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lt«a-j ich boJTtfiif erfajjrett, hnf? wir uns in gemeinsamer i'ictc und Opferwilli^keit für unser VaterVand zusammcnfinden. Wenn wir von diesem (Reifte beseelt sind, werden wir mit Gottes Hilfe Dänemark s r e i n n d s e tb st ä n d i g den kom- inenden Geschlechtern übergeben können, wie wir es als Erbe von den Vätern empfangen haben.

Deutsche Tätigkeit zur See.

London, 25. Sept. (WDB. Nichtamtlich) Das Rentcr- fche Bureau meldet aus Rio de Janeiro: Der deutsche DampferPreußen" ist in Santos angekommen; er scknfste den Kapitän und 15 Manu von der .^Indian Prince" aus, die von demKronprinz Wilhelm" in den Grund ge­bohrt worden war. Rach einem Lloyd-Telegramm ist der Rest der Besatzung an Bord desEbernburg".

Eine Darstellung der britischen Admiralität.

lWDB.) London, 26. Sept. lNickstamtlich.) ,Dic Admira­lität gibt ein Coinmuniaus aus, in dem gesagt wird: Das Sinken derAboukir" war ein gewöhnlicher Knegsvorfatl, wie er beim Patrouillieren vorkonrmt;Hogne" und .Fresst," aber gingen zugrunde, weil sie auhielten, um Menschenleben zu retten und dabei ein beauemes Ziel boten. Die natürlichen Gcsüble der Mensckstrchkeit haben somit schwere Verluste hcrbeu- gesiihrt, die hätten vermieden werden können, wenn strikt mili­tärischen Erwägungen gefolgt worden wäre. Dieser Fehler ist aber verzeihlich: mit>-r den außergewöhnlichen Umständen der mo­dernen Äriegsiührung. Zn dem Commuittaus wird es weiter für notwendig erachtet, die britischen Kriegsschiffe für die Znkunit aniiweisen, das«, wenn ein Schiss auf eine Mine stößt und dein Angriss eines Unterseebootes ausgesetzt ist, und andere Schiffe, besonders aber Großkampsichstse bei diesen Vorgängen anwesend sind, das Wrack seinem Schicksal überlassen blei­ben muß. Rcttungsarbeitcn, die die militärische Lage schädigen könnten, bürscn nicht unternommen werden. Dagegen sollen keine Schiffe so schnell wie möglich zu Hilfe gesandt werden.

In der Veröfsentlichiung wird weiter betont, daß bet dem Untergang der Scküffe die Disziplin gewahrt blieb und daß alle Ranäklassim der Besatzungen Mut und Aufopferung bumesen hätten Abgesehen vom Verluste an Mannschaften bedeute dre Einbuße der' Schiffe wenig, da sie zu der ältesten Klasse gehörten

Ueberlebende Ossiziere von derCressy" berichteten, daß fie bas Periskop des Unterseebootes in einem Abstande von 300 Schritt wahrgenommen hätten. DieGreift," eröffn <e das Feuer rmd ging mit Volldampf voraus. Als dieCressh" manövrierte, nm den SchiffenHogne" undAboukir" Beistand zu leisten, tvurde wiederum das Periskov gesehen. Das Torpedo wurde in einem Abstand von 300 Schritt abgeschossen; seine Spur war deutlich, sichtbar. Es traf dieCressp" an der Steuerbord- stite TaS zweite Torpedo verfehlte sein Ziel, das dritte traf den Masckinenraum. ...hogue" wurde zweimal innerhalb 20 Sekunden von Torpedos getroffen.

Tic Geretteten der drei englischen Kreuzer.

(WTB.) Berlin, 27. Sept. Etwa 200 Gerettete von der Besatzung der drei vernichteten englischen Kreuzer kamen Donnerstag abend in London an. Sie trugen sämtlich Mützen van Besatzungen anderer Schiffe, und niemand vermutete ihre Identität.

Englische Bewunderer des KreuzersEmden".

