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.2-, Bütierie: Vizcwachtmeyter Kvnrad
™ Brblrs, tets Groß-Gerau, tö.; Sftnt. König, 3fr r (jBn, ).; Rex Dap, Ofsriiboch, tot; Kan Bretz, Gensingcn bei Binnen Kan, schniidt, Ostenbach, schv ; Gest, Bauer. Offenback». schv
5, Batteerie: O-Lt, b, Sa, Oskar Dauber, schv : K<m
am Most. Großen Englis. Kreis Ftttzlar. lv : Kan, Heinrich cdt, Groß-Gerau, lv,; Res, Friedrich Karl Spiering, Stöckel '»s Hannover, lv,; Res. Georg Meister, Rohrbach, Kreis Erbachs ; Kan, Heinrich Friedrich, Nvrdheim, Kreis Bcnsbcim lv ittvachtmeister Georg Berkrr, Wersau, Kreis Dieburg, lv - Tini - iw, ll-Qfstz. Georg Ludwig Thomas, Crefeld, lv,: Kan' Heine rl Eduard Bergmann, Kottenstroht, Gütersloh, .Kreis Wiesen- nk, schv,: Kan, Wilhelm Wistner, Deckenbach, Kreis Asfeld tot - " d. Re,, Andr^ Bernh^Jonas, Weistkirchen. Kreis Osten'back^ i ^n, d . Res, Wrlh, Emil Brrk. Heringen, Kreis Limburg, tot tt. Heinrich Berz, sorgenloch, Kreis Mainz, schv,: Kan Georg denhäuier, Ober-Ramstadt. Kreis Darnistadt, lv : ,Kan Heinrich hlcr, Freien-steincui. Kreis Lmiterbach, lv ,: Kan Wilhelm benw. Arolsen, Kreis Braunschwe,g, to.; Kan, Wilhelm «an- t, Alsbach, Bensherm, schv,: Gest, d. Res, Wilh, Hch, Cloos, rnkstirt o M., lv,; Gest d, Res, Daniel König, Weiterodc, ^rs .notenberc^ lv.: U.-Offiz. GmtQv Dehns, Darmst<rdt. ItJ.: rr Vemrrch Misar. Gelnhaar, Kreis Büdingen, lv.: Res. Ioh--, tel, Ostenbach, lv, : Res, Beruh. Scbast. Kionenberger, Tittes m. Kreis Ostenbach, lv,: Kan, Leonhard Dörr, Rimbach, Kreis openheim, lv,: Kan, Philipp Kreutz, Nieder-Erlenbach, Kreis edberg, IN: Kam Karl Susan. Ostenbach, lv,: Res. Wilhelm Lorsbach, Kreis Höchst, lv,: Gesr. Schmidt. Giesten, lv.
L et ch t e M u n i t i o n s ko lo n n e: Kan. Ferdinand San , Mettenheim, Kreis Worms, tot: Kan, Joh, Konrod Schuchardt, llersdort, Kreis Alsseld. tot.
Liebesgabe» für die 116 er.
