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Nr. (50

Drittes Statt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

TieGietzener ^amilieublätler" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Xreirblatt für den Xreis Sietzrn" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal

Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Vberhejsen

§amztag. 6. Zum 19^

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ichen UmversitätL - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition uttd Druckerei: Schul­strabe 7. Expedition und Vertag: es® 51. Redaktunne® 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießei>.

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Hauptversammlung der DeutschenAolonia'gesellschast.

D a n zi g, 4. Jmii.

Tie diesjährige Hauptversammlung der Teutschen Kolonial gesellschait wurde deute hier im schützenhause mit einer Vorstands tttzung eingeleitet, zu welcher sich etwa 200 Mitglieder des Vor­standes und Vertreter der Abteilungen unter dem Vorsitz des H e r- zogs Johann Al brecht zu Mecklenburg eingesunden hatten- Ter Vorsitzende erössnete die Versammlung mit einer A n - spräche, in der er u a aussührte:

Mil Dank und ausrichtiger Freude muß ich zu Beginn der Tagung ftstttellen, daß gerade in den Abteilungen der deutschen Kolonialgesellschast in den Hansastädten jetzt ein irisches reges Le­ben pulsiert und daß sichen ihnen immer mehr Mitglieder um unsere Fahne sämren. Tie Abteilung Tanzig hat uns zu sich eingeladen, dam« wir die Feier des 25 jährigen Bestehens der Gesellschait mit ihr zusammen begehen. Als wir im Jahre 1898 ihrem Ruse folgten, war es das erste Mal, daß eine Kolonialversammlung im Osten des Reiches stattsand. Damals waren die Provinzen Ost- und Westpreußen nur mit einem sehr geringen Prozentsatz an der Mit­glieder za hl unserer Gesellschait beteiligt. Heute hat Tanzig allein bereits das halbe Tausend überschritten. (Beifall.) Tie kolonial- wirtschaitlichen Ausstellungen anläßlich der Wanderausstellungen der Deutschen Landwirlschaitsgesellschast sinken von Jahr zu Jahr mehr Anllang. Ter Redner ermahnte die Mitglieder, sich die Werbearbeit recht angelegen sein zu lassen.

Tie Versammlung beschäftigte sich dann mit internen Ange­legenheiten. Das Hauptinteresse der Versammlung konzentrierte sich aus die Ersatzwahl des stellvertretenden Präsidenten an Stelle des verstorbenen Lberverwaltungsgerichtspräsidenten v. Bitter. Aus Vorschlag des Ausschusses lvurde dabei einstinimig der srühere Staatssekretär des Reichskolonialamts Ttaatsminisler a. T. von L i n d e g u i st, der wegen eines Krankbeitssalls in seiner Familie der Versammlung nicht beiwohnen kann, gewählt. Für einen im Jahre 1914 geplanten Deutschen Kolonialkongreß wurde ein Garantiesonds von 10 000 Mk. beivilligt, für die Beteiligung an der Kolonialwirtschastlichen Ausstellung gelegentlich der Wan­derausstellung der Deutschen Landwirtschastsgesellschast in Breslau im Jahre 1915 die Summe von 1000 Mk. An weiteren Auswen­dungen wurden beschlossen: 6000 Mk für eine Studienreise des Dr. Johannes G a d nach Deutsch-Südwestasrika^ zur Erforschung landwirtschaftlicher Zustände und für das von Sanitätsral Pros. Dr. M e n s e (Cassels herausgegebene Archiv für Schisss- und Tro- penhygiene 1000 Mk. Zur Erjorjchung der Lebensbedingungen des Paradiesvogels und anderer für Handel und Industrie in Betracht kommender Bogelarten werden dem Vorstand 20 000 Mk. zur Ver­fügung gestellt, wovon eine ornithologische Expedition nach Neu- Guinea entsandt werden soll.

Die Versammlung wandte sich dann der Frage der Einschrän­kung des Kinematographenunwesens in den Kolonien zu. Die vor einigen Monaten vorgekommene Ermordung weißer Pslanzer in Samoa durch Eingeborene scheint daraus zurückzusühren zu sein, daß diese kurz vorher kinematographische Vorführungen von amerikanischen Cowboyszene» mit Mord und Totschlag ange­sehen hatten. Die Versammlung beschließt, an den Staatssekretär des Reichskolonialamts das Ersuchen zu richten, die Ausmerksam- keft der Gouverneure aus die Gesnhr hinzulenken, die Ordnung und Sicherheit in den Kolonien aus den Auswüchsen theatralischer »der kinematographischer Vorführungen droben.

Tie Versammlung wurde daraus geschlossen.

Ausschutzsitzung der Deutschen Turnerschaft.

-- Leip zig, 4. Juni.

