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Nr. 254

Zweiter Matt

164- Jahrgang

Erscheint läßlich mit Ausnahme des evonuiags.

TieOetzener .fainiliendlätter" werden dem

.Ai^eiqer' merinal wöchentlich beigelegt, das KtcUblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLanäwirlschastlilhen »eit i ragen" erscheinen manallech zweimal.

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Seneral-Anzeiger für Gberhessen

Donnerstag, 29 . Gttober 1914

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universuäts - Buch- und Sieindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Sch rsstleilung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul- straße?. Gescbä<tsslellemBerlag:eusH51,Schrlst- leiiung: «^»112. Adresse sür Drahtnachrichten: Airzeiger Gieße».

Lebenzmittelmarttreglllierung.

Ein Sachverftäntüger sendet uns jobgende inrercssante Darlegungen, von denen wir Mvcrr wissen, daß sie nicht ohne weiteres ausführbar sind, die oder doch eine Fräse erhellen, welche jetzt weite Lreise des deutschen BoKes iedhasl be­schäftigt:

Inrmer mehr machen sich Strnrmen geltend, die rn enter Linie für die Regttlierung des Konsums eintrereit. Hierdurch wird die Preisreg-ulierun^ durch Festsetzung von Höchst­preisen, etwas zu rück gefetzt.

Das preisregnlrerende Moment, in der Hauptsache immer noch Angebot and Nachfrage, wird durch die Selten­heit der Ware Getreide immer inechr rn den Hinrergruud geschoben. Heute sind wir, da wir keine wesentlichen Aus- landsztifuhren von ««treibe erwarten dürfen, ans crnrn ganz bestimmten Vorrat von Getreide anaewiesen Die döachsrage blecht in der hairpssache eine ziemäch konsvanle, abgesehen von den ständig sich ulehrenden Friegsqesanigenen, das Lln gebot verringert sich ständig, die Seltenheit des Getreides ivi rd gesteigert. Die Den den; der Preissteigerung kann unter Umständen, bei freiem Spiel der Kräfte, einen solch vcüks- wirtschaftlichen Nachteil zeitigen, das; die imnderbemittelte Bevölkerung unter gros^n Opfern kaum instand gesetzt wird, Wehl bezw Brot zu kausen. Im Interesse des Staat«; kegl es dagegen, die Bevölleruug insgesamt ebenso tatkräftig und gesund zu erhalten wie unsere Krieger im Felde. Es muß daher die Hauptaufgabe des Staates darin bestehe», die ökonomische Verwaltung des umgrenzten Vorrates an Getreide selbst in die Hand zu nehmen, d. h daS Staatvmonopol tritt an die Stelle des freien Handels; die Konsumtion ist durch den Staat genall zu wacht.

Ein Erwerbsstand, der Handel, der bis jetzt aiktz Zwi­schenglied Dusche,, Produktion und Konsumtion stand, muß allerdings zum Dell ausgesclw^tet werden, könnte aber auch in der Monopolwirtschast des Staates gewinnbringeich mit­verwendet werden, so daß eine merkliche Schädigung dieses Erwerbsstandes kaum eintreien dürste.

Wie wäre aber nun die Organisation am besten durch den Staat durchzusührcn? Am zweckmäßigsten erschiene folgender Weg gangbar. Eine möglichst genaue Dorrats- sratiscik im ganzen Reiche gäbe die notwendigen Änhalts- punkte. Der Staat Wäre beim Monopol allerdings verpflich­tet, die gesanrten im Deutschen Reiche lagernden Vorrat s- mengen zu üderrrelnneu, ohne Rücksicht ans die bereits ge­machten Kaufabschlüsse. Der Staat würde einfach an die Stelle des betr. Käufers von Getreide treten. ®6 entstände allerdings dann eine srnanzielle Schädigung des Käufers, wenn der vom Staat zugezcchlte Preis srch niedriger stellte als der vom Käufer bezahlte. Ohne Opfer ginge es event. nicht ab; dem ist doch entgegenzuhalten, daß die Sicherheit unseres Vaterlandes solche Opfer fordern muß; zudem auch die Landwirtschaft und Industrie ohne Rücksicht in höherem Interesse diese Opfer bringen mutz. Zudem würde auch hier ein Modus gefunden werden Wunen, der tirfgehende Nach- teüe ausmerzte.

