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Zweiter Blatt

Erscheint IS^chrirS Ausnahme de? Sonntags.

Die ..«ktzeprr La-lliendlätter" werden dem .Anzeiger' rnermat wöchentlich becgelegt, das -SrrirdlaN fLr den Xrtis Kietzen" zweimal w«henttah. Dieümöwirtlchaflllchen Zeit fragen" erjchemen monatlich zweimal.

lb 4 - Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejfen

Samstag. 27. Zum U9^4

Rotationsdnick und Verlag der Brühl'schen UnioersitätS - Buch- und Stelndruckerct.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: dl.

Redaktton:^^Il2. Tcl.-Adr.:AnzcigerD>eßen.

hessische .Zweite Rammer.

rb T armstadt, 26. Juni.

Am Regwrungstrjche Staotsministcr Tr. v. Ewald. Finattz. «mite it Staut, Minister hes Innern v. Dombeigk, ^tantaatr Dr Becker, Lorbachcr, Min,Iler,alräre tzölzin- ger. Schliephakc.

o Kar c l l-Angenrod erössnet die Sitzung um

° a wrbte iwch kurze Fraltionsbcratungcn abgehaltcn munden. «or (rtntritt in die Tagesordnung gibt Abq. Tr.

nLL 14 ö,f ^rcklärung ab, daß er mit seiner gestrigen Andeutung oon Teiuinztattou den Abg. Korell-Jngclhcim nicht im geringsten tzttbe treff en oder gar beleidigen wolleit.

Das Daus will zunächst einige dringliche kleine Positionen der Tagesordnung erledigen

Abg. Schott lNtl.> begründet den von ihm gestellten Antrag aut. Erruhtung eines Finanzamtes in Wöllstein. Turch dtkie Errtchmng dieses Fuianzomtes würden dem Staat keinerlei llnkosten erwachsen, da die Gemeinde Wöllstein sich zur Tragung oller Kosten bemt erklärt bade Ein solches Finanzamt würde auch lowovl dem Staat, wie Böllstein mib »mgebung graste Vorteile «vn den 22 Orten des Amtsgerichts Wöllstein hätten sich l..t sür das Gesuch ausgesprorhen und es unterschrieben. Es bandle nch MN etwa 15 000 Einwohner, die Vorteil von dem neuen Finanzamt hätten. Tas Finanzamt Ingelheim sei wesentlich lldruen Ter Ausschuß beantragt die Ablehnung dieses Antrags Abst taokerr (Ztr. iükri aus. daß IM Kreise Bingen durch­weg gute Verbindungen seien und deshalb ein Finanzamt dort durchaus am Platze sei. Turch die Errictitnng eines Finanzamts tn Wöllstein würde Dingen ganz bedeutend geschädigt werden und deshalb bitte er um Ablehnung des Antrags

Abq. Molt Han (Ztr? legt den Tiandvunki des Ausschusses dar, der unparteiisch der Zache gegenüber stehe. Wenn hier wirNiäi eine Lücke vorhanden wäre, so würde auch der Ausschuß daraus bedacht sein, sie auszusnllen Es liegt aber ein Bedürsnis nir die Errichtung eines neuen Finanzamts nicht vor und deshalb hat der Ausschuß die Ablehnung beantragt.

Abg. Korell-Jngclhcim iF. Bp. bemerkt, in seinem Wahl­kreis liege die Gemeinde Sprenblingen, die auch ein eigenes Finanz­amt wünsche. Ta ein solcher Antrag aber aussichtslos sei, so stelle er ihn auch nicht, bitte aber, den Antrag. Stbott abzulehnen.

Tas .Haus lehnt den Antrag Schott mit ollen Stimmcit gegen die des Antragstellers ab.

Es tritt daraut eine kurze Pause ein.

Bor ooll besetztem Hause und übcrsüsltcn Tribünen begann dann um 10,25 Uhr die

Einzelberatong der Rebifion der Ordensgesetzgebuntz.

Präsident Köhler schlägt vor. zunächst über den Antrag u l r i ch abzustimmen. Ticscr Antrag - alle vorhandenen Kullur- kamvsqesctze auszubeben und gleichzeitig reickssgeietzlichr Bettiin- nrungen zur Errichtung der nationalen Einheitsschule unter Ver­hinderung jeder Einwirkung irgendwelcher religiöser Richtungen hu tteffen. sowie die Aendcrung des Polksschulgeietzes in dem Sinne vorzunchmen. daß Einwirkungen religiöser Grmeinschosten un- möglich gemacht und Privatickiuleu gänzlich beseitigt iverden - mird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und cinigcr Frei­sinniger.a b g cl e hnt.

