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Aufruf!

Schwer lastet auf unserem wirtschaftlichen Leben der Krieg, das klin­gen um die Existenz unserer Nation gegen mächtige Feinde. Km schwersten leide» dir Stände des Handwerks und des Gewerbes, des Handels und der Industrie.

Der gesamte Verkehr, der unser Wirtschaftsleben mit immer neuem Blute versorgt, stockt, sein kunstvolles und emsiges Getriebe ist lahmgelegt, die friedlichen Transportanstalten müssen sich als nützliche Waffe gegen unsere Feinde erweisen. Auf dem klustausch der Erzeugnisse im Inland und mit dem kiusland beruht die klrbeit unserer Fabriken und Werkstätten, mit seiner Unterbrechung und Stockung mußten viele Betriebe eingestellt werden oder doch erhebliche Einschränkungen erfahren.

Aber die Hoffnung unserer Feinde, daß unser reichgegliedertes Wirt­schaftsgebiet unter dem Kriege zusannnenbrechen werd«, soll zu Schanden werden wie chre sonstigen Erwartungen und Hoffnungen: sie entspringen der Unterschätzung unserer Leistungsfähigkeit und Kraft.

Allenthalben regt es sich im Deutschen Reiche, der Ruf nach Wieder­aufnahme der Betriebe, nach Schaffung von Arbeitsgelegenheit ergeht an die Kreise des Handwerks, des Handels und der Industrie, der Starke will dem Schwachen die Hand reichen, die Mitwirkung zur Rufrechterhaltung des Wirtschaftslebens ist als vaterländische Pflicht erkannt.

Der Kreditbedarf ist in solchem Maße gestiegen, daß er aus den gewohn­ten Kreditguellen nicht mehr befriedigt werden kann. Die Reichsdarlehens- kassen sind eingesprungen und wirken ersprießlich, ste geben aber Vorschüsse nur auf bestimmte Wertpapiere und gewisse Waren. Wo die Beleihungs- fähiqkeit dieser als Staatsinstitute an strenge Vorschriften gebundenen Kassen ihre Grenzen findet, da wollen die in vielen Städten bereits ins Leben ge­tretene»

ttriegskredillasjen

helfend uod fördernd «»treten' auf sie sind namentlich die kleineren und mitt­leren Handwerker, Gewerbetreibenden und Handelsfirmen angewiesen.

Ruf Anregung des Bürgervereins hat eine größere Versammlung von Bürgern aller Kreise die Frage erörtert, ob auch in Gießen das Bedürfnis nach Gründung einer solchen Kreditkasse bestehe und sie einmütig be­jaht. Der Unterzeichnete Ausschuß wendet sich an die dem Bezirk der Handels­kammer für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach angehörenden Städte und sonstigen Körperschaften, an alle Kreise des Handels und der Industrie, an alle Bürger, denen die Aufrechterhaltung unseres Wirtschaftslebens am Herzen liegt, mit der Bitte, unserer >

Eichener Kredit-Genossenschaft von lstlf

e. S. m. b. h.

beizutreten. '

Nicht nur derjenige soll sich beteiligen, der vielleicht selbst in die Lage kommt, den Kredit der Genossenschaft in Anspruch zu nehmen allen Kreisen des Warenhandels und der Industrie kommt indirekt zugute, was die Ge­nossenschaft leistet, indem sie die kleineren und schwächeren Angehörigen dieser Wirtschaftsgebiete stützt. Und jeder Bürger möge erkennen, daß die Leistungen unserer Genossenschaft im gemeinnützigen Interesse erfolgen.

Die Kreditgenossenschaft ist gedacht als Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht: jeder Geschäftsanteil soll 250 Mark betragen, die mit dem­selben verbundene Haftsumme beträgt 1 0 00 Mark. Zeichnung mehrerer Anteile ist zulästig; Kredtt wird nur an Mitglieder gewährt. Die Drgane der Genosienschaft, Vorstand und Aufsichtsrat, fungieren ehrenamtlich. Sie haben über die Kreditgesuche zu entscheiden und können denselben gegen Verpfändung von Werten aller Art, Wechsel, Waren, Buchausständen, Bürgschaften ent­sprechen.

