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»nd Kreiskrankenvilege erfordert eine Ausgabe von 180000 Mk, looDou 40000 Mt aus den Gcsamtkreis und der Rest auf die Landgemeinden entfallen.

lch) Bingen, 2. Juli Für die Errichtung einer Wohiiungsiiispcktion im rdreise Bingen stellte dos Kreisamt den Betrag von 1500 Böark ans Mitteln der ddreissparkassc zur Verfügung. Ta die Stadt Bingen bereits eine eigene Wohnungsinfpcktion Hot und die Verhältnisse in den anderen Gemeinden des Kreises ganz verschieden von denen der Stadt Bingen sind, soll nach dem Beschlüsse der heutigen Stadtvcrordnetcnsitzung beim «reise beantragt 1 verden, daß die Stadt den ihr zustehenden Teil für den gleichen Zweck auSbezohlt crliolte.

Hessen-Nassau.

s s M a r b u r g, 2. Juli. Nachdem der hessische Verband ländlicher Genossenschosten Raisscisenscher Organisation in, Jahre 1000 hier zum letzten Male versammelt war, soll am 8. und 0. Juli der diesjährige Vcrbandstag wieder in Mar­burg tagen. Die Verhandlungen finden wie bei den srühe- ren Tagungen wieder in den Stadtsälen statt

s I A u s d e m S r e i s e M a r b u r g, 4. Juli. Nach dem jetzt jcrtiggestcllten Verwaltungsbericht des Kreises Mar- bürg vom Jahre 1913 besitzt der «reis ein Kapitalvermögen von 45 354,47 Mk ferner ein Grundvermögen im Gesamt­werte von 1854 070 Mk. Die Kreiskommunalkassenrechnüng sür 1913 schliefst ab mit 590012,18 Ml. Einnahme und 559 274,89 Ml. Ausgabe, Bestand 30 737,29 Mk. Ter Kreis- haushaltsctat sür 1914 ist aus 433550 Mk. veranschlagt. Ausser dem vor Fahren für den Bau der Kreisbahn auf. genommenen Darlehen von 1 132 851 Mk. hat der Kreis keine Schulden. Ter Gesundheitszustand ini Kreise war im Be­richtsjahre un allgemeinen günstig.

sh) Frankfurt a. M., 3. Juli. Ein Beamter der hie- sigcn Viehmarktsbant unterschlug einen Scheck über 1772 Mark und bezahlte damit Schulden, die er bei Rennwetten gemacht hatte. Obwohl die Schuldsumme sofort von den Verwandten des jungen Mannes gedeckt wurde, kam dieser trotzdem in -vast.

(h) F r a n k f u r t a. M., 3. Fulii. Das von der Frank- snrtcr Kunstlerschaft zum Besten eines Kunstler-Pensions- fonds veranstaltete glanzvolle Kii n st l c r s e stVon Anno dazumal" in der Festhalle brachte den hohen Reinertrag von «>4 386 Mark Im Hinblick aus die gewaltigen Unkosten, die das Fest verschlang, must der jinanziclle Erfolg als ein ungewöhnlicher bezeichnet werden.

x Aschbach i.O., 2.Juli. In der hiesigen Papicr- und Filterstoff-Fabrik geriet dieser Tage der Sohn des ebensalls in der Fabrik beschäftigten Wcrkführcrs Mann­heimer in die Drahtseile einer Maschine und ivurde dabei am Hals so schwer verletzt, da>l! der Unglückliche ver­schied, bevor er aus den Seilen der Maschine befreit wer­den konnte.

x D a l d-M i ch c lb a ch, 2. Juli. Zurzeit ist die Hei- dclbeer Ernte im nördlichen Odenwald in vollem Gange. Diese Ernte bildet bekanntlich einen Hauptcrwerbüzweig sür die wenig bemittelte Bevölkerung des Odenwaldes. Für den Schoppen iverdcn 16 Pfg. bezahlt. Ta die diesjährige Ernte nicht sonderlich reichlich ausgefallen ist, steht zu er- nrarten, daß dieser Preis gegen Ende der Ernte noch eine ivescntlichc Steigerung erfahrt.

Die Arbeit Ser Arankenkassen.