Nachdem bekannt geworden war, dast die Besörderring von bcsgaben^ von den Sammelstellen aus mit Rücksicht ans die ke .Inanspruchnahme der Bahnen durch Truppen- und Muni- tstransporte incht mit der wünschenswerten Schnelligkeit er- ,en kann, hat sich unsere Stadtverwaltung seit einiger Zeit mit r Plan besaßt, Liebesgaben mittels Kraftwagen eben, zu lassen. In dankenswerter Weise hatten sich der hiesige :rhest, Automobilklub und mehrere Krastwagenbesitzer dem Herrn 'rbüraermeister gegenüber bereit erklärt, auf eigene Gciahr und len Liebesgaben an die Formationen des hieiigcn Regiments rie, Reserve und Landwehr! zu befördern. Darauf bat die idtverwaltunq durch einen ihrer Beamten in Tarmstadt — i wo kürzlich schon eine Krastwagenkolonne mit Erfolg nach insteich abgegangcn war — und bei dem Generalkommando in inkfurt a, M, persönlich Erkundigung über diese Transportmög- keiten ein,sehen lasten. Durch das tatkräftige Eingrei- i der Großherzogin ist es nun ermöglicht worden, daß herum ein Antomobilzng von Darmstadt abtahren konnte und ist unserer, Stadtverwaltung nach längeren Verhandlungen gegen, die hiesigen Kraftwagen der Darmstädter Kolonne anzu- ießen Diese Darmstädter Kolonne, die bei ihrer ersten Fahrt weise unter erheblichen Schwierigkeiten bis Sedan und weiter angte, hatte fcstgestellt, daß in den dortigen Kriegs- und Fcld- ircttcn —- wo viele 116er liegen — namentlich Zigarren, öak, Dauerwurst. Streichhölzern und Verbandmaterial erwünscht n. Die städtische Verwaltung hat darausbin unverzüglich das iqe teils selbst beschafft, teils von der Leitung des biesigen ten Kreuzes und durch das opserwillige Entgegenkommen ' s i g e r Firmen geliefert erhalten. Die hiesige Aiitomobil- mnc — bestehend aus den Wagen der Herren Geh. Rats Dr, l, Dentist C. Graes und Direktors Stolte — konnte bereits der Nacht vom 21,/22. ds, Mts, noch Mainz abgchen, wo sie dem Darmitädter Transport zusammcntraf.
Hierdurch ist es möglich geworden, die notwendigsten Licbes- en auf die rasche st c Weise unseren braven tapferen 116ern Führen, die diese ersten Gaben aus der Heimat mit größter ude und Dankbarkeit begrüßen werden, lieber den Verlauf der Ttt wird später berichtet werden.
Um auch den in der Front befindlichen Forma- nc n der 116er Liebesgaben zuführen zu können, hat der Herr •rMirgermciitcr bereits unterm 19. ds, Mts, Verhandlungen mit Generalkommando eingcleitet, die zwar iroch nicht abgeschlossen >, aber zu der Hoffnung berechtigten, daß schon in aller Kürze größerer Krastwoqenzug von hier abqehen kann, der den kämp- >en Truppen die Liebesgaben möglichst bis an die Front hcran- igcn soll. Auf den Ausruf in heutiger Numlncr zur Stis- ng von Liebesgaben zu diesem Zweck wird verwiesen. Bei der jetzigen Jahreszeit wird unseren Kriegern namentlich mes Unterzeug erwünscht sein. Je schneller und reichlicher gern wird, um so eher kann die 2, Sendung abgehen,
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Verdeutschung fremder Brocken.
Zu der Notiz in Nr, 221 aus Frankfurt a, M,, betr, die dministrcrtion der Chic Pcirisien" in Wien, wird uns von er Gießener Damenschneidcrin mitgeteilt, daß dem betr, »dewarcnbaus Unrecht geschehe. Die Dame schreibt:
„In Ihrer Nummer vom 20 . September verbreiteten Sie ,'n Brief einer Frankfurter Schneiderin, der sich gegen das tbckannte Modenhaus Bachwitz, Wien III. Löwengaffe 47, rdet und dicscm ein großes Unrecht zufügt. Das Gegenteil te der Fall lein müssen, denn dieses Modenhaus ist "meines siens das erste gewesen, das sofort nach Kriegsausbruch seine lreichen Erscheinungen auf dem sttebicte der Modeliteratur, wie alle brauchbaren Modezeitschriften leider bGher trän* sck> betitelt waren, von Grund und Boden aus rein rdeukschte, schon vor mehr als vier Wochen wurde duvck eine Drucksache von genanntem Modenlmus unterrichtet,
. die etwa 20 Modezeitschriften. die genanntes Haus heraus- t. von nun an mit vrin deutschen Namen benannt würden,, B, gibt es keinen „Chic parisien" mehr, sondern eine Wiener 'destrnst", auch hat die „La Mode Parisienne" einer „Die große -de" weichen müssen. Die anfangs September ausgegebene mmer der letztgenannten Zeitschrift trägt schon den deutschen el, Deswegen treffen die unberechtigten Vorwürfe das Wiener chehaus in keiner Weise, sie sind hingegen im Hinblick hieraus,
; genannter Wiener Verlag als einer der ersten den französischen mickfchnack freiwillig abstreifte, sehr zu bedauern,"
Wenn Frau St. in Rödelheim vernimmt, daß ihr Vor- ri unberechtigt war, wird sie zweifellos auch das „kräftige ui" zurücknehmen, das ihr in ehrlicher Entrüstung über Lippen gekommen war,
Trlnker-Fürsorgesielle kür Stadt und Landkreis Gießen, chen Asterweg 9. Sprechstunde jede» Donnerstag abend 6 bis Uhr. .