Es folgt darnach eine Ausiprache über Artikel I Pos. l in Per bindung mit dem Antrag Bach. Pos. I Art. 2 und Pos. IV Art. 8b ouszuschcidcn und der Regierung als Material für die Beratung der Novelle zum Volksschulgesctz zu übcrweiicn.

Miiristcc des Innern von Homberg k bemerkt, es sei über den Antrag Dach noch immer nicht »olle Klarheit bezüglich seiner Tragweite verbreitet. Ter Antrag bedeute, daß die beiden Punkte der Vorlage vollständig ausgcschicden werden: sie würden also einsach abgelchnt sein. Tie Annahme, daß die Bcschlußsassnng über diese Punkte nur hinausgeschoben werde, ist unzulresscnd. Mit Annahme des Antrags würde» die Institute der Englischen Fräu­lein toicdcr aus den Stand vom Jahre 1874 zurückgeschraubt werden müssen.

Ashg Ko rel l - Ingelheim bemerkt, daß in der Tat die Ab­sicht des Antrags Bach sei, alle aus die Schule bezüglichen Punkte aus der Vorlage berauszuiiehmen. Es würde aber bei den Eng­lischen Fräulein nicht aui den Stand von 1874 zurückgegriisen wechen brauchen, sonder» cs könnte der gegenwärtige Stande bei» behalten werden, wie dies sein Anlraq bezwecke.

An der weiteren Tcbalte über diesen Punkt beteiliaen sich noch die Abg. Tr. Stepban. Woli-Stadecken. Urstadt, Bach, Tr. Schmitt, Korell Angenrod, lllrich und v. Brentano. Reh ersucht de» Abg. Bach, seinen Antrag zurückzuziehen. weil der Antrag etwas ganz anderes zur Folge hätte, als der Antragsteller selber beabsichtige. Abg. Bach bestreitet dies:>d beharrt a»l seinem Antrag Abg. II l r l ch schlägt eine Entschließung vor. daß die Regierung -rmächtigt wird, beim Institut der Englischen Fräulein cs bei dem ,-tzigen Stand zu belassen. Abq. Walt- Stadecken beantraqt einen Zusatz, daß die Gesamtzahl der Lehrkräfte märt über die Zahl »er am l Avrll 1014 verwendet gewesenen Lehrkräfte und Hilfs­kräfte vermehrt werden darf. Nach weiteren Ausführungen der Abg. Grüncwald und Tr. S t e p b a II erfolgt die iumttit- iche Abstimmung über den Antrag Bach: Der Antrag v i r d mit 33 gegen 18 Stimmen abgelchnt.

Für den Antrag Bach stimmten die Abg. Bach (Nall), Brauer sBdd.i, Henrich (f. Bv.'. Korell-Jngelheim sf. Bv.), .Krekel sNcrtl s. Lang sNatl.1, Meiski Natl.'. Mergel! IRatl.s, Schön­berger' !"Natl.'. Senßselder tBl'd. . llrstadt i. Bv. , Wols-Gonsen- veiw si. Bp.s und die 6 Sozialdemokraten Berthold, Busold, Eißnert, Hartmann. Raab und lllrich.

Eine lehr lange und umständliche 'Aussprache entspann siäi daun über die Behandlung der weiteren Abstimmungen. Es wurde schließ­lich bestimmt, daß zuerst über den Antrag des Ausschusses abgestsmmt wird, welcher lautet:

..Abweichend oon der Vorichrist des Art. l Abi. 2 kann dem dermal bestehenden weiblichen Orden oder ordensähnlichen Kongre­gationen, die iich ausschließlich dem Unterricht nndmen und Privat- iinterrichlsanftalten besitzen, von den, Ministerium des Innern ge­stattet werden, in ihre dermalen vorhandenen An alten neue Mitglieder ouszunebmcn, wenn das edür snrs fticrsür nachgewiesen ist.

Dieser Antrag wird in namentlicher Abstimnrung mit 2 7 q e gen 2 4 Stimmen abgelchnt. Darauf wird der Antrag KarcU-Tsnarnderm. zu setzen: Wenn das Bedürfnis hierzu nach gewiesen ist,ihren Bestand aus der tzöhcdes 1. April 1944 zu erhalten" ernst i inm l g angenommen. Der Antrag Woli-Stadecken ist damit abgclehnt. Für den Antrag des Ausschusses stimmen die Abgg. Auler. Borheimer, o. Brentano, Ealnnnrn. Damm. Grunewald. v. hclmolt, ftodlcr, Lutz. Mvltban. Osanit, Reh. Schmitt, Schott, Singer, --»Herr, Stephan, stövler, Hebel. Wiegand, Winkler. Woli-Stadecken. luckmaver. Der Aus- schußantrag:Auf die aus früherer Zeit herrüürenden Privat» Mädchenschulen in Alzep, Birkenau und Neustadt i. O an denen Schwestern «n der göttlichen Vorsehung unterrichten, finden die VoriÄriit cn des Ws. l entsprechende Anwaidnng" wird ohne Debatte pngcmmrnven 1 .

E.z wird nun mit cmtochcr Ablttmmung angenvmmen der Anssckußantrag als Art. 1. Pos. 2:

Religiösen Orden und ordensakmlusten Kongregationen. die ftch »KUrehlich der Krnnkenpilegc nndmen, kann die Errichtung

neuer Niederlassungen und die Auinahme neuer Mitglieder in die vorhandenen Niederlassungen von dem Ministerium des Innern ge­stattet werden", und hierzu ern Antrag Korell-Jngethesin, am Sckflusse anzusügcn ,pürier der Vorausjetzung, daß die t>orha»denen bürgerlichen Anstalten und Einrichningen nicht genügen". Weiter wird angenommen der Ausschuszanirag als Abi. '2:Ten werbluven religiösen Orden und .ordensähnlichen Kongregationen, die jtch ausschließlich der .Krankenpfteqe widulen. kaun vom Ministerium des Innern die Pflege und Unterweisung von Kindern, die sich >» noch nicht schulpflichtigem Aller befinden, die Leitung oon haus- ballungsichulcn und handarbeitsichulen für Mädchen in nicht mehr schulpflichtigem Mter. die Pflege und in den dazu ge­eigneten Fällen auch die Leitung in Waisenanstallen, Ar­men. und Pfründner Häusern. Reimngsanstaltcn. Heimen uild Schutzanstalten sür sittlich gesahrdeie Personen. Arbeiterkolonum, Berpilegungsanstalle». Arbeuerberbergen, Mägdebäuiern. sowie die Pflege nnd Unterweisung von gelallenen Frauenspersonen als Nebeniätigkest geslaltct werden

Abs. 3:Ten männlichen religiösen Orden und ordensähnlichen .Kongregalionen, welche srch ausichließltch der Krankcnptlege widmen, konn vom Mintsterimn des Inner» die Leitung von Helmen und Hospizen sür Arbeiter, Gesellen »nd Lehrlinge gestattet werden".

Wsatz 4 :Tie Vvrschriltcn dos Abs. l und 2 linden aus den Orden zum guten Hirten und die Bmlchrist des Ws. l über die Ausnahme neuer Mitglieder auch aus den Orden zur ewigen Anbetung entsprechende Anwendung."

Zu Art. I Pos. 3 wird als Abs. l einstimmig angenommen: Tie dermalen oorhandenen Niederlassungen von religiösen Orden oder ordensähnlichen Kongregationen, deren Mitglieder sich ausschließlich der Seelsorge widmen, können neue Mitglieder bis zu der am 4. Oktober 1874 vorhanden gewesenen Zahl ausnchmcn und ihren Personalbestand aus dieser Höhe erhallen."

Abs. 2 wird ebenfalls angenommen:

Im Falle des Nachweises eines dauernden, vermehrte» Be-» dürsnifses nach Aushilfe in der Seelsorge kann das Ministerium des Innern deir im Abs. ! erwähnten Orden und ordensähnlichen Kongregationen, die dermalen Niederlassungen int Großhcrzogtum haben, die Ausnahme neuer Mitglieder in die vorhandenen Nieder­lassungen über den Bestand vom 1. Oktober 1874 hinaus und die Errichtung neuer Niederlassungen in Benshcim und O s s e Nb a ch gestatte n."

Zu Ws. 3:Unter denselben Voraussetzungen kann das Mi- Ntstcrrnm des Innern eine Niederlassung des Ordens der Benediktiner in Mainz gestatten" beantragt Abg. Korell-Jngelbeim namentliche Abstimmung. Ter Absatz 3 wird^mit 33 gegen 10 Siimmen angenommen. Ter Antrag Korell aus Strich dieses Satzes ist damit gegenstandslos geworden, ebenso ein Eventualantrag Tr. Stephan.

