Nr. 168
Zweiter Blatt
164- Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme deS Sonntag?.
Dre „Gietzener Familiendlätter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchemlich beigelegt, das ..Rreirdlatt für den Kreis Sietzen" zweimal
wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweunal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberhetzen
Dienztag, 2l.IuN M4
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Buch- und Stelndruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: ^OKül. R edaktion: && 112. Tel.-Adr.: AnzergerGreßen.
Line Erklärung der türkischen Regiernno.
K on ita n t in o pe t, 19. Juli Der heutigen Sitzung der Kannner rvvbmen sämilicke Mitglieder de? Kgbinen? de,' Der Minister des Innern Taliai Bei verlas die Rcgieruiigs erkläruug, in der an die unglücklichen Berdälinissc. unter denen da- Kabinett Mahmud Scheikrl Pascha die »Regierung über nahm, errnnerl wird, iowic an die »Bemühungen dieses Ka lmicttS für die Vervollkommnung der Armee und den Abschluß winschotilich»'r Adtommen mit den Großmächten. dle dem »lande neue Einkommen sichern werden und an den endgütigen Adichluü des Ucbercintommens, von ivelchem die finanzielle Zukunft der Türke, abtängc Die Erklärung erinnert dann an die Eroderung Adrianopels, deren moralische Wirkung viel grüner gewesen lei als die materiellen Vorteile, die das Land, dessen Prestige sich durch die Wirren und Niederlagen bedeutend verrmgert balle, M der ledigen verbälinismoßig ledr bedeutenden Höhe empor gebracht dabe, die bewies, daß die Armee, die man ,n der Zersetzung begriffen ikähnte, ihre patriotischen Eigenichaitcn bewabrt und ihre militärische Ebne, die verloren gegangen, imedcrber gestellt bade. Tic Erklärung zähl! dann die in »Angriff ge iiommenen Reformen auf. rnsbesondere das Gesetz über die Ber walrung der Wilaiets, die »Abänderung des Zivil und Straf Prozeßverfahrens, die Errichtung von sfriedensgerichten, ferner die »Bakus-Reformen, die Schaffung einer Eskai-Bank. landnnrt sck>af!licher Bmilen sür Bodenlredit und landwirtschaftlicher Wirt sckraitsgenossemchaiien und BollSbanken.
Heber dre Armee sagt die Erklärung: Ta wrr uns genötigt saben, so rasch al? möglich die »Ausbildung uns Erziehung der Armee zu vervollständigen, Kalnm wir aus Tculichland eine sehr grase und sehr nichtige Mililärmiffion berufen. Wir glauben erklären zu müsse«, dar die Persönlichkeiten, aus denen die tllilffivn besteht, lich ihrer Ausgabe mit grobem Pflichteifer wid men, der volle Würdigung verdient.
Die Rcgierungserklär,in« kündigt weiter die Wiederberstellung der Wrvrvrlicki iür alle Ottomanen sowie die Berkürzung der Dieuslzeri aus zwei Jahre an, um die llnzunaglick ketten auSzw gleichen, die daraus für das Land in winichaiillcher Beziehung entstehe» könmen. lim die bedrohten Küsten und Inseln zu oer leidigen, mutz der Bestand der Flotte erhöht werden. Zur In liir.ikiron und Reorganiiakion der Flotte engagierten wir englische Marineoffiziere und ordeiien mit löblichem Eiter an der Betvollkommming unserer Seeslrritkräste. Weiler heißt cs dann IN ^»r^ Erllärung: Wir eusialien unsrrc Kräfte Air' Lösung der Jnscllrage >m Rahmen der Erklärungen und Versicherungen, die in der Thronrede eniballlm sind. Unsere Beziehungen zu den besrenndeie» Großmächten sind nach wie vor herzlich und dürsten des iriedlichen Einvernehmens, die von
Attentate ffnxjefhftet worden. In Vien sage man, der! Ein Teil der Bogolsbergcr ledigen Burschen, n. sonst in der Land-
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i'rcki dank der
allen Seilen gelicserl werden, weiter in diesein Sinne entwickeln liniere wiederte, gestellten diplomakischen Beziehungen mrl den Nachbarsiaaien schreiten aus dem Wege »er Besserung iort. Die Erklärung schließ! mit der Mitteilung, daß die Negierung so bald nne inöqlich sich UNI den Ba» dee ^Schienenwege bemühen werde, deren Kanzeiiionen bereits vergehen sind, und dag sie terner für die Ausiübrmrg von Bewässerungsanlagen sorgen werde, da- mil das Land in den Lttand gefetzt werde, in der Zivilisation Iort- zm'chreilen. schließlich wird noch ein,' Verfassungsänderung an- gekündigt, duvch die ein besseres Gleichgewicht zwischen den politischen Gewalten hergcstellt werden soll.
Im senat ve^aS der Finanzminister Dschavid Bei die Regierungserklärung, zu der mehrere Redner das Wort nahmen. Am Schluß der Sitzung sprach der Senat seinen Dank und leine Gcnug- tuuna icher die Regierungserklärung aus.
Die Erklärung in der Kummer wurde mit anhaltendem Beiiall aiiigenomme,. An die Regicnrngserklärung knüpfte sich eine Aussprache. in der mehrere Redner unter ledhaitcm Beifall und mir bewegten Worten der Regierung Lob zollten, da sie Adrianopcl zurückerodert und fftt die Türkei geretlet hätte. Sic radelten dagegen heitig das Kabinett Kiainzl und alle icne. die das Unglück der Türkei oericknildet haben Der Grieche Emanucl LndiS druckte seinen Tank sür die Wredereinnahme AdrianopelS auS. Er oer- longte. daß die Regierung Sicherheiten biete, daß die 12 Inseln unter otiomaniiche Herrschaii zurückkehrten, ferner daß die Regierung auch in Sniurna und den übrigen iKebietcn für Aurrechter- baltung der Ordnung sorgen solle. Die Verfolgungen der Griechen kompromittierten die Grundsätze, die zur Wiederherstellung der Verfassung gefühtt haben, ohne die die Türkei nicht gerettet werden könne. Ter Präsiden! bemerkte, daß der Absatz in der Regierungserklärung. der die Inseln betresse, sich aus alle Inseln beziehe. Daraus inurde die Debatte geschlossen. Bei der Abstimmung enthielten sich die griechischen »Abgeordneten bis auf einen, der gegen die Regierung skimmia, der »Abstimmung. .
Zur Wiederwahl Rnöpfflers.
Straßburg, 19. Juli Zu der Meldung, daß der Statthalter der »Wiederwahl des »Bürgermeisters Kwöpsfler in Zchbern seine Genehmigung versagte, schreibt die „Straßburger Post" u. a.:
Tie Nichterncniiung kann nicht nur aus gewissen Einzelheiten heraus beurteilt werden, sondern aus dem lieferen Grund, daß der TlipuS des zweideutigen Elsässers, der äußerlich ein lonales und persönliches Verhallen und in amllichen Stellungen eine gewisse Zurückhaltung zur schau trägt, einen rückhaltlaicn Anschluß an das Deutsche Reich aber nicht fand, aus den öflent- lichen »Aemrern Elsaß-Lothringens verschwinden muß, wenn die Verhältnisse in dieiem Lande gesunden tollen. Ter Mann in Elsaß-Lothringen, der osten sagen kann, Kmopffler sei ein Förderer des deutsche» Gedankens und so ein ernwandsreicr Bürgermeister, muß wohl »och gefunden werden. Ist er cS aber nicht, so kann er auch nicht »Bürgern,eistcr in Zabcru bleiben, dazu lml der Fall Zobern die öfieniliche Meinung in'Tenischland zu sehr ausgewüblt. Tie Nichicrnennung KNövfilerS ist der »Prüfstein für die Politik des Statthalters von Dallwitz. Es kann ihm nicht gleichqickttg sein, daß er damit die elsaß-lothringische Zen- trumSvartei, die in ihrer Mitte eine Anzahl lonaler und zur M starben Am deutschen Sinne bereiter Männer zahlt, und mit deren polinicher Biachi er rechnen muß, vor die sehr schwere Frage ftelli, ob sie wegen Knöpffler der neuen Regierung ihre Milarbeit nun verweigern toll oder nicht. Daß der Statthalter nicht den Opportunitätsstandvunü eingenommen hat, sondern der polittschen Zwrideuttgkeit in nottonalrr »Bcziehung den Kamps ansagt, muß ihm die ehrliche Sbmvathie aller Tentschaesinnten Elsaß-Lotb tinqcns slcheru, die riulholtlos auf die Seile der Regierima treten, ivenn sie ohne Rücksicht aus Sonderwunsch,- und Elesälligkeiten gegenüber den Parieüm eine dcutschnattonalc Gesinnung, die wohl vereinbar mit dem gesunden und echten elsässsschen und loth- ringischen ParttkulariSmus ist, als »Vorbedingung >nneS ersprießlichen »Wirkens in den öffentlichen »Aermern Elsaß-Lolhringrns verlangen.