In seiner heute fortgesetzten Sitzung beschäftigte sich der Aus­schuss der Deutschen TurnM'chast mit den Ergebnissen des Deut­schen Turnfestes in Leipzig vom Jahre 1913. Bei der Be­sprechung brachte der Geschäftsführer Dr. R ü h l (Stettin) einige Anträge auf Aenderung der Satzungen für die Turntage und der Geschäftsanwcisung für den Ausschuß ein. Danäch soll ein be­zahlter Geschäftsführer angestellt und ein besoldeter Turnlehrer ge­wählt werden. Die entstehenden Kosten sollen durch Erhöhung der Iahressteuer von 6 auf 10 Pfg. aufgebracht werden. Als scharfer Gegner dieses Antrages trat der Vorsitzende der Deutschen Turner­schaft Gcheimrat Goetz auf. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß er mit Hilfe seiner Freunde noch lange ausreichend die Ge­schäfte persönlich werde führen können. Ebenso erklärte er den Turnlehrer als eine überflüssige Entrolle. Bor allem aber wür­den die beiden Leute ein Heidengeld kosten. Tie Befürworter des Antrages redeten von allen Seiten auf den Vorsitzenden ein und erklärten ihm, daß er sich entlasten müsse, daß er seine Kräfte in der nächsten Zeit, wo es sich darum handele, die zehn Millionen noch abseits vom Turnen, Spiel und Sport stehenden Angehörigen der deutschen Jugend zu gewinnen, notwendig brauche. Darum solle er sich ruhig von der kleinen Verwaltungsarbeit befreien lassen.. Es müsse sogar eine ganze Geschäftsstelle eingerichtet werden, die wahrscheinlich in Berlin ihren Sitz haben werde und die die von den entscheidenden Stellen beschlossenen Arbeiten auszusühren habe., Tie Anträge wurden schließlich einem siebengliedrigen Aus­schuß überwiesen, womit sich der Vorsitzende nach längerem Kops­schütteln einverstanden erklärte.

Heute mittag fand ein kleines Festmahl statt, bei welchem dem ersten Vorsitzenden des Festausschusses für das Deutsche Murmelt 1913 in Leipzig Tr. Rothe eine Ehrenurkunde als Anerkennung für den glänzenden Verlauf des Festes überreicht wurde. Eine gleiche Urkunde soll dem Oberbürgermeister Dr. Dietrich verliehen

erden. .

In den fortgesetzten Beratungen lvurde sodann die <z-rage er- rtert, lvo das nächste Deutsche Turnfest abgehalten werden soll., lach dem Bericht des Geschäftsführers Dr. h l (Stettin), der ie einzelnen Orte besucht und die Verhältnisse geprüft hat, kommen ur Köln, Stuttgart, München und ^ ^ a N b u r g ui rage. Die Lage dieser Städte ist zwar nicht zentral, ore betret­enden Stadtverwaltungen haben sich aber sehr um^das rren oe- iüht. Die besten Verhältnisse bieten München und Stuttgart, na- lentlich letzteres. Uebrigens seien alle vier Städte zu grotzen )pfern bereit. Stuttgart besitze in dem Cannftatter ovalen einen rächtiqen Festplatz. Die Unterbringung biete keine -^chnncrignnten, ur die Straßenbahnverhältnisse seien nicht genügend, man hoffe der, sie noch rechtzeitig in Ordnung zu bringen. fer j5or* atzende Dr. Goey trat für S t r a ß b u r g eilt, da es eme fchone 'at sein würde, im Elsaß das dcmtfche turnen vorzumhren er äge sich aber den übrigen Grüiiden. München der -

atunq aus, weil Bayern bereits zwei Turntefte m Munchen und himierg beherbergt bat. Turnlehrer trüber (Rem,cheid) cot noch einmal für Köln ein Sat&bm Brofeff d) - t ei er (Stuttgart) noch einmal die Vorzüge der wu^tembergischen zauptstadt hervorgehoben, wurde Stuttgart 93 itn zum Ort für das nächste Xintidic Turnselt 91 >ti

Der 22. vervandrtag des Deutschen Techntter-Verbandes.

Im Jabre feines 30 jährigen Bestehens war der Deutsche Deck, Niker-Verband >n den Pftngsttagenin «M ei j> ju Hmcm22. 9?nr^

lM^georbtletJ^Sbt 'lo daß mit den ^ren Körperschaften ^s Versandes zusammen über 200 Mftgl.eder den Verhandlungen

beiwohnten. In der Eröftnungsjitzung hielt Landtagsabgeordneter Donnevert (Metzi de» Festvortrag, der ein Bild von der Ent­wicklung der sozialen Bewegung gab und in die Worte ausklang, daß auch der Kamp! der deutschen Techniker um Erfüllmrg ihrer berechtigten Forderungen nicht nur ein Kamps um materielle Tinge sei, sondern vor allem ein »lampt >rm das Beste und Höchste, um das größte Glück der Menschenkinder", um die Persönlichleit. Neben der Erledigung der inneren Berwaltungsongelegenheiten nahm btr Verbandstag zu einer großen Reihe wichtiger Tages «ragen Stellung. Er sprach ftch nicht nur für ein einheitliches Angestelltenrecht, sondern auch sür die Vereinheitlichuug des Be­amtenrechts aus, wandte sich in einer scharfen Resolution gegen die gelbe Bewegung, die auch in die Kreise der Augestelllen einzu- dringen suche,^und forderte in einer dritten Entschließung die Fort­sübrung der Tozialreiorm besonders sür die Techniker, die bisher das Stieikind der sozialen Gesetzgebung gewesen seien Von den übrigen Fragen, zu denen der BerbandStag Stellung nahm, seien genannt: die vatteipolitische Neutralität des Verbandes, das Koali­tionsrecht, der alternde Techniker, Maximalarbeitszeit und Min- destlobn, Techniker als Baukontrolleure. Techniler als Forl- bildungsschullehrer. