■' 'Go?i a, ‘-’S. Aug. Der SWniri ermächtiglc den Minister« hirLfrdeiileii. di: verladt: Sobrani«, pte am 2V, August zu« fainnienlrelcn sollte, nicht einzubcrusen.
S o f i cr. 28. Ang. Das Blatt ,,£fro" beantwortet die Ävochungcn der russischen Panslawisten gegen Bulgarien Hrlgendermaßen:
Bulgarien lebte bi.- -um vorigen Jabre in dem Wahne, das ^S taksaclUich eine stawiich? Idee gebe, Heute wissen wir. dost cs aurgeheure Verwirrung im Begriff« de» T > a m e n - stums gibt War dae Slawentum, als im vorigen Jahre >ich ^Rußland mit den Franzoien und Griechen verbündete, um die ^Bulgaren zu vernichten? handelte Bubland im Namen des kSlan entum», al: es die Griechen und Serben aushetzte, das bulgarische Zement zu aifimilieren'? Oder will man die Bulgaren bloß oie- Handlanger de» Slawentums benutzen»' An Lester rerch-Ungarn gebt c: den Slawen sehr gut, dagegen den slawischen Polen in Rußland sehr schlecht Air sind zuerst Bulgaren und dann erst Slawen und wollen für die Einigung der bulgarischen Nation arbeiten Wir sind gegen alle, die dieser 'Einigung im Wege sieben Bi.» ei erreicht ist, wollen wir sehen, od wir Slawen sind oder nicht. Als iin Vorjahre Bulgariens Körper zerrissen wurde, blich die slawische Seele Rußlands teilnahmslos. Pille zeigten ioaar Schadenfreude. Heute heilen wir unsere Wunde, die uns leine graste Slawophilie verursachte. Seitdem wir nnS von der slawophilen Idee- lossagtcn, suhlen wir unS^leichier. Wir hegen die Ilebcrzcugung, dast das Recht aut üiiserer Seit: ist.
Die Bemühungen Serbiens.
Sofia, 28. Aug. Die neuerlicheit Bemii.bu.ngen der serbischen Regierung, Bulgarien inög' Erleichterungen betr, der Einfuhr gewähren, lind resultatlos verlausen.
Serbische Grausamkeiten.
Wien , 2k. Aug. Tie von dem österreichisch-ungarischen Armeekommando angeordnete Untersuchung über die s e r - bisckcu Grausamkeiten und Völkerrcchtsverletzungen dauert an. Auster den bereits veröffentlichten Ergebnissen ist noch folgende» hervorzuheben: Serbische Truppen massakrieren und verstümmeln Gefangene und B er- lwundcte. Unsere Verbandsplätze werden beschossen. Serbische reguläre Truppen hissen die Parlamentärslagge und überfallen »ach Einstellung des Feuers hinterlistig die österreichischen Truppen, Soldaten zweiten und dritten Aufgebots sowie K'omitatschis entledigen sich bei drohender Gefahr ihrer Waffen und suchen als friedliche Bürger zu erscheinen. Bei getöteten Komitatschis wurden mit Nägeln und Kupserrntriolslückcii geladene Patronen gesunden. Tie serbisch: Z i v i l b e v ö l ke r u n g , insbesondere Weiber und Kinder, schießt und wirst heim tückisch im Rücken unserer Armee Bomben. Spione, Zivilpersonen und K'omitatschis, 'welche sich in der geschilderten Weise vergangen haben, werden standrechtlich abgeurteilt. In L o s n i tz a , wo die Bevölkerung Feind'eliqkeiten beging, wurde zur Strafe eine Geldkontribution erhoben.
Tie Gärung im Islam.
WTB. K' o n st a n t i ii o p e l, 28. Aug. ,,Tasvir-i-Efkiar" bespricht die Bedrückung, unter der die Muselmanen der englischen, russischen und französischen Besitzungen zu leiden hätten und erklärt: die Türkei ist ein unabhängiger Land, Es möge sich ausrafscn, um seine durch sene drei Staaten bedrohte politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu retten. Man möchte uns neue Fesseln aulegen, die ebenso schwer sind wie die alten. Die Grundlage der Politik jener Länder war, uns am Atmen zu verhindern, aber der gegenwärtige Weltkrieg wird nicht auf Europa beschränkt bleiben. Er ist ein Hebel der göttlichen Gerechtigkeit für den Islam, der seit einer langen Reihe von Jahren in einen eisernen Ring einge- ztvängt ist. Endlich ist der Moment gekommen, da auch der Islam sein Haupt erhebt.
Die Haltung der Schweiz.
London, 28. August. Der schweizerischeGe- sandte hat der englischen Regierung mitgeteilt, daß die Blätkermeldungcn, nach welchen zwischen Deutschland, Lestcr- reich-llngarn und der Schweiz ein gegen Italien gerichteter Vertrag bestehen soll, völlig unwahr ist.
Unsere Kampfesart und die der Gegner.
(WTB.) Großes H a » p t q u c r ti e r , 28. Aug. Die .deutkche Heeresleitung protestiert gegen die durch unsere 'Gegner tcrbrritc c:i Nachrichten über Grausa m k e i t c n der deutschen ft riegss ii h r u n g. Wenn Härten und strengste Maßnahmen nötig geworden sind, so sind sie veranlaßt und herausgefvrdert wvvden durch Teilnahme der Zivilbevölkerung einschließlich Frauen an den heimtückischen U eberfällen auf unsere Truppen und durch die b e.st i a l i s ch e n G r a u s o m k c i t e n , die an unseren Verwundeten verübt worden sind. Die Verantwortung für die Schärfe, die in die Kriegsführung hineiugebracht wurde, tragen allein die Regierungen und die Behörden deö von uns besetzten Landes, die die Bürger niit Waffen versehen und zur Teilnahme am Kriege aufgebetzt haben. Ueberall', wo sich die Bevölkerung feindseliger Handlungen enthielt, ist von unseren Truppen weder Mensch noch Gut geschädigt worden. Der deutsche Soldat ist kein Mordbrenner und Plünderer. Er führt nur Krieg gegen das feindliche Heer. Die in ausländischen Blättern gebrachte Nachricht, „di: Deutschen trieben die Bevölkerung des Landes im Gefecht vor sich her", ist eine Lüge, die den moralischen Tiefstand ihres Urhebers kennzeichnet. Jeder, der die hohe kulturelle Entwicklung unseres Volkes kennt, wird sie als solche von vornherein bezeichnen.
Berlin, 28. Aug. Nach dienstlichen Meldungen sind sowohl bei Franzosen wie bei Engländern in den Taschen der gefallenen uuo venvundeten Soldaten zahlreiche Dum- d u ni g e s ch o i f e gesunden nwrdeu. Wir werden gezwungen sein, gegen di: völkerrechtswidrige Verwendung der Geschosse mit Gegenmastregeln allerschärfster Art vorzugehen.
Unwürdiges Heraudräugcn an die Gefangenen.
Berlin, 28. Aujg. Ein Erlaß des Ministers des Innern i£tt die Regierungspräsidenten macht darauf aufmerksam, ldaß beim Transport französischer Kriegsgefangenen bereits stliwehörigkeiten v arge kommen sind. Die Gefangenen seien nicht nur ebenso gur, besonders auch mit Liebesgaben bewirtet worden wie die deutschen Truppen. Weiter haben -Damen um P o st k a r t e n u n k e r s ch ri s t e n und Lassung von Andenken gebeten. Lolchen Vorkommnissen gegenüber weist der Minister dcrraushin, daß seitens der Kommandantur di' Bahnhofskominandcure und Bahnhofsvorsteher angewiesen seien, dafür zu sorgen, daß unverwun- deter Kriegsgefangenen, gleichgültig ob Lffiziere oder Mannschaften, freiwillige Liebesgaben unter keinen Umständen verabreicht werden dürfen, dies sei nur bei verwundeten Kriegsgefangenen gestattet. Die Bahnhöfe, auf denen Kriegsgefangene langer Aufenthalt haben, werden abgesperrt, so daß, ein Verkehr zwischen dem Publikum und den Kriegs- Wesangenen nicht stattsinden kann. Die Polizeibehörden haben
sie Bahnhofsbeamien bei der Durchführung ihrer Maßnahmen zu unterstützen,
DaS Besuchen der Gefangenen durch das Publikum ist. wie der Erlaß ferner betont, unbedingt verboten, es ist über- l-aupt mit Nachdruck dahin zu wirken, Lag die erwähnten, in: Hinblick aus die Behandlung deutscher Staatsangehöriger ourch die feindliche Bevölkerung, Borkonrmnisse sich nicht iviederhole».
Tic letzte Verlustliste.
WTB. Berlin, 28 Aug Die heute veröffentlichte
12. Verlustliste besagt: Tot: 3 Offiziere, 14 Unteroffiziere und 87 Mann Verwundet: 13 Lffiziere, 45 Unteroffiziere und 320 Mann, Besonders betroffen ist das Znf,- Regiment 143.
Ter Tod des Gesandte» von Haxthausen.
Berlin, '28. Aug. Der Tod des Gesandten von Haxthausen macht eine Neubesetzung des Gesandtenpostens in Peking notwendig, gerade in dem gegenwärtigen Augenblick, wo I a p an uns in Unverhüllter Raub- absicht den Krieg erklärt hat, ist dieser Pekinger Posten von besonderer Wichtigkeit. Wie verlautet, ist die Rede davon, dem Kapitän z. S. H c n tz e , der das Deutsche Reich in Mexiko vertritt, die Pekinger Gesandtschaft zu übertragen. Der bisherige Gesandte in Montenegro Herr v. Eckardt dürfte zum Gesandten in Mexiko ernannt werden. Herr v. Hentze gilt für sehr energisch und geschickt. Die Aufgaben, die er in Peking vorfindet, dürften allerdings nicht gerade leicht sein, denn er würde dort die Intrigen des von Rußland, England und Frankreich unterstützten Japan abzuwehren haben.
Die Lage der deutschen Schutzgebiete.
Berlin, 28. Alig. Ueber die derzeitige Lage der deutschen Schutzgebiete gibt das RcichSkolonialamt folgendes bekannt:
In Ostafrika haben die Engländer kurz nach Ausbruch desKrieges denFunkenturm in Daressalam zerstört. Im Innern des Landes hat nach neueren englischen Nachrichten unsere Bchutztruppe die Ossensive ergriffen und den wichtigen englischen Verkchrspunkt Tav elta südöstlich des Kilimandscharo besetzt.
Aus Togo, das nur von einer kleinen Schar kriegs- freiwrlliger Weißer und der schwachen Eingebvrenen-Pofi- ?,eitruppe verteidigt wird, wurde bereits gemeldet, daß Engländer und Franzosen einige Gebiete besetzten. Zwischen unserer Truppe und den aus Dahomep und von der Goldküste anmarschierenden weit überlegenen Streitkräften fanden verschiedene Gefechte statt, in denen von unserer Seite mit gro- ßer Tapferkeit gekämpft wurde. In diesen Gefechten fielen, wie zuni Teil früher gemeldet, Hauptmann Pfähle r, sowie die Kriegsfreiwilligen Berke und Klemp, während Dr. Raven, sowie die Freiwilligen Sengmüller, Kohlsdorf und Ebert verwuntzei wurden.
Aus Kamerun, das bis vor wenigen Tagen vom F-einde nicht behelligt wurde, liegen neuere Nachrichten nicht vor. Dem Eindringen feindlicher Streitkräste in das Land dürfte die Schutztruppe erfolgreichen Widerstand entgegensetzen.
Ta der Funkentunn vor Kami na in Togo vor Besitzergreifung durch die Engländer von unserer Truppe zerstört wurde, sind weitere Naiprichten aus Kamerun und' Togo in nächster Zeit nicht zu erwarten.
In Teutsch-Südwestafrika ist bisher alles ruhig. Nach englischen Meldungen ergriff die Schutztruppe die Offensive und drang von der Südostecke her in der Richtung auf Eppington in die Kapkolonie ein.
Aus unseren Besitzungen in der Südsee liegen Nachrichten nicht vor.
Tie Bestellung von Feldpostbriefen.
WTB. Berlin. 27. Aug. Vielfache Klagen über verspätete Bestellung von Felbpostbriesen an Angehörige des Feldheeres haben Veranlassung gegeben, erneut darauf binzuweisen, daß der Grund sehr häufig in mangelhafter Adresse zu suchen istt. Es wird dringend empfohlen, recht sorgfältig in der Angabe von Truppenteil einschließlich Kompagnie, Eskadron oder Batterie, Brigade, Division uird Armeekorps zu verfahren. Bor allem gilt dies für die Etappcnsormationcn, die genau bezeickmet werden müssen. 'Bei den Formationen, die dein Generalkommando unmittelbar unterstehen, ist das Armeekorps anzugeben. bei den Formationen, die dem Armeekorps nicht angehörcn, sondern nur deni Armee-Oberkommando unterstellt sind, genügt die genaue Bezeichnung der Truppenteile oder der Formafion selbst unter Hinzusügung des Armee-OberkommandoS ohne Numinerbezeich- nung. aber mit Angake dej Formierungsortes, zum Beispiel: Pionier-BelagerungStrain Nr. -— beim Armee-Oberkommando Stettin, oder: Etavven-MunitionL-Kolonne bei der Etappen-Ju- spektion Dresden.
Die Schlacht bei Mecheln.
Amsterdam, 28. August. Belgische, französische und englisch: Blätter meldeten, daß die Belgier mit einem großen Sieg die Deutschen aus Bilvordc bei Brüssel zurückgewor- sen hätten. Der Korrespondent des „H an d els b l ad" berichtet demgegenüber folgendes:
Unter persönlicher Leitung König A l b e r t s rückte eine starke belgische Armee südlich von M c ch e l n vor, um das um Vilvorde stehende deutsche Heer nach Süden zu werfen. Den Deutschen gelang cs, die B c l g i c r n a ch B i l v o r d c zu locken, wo ihre Hauptmacht lag, und als die Belgier nahe genug waren, machten die Deutschen plötzlich Halt. Frische Truppen, die zuvor im Wald verborgen lagen, rückten gegen die belgische Flanke vor. Die Belgier wurden regelrecht zwischen drei vernichtende Feuer ge n o m m e n. Es war kaum mehr ein Gefecht, sondern das reinste Sckflach- ten, und der so gut begonnene belgische Angriff endete mit einem allgemeinen „Lauve gui peut!" Hals über Kopf suchten die Belgier sich zu retten: hunderte sprangen in den Mecheln-Löwen^Kanal und viele ertranken habet. Autos mit dem Generalstab jagten nach Antwerpen zurück. Die Belgier hatten übrigens die wunderbar alte Stadt Mecheln von den Einwohnern vor dein Ausfall räumen lassen, da belgisch: Geschosse auch auf Mecheln fielen: es entstand aus den Befehl eine wilde Flucht der Einwohner. Schon vorher war der berühmte Turm der Kathedrale von zwei Artilleriegeschosien getroffen worden. Mecheln ist im Augenblick weder von Deutschen nach von Belgiern besetzt, und die Eininvbner kehren langsam zuruck.
Ta eS einem französischen Frldkurier gelang, vor dem Ausfall nach Antwerpen zu kommen, ist änzunetnnen, daß der Ausjall auf Wunsch der französischen Heeresleitung geschah.
Schlacht bei Metz.
Ihr Toten, ihr Toten von MarS-la-Tour, WaS störet euren Schlaf?
Ist das nicht KriegSdrommcten Sa>all,
Der eure Stätte trat ?
Ihr wackern Streiter von Grapelott«,
Was drangt m eure Ruh?
Ist das nicht schwerer Gcscknitze Gebrüll'
Und Salvengeknatter dazu?
Ihr Schläfer, ihr treue», o träumet fort Dort unten, unberührt!
Wie anno siebzig izoch ist scharf Das 'Schwert, das ihr einst geführt.
Jetzt 'cküvingens die Enkel von dazumal.
Die führen auch guten Streich,
Sie schür,cn gegen eine Welt Dar ihr gegründet, das Reich!
Uns war ihr hörtet war Sturmsignal, Wegschmetternd den Widerstand,
Und der Tonnersckiall war eur Biktvrra Fürs siegreiche Vaterland!
Hermann Steingoetter.
Aus dem Reiche.
F r a n k fu r t. 28. Aug. Die Kakao-Kompagnie Th. Reichert, G. m. b. H., Wandsbek-Hamburg, bat dem Lberbürger, meister ,3000 Pakete Armee-Kakao, was ungefähr 75 000 Tassen Getränk entspricht, für Kriegsfürsorge zur Verfügung gestellt,
WTB. Breslau, 27. Aug. Die Breslauer Stadtverordnetenversammlung beschloß in -.hier heutigen geheimen Sitzung laut „Breslauer Zeitung", H ö ch st l r c d i t e im Gesamtbeträge von rund 224, Millionen Biark bereitzustellen. Davon sollen 16 Millionen zur Versorgung der Stadt mit Lebens- und Haushaltsmitteln, 1 1 * Million zu Einguarticruirgszwecken, 3y> Millionen zur Zahlung der reichsgesetzlichen Beihilfen an die Familien der in Äfilitärdieiist getretenen Mannschaften und 1 >/.< zu dem städtischen Zuschuß von 50 Prozent zu diesen reichsgesetzlichen Bei- Hilfen dienen, während der Rest für den nationalen Frauendicnst uird für die Suppciranstalten als Subvention bestimmt ist.
Nach der Schlacht bei Metz
Man schreibt der „Köln, Ztg." aus Metz:
Am Svnntag, 23. August, planten gerade einige Kameraden einen Ausflug nach den östlichen Dchlachifeldern, als ein Telegramm einen großen Sieg nördlich von Metz kündete. Da nur in den letzten Tagen vielfach Kanonendonner gehört hatten, tonn« die Schlacht nicht sehr weit entfernt gewesen sein, und wer beschlossen, sofort nach Norden zu fahren. Nach einsründiger Auio- rerse befanden wir uns mitten im Kriegstreiben. Angehörige der verschiedenen Regimenier füllten die Straßen, Verwundet« wurden in Autos und Karren gefahren, und ani Bahnhof lxrrrten französische Gefangene in großer Zahl der Verladung. Die Leute iahen schlecht aus, gar nicht, wie ich dis strammen, eleganten französischen Soldaten auS China und Algier kannte: cs waren auffalleiü» schwächliche, jugendliche Leute in unsauberen und schäbigen llnr- formen. keiner in Feldgrau: ein großer Mensch, an der ZaU der Goldlitze als Kapitän erkennbar, machte einen besonders unangenehmen Eindruck. Reihenweise zu vieren wurden die Gefangenen in einen Hof geführt: hierbei geriet einer guS der Kolonne l^rauS, und einer der begleitenden 144er gab ihm eineir Ripvenstpß und schrie ihn .an: ein neben mir steifender deutscher Ofsizier riet ihm deshalb zu: .Lassen Sie das, das ist ungehörig," Da ent- gegnete der Westfale mit erregter Stimme: „Herr Leutnant, ich habe gesehen, wie diese Schwein« allen unseren Gefallenen, Toten und Verwundeten, das Bajonett noch ein paarmal in den Leib gestoßen haben, ich kann nicht h ö f l i ch z u i h n c n sein." Nachdem noch ein eroberierS Maschinengeniehr an uns vorbeigekommen war, fuhren wir weiter: in der Ferne sahen wir Rauchwolken und eilten »vunn Tvrs zu, das aus der Karte als Audun le Romain bezeichnet war: eS stand in lfellen Flammen. Am Eingang stand ein Offizier. Er erzählte lehr fesselnd von der gestrigen Schlacht. Infanterie unb Feldartillerie hatten hier den äußersten linken Flügel gebildet unb das stark befestigte, hach gelegene Dorf Erstürmt. Die Franzosen hatten sie gmiz nahe kommen lassen und dann von der Seite her mit Granaten beschossen, die aber alle zu hach gingen. Unsere Leute sollen gar nicht zu halten gewesen sem, sie hätten kaum legten und schießen wollen, sondern seien ihren Führern rirnari* nach vorn durchgegangen, ihren Anprall lfätten die Gegner nicht erwartet, sondern seien schleunigst davongerannt. Unsere Verluste durck, Infanterie- und Artillerieseuer seien.gering gewesen, aber die Maschinengewehre hätten sehr gut getroffen: ich lförte von manchen Bekannlen, die gefallen sind, und einem prächtigen jungen Ofsizier, den ich von Kindesbeinen kannte. Im Dorf fielen noch immer Schüsse, und der Offizier erzählte, aus unsere Sanüäts- versona! würde aus den Häusern geschossen: er führte uns in ein: Ecke, wo drei deutsckfc Soldaten tot lagen, sie waren eben mit einem Stabsarzt ins Dor> gegangen und von hinten erschossen worden: zwei Baueni, ein alter und ein junger, lagen schon ersckfolsen daneben: oer Anblick der Toten, der Trauring des erschossene» Feldwebels, der Gedanke an die Hinterbliebenen, stimmt uns ttei traurig. MS ich vorher einige ganz alte Weiber iammerrid au- dem brennenden Tors toanken.sah, als ich die Vernichtung deS schönen Besitzes, das Klagen des verlassenen Viehs beobachtet«, wollte mich Mitleid übertvmmcn: aber das Schicksal der unschuldig Gemordeten, da» auch uns täglich loideifabren kann, stimmt mul» bart und ich würde gegen die Feiglinge noch ganz anders Vorgehen akS mit der ehrlichen Kugel. In einem Graben fand ich zwei Verwundete, einen mit drei Schüssen durch den rechten Oberarm, den andern mit einem durchs Becken: ich fragte, ob ick» ihnen irgend helfen könne, ob sie Tairst hätten, doch wollten sie wur Ruhe. Dann drang icv weiter ins Tori, in der Mitte der Hauptstraße standen Rheinisch sprechende Soldaten, die mir rieteir, nicht weiter zu gehen: aus einem HauS, wenige Schritte weiter, leien soeben wieder Schüsse gefallen: ich überließ ihnen das Weitere. Nachdem wir von unserm liebenswürdigen Füirrer noch gehört hatten, daß uniere Verfolgung energisch und mit frischen Kräften erfolge, verabschiedeten wir unS und fiihren durch einen großen Teil de» Schlachtfeldes, durch Dörfer, deren Bewolmei: teils ängstlich, teils drohend uns nachschauteil, heim; in langen Reihen zogen schon Vrvviant- und Munitionskvlonncn der vorrückenden Armee nach, Bosten bewachten erbeutete» Vieh und Pas noch aut Treu Feldern stehende (betreibe — die Gefangenen begegneten uns schon in Eisenbahnivagen — welche Armee leistet ähnliches, ivenige Tkunde» nach schiveren Kämpfen? Und als wir zu unserm Bataillon zurück- kamen,.empfing uns die Nachricht von dem Sieg gegen die Ripsen !
Ar»s staSr Canfr
Gießen, 29. August 1914,
•• Kriegsfreiwillige. Das Ersatz-Bataillon 11#
stellt noch Kriegsfreiwillige ein, Tie dieS:czügliche Bekanntmachung ficke in heutiger Nmnnier de« Gießener Anzeigers.
** Auszug aus der Verlustliste. Leibdragoner-Regimen! Nr. 24: Leideskadron: Jean Handwerk au» BibaS, Kr. Bensheim, leicht verwundet: Tromp.-Serg. Wilhelm Seip auS Reinveim, leicht verwundet: Gefr. Marlin Kaiser aus Friedberg, schwer verwundet: Emil Ludwig II. aus Gießen, schwer verwundet: Otto Müller II. au» Pfeddersheim. Kr. Worms, leicht verwundet: Ludwig Schumaclrer aus Winitzweilcr, vermißt: Hermann Ottcn- bacher aus Mannheim, vermißt: Ferdinand Schmitt II, apS Schimbsbeim, vermißt: Rittmeister HanS Rogalla non Bieder- stcin aus Baranowen, leich' verwundet, — Zweite Eskadron: Geir. Karl Lutz aus Romrod, schwer verwundet: Gefr, Beier Lchäufile aus Friesenhcim, vermißt. — RegimeniSstab: Geir Philipp Keßler, leicht verwundet. — l, ^Landwehr-Eskadron: Leutnant Burggrat und Graf zu Tohna-Schlodien. tot: Unteroffizier Wladislaus Zvto, tot: Leutnant der Reierve Reimer, leicht r--rwundet. -- Feld-Art.-Reg. Nr, 27: Zweite iahrende Batterie: Johann Beter Bernhard aus Sprcndcingen, tot: Adolf Ludwra Fev aus Sofien- hcim, Kr. Höchst, leicht vcrw, —Dritte fahrende.Batten«: Uitteroff-