Ms. 4 wird einsnmmtg angenommen. Er lautet:

Zn slkiederlassungen von Orden und ordensähnlichen Kon­gregationen, die sich der Aushilsc in der Seelsorge widmen tWsatz l 3) dürfen nur solche Mitglieder ausgenommen werden, welche die von dem Gesetze, die Vorbildung und Anstellung der Geistliche» betressend, vom 5. Juli 1887 ausgestellten Ertoidei- nisse hinsichtlich der deutschen Staatsangehörigkeit und der wissen- schastllchcn Vorbildung der Geistlichen crsüllen."

In Artikel I Pos. 4 wird zunächst ein Antrag Korcll-Jngel beim angenommen, dieser Position am Schlüsse betzulügen:Tie Zulassung eines Ordens oder einer ordensähnlichen Kongregation bedarf der Zustimmung der Landstände". Daraus wird der Ausschußantrag. Vof i. wie folgt angenommen:

Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern können an den bischöslichcn Knabenerziehungsanstalten in Klein-Zimmern und Drais als Vorsteher, Leiter, Lehrer oder Erzieh-r im Bedürsnissall auch Personen angcstellt lverdcn, die einem sich ausschließlich dem llntcrrichtc nndmenden Orden oder einer derartigen ordonsäbn lichen Kongregation angehören. Die Genehmigung ist widerrnslich."

In Artikel I Pos. 5. werden schließlich noch die durch die vor- stehenden Bestimmungen bedingten Gesetzesändernngen sestqestrllt und vom Hanse genehmigt. Alsdann erfolgt ajii Antrag Korell- Jngelheim namentliche Abstimmung über das ganze Gesetz, dasmit 3 3gegen18Stimmenangcnom men wird. Für die Annahme stimmen die 'Abg. Auler, Best. Box- beimer. Brauer, Breidenbach, v. Brentano, Calmcmn, Tamm, Fenchel, Finger. Grünewald. Hardt, v. helmvlt, KöUrr. Korcll- Angenrod, Lutz. Molihon, Münch. Oiann. Reh. Schmitt. Schott. Singer, Sahcrr, Stevhan. Stöplec, Ucbel, Weber, Wiegand. Wink­ler. Woli-Stadecken. Wünzcr. Zuckmavcr. Dagegen stimmen die Wg : Bach. Berthold, Buiold. Dorsch, Eißnert. Hartmonn. Hen­rich. Norelt-Jngesheim. Kredel. Lang, Meiski. Mergelt, Raab, Schönberger. Senßselder. Ulrich Urstadt, Wots-Gonsendeim.

Im 'Anschluß an ine Abstimmung erllärt Wg. Korell- 'Jngelhemi zugleich in, Okamen seiner dagegen gewesenen Partri- freirnde, daß nrr ihn das Gesetz den Anfang einer neuen Ent­wickelung bczeickme nnd immer neue Anforderungen kontmen wittden: da wollten sic nicht Mitwirken.

Abg. Bach erklärt, er habe gegen dos Geietz gestimmt, weil entgegen seinem Antrag wichtigc Sckiulirogen mit hmcinbezogen lourden. Auch Abg. Ulrich erläutert die ablehnende Haltung seiner Parteifreunde.

Es folgt die 'Abstimmung über folgende Resolution Tr. Osann:Tic Kammer erllän, daß durch die Zusttmmnng zu l der Ausschußanträgr keinerlei Festlegung der Stellung zu deni neuen Schulgesetz erfolgt: es werden insbesondere die Fragen der 'Aushebung oder Beschränkung der konsessionellen Schulen und der Privattinterrichtsanstalten, der Vorbildung der Lehrerinnen ulw. nach keiner Richtung berührt und entschieden.

hieran knüvst sich eine längere Aussprache, worauf die Ent­schließung mit großer Mehrheit angenommen wird.

Ein Antrag Tr. Osann lautet:Großh. Regierung zu er- suchen, zu Beginn jeden Landtags den Landständen eine Dcnk- schrist vorzulcgcn, mis welcher der Stand der in dem Orden4» gcietz geregelten Angelegenheiten sich ergibt."

lleber diesen Antrag entwickelt sich ebenfalls eine lebhafte De­batte.

Wg. Korell- Ingelheim erklärt, daß ihm der ganze Antrag, der nur in Form eines Ersuchens gehalten sei, als zwecklos und überslüssig erfchesne.