Der Eigenverdranch dvn seldsevrodiiziertem Getreide, der stasfelmäßig für die einzelne Hauswirtschaft des Produ­zenten sestgcstelVt iverden könnte, ließe sich durch günstigeren Einkauf von Mehl von dem Staate äls Abgeber bewerk- stelligen, so daß dem Bedürfnisse echer breiten Erwerbs- schichl, der Landwirtschaft, Rechnung getragen würde. sDise Verfütterung von Getreide ans der Selbstprvduktion müßte albertu ngs beim Monopole aufhören.l>

Naci)dein vom Staate nunmehr das Getreide übernom­men wurde, wäre es an die einzelnen Mühlen, jeweils nach Bedarf und Qualität zu überbringen. Die Vermahlung eschähe nach einem noch näher zu bestimmenden Schema; ie Mahlkostcn, die technisch auch unschwer seslgestellt werden könnten, hätte der Staat zw tragen.

Die Verteilung des Mehles, dessen Bedarf für jebe Gemeinde und Stadt, unter Beihilfe der staatlichen und: privaten Korporationen sestgestellt werden konnte, hätte je- Wells nur mit Erlaubnis einer vom Staate beauftragten Behörde zu geschehen. Entweder liehe sich das Mahlgut direkt oder durch eine behördliche Zwcschenstelle dem Kon- sume zufiihren.

Deni Handel könnte xweckmäßigerweise als Entgelt die Beförderung des Getreides bezw. Mehles vom Produzenten bis zur Verteilung^- oder Verbrauchsstell« übertragen wer- den (auch dürste sich beim Einkauf die Mitwirkung des Han­dels empfehlen, als die berufenen Kaufheule ihres Faches). Die Bahnstactüen usw kämen bei diesem Organisationsplane in Wegfall. Der Staat kann und wird das Bia hl gut zu all den Punkten leiten, wo der Bedarf vorhanden ist.

Die festzusetzenden Einheitspreise wurden an den ver­schiedenen Orten innerhalb des deutschen Reiches kleinen Schwankungen unterworfen sein und könnten leicht von einer Zentrale reguliert werden, welcher Wunsch von Behörden und Handelskammern doch des öfteren ausgesprochen wurde. Eine Preisregulierung in gewissen Lellabständen, entspre- dienb einem verminderten Vorräte, ließe sich nicht umgeben. Einem unwirtschaftlichen Verbrauch von seiten der üonsu- menten könnte dadurch schon vorgebeugt werden, daß tue preissestfeyende Behörde gleich mit Bekanntgabe des ersten Preises darauf hinwiese, daß in einer gewissen Zeit der Preis voraussichtlich nicht unwesentlich steigt. Die Ans- sichten aus schlechtere Zeiten ließen den Konsum nur dann ökonomisch wirtschaften, wenn zugleich auch bekannt ge­macht wurde, daß der eingerichteten Vertellungsstelle jeweils nur der Bedarf einer bestimmt abgegvenzten Zeit zugingr. Rur solche Orte würden gegenüber anderen einen etwas höheren Preis als den Einheitspreis bezahlen müssen, die von der Bahn weiter entfernt lägen, bet denen die Achs- frachtkosten höhere sind.

Der Gesetzgebung bliebe es im übrigen Vorbehalten, jeder Verschleierung von Vorräten usw. ovrznbengen. Der Steuerbehörde, als geeignetem Organ, könnte die Kontrolle in der Mühle und an den Verbrauchsstellen umsomehr über­tragen werden, als die geringere Spiritusausbeute in den Brennereien sicherlich weniger Arbeitszeit als bisher be­ansprucht. Einige erhöhte Kosten durch erhöhte Spesen in- folge des Staatsmonopoles dürsten diese Wvnopolorgani- sasso» &uub in Frage stellen. Dr. St.

Die Festsetzung von Höchstpreisen.

