Vas mexikanische Problem.
Niagara Falls, 16 . Juni. (Reuter.) Die amerikanischen Delegierten der Friedenskonferenz find nach Buffalo gegangen, um mit den Vertretern des Generals Larranz« zu konferiere». Wie man erfährt, ermatten fic die Lifte von den Mexikanern zu erhalten, unter denen die Konstitutionallsten einen provisorischen Präsidenten zu wädlen bereit mären.
NiagarasallS, 17. Juni. In der gestrigen Konteren; der amerikanischen Delegierten mit den Vertretern der Konstilutionalisten, die in Busallo staltsand, scheiterte d e r V e r s u ch . die R c b c l l e n in ll c b e r e i n st i ni in u n g mit den Zielen der P e i ni i t t l u n g s k o n s c r c n z zu bringen. Tie KonstitutionaliNen teilten den Amerikanern mit, sie seien nicht imstande, einem Waffenstillstände zuzustimmen und erklärten, nur ein hervorragender Mann aus ihren Reihen sei für sie als vrovisorischer Präsident annehmbar. Da die Delegierten H u c r l a s sich weigern, einen Rebellen als vroviiorischen Präsidenten anzunehmen, glauben alle an den PcrniittlungSvcrhandlungen Beteiligten, daß am Freitag die lebte Sitzung slattsinde. Tic Vermittler selbst haben alle Hoffnung auigcgcden, das Problem der inneren Lage Mexikos zu lösen.
Der 6rohschiffa?)rtLVeg Berlin—Sttttin.
Zu der Feier der Eröffnung de? Großschüsahrtswegs Berlin—Stettin batten sich u a. verschiedene Minister, die Öberpräsidcntcn von Brandenburg und Pommern, Reichstagspräsident Kaemps. eine Anzahl von Parlamentariern und Kommunalvertretern cingcsunden. Der Kaiser traf in Begleitung Z>es Prinzen August Wilhelm um 11 Uhr auf dem Festplatz ein. Minister von Breite n dach erinnerte in seiner Ansprache an die bisherige Fürsorge der Hohenzotlcrn für die Anlage und den Ausbau der Wasserstraßen und führte weiter aus:
Tic Erkenntnis der Unzulänglichkeit iur den geivalrig gestiegenen Verkehr der Rcuzeit in der Reichsbauvtstadt, wie ihres weiten Hinterlandes, der Wunsch, den blühenden Osthofen Stettin in gesteigertem Maße zum Veriniltter d,e>es Verkehrs zu machen und gleichzeitig die Interessen der Lande)hu lur in den Provinzen Brandenburg und Pommern zu fördern. führte zur Erbauung dieses neuen SchiffahrtswegeZ in ive entlich vcllkoinmencrcr Ausgestaltung, mit weit größerer Schlei,scnanzah! und den Abmeilungen, die den Bedürfnissen des Verkehrs für lange Feit Rechnung tragen werden, gleichzeitig aber zum Ausbau der Oder bis Stettin. Unter dcs Kaisers lcbhaitcstcr Teilnahme und Förderung ist daS große Ver- kehrswcrk im Einvernehmen mit den maßgebenden Körverschajten und now Uebernahme der geiorderten Earanlien von Seiten der Städte Berlin und Stettin, sowie unter Veieitigung anderer Interessenten, besonders der Provinz Pommern und der Stadt Ebarlottcnburg vorbereitet und vollendet worden^ Seine Weihe vollzieht sich beute angesichts der vierstufigen schleuscnlrevve, des hervorragendsten Bauwerkes der neuen Wasserstraße, die dos Herz der Mark mit den Fluten der Ostsee kraitvoller als bisher verbinden wird angesichts des alten dem Verkehr verbleibenden Wasserweges des FinowkanalS und angesichts der blühenden Fluren des alten OderbruckvS. Wenn ich mir Eurer Majestät Ermächtigung dieser Tchiüahrtsstraße zwischen der Haupt- und Residenzstadt des Reiches und dem Oderstrom den Rainen Hohcnzollernkanal beilege, so geschieht dies aus Daiikborkeii und zur bleibenden Erinnerung an die iriedlichen Großtaten unseres Liigestammlc» geliebten Fürstenhauses, denen! iich dieses jüngste Werk des Verkehrs zum Segen unseres Prcußen- landes ruhmvoll anschließt. Die Rede des Ministers schloß mit einem dreifachen Hoch aus den Kaiser. — Hieraus gab der Minister die aus Anlaß der Kanaleräisnung verliehmen Auszeichnungen bekannt.
