Nr. M
Drittes Blatt
164- Jahrgang
Erscheint tägliO) mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Sietzenee .samilienbläNer" werden dem
.Anzeiger' viermal wöchentlich beigclegl. das „ilreirdlott für den Kms Kietzen" zivennal wöchentlich. Tie „kandwirllchastllchen 5iit-
Iragen" erscheinen nionallich zweimal.
GWmr Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
Zamslag, [?. 3uli
Rotationsdruck und Perlag der Brühl'scheu Unwersitärs - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Eießeit.
Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul« strafe 7 r Ervedition und Vertag: 51.
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3» den neuen hrereLfordcrungen
wird der „Köln. Ztg." von einem ihrer Berliner Mitarbeiter folgendes ertlarl:
„Von einer Militärvorlagc kann keine Rede sein. Tas ist schon wiederholt deutlich knichgegebcn worden. "Auf die weitere Frage, ob zum Bau st r a t e g i s ch c r Bahnen beicmders umiangreiche Mittel angeforhcrt werden sollen, ist folgendes zu erwidern: J-orderungen für Eisen- bahnzweckc im Interesse der Kriegsbercitschast kehren in jedem Etat wieder. Der llmsang der Forderungen für solche sogenannten strategische» Balinbouten ist in den einzelnen Jahren verschieden. Tab solche Forderungen auch für 191'> wiedertehrcn werden, ist mit Sicherheit a n z u - nehmen. Ueber die Höhe der dafür anzufvrdernden Mittel fällt die Entscheidung bei den Vorarbeiten zum Erat. Tic Veröffentlichungen darüber sind also verfrüht, entbehren der Unterlage, und die daran geknüpften politischen Folgerungen sind völlig hinfällig."
Tiefe Mitteilung dürfte wohl offiziösen Ursvrungs sein. Sic erscheint insofern erfreulich, als sich daraus eracht, dass die deutsche Regierung in den gegenwärtigen Z:it- lausten, da die europäische Lage wieder einmal kritisch wird, da in Albanien alles drunter und drüber geht, da süt, die österreichisch-serbischen Beziehungen gefahrdroh iid zuspitzcii, da Jlalicn einen Teil seiner Wehrmacht mobili- sieri, da Rustland krampfhaft weiter rüstet, ruhig Blut bewahrt und osfeichar der Uebcrzeugung lebt, nach Annahme der letzten großen Wchrvorlage ausreichend gerüstet zu sein, um allen Gefahren getrost entgcgenschen zu können. Und das war bis heute auch sie Uebcrzeugung der weit überwiegenden Mehrheit des deutschen Volles.
Die Stichwahl in Sachsen-ttoburg.
No bürg. 17. Juli. (Vorläufiges amtliches Ergebnis.) Bei der heutigen Nc,chStogSenatzst>ch,vc>bl in, Wahlkreise Sachicn-Koburg'-Gotha I wurden von 17 123 Wahlberechtigten 14 970 Stimmen abgegeben. Es erhielten Fabrikant Arnold- Neustadt (Fortschr. VolkSpartei) 9178 Stimmen und Rechtsanwalt Hosnian»-Hos i. B. (Sozialdemokrat) 6792 Stümpen. Arnold ist somit gewählt.
Au» iiessen.
D>e Landtagswahlen.
Tarmstadt, 17. Juli. Tas Staatsministerium hat angcordnct, daß mit den Vorbereitungen zu den im Kerbst staltsindenden Wahle» zur Zweiten Kammer unverzüglich begonnen wird, damit die Ausstellung der Listen am I. September beendigt sei. Als Wahltcrmin ist der 6. November in Aussicht genommen.
vm Darmstadt, 17. Juli. Die Fraktion des B a » ern- bundcS hielt am Mittwoch unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Weber eine letzte Sitzung ab, um »och eine Aussprache über die bevorstehenden Wahlen und die dabei zu verfolgende Taktik zri halten. Wie wir hierzu erfahren, wurde für die einzelnen Wahlkreise eine Verständigung erzielt, rcsp. die ge- eigneten Verhandlungen eingclcitet.
Ausschreitungen gegen die Deutschen in 6rünn.
Wien, 17. Juli. Blätteriueldungcn aus Brünn besagen: Rach einer gestern abend im tschechischen VcreinS- hause abgchaltcne» Versannnluiig der Tschechisch-fortschrittlichen Partei, worin verschiedene Redner zuni wirtschgsilichen Boykott gegen die deutsche Geschäftswelt in Brünn aufsordcrtcn, kam cS zu heftigen Straßenexzesscn. Eine Abtciliuig der Vcr- sammlungSteilnehnier stürmte das VereinShauS des deutschen nkadeniischen Gesangvereins: andere zertrünimerten in der Schwedengasje im sozialdemokratischen Kaffeehaus alle Fensterscheiben. Ein anderer Trupp griff den KäffeehauSpavillon an, GlaeiS an und schließlich wurden beim Cafe Bieber alle Fensterscheiben cingcschlagen. Auch Revolverschüffe sollen abgegeben ivorden sein. Schutzleute »lachten schließlich den Szenen ein Ende und nahmen 30 Verhaftungen vor.
Serbien l cruft ßeserv n ein.
Budapest, 17. Juli. Der Pester Lloyd meidet aus Scrajewo, daß die serbische Regierung mehrere Rcservejahr- gänac in der Gesamtstärke von 70 000 Mann cinberuft. Die
lervische Armee beffudet sich schon heute auf halber Kriegsstärke. Auch Trupvenverschiebungen au« Neuserbien sind i», Gange.
Belgrad, 17. Juli. Gegenüber dieser Meldung auswärtiger Blätter über außerordentliche militärische Vorbereitungen Serbiens ist seskzustcllcn, daß nach bestimmten Erklärungen an maßgebender serbischer Stelle keinerlei militärische Maßnahmen getrosscn werden, ,reiche die alarmic rende Bläticnncidung im entserntesten rechtser.igen k, nuten.
Aus Mexiko.
Tie poliliichc Situation bleibt unklar, weil die Einigung mit den Rordrcbellen noch aussleht. Die Vkieinigten Staaten werden k-ine Regierung anerkennen, die Nicht die ausdrückliche Billigung CarranzaS besitzt. Eine etwaige Anerkennung wird un Rahnicn der Abmachungen von Niagara Falls erfolgen. Carbajal ernennt Fer-"ndo Dnrel zum Minister dcS 2l»S- wärligen und General VoleSca, d-n Verteidiger von Torrean, zniii Kde-»minister. Die Hanvtstadt ist ruhig.
Mcriko, 17. Juli. Carbajal ordnete die sofortige Entlassung aller politischen Gefangenen an. — DaS diplomatische Kchrps hielt zwei Versammlung::! ab, um mit Rücksicht auf die Ungewißheit über die Anerkennung der neuen Regierung durch die Vereinigten St"!e.i den Inhalt t'-cr Aiisprache bei dem mittags beim Präsidenten jlattsindc..dcii Empsang festzusetzcii. Älfließlich wurde beschlossen, dem Brauch .gemäß in llnisorm zu erscheinen. C4> hängt jetzt alles davon ab, ob Varranza und Carbajal zu einer Einigung gelangen. Wenn Carranza daraus besteht, gewaltsam in die «ladt Mexiko einzuzichen, wird mit der Anerkennung zurüetgehalten, bis die Wahl stattgesundcn hat.
Auslanv.
Erzherzog Karl F r a n z I v s e f ist in Bad I s chl eingetrossen. Im Aufträge des Kaisers fand sich aus dem B-ahnhoje der Flügeladsutant des Kaisers, Graf Hoyas, ei». Der Erzherzog begab sich zum Hotel, wo er als Gast des Kaisers absticg. Ter Erzherzog wurde im Bahnhof und auf de» Straßen vom Publikum lebhaft begrüßt. Vor 3 /«8 Uhr früh begab sich der Erzherzog mit dem kaiserlichen Flügeladjutanten tu die Kaiserliche Villa, wo er vom Kaiser empsangcn wurde.
Eine Subskription für Haust, Ter „Figaro" hat eine Geldsammlung eröffnet, um dem in Parts beftnd- lick>cn Karikaturisten „Haust" die infolge seiner Flucht verfallene Kaution zu ersetzen.
China. Tic „Times" melden aus Peking vom 16. d. M,: Ter britische und der ameritanisckie Gesandte werden morgen einen sormetlcn und entschiedenen Protest gegen die vertragswidrige Handlungsweise des Gouverneurs der Provinz Tfchekiang erheben, der aus britische und amerr- tanischc Güter übertrieben hohe Steuern gelegt hat.
Landwirtschaft.
Rindvieh.Stallschauen im Befirke Grünberg,
Tic aus Grund des Schauvlanes für die Provinz Obcrhessen in diesem Jahre fällige Rindvich-Staljschau sür Vogelsbergcr für den Bezirk Grünberg wurde am lö. Juli abgchalten.
Die Turchsührung derselben crsolgtc nach folgendem Punkticr- vcriahrcn: Bcsätaffciibcit, Raumverteilung und Turchlüttung des Stalles gleich 10 Punkte, Füttcrungsvorrichtungcn gleich 5 Punkte, Düngerhchandlung gleich 5 Punkte, Einheitlichkeit der Zuchtrichtung uird Güte des Zuchtmatcrials 25 - Punkte, Gcsundheits- und Ernährungszustand der Tiere gleich 15 Punkte, Haut- und Stallvslegc der Tiere gleich 10 Punkte, Pflege und Aufstellung des Jungviehes gleich 20 Punkte, Gesamteindruck gleich 10 Punkte, Summa 100 Punkte.
Die Prämiierung hatte solgendes Ergebnis:
Gruppe I: Besitzer mit mehr als 20StückBieh: l. Julius Zimmer, Bingmühle b. Lauter, 87 Punkte, 2. Pr,, 40 Mk.
Gruppe II: Bcsitzermit 10 — 20 Stück Vieh: 1. Hrch. Becker V., Weickartshain, 89 P., 1a. Pr., 40 Mk.; 2. Ludwig Dörr, Queckborn, 88,5 P., 1b Pr., 40 Mk.: 3. Heinrich Thraum, Weickartshain, 82 P., 2a. Pr., 30 Mk: 4. Ludwig Zimmer, Beltershain, 80 P., 2b. Pr., 30 Mk.: 5. Hermann Velten, Göbelnroh, 79 P, 3a. Pr., 20 Mk.; 6. Georg Fuldot, Grünberg, 76 P., 3d. Pr., 20 Mk.; 7. Karl Schmidt, Weickartshain, 74,5 P., Anerk., 5 Mk.: 8. Heinrich Bück IV., Queckborn, 73 P., Anerk., 5 Mk.: 9. Karl Röder, Queckborn, 66 P., Anerk., 5 Mk.: 10. Ludwig Zimmer II., Lauter, 65 P., Anerk., 5 Mk.
Gruvve III: Besitzer mit 5 — 9 Stück Vieh: 1. Karl Pitz, Lauter, 91 P., la. Pr., 30 Mk.; 2. Hermann Von-Eisf II., Grüiibcrg, 90 P., 1b. Pr., 30 Mk.; 3. Johannes Schmidt IV.,
Weickartshain, 90 P , lc. Pr , 30 Mk.: 4. Karl Büß, Grünberg 89 P , 2a. Pr., 20 Mk.; 5. Georg Marl Fuchs, Göbelnrod, 83 P„ 2b. Pr, 20 Mk.: 6. August Frank, Grünberg, 82,5 P., 2c. Pr., 20 Mk.: 7. Wilhelm Peter, Weickartshain, 82,5 P., 2ä. Pr., 20 Mk.: 8. Heinrich Schnndt II.. Weickartshain, 78,5 P., 3a. Pr., 10 Mk.: 9. Karl Siegfried, Grünberg, 75>,5 P., 3b. Pr., 10 Mk.: 10. Georg Suppcs. Stockbausen, 75 P., 3c. Pr., 10 Mk.: 11. Otto Volr, Lauter, 71 P , Anerk, 5 Mk.: 12. Adam Albert. Queckborn.. 70 P , Anerk., 5 Mk.; 13. Ludwig Herzbergcr III., Lueckborn, 70 P , Anerk , 5 Mk.: 14. Johannes Bö b Weickartohai», 70 P., Anerk , 5 Mk.: 15. Friedrich Jäckel II., tz rünberg, 69 P., Anerk..
5 Mk.: 16. Johannes Schmidt VI., Beltershain, 69 P, Anerk..
5 Mk.: 17. Eckhard Niebcrgall, Göbelnrod, 67 P., Anerk., 5 Mk.; 18. Otto Rück, Stockhauseil, 66,5> P, Anerk., 5 Mk.; 19. Kürl Christ III., Grünberg, 64,5 P., Anerk., 5 Mk.
Gruvve IV: Besitzer mit l—4 Stück Bich: 1. Hrch. Müller I., Queckborn. 83 P., I. Pr., 20 Mk.; 2. Karl Bast, Slockhauscn, 76,5 P, 2a. Pr., 15 Mk.: 3. Wilhelm Löchcl, Göbelnrod, 75 P , 2b. Pr , 15 Mk.; 4. Hermann Biller, Grünberg, 73,5 P , 3a Pr., 10 Mk.: 5. Johannes Biehl, Lauter, 72 P., 3b. Pr., 10 Mk.: 6. Jods. Heinr. Becker, Weickartshain, 70 P., 3e. Pr . i0 Mk.; 7. Karl Rcitz, Ttockbausen, 69 P., Anerk., 5 Mk.: 8. Phiiivv Piafs, Lauter, 69 P., Anerk., 5 Mk.; 9. Johannes Herz- bcrger, Queckborn, 67 P., Anerk., 5 Mk.
Tie Auszahlung der vollen Preise Hübet in der nächsten Freitet, de- 24. d. Mts., nachmittags 3 Uhr im Gasthaus znm WÜden Mann in Grünberg staltsindenden Vertrauensmänncr-Vcrsamm- lung des Krei^rinderzuchtvcreins sür Vogclsberger statt.
Sanocl.
— D c r s ch w i e g e» h e i I sranzvIilcher Banken. I» einen, durch die Rcllamation der Zollbehörde veraniabte» Prozeb, entschied das Pariser ZivUgerichl, dast ein BaiilhauS, wenn cS auch nicht zu einem BeriltSgebeimniS gehalten ist, doch zu einer absoluten Tiscrction über die Geschälte seiner Knndschait verpstlch- tel ist.
^— Sic Gemerkschait Friedrich Franklurt a. M. tGrnbe Friedrich b. Hungen) zieht eine Eiubutze von 150 Mk. auf Kux zu», 25. Juli d. I. ein.
Wie man die Maqcnsäure unschädlich macht.
Wenige sind sich eigentlich bewirkt, wie wichtig eS ist, die im Mngen befindliche ^lahrnng von säureblldender Gärung freizuhallen. Eine gesunde, normale Verdauung kann nicht statlsinden, solange der Magen mit seinen zarten Schleiuihäutchen von der Säure gereizt und von den freiwerdenden Gasen bedruckt wird —alles das sind die folgen der gärenden Speisen im Magen. Um eine vollkommene Verdauungstätigkeit zu erzielen, mutz diese Gärung beseitigt oder verhindert und die Säure neutralisiert werden. Besoraen Sie sich zu dem Zweck etwas biserirte Magnesia, von der man nach jeder Mahlzeit einen halben Teelöffel voll in etwas warmem oder kaltem Wasser nimmt. Biserirte Magnesia ist angenehm einzunehmen. hat keine störenden Nebenwirkungen, beseitigt die Gärung, neutralisiert die Säure und macht den durchsäuerten Speisebrei wieder milde, frisch und leichtverdaulich.
Die regelmäßige Anivendung von biserirter Magnesia garantiert eine gesunde, normale Verdauung, da sie die Bildung der überschüssigen Säure verhindert, die allein die Störung verursacht.
Notabene! Ein Nvotheker weist darauf hin, daß eS sich hierbei nicht elw 2 um die gewöhnliche, sondern um biserirte Magnesia handele, die nur in genau etikettierten, blauen Flakons verkauft wird, mit dem Namen in das Glas selbst eingeblasen. 8468-s
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