" Das Ehrenzeichen für Mitglieder fr rillig er Feuerwehren wurde verliehen an Nikolaus ivpert und Friedrich Jakob Weyrauch zu Heubach, Heinrich Bernstein HI. und Johannes Dirlamm zu
)I'h.
** Das Eiserne Kreuz. Professor Dr. Hans >cppe, z, Zt, Regimentsarzt im Jnf,-Rgt, Nr, 87, er- lt im Felde das eiserne Kreuz,
** Der Sohn unseres früheren Ober- rgermeisters Dr, Gnauth, Lt, d. Res, im Res,- ld-Art,-Rgt. Nr, 25 und Großh, Hess. Reaierungsbau- istcr Adolf Gnauth ist am 15, September aus dem lfcc der Ehre gefallen "DasPostamt teilt uns mit: Den Paketennach m Auslande dürfen aus militärischen Gründen zur- t allgemein Briefe oder brieflicheMitteilungen chtbeigefügt werden. Nur die Beifügung einer offenen chnung ist zulässig, die keine anderen Angaben enthalten ri als solche, die das Wesen der Rechnung ausmachen,
" Berichtigung. Unsere Notiz m vor, Nr,, betr- F c l d- st-Pakete für das Heer, ist dahin zu berichtigen, daß das
Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie- Regiments Nr, 118 sich nicht i» Tarmstadt, sonder» in Sprendlingen (Rheinheffe») befmdet.
Starkenburg und Rheinhrssen.
m O f! e n b a ch, 23, Sept. Tödlicher Automobil- n n f a 1 [. Auf der Sprendlinqer Landstraße wurde der 2ijährtge Bäckergeselle Georg Eduard Abel ans der BiSmarckstraß« von einem Automobil überfahren. Die Verletzungen des Verunglückten waren- so schwerer Art, daß der Tod alsbald einlrat.
Hessen-Nassau,
ed F r a n k c » b a ch , 23. Deot. Für daS Rote Kreuz wurden in hiesiger Gemeinde gesannnett: 705 Eier, t Pack Porree, > Pack Sellerie, 7 Plnnd Würlelzucker, 10 Pfd. Wurst, 26 Pld. Fleilch und Sveck, 1 Flasche Kognak. 10 Pld. Dörrobst, !v Pfd, Linsen, 8 Psd. Kaffee, 20 Pkd, Reis, 9 Pst. Rudeln, 45 Laib Vauern- l'rot, 25 Pfd, Erbsen, 5! Pld, Butter, 1 Korb Bohnen, 1 Korb Weißkraut, fowie mehrere Säcke Kartoffeln,
h Frankfurt a. M„ 22. Sept Im Hotel Nord hielt beicke die „Z e n t r a l - G « » o s s e n s ch a ltS b a n t lür Hessen- Ra s i n ii* ihre Generalversammlung ab. Dem Gelchästsbericht zniolqe blieb der Reingewinn trog einer Lteigernnq des Gesamt- iimlatzcs von 28 414 378 Mt. aui 28 555 841 Alk, mit 8171 Mt. lim 4673 Pik, hinter dem Gewinnergebais des Vorjahres zurück. Dieser Piindererirag wurde hauptsächlicki durch den schau im Dezember 1913 einsetzciiden Geldüberlluß verursacht, für welchen nur schwer und zu »iigüusijgen ZinSbedingunqen sich Anlagemöglichkeiten baten. Eine -olge dieses starken Geldaugebotes ivar die Herabsetzung des Zinslußes von b'i, aul d Prozent am I, Februar. Die BerlügungS- bereitschalt der Bank in Höhe von 14t 5 400 Ptk, war mlt durchschnittlich 51 Prozent von den anqelchlosiene» Genoffenschalte» in Ltnipruch genoinmen. Die Plitgliederzahl erhöhte sich um vier Genoffenschalte»: iiiiolgedeffen stiegen die Geschältsguthaben um 24 698 Mk., dle Haltsmume von 960 000 Mk. aus 1203 000 Mark.