Die Städte, die Handelskammer, der Gewerbeverein, die Banken werden voraussichtsich größere Beträge zeichnen. Zeichnungslisten befinden sich im Umlauf. Zur Entgegennahme von Zeichnungen sind außerdem bereit:

Mitteldeutsche Lredttbank Bant für Handel und Industrie Gewerbebank

Bankgeschäft Jakob GrSnewald Bankgeschäft Joseph Herz Bankgeschäft Baruch 5ttanh Bachs, die Handelskammer, sämtlich in Gießen.

Ferner sind auch alle privaten vankinstttute und Kassen im Kammer­bezirke wie auch die einzelnen Mitglieder d« Handelskammer zur Entgegen­nahme und Uebermittlung der Seichnungsscheine an das Sekretariat der Handelskammer bereit.

wir bitten unsere Mitbürger, nns zu helfen, der Genossenschaft beizu- treten und eingedenk zu sein, daß wie unser« Brüder im Felde wir. denen es nicht vergönnt war. mit hinauszuziehe». zu Haufe auch wirtschaftlich Alle für Einen und (Einer für Alle ein treten müssen.

Gießen, den 22. September 1914.

Oberbürgermeister Keller. Stadtverordneter Friedberger. Beigeordneter Iuftizrat G n e w a l d. Bankier H ofrat G r ü n e w a l d. Geheimer Kommerzienrat Heichelheim. Fabrikant Horst. Oberlehrer Prof. Dr. Krausmüller. Stadtverordneter Krumm. LehrerDalevtin ll e r. Stadtverordneter Petri. Kaufmann Röhr.

Stadtverordneter Winn.

Dringende Kitte!

Den Linien-, Reserve- und Landwehrtruppen des hiesigen Regiment; die sich in schweren Kämpfen heldenmütig geschlagen haben, sollen in alle Kürze Liebesgaben auf die rascheste Weise zugeführt werden.

Die Bürgerschaft der Stadt Gießen wird hiermit aufgerufen, die i> erster Linie notwendigsten Liebesgaben, namentlich:

Wollene Hemden Wollene Unterjacken Wollene Socken Fußlappen aus Leinen oder Biebertuch,ungesäumt, etwa 45 Ztm. im Quadrat

Pulswärmer

Leibbinden

Tabak, Zigarren, Streichhölzer Dauerwurst Schokolade Dörrobst usw.

reichlich und möglichst sofort zu spenden.

Es wird gebeten, aus den Paketen namentlich bei Wäsche bei Inhalt zu vermerken.

Annahmestelle der Stadt: Stadtknabenschnle an der Rord-Anlag täglich von 812 und 26 Uhr.

Annahmestelle des Roten Kreuzes: Alte Klinik täglich von 86 Uhr Gießen, den 22. September 1914. m

Der Oberbürgermeister:

Keller.

Zweigverein vom Roten Kreuz: Alicesrauenverei»

Wiener.

Frau Gebhardt.

Verein ehemaliger 11 Ger.

Aufforderung.

Es ist eine Ehrenpflicht, unserer Kameraden, die im Felde unter Auf opferung ihrer ganzen Person und unter den größten Entbehrungen sür- unser geliebtes Vaterland kämpfen, dadurch zu gedenken, daß wir durch Übermittlung von warmen Unterkleidern an sämtlichen Truppen der hiesigen Garnison diese vor der Kälte des bevorstehenden Winters zu schützen suchen.

Wir richten daher an unsere Mitglieder die dringende Bitte, neue oder gut erhaltene wollene Unterkleider jeglicher Art uns baldigst zugehen lasten zu wollen; auch alle übrigen Mitbürger Gießens bitten wir, uns bei dieser Sammlung tatkräftig unterstützen zu wollen; wir sind gerne bereit, diese Liebesgaben auf Wunsch bei jedem einzelnen der Spender abholcn zu lassen.