Man schreibt uns: Infolge des Inkrafttretens des zweiten Buches der Reichsvcrsichcrungsordnung ist mit dem 1. Januar 1914 eine wesentliche Acndcrung auf dem Gebiete der gesamten Krankenversicherung cingetreten. Mit aner- kennenSwcrtcr Pünktlichkeit sind die Kassen den neuen Be­stimmungen gemäß in Tätigkeit getreten und soweit erfor­derlich neu gegründet worden. Doch ebenso wie die Aus­dehnung der Rechte der Kassen zu begrüßen ist, ebenso be­dauerlich ist cs andererseits, datz durch daS neue Gesetz der liebe Bureaukratismus in den neuen Kassen einen größe­ren Nährboden gesunden hat. Zwar wird der größte Teil des inneren Betriebs der Kassen durch eine von ihnen selbst zu erlassende Dienstordnung geregelt, aber insbesondere durch die von den Aussichtsorganen geforderten statistischen Erhebungen ist der Umfang des Betriebs der Kassen ein «oejentlich größerer und dadurch auch teuerer geworden. Zwar soll der Wert der Statistiken nicht verkannt werden, aber Grenzen dürften auch hier gezogen werden, damit sic nicht in' das Ungeheuerliche loachsen.

Wenn man ferner noch den riesigen Umsang der Orga- nisationsarbeilen in Betracht zieht, so ist cs auch weiter nichl verwunderlich, daß noch Manches rückständig und noch Manches zu vollenden ist. Da nun infolge der Wahlen zum Ausschuß und Vorstände der Kassen >§§327 ff. R. V. O.) von vielen Kassen heute noch nicht alle Verträge abge­schlossen sind, so ist es erklärlich, daß die Arbeiten der Beamten zurzeit doppelt schwierig sind. U.'st. ist auch bis heute von seiten der O r t s k r a n k e n ka s s e Gießen- Stadt, sowie der Ortskrankcnkasse Gießen-

Land und der L a n d k ra n ke n ka s s e Gießen-Land mit den in Frage kommenden Acrztcn ein Vertrag n»>h nicht abgeschlossen; wie man hört, soU der easus belli die Honv- rarfrage sein. Dadurch, daß ein Vertrag nicht vorliegt, wird von den Mitgliedern der Kassen nun angenommen, die Wahl unter den Aerzten sei nach §369 der R. V. O. eine vollstän­dig freie. Dem ist jedoch nicht so, und viele Versicherte lwbcn auch schon die üble «Erfahrung dadurch machen müssen, daß die Kassen die Uebernahine der entstandenen Kosten ab leimten Es sei hier an dieser SteUc darauf hingewiesen, das; nach einer von dem Versicherungsanii Gießen-Land er lassenen Anordnung die Mitglieder der beiden für den Kreis Gießen-Land bestehenden Kassen nur freie Wahl unter den Aerzten haben, die seither zur ärztlichen Kasscnpraxis bei den mit dein 1. Januar 1914 aufgelösten Gcn»einde- krankenvcrsichcrungen zugelasscn ivaren. Bevor also die noch abzuschließenden Verträge in Kraft treten, was hoffentlich nicht alle,6 im Interesse der Acrztc, sondern auch im Inter esse der Kassen recht bald geschieht, sei man recht vorsich­tig und überzeuge sich zuvor an der betreffenden örtlichen Stelß-, ob der Arzt zugelassen war. Ausnahinen bilden selbstverständlich dringende Fälle, bei denen Gefahr in Vor zug ist, doch ist nachträgliche Zustimmung der Kasseverwal­tung binnen 24 Stunden cinzuholen. Ist bei einem Krank heitsfall spezialärztliche Beliandlung erforderlich und wün- schenswert, so kann ein Spezialarzt (für die spezialärztliche Behandlung fonimcn für die Mitglieder der Krankenkassen sür Gießen Land nur die Universitätskliniken in Gießen in Frage) nur dann zu Rate gezogen werden, wenn der zuständige Kassenarzt dos Erfordernis der spezialärztlichen Behandlung bescheinigt. Es bedarf auch der Zustiininung der Kasscnverwaltung, ivenn ein Mitglied die .«osten für die Inanspruchnahme eines nicht zuständigen Arztes s e l b st tragen will, andernfalls unter Umständen die Auszahlung des Krankengeldes verweigert werden kann. Ebenso muß auch beim Wechsel eines Arztes «nährend der Dauer einer Krankheit die «assenvertvaltung ihr Einverständnis erklärt haben._

veretnrnachrlchten.