Gietzcner Strafkammer.
Gießen, 22, Sept, Seine Berufung zurückgenommen hat der Taglöhner Richard M, in Lich, Derselbe war wegen Beleidigung und Körperverletziiiig durch Gr, Schöffengericht Lich zu einer Gefängnisstrase von acht Wochen verurteilt worden, Erfolg hatte die Berufung des Maurergesellen Jak, D, in Vilbel, den das Gr, Schöffengericht Vilbel wegen Körperverletzung zu sechs Monaten Gesongnis und wegen Ruhestörung zu vier Woche» Hast verurteilt hatte. Das Gericht setzte heute die Strafe herunter auf sieben Wochen Gefängnis und zwei Wochen Hast.
Ein alter Betrüger, der Taglöhncr Konrad Sch. zu Büdingen, har sich wichet tw» schiedene Betrügereien zu schulden kommen lassen. Für einen Büdingcr Geschäftsmann hatte er ein Stück Land zu graben übernommen, und erschwindelte unter der falschen Angabe, das sei bereits geschehen, die Hergabe des Lohnes dafür und Nachtessen, Unter Einbeziehung einer ftüheren Strafe erhält er hierfür eine Gesamtgesängnisstrafe von vier Aionaten, Wegen eines weiteren Betrug-Versuchs und eines Betrugs in Verbindung mit Urkundenfälschung erhält er eine Gesamtgefängnisstrase von zwei Monaten und drei Wochen, Hier hat er sich mit einem selbst geschriebenen und mit einem fremden Namen versehenen Zettel Geld zu erschwindeln versucht bezw, erschwindelt.
Wetteraussichten in Hessen am Tonnerstaq, den 24, Sept. 191-4: Heiler und trocken, nördlich« Wurde, stilleiiweif« Rachlfröste,
Letzte Nachrichten.
Schurefall.
Berlin, 23,Sept, In den Hochvogesen und im Schwarzwald ist in den letzten Tagen starker Schneefall eingetreten.
Don der Feldpost.
(WTB.) Berlipn, 22, Septbr, Amtlich) Die von der Poft- verwaltung angeordneten Nachsvrschiungerr nach dem Verbleib von Feldposten aus dem vorigen Monat haben dazu geführt, daß am einem Bahnhose in Leittzig ein Eis enba hn g üte rwa gen mit einer großen Zahl von Briefsäcke» aufgesunden wurde. Der Wagen war nach Andernach über Lüttich—Mo- rienbonrgh für die dritte Armee abgesandt worden, aber infolge eines noch nicht aufgeklärten Versehens nicht nach seinem Bestimmungsort gelangt oder nicht ausgeladcn, sondern nach Leipzig zurückbesördert worden. Die Säcke enthielten Briestendungen von den letzten Tagen des August aus allen Gegenden Deutschlands für die verschiedenen Truppenteile der dritten Armee. Die Sendungen wurden sofort wieder nach dem Fell» abgesandt.
Ein feindlichrr Flieger über Düsseldorf.
lWTB.) D üsse l do r f, 22, Sept. (Nichtamtlich.) In der Nähe der Luftschiffhalle wurden heute, wie die „Düsseldorfer Zeitung" meldet, von einem feindlichen Flugzeug zwei Fliegerbomben abgeworfen, Schaden wurde, abgesehen von einigen gesprungenen Fensterscheiben, nicht an°- gerichtet.