iraftrc Schulttige sei in der österreichischen 'Gesandkktvaft I wirtsckian abkömmliche Personen gehen alljährlich in „T reich",
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in »Belgrad zu finden. — „Trgovinski Glasnik" meint, es läge ini Interesse Serbiens und Oesterreich-Ungarns, den (»»chstcszusland des östt-rce,chischen Legationssekrctärs v, Slorl zu übernrachen
Tie österreichischen Manöver a» der serbischen Grenze.
»Belgrad, 2V. Juli. „Piemont" verösjcntlicht einen Bericht lU>er die letzten österreichischen »Manöver an der bosnischen Grenze, jn ivelchem behauptet ivird, daß Viesen die »Annahme eines .Krieges Mischen Oesrerreich-Ilngar» und Serbien zu Grunde lag, und daß sie mit dem Ergebnis endeten, daß die österreichische Armee sich nur durch eilige Jlucht über die Donau rettete. Ferner verössentlicht das »Blatt einen angeblichen »Bericht aus »Agram, worin dar gelegt wird, daß dort sogar die Schultinücr über die Einheit der Südflaoen unlerrichtcl werden Das Blatt bringt Schulauffätze und Gedrchle, in denen die Serben zur »Be sreiung ihrer unterdrückten Brüder aussordern.
Line neue Reoolntion in Mexiko.
Mexiko, 19. Juli. General Pascal Orozco begann nördlich von Aguas Ealicntes mit 4090 Btonn eine »euc Revolution gegen die Bundesregiernng und wird hierbei vom General Franziseo CardcnaS nnterstützt, der sich bereit inacht, in den Staat Michoocon cinzudringen.
Veracruz, 19. Juli. Der Dampser ,Citn os Tampico", der die norwegische Flagge sührt, wurde von den Konslitntiona- Itltrn angchalten, als er von Tampico nach Caloeston ab- fahrcn wollle. Ter Grund zu dieser Maßnahme wai> die Weigerung de- Kapitäns Odlfell, den früheren General der mexikanischen BundeStriippen Inan VnSauez und seine zwei Begleiter anSzuliesern. Die Konstitutionalisten behaupten, daß VaSguez und seine Begleiter an eine,» Gelddiebstahl beteiligt gewesen seien. VaSquez ivandte dagegen ein, daß die slonstitutionaliilen diele Beschuldigung erfunden hätten, nn, ihn verhaften und erschießen zu können. Odlfell trat ihm hierin bei und bat de» Admiral Mayo um Schutz, Mapo lehnte dies ab mit der Begründung, daß die »Behörden von Ta,npico innerhalb ihrer Befugnisse handelten. Der Kapitan beharrle bei seiner Weigerung, VaSquez auSzuliesern, DaS Schiff wird deshalb noch im Hafen scstgehalten.
Gcsterreich uni» Zerbien.
Serbische Angriffe gegen Oesterreich Ungarn.
Belgrad. 20. Juli. »Verschiedene »Blätter verössent- lia;en heftige Angrisse gegen Oesterreich-Ungarn und den z.sterreichisch-ungarrsche,i Gesandten v. Giesl. — „Mali Jour^ ^nal" verössentttcht einen »Bericht, in welchem es heißt, «Princip sei von oslerreichisch-ungarischen Agenten zu dem
Au» StaSt und Lantz.
Gießen, 21. Juli 1914.
” Ernennung, Ter Großherzog hat de» Fcrstasscfior Karl Blitz zu Friedberg zu», Forstaisistenten ernannt.
" Auswandsentschädigung für Unteroffizier- schüler, TuS König!, preußische KriegSministeriuin hat über die Gewähr von Aufwandsentschädigungen sür Unierosfrzicr- schüler folgendes bestimuit: Die lluterosfizierschüler gehören
zn den Militärpersoncn deS FricdenSstandeS, Sie befinden sich vom Zeitpunkte der Einstellung in eine Unterosfizierschule ab in Erfüllung ihrer gesctztichcu aktiven Dienstpflicht im NeichSheere. Hieraus folgt, daß die Unterofsizierschülcr bei Beurteilung der Zuständigkeit der Aufwandsentschädigung im Sinne deS § 1 der BundeSratSbcstimmungen vo,n 28, März 1914 in Betracht gezogen werden müssen. Dagegen komnien hierfür Unterosfizicrvorschüler nicht in Frage, weil diese zu den Militärpersoncn deS Friedensstandes nicht gehören. — Die zu einem Antrag aus Aufwandsentschädigung berechtigten Angehörigen können also die bei einer Unterosfizierschule ab- gelcistetc gesetzliche Dienstzeit bei der Gcsamtdienstzeit ihrer gedienten oder dienenden Söhne mit in Anrechnung bringen, "DcrVogcllchuhverelnsürdasGroßhcrzog- tum Hessen schreibt uns: Es ist eine von allen »Bogelschühein vielfach beobachtete und beklagte Tatsache, daß die besten Bogel- schutzinaßregeln am meisten von denen^auSgenußt werden, sür die sie nicht beststnint sind: von den spalzen. »Nicht nur, daß sie sich im »Winter aus den Futterplähen an, iveitesien vorwagen und die edlen Waldvögel, insbesondere die »Meisen, verdränge»: auch die aufgehängtcn Nisthöhlen iveidcii anstatt van den Messen, Trauerst,egenschnävvcrn,^ Wendehälsen, Gartenrotschwänzchen, in großer Zahl von den Svalwn bezogen. Jede Vermehrung der Sterliiig-flnnüen bedeutet aber eine Schädigung der übrigen Vogelwelt. ^ Wir empfehlen daher den Vogclireunden für de» »Winter die Sperlinge abzuichießcn und im Sommer in aufgehängten Nisthöhlen, womöglich alle »Monat einmal, zu revidieren und Gelege der ungebetenen Gäste rücksichtslos zu entfernen. Wie so viele Tiere, so l)aben auch gewisse Bogelartcn unter den falschen Porurteilen der »Menschen viel zu leiden, so wird den Kohlmeisen, den Rotschwänzen und Fliegenschnäppern zur Last gelegt, daß sie die »Arbeilsbienen ioegfangen und die Imkerei schädigen. Bezüglich der Kohlmeiic kann zugegeben weiden, daß einzeinc Individuen im »Winter die »Bienen auf das Flugbrett der »Bienenkästcn lochen und dort veriveiien. Jndeß verliert sich diese llnatt sehr- bald, nachdem man mit der regelrechten »Winter- süttcrung [Sanffamen, Sonnenblumenkerne u. ähnliche--' begonnen Hai Hinsichnlich der Rotichwänze und Fliegenschnäpper oagegen ist der erhobene Vorwurf ganz und gar unbegründet, wie genaue Beobachtungen und wiederholt vorgcnoiinncnc llnlersuchungcn des MageniiidallS ans das Pestimmieste dargetan haben. Lediglich die schädliche» Wachsmotten werden von diesen »Bngeln vertagt, wenn lic iich in der Nähe des »Bienenstandes auihalten: »ielleichr auch — während andauernder Näfieperioden — die unbcwehrten Drohnen, aus die aber jeder Biencnwirt so wie so gern verzichtet. So sind die genannten »Bogelartcn nicht nur nicht ichädlicki, sondern direti nützlich. Das gilt von dem Fliegenschnäpper auch nach der Richtung, daß er samt den schlvalben sich am eifrigsten bei der Vertilgung der Fliegen beteiligt, die bekanntlich bei der »Maul- und Klauenseuche den von de» kranken Kühen abge- sondetten Speichel aus die gesunden überrragen. Auch aus hv- gienischen »Rücksichten verdienen diese Vögel also seitens der Landwirtschaft die weitgehendste Hege und Schonmig.
** Das Großh. Hessische Regierungsblatt Nr. 18 vom 18. Juli bat folgenden Inhalt: 1. Gesetz, die LoS- gescllschasten, die Veräußerung von Jnhaberpaoiercn Mit »Prämien und den Handel mit Lotteneloscn ^bettestend. — 2. »Bekanntmachung, die städtische elcktttschc Sttaßenbahn in Gießen be- lrefscnd.
** T ie »Bo gelSb er g cr gehen in „T resch". Daß rn der »Wcitcrau und Rheingcgend die Getteideerntc bald näher rückl, wird setzt im hohen VogelSbergc, wo man damit noch weit zurück ist, aus eine gewisse Art M» BeirmNejn gebracht.
wie cs vier im Volksmund heim. An dieie ist von ihren oor- lährigen Brotherren, den Dreschmaichinenbeiigern der »Wetterau und Rdeingcgcnd, der Ruf ergangen, sich bereit zu halim, bei einigermaßen guter »Witterung könne man etwa in 14 Tagen mit Treschcir bcgrmicn.
** Grund st ücksvcrkchr. Grunds, Icke zu Trars- Vvrlosf, die aus den Naimn, des Jodam Heinrich Jakob und Ehefrau Elisabtthe geh. »Becker von Trais-Horlofs, iKesamiMü der ErrrmgenickiastSgemeinichast, eingelragen waren, sollen Freitag, den 25, sevleinber- 1911, »achmitzägs 2' Uhr, auf dem Ratdaus in TraiS-Öorlofi >m »Wege der Zwangs - vollstteckimg versteigett werden. Ter Versteieerungsvermerk >ü am 2f> März 1914 in das Grundbuch cingcttirgen worden
" GütcrrechtSreglstcr. Errungen scha st }■ gemc in i cha f t haben vercnibart: »Adolf Statt und dessen Ehefrau »Berta geh. Erk zu Glashütten. Landwrtt Karl Schäfer II und seine Ehettau Enrma geh Rüger in Zell, Landlvirt Hernttch Dre hl und dessen Ehefrau »Margareta geh. lGeßner in Grebenau, Landwitt Heinrich Korell und dcljen Ehefrau Lina geh. Fink in Tchwabenrod, »Dilb. »Bartelll. und dessen Ehefrau Emilie geh Müller zu Borsdors — Gütertrennung: Brcnnmeisler Waldeniar »Börse und dessen Ehefrau Ehristma grb. Zinrmermann zu R i e de r - Fl o r sda d t, Kreis Büdingen. OWallcrnhauicn, 18. Juli. Bei derBeigeord- netenwahl wurde der Landwirt L. »Aß muß mit 103 Stimmen gewählt Die Gegenpartei hatte von der »Ausstellung eines eigenen Komdidateii »Abstand genommen. Kreis Schotten,
Z. Hartmanns ha in, 19. Irrt, Hartmannshain, das noch vor kaum 10 Fahre» als fast unbedeutendes Fleckchen Erde galt und nur durch die Lmnmcrsrische bei Gastwirt Schmatbach in wenigen Kreisen bekannt mm, hebt sich nun immer mehr. Es ist dies ohne Zweifel darauf zurückzuführen, daß es jetzt von der Oberhess,scheu Bahn Lanterbach—Stvckherm benchrt wird. Neben eiiTeni stets herrschenden Fremdenverkehr macht sich nun auch eine rege Bautätigkeit bemerkbar. Ein »Bahumeistergebäude erbaute mau voriges Jahr und in diese,» Fahre ersteht Oberhaid des Ortes eine PrirnllNTvtinung. Ein zurzeit hier in swnnner. frische weilender Ossenbachi-r »Polizei tommissar erwarb sich gestern ein Grundstück unweit des »BahnhvscS von dem früheren Beigeordneten für 800 Blark, welches er mit einer Villa zu bebauen gedenkt.
X Unter-Seibertenrod, 20. Juli. Zu der von den beiden Nachbargerneinden Oder- und Unter s-eibertenrod gemeinschaftlich anzulegendeu Wa sserlcitung srnddiescr Tage, lurz narl) der Heuernte, »Bohrungen rn der <be- markung Ober-Seibertenrod vovgenommcn worden. Bis jetzt sind zwei Quellen angebohrt worden, deren eine reichliches Wasser liefert. Jedoch müssen noch einige Bohrungen vorgcnmnmen werden. — Beide obengenannten Gemeinden sind, außer einigen wenigen, die einzigen des Kreises Schotten, die noch keine »Wasserleitung befiycn.
= Eichelsdors, 19. Juli Hier war vor den Heu« ferien außer einigen mrdeven Fallen auch in der Familie des einen Lehrers eine Erkrankung an Scharlach vvrge- konrmen, deshalb mußte vorerst der zweite Lehrer die beiden Schulklassen unterrichten und der Unterricht für eine Klasse rm Saale des Gastwirts Lehr stattfinden.