Die Unterzeichneten nehmen die Gaben sowie Anmeldungen zur Ab­holung derselben gerne entgegen:

Heinrich Böller, Frankfurter Albert Reubürger, Steinstr. 17.

Straße 58. Heinrich Spieß, West-Anlage 27. Karl Haupt, Landgrafenstr. 4. Karl Weidig, Liebigstraße 87.

Leopold Mayer, Bahnhosstr. 63. Heinrich Werner, Bahnhofstr. 27.

Der Vorstand des Vereins ehemaliger 116 .

_ R ritz_

10085v

Jur die bemnätfift einttr fenbett Kriegsgefangenen so fiivbtc Dauer ihrer Anwkicn heil die Verpflegung an de Mindestsordcrnden vergebe werben. Es werben braucht: Kartoffeln, (Srtrfer weiffc Bobnen, Grauven obc Grütze, Bruchreis, Wetzen mebl, Maismehl, Kornlnße tgebr. Roggen!, Zichom Weizengries, Nudeln, Snl schwarzer Pfeffer, Gewür, Lorbeerblätter, Wechkob Dörrgemüse, Mohrrübe, Untcrkablrabi, Lauer bih

Zwiebeln, Heringe,Pflanzen seit. Der Bedarf isi voretz für ungefähr 1000 Mannet torderiich, wird sich aber not aussichilich in kurzer Sei erhöhen. (10109)

Angebote sind bis Menu, den 28. ds. Mts. mittag 12 Uhr an die unterzeichnet Kaffcnverwatiung Zin mer 82 im Diensigebäude de Bezirkskominandos, Laut grasenstrahe 8 schrisilit abzugeben, woselbst aut nähere Auskunft erteilt wir!

Die Kaffenverwaliu«! Landsturm ° Jnsant, Bataillon Giehen

ra

ÜB

sorgtäliigst, schnell u. billig' H.Hansel. Löberstr, 19, "

Kartosfelpreise.

Die bisherigen Berkauisoreise für Kartoffeln stehen in einem starten Mitzverbältnis zu der überaus reichen

Ernte. Nach Anffcht Sachverständiger ift ein Berkauss- »on 3,5 Psg, im Kleinhandel schon überaus hoch, weise daraus bin. daß ich genötigt bin, Höchst­preise lür die Kartoffeln scstzuietzen, wenn von jetzt ab

noch höhere Preise als 3,5 Psg. für das Pfund im

Kleinbaodel beansprucht werden,

Greben, den 25, Sevtember 1914.

Der Oberbürgermeister.

Keller. 101088

Quittung.

lliür die Pffegc der Verwundeten »»lerer Mariae

spendeten weiter folgende Betröge:

Ungenannt, Heuchetheim 3 Mk Frl. Baum 2 Mk Bbittvo Vogel, Londorf 10 Mk., Eifert. Londorf 5 Mk., Frau Luise Lotz 20 Mk., Georg Schneider 10 Mk,, Un­genannt 10 Mk,, desgl, 10 Mk,, G, D. 10 Mk., Bauunlev- nebmer Georg Becher 10 Mk Pir, G, B, in 2B. 10 Mk,, Fteckenkaffegeld einer Tischgesellschaft 8 Mk,, zusammen 108 Mk mit den früheren Svenden von 1575,16 Mk. gingen im ganzen ein: 1683,16 Mark, Den gütigen Gebern herz­lichen Dank! Pros. VSlziog, Goetheftratze 19.

im Reichsbankgebäude

1181

9322 D

Rückständige Zinsen

können kostenlos bis 11. Ropember d». IS. be­zahlt werden. 10OT0

Spar und Leihkaste Langgöns.

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1 SanH*tsr* Dr.med Müller . Direktor H. Hahcaicht

Audi «Uffad des Krieges ffaden Sprechstunden statt in:

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von 9 bis 1 Öhr.

Giessen

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Jeden Freitag von 9 bis 1 Öhr.

Frankfurt a.M.

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Jeden Donner**** von 9 bis 1 vkr

100 Adrenen Gehellter n. d Schrift über den Unterlelbabrncfc

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