Kopenhagen, 2H. Sept. (WTB.)National Tideude" meldet ans London: Die Taten des KreuzersEmden" wecken hier allgemeines Interesse. Man bewundert den schnellen Vorstoß des Schisses, das die Eigenschaften des Fliegenden Holländers mit denenAlabamas" vereinigt, des Schisses, das während des amerikanischen Bürgerkrieges über vierzehn Monate lang der Schrecken der Handelsschiffe war. Gewiß habe dieEmden" Madras nur geringen Scha­den zugefügt, aber die Energie, mit der der Kreuzer auf dem Kriegsschauplatz anstritt, mache das Schiff populärer im Volk als die ganze deutsche Flotte, die hinter den Geschützen des Kieler Kanals gedeckt liegt.

An derPopularität" unserer Schiffe in England ist Uns übrigens absolut nichts gelegen. Die Bemerkungen iibcr dieganze deutsche Flotte" sind wirklich, nicht sehr geist­reich.

WTB.> London, 26. Sept. (Nichtamtlich.) Die außer­ordentliche Anerkennung der Engländer für die Taten des KreuzersEmden" kommt in folgenden Blättersttmmcn zum Aus­druck: DieTimes" sagen: Der Mut des deutschen Kreuzers ver­diene Anerkennung, weil die Offiziere und Mamrschasten sich selbstverständlich darüber klar sein Mussten, daß der Kreuzer früher oder späler ausgesvürl und zusammengeschossen werdeir würde. Ein Entkomme» sei einfach unmöglich.Daily Chronic! e" schreibt: TicEmden" hatte eine efiolgreiche Fahrt. Die Be­satzung hat bewiesen, daß sie aus tapferen Mämiern besteht. Wir bewundern die bei öer Fahrt gezeigte Sportskühnbeit ebenso wie wir von Herzen wünschen, daß das Schiff bald gesangeit wird.

Vom HilfskreuzerKaiser Wilhelm der Große".

Posen, 26.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Posener Tageblatt" ist der HilfskreuzerKaiser WilhelmderGroße" seinerzeit nicht, wie die Engländer behaupteten, von dem englischen KreuzerHighflyer" in den Grund gebohrt, sondern von dem Kommandanten nach Ver- schicßung der gesamten Munition gesprengt worden. Dem Posener Tageblatt" ist die briefliche Mitteilung eines Offiziers vomKaiser Wilhelm der Große" an seine in Posen lebende Mutter zur Verfügung gestellt worden, der u. a. fol­gende Slelle enthält: Nach der Wegnahme der englischen Schisse nahmen wir in Rio del Oro in Westafrika tagelang Kohlen. Gestern spürte uns der englische KreuzerHighflyer" aus und griff uns auf neutralem Gebiet an. Wir haben unsere Munition verschossen, unseren liebenKaiser Wilhelm der Große" dann gesprengt und hierauf in Booten das Land erreicht. Heute werden wir nach Las Palmas gebracht. Die Spanier nahmen uns riesig nett auf. Die Engländer haben jämmerlich schlecht geschossen. Wir haben nur wenig Verwundete.

Bon den Kämpfen um Kiautschau.

Berlin, 26. Sept. DieKreuzzeitung" gibt folgende Meldung wieder, die derNe u e n Z ü ri ch e r Z e i t u n g" von der Agence Havas mitgetcilt worden" ist: Nach Nachrichten aus Tsimo soll ein deutscher Kreuzer auf der Höhe von Kiautschau japanische Torpedo- bootezumSinken gebracht haben.

An die aus Feindesland zurückgekehrten Deutschen!

Berlin, 2«. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) Alle deut­schen Staatsangehörigen, die nach .Kriegsausbruch aus Rußland. Frankreich und England mit Einwilligung der dortigen Behörden in dieHeimat zurückgekchrt sind, werden dringend gebeten, ihre Adressen an die Deutsche Dank, Sekretariat, Berlin W. 8. zu senden. Ferner wird gebeten, die llcamen alter Deutschen, von denen fest­steht. daß sie noch in jenen Ländern zurückgehalten werden, ebenfalls der Deutschen Bank mitzntcilen.

* . *

Bon der Kaiserlichen Familie.

. Berlin, 26. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kai- l er in empfing gestern abend Herrn v. Waldaw Rechenstem

mit Gemahlin. Herr v. Waldow übcrbrachte einen Brief des Kaisers mit guten Nachrichten. Prinz Oskar von Preuße n hat nach cingegangener Nachricht leider sein Re gimcnt verlassen und sich in ärztliche Pflege nach Metz be­geben müssen. Der Prinz hat sich durch große Ueberanstren- gung in: Gefecht eine akute Herzschwäche zugezogen, die unbedingte Ruhe und Pflege verlangt. Bei der guten, jugcndsrischcn Natur des Prinzen ist zu hoffen, daß die Herz­muskeln sich bald wieder kräftigen und keine nachteiligen Folgen Zurückbleiben.

Der Reichskanzler über die Feldpost.

Posen, 26. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DasPosener Tageblatt" hat vom R e i ch s k a n z l e r, an den es sich wegen der allerseits beklagten Mängel wegen der Feldpost gewandt hatte, aus dem Großen Hauptquartier folgende Drahtanwort erhalten:

Chelrcdattcur Ginschel, Posen: Auch ich bedauere cs auss tiefste im Interesse unserer tapferen Krieger und auch ihrer Angehörigen, daß der Feldpost verkehr nicht allen Wünschen und Anforderungen hat entsprechen können. Allein die damit be­greiflicherweise Unzufriedenen mögen bedenken, wie schwierig, ja in vielen Fällen ganz unmögliches bei den fortwährenden Trnpven Verschiebungen, namentlich in den ersten Wochen des Feldzuges war, die Briefe mid Sendungen an die richtige Adresse zu- be- sördern. Es werden die größten Anstrengungen gemacht und unsere braven Postbeamten tun. wie alle Deutschen, aufopfernd das Menschenmögliche. Tie Presse kann die schwierige Aufgabe er­leichtern. ivrnu sie immer wieder die genaue Adressierung und präzise Unterscheidung der Formattonen mahnt.

Reichskanzler v. Bethmann Hollweg.

Kundgebungen vor dem deutschen Konsulat in Saigon.

Amsterdam, 27. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Das ,^Handelsblad" meldet, daß nach der ZeitungStroits Bud­get" ani 7. August Kundgebungen vor dem deutschen Kon­sulat in Saigon stattgefunden haben. Die deutsche Flagge wurde heruntergeholt. Die Menge gab Re­volverschüsse ab und rief:Tod der deutschen Nation!" Sie richtete jedoch an dem bereits verlassenen Gebäude keinen Schaden an und zog schließlich zum Deutschen Klub, wo in einer Viertelstunde alles kurz und klein geschlagen wurde. Daraus wurde ein Magazin der deut­schen Firma Speidel & Co. geplündert und gänzlich zerstört. Die Polizei soll völlig überrascht getvesen sein. Die Gendarmen hätten die Menge nicht zurückhälten können. * . '

Kleinere Kämpfe in Karpathcnpässeu

Ofen Pest, 27. Sept. (W.B. Nichtamtlich.) Das Un­garische Korrespondenz-Bureau meldet: Einzelne kleinere russische Abteilungen scheinen bei den Karpa°> then-Pässen Diversionen zu versuchen. Gestern fand eine kleine Plänkelei bei dem Unscher Paß, Komitat Ung, zwischen unseren zur Verteidigung des Passes deta­chierten kleineren Truppen und den Russen statt. Heute kam es bei Tornya, Komitat Marmaros, zu einem Zu­sammenstoß, ohne daß es den Russen gelungen ist, über die Grenze auf irgendeinem Punkte einzudringen. Die von dem Schauplatz der großen Ereignisse weit entfernt erfolgten Ereignisse haben natürlich keine Bedeutung. Ihr einziger Zweck ist, die Aufmerksamkeit von dem Haupt- kriegsfchauplatz abzulenken und die Bevölkerung zu be- unrtchigen. Dadurch^ daß diese Absicht offenkundig tvird, wird sie auch- vollständig vereitelt.

Uriegzbriese aus dem Osten.

Von unserem zum Ostheere entsandten Kwugsberichtcrstatber (Unberechtigter Nachdruck, mich auszugsweise, verboten.)

General Rennenkampfs Flucht."

Kriegsberichte undKriegsgeschichten".

Armee-Oberkommando Ost, den 22. Sept.

Es war gegen Abend, als wir in das kleine ausgebrannte Nest kamen. Unsere Burschen hatten mit vieler Blühe ein paar Zimmer gesäubert, so von Halbleeren Konservenbüchsen, zerbrochenen Wasch- geschirren, umhergeworsener schmutziger Wäsche, u. anderen noch we­niger schönen Dingen. Wir hatten seit drei Tagen keine Zeitung mehr gesehen und die letzte war runde acht Tage alt. Wir wußten gar nichts, dafür waren wir ja auch Kriegsberichterstatter. Es sing an zu regnen, gerade als andetthalbtausend russische Gefan­gene mit einem Dutzend Offizieren in die kleine Kirche des Städt­chens gebracht wurden. Mit unheimlicher Schnelligkeit wurde es dunkel, der Regen troff von unseren nassen Pcllerinen und das Licht unserer Taschenlaterncn wurde von der Dunkelheit nach ein paar armseligen Metern völlig verschluckt. Wir standen vor den halbgeöffneten schweren Türen, man erkannte nicht die Gesichter, das Licht war auf die russischen Offiziere am Eingang gerichtet, die lebhaft wegen anderer Quarttere umerhandelten.

Man sah sich nicht. Vorn sprach ein Leutnant in lebhaftem und ziemlich unverständlichem Französisch mit einem russischen Di­visionär, der nervös den rotgesütterten Mantel auf und zuknöpste.

Man sah sich nicht, man sprach halblaut müeinander, um die Verhandlungen vorn nicht zu stören.

Ein Fort von Paris soll gefallen sein, ich habe es ziemlich bestimmt gehött. Sie müßten es doch eigentlich wissen?" Ich zuckte die Achseln:Eigentlich . . ."

Die Rumänen sollen die Grenze überschritten haben . . ."

Es wäre das einzige Gescheite, was sie tun könnten."

Wie steht's vorn bei uns hier?"

Das wußte ich:Gut, ausgezeichnet. Aber mehr darf ich nicht

sagen."

Die Unterhandlungen vor uns wurden lebhafter. Der General sprach russisch und französisch durcheinander. Unser Gespräch brach ab.

So entsteht die Lager-Kriegsgeschichte. Sie geht von Mund zu Mund, sie übcrreitct die Kolonnen, marschiert mit den vor­rückenden Truppen und bbvakiert bei den Vorposten. Man möchte so viel wissen und man weiß so werttg.

Unsere Armeezettung, die den Truppen gegeben wird, ist knapp sehr knapp, und wer sie erhaschen kann, ist trotzdem ein Krösus an authentischen Nachrichten. Die Russen geben fast täglich eine umfangreiche Armcezeitung heraus, die sehr geschickt für die Trup­pen zugeschintten ist. Allerdings ist das Geschick bei ihrer amt­lichen Regierung größer als der Geschmack, da z. B unser Kaiser ,n ihren spalten in der unerhörtesten Weise beleidigt wird. Davon soll aber jetzt durchaus nicht die Rede sein, cs gehört zu den übrigen russischen Heldentaten. Doch es wäre gut, wenn größere Mengen Stofs von einwandfieicr Art geboten werden könnten Noch dazu, wo dasKriegsgeschichtchen", das am Lagerfeuer und in zerschossenen Bauerhäusern, wenn aus dem Spirituskocher das Tecwasser lockt, das dort einen harmlosen und hübschen Reiz hat in unsere große deutsche Presse kommt. Unberufene und leider auch Berufene erzählen alles, was sie hören ohne Prüfung Wetter Neben der offiziellen Kriogsberichterstattung, die zarm Teil ver­sucht, ivirkliche^Bilder und keine Märchen zu geben, ist es in siinqster Zeit Sitte geworben, unverantwortliche und von kettur Erfahrung getrübte Berichterstatter aus denehemaligen" Krieqs- fchauplatz zu entsenden.

Es ist wirklich nicht nett, in einem recht großen Matt von rem General Rennenkampf zu lesen, daß er sich gegen Lemberg Lorbeeren geholt habe, und in der Berichtigung zu dem Mricht

die Notiz hinzugefügt zu finden, daß der brave Rennenkampf htz

Wilnaer- und die Narcw-Armee befehligt habe Es wäre ja ver­mutlich für die Russen ganz gut und förderlich gewesen, wen» Renncnkamps das wirklich getan hätte. Er hätte sich dann atz Generalissimus, toährend der neun Tage, da er tatenlos der Bn- nichtung der Narctv-Armcc zuschautc, vielleicht doch um dieKan- kurreirz"-Armeeu kümmern müssen.

Aber noch weniger nett ist cs, wenn die Volksmärchen von Rennenkampfs Flucht in Zivilkleidern, die einmal aus Insterburg, einmal aus Gumbinnen erfolgt sein soll, kommcntarloz wiedcrgegeben werden. Wie können wir verlangen, daß die groß, auswärttge ncuttale Presse uns ernst nimmt, wenn wir schichterln von russischen Generälen erzählen, die nicht einmal ein schwedische Schulbubc glaubt. Es kommt doch zum Kuckuck nichx daraus an, brav Zeilen zu füllen, sondern über bitterernste Dingr ernsthaft Bericht zu geben. Man kann auch kleine Geschichtz^ erzählen, natürlich, es ist Teilnahme für alles im Felde vorhanden, aber hinter jeder Geschichte muß der Ernst der Kritik stehen, daß die Geschichte auch wahr ist, daß sie möglich ist.

Das erste, was wir erfuhren, als wir in dem tonnderbübsihg, Städtchen Lyk cinrückten, war, daß die Kosaken schon uneder über die Grenze gebrochen wären. Flüchtlinge hätten es erzählt. Wahr­heit: ein vaar versprengte Russen haben einem Bäuerlein dc- uud wehmütig ihre Gewehre abgegeben . . .

Daß mindcsttns 150jährige Eschcnallccn in den verschiedenen Berichten als sechzigjährige swie nett bestimmt) Buchenalleen figu­rieren, mag noch in einem hingehen, bei der Elle der Reportage kommen solche kleine Versehen vor. Wer mir scheint, dies ganze Zttlenwesen hat mit Kriegsberichterstattung, wie sie ernsthast ge­trieben werden sollte, ivirllich verteuselt toenig zu tun.

Um noch einmal etwas schon vor ein paar Wochen Gesagtes zg widerholen, mir dünkt eine Zeile weniger oft besser als zchn Zellen zu viel. Man kann täglich zweihundert Zellen zu viel schreiben.

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Von den hundert Geschichten, die ich hier täglich höre, iss noch kaum eine wahr. Nur ein kleines Beispiel: Nach der emcg Version ist Rennenkampf rin ziemlich törichter unb aufgeblasener Mensch, nach der anderen ein General, der sich erheblich um sttne Sache kümmett. Aus jeden Fall ist er ein Russe und das, was von tatenlustigen Federn als besondere Merkwürdigkeit rctriftriert wird, ist russische Eigentümlichkeit. Auch sein unerklärliches Zg- tvArten bei der Vernichtung der Narew-Armcr wird sich vielleicht dadurch erklären lassen, daß er nach Art von eifersüchtigen russischen Generälen die Vernichtung des gut angeschriebenen Kollegen ah- warten wollte. Melleicht. Er kann auch die deutscheit Kräfte, die damals ihm gegenüberstanden, falsch eingeschätzt haben. Der Ein­fluß, den Großfürst Nicolai auf die Operationen hatte, ist auch nicht feststehend, ebensowenig, wie die persönlichen Bestrebungen des skrupellosen Armee-Oberkommandeurs eingewttkt haben.

Es ist sehr schwer, etwas sicheres zu schließen, leicht ist es mu. das Unsichere ohne Krittk weiter zu geben. Freilich das Resulrn ist, neben dem humoristischen Beigeschmack, der merkwürdige Ein. druck aus dos neutrale Ausland, das gerade genug angeregt wirb eine unsreundliche Stellung einzunehmen.

Rolf Brandt, Kricgsbenchterstaüer.

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Der Dank des Generals v. Hindenbnrg.

Berlin. 26.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Gene­ralobersten v. Hindenburg gehen fortgesetzt nicht nur aus allen Teilen Deutschlands, sondern auch aus Oesterreich- Ilngarn^und dem Auslande von einzelnen Personen und Ver­einen Sympathiekundgebungen in Form von Te­legrammen, Karten. Briefen, Gedichten, Bildern. Büchern und Liebesgaben aller Art zu. Der Generaloberst ist dienstlich zu sehr beschäftigt, um der immer mehr anschwellenden Moste dieser Glückwünsche gegenüber seinen ursprünglichen Vorsatz durchführen zu können, jedem einzelnen sür die ihn aufrichtig erfreuenden Zeichen des Vertrauens und der wohlwollenden Gesinnung zu dankest. Er bittet daher, es durch diese Vleröffentlichung ein für allemal tun zu dürfen.