Heffeu-Nassau.
6. Dil len bürg, 20. Juli, Mit der Jnangriffnahnie der viergleisigen Strecke Dillenburg-Haiger wird jetzt begonnen. Die Brückenverbreiterung über die Dietzhülzc ist im Rohbau fertiggcstcllt und die danebenliegcnde Unterführung ist auch schon durchstochen.
b. Biedenkopf, 20. Juli. Die zuerst von der Kreis- Verwaltung des Unterwesterwaldkreises angeregte und von dem Kommunallandtag genehmigte Uebernahmc sämtlicher Vizinal- wege des Kreises mit Ausnahme der Octsberingstraßen in die Unterhaltung deS BezirkSverbandcS ist jetzt auch aus den Hinterlandkreis ausgedehnt worden.
Ureisausschutz des Ureises Gietzen.
Gießen, 18. Juli 1914 2lnwesend: Großh. Regierungsrat Welcker als Vorsitzender und 4 ordentliche Mitglieder.
1. Klage des Müllers Christ zu Lollar gegen die W a ss e r g e n o s s e n s ch a s t „Glückaufs zu Lollar. Die Wassergenossenschast „Glückauf" hat zwecks Erweiterung ihres Wasserwerks in der Geinarkullg Mainzlar Quellen fassen lassen, deren Wasser bisher in die Lumda floß. Ter Mühlenbesitzer Christ machte nun im Klageantrag geltend, daß er durch die Entziehung des Wassers geschädigt sei insofern, als er zeitweilig zur Ausrechterhal- tung des gesamten Betriebs einen Diesel-Molor, den er deshalb habe ««schaffen muffen, in Tätigkeit sehen müßte. Die Beweisaui- nahme ergab, oaß die Wassergenossenschast aber tatsächlich bis heute noch kein Wasser aus den in Betracht kommenden Quellen bezogen hat und von einer Schädigung daher keine Rede fein kann. Die Klage wurde abgewiesen.
2. G e s u ch d e s p e r nr a n n O ß w a l d v o n W i e s e cf u m Erlaubnis zum Betriebe eines Flaschenbier-Aus- s ch anks. Ter Kreisausschuß hatte seiner Zeit in Uebereinstimmung mit denn Großh. Kreisantt das Gesuch abgelehnt, iveil in Wieseck bei 11 Schank- und 8 Gastwirtschaften ein Bedürfnis hierfür nicht vorläge. Nachdem in der heutigen mündlichen Verhandlung der Nachweis des Bedürfnisses erbracht worden war, auch der Ge- meinderat die Bedürfnisfrage bejaht hatte, wurde dem Gesuch stattgegeben.
3. Wirts chastskonzessionsgesuch des Konr ad Auren d zn Treis a. Lda. Amend hat um die Erlaubnis zum Betrieb einer Sommerwirtschaft tu der Billa „Jelscck" nachgesucht. Ter Genreinderat hatte mit 6 gegen 3 Stimmen die Bedürsnis- fraqe verneint. Ter Vertreter des Gesnchstellers machte zunächst geltend, daß bei dem Gemeinderatsbeschlnß 3 Orlsvorstandsmit- alieder rnitgewirkt hätten, die bei der Sache .nitcrefnevt* seien. Tie Nichtigkeit der Behauptung wurde sestgestellt und daher das Verfahren arrSgesetzt, weil ein richtig zu Stande gekonmrener Ge- meinderatsbeschluß nicht vorliegt.
wandern und Reisen, öäder und Zommersrischen.
Bad Salzhauseu, 20. Juli. »Mit »Peaiuii ver Froiik- surlcr Ferien Hai in voriger Woche l,ier die tzochioisou eingeletzl und alle Hotels, Pensionate und Gaslbäuser sind vo» Kurlrcmden voll besetzt. Jn den letzten « Tagen find etiva 120 »Padegäsle neu angekomincii. TaS Konzert der Kapelle der Ci»ftr..»)lefli. 168 mt§ Ossenboch war gestern ganz außerordeinlich stark besuch,, sehr zatzl- retilj hatte sich das musikliebende Publikum der »Wetterau und nördlich bis von Schotten her eingesundeu. Leider wurden die Wusik- vorträge durch einen starken, etwa n Stunde dauernden Regen