Aus der Kunststadt München,
(WTB.) München, 22, Sept. (Nichtamtlich.) Der König hat den Direktor der K, K. Staatsgalerien in Wien, Regierungsrat Dr, Fritz Dörnhöffer, zum Direktor der staatlichen Galerien ernannt und ihm den Titel eines Generaldirektors der staatlichen Galerien verliehen, Generaldirektor Dörnhöffer wird sein Amt noch im Laufe des Jahres antrcten, — Dem Konservator der staatlichen Galerien Professor Dr. Heinz B r a u n s ist der Titel eines Direktors an den staatlichen Gemäldesammlungen verliehen worden,
Oesterreichcr und Russen.
(WTB.) Wien, 22, Sept, (Nichtamtlich.) Die Blätter ver- öfjentlichen Mitteilungen eines in einem ungarischen Truppen- spftal liegenden russischen Offiziers, der auch den japanischen Feldzug mitgemacht hat und eine Parallele zwischen den japanischen und österreichisch-ungarischen, insbesondere aber den ungarischen Soldaten zieht. Letztere haben, so sagt der Offtzicr, nicht halb so viele Verwundete als die Russen Tote haben. Wenn wir glauben, daß der Feind gezwungen ist, sich unserer Uebermacht zu ergeben, so gehen die ungarischen Soldaten trotz unseres Kugelregens unter fürchterlichem Geschrei mit dem Bajonett gegen uns los. Diese Attacken sind so fürchterlich, wie sie di« Japaner nie gewagt haben. Der russische Soldat wird durch dieses ungewohnte Geschrei so scheu, daß die Offiziere es kaum verhindern können, daß er sich ergibt oder die Flucht ergreift. Zur Aufmunterung unserer Soldaten beginnen wir gewöhnlich in der Nähe eines Waldes deck Kampf, Doch auch diese srchere Deckung und die Operationen mit ans Bäumen befestig- tenMaschtnengewehren sind nicht viel Wert, demiter Feind hat auch daiür Mittel gesunden: er zündet den Wald an. Der russische Soldat laust dann entweder in die Ba,anette oder geht im Walde zugrunde. Unsere Schrapnells haben de» Nachteil eines eigenartigen Smnmens, wodurch sich der Feind schützen kann, während seine Schrapnells in unseren Reihen in einem Umkreis von 50 Metern keinen am Leben lasten. Unsere Leute sterben zu Hunderten, Auch der Ansturm der feindlichen KavaUerie ist so vehement, wie ihn die Kosaken nie ausführen können. Ein Glück war es für uns, daß wir zehnmal so stark sind wie der Feind,
Dum-Dum-Geschossc auch bei den Serben.
i, Köln, 23, Sept, Die „Köln Ztg," meldet aus Sara j e w o: Bei Verwundeten und Getüteten der regulären serbischen Truppen wurden Dum-Dum-Geschosse gefunden, welche fabrikmäßig hergestellt waren. Nach den in den illustrierten Zeitungen wiedergegebenen Photographien sind die bei Franzosen gefundenen Dum-Dum- Geschosse mit den serbischen vollkourmen identisch. Daraus
kann geschlossen werben, daß die serbischen Dum-Tnm» Geschosse französischer Hertunst sind.
Eine amtliche Erklärung über die Beschießung von RrimS.
(WTB.) Großer Hauptquartier, 22, Sept. Abds, tAmtlich.) Die französische Regierung hat behauptet, daß die Beschießung der Kathedrale von Reims keine mllitärische Notwendigkeit gewesen sei. Demgegenüber sei folgendes festgcstellt: Nackchem die Franzosen die Stadt Reims durch starke Verschanzuugen zum Haupt st ützpunkt ihrer Verterdiguug gemacht hatten, xwanqen sie selbst ims zum Angriff aus die Stadt mit allen zur Durchführung möglichen Mitteln, Die Kathedrale sollte auf Anordnung des deutschen Armeeoberkommandos geschont werden, so lange der Feind sie nicht zn seinen Gunsten ausnutzte, seft dem 20. September wurde auf der Kathedrale die weiße Fahne gezeigt und von uns geachtet. Trotzdem konnten >vrr auf dem Turm einen Beobachtungsposten irststellm, der die gute Wstkung der seiMichen ArtUlerie gegen unsere angreisende Infanterie erklärte. Es war nötig, ihn zu beseitigen. Dies geschah durch Schrapnellfeuer der Feld- artiUcric. Das Feuer schwerer Artillerie wurde auch jetzt noch nicht gestattet und das Feuer eingestellt, nachdem der P o st c n beseitigt war. Wie wir beobachten können, stellen Turm und Aeußcrcs der Kathedrale nnzcrstört. Der Tachstnhl ist in Nammen aufgegangcn. Die angrersenden Truppen sind also nur soweit gegangen, wie sic unbedingt gehen mußten Die Verantwortung trägt der Feind, der ein ehrwürdiges, Bauwerk unter dem Schutz der Weißen Flagge zu mißbrauchen versuchte.
Ein cnstlischrr Schlachlbericht,
Berlin, 23. Sept, Di« „Times" veröstcutlicht aus Soissons vom 19. Sept, einen ansckiaulicheu Bericht über die Kämpfe in den letzten Wochen, Der Bericht enthüllt die furchtbar schwierige Lage der Engländer und Franzosen und gibt die entsetzlichen Verluste zu, die unserr mestter- lich operierende Artillerie ihnen zugesügt hat. Der Kampf war im wesentlichen ein Artillerieduell, welches das ganze Flußtal zu einer Hölle machte. Sehr wirksam erwiesen sich die deutschen Scheinwerfer, welche der Artillerie die feindlichen Beivcgungew verrieten. Die ganze Nacht aus den 14, September siel eni Gra- natenregen über die Verbündeten, Llm Montag beschoß die deutsche Artillerie die Höhen An vielen Stellen mußte der Feind zurück. Jetzt erst begrisftn die Verbündeten, daß sie sich täuschten, als sie in dem neuen Kampe ein deutsches Rückzugsmanöver vermuteten. Der Bericht schildert die ausgezerckmete Verschanz,ing der Deutschen, Ohne die, Aufklärung der Flieger hätten die Verbündeten nicht die Stellungen der deutsckirn 'Kanonen festzustellen vermocht. Die mangellxifte Orientierung machte die Lage der Verbündeten besonders schrecklich. Bis Donnerstag dauerte der Kampt fast ununterbrochen fort. In der MrtNvochuacht gestaltete sich der Aiigrifßbeivnders entsetzlich. Lange Eisenbahnzüg« Schwer- vcnvundetcr legen dafür Zeugnis ab, Lawineirgleich stürzten die Deutschen aus den Feind, unauflialtsam und mit voller Todesverachtung, Erfahrene Soldaten crklärteit, bei den Operationen an der Aisne bewährten sich die Soldaten des Kaisers als Meister der Kriegskunst, Ein sranzüsisck>«r Verwundeter bekannte, während dieser Kämpfe habe er die iurchtbarsten Stunden verbracht. Der Berichterstatter ^tibt ein vackendes Bild des Schlachtfeldes, Während dieser Tage regnete es. Schweres Gewölk verdunkelt den Himmel, Flieger umkreisen das Schlachtfeld, über meilenwcite Fronten hört man Kanonendonner, Granaten krevieren mit automatischer Regelmäßigkeit, Truppen ziehen hin und her. Der Boden ist mit Toten besät, die im Verein mit Pferdeleichcn und zerbrochenem Kriegsgerät einen schrecklichen Anblick gewähren uud über den in ihren Erdlöchern nicht ganz verborgenen Leuten platzen unaufhörlich die Granaten,
Die Milderung der englischen Ausfuhrverbote.
(WDB.) Kristiania, 23, Sept, lNichtmntlich.) Wie der norwegische Gesandte in London an das hiesige Ministe- rrmn des Aeußern berichtet hat, machen die Berhandlungen über die in England gestellten Anträge zur Milderung der englischen Ausfuhrverbote nur langsame Fortschritte, Jeder einzelne Antrag geht zuerst an einen Ausschuß, der So^hverständige wegen der Notwendigkeit befragt. Fällt der Antvcrg in z-ustimmendem Sinne aus, so wird der Antrag an das Privy Council Office weitergegcben, das seinerseits den Exporteuren einen Fragebögen Wftl'D. Geht hierauf eine befriedigende Antwort ein, so erteilt das Privy Council Office in dem einzelnen Fall die Erlaubnis, Selbst wenn der zuerst befragte Ausschuß den Antrag befürwortet, läßt das Privy Council Office meist lange auf eine Antwort warten. Da jeder Antrag von Fall zu Fall entschieden wird und eine gleiche Behandlung erfährt, verlangt die Gesandtschaft für die Erledigung jedes Einzelantragcs aber eine Frist von zumindest acht Tagen,
Unruhen in Kairo,
(i) K ö l n, 23, Sept. Die „Köln, Ztg." meldet aus Wien: Die Neue Freie Presse teilt folgenden Brief eines Oester- reichers aus Kairo vom 6, d, Mts, mit: Es gab hier schon großen Aufruhr, Er kann gefährlich werden, denn wenn die Araber den heiligen Kridg erklären, dann kennen sie nur Christen und keine Neutralität, Vorgestern wurde das Haupt- gcschäftsviertel, dessen Läden voll von Waren sind, total ausgeplündert, Englische Kavallerie säuberte den Platz, Es war aber zu spät, denn die vielen engen Seitenstraßen bilden Schlupfwinkel, wo keine Kavallerie hineinkann.
Mißstimmung in Japan,
(WTB.) Wi e «, 22. Sept. (Nichtamtlich,) Die Korrespondenz Rundschau meldet: Nach Nachrichten aus Peking ist in Japan eine heftige Bewegung gegen den Krieg wal)rzunehmen. Bei Haussnchglngen in Tokio wurden Aufrufe vorgefunden, deren Inhalt in der Erwägung gipfelt, daß Japan, anstatt Krieg mit Deutschland zu beginnen, lieber die Frage der Mandschurei lind M o n g o l e i hätte ansrollen sollen. Die japanische Regierung handele nnpatriotisch und steh« offenbar i m Sold e En glau ds, das Japan nur verwende, um die Kastanien ans dem Feuer zu holen, aber sich niemals dankbar erweisen werde. Diese Proklamationen fanden sich auch in tKn Kasernen in Tokio und Dokohania vor. In der Priesterschaft von Kioto soll gleichfalls lebhafte Mißsttmmung wegen des Krieges herrschen. In Osaka entfalten die Agitatoren eine lebhafte Tätigkeit, besonders unter den Arsenalarbeiteru, die aufgefordert wurden. sich der neuen großen „gelben" Bewegung anzuschließen und die Regierung zu stürzen, die Japan in die Mhängigkeit Europas bringe,
Erregung in Persien?
(WTB.) Konstantrnopel, 22, Sept, (Nichtamtlich.) „Tardschuman-i-Hakikat" bespricht die Verhängung des KriegSzu- stmwes und andere außergewöhnliche Maßnahmen und militärische Vorkehrungen, die der Statthalter Graf Woronzow-Taschkom im Kaukasus anochnete. Das Blatt glaubt, daß der Gnmv hierfür in der Wahrscheinlichkeit liege, daß Persien die augenblickliche Lage benutze, um den englisch-russischen Bettrag vom Jahre 1908 über die Teilung Pettrrns in Interessensphären zu kündigen. Das Blatt sagt: Selbst wenn die persstche Regierung den Vcttrag un- beachttt laste und keinen amtlichen Schtttt unternimmt, stehe doch außer Zweifel, daß verschiedene Stammeshäuptlinge dicic Gelegenheit nicht Unbenutzt vorübergehen laficu würden Nachnaiteii aus Persien zeigten nach der Ansicht des Blattes, daß bei zahlreichen io gut wie unabhängigen Stämmen eine Erregung vorhanden sei. Diese Stämme seien so stark, daß die persriche Regierung sie nicht zurückhaltrn könnte, Sic konnten die 'Beleidigungen fruöf» die Engländer und die Rüsten in den letzten Jahren nicht vergessen, besonders die Aufhängung des als heftig ange,chcnett Rational Helden an dem größten rÄlgröieu FeiUNge.