DieRvrdd. Alldem Ztg." schreibt zu der bevorstehen­den Festsetzung von Höchstpreisen für Nabruncpsmittel u. a,: Der Reichstag hat am 4. August 1914 ein Höchst?reisgesey, beschlossen. Die gegenwärtige Höhe der Getrridcprcisc findet weder in der vorübergehenden Knappheit noch in dem 05c« samlverhältnis zwischen Getreidevorräten und Getreide« bedarf während der Kriegszcftl ilzre ^Rechtftrtigung- Für die Ernährung des deutschen Bolll» steht in diesem Jahre ssn wesentlichen nur die eigene Ernte zur Verfügung. Sie deckt unser» Bedars an Roggen, Hafer und Kartoffeln, während uns an Weizen etwa zivei Millionen Tonnen mrd an Gerste etwa drei Millionen sonnen sehlen. Unter Einvechiliurg der am 1. Juni d. I vorhandenen Vorräte könnte, bis alles aufgezehrt wäre, der deutsche RvWcirbedarf bis Anfang Sep­tember nächsten Jal,res und der Wetze,rbedars bis Ailjang August gedeckt werden. England führt diesen uns aufgedrnn- aenen Krieg je länger, desto schärfer als Wirssä-astskriog. Wir müssen uns also beizeiten auch daraus einrichten, daß der Kriegüber dieses Erntejahr hinaus dauert. Wir müssen demgegenüber in das nächste Jahr mit denselben Vorräten hineingehen, die wir vor Anfang dieses Ernte» jahrcs besaßen. Zu diesem Ziele, die Ernährung aus alke absehbare Kriegszeit unbedingt zu sichern, muß die Preishöhe eingestellt werden.

Zunächst muß das W e i z e n m c b 1 lanq gestreikt werden. Hierzu sollen erstens die Mühlen mehr Mehl aus dem Weizen ziehen. Damit die kleinen Mühlen nicht geschädigt werden, sind nur 75 Prozent Mchlausbeute vorgeschriebe». Es ist aber leisiungs- sähigeren Mühle» überlassen, größere Mchlmengen auszumahle,:. Zu icncm Zweit sollen zwcileiis deni Wcizenbrvl minde­stens 10 Prozent Roggenmrhl zu ge setzt werden. An Geschmack, Bekc'mmlichkeil und Aussehen der Backwaren wird dadurch nichts geändert. Durch den gesetzlichen Zivang wird er­reicht, daß alle Schichten der Bevölkerung gleichmäßig deutscku-s Wcizenbrot erhalten, und verhindert, daß einzelne Bäckereien sür ibren Kundenkreis das üblitöc Weicenbrot bereiten. Ist der Weizcnprsss erheblich höher als der Roggenpreis, so ist zugleich der Anreiz gegeben, noch größere Mengen Roggenmehl dem Weizenbrot »uzusetzen, und die in viele,, Bäckereien iibtidte Wer-en- meh.vcssclsvcndung cnyustellcn. Im übrigen irnrd tue west- uiid süddeussche Bevölkerung, wie sie schon angesangcn Hai, m c h r z u m Rlog gen bro t g en u ß übergehen.

