das Veil« Gemeinwesen aus mit seiner statttichen katholischen Kirche, die zwei Türme answcist, und dem schönen cvangel. Vottcshans. Etwas abseits von der eigentlichen Stadt liegt das Gelände, wo die Regierungsbautcn sich erheben, die Maschinenhalle, das Gcrichtshaus, das Gefängnis. „M o a b i t" heißt dieser Stadtteil von Lome, und hier können die Eng- länder jetzt auch im Bollbewußtsein kriegerischen Heldenmuts im Schatten des „Grunewald" von Lome lustwandeln. Dieser Grunewald ist ein gar stattlicher Hain von Eisen« holzbäumen mit schönen Kokosallcen. Die Engländer in „Moabit" und im „Grunewald" — auf europäischem Boden Wären solche Trauben dem britischen Fuchs wohl gar zu sauer gewesen, und so begnügt er sich denn niit ungefährlicheren Abenteuern: mit dem Grunewald von Lome...
Aus dem Reiche.
Berlin, 12. Angnst. Die „Norddeutsche Allgemeine Zei- i'inftr" berichtet: Die Königliche Staatsregierung besä,loh, die seit dein Tode des Erzbischofs StablewSkr bestehende Sedisvakanz rm Erzbistum Posen-Gn esen zu beenden. Die Berhand- knngcn mit dem Päpstlichen Stuhle führten zu einem Einverständnis darüber, daß der bisherige Weihbischof von Posen, Dr. Li- kowski, zum ErHbischos von Posen-Gncsen ernarrnt werden soll. Die Ernennung ist noch nicht erfolgt, steht aber bevor.
Berlin, 12. August. Der Jüstizmurister hat zur AnSführimg des Allerhöchsten Gnadenerlasses vom 1. Ang. am 4. Aug. folgendes verfügt: Gesamtstrafen, die wegen der nMer den Allerhöchsten Gnadenerlaß vom 1. August fallenden Straftaten erkannt sind, sind insoweit erlaffen, als die ihnen zu Grunde liegenden Einzelstrasen in den Rachnen ix 2 Erlasses sallett, ohne Jtücksicht auf die Höhe der Gesamtstrafe. In den Straffachcn, i>. denen durch den Allerhöchsten Erlaß vom 1. August die Strafen erlassen worden sind, sind die Kosten bis auf Iveiteres nicht einzusoreern oder einzutreibrn.
Köln, 12. Ang. Die Vorstände der Christlichen Gc Werkschaften haben beschlossen, aus deren Dermögensbestand 4—5 Millionen Mark den Hinterbliebenen der Kriegsteilnelnner und sonstigen durch den Krieg Geschädigten ouzuwenden. Mehrere Berbändc zahlen zu den staatlichen und kommunalen Untcrstützun- gen monallick noch 12—15 Mark. Anschuß. Andere gewähren obwohl die Mitgüödschast für die Kriegsteilnehmer ruht, an die Hinterbliebene« der im Felde Gefallenen Sterbegeld, eine einmalige Witwen- und Wmseiinn.'rstützunq oder dergleichen. An einzelnen Orten werden Fürsorge- und Beratungsstellen znr Er- teillmg von Auskünften, Anfertigung von Eingaben nsw. errichtet. Die nicht am Kriege teilnehmenden Gewerkschaftsbeamten verzichten je nach ihrem Familienstand auf 25—40 Prozent ihres Gehaltes.
Hamburg, 12. Aug. Die Hapag stellte außer dem Lazarettschiff „Hansa" dem Roten Kreuz dw im großen Hamburger Hasen liegenden Passagierdampicr -ur Verfügung. In Betracht kommen dürfte in erster Lin»- der Dampfer „Patricia". Die Kaiserin sprach Generaldirektor Ballrr den Wärmsten Dank für die bereitwillige Unterstützung ans.
Baden-Baden, 12. Ang. Der Ehrenbürger der Stadt, Großkanfmann Herm. Sielckco., bat der Siadt-- gemeinde zur Linderung der Not während der Kricgsdaucr monatlich 10000 Mark znr Verfügung gestellt.
Au» Stadt nnd «kanS»
Gießen, 13. August 1814.
Städtische Hklfe bei der Ernte.
Ein Gießener Professor, der gegenwärtig in L a n g d bei Hungen als Erntearbeitcr tätig ist, schreibt uns:
Erfreulicherweise hat der Aufruf an die städtisck/e In-- gend, sich zur Erntearbeit znr Verfügung zu stellen, sehr guten Erfolg gehabt. Aber die Nachfrage vom Lande her entspricht vielfach gar nicht der Zahl der sich Meldenden. Das hat darin seinen Grund, daß eine Reihe von Bedenken die Landbevöllerung abhalten, ihren Bedatff anzugeben. Sie fürchten, die Stadtleute wären mit Quartier und Kost nicht zufrieden: sie verständen nichts von der Landarbeit, wären ihnen eher hinderlich nsw. Nun ist aber in unserer Jugend, zumal durch die Wandervogelbewcgung so viel Sinn für das Einfache und Natürliche des Landlebens geweckt worden, daß jenes erste Bedenken ganz unbegründet ist. Die Landarbeit, selbst muß freilich gelernt werden; aber unsere jungen Leute wollen sie lernen, und gar manche Verrichtungen, die eben doch Zeit kosten und iwtwendig sind, können bald gelernt werden. Es wäre Aufgabe der Pfarrer, der Lehrer und der ländlichen Presse, solche Vorurteile zu zerstreuen, damit die gern angebotene Hilfe auch gern angenommen werde. Nut schicke man lediglich kräftige Menschen aufs Land.
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Die franzSsischcn Gefangenen.
In der „Franks. Ztg." lesen wir über die in Frankfurt irnter- gebrcÄtcn französischen Gefangenen folgendes:
In der Bethmamtschnlc liegen 170 französische Gefangene! Ganz früh schon huscht die Nachricht von Allmd zu Mund. Da sind sie nun endlich, die Beweisstücke unserer ersten glücklichen Erfolge. Sie leben und reden und keine französische oder belgische Lügennackwicht kann sie aus der Welt schassen.
Im Schulhof stehen einige deutsche Feldwebel Und Offiziere. Dann aus der Treppe Kr den Schulräumen noch einige dansche Soldaten mit anfqeMänztem Gewehr. Wir treten in ein Klassenzimmer. Auf der Tafel steht noch mit exakter sorgfältiger Lehrerschrist mit Kreide hingemalt „Die Neuordnung des athenischen Staates durch Solcm". Auf den Boden ist Stroh lßngcbreitet und dort liegen sie in ihren roden Hosen und etwas graublauen, unsauberen, karierten Hemden. Dann beginnt der eine oder andere langsam im Patois der Gegend von Bclfort zu reden. Eine Hand voll Zigaretten macht sie zutraulicher. Es ist llar, sic haben immer noch Furcht vor einem imgeivisien drohenden Schicksal, dem sie entgcgenzugckhen glauben. Ein intelligenter ,unger Bursche beginnt zu erzählen und tarnt wieder einer. Nenn, sie wffsen nichts, gar nichts! Noch nicht einmal die Namen der Generäle, die sie führten. In einem anderen Zimmer liegt ein junger Unteroffizier auf der Streu. Er schläft. Die Wache weckt ihn, und brummend erhebt er sich. Unwillkürlich machte ich Vergleiche zwischen dem blitzsauberen, stämmigen und geraden deutschen Soldaten, der neben mir steht und den Leuten, die dort wie Tote aus dem Strohlager ruhen und in ihren ärmlichen blauen Mänteln oder ihren karierten Hemden und roten Hosen so merkwürdig verlottert aussehen. Aber wir wollen nicht vergessen, sie haben einen langen Marsch und eine Schlacht hinter sich, bei der sic durch Gräben und auf der Erde hinkricchcn mußten.
Der junge Mensch ist Maler; er hat in Zürich und München studiert und spricht deutsch. Auch ein anderer spricht deutsch Seine Frau ist eine Deutsche und er llagt über diesen Krieg. Nur ganz allmählich erfahre ich, daß fast alle diese Leute aus Bclfort und llmgebting stammen und in Delwrt in Garnison lagen und daß es das siebente Kvrvs unter General Bonneau und eine Division war, die auf französischer Seite im Kanipf standen. Der Divisionsgeneral hieß „Supechy", ruft einer dazwischen. Und mif meinen Einwurs: „Eh bien, pas de blaqnes", versichert er ganz ernsthaft, und die andern stimmten zu: Mais oui, il s’appelle Suberby. Uebrigens scheinen bie Leute wirllich wenig Ahnung davon zu haben, wer an ihrer Spitze stand, und sie behaupten, im letzten Augenblick seien an den leitenden Stellen die Befehlshaber gewechselt worden. Als ein langer treuberziger Bursche in breitem Dialekt von seinem Oberst Drittel erzählen will, ertönt ein Pfiff, und er schweigt verlegen.
Viele von ihnen sind Reservisten, die fast keine Vorstellung haben von dem, was um sie her vorging. Am Dtittwoch sind sie von Beljort abmarschiert, wo alles ruhig war. Dann waren sie
zwei Tage unterwegs, und am Sonntag um hcklb zwölf Uhr mor- geuä begann vor Mülhausen die Schlacht, die furchtbar war. Ein Mann von dcir 133crn sagt glücklich lächelnd, daß er von den 40 bis 50 Mann seiner Sektion der einzige Ueberlcbende sei! Bis zum Abend uni 11 Uhr dauerte das Feuer, und selbst in den Straßen von Mülhausen und in den Gärten sei gekämpft worden. Hierbei seien einzelne von ihnen abgcsprcngt und gelangen ge- nontmen worden. Andere sind in der Nacht vom Sonntag zum Montag aus dem Marsche überrascht und nach längerem Kamps gefangen genommen worden.
Eine Stube Gefangener nach der anderen wurde gegen 2 Ubr heruntcrgesührt in den Schulgarten, wo sie Sirppe, Wurst und Brot erhielten, und wo eine behäbige gemütliche Frau mit gewaltiger Geste den Riesenlösfcl hantierte, der die Suppe aus dem Kessel holte. Wir aber alle hatten die Enipftndung; Wenn von unseren braven deutschen Jungen manch einer —r und Gott gebe, daß ihre Zahl so klein wie möglich sei —- auf fremder Erde in Gefangenschaft geriete, so mögen sic dort so gut und menschenfreundlich behandelt werden wie diese Franzosen in Frankfurt.
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** Schuldienst-Nachrichten. U ebertragen wurden
Lehrer- bczw. Lehrerinstellcn an der Volksschule zu Darnistadt dem Schulamtsaspiranten Hugo Rouge aus Darmstadt, der Schul- amtsaspiranttn Wilma Tertor aus Wiesbaden, den Schulamts- aspiranten Heinrich Jakob Bitz aus Mommenheim, Adam Link aus Armsheim und August Niebergall aus Vendersheim, den Schulaintsaspirantinnen Elisabeth D i d e r i ch aus Darnistadt, Anna Köhler aus Friedberg und Berta L o t h e i ß e n ans Tannstadt.
* v Abfahrt der Italiener. Die Linicn-Kvminandan- ttir C. macht bekannt, daß die italienischen Heerespslichtigen und auch andere Italiener, soweit Transportsähigkeft vorhanden ist, sofort über Bagern und den Brenner abfahren können, 2lb- leitung geschieht über Elm, Gcmünden und .Hanau (Ost)—Aschaffcn- bnrg. Möglichst schnelle Abfahrt ist geboten. Das italienische Generalkonsulat in Frankftirt ist verständigt.
. ** Kriegsmaterial und Getreide für Oesterreich kann erst befördert werden, wenn die Verzeichnisse der lieiern- den Firmen und der Empfänger in Oesterreich beim itzmieralstab eingcgangcn sind. — Getreide für die Schwerz darf nur besördert werden, wenn es unter der bldresse der schweizerischen Bundesregierung fäbrt. — lieber den Uebergang über die Grenzen entscheiden die Zollbehörden auf Mitteilung des Reichskanzlers (Reichsamt des Innern), der nach § 2 der kaiserlichen B-rrrdnung hierzu.ermächtigt ist.
**Kriegssürsnrge der Invaliden- und Hinterbliebenen Versicherung. Für Maßnahmen zur Kran>- kenpflege, zur Verhütung von Seuchen usw. hat der Vorstand der Landcs-Bersicherungsanstalt Großh. Hessen zu Darmstadt dem Hessisch c n Landesverein vom Roten Kreuz erstmalig 10 000 Mk. zur Verfügung gestellt.
** Zeitungen für di e im Felde stehenden Truppen. 2er Regierungspräsident der Rheinvrovinz richtet an die Bürgerschaft die Bitte, ihm möglichst regelmäßig und bald alle Zeitungen, sobald sie gelesen sind, zur Verteilung an die im Felde stehenden Truppen zugehen zu lassen. Unsere Krieger haben das BedürftnS, Kenntnis von den Vorgängen in der Heimat zu erhaltet^ den, kann leicht und billig Rechnung getragen werden. Vielleicht wird auch für die hessischen Krieger bald eine Zcitungs- sammclstelle eingerichtet.
** Vorsicht bei Aufbe wah ru n g von Mehl, Grieß usw. Im Hinblick cmf die großen Mengen von Mehl, Grieß usw., welche in der letzten Zeit in Haushaltungen cingelagert worden sind, muß darauf hingewiesen werden, daß diese Waren bei unzweckmäßiger Aufbewahrung leicht dem Verderben ansgesetzt sind. Mehl, Grieß und ähnliche Produkte dürfen nicht in feuchten Räumen (Küchen oder Kellern) aufgehoben werden. Zur Erhaltung dieser Artikel ist luftige tlnd trockene Lagerung dringend notwendig. Am besten bewahrt man sie in Säckchen aus Leinen Zwillich oder Jute auf.
** Kricgsgabe des Berschönerungsvereins. Gleich anderen Vereinen hat auch der Gießener Verschönerungsverein es für seine Pflicht gehalten, in dieser enffchei- dungsvvllen Zeit ein Opfer aus den Mtar des Vaterlandes zu legen. Der Vorstand stellte der Gießener Gritvpe des Roten Kreuzes aus den Vereinsmittcln den Betrag von 50 0 Mark zur Verfügung. Hoffen wir, daß unsere braven Truppen bald sicggekrönt toiedcr heimkehren, und daß dann der Verschönernngsverein durch eine doppelt lebhafte Teilnahme der Bürgerschaft in seinen Bestrebungen in den Stand gesetzt wird, seine friedliche Tätigkeit in recht unisaffender Weise wieder atiszunchinen.
** Z u r Beachtung für junge Mädchen. Der Vorstand voin Roten Kreuz in Darmstakt hat nachfolgende Bekanntmachung veröffentlicht, die auch aus unsere hiesigen Verhältnisse zutrifft. An die iungcn Mädchen Darmstadts! Die Ersahrimg der letzten Wochen veranlassen die Unterzeichneten Vereine zu einem ernsten Appell an die jungen Mädchen unserer Stadt. Die wilde Geschäftigkeit, mit der sie sich zu Diensten drängt, zu denen sie nicht geeignet ist, der so oft geäußerte, gänzlich unerfüllbare Wunsch, deir Truppen ins Feld zu folgen, das viele Schwatzen und Hcrumstehen, das alles sind Dinge, die in die tiefernste Sttmmung unseres Volkes nicht vasten. Auch für Euch, Ihr jungen Mädchen, bricht eine neue Zeit an. Legt das Eitle und Nichtige ab! Bewährt Eure ja in hohem Maß vorhandene Vaterlandsliebe in sestein stillen Wesen, zeigt sie in treuer, gewissenhafter Hilfe in Euren schwergeprüften Familien sowohl, als bei der allgemeinen Liebestättgkeit. Gebt in guten Beispielen voran in Mut und Gottvertranen! Ihr Dienstmädchen, die ihr in festen. Euch der Sorge überbebenden Stellungen steht, helft Euren Herrschaften durch Pflichttreue und Sparsamkeit die Kriegslasten tragen und harret treu aus auf Eurem Posten!
*' Für? Rote Kren,. Ter Verband mittlerer VerwaltnngS- beamten hat dein helstlchen Landesverband voin Roten Kreuz von feinem DercinSvermögen eine Spende von S00 Mk. zur Verfügima gestellt.
" Vereiiisfpende. Ter Tierfchuhverein dahier bat dem UnterstühnngSionds unserer Stadt au? seiner Kaffe 500 Mk. überwiesen.
** Deutscher Soldaten Humor. An Mfschristcn in Eisenbahnwagen werden iwch folgende bekannt: „Dem Ruß einen Schuß! Dem Franzos einen Stoß! Tein Brit einen Tritt!" — „Der Zar will Krieg mit aller Welt, Hat er sich schon den Sarg bestellt?" — „Franzosengist."
** Gießener Strafkammer. Nächsten Freitag, den 14. August d. Js., findet keine Strafkammersitzung statt.
** Die Ziehung der Lotterie des Prinz-Heinrich «F l u g c s ist mit Genehmigung Großh. Ministeriums deS Jnnerit auf unbestimmte Zeit verlegt worden.
** Das Großherzoglich Hessische Regierungsblatt Nr. 28 vom 12. August 1814 enthält: 1. Gesetz, Aende- rungen des Gesetzes vom 17. Januar 1901, die Dienstbezügc der staatlich bestätigten Forstwarte betreffend. — 2. Bekanntmachung, die Jubiläiimsstiftling der Stadt Büdingen zugunsten der Büdingcr Hwidwerkcrftigend betreffend. — 3. Bekanntmachung, Aenderung der Postordnung Vvm 20. März 1900 betreffend.
Landkreis Gießen.
+ Großen-Li »den, 12. A»q. Die Firma Justus Form hals in Große,,-Linde» stellte am 3. Mobilmachungslage schon der Garnison Gießen ein größeres Quantum Z i g a r r e » zur Dcrsügung. Ferner stellte diese Firma den Gemeinden Groden- Linden und Allendors a. d. Lumda fe einen Geldbetrag zur Verfügung zur Untersiützimg hilisbcdnrstiger Familien von zur Fahne einberusenen Kriegsteilnehmern.
Kreis Alsfeld.
8 Aus dein Ohmtal. 12. Aug. Obwohl die Familien die Ausnahme bilden, aus denen kein Glied hinausgrgangen ist, gehen die Erntearbeiten rüstig vorwärts. Nirgends Klage über Rückstand. Wo in einem Hause die männliche Kraft fehlt, greifen 1 die Verwandten mit ein. Tie Kornernte ist beendigt und schon
teilweise edrgcfahpen, Wenn das gute Wetter ccnhW, ist die EK-- treideerntc in 14 Tagen bewältigt. Der Ertrag ist günsttg, volle, schwere Nehren und viele Halme.
Hs Rupvertenrod, 12. Aug. Ein hiesiger Landwirt stürzte beim Kornabladen vom Gerüst in die Sckfenne. Dabei zog er sich schwere Verletzungen an beiden Beinen zu.
Starkenburg und Rheirrhessrn. rm. Darmstadt, 12. Aug. Nackt einer Bekanntmacknmg des Oberbürgermeisters beträgt der Höchstpreis für Karton', ur. 'nrrzeit für den Zattner 5 Mk., im Pffmdpreisq 7 Mk. Diese höchstem Preise seien, wenn man die gute Ernte berückfickUsgt, eigenttich nicht gerechtfertigt. Sic mögen aber vorübergeheitd, bis die ^rrme- portschwierigkeiten beendet smd, ihre Geltung haben. Preise, dir über diese Gienze hinausyehen, kann der Oberbürgermeister als angemessen nicht anerkennen und wird, wenn ihm lleberforoe- rimgen zur Kenntnis gebracht werden, prüfen, ob er nicht mit gesetzlichen Mitteln dagegen cmichreitcn soll. Ein allgemciner Abschlag .muß mft dem Augenblick nnbebingt erntreteu, in dem wieder besserer Güterverkehr möglich ist. Ties wird schon in Kürze der Fall sein. — Sämtliche zirr Verfügung stehcntair RÄmrlichkeiten des Hoftheaters sollen zu tzattonal-patrio- tisckfev 'Zwecken vorgefebru und eingerichtet werden. — Ter Ertrag der Sammlungen für das stiotc Kreuz hat in der Stadt allein sckwn den Betrag von 100 000 Mk. überschritten.
eh. Von der Rahe, II. Aug. Ter Apotheker Friedrich Wanderleben in S o b e r n b e i „t ftiitete fiir jeden ins Feld gezogenen Sobernheimer >n> Falle des Todes aus dem Schlacht- 'elde 60 Mk„ die der Familie anSbezablt werden, bei einer schweien Berwun^img 20 Mk. mV bei einer leichten 10 Mark.
Heffch.-NLffmr. ff Marburg, 11. Ang. Infolge eines unglücklichen Zufalls wurde gestern bei der sogen. Hainmühlc bei Betziesdorf der 12jährige Sohn des Mühlenbesitzers von einem Wachtposten aus Ginseldorf erschossen.
» Frankfurt a. M., 12. Aug. 2>nqcsicht9 der jetzigeti Verhol r che und da viele hier ansässige Oeslerreicher n-id Ungarn ZN de" FiUuien bernien ivorden sind, bat der ösierreichpck.-unqarische Verein .üuslria' beicktloffen, sein gesamtes Vcreinsverniöqen im Betraae von »om. 8000 Mark, sowie die ihm bisher z»- gegaiigcnen Speiidcn ensschließiich snr die Unterstützung htlss- b e d ü' i t i g e r P - r I o n e n zu verwenden.
h. F r a n k s ii r t a. M., 12. Aug. Für hervorragende W a f f e n t a t e n des 18. Armeekorps stellten die Herren I. C. Ju- mor und Direktor I Wolfs dem Koinmandierenden General je 1000 Mark zur Verfügung.
&crmifc$te».
'* T i c Erbswiirst. Die Vervfleggnig unserer Armeen dürfte sich infolge der ausreichenden Automobijverbindikngen und der ausgiebigen Verwendung von Konserven in vielsachen Formen rasch und leicht vollziehen. Ganz anders war dies 1870. Am 13. August tauchte zum erstenmal in Berliner Blättern die Neuhricht von einer Erfindung des Kochs Grüneberg auf. Dieser bot der Heeresverwaltung eine aus gehacktem Fleisch und Erbsemnehl hergcstellte Wurst zur Verwendung in der Armee an. Die Versuche gelangen glänzend, sie ivurtan sofort im großen angewendet. Die Wurst beivährte sich als eins der praktischsten Ernältrung-F- mittel für die Soldaten und erlangte eine Volkstümlichleft, die den Krieg überdauerte. Dem Ecsinder der Erbswurst wurde crn taher Staatspreis für die dem himgerndcn Kriegcrmagen erwiesene Wohltat ausgczahlt.
Meine Cagrrchronik.
Der „Berl. Lokalanzeiger" meldet aus Potsdam: Ein hef- ttger Hagel sturm suchte am Dienstag die Gegend von Cla- dow heim. Die Wellen der Havel und des Wannsees gingen meterhoch. Hundettiährkgc Bauwriesen wurden entivurzett, Fensterscheiben zertrümmert, Däckter abgedeckt und eine Reihe von Fahrzeugen zum Kentern gebracht.
In Wangen i. Allgäu standen Dienstag früh 8 Uhr 6 Wlchnbänser in Brand. 4 davon sind bereits vollständig einge- äschcrt. Einige Nachbarfeucnvehren wurden alarmiert. Die Ent- stehungsursachc ist noch unbekannt. Nähere Nachrichten fehlen noch.
GingesanSt.
lFür Form Und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 12. August 1914.
Geehrte Redaktion!
Im lokalen Teil des Gießener Antzügers lese ich, daß mif Antrag den Aerzten im Kriegs- und Lazarettdicnst freie Fahrt auf der elektrischen Straßenbahn gewährt sei.
Ich gestatte mir deshalb die Anfrage, warum den Mitgliedern der freiw. SanitütSkolonne (welche Kriegs-Sani- tätskolonne ist) nicht ebenfalls freie Fahrt gewährt wird. Aerzte und Kolonnen-Mitglieder sind doch eben gleichmäßig unentbehrlich, und man sollte deshalb dem minder bemittelten freiw. Sanitätsmann ebenfalls in obiger Sache entgegenkommcn und jedem freie Fahrt zusickzern, im Falle er die Uniform trägt.
Ein Sanitätsmann.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Freilag, ta, 14. Aug. 1014: Meist heiter und trocken, warm, Winde ans östlichen Richtungen.
Letzte Nachrichten.
Abreise des französischen Botschafters aus Wien.
Wien, 13, Ang, Der französische Botschafter ist mit Familie und dem Personal über die Schweiz nach Frankreich abgereist.
Der Zrit-ungsverkauf in Wien.
Wien, 13. Aug. Die amtliche „Wiener Zeitung" berichtet, daß der K a i s e r die Regierung ermächtigt habe, den Straßenverkauf von Sonderausgaben der Zeitungen an besondere Bedingungen zu knüpfen. Um für die Zwecke der Kriegsführung neue Mittel zu beschassen, wird von jedem Exemplar eine Sonderabgabe von 2 Hellern erhoben.
Ein deutsch-üsterreichischcr Telegrammwechsel.
Wien, 13. Aug. Der Generalinspektor des freiwilligen Sanitätsdienstes, Erzherzog Franz Salvator, hat an den Vorsitzenden der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, (ßenc- ral der Kavallerie v. Pfuel, ein Telegramm gerichtet: In dem Augenblick, in dein die verbündeten Armeen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns im Dienste treuer Waffenbrüderschaft gegen den Feind ziehen, drängt es mich, den Generalbevollmächtigten der freiwilligen Sanitätspffeger und Stellvertreter Seiner Majestät, als Protektor der freiwilligen Vereine vom Roten Kreuz Eure Exzellenz zu begrüßen. Unsere hutnani- tären Korporationen tverden alles aufbieten, unsere tapferen Kriegsleute mit erneuerten Kräften und Ausdauer zur Seite zu stehen. — General von Pfuelantwortetc: Etv. Kaiserl. und real. Hoheit bitte ick> den wärmsten Tank ftir Ew. K. K. Hoheit hochherziges Telegrmnm entgegen zu nelfmcn. Unsere sreutidscktaftlichen Beziehungen zu unserer österreichischen Schwesberorganisatioti tverden durch eine Jahrzehnte alte Tradition ausrichlig gepffegt. Sic sind in dieser ernsten Zeit doppelt ' heiliK» Gott sende den Arbeiten der österrcichisch-tingartschen Vereinigungen vom Roten Kreuz seinen Segen und verteilte den Waffen der Verbündeten den Sieg und ihrer gercckftcn Sache.
Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.