Lollar, 3. Juli. Bei dem am Sonntag. 28. Juni, abgebal- tenen 9. Bundesturnteil des Lahil-Tünsbcra Turnerbundcs hatte unter Vereinroste Eriolac zu verzeichnen. Es erhielten Hch, Rohr bach lX den höchilen Ehrenvreis «nit 142 Punkten, Ludtv. Hotniann den Ehrcnvrcis mit 138'.. Punkten, Wild. Frank den 1. Preis mit 138 Punkten, Karl Aael den 2. Preis m>« 136'/, Punkten. Otto Schmidt den 35., Philip» Junker den 36., Karl Rohrbach den 39. und Heine Erbe den 44. Preis. Außerdem erhielt die Zöglingsricge am Pferd den zivciten Preis. Der Verein beteiligt sich ferner noch in diesem Jahre an dem Stafettenlaut in Launsbach mid i«n Septcnibcr an dem Bergturnsest aus dem Dünsberg.

Nnivcrjttnts-Nacbricbten.

Dem Privatdozenten sür Staatswissenschastcn an der Universität .Halle a. S. und Direktor des städtischen Stati­stischen Amtes daselbst Dr. rer. polit. Hellmuth Wolfs ist der Professortitcl verliehen worden.

Gericistssaal.

Prozest gegen Rosa Luxemburg.

Berlin, 3. ->nli, In der heutigen Bormittägssitzung des Prozesses gegen Ro«a Luxemburg gab der erste Staats­anwalt H a g c ni a n n die Erklärung ab, daß es in der kurzen Frist nicht gelungen sei, von den zumeist sehr entfernt liegenden Garnisonen die kriegsgerichtlichen Akten herbeizuziehen. Er müsse deshalb die Vertagung beantragen. Nach längeren Aus« sührungen der Verteidigung, welche der Vertagung widersprach, beschloß das Gericht, dem Antrag der Staatsamvaltiämst slatt- zugcbcn und die Verhandlung auf unbestimmte Zeit zu vertagen.

L i eh, I. Juli. Schöffengericht. Der Händler H. K. i» Lieb hatte «rüber in Wohnbach ein ihn» unter Eigentumsvorbehalt verkanffes P«a«id veräußert «mb den Ei 183 inr sich verwendet. Wegen Unierschlagnng erhielt er eine Gcldslrasc vo» 20 M. oder 4 Tnac «beiängins.

L e i p z i g, 3. Juli. Vor dem zweiten Strafsenat des Reichsgerichts begann heute vormittag die Verhand­lung gegen den 18 jährigen Ehcmikcr Jean Francois Hausse, geboren in Jarcville bei Nancy. Dem Ange­klagten, der luxemburgischer Staatsangehöriger ist, wird zur Last gelegt, in Metz versucht zu haben, zu Spionagezwecken sich im Besitz und Kenntnis von Schriften und Zeichnungen zu setzen, deren Geheimhaltung im Interesse der Sicherheit des Landes geboten ist. Hausse ivurde wegen versuchten Ver­brechens gegen dew § 3 des alten Spionagcgesetzes zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Drei Monate der er­littenen Untersuchungshaft wurden ihm angcrechnet. Sein jugendliches Alter bewahrte-ihn vor dem Zuchthause.

vermischte».

* Selbstmordversuch eines Gemeindeschülers. In Neukölln schoß sich der Gemeindeschüler Sch., der Sohn

eines Mechanikers, mit einem Revolver seines Vaters vor den Augen seines Bruders eine Kugel in die rechte Schläfe und verletzte sich schwer. Er hatte ohne Wissen der Eltern die Schule versäumt und war deshalb von seiner Mutter bestraft worden.

* Schüsse in der Nacht. Aus Paris wird ge­meldet: In der Nacht auf Donnerstag wurde von Unbc- kamitcn aus einer Droschke gegen ein Au.o, in tvelckiem die Gemahlin des Chirurgen Doyen vom Theater nach Hause fuhr, drei Revolvers chüssc abgegeben. Es wurde nie­mand verletzt. Nach der 'Ansicht des Professors handelt tS sich um einen Racheakt Seine Frau gehörte früher dem Ballettkorps der («roßen Oper an.

* Schauerlicher Tod. Wie aus Nantes gemeldet wird, kamen zwei Arbeiter der «Eisengießerei in T r i g » a c aus suräübare Weise umS Leben. Ae Izotten in einer Hütte den Abfluß der geschmolzenen Metallmassen zu überwachen, als die Hütte Feuer fing, lim dein Berbrennuiigstode zu ent­gehen, versuchten sic, durch die glühenden Metallmajsen zu waten: sie erlitten jedoch dabei so furchtbare Verletzungen, daß sie bald daraus starben.

* Eine blutige Zigeuner schlecht spielte «ich ain Donnerstag abend in Lievg arten bei llccker««ide ab Zwei Zigeunerfamilien lebten seil längerer Zeit vegcn eines Mädchens in Streit. Am Donnerstag tani es z» einem Kampfe, «vvbci 30 bis 40 Schüsse gewechselt wurden, Bon de» Zigeunern «milden z Iv e i schwer verwundet: einer erhielt sün« Schüsse. Ein anderer Zigeuner und eine Zigeunerin «vurdc» leichter verivundet. Eine Unbeteiligte, die 22jährige Frau Berger aus Berlin, die bei ihren Ellern ;«« Bciuch weilte, Ivurde aui deren Grundstück durch eine verirrte Kugel schwer am Unterleib verwundet. Sic nnirde joiort nach der GrcisSn>aldcr Klinik gcichaist. Die Zigeuner «ind g c s l ü ch t c t.

* Untaten d e r W a h l w c i b c r. Das Schloß T i al- l y in e n o ch bei Holywood in Irland ist von Stiinmrechtle- rinnen in Brand gesteckt worden. Das Schloß wurde mit seinen unermeßlichen Kunst schätzen vollstän­dig e > n g c ü s ch e r t. Die Feuerwehren waren infolge des durch die große Hitze herrschenden Wassermangels machtlos. Der Sckzadcn wird aus 400 000 Mark geschätzt

* Ertrunkene Lebensretter Ein Bergnü- gnngsdampser kehrte von Hampton Court zurück, als ein junger Mann, ein Nesse des verstorbenen Unterhaus- Mitgliedes sür Oxford namens Anson, über Bord fiel. Ejn anderer junger Mann sprang ihm nach, um ihn zu retten. Beide ertranken. Ein dritter Herr, ein Sohn des russischen Botschafters, der seinen Freunden zu Hilse eilte und ebenfalls in das Wasser nachsprang, wurde lebend, aber in äußerst erschöpftem Zustande geborgen.

Kleine Tagcrchronik.

Prinz Wilhelm, der älteste Sohn des Kronprinzen- paares, der sein achtes Lebensjahr vollendet, hat nach Meldungen verschiedener Blätter den Leutnant v. Kühne vom ersten Lcibhusarcnrcgimcnt als militärischen Erzieher zugeteilt erhalten.

Gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr hat ficfi über Nürnberg und Umgebung ein furchtbares Unwetter entladen. Der angerich- tctc Schaden ist vorläufig nicht zu übersehen, Ein s ch w c r e r H a g e l s ch l a g g i n g 20 M i n u t c n lang ununterbrochen nieder. Die öffentlichen Anlagen, die Gärtnereien und die Felder der Um­gebung sind verwüstet. An zwei Stellen in der Nähe des Ratbanscs haben die Wassermassen das Pilaster beschädigt. Infolge der großen Hitze ist nach einer Meldung aus Innsbruck eine ra­pide Schneeschmclzc in den Bergen cingetreten. Die Flüsse haben einen hoben Wasscrstand erreicht.

Aus dem Postamt in S t o ck ho l m sind auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise Barbeträge und Wertsendungen im Betrage vo» 2l 000 Mark entwendet worden.

In N c v e r s wurde ein Auto mit vier Insassen von einem Zuge ersaßt und eine Strecke weit fortgeschleift. Die Leichen wurden schauerlich verstümmelt.

Amtlicher Wetterbericht.

Detteraussichtcn in Hessen ain Sonntag, den 5. Juli 1014: Unbeständig. doch weist wolkig, zeitiveise Niederschläge, keine T«>»veratnrä»der»»g,

Letzte Nachrichten.

Paul Hehses Testament.

München, 3. Juli. Paul H e h s e verfügte tn seinem Testament, daß nach deni Tode seiner Frau die sämtlichen Er­trägnisse seiner Schritten, Honorare und Tantiemen zu gleichen Teilen der Deutschen S ch ill er st i s tu n g in Weimar und der Münchener Zweig-Sckiillcrslistung überiviesen werden.

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