Polen.

(WDB.) Berlin, 27. Sept. Daß Rn ßland jetzt seine Versprechungen an Polen znrücknimmt, wttd von derNeuen Züricher Zeitung" russischen Blättern ent­nommen. Es werde vies damit begründet, daß in der Lem- Eerjjer Schlacht polnische Schützen mrf österreichischer Seite gekämpft hätten.

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Km» Stadt und Canv.

Gießen, 28, September l9ll.

" Zur Stützung der Kreditfähigkeit der Unternehmer, Lieferer und Handwerker wäh­re n d d e s K r ic g e s sind für den Bereich der Rmchs-Pvst> und Telegraphenverwaltung durch einen Erlaß an die Kaiser­lichen Ober-Postdirckttonen weitgehende Erleichterungen ojp geordnet worden. Um den Beteiligten schnell zu ihrem Gelbe zu verhelfen, ist die Prüfiing Uud Bezahlung der Rechnungen nach Möglichkeit zu beschleunigen und Mschlaqszahlnngen im zulässigen Höchstbetrage zu leisten. Den Hinterlegern von Sicherheiten aus Lei^ttmgs- und Lieferungsverträgen wird anf Antrag durch Rückgabe der Sicherheiten Entgi-genkoni- men bewiesen. Ist die Rückgabe wegen der Ansprüche des Reiches nicht angängig, so kann den Unternehmern usw. durch Umtausch der hinterlegten Wertpapiere gegen eigene Wechsel unter Abstandnahine vom Erfordernis der Unter­schrift und Bürgschaft einer anderen Person gchokfan werden. Ist die Rückgabe der ganzen Sicherheit rricht möglich, so soll die Rückgabe eines Teiles in Betracht gezogen werden. Btt neuen Verträgen über Lcisttlugen und Lieferungen dars ferner unter bcstttnmten Voraussetzungen auch bei einer höheren Vertragssnmme als 10 000 Mk. von dem Verlangen, Sicherheit zu stellen, abgesehen werden. Bei Geireralpfändern wird auf Antrag der Hinterleger geprüft, ob der Betrag der Sicherheit ermäßigt oder die hinterlegte Sicherheit mngc- tauscht werden kann.

** Die Gießener Fr eili ch tbüh n e an dein idyllischen Plätzchen an der Licher Straße war am Sonntag nachmittag wieder in den Diefisl der Unterhakttmg unserer Verwundeten gestellt. DasHaus" warausvcrkauft", denn neben der großen Zahl unserer tapferen Krieger hatte sich die Einwohnerschast Gießens zahlreich eingefiniden. Prof. Bernbcck, der die Veranstaltungen leitete, hielt eine An­sprache an die Versammelten, worauf Direktor Stcin- goetter mehrere Gedickste ernsten und heiteren Jnhaü^ vortrng. Es folgten Lieder zur Laute, von zwei hiesigen junge» Damen vorgettagen, weiter von Mitgliedern oes Stadttheaters (Regie .Herr W. Dworkowski) und einer jungen Dame flott gespielte Dans-Sachs-Schwänke (Der dlebiM Scholar" undDer Pferdedieb") und zum Schluß durch Herrn Dloorkowski der Vortrag eines vaterländischen, von dem verwundeten MuSketter Metz (Inf-Regt. 87) verfaßten Gedichtes. WsZwischenaktsmusik" gab es Kaffee unl> Kuchen und sonstige von flinken Franen -und Mädck>euhänden dargereichte Liebesgaben aller Art. Nackfdem Prof. Bern» deck allen, die zu der Beranftalmng in geistiger und mate­rieller Hinsicht veigetragen, herzlich gedankt, wurde von allen Anwesenden die erste Strophe des LiedesDeutschland, Deutschland über alles" gesungen und zum Schluß zur Mr- anschaulichnng für spätere Geschlechter eine Photographin Aufnahme des Ganzen ansgefithrt.

" Ter Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz macht die Lieferanten daraus ausmerksam, daß sämtlichen Liescrungeu

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