Abg. Cal mann (Ratl.) ist dagegen der Meinung, daß. der Antrag notwendig sei. weil man damit auch einem künstigen Mi­nisterium gegenüber ein bestimmtes.Kontrollmittel habe.

'Abg. Ulrich (Soz.) erllärt, er wolle besonders auch dem fetzigen Ministerium gegenüber' ein Kontrollrecht haben und werde deshalb sür den Antrag Osann stimmen.

Wg. ».Brentano (Ztr.l wendet sich im Interesse des Frie­dens gegen den Antrag. Nach einem scharten Wortwechsel zwischen dem Abg Tr. Osann und Korell - Jngelheint erllärt

Minister v. Hombergk. es sei doch der Zweck des neuen Gesetzes, einen bisher ungesetzlichen Zustand zu beseittgen, er habe gegen deu Antrag nichts einzuwrndcn. Aus eine Ansriwe K o re l l» Anqenrod hatte der Minister schon vorher erllärt, daß die Regie­rung die staatliche Aufsicht dem Gesetz entsvrechend hand­haben werde.

Der Antrag Dr. Osann wird darauf mit großer Mehrheit, angenommen.

Eure all^ememr Ueberraicknmg brachte noch der Schluß der

3n»n«. AU Präsident Köhler die nmtzftr S^saue auf

Dienstag anberaumen wollte, sprachen sich säst sämtliche Fraktrons- sührer »ich Ausschußvorsitzendc dafür aus, daß wegen der vielen noch zu erledigenden Arbeiten in der ganzen nächsten Woche keine Sitzuilg smtltinben möge.

Präsident Köhler und Ttaatsministcr v. E w o l d machten den vermittelnden Von'chlag. nur Dienstag und Mittwoch sitzungs- frei zu lassen und ani Donnerstag und Freitag den Rest der Arbei­ten zu erlebigen. weil doch beabsichtigt sei, an, Samstag mittag den 35. Landtag oisiziell » schließen. Tie Mehrheit sttmmtk aber lür die Freilassung der ganzen nächsten Woche, woraus der Präsi­dent die nächste Sitzung aus Dienstag, den 7. I u l s, anbc- raumie.

Tic sistung schloß daraus um V-2 Uhr.

** Vermittlung landwirtschaftlicher Arbei- icr durch die Arbeitsnachweise. In den Kreisen unse­rer Lanütvirte mürbe es als ein Mißstand empfunden, daß die öftcnilichen 'ArbettSnachtorise bei Berintttelung landwirftchaftlscher Arbeiter die VermiltelungSgebühren auch zu tragen halten, bezw. nicht ersetzt erhielten, wenn der Arbctter leine Stelle schon kurz nach dem Arbeitsantritt wieder verließ. Der Mitteldeutsche Ar- bcitsnachwcisvcrband hat uuu die ihm angeschlossenen Arbeitsnach- weise angewiesen, daß künftig bei Vermutelmig landwjrttchastlicher Arbeiter die Gebühr zurückvergütet wird, wen» der vermittelte Ar­beiter nicht länger als vier Wachen im Dienst bleibt.

* 2 t u t c n v v r > ü h r u » g e n. Für Sprendlingen. Rdcin- hcisen und Lich, Obcrhesien sind von den Jnteresiemen neue Land- pestchsitationen beantragt worden. Ilm nachprüien zu köntcen. ob der Stuienbestand in diesen Bezirken eine neue Gcstütsstatton er­forderlich macht, werden alle Interessenten gebeten, ihre Zucht» stute» des Arbeitsschlages und des Wagenlchlages in Lich, Ober- Hessen am I. Juli vormittags Ikü Uhr zur Beiichttgung dan Großh. Obcrlandstallmeister vorzusühren.

8 A » s d e r W e t t e r a u, v. Juni. Allenthalben hat man mit der H e li e r n t e begonnen, aber dis jetzt noch sehr ivenlg Dell eingebracht. TaS Gras siebt inlolge des uatzkolten Frühjahrs iüberall recht dünn und verlvrieht binnchtlicki der Ouantität gegen vorige« Jahr geringen Ertrag. Deshalb iit auch der Preis lür alles ben^gesliegen. Ter Zentner kostet Mk. 33, 20. Sehr gesucht stnd die Eveisekartosscln: das Blolter koste! S.öv7 Mk., bester« Sortenoch mehr. A»cv der Preis sür kette Eck.weine ist »an- gezogen'. Tie 'Metzger zahlen letzt ötz Plg. sür das Plund Schlacht- gewicht, seither nur öl und 52 P,q.

CnftictnffabrL

Das Jubiläums-ZeppclinlustschifsLZ 25".

Fricdrichshafen, 26. Juni. Das Jubiläums- ZeppeliulustschissLZ 25" steht scrtig aus der 'Werft. Die ersten Fahrten finden Ansmicl nächster Woche statt. Tas Lustschiss wird das MiilitärlustschifsZ 0".

wandern und Reisen, Räder und Sommersrischen.

** Eine billige Fahrt nach der Edertal sperre. Es wird uns mitgcteilt. daß die uns aus imsercm Leserkreis zu- gegangenc stkotiz über eine billige Fahrt nach Sen, Edersee im Fahrplan nicht genau ist. Wir veröftentlrchen deshalb den nach­stehenden, genauen Plan: Gießen ab 5 30 morgens Personenzuq: Marburg an 6.25: Marburg ab 7.06: Frankenbcrg an 8.22: Frankenbcrg ab 0.52: holzhauicn an >0.46 oder mit dem Zuge ab Marburg 7.06 über Fvaukenbcrg nur bis verzbausen, dort An- kunlt 0.07 vorn,. Oder: hinsabrt: Gießen ab 8.15 morgen«: Wabern an 10.46; Wabern ab 12.12; Waldeck an 1.30. Rück­fahrt: Waldeck ab 7.46; Wabern au 0.08: Wabern ab 9.21; Gießen au 11.59 Ubr. Eine günstigere Gelcgenlwit mit Personen- zügcn ist nicht zu erlangen.

Zur Reise. Unenigelllichc mit genauen Oioutenkärtchen versehene illuitrierte Fahrpläne, di» die schnellsten Relscoerbiv- dungcn Tänemork-Kiel 5sanlburg-'haunover-Fiankiutt-Württem- berg Nertarland, «chwäb. '1Ub. Schwarzwald, Bodenseei-Tirol nnd Schweiz enthallen, sind soeben erschienen. Ein Verzeichnis der wichtigeren Fahrpreise erhöht die praktische Verwendbarkeit. Jrden- salls ßind die Fahrpläne es» sehr willlommenes hslssimttcl sür die Reise, weil sie in übersichtlicher Weise die gewünschten Ws- künstc geben. Sie sind kostenirci gegen Pottoersotz erhältlich im Internationalen öffentlichen Berkehrsbureau, Abteilung Württem­berg, Berlin W. 8, Unter den Linden 14.

Bad-Nauheim, 28. Juni. Bis zum 25, Juni 1014 find 15 S80 K u r g ä st c angekommen. Bäder Ivurden bis zum 25. Juni 17g 785 abgegeben.

Sommcrsrische und Lustkurorl Hohen st ein bei Bad Longenschwalbach in lllastan ist von Wiesbaden, Schlangen bad, Limburg nnd EmS mit der Bahn in einer Stunde erreichbar. Tort ist besonders emosehlenSwer! Gasthos und Pension Burg Vohennein. Gegenüber dem Bahnhos Hobenstei» im TaunuS (Strecke TiezWiesbndeni im schönen ronianlischen Aartale lRaffauische Schweizi, I4M>nntcn von Bad Schwalbach mit Bahn (Moor- und Stahlbäderi, direkt am Walde gelegen, ist da iür alle Erholung«- bedürstlgen. besonders sür Nervöse »nd Herzleidende, durch gesund«, kräftige und günstige, sehr ruhige Lage ein emplehlenswerter Sommerousenthalt geboten. Bade- und Trinkkur in Bad Schwal- hach können von da aus aebrancht werde». Prospekte liegen in der GeschäitSftelle des Gieß. Anz. aus.

Spielvlan des Srohh. Rvtt^eaters Vad-Rmchei«.

Sonntaa. den 28. Juni:Der Köniasleutnant.' Montag, den 29. Juni: .Polenblnt." Mittwoch, den I. Juli: ,Tie heitere Re­sidenz.» Freitag, den 3. Juli:Wie einst im Mai.» Sonntag, den 5. Juli:Die spanische Fliege."

Spielvlan des »önigl. Ruttheaters va^Lms.

Tienstag, den 30. Juni:Wie einst im Mai." Donnerstag, de» 2. Juli:Endlich allein." SamStag, den 4. Juli!Die Förstcrchristel." sAnsang der Vorstellungen 8 Uhr.>

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