In uormalen Jahren unrd ein Viertel des deutschen Roggrn- vovratcs verfüttert. Die Roggenvessutterimg würde in diesem Jahre bei der Knappheit der Futtermittel Tuxti stärker sei» und damit die Brotvessorgung der BevöUerung gefährden. Um dieses zu verhüten, wird die Verfütterung von Brotgetreide verboten. Die hierdurch der Landwirtschaft anferlegte Last wird dadurch etwas erleichtert, daß dic LandesAcntvalbehördeu bei einem drinqendeu wirsschaftlichen Bedürfnis der kleinen Bauern gestatten können, ftlbster^eugten Roggen an das eigene Vieh zu süttern. wenn sie cs anders nucht erhallen könnew Die Duochstlhr- barkcll dieses schwer kontrollierbaren Verbotes wird ferner dadurch erreicht, daß Ersatzfutternrcttel M niedrigen Preisen zur Bersügnng gestellt werden, afto Kleie und Gerste Freilich bv- dcuiet dieses eine starke Belastung der Gerste bauenden »stlicheu und westlichen Landesteile. Durch die Einschränkung d«r Brennereien auf 60 Prozent des normalen Brandes werden 0,16 Millunnm Tonnen Roggen für nvciisMichc Ernährung freu Werter wird auch für Roggen ein schärferes Ausmahlrn, min­destens bis zu 72 Prozent, vorgrschriebcw Endlich soll dos Roggennrchl durch Zusatz von Kartoffelvrodutlen zu Roggenbrot gedehnt werden. ftnanzieller Unterstütz»rng der Bundesregierungen sind unter leckvischcr Führung der Spe- aituszentrale zohlveiche KartofsAtrocknereien eingerichtet, die mit den brreiis vorhandenen zustnirnren 0^ Miklioiien Tonnen Kar- tosselilocken und Kartosfelwalzmehl Herstellen können, dos für mensäüiche Nahrung dienen lann. Mit den hierfür verfügbaren Erzeugnissen der Kcrrtoffelstärkesabrikation werden insgesamt evoo 0,5 MÄwnen Tonnen deutstlw Produkte vcriügbar sein. Der Preis dieser Produkte soll durch Zusanrmrnsassuwg diver Betriebe in ern Syndikat unter Staatsaussicht nwdriggelmlten werden Mit einem solclicn Kartosselzuiatz zum Brok sinü seit Monaten Versuche angestcllt. Auf Grund dreier Essahrnugen haben Phy­siologen, Hygieniker. ^Kicker und .Konftimenten überemstnmncnd dahin geurteilt, daß -Schwarzbrot nrü eenem Zusatz bis zu 20 Prozent Kartoffeln etwa die gleiche Nährkraft wie reiiies Roggenbrot hat und durchaus bekömmlich ist. Den Bäckern wird nun geierüich erhiubt. bis zu dicicr Höhe Kartoffeln dem Roggen­brot zuzmetcen, wenn sie dem Publikum sotchcs Brot durch em ,JL" kenntlich machen «etzen sie m>hr zu. so mu>; der Prcßent- satz aut dem Brote angegeben werden, lim eine gleichmäßige Be­handlung aller Brotverbrancher zu erreichen, ist ähnlnlt we denn Weizenbrvk vorgsshrieben das; minbcs.e is fünf Gewichtsteile liur- toffeln in jedem Roggenbrot cnihalten sein müssen

Der Preis wird bei Roggen für Handelsware imttterer Güte von 70 Kilogramm Hellol t rgSvicist fes!gei«.st und für bette Qualität ein Zuschlag von 1.50 Mk. pro Tonne für ledes Kilo­gramm Mchrgewicbl gewährt. Weizen nimmt man nämlich wie Roggen mit einem Hello! üergewcht von 75 Kil'igromm als nor­male Ware an und setzt hierfür den Preis unter Zulaffung von Zuschlägen für bessere Qualität fest. We Gerste soll mit 65 oder weniger Kilogramm Helloliterqeioicht für Futtergerste ange- ichen und nrü einem Höchiwreiic delegl werden Be, K l e l c be­stand die Möglichkeit, einen embcirlichen Klcreprcis für das ganze Gebiet des Reiches feskulesen, der überall bei Bkühlen für den Groß- und den Kleinhandel zu gÄtcn hat Düc Festsetzung von Mehlpreiscn für daS Reich bietet dagegen kaum über- steigltchc Schwieaiqketten Ihnen kann man nur durch bezirks­weise Festsetzung von Mehlpreiien. z. B. >ür den Nstderrhci» oder auch für das ganze Rbcrngebict, beikommcn. Daher ist tue Feüfeinmg von Mehlp.-eiien den Landeszentralbehörden überlaiicn wvrd>-n. Für Hafer sind keine Höchitpreist nötig, da dic H«reSv,'rwvltung bcshor ihren Bedarf zu angeme,moen Pressen hat docken könnew

Endlich können auch für Kartoffeln, deren Presse in der letzten Woche sprunghaft gestiegen stnd, Prrisststsctzungen nötig wer­den. Bei der Kartoneleintc dieses Jahres besteht kerne Knapphett, zumal durch Einschränkung des Brenners etwa eine Million Tonnen Kartoffeln mehr zur Ver­fügung stehew Durch vermehrte Kartosseltrvcknerei wird noch nicht die Hälfte dessen verbraucht, was jährlich durch Fäulnis ver­derbt. Wenn am Abschluß der Kartoffelernte und nach der bevorstehenden Besserung der Trans- vortmöglichkciten dic Kartosfelpreise nicht fal­len, so werden auch hier Höchstpreise festzusetzen seiw In dieser Stunde sind für einzelne Bezirke bereits Höchst- presse festgesetzt winden Für die Erzeugnisse der Kartoffeltrcxknerei wird das gegründete Syndikat die Preis regulierung in die Hand nehwcw

Um das Perboi der Roggcnversülterung leichter durchzuführen, uniß der Preis der hocknorrrigen derilicheii Gerste wcseiülick, unter den Roggenprcis gedrückt werden, also aus ctiva 205 Mark in den Gerste erzeugenden und au, 2l0 Mark in den Gerste versüttcrnden Landcsleile». Durch dies« Spanmnig imrd dem Haitdel ein '.üiicij gelassen, die Gerste von jenenach diesen Gebieten zu sckzafsseu. Dadurch würde sich ein Roggen preis von 220 Mark loko Berlin ergeben. Dieser Preis hält etwa die Mitte zioischcn den cntgegcnstchcnden Wünschen nach einem Preise von 200 Mark im Interesse einer billigeren Bvlkscrnährimg und einer» Preise von 240 bis 250 Mark zur Errcickmng eüier sparsameu Wirtschaft. Beiden Forderungen gegenüber ist gleichmäßic, zu bemerken, daß bei normalen Mehl- und Bcukkvsten ein Preisunterschied von 20 Mark für die Tonne Roggen ettva einen Preisunterschied von I Piennig aus 1 Pfund Brol Mismacht Der Preis von 220 Mll für Roggen bcivirkt alio weder für den Berbrmicher eine in KriegS- zcücn unerträgliche Belastung, noch reizt er zu einem Iveniger sparsamen Umgehen Brot. Diese .Sparsamkeit ist unbedingt nötig, muß aber und kann mit Erfolg nur aus anderem Wege er­reicht werden Der Preis von 220 Mark bleibt von dein RossdandS- pressr sern und trägt der ernsten Sachlage angeinessene Rechnung. Denn das deutsche Volk lebt in einer von allen Seiten abge­schlossenen Festung, die sich freilich zur Ueberrasckmng unsever Gegner ihren Nahrui,g»b>'dan bei entschlossenem Willen aller selbst erzeugen kann In Berlin.find schon 237 Mark sür dre Tonne Roggen gezahlt nwrden. Deingcgeiiübcr bedeuteil 220 Mll eine beträchtliche Herab,'etzmig »nd eine Sckzädigung sür manchen Käufer, wenn auch iedrr getviß zugebcn wird, daß man künstlichen Preistrechereien in Kbiegszriten nickt schars stcnug entge»entreten kann. Endlich ist zu übersehen, daß Inerniü für die gesamte Kriegs­zeit das Verhältnis zwischen Getteidevcrräten und Brotbedars im Preise festgesetzt wird; die geringen Report« fallen kaum ins Gewicht. Landwirte, Händler, Müller, Bäcker und Konsumenten wissen, womit sie sür die Lammende Zeit zu rechnen haben, und woraus sie sich einrichten können. Der Weizenpreis bat im Durchschnitt der Jahre 1008 bis 1913 40.5,0 Mark über dem Roggelwreis gestanden. Wenn mich der Preisniiterschied zurzeit gering ist, so wird man an jener Norm doch sestlialten müssen. Den» die deiftsche Weizenernte deckt an sich nur für acht Monate den Bedars. Außerdein wird Roggenmehl dem Weizenmehl desto ausgiebiger zugesetzt iverden, je billiger da« Roggenmehl im Perbälttns zum Weizenmehl ist. Durch den Roggenpreis von 23 Mark für den Doppelzentner ergibt sich ein Kleiepreis von 13 Mark. Nach der allgemeinen Regel pffegt die Kleie etwa bis zwei Drittel des Roggens zu kosten. Dieser Preis erleichtert die Durchhaltung von Vieh, was im Interesse der spätere» Fleischversorgung unseres Volkes erioünscht ist. End­lich ist durch eine Erleichterung des gesetzlichen Enteignungsversah- rens dafür gesorgt, daß keine Vorräte eingesperrl und dem Ver­brauch serngehallen weiden können. Sonnt ergibt sich ein System verschiedener Maßnahmen zu dem Ziele, die Brotvessorgung der deusschen Bevölkerung über disses Erntejahr hinaus auf absehbare Zat aus ssgrnen Kräften zu sichern.

Die Betrachtung schließt: Wir haben Brrftkorn g e nug , mn Heer und Volk bis zur nächsten Ernte zu ernähren Wir müssar aber mit unseren Beständen svassam umgehen, um mit den nötigen Rsserven in das nächste Erntejahr hinübergeben zu können. Wir sind eS unseren draußen im Feld« kämpfenden Brüdern schuldig Dossorge zu treffen, daß die von ihnen ans den Schlachsselderu er­fochtenen Essolge milftärisch und politisch auSgenutzt werben köi»- nen, ohne Rücksicht auf die Brotvessorgung in der Heimat. Wir wollen den Krieg unter allen Umständen durchhalten können, bis wir uns die Sicherhess eines dauernden Friedens erkämpft haben. Die Rsschsregierung wssß sich in dissem Wollen einig mit der gssamteu Bevölkerung und ist davon überzeugt, daß bisse alle Maßnahmen verstehen und zu fördern bereit sssn wird, die dieses Ziel erheischt.

4fcrid?t»faaL

ss Marburg, 27. Oft. Tie Elralkammer beschäftigte sich heute mehrere Stunden lanq mit einer Anklage ivegen Unter­schlagung im Amt gegen einen Gemeindelörster au« dem Kreise B i e d « n k o p I. Ihm wurde znr Last gelegi, die Löhne für die Forstarbeiter, die er au«zuzahlen halte, sür sich verbraucht zu haben. Tie Verhandlung, m der eine Menge Zeugen vernommen wurden, endete der Verurteilung des 'Angeklagten zu 4 Monaten Gesängni«.

kirchliche Nachrichten.

3$r<telitijd)e Religionsgemeinöe. «ottesöienft in der Spnagoge (Süd-Anlagej, Samstag, beit 31. Oktober 1 Ü 14 .- Korab end 4.45 Uhr,

Morgen» 9.00 Uhr. Predigt.

Nachmittag«: 3.30 llvr.

Sabbataurgang: 5.30 Uhr.

Jrraellkische Neliqionrgesellschafl.

Kotierdienst.

Sabbatteiec am 3 l. Oktober 1914. Freftag abend 4.35 Uhr, kamstaq vormittag 8.30 Uhr,

SamStaq nachmütag 3.30 Uhr.

Sabbat-AuSgang 5.50 Uhr,

Wochengotterdienü: Morgen« 0.30, abend» 4.30 Uhr.

Meteorologisch« veodacht»«gtn der Station Siehe»

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Niederschlag: 3,0 mm.

Verantwortlich sür ^Feuilleton",Gerichtssaal" u.VcrmsschteS"i I. 85-: August Goe tz._

Liebesgaben In allen Ausrufen, die in Zeitungen wegen des Versandes vcm Liebesgaben an die im Felde stehenden Truppen erlassen weiden, benndet sich immer wieder auch Schokolade auf- gssührt In fast allen Brrcien. die unsere tapferen Soldaten an ihre Lieben dahssm schicken, bitten sie immer und immer wieder um Schokolade Die von der Firma Gebr Stollwerck in Köln in den Handel gebrachten Felbooubriesc mit Schokolade und Pscisermünz haben einen außergewöhnlichen Anllang bss allen denen gesunden, die ihren Lieden rm Felde etwas Gutes zukommrn lassen möchten.

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