Unglü^ ichc Lein,che in Frankreich.
Chülons-sur-Marne, 17.Okt. (WTB. Nichtamtl.) Das Kriegsgericht des Marne-Departements verurteilte einen dort ansässigen deutschen Landtvirt und seine 3ch we ster zum Tod«, weil sie bei dem Rückzug der deutschen Armee sächsische Soldaten in ihren, Hause versteckt hatten. Der Bruder der zum Dode Verurteilten und ein Knecht wurden zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sämtliche Angeklagten waren geständig Ein „Irrtum".
Mailand, 18. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Cor- riere della Sera" schildert einen verhängnisvollen Irrtum der Garibaldianer: Bei Craonne näherten sich einem Garibaldianer-Bataillou im Dunklen Gestalten in Mänteln, die beschossen wurden. Es entspann sich ein leitender Kampf, in den, die 800 Mann des Bataillone von den vermeintlichen Preußen (es waren jedoch in Wirklichkeit Tu r kos) in einem Bajonettangriff bis aus 200 Mann aufgerieben wurden. Die Folge des Irrtums war, wie aus der Mitteilung des Berichterstatters hervorgeht, daß die Garibaldianer sich einen anderen Wirkungskreis aussuchen müssen; sie gehen nach Montenegro. Begreiflicix'rweise ist der Mißerfolg der Rothemden der allgemeine Gesprächsstoff für Italien.
Aus Rumänien.
Wi« n, 18. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Reichspost" meldet aus Bukarests Unter dem Vorsitz des Königs Ferdinand fand eine Beratung des Kabinetts mit Hinzuziehung aller Parteivvrstände statt. Im Verlauf der Besprechungen wurde die bisherige Haltung der Regierung gebilligt und festgestellt, daß keine Ursachen vorliegcn, die geeignet wären, eine Aenderung der Haltung Rumäniens zu bewirken. Zugleich wurde die Bildung eines größeren Kabinetts auf weiter Grundlage erwogen und in dieser Beziehung eine Uebereinstimmung für den Möglich- leitsfall herbeigeführt.
Russische Schüsse gegen türkisches Gebiet?
Mailand, 17.Okt. Der „Corriere della Sera" berichtet: Am Dienstag, 13. Oktober, fuhr die aus 28 Einheiten bestehende russische Sch>varze-Meer-Flotte an dem bulgarischen Hafen Barna vorüber südlich in der Richtung auf Burgas und Konstantinopel und gab einigeSchüsse ab. Das Bukarester Blatt „Universul" glaubt, daß darin der Beginn der Feindseligkeiten Rußlands gegen die Türkei wegen der Schließung der Dardanellen liege. — Auf der türkischen Botschaft in Rom gab man einem Vertreter des „Gi- vrnale d'Jtalia" über die Absicht der Pforte ausweichende Antworten. Die Türkei täte lediglich, was alle Staaten täten: sie bereite sich aus die Acöglichkeit eines Zusammenstoßes vor.
Die feindlichen Lager in Südafrika.
(WTB.) London, 16. LM. (Nichtamtlich.) Das Reu- tersche Bureau meldet aus Capsladt vom 15.Okt.: Oberst Britsf meldet, seine Truppen hätten ein Gefecht bei Ratsbraai gehabt mit einer Abteilung der Truppen des Obersten Maritz. Sie machten 70 Gefangene. Dies sei der erste Zusammenstoß der Regierungstruppen mit den Buren-Rebelle» gewesen.
Am dem Reiche.
BadHombUrgv. d. H., 17. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ihre Majestät die Kaiserin ist heute mittag 1 Uhr mit Gefolge nach Braunschweig abgereist. Prinz Oskar und Gemahlin gaben der Kaiserin das Geleit zum Bahnhof.
Au» Stadt und Lau».
Gießen, 19. Oktober 1914.
Vergesst nicht unscre Helden ans der See!
Wenn die deutsche BoWseele in ihren tiefsten Tiefen erregt wird, erhebt sich Deutschlands unsichtbare Macht .mit ungeahnter Stärke, würdig der alten Helden, würdig der vielgepriesenen Stammeskraft! Mit unwiderstehlicher Gewalt dringt die Wahrheit dieser Worte tief rn deutsche Herzen ein in dieser großen und herrlichen Zeit, da unser .ganzes deutsches Volk mit einer grenzenlosen Begeisterung und Selbstverleugirung ringt um die höchsten Güter cher Menschheit, um das heiligste Besitztum, um deutsches Geistesleben, deutsche Gesittung und deutschen Glauben!
Mit dankerfülltem Gcmüte preisen wir die heldenmütigen Taten unserer tapferen Volksgenossen zu Wasser ruitb zu Lande. In tiefer Ergriffenheit senden wir die Gaben der Liebe hinaus ins feindliche Land allen den Heldensöhnen unseres geliebten Vaterlandes, di« in echter deutscher Treue den Ruhmeslorbeer sich um die Sttrne winden.
Unscre innigsten Wünsche gelten aber auch den unerschrockenen Vorkämpfern deutscher Tatkraft und unerschütterlichen Heldenmutes draußen auf der unendlichen Weite des stürmischen Meeres! Denkt an die Mannschaften der Torpedo- und Unterseeboote, der Minenleger und Minensucher, vor allem aber der Minensperrenbrcckzer, die in eisernem Pffichtbewußtsein Stturde um Stunde ihr junges Leben dem sicheren Tode bieten! Beweiset auch ihnen durch reichliche Spenden treusorgender Liebe, daß ^Deutschlands Frauen und Jungfrauen derer in treuer Fürsorge gedenken, die fern vom Heimatstrande auf sturm- durchwühlten Wogen mit sicherem Auge und männlichem Wagemute den heimtückischen und treulosen Feind, den schlimmsten aller unserer Gegner, von unseren Küsten frrn- halten.
Vergeht nicht unsere Helden auf der See!
Liebesgaben, wie Tabak, Zigarren, warme Unterkleidung, Strümpfe, Ohrenwärmer und a. nimmt gerne entgegen Frau Völzing, Goethestraße 19.)
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** Der Kaiser beim Res.-Jnf.-Regt. 22 2. Ein ,sunger Kriegsfreiwilliger, der an seinem 17. Geburtsbag beim Res.- )Jns.-Regt. 222 eintrat, schreibt seinen hiesigen Verwandten eine Feldpostkarte über eine Besichtigung der 222er durch den Kaiser, deren Inhalt wir unk so lieber wiederholen, als ja viele Gießener bei dcnr Regiment stehen. Die betreffende Nachricht lautet:
Gestern hatten wir einen Tag, der wird von mir in meinem Leben nicht vergessen. Wir waren aus dem Felde von Gravelotte ausgestellt, an der Stelle, >vo am 18. August 1870 dre große Schlacht gescksiagen wurde, ringsum der Stein, von dem Kaiser Wilhelm I. die Schlacht geleitet hat. Wir sollten um l0 Uhr Besichtigung durch einen General haben, aber er blieb aus. Um 12 Uhr kamen drei Autos, und wie erstaunten wir, als unser Kaiser aus stieg und die Besichsigung vornastm. Wir batten das Glück, am vordersten zu stehen. Se. Mazestät sagte: G,lten Morgen, Kameraden! Wnrauj folgte ein schmetterndes Guten
Morgen, Euer Majestät! Die Besichtigung schloß mit einer Rede des Kaisers und einem Hoch auf unser Vaterland.
** Pfarrkonfercnz. Heute findet im Konsirman- densaal der Johanneskirche eine außerordentliche Pfarr- kouserenz für die Provinz Oberhessen statt, welche vom Superintendenten v. Petersen geleitet wird. Borttäge halten Prof. v. Schiau, hier, und Pfarrer Nebel, Laubach, über die Frageu: Welche besonderen Aufgaben stellt die Kriegszeit den Pfarrern und den Gemeinden?
** Ersatz von Kriegsschäden. Nach einer der Handelskammer Gießen durch Vermittlung des Großh. Ministeriums des Jmrern zugegangenen Mitteilung des Auswärtigen Amtes sind die aus Anlaß des Krieges in Feindesland erltttenen Schäden beim Auswärtigen Amt, Rechtsabteilung, in Berlin W 8, Wilhelmstr. 75, anzumelden. Die Schäden müssen tunlichst bald in einem Verzeichnis möglichst genau unter kurzer Angabe des Sachverhalts anfgesührt werden. Soweit in Feindesland Eigeutnmsstücke .zurückgelassen sind, wird darüber zweckmäßig ein besonderes Verzeichnis mit möglichst genauen Angaben über ihren Werl und den Ort, wo sie zurückgelassen sind, sowie über die Persönlichkeit, der etwa der Schutz bei der Abreise anverttaut wurde, anzufertigen sein. Alle diese Angaben sind selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen zu machen, dergestalt, daß sie gegenbcnenfalls von den bettoffenen Personen eidlich erhärtet werden können. Söweft angängig, sind auch Zeugen, die aus eigener Wissenschaft die Eingaben zu bestätigen vermögen, unter Anführung ihres Aufenthaltsortes möglichst genau zu bezeichnen.
** Merkblatt für Feldpostsendungen. Im Reichs-Postamt ist ein Merkblatt für Feldpostsen- düngen zusammengestellt worden, dessen Inhalt weitesten Kreisen nach Möglichkeit zugänglich gemacht werden soll, damit sich das Publikum daraus über die einschlägigen wichtigsten Fragen leicht unterrichten kann, wie z. B. über den Porlotarif, die Aufschrift und Beschaffenheit der Feldpostsendungen, die vorgedruckten Feldpost-Briefumschläge und Feldpostkarten, Zeitungsbestellungen nach dem Felde, Postsendungen an Angehörige der Marine, den Postvcrkehr mit unseren deutschen Kriegsgefangenen und die Paketsendnngen mit Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken an Offiziere und Mannschaften der Feldarmee. Das Merkblatt, das namenb- lich auch dazu beitragen soll, die noch immer bestehenden zahlreichen Mängel in der Adressierung und beim Verpacken der Fcldpostsendungen tunlichst zu beseitigen, wird demnächst bei sämtlichen Postanstalten einschließlich der Posthilsstellen ausgehängt, sowie nach Herstellung der Gesamtauflage an den Postschaltern kostenfreian das Publv- kmn bei Nachfrage abgegeben werden. Auch werden die Gemeindevorsteher sämtlickftr Orte im Reichs-Postgebiet ohne Postanstalt, ferner die.Handelskammern und andere Korporationen Abdrücke erhalten.
** Liebesgaben für die 116er. Wie uns der Oberbürgermeister mitteilt, ist es gelungen, die Liebesgaben, die von der Sticht Gießen dem Zweigverein vom Roten Kreuz Gießen und dem Verein ehemaliger 116er zu Gießen am 3. d. Mts. obgingen, den Truppen bis unmittelbar an die Front zu bringen. Die reichen Gaben wurden dem aktiven Regiment 116 am 13. und dem Landwehr-Regiment 116 am 15. d. Mir. ausgrhändigt und von den Truppen mit großer Begeisterung und Freude entgegengenommen. Die Freude war um so größer, als diese Sendung nach Aussage der Truppen die ersten Liebesgaben waren, die sie aus der Heimat erhielten. Die Gießener Herren, die den Transvort msi Kraftwagen von der Etappenstation zur Truppe bewirkten, überzeugten sich, daß dieStimmungund
? Zuversicht bei den Truppen die denkbar besten i nd. Auch dem Reserve-Regiment Liebesgabe» zu verabfolgen, war an den genannten Tagen lecher nicht möglich, da das Reserve- Regiment unmittelbar vorher nach einer anderen Stelle des Kriegs- schanvlatzes beordert worden war Da aber das Reserve-Regiment aus dem ersten Liebesgabenzug, der nur bis Bonziers gelangte, Gaben erhallen hat, sind irnnmrhr von Gießen aus an alleFor- mationen des Regiments 116 Liebesgaben gelangt. Trotzdem blieben aber nach viele Wünsche auf Zuteilung von warmem Unterzeug unerfüllt. Die Kommandeure des Linien-, Reserve- urch Landwehr-Regiments haben teils mündlich, teils schriftlich den Oberbürgermeister ersucht, den hochherzigen Spendern den herzlichsten Dank der Regimenter zum Ausdruck zu bringen. — Ein ausführlicher Bericht über den Transport nach dem Kriegsschauplatz toird in Kürze erstattet und in urrserem Matte veröffentlicht werden.
** Nachschub für Liebesgaben. Das Kriegsnriniste- rinm hat am 4.Oktober neuerdings den Nachschub von Liebesgaben folgendermaßen geregelt: Zur Auirechterbal-
tung eines geordneten Geschäftsbetriebs der Milllär-Eisenbalm- behöiben beim Nachschub fteiwilliger Gaben (Liebesgaben) wird folgendes bestimmt: Nach Mllllärtransporl-Ordnung 8 50, 2
können als Militärgut solche sieiwilligen Gaden für die bewaffnete Macht mifgegeben werden, die bei de» „Abnahmestellen" als srei- willige Gaben eingegangen sind. Tie Beförderung bis zu diesen „Abnahmestellen" erfolgt frachtfrei. — Es ist nicht tunlich. Gaben mit So nderbestimmuirg — z.B. für Angehörige einer Truppengattung usw. — zu fpntijen; derartigen Wünschen kann nicht entsprochen werden. Der Militärverwlltnng und dem Kaiserlichen Kommissar der Freiwilligen Krankenpflege bleibt cs vorbeballeu, die einzelnen Gaben an die Stellen des größten Bedarfs zu leiten. — Bekleidungs- und Ausrüst unqsstücke für Truppenteile und deren Angehörige sind von den Ersatztruvpentellen durch Vermittlung der Etappenbehöv- den nach dem Kriegsschauplatz zu befördern. EinAelsendun« gen sind demgemäß den Ersatztruppenteilen zu überweisen.
** „Mit Mut und Tapferkeit werden wtt un- er gesiebtes Vaterland zu verteidigen wissen. In der Hoffnung, daß wir uns bald wieder in Gießen einstick>en können, verbleiben wtt: 20 Baterlandsverteidiger. Treu für Kaiser und Reich." — So schreibt uns ein Unteroffizier der am 17. Oktober von Gießen ausgerückten Mannschaften rm Namen seiner Kameraden ntü der gleichzeitigen Bitte, der Bevölkerung von Gießen den wärmsten Dank der Scheidenden für alles Erttgcgenkominen auszusprrchen.
** Folgende Verlustliste der 9. Komp. Inf. - Regt. 116 ist dem sich hier aufhaltenden Houptmann Wols aus dem Felde zugegangen. Dre Verbote datieren aus den Gesuchten bei M erlet (17.— 19.-9) und C remery (26. 9.-2.10.). Res. Bloch schvw. Res. Luft I., low. Geft. Hoffe lvw. Res. Meder schvw. Res. Sch aas vm Res. Böchcr vm Res.
H eib er t s hau se n vm. Res. Nutzer schvw. Res. List lvw. Res. Hofs mann II. vm. Res Habo vm Re> Rain vm. Res. Lu fr II. vm. Gffr. Thö kllvw Gefr. Hbrbstdvm. L" G>K:. Habicht vm Res. Hofmann vm. Res. Krug II. schvw. Wehrm.-Gefr. Kreiling »m Wehrm. Karl lvw. Wehrm. Pepvler schvw. Res. Röth vm Res. Stehr schvw. Wehrm. Spöhrerlvw. Wehrm. Zeis se lvw. Musk. Die tz III. schvw. Musk, Schmull lvw Res. Schmitt tot. Res. Keiner vm. Res. K l a g g e vm. Res. Jürgens vm. DLusk. P r i e m u s tot Res. Krlion vm. Res. Baumeister vm Res. Herde mn. Wchrm. Kreiling om Wehrm. Opver schvw. Uffz. d. R. Hofmann lvw. Uffz. d. R. Othlrnghaus lvm Musk. Hirschhäuser schvw. Musk. Kaezmareck verm. Must. Pfeifscr ll. vm Musk. Regenbogen schvw. Musk Röder vm. Musk Maitb lvw Musk. Schömel schvw. Musk. Thiel lvw. Einj. Kaiser low. Eins. Sturm tot. — Wehrm,
Schmalz schvw. Geir. Stoffel 1. tot. Wehrm Kabel.fdttgL
Res. GameS lvw. Uffz. T ölte schvw. Wehrm. 'S'ch am bach cvw. Musk. Klapp schvw. Rei. Baucklagelvw Res. Nrtetz schvw. Res. Dillmann schvw. Res. Stenernagel schvw. Musk. Kern schon,. Musk. Eckhardt schvw. Wehmn. Ger» stenmeyei schvw. Gefr. Funk schvw. Wehrm. Retche»- bach lvw. Wehrm. Stenger schvw. Wehrm. Anthes lvw. Wehrm. Knöll tot. Kefr. Simon lvw. Wehrm Wöhrta tot. 3i*f. Fabel tot
**DieFranzosenkommen! Am Samstag ncnh. mittag wurde unsere Garnison alarmiert Der Klaiw des Signalhorns und die Eile der Soldaten, znm Samr^- platz zu kommen, erregte in den Straßen der Stadt die Mr^. inrng, der erste Transport der ftanzösischen Gefangene« sei eingettoffen. Alles eilte schnell zu den Bahnhöfen. rm R» waren die Straßenbahnen dahin überfüllt, und der Seltersweg sowie die Bahuhofftraße waren schwarz von Mensche«, die die Beine in die Hand nahmen, um die Ersten am Bauhof zu sein. Aber mit den Franzosen war es nichts, es hatte sich nur mn ettren Probealarm gehandelt, und zwecklos standen noch stundenlang die Neugierigen am Bahnhofsplatz wie die Mauern.
** Der erste Dur ko wurste am Samstag nacht der- wnndet in Gießen nach dem Reservelazarett zur Behandlung ei »gebracht. Der Mann spricht nur die arabische Sprache und stammt aus Algtzer. Ein im selben Lazarett ocrrmrnbsb liegender französischer Offizier, der das Arabische beherrscht, dient den Aerzten gegenüber als Dolmetscher. — Der Chefarzt des Lazarett I, Prof. Dr. Walther, hat erneu Pariser Thecttersriseur, der als Verwundeter zu uns kam, und der das Deutsche beherrscht, als Heilgehilfe-» ausgebildet, so daß dessen Landsleute, die kein Deutsch »erstehe«, durch den Mann sich verständlich macheir können.
** Wiedereinführung der Sounta gsrnhe Der Kommandierende General des 18. Armeekoct^ hat seine Anvrd- ming, wonach für den ihm unterstellten Korpsbezirk mit Ausnahme des lBereichs der Festung Mainz der Verkauf von L e be n S» Mitteln bis 7 Uhr abends an Sonn- und Festtagen gestattet nar, zurückgenommen.
** Der Konsumverein Gießen und llmgege«tz hielt gestern im Gewerkschastshaus seine Generalversammlung ab. Nach dem erstatteten Bericht über das 13. Geschäftsjahr 1913/14 ist die Zahl der Mitglieder von 2471 auf 2741 Mitglieder bis 1. Juli d. I. gestiegen. Die Hastsirnmre beträgt 81 450 Mk. Ter erzielte Umsatz im letzten Jahr belief sich aus 549 000 Mk. gegen 473 000 Mk.). Das Rabattguthcche» der Mitglieder bettägl 34 997 Mk. und kornntt nunmehr an d« einzelnen Mitglieder z-nr Auszahlung. Der Reingewinn von 5737 Mark soll nach dem Beschluß der Versammlung wie folgt verwendet werden: 1600 Mk. Zinsen für die Anteile, 200 Mk. zur Verteilung von Brot für Mitgliedersamilien, deren Ernährer üaf Felde steht, soweit deren Warenbezug im Jabr über 400 Mk. betrag: und soweit es sich um Familien mit mindestens 4 Kindern handelt, 100 Mk. an die Kriegsvolksküche, 50 Mk. an das Ge- werkschaftshaus, 650 Mk. für den aus l l Mitgliedern bestehende» Vorstand und Anffichtsrat, 2000 Mk. an den dann 24 218Mk betragenden Reservefonds und 1140 Mk. an den dann 10 20l Mk. bettagenden Spezialreservefonds. Die Spareinlagen der Mitglieder bettagen die sehr schöne Summe von 68 287 Mk. — Dd< Bäckerei-Abrechnung, welche jetzt das erstemal für ein volles Geschästsjcchr vorgelegt werden komtte. zeigt einen Umsatz von Bacbvaren usw. von 142 912 Mk. mit einem Gewinn vm, 4421 Mk. bei einer 5 vrozentigeu Rückvergütwig an die Abnehmer von 7021 Mk. Bei diesem Ergebnis ist zu berü cksich t ig e n , daß die großzügig und modern a»Sgestattete Bach-reianlage in ihrer Lei- stungsfähigkell nicht »oll anSgenutzt wird. I» der sich an de« Bericht anschließenden längeren Anssprache wurde Klage darüber geführt, daß seit dem Kriegsausbruch eine ganze Anzahl Warew- sorten im Preise erheblich gestiegen seien Don der Verwaltung wurde darauf verwiesen, daß dies an den VerhLtz- niffen liegt nud daß auch die Kansteute nnt ihren Waren haben auffchlagen müffeu. — Die Versammlung war übrigens nicht sehe stark besucht, ein Beweis, daß die Mehrheit der MitgLcher «» der Verwclltung des Konsumvereins zufrieden ist.
Landkreis Gießen.
(a) Ettingshausen, 18. Okt Hente sannneüe lue Gemeinde .Hattenrod für O st p re u ßen 314,50 SKI, so daß die Kirchspielkollekte den Betrag von blOMarj ergab.
Starkenvnrg und Rheinheffev.
X M i ch e l st a d t, 16. Okt. Unter dem Borsitz de« Dekan- Bernbeck - Michelstadt tagte hi r kürzlich die Synode de» Dekanats Erbach. Den Hauptgegenstand der Tagesordmmg bildeten di« Wahlen zur Landessynode. ES wurden geioäbllr Peo- sessor Dr. Diehl-Friedberg und vr. ined. Seil, Sleonoeen- Heilstätte bei Lindensels; als deren Stellvertreter Pfarrer Dr. P o u> s ck e n - Hirschhorn und Kauimam, S u ch S - Michckstadt
Hefsen-Naffau.
+ Schmalkalden, 17. Okt. Der Vorsteher de» hießgen^ Postamts, Postdirektor S n e I l , wurde von dem ReichSpoftmatz mit der Lellung de» Postamts in Brüssel beanttragt.
NniversltätS'Nacd richte«.
0 Marburg, 18. Okt In seierlich-ernster Weise, so ga«,j der Kriegszeit entsprechend, fand heute in der Aula der Ilniversität, tue Einführung des neuen Rektors der llniversität für das Amtsjal»r 1914/15 statt. Die Aula wies diesmal nicht dis Fülle der Teilnehmer, wie in Friedeicszeiten, auf, vor allen Dinge» , fehlte» die Chargierten der studenttschcn Korporationen mit ihm» Fahnen. Nnr hier und da bemerktt man einen Studenten, während tue Studentinnen schon zahlreicher vertreten waren. Nach einen», einlesienden Orgelspiel seitens des Kgl. llniversitäts-Mnsikdirektoe»! Prof. Immer gedachte der seitherige Rektor, Geh. Rm Prof. Dr. L. Traeger, der Kttegsereignisse, der gefallenen Unrversrtättz- lehrer rntb Sttckenten, der großen Begeisterung in alle» Schichte« der Bevölkerung und veckmud damtt den Hinweis, daß mntrgetz Ausharren ein siegreiches End« des Krieges für uns bringe» würde. Er gab dann den üblichen Rückblick über das vergangene llnivev- sitätsjahr, das Marburg einc noch nie erreichte Zahl von 6t»- bierenden gebracht habe und überreichte dann seinem Amtsnachfolger, dem berühmten Zoologen Geh. Rat Prof. Dr. Korschelt, die Insignien seiner Würde. Letzterer gedachte ebenfalls in kurzen Worten der hcreingebrochenen Kriegszell und hielt dann einen in- teressaMen Vortrag „über die Entwicklung der Zoologie von der Gründimg des deutschen Reiches an". Ein Orgelspiel beschloß de« Festakt.
(h) Frankfurt <t M., 18. Okt Dem eigeuürchen Schöpfer der Frankfurter Universität, Obev- bürgermeister a. D. Dr. Franz Adickes, limrde orrm Kaiser der Titel „Wirklicher Geheimrat" mit dem Prädikat „Exzellenz" verliehen. Die Bestelluugsurkunde war von herzlich gehaltenen Glückwunschschreiben des .Kultusmimsters begleitet. — Die feierliche Einweihung der Universi- t ä t sollte heute unter großer Prunkentfaltung in Gegenwart! des Kaisers erfolgen, wegen des Krieges sieht mau jedoch von jeder Feier ab. Nur am 26. Oktober vereinigen sich Lehrkörper und Studenterffchaft, bevor sie ihre Tättgkeit anf- nehmen, zu einem kurzen Festakt. Die Dorkeftmgen beginnen! am 27. Oktober.
vermischte».
* Erdbeben in Griechenland. Athen, 18. Okt Gestern früh gegen 8 Uhr erschütterten andauernd Erdstöße ganz Griechenland. Der Mittelpunkt des Erdbebens ivar Theben, wo einige hundett Häuser eingestürzt sind. Zahlreiche Personen wurden verwundet. Die Einwohner flohen out die Felder und baten um Zelte. Auch Chalets hat ernstlich gelitten. I»


