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Engttsche Prcffcstimmen.

Lo ndon, 28. Juli. DieTimes" hält dir europäische Lage für luer kjlch beifer als gestern, obwohl sie noch immer besorgnis- orreyend und unsicher sei. Die feierficöe Warnung Sic Edward Grrvs. der in der ganzen Welt den Ruf eines kühlen und aur- richtigen StoalSmannes habe, würde in allen europäischen Hanpl- stüdten groben Eindruck mnchen. Zu dem Gelingen des Planes sei die Mitwirkung aller Mächte absolut wesentlich. Das Blatt sagt, daß nach den Berichten seines Korrespondenten in Petersburg die Olusfichten aut einen Ausgleich verheitzungsvoll erscheinen' und dab Deutschland sicherlich und aufrichtig für den Frieden wirke Wenn das der Fall sei. so sollte der Frieden mit etwas mehr Anstrengung gesichert sein. DieDalli, Cchroniclc" erblickt ein Zeichen sür eine hoffnungsvolle Entwicklung in den, gestrigen MenrnngsansftUisch zwischen Wien und Petersburg Das bestätige auch die Annahme, daß aut beiden Seiten der ernsllicke Wunsch besiehe, ein« Basis für den Frieden zu finden, der mii den vitalen Interessen beider Nationen vereinbar ioäre.Soilt, i»raph>c" sagt: Sir Edward Greys Ervärung habe bereits eine ausgczeickz- netc Wirkung gehabt insofern, ats sie ein auSgesvrochenes Gefühl von Hoffnung in ganz Europa erzeugt habe Die Dolly News" sagen. Es kann kein Zweifel sein, dah die mäcknigsttn und offiziellen Einflüsse Sir Edward Grelle Borschlag oder einen aus Deutschland kommenden auf direkte Berhandlungen zwischen Rußland und Oesierreuh unterstützen werden. DerDaily Telegraph" sagt: Wenn einmal Deutschland, Frankreich und Ita­lien veranlaßt werden könnten, im Verein mll England einen diplomatischen Schrill gleichseitig in Petersburg und Wien aus- Mübcn, dann ist Grund für einige Hosfinrm, vorhanden Du Morningvost" sagt: Wir können nicht glauben daß irgendeine der europäischen Großmächte Stvell mit einer anderen Macht flicht und daß eine von chnen den Krieg mii des Kriegs willen wünscht.

' DieDaily Mail" sagt: Alle Parteien und Richtungen der engltschen Natwn weiden Sir Edward Grcy vorbehaltlos bei scmen Bemühungen unterstützen, deii Frieden «r ,-rholten DerStandard" sagt: Wenn Oeflerreich sich darauf beschränkt. Serbien zu belllafen und es kiimstiq in Ordnung zu halten, so dürste seine Aktion gerechtfertigt sein und die wnWgc osirzielle, Erklärung aus Wien, die wir heute veröffentlichen, zeugt davon, daß die Operationen sich auf dieses Ziel beschränken,

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Sozialdemokratische Kundgebungen.

Di e sozialdemokratischen Kundgebungen in Berlin und Köln.

Berlin. 29. Juli. Die sozialdemokratischen Demonstratio­nen gegen den Krieg, die nach den 27 Versammlungen ans den «traben stollfanden, Verliesen im allgemeinen ruhig. Nur als ein Zug von Tcmonsiranten in einer Stärke von etwa 2000 Mann vor die Redaktion desVorwärts" in der Lindenstraße ziehen wollte, kam es an der Jerusalemer Straße mit den ab- sperrenden Schutzleuten zu Zusammeustößen.

Köln, 29. Juli. Nachdem gestern abend eine zahlreich be­suchte sozialdemokratische Versammlung stattgesunden lalle, in der die sofortige Einberufung des Reichstages und Mitbestimmung der Volksvertretung über die Aktton der deutschen Regierung ge­fordert wurde, durchzogen nach Schluß der Versammlung Tau­sende die Straßen der Stadt und suchten die Haupiocrkehrsäder- die Hohe Straße, zu passieren. Ein großes Polizeiaufgebot ver­hinderte dieses und zwang die reoolutionärr Lieder singende Masse, durch Seitenstraßen abznzichen. Zahlreiche Verhaf­tungen wurden vorgenommen. Andererseits durchzogen patrio­tisch Gesinnte gleichfalls die Straßen der Stadt unter Vvrantrageir von deutschen Flaggen >md vaterländische Lieder singend. An den Denkmälern und namentlich vor dem Hause des österreichischen Konsuls sanden begeisterte Oesterreich freundliche Demonstratio­nen statt.

Die Pariser Arbeiter gegen den Krieg.

Paris, 28. Juli. Die Bereinigung der Seinesyndikate hat aus Mittwoch zwei Arbeitcrproteswcrsammlnngcn gegen den Krug einbernfcn.

Protest der ungarischen Sozialisten.

Daris, 28. Juli. Wie aus Budapest gemeldet wird, haben die Sozialisten eine Protestkundgebung gegen den Krieg veranstaltet. Zwei Personen winden verhaftet und sind standrechtlich erschossen worden. Ihre Namen sind noch nicht bekannt gegeben.

PrvklaMativnder italicNischen Sozialisten.

Rom, 28. Juli. Die sozialdcmokrattschen -Syndikat?devu- tietten beschlossen. eine Proklamation an das Land zu erlassen, in der die Bevölkerung onfgefordert wird, eine Teilnahme Ita­liens an einem internationalen Krieg mit allen Mitteln zu Ver­bindern. Die Republikaner und hie refornttert-soziaksttschen Dc- vuiietten sprachen sich ebenfalls gegen jede Intervention Ita­liens aus.

Au» Stadt und Canft»

Gieße n , 29. Juli 1914.

** Tageskalender kür Mittwoch, 29. Juli: Gewerbe- 81 u « fl e 11 ti ii d: Konzert der Regimentskavelle stll Uhr abends.

Tr i n k er- F ü r s o r ge st e I l e für Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9, Sprechstunde jeden Tonnerstag abend 6 bis VI, Uhr.

** Naturwissenschaftlicher Fortbildungs­kursus für Bvlksschullehrer. In diesem Jahre findet während der Herhftferien an den drei hessischen Senn- naren ein vierzlehntägiger Kursus in Biologie und Natur­lehre statt. In erster Linie werden Lehrer berücksichtigt, die entsprechenden Unterricht in Oberklassen der Volks- und Fortbildungsschulen erteilen. Der Staat zahlt jedem Teil­nehmer einen Zuschuß von 80 Mk. Im vorigen Jahre fand ein ähnlicher Kursus in Friedberg statt, der von den Senrinarlehrern M u t h und Dr. Schäfer geleitet und gut besucht war.

** Gewerbe-Ausstellung. Gestern abend waren unsere beiden Feuerwehren und die hiesige Sanitätskolonne, sowie verschiedene auswärtige Feuerwehren einer Einladung des Ausstellungsvorstandes gefolgt und halten sich in Alt- Hessen sehr zahlreich eingefundcn. Reallehrer Haggen- müller begrüßte die Erschienenen im Namen des Ausstel­lungsvorstandes und dankte den hiesigen Wehren und der Sanitätskolonne für ihre tatkräftige Unterstützung. Brand­direktor B r a u b a ch sprach für die beiden Wehren und Land- gcrichtsrat Wiener für die Sanitätslolonnc seinen Dank sür die Einladung und die Worte der Anerkennung aus. Die FeucrwehrkapeUe und Humorist Pesch-Mario sorgten für Unterhaltung und Stimmung. Heute abend wird in der Ausstellung der beliebte Piston-Virtuose Kümmel wieder auftretcn, und bei günstiger Witterung ftndet italienisch« Nacht statt.

" Der Kartosselkäfer in Oberhessen. Wie das Landratsamt des ObertaunuSkrcises amtlich mitteilt, wurde im Kreise Friedberg der gefährlichste Schädling der Kar- toffelpflanze, der Kartoffelkäfer, sestgestellt. Um einer Weiterverbreitung des Infektes vorzubeugen, traf das Land- ratSamt umfaffende Vorsichtsmaßregeln. Bisher wurde der Käfer nur in Hohenwedel (Regierungsbezirk Lüneburg) bcob- achtet und dott mit militärischer Hilse vernichtet.

In die Tießener Klinik ein geliefert wurden zwei Arbeiter vom Basaltwerk Roth in Herborn. Sie waren durch einen vorzeitig losgegangenen Sprengschuß schwer verletzt worden. Einer hatte erhebliche Brand.

wunden im Gesicht, der andere mehrfache Arm- und Bein- brüche erlitten. Ihr Befinden gibt zu Besorgnissen SInlaß.

" Kleine Mitteilungen. Am 20. und 21 September findet m Drllrnburg der 18. christlich-sozürle Parteitag statt. Trotz der bangen Zeiten treffen die Bewohner der Kctzerbach, des Nordviertcls der Stadt Marburg, Borbereilungen zur Frier des sog. Ketzerbächcr Backtsestes. Dieses Fest, welches am nach- sirn Sonntag und Montag gefeiert werden sott, ist ein Gedenken an die vor 55 Jahren erfolgte llebcrwölbung der Ketzerbach. Bei Schtosserarbertcn am Höchster Kraulen hausneubcru stürzte der inSindlingcn wobudafte lchährige schlofferiedrling Peter Schreiber aus beträckfllicher Höhe ab. Er ettill einen schädet- bruch, der nach kurzer Zell seinen Tod zur Folge hatte. Zum Oberarzt der chirurgischen Abteilung am Städtischen Krankenhaus in Wiesbaden ivurde Dr. Heinrich Mendel s a bn aus Mainz. ,. Zt. Arsisteirt an der chirurgischen Universitätsklinr! in straß- burg, bcruscn. Die ILsährige^ Tochter des Eiienbohichramten Weingärtner in Nieder-Saulbcim, die durch die Er- plosion eines Spirituskochers am ganze» Körper Brandwunden da» oonkrug, ist im Mainzer RochuShospital iniolgr der Brandwunden gestorben. Der Wachszieher Karl Sit in Mainz hat sich in seiner Wohnung durch Kochgas getötet.

Landkreis Gießen.

h. Lich, 28. Juli. Die Ehefrau des Landwirts Sommer stürzte beim Waschen in die Hochwasser führend« Wetter und ertrank. Die Leiche wurde noch einigen Stunden aufgefunden und geborgen.

Kreis Büdingrn.

= Ober-Mockstadt, 28. Juli Der Schu lhaus - neubau für die 2. Schulklasse geht seinem Ende entgegen. Das Haus kann im Herbst noch eingelveiht und bezogen werden.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 29. Juli. Der große zweitägige Basar zmn Besten des Roten Kreuzes im großen Konzert­saal nahm einen glänzenden Berlaus. Die Festlichkeit war mit großer Ausdauer von der Kurverwaltung und einem Komitee zahl­reicher Damen aus Bad-Nauheim und Friedberg in wvchenlanger Arbeit arrangiert worden. Tanzaufiübrungen Reigen, Boilern und Schleicrtänze) wechscllen in dem wundervoll mit Girlandei, und Tannkngrün gescknnückten Saal mit Gesangaufsührungen, Sstmellmalerkünsten, dramatischen Ausführungen (die Laiine des Beliebten von Goethe), Bvrttägen der Wandervögel. Alle Nischen und verfügbaren Räume im Saal waren auSgesiillt mit vräch tigen Berkaufsbudcn, Bier- und Sckt-Büietts, Kaffeeswres, Baiatt dost, türklsck>em Basar, einem großen Glückspilz mit Tombola, in dem Danicn der Bad Nauhcimer und Friedberger Gescllschast in entsprechenden Kostümen reizende Waren, Geschenke der Geschäfts­welt nnd selbstgcscrtigte Kunstgegenstände, seilboten. Dazwischen sanden Bcrstcigerungen von Handschriften zeitgenössffcher Schritt fteller statt, wobei der persönlich anwesende HanS v. Zabeltitz mit dem Verlaut seiner Werke den größten Erfolg erzicllc. Ein solenner Ball beschloß die Festlichkeit, deren Gesomtcrttag über 8000 Mk. Einnahme ergab.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 29. Juli. Unter dem Vorsitz des Zweig­bundesvorsitzenden Ernst W ei s (Franksurt) wird hier im Hotel Kaiser Frickttch" der Bundestag des Zweigbundcs Süd- und Mitteldeutschland sm Deutschen Flcischergescllcn- Hund, der seinen Sitz in Frankfurt a. M. hat und etwa 9000 Mitglieder zählt, abgchallen. Bon besonderem Jnteresie waren die Ausführungen des Bundesvorsitzenden Otto B r c d n o w (Berlin), der sich in eingehender Weise über die Ausgaben des Bundes, seinen Zweck und seine Ziele verbreitete. Bezüglich der Sonntagsruhe steht der Bund auf dem Standpuntt, daß die Arbeitszeit an den Sonn­tagen nicht länger als drei Stunden währen darf. Man müssa in Gemeinschaft mit allen Handlungsgehilfen dahin streben, daß auch die Drlikatrßgeschäste das Gleiche tun. Zur Frage der Sonn­tagsruhe hatte der Frankfurter Gesellenverein einen ?lnirag ge­stellt. nach dem die ersten Feicttagc völlig freigegeben werden sollen. In der Anssprache darüber wurde die Ansicht vertreten, daß man sich örtlich anvasscn müsse, da sich die Freigabe der ersten Feier­tage nicht überall durchführen ließe, M u s s 6 c (Frankfurt) bean­tragte hierzu, in den Städten, wo man den ersten Feiertag nicht sreibekommen könne, dahin zu wirken, daß der zweite frei wird. Der Anttag wurde zur weiteren Erörterung auf den hauptbundes- tag nach Hannover verwiesen.

Kreis Wetzlar,

F. C. Wetzlar, 28. Jüli. Der 21 Jahre alte Stein­brecher Karl Lich ans Nauborn wurde im Steinbruch <rm Vogelfang von einem FBrHerwogen überfahren und sofort getötet. Die Kette des Wagens war gerissen und der Wagen auf der schiefen Ebene ins Rollen geraten.

Hesien-Nasiau.

Schweres BergwerkS-Ungliick.

S. Eschwege, 29. Klli. Im Kalibergwerk C r a n j a auf dem Eichsfelde erfolgte in der vergangenen Nacht zwischen 12 und 1 Uhr aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache eine Dynamitexplosion Elf Bergleute wurden getötet. Die Leichen wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und sind geborgen.

X Bieber bei Rodheim, 28. Juli. Die durch den Tod des Försters M ö h r i n g c r zu Forsthaus Haina (Schutz­bezirk Königsberg) erledigte Stelle wurde dem König!. Förster M a n ß in Battenfeld (Eder) zum 1. September über­tragen.

(a) A ß l a r (Dill), 28. Juli. Hauptlchr. Ehr. Schmidt wurde zum Rektor ernannt.

h. Bad-Homburg v. d. h 28. Juli. Für die Her­stellung einer Gasmesser- und Druckreglcranlage im Gaswerk bc- ivilligte die Sürdwerordnetenversanmilung 7000 Mk. Oie Ver­sammlung stimmte dem Magistratsbcschluß über eine durchgrei­fende Neuregelung der Besoldung der Beamten und der Vergütungen der nicht amtlich Angestellten der Stadt zu: Die neue Besoldungsordnung hat rückunrkende Kraft sür die Beamten der Stadtverwaltung vom 1. Aprll 1914 und für die Ange­stellten der Krrr- und Badeverwaltung vom 1. Januar 1914 ab. Die entstehenden Mehrausgaben in höhe von 8545 Mk. sür das Rechnungsjahr 1914 werden den Ueberschüssen der Steuer- und der Kur- und Badeverwoltung entnommen.

h. Bad Homburg v. d. h 28. Juli. Sämtliche hier zur Kur weilenden russischen Offiziere haben Aufforderung zur Rück­kehr in die Heimat erhalten und find dem Beseht unverzüglich nachgekommen. Auch die in Bad-Nauheim wellenden Offiziere reisten bereits ab. Ebensafls haben viesc andere russische Kurgäste ihren Ausenthalt in den Tauuusbädern abgebrochen, viele um des­willen so wird ausdrücklich betont weil man am Samstag und Sonntag bei den Kundgebungen sür Oesterreich und gegen Serbien z» wenig Rücksicht auf die anwesenden Gäste slawischer Nationalität nahm.

E s ch w e fl c, 29. Juli. In vergangener Nacht erschoß sich der hiesige Stadtöerordneienvorsteher Fabrikant Hart­mann-C al« n b e rg. Die Ursache zu dem Selbstmorde ist unbekannt.

Sport»

Südwestüeutsche Zuverlässigkeitsfahrt des Hessischen Automobilklubs.

Rothenburg o. d. Tauber, 27. Juli. In Rothen­burg »var der Start am 3. Tag 9 Uhr morgens. Die Sonne schien freundlich, als die Fahrtteilnehmer Rothenburg ver­ließen, aber cs dauerte nicht lange, bis sie sich wieder hinter Wollenballen verkrech, und nach einer knappen Stunde Fahtt gingen wieder die ersten Regenschauer nieder. Die sonst vor-

AygUchen Wege waren auherordrmtlichaufgeweicht so daß die ahrt große Schwierigkeiten bot. Trotzdem habeil sämtliche eilnchmer ohne Unsall das Ziel erreicht.

= Darmstadt, 28. Juli In Darmstadt war das Zielband etwa 300 Meter hinter den Hirschköpscn gespannt. Trotz des Regens, der auch tnt Darmsdadt die Fahrtteilnehmer empfing, hatte sich eine außerordentlich zahlreiche Men­schenmenge eingesunken. Auch viele Sportfreunde, u. a. Prinz Otto zu Schaumburg-Lippe, Ware., mtt 'Automo­bilen de» Teilnehmern entgegengrfahren und erwarteten sie mn Ziel. Die ztzapclle des Feld-Art.-Reg. 61 sorgte dafür, daß den Wartenden die Zeit im strönrrndrn Regen nicht gar M lai«g wurde und begrüßte mit brausenden: Tusch den ersten Teilnehiner, der. wie auch sämtlickze folgenden Fahrer, mit einem Ehrcntrunk durch die Oberleitung in Empfang gr- noimucn wurde Den Damen wurden Rosensträuße illv.r- reicht. Als erster ging um 4,38 Uhr Goebel-Gicßcn durch das Ziel, 10 Mnuten später folgte Tr. Stahlschmidt- Darmslltdr. 4.40 Arnvll».Frankfurt, 4.52 Schleinitz-Berlin, 4.53 BckrnHard-Tarmsladt. 5.15 Bauer Darmsdadt, 5.18 Ober- Darmstadl, 5.31 Kellner-Frankfurt, 5.58 Müller Darmstadt. Daun ordneten sich die Konkurrenten zu einem "Korso, der unter Voranfahrt des Prinzen zu Schaumtzurg-Lippc, dein die beiden Leitungs>va,zen folgten, durch ine Siraßcn der Stadt nach dem Exerzierplatz fuhr.

Noch gestern abend traten die Obericining und die Preis­richter zu einer Sitzung zusammen, um das Resultat der Fahrt sestzustrlsen, eine Arbeit, die sich durch die außerordent­lich scharfe Punktwertung sehr schwierig gestaltete. Das end­gültige Resultat ist jedoch heute noch nicht sestgestellt und wird voraussichtlich lischt vor Dienstag abend 9 Uhr bekannt­gegeben werden. Es ist wahrscheinlich, daß an Stelle eines einzigen 3 erste Preise ausgegeben werden, da andernsalls die 3 besten Fahrer, die ganz gleiche Punkte haben, um den ersten Preis losen mußten. Wie wir ersabren, sind die Adler­wagen in Front, es darf jedoch mit größter Anerkennung konstatiert werden, daß auch eine ganze Reihe anderer Fahrer sehr vorzüglich abgeschnitten haben, die als Sieger aber nicht in Frage kommen, da widrige Umstände, an denen sie selbst schuldlos waren, ihnen Strafpunkte verschafften.

Radsport. Der Gmitag des Deutschen Radsah- r crbu nd es veranstaltete am Sonvtay. dev 26. Juli, seil» größte Veranstaltung im Sllaßensahreu, betiteltRund im @au" 1914, über 150 stzilomcter. Dein Slatter Gausabrlvatt Marx-Gießen slcllten sich trotz des sehr schlechten Wetters 15 der besten Fahrer des Gaues »ich bei sehr nassen Straßen ging es im schärfsten Tempo von Marburg tibi-r Gießen, Wetzlar, Herborn, Tillenburg, Laasphe, Biedenkopi zum Ziele M a r h r g, wo bei einer großen Anzahl Zuschauer die Sieger fii strömendem Regen ankamen. Tie Ergebnisse waren solgeyde: Junioren:

1. Otto Rödigcr (Gernianüi Gießeill 5 Sw. 33 Minuten,

2. E. Noll-Kirckchain 5 Std. 33,1 Min., 3. O. Eisenhut -Wieseck 5 Std. 33,2 Min., 4. H. Nau-Marburg 6 Std. l Min., 5. L. Klinfler-Gr.-Buscck 6 Std. 13 Min., 6. H. Ester (Gerinania Gie­ßen) 6 Std. 18 Min., 7. H. Ri NN er kGermania Gießen! 0 Std. 32 Min., 8. K. Köhler-Marburg 6 Std. 58 Min., 9. M. D. Beiic- Marburg 7 Std. i4 Min. Senioren: j. 8ld. 8lumüIIer- Marburg 7 Std. 26 Min.

Luftschfffahrt.

Novara, 28. Juli. Heute morgen stürzte der Flieger Co- viagia, der den argcnfinischen Flugschüler Damiloiti als Passagier mitgenommen halle, über dein Flugscldc von Camett aus einer Höhe von 250 Matern ab. Beide wurden getötet.

vermischte».

Ein neucntdecktes seltsames Volk, lieber die Entdeckung emes bisher imbrkarmteit eigenartigen Volksslaninv-s ün Norden der Malaiischeil Halbinsel bettcknet die Rangoon Times. Dieses in den Unwegsamen Bergen und Sümpsen zlmscheu Tren- tzanu und Kelanten hausende Volk zeigt negerarfigc Züge uich füfrrt im Urwald ein Wanderleben. Ter Stamm wird Panggvng ge­nannt: von Natur sind diese Bewohner der Wildnis iriedsettig^ und Kämpse oder ^Diebstähle unter ihnen konrmcu nullt bor. Vom Sultan des Staates haben sie nur eine sehr unbcstinlmlc Vorstrllliug als von einer gottähnlichen Person, die shilen das Haupt abschlagen lassen kann. Als höchste Kostbarkeit gili den Panggaug der Tabak: solange sic Tabak »ich Salz haben, lüimrrt sie alle anderen NahruugSmlltel lange cntbehreii. (tzelü ist ilmen zwar bckamit, aber Vcnoendung für Münzen haben sic nicht, denn sie treiben auch keinen Handel. Kommt einem von ihnen dnvch Znsvll Geld in die Hände, so wird es schleimigst vergraben, auf daß der Tote ün audereil Leben mit den Münzen Haiidel llei» den lüunc. Die Winschast ist noch ün Urzustand: hat der Panggano Hunger, so sucht er Nahrung: hat er einen Vorrat, so wird er nichts tun, bis der Vorrat verzehrt ist und die Notweirdigkeit ihn wieder auf die Jagd ttecht. Religiöse Vorstellungen scheinen so gut wie völlig zu fehlen, nur ein dumpfer Glaube an eine Att -Seelciuvanderung hot bei den Panggongs Ausnahme gesunden. Sic halten die Tiger, die in ihrer weltfernen Gegend häufig sind, für verzauberte Ahnen, und dieser Glaube ist so stark, daß sie den Tiger, wenn sic ihm begegnen, beim stkamcn eines verstorbenen Ahnen oder Derwoichten anrusen. Dabei glauben sic, daß der Tiger wenn sic den richtigen Namen gernsen haben, ihnen nul)ts Böses zufügt: ist aber die Vermutung salsch, hat der Tiger nicht die Seele jenes 8Kmen, dessen Namen man ries, dann nimmt er Rackü und zerfleischt den Ruser.

Märkle.

le. Frankfurt a. M. Schweinemarktberich! vom 29. Juli. ?lu!aetrieben waren 1653 Schweine. Vollslekschige Schweine von 89 dir 190 kg Lebendgewicht 48.0062,90 ®lf Schlachtgewicht 62.09 64.00 Mk., voll fleischige Schwein- unter 89 kg Lebendgewicht 47.0048.00 Mk., Schlachtgewicht 60.0061.60 Mk.: vollsielschige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 48,0050.00 Mk., Schlachtgewicht 60.0063 Mk.: vollfleischige Schweins von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 48.0050.00 Mk, Schlachtgewicht 6063.00 Mk. Geschäft langsam, bleibt lleberstand.

ke. Frankfurt a. M., 29. Juli. Aus dem Fruchtmarkt sa»d keine N o t i e r » n g statt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 30. Juli 1914: Wechseiiide Bewöikiiiig, feine wesentlichen Niederschläge, Temperatur ivenig geändert: nordivestliche bis »ördilche Winde.