Ter Kaiser dankte allen, die an dem Werk milgeholsen haben, und erklärte den „Hohenzollernkanal" für eröffnet. Nunmehr witrdcn die Pläne', Modelle und Zeichnungen vom Kanal und des Hebewerkes besichtigt, wozu von einem Re- gierungsvertrctcr Erläuterungen gegeben wurden. Hncran schloß sich die Vorstellung von Vertretern der beteiligten Körperschaften, insbesondere des Wasserstraßenbeirates Um 12 Uhr begab sich der Kaiser, gefolgt von der Festgescllschast, zur Schleuse 1, wo sic die Schisse bestiegen. Nachdem die Durchschleusung der Schleuse 2 erfolgt war, wurde mittels Durckschncidung einer vor der Schleuse ausgcspannten Schnur die Fahrlinie sreigegeben. Es erfolgte nunmehr die Wcitersahrt nach Eberswalde. Von hier erfolgte die Rückfahrt des Kaisers nach dem Reuen Palais. Das Wetter hat sich aufgeklärt.
Veutscdr» Rsictz.
Der Kaiser und Graf v. Schwerin-Läwitz. Vom Kaiser ist am Mittwoch morgen beim Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses, Grasen v. Schwerin-Läwitz, folgendes Telegramm eingcgangen: Seine Majestät haben mit großem Bedauern von der Erkrankung Eurer Er- zellenz gehört, ersuchen um Nachricht und lassen gute Besserung wünschen, v. Mutius, Fitigeladjutant vom Dienst. — Daraus erfolgte sofort folgende Antwort: Ties bewegt bitte ich. Seiner Majestät meinen alleruntertänigsten Tank für die allergnädigste Anteilnahme zu unterbreiten. Nachdem gestern eine geringiügige Besserung cingetreten ist, ist heute durch Hinzutritt von sehr schmerzhaften Nervenentzündungen mein Allgemeinbefinden schlechter, obgleich das Fieber zurückgegangcn ist. Ich bin aber in bester, zuverlässigster Behandlung von Geheimrat Körte und Sanitätsrat Kirchhofs. Graf v. Schwerin-Läwitz. — Auch von der Großherzogin Luise von Baden ist ein sehr herzliches Telegramm ei,-gegangen, ebenso von zahlreichen anderen Fürstlichkeiten, vom Reichskanzler und von fast samt- lichen Ministern und Staatssekretären. Das Telephon rst fast ununterbrochen in Bewegung.
Der Ausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses zur Beratung des Äommunalabgaben- gejetzes hat eine Entschließung des Zentrums angenommen, rn welcher ein Gesetzentwurf gefordert wird, durch den eine Verbesserung des Warenhaussteuergesetzes, insbesondere hinsichtlich der Grundlage der Stcuerbemessung und ihrer Höhe sowie des Verwendungszweckes herbeigcsührt wird. Angenommen wurde auch ein Antrag, ivonach bei der Gemeindc- e i n k o m in c n st c u c r für die Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht ein gleicher Steuersatz wie für die physischen Steuerzahler in Krasi tritt.
Auslaiiv.
E i n n e ue s F a b r i kg c s c p i n d c r S ch w e i z. Der
Ichwcizerische Nationalrat Hai einstimmig ein neues Fabrik- gesetz angenommen. Das Gesetz beruh! aus einem Kompromiß zwischen der Industrie und der Arbeiterschaft: es bringt den Zeh n stundentag, schränkt die Nacht- und Soiinlags- arbeit ein. verbietet diese sür Frauen und Zugendliche unter 18 Jahren, setzt das Mindcstaltcr sür Fabrikarbeiter auf 14 Jahre fest und gewährt einen Wöchncrinncnschutz bis zu acht Wochen.
Der belgische Landwirtschasisingcnieur Tack, der von türkischen Räubern entführt worden war, ist nach einer Meldung auS Konstant-riopel wieder sreigc- lassen worden^
£)cer »»«iS Flotte.
h Bad-Homburg v. d. H., 17. Juni. E r z h e r z o g Franz Ferdinand von Oesterreich nimmt als Gast des Kaisers an den Manövern teil und wird im hiesigen Schloß Wohnung nehmen. — Der König von Griechenland hat ebenfalls heute seine Teilnahme zugesagt. Er wohnt vom 14. bis 18. September beim Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen auf Schloß Friedrichshos bei Cronberg.
An» Stadt und Land.
Gießen, 18. Juni 1314.
" Ta g e s ka l e n de r sür Donnerstag, 18. Jnni: Steins Garten: 2. Abonnements-Konzert der Militärkapelle. Abends 8X Uhr.
Ge wer de-Ausstellung: Kuchenabend.
" Pfarrpcrsonalien. Der GroßHerzog hat dem
Pfarrer Julius Grauling zu Engelrod die zweite coangel. Psarrstelle zu Grünberg und dem Pfarrer Ferdinand Dörr zu Ossenheim die evangelische Psarrstelle zu Heuchelheim übertragen; den van den Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eiseu- bach, Ecbmarschallen zu Hessen, aus die evangelische Psarr- stelle zu Wallcnrod präsentierten Pfarrer Wilhelm Döll zu Freiensteinau, sowie den von den gleichen Patronen auf die evangelische Psarrstelle zu Stockhausen präsentierten Psarr- vermalter läo. Samuel Gengnagel zu Stockhausen sür diese Stellen bestätigt.
** Versetzung Auf Veriügung Großb. Ministerium der Finanzen wurde der Finanz-Aspirant Ludwig Höhn von Gießen mit Wirkung vom 18. ds. Mts. zur Großh. Kurdirektion nach Bad-Nauheim persctzt.
"TieMaul-undKlaucnseuchcist ausgebrochcn aut dem Vietzhof zu Magdeburg.
** Anlagekonzert. Da die Regimentskapclle am Sonntag. 21. Juni, beurlaubt ist, so findet die Anlagemusik morgen Freitag, nachm. 6 Ilhr, statt (nur bei gutem Wetter). 1. Einzug der Gladiatoren. Marsch von I. Fucick. 2. Ouvertüre zur Operette „Tie schöne Galaths" von Fr. v. Suppe.
3. Fantasie aus der Over „Mignon" von A. Thomas.
4. Mein Regiment, Marsch von W. Löber.
** Alldeutscher Verband. Es wird uns geschrieben: Das Verhallen Rußlands ist in höchstem Grade beun- rubigcnd. Unter gleichzeitigem Druck aus Frankreichs Hcercs- rerstärkung fährt cs mit der Anhäufung von Truppen an seiner Westgrenze fort. Für seine Flotte hat die Tuma-Kom- mission 100 Millionen Rubel bereits bewilligt: weitere 600 Millionen Rubel sind beantragt: die Verstärkungen sollen bis 1917 durchgesührl sein. Aus den albanischen Wirren und den griechisch-türkischen Spannungen kann Rußland jederzeit die Flammen cmporschlagen lassen. Unter diesen Umständen erscheint cs erwünscht, einmal die russische Frage von einem Kenner Rußlands behandelt zu Horen, zumal uns Deutschen der Haß Rußlands gegen Deutschland ziemlich unverständlich ist: wir wollen nichts von ihm und begreifen nicht, was es von uns will. Der Vortrag des Herrn Dr. Hoving morgen Freitag in Steins Garten dürfte umso beachtenswerter sein, als der Vortragende von Geburt Schwede ist und in Newport lebt: von der Entfernung aus läßt sich im allgemeinen eine Lage noch klarer überblicken als aus der Nähe.
** Alice-Frauen-Bcrein. Unter dem Protektorate der Großherzogin finden im Laufe dieses Sommers in Bad-Nauheim drei bedeutsame künstlerische Veranstaltungen zum Besten des Altce-Frauenvercins (Darmstadt! statt. Tie erste dieser Veranstaltungen bringt bereits Mittwoch, den 2ä. Juni, nachmittags o Uhr, ein Konzert, dem Frau Elisabeth R o thw ell-W o l s f aus St. Paul in Amerika ,Gesang), .Herr Professor Heinrich Kiefer aus Berlin iCello' und das Minder st ein- Orchester ihre Mit- wirtung leihen werden. Diesem Konzert folgt am 15. Zuti eine Vorführung der Elisabeth Duncan-Schule (Darm- stadt), und den Beschluß macht am 22. September ein Vortragsabend von Irene Driesch (Berlin). Der Großher- zoa und die Großherzogin haben ihr Erscheinen bei sämtlichen drei Veranstaltungen in Bad-Nauheim in Aussicht gestellt.
** Gin Gicßener in den Alpen verunglückt. Aus Berchtesgaden. 17. Juni, erhalten wir folgendes Privattelegramm: Der 26jährige Friseur Ernst Kraft aus Gießen, der gestern abend vom Hohengöll abgestürzt war, ist heute vormittag durch eine Rettungsexpedition a l § Leiche aufgeiundcn worden.
"Achtung, Schwindler! ES ist in letzter Zeit wiederholt im südlichen Teile der Stadt und zwar hauptsächlich in der Äilhclmstraße norgckommen, daß sich Leute unter dem Borwand, bei den Elektrizitätswerken beichäftigt zu sein und Arbeiten an den clekttischen Leitungen vorzunehmen hätten, Einlaß in die Häuser und einzelnen Wohnungen verschaffen wollten. ES handelt sich hierbei in Wirklichkeit um Personen, die es nur auf Diebstahl und sonstige strafbare Handlungen abgesehen haben. ES ist bei den bis jetzt bekannt gewordenen Fällen immer nur der Aufmerksamkeit der Hausbewohner zu danken, daß diese ihr Vorhaben nicht aussührem konnten. Es wird darauf aufmerksam gemach!, daß die bei den Elektrizitätswerken beschäftigten Leute mit Dienstmütze und Ausweiskarte versehen sind. Im eigensten Interesse wolle man deshalb auch nur den mit Dienstmütze und Ausweiskarte versehenen Leuten den Zutritt zur Wohnung gestatten.
** Einen großen Auflaus erregte ein Invalide in der Steinstraße durch gewaltiges Schreien und Drohen mit Totstechen. Es mußte polizeiliche Hilfe angerufen werden; der Ruhestörer hatte stundenlang die Hausbewohner und Nachbarn belästigt.
** Arbeitsjubiläum. Ter Werkmeister Kr ö ck von dem hiesigen Braunstein-Bergwerk beging heute den Tag, an dem er vor 25 Jahren ln das Geschäft cintrat. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil.
"KleineMittcilungen. In Frankfurt a. M. verbrühte sich in der elterlichen Wohnung ein junges Mädchen mit kochender Suvvc zu Tode. — Bei einem Einbruch in die Wohnung des Landwirts Schweitzer in Niedcr-Mörlcn erbeutete ein Dieb eine Geldtasche mit 15 Mk. — InBadHom - bürg ». d. H. erschoß sich am Schwanenteiche gestern abend der Arbeiter Heinrich Berger aus Fechenheim. Unmittelbar daraus stürzte sich eine Dame in den Teich. Sic wurde aber von zwei jungen Leuten gerettet.
Landkreis Gießen.
£ Stockhauscn, 17. Juni. An Blutvergiftung starb ein junger Landwirt im nahen Eichenau. Tie Vergiftung geschah durch eine Kratzwunde, die sich der Mann mit den Fingernägeln zusügte.
a Trais-Horloss, 18. Juni. Die Baggerarbeiten ans der Grube .Friedrich', auSgesühtt von der Baggergejell- schast Bendorss & (Jo., sind eingestellt worden, da die pirma den Konkurs angemeldet hat. Schon über zwei Jahre hatte sie den Betrieb hier eröffnet und es hätte immer noch geraume Zeit bedurft, bis man Kahlen erreichte.
B illingen, 16. Juni. Am Sonntag, 14. Juni, besuchte der hiesige Turnverein zum erstenmal ein Turnfest und.
zwar das Bczirksfest des 3. Bezirks in Gedern. Dävci errang der lungc Verein unter der talkrästigcn Leitung des Lehrers Walldorf drei Preise: Lehrer Walldors den 5. Preis in der Oberstufe, Heinrich Jung den 14. Preis und Heinrich L e s ch h o r n den 22. Preis in der Mittelstufe.
Kreis Büdingen, h. Büdingen, 16. Juni. Das zweijährige Söhnchen des EisenbahnschassnerS S o s s e n r o t b riß einen Topi kochender Linsensuppe vom Tische und verbrühte iich dabei derart, daß cs verstarb. Auch des Kleinen Mutter erlitt bei dem Unsalt schwere Brandwunden.
Kreis AlSfcld.
£ Alsfeld, 17. Juni. Di- Ober hessische Kornhails- genossenschast beschloß in einer stark besucknev Versammlung, dem von der Bahnbehärdc vorgesehenen neuen Platz tut das KornhauS nicht zuzustimme», da das Gelände dem Gcickütttsbelrieb des Kornhauses ungünstig sei. Es wurde ein Ausschuß bestimmt, der mit der Eisenbahnbehördc weiter vcibandeln soll. Ter Abbruch des bisherigen K'ornhaujcs und die Errichtung cmeS Neubaues ist infolge des Bähnhofsumbaues notwendig.
— Aus de», Oh,»tat, 17. Juni. Eine bisher i» unseren Dorsschalten nicht gekannte Jnjeltenvlage tritt in diesem Sommer ans, es sind die Schnaken. Ata» kannte d,e Insekte» hier kaum, jetzt treten sie überall aus.
Kreis Schotten.
£ Aus dem Bogelsbcrg. 17. Juni. Die jüngsten: Wolkenbrüchc haben dem Landwirt deunicki den Nutzen der Hecke al§ Schutzmittel gegen das Wegschwemmen der Ackererde und das Durchbrechen der Raine vor die Augen geführt. Während an den Bcrgabhängcn die Ackerkrume weggeschwemmt, die Raine svrtgesckiwcmmt wurden, wo kein Heckenbestand war, zeigte sich bei einem solchen kein Rainbruch und kein Abflicßen der Ackererde. Die Hecke zeigt sich da durch ihr Flcchtwcrk unter und über dem Boden als das beste, natürliche Schutzmittel gegen Wasserschäden. Hoffentlich tut diese umso sinnfällig gewordene Tatsache dem Ausrotten der Hecke einigen Einhalt.
tz. Sichenhausen. 17. Juni. Eine unüberlegte, aber doch rohe Tierguälerci brachte einem Feldschütz großen Schaden. Er kam beute in berauschtem Zustand: in seinen Lttatl, und gewahtte ein leerer Gesuch, das eine Kühe hinausgestoßcn hatte. Er geriet hierüber dermaßen in Zorn, daß er eine Säge nahm und der Kuh ein Horn abzuschneidcn begann. Tabai hatte er jedoch zu weit hinten angesetzt, jo daß sich Blut einstclttc. In ihren großen Schmerzen sing die Kuh nun an zu schreien, wodurch der im selben Stalle befindliche Bogelsbcrger Bulle in Wut geriet. Ter Fcldschütz wollte auch diesem in ähnlicher Weise abheisen, aber hier kam e4 ihm teuer zu stehen. Ter Ochs schleuderte ihn dermaßen wider die steinerne Krippe. daß ihm bcioe Knie sehr schwer verletzt wurden und ärztliche feilte in Anspruch nehmen mußte.
r. La ubach. 16. Juni. Am 14., 15. und 16. Juni wurde das diesjährige Aus schuß fest, das schon seit der Mitte des 16. Jahrhunderts alljährlich geleiert wird, aui der mit Linden bepslanzien „Helte" abgchalten. Den Mittelpunkt des Festes bildet immer das am 2. Tage abgcbaltcne schießen der zur Ausschiißgesellichait gehörenden Bürger Laubachs und deren Söhne, die daS 18. Lebensjahr zurückgelegt haben. Von altersher stiftet das Gräfliche Haus zu dem Feste einen Hammel .und Stofs zu einem Kleid. Außerdem wurde» noch weitere 22 Gegenstände teil? gestiftet, teils von dem Vorstand der Ausschußgesellschaft angeiauil. Da« Schießen begann nach dem.Festzug um 11 Uhr und währte bis zum Abend. Tie drei ersten Preise errangen Ho'gärrner B u ch b o l z. Metzger G. Siegfried und Kaufmann Justus, denen der Hammel, Stosi zn einem Kleid und ein« silberne Uhr überreicht wurden. Tic sehr beifällig ausgenonrmcne Festrede hielt der diesjährige Hauvtmann Spengler Döll. Er endete mit einem Hoch au, das Grästiche Haus, worauf Gral Wilhelm zu Solms-Laubach de» Tank der Familie aussvrach und mit einem Hoch aui Die Stadt Laubach schloß. Der letzte Festtag, an dem morgens ein gut befahrener Bichmarkt stattsand, sollte, wie immer, der Volksbelustigung dienen. Bei dieser mußten die beabsichiigten Spiele uiw. des anhaltenden Rcgenweticrs ivcgcn aussallen. Äuck, am 1. Festtag wurden die Teilnehmer durch ein sehr beitigeS, eine stunde anhaltendes Gewitter, oerbundeir mit tzagelschlag, zerstreut. -
Kreis Friedberg.
(1‘ Fricdberg, Il^Juni. Ein neues Amtsgerichts- und Finanzamtsgebäude wird hier erbaut, da sich das bisherige Gebäude auf der Kaiserstraßc alS zu eng erwiesen hat.
Hessen-Nassau.
h. Frankfurt a. M., 17. Juni. Nach dem Genuß srischeu Blutwurst erkrankte vor einigen Tagen di- Famllie des Tag- löbners Volk im Stadtteil Bockenheim Trotz aller angewandten Gegemnittcl sind bereits die beiden drei- und icchsiährigen Söhne gestorben. Die Mutter und ein andere; Kind benndcn sich noch im Krankcnhauic. wo sie schwer darniederliegen. Ein kleines Kind und der Vater, di: nichts von der Wurst aßen, blieben gesund — Ein 22iährigcr Bankbeamter aus Marburg, der im letzten Jahre für den Militärdienst ausgeboben wurde, hat sich in dieser Nacht aus Furcht vor der Dienstzeit erschossen.
st Frankfurt a.M.. 16. Juni. Der Schneider Breuel aus Schlitz hat sich aus seiner Wohnung entfernt. Zurück- gelassenen Briefen zufolge hat er sich krankheitshalber ein Leid angetan.
X Hanau, 17. Juni. Die Stadt Hanau bringt als W c hr- h e i t r a g die Summe von 1 166 106 Mk. aus. der Landkreis Hanau l 243142 Mark. Im Landkreise Hanau bringt die 8500 Einwohner zählende Landgemeinde Fechenheim, die allein 756 000 Mark als Wcbrbeitrag ausbeingt, aber auch leistungsfähige industrielle Betriebe in ihrer Gemarkung auszuwcisen hat. io daS große chemische Werk Cassella u. Eo , G. m. beichr. tzastpilicht.
m. Trcnsa. 17. Juni. Heute mittag um >/x12 Uhr wurde aus hiesigem Bahnho, der Stationsarbeiter Beil aus Dittershausen von einem aus Kassel kommenden Postzuge übersahren. Der Bedauernswerte erlitt so schwere Verletzungen, daß er aus der Stelle starb. Er war verheiratet und Vater mehrerer schon erwachsener Kinder.
-j- Eschwege a. d. Werra, 16. Jnni. In dem benachbarten Dorfe Nesselröden wollte heute der Bauunternehmer Borchhardt in einer Gastwirtschaft den Gästen seinen Revolver zeigen. Plötzlich entlud sich die Waffe und das Geschoß drang Borchhardt in den Kopf. Der Tod trat sofort ein.
Unwetter.
V. Alsfeld, 17. Juni. Schweres Unwetter aind Ueberschwcmmung. Gestern nachmittag wurde unjerc Stadt und Umgeaend von einem, bisher alle anderen Gewitter übcr- trcssende», schweren Detter hcimgcsucht. Das Unwetter sing gegen 3 Uhr an. dauerte den ganzen Nachmittag durch und richtete un- crmeßlichcn Schaden an. Der Regen ging mit Hagel begleitet wolkcnbruchartig nieder. Tie Bahnboistraße war > .• Meter hoch mit Wasser angesüllt und nicht passierbar.. Der Bahnkörper war insolgc Durchbruch des LicdcnbachbetteS vollständig überschwemmt: die Wagen der Eisenbahn standen bis an die Puffer im Wasser. DaS abstießende Wasser nahm sich seinen Laut in der angrenzenden Straße und stillte Keller und Gänge. In dem »euerbauten Hotel „Zum alten BrauliauS" stand das Wasser bis zu 1,50 Meter in der Küche. Kur^ nach 4>/, Uhr wurde unsere Feuerwehr nach dem benachbarten Schwabenrod gerufen. Tort war daS Sll>- wcsen des Wirte« Scheuer durch Blitzstrahl in Flammen gesetzt worden: cz wurde vollständig cingeäicheri. I» der Stadt selbst wurde durch Blitzstrabl, außer verschiedenen Zerstörungeii von Bäumen und elektttschen Lichtleitungen, kein größerer Schaden angerichtet.
(SH) Alsfeld. 15. Juni. Hier schlug ein Blitz tu den Stall der (ogeitannies ,LiiseZ>ütte" uni, teSeS* 5 W &&


