kreuzte bis Tagesanbruch, um uach den Verwundeten zu suchen, doch konnte den Matrosen des „Monmouth" keine Hilfe gebracht iverden, da die See unruhig war und Rettungsboote nicht ausgcsetzt werden konnten.
* . *
Gegenseitige Borwürfe der Verbündeten.
Haag, 7.Nov. Die „Times" schreiben in einem Leitartikel: Es sind Vergleiche angrstcllt worden über das, was wir geleistet haben, und das, was «rudere Nationen (Frankreich und Belgien) geleistet haben. Eigentlich haben wir mehr getan als unsere Verbündeten, denn wft hatten nie beabsichtigt, mehr als 150 000 Mann nach Europa zu senden, und haben dock) schon doppelt soviel getan. Wir haben nie behauptet, über eine große Armee zu verfügen. Unsere Verbündeten haben uns in ihre Mitte ausgenommen zum Guten oder Bösen. Niemand hat ein Recht, soviel mehr von uns zu verlangen, als wir zu geben beabsichtigten. Wir dürfen nicht gedrängt werden, noch darf man von uns Wunder erwarten.
Tie Agitation für die allgemeine Wehrpflicht in England.
London, 7. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs- amt hat beschlossen, das Körchermatz für Rekruten
von 5 Fuß 4 Zoll auf 5 Fuß 3 Zoll herab zu setzen,da die Retrunerungszifscrn der letzten zwei Wochen nicht befriedigten.
„Daily Mall" schreibt:
Ter Sieg kann nur gewonnen werden und das britisch« Reich nur gerettet werden, wenn England für Armeen sorgt, die eine krässige Offensive gegen Tcittichland ergreifen können. Wir st«chen dein Angriff durch eine vollkonrmen bewaffnete hochorganisiertc Nation von 65 Millionen «legenübcr. Ez ist ein Kamps, der um unsere Existenz gebt England kann den Angrifi nur Niederschlagen und alle Ziele erreülien, wenn es möglichst bald Armeen von ein bis zwei Millionen Mann ins Feld stellen kann. Es gibt keinen anderen sickstbaren Weg zum Erfolg.^ Wenn die ireiwülige Rekrutierung nicht die erfordcr- lichcn Streitkräfte schasst, so muß England die allgemeine Wehrpflicht annchmen. Ir länger die RckrutiernngSbehörde zögert, bessere Methoden anzunehmen, desto näher rückt die all- gemeine Webrpslickü. Das Blatt sicht zuxn große Sckumcrigkeüen, die die freiwillige Rekrutierung behindern. Erstens mackst sich ein großer Teil des Publikum:- die wirkliche Lage an der Front nickst klar, was eine Folge der Geheimnistuerei der Behörden sei. Tier zweite Grund sei die ungenügende Fürsorge fiir die Frauen iind Familien der cintretenden Kriegsfreiwilligen und sür die Verwundeten.
London, 7. Nov. (28TB.) Der Londoner Korrespondent des „M anchcsterGuord iau" schrellfi:
Tie Gerüchte über die allgenieine Wchrpllicht nehmen täglich mehr Gestalt an. Der Rückgang der Rekrutierung bat eine Lage geschaffen, die ein weitsckxmendes Kriegsamt berücksichtigen muß. Die Regierung Hai icooch. wie ich erfahre, das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht in 'Betracht gezogen. Ge- plant wird ein 'Mittelding, um einen Druck auf die wehrfähige Bevölkerung onszuüben. Auf Veranlassung einer halbamtlickzen Vereinigung sind Formulare gdwuckt worden, die als Zählungssormularc allen Hausbesitzern zugesandt werden sollen, um die genaue Ziffer der Wehrfähigen ausfindig zu mackzen. Kein Hausbesitzer ist vervillchlet, Formulare auszu- füllen: aber die organisierend« Vereinigung wird das Ergebnis der Umfrage jcdenjalls als Anhaltspunkt bctrackstcn, ob die Nation für eine gewisse Form der allgemeinen Wehrpflicht reis ist. Das Gesuch »m Information ist von den Führern beider Parteien unterzeichnet worden.
Teutschscindliche Ausschreitungen englischen PöbelS vor Gericht.
(WTB.) London, 7.Nov. (MchtamtlichV „5*rtß) Telegraph" meldet: Gestern wurde vor dem Schwurgericht gegen 21 Männer und junge Leute loegen der deutschfeindlichen Ausschreitungen am 17. und 18. Oktober in Deptfoch verhandelt. Der Staatsanwalt führte aus: Der Zweck der Ausschreitungen war die Beschädigung des Eigentums Deutscher. Es sei unnötig, die Unmöglichkeit zu betonen, den Pöbel regieren zu lassen. Der Gedanke, daß es patriotisch sei, Eigentum zu zerstören, weil es Deutschen gehöre, müsst gründsich ausgetrieben werden. Der Richter .verhängte in drei Fällen Gefängnisstrafen von vier, sechs und 12 Mv- nateti, die übrigen wurden unter der Bedingung künftigen Wohlverhaltens fteigelassen, würden aber bei 28iedcrholun- qcn nachträglich Strafen für ihre jetzigen Vergehen cd. halten. Der Richter warirte die Angeklagten, da jede Wiedco holung strenge Bestrafung zur Folge hohen lvürde.
* » *
Deutschlands Helden!
Der Weltbrand loht, des Krieges Furien rasen Nach Beute lechzend übers Schlachtgefild,
Wild wälzt der jlampf sich durch die Flammenstraßen Und wo er wbt, gnnst der Vernichtung Blld.
um Totenacker wandelt er die Fluren, ichts ist — und alles doch — das Leben wert.
Wohin das Auge blickt, Verderbens Spuren Und fürchteckiche Ernte hält das Schwert.
So tobt dahin das grause Völkcrringen,
Wie keins noch war, seit Gott die Beste schuf.
Rastlos des schwarzen Ritters 28assen llingeu Und schrecklich dröhnt des Todes Donncrruf.
Wie Bestien stürzten sie, wie gift'ge Drachen.
Des Satans Knechte dräuend auf dich eia.
Zunichte dich, mein Vaterland, zu machen.
Mitten im goldncn Friedenssonnenschein.
Doch siehe! wie aus Erz und Stein gegoffeir Stand aus das Volk in überird'scher Kraft,
Mit Gott im Bund zu Sieg und Tod entschloffeu.
Wie nie so stolz, so stark, so tugendhaft.
Ein Heer von Helden hast du ausgesendet.
Du heißgeliebtes, teures Vaterland,
Mcht von der Ruhmsucht eitlem Wahn geblendet.
Von Raubgier nicht und Neid und Haß entbrannt»
Doch wohl gerüstet mit geweihten 28affen,
Das Herz von heil'ger Liebe heiß durchglüht.
Gestählt in deutscher dlrbeit ernsten, Schaffen,
In deutschen Wesens Sonnenglenz erblüht.
Und zu Millionen salzten sie dem Ruse,
Der wie Erlösung durch Alldeutschland scholl.
Und beugten srvmm sich an der Allmacht Stust,
Die Hetzen sicgbereit und glaubensvoll.
Und jcker, der das Schwert sich umgegürtrt.
War sich der Sturche heil'gen Ernstes llar:
„Es gilt ein Kamps, uns tückisch ausgebücdet.
So groß, so blutig wie noch keiner, war.
Es gilt des Volkes HeiliaKes zu schützen,
's grlt deutsche Ehre, Macht und Herrlichkeit,
Und keine Klage kann, kein Scuszen nützen.
Um Sein und Mchtsein gilt der Völkerstreit."
So zog't ihr airs als todesmut'ge Recken,
Oiereiste Männer und jungsrisches Blut,
Am Teuielsbund das Urteil zu vollstrecken,
.Das sündhaft er aus seine Seele lud.
Und sich! Gott segnete der Wahrheit Fahnen,
'— Wie furchtbar auch der Opfer Fülle war —»
Er führte sieghast sie des Ruhmes Bahnen Und seine Gnade ward uns offenbar.
Doch die den Brand entzündet frechen 2Kntes,
Voll Lug und Trug, Neid, Tücke und Verrat,
Die ihr gefordert Ströme deutschen Blutes,
Fluch und Verdammnis eurer Mssctat!
Doch nein — nicht Rache soll das Herz uns meistern, Vergelter sei der ew'ge Gott allein, lins rnög' des Dankes edle Glut begeistern Mit ehr'nem Gottverttauen im Verein.
Mit GotteS Kraft wirst du im heil'gen Ringen,
Du sieggewaltig herrlich deutsches Heer,
Der Feinde Legionen nicderzwingcn.
Daß sie wie Schatten fliehen vor dir her.
Auf denn mit Gott, ihr deutschen Heldenbrüder,
Für Kaiser, Reich, Gut, Ehre, Weib und Kind,
Ihr deutscher Freiheit sturmerprobte Hüler,
Tie Siegesbanncr weh'n im Herbstcswind!
Und wenn aus's neu' euch rufen die Trompeten Und neuer Opfer Fülle heischt der Krieg,
Dann wisset, daß INtllionen Herzen beten Für euch ohn' Unterlaß um Heil uud Sieg!
Roemheld, Nidda (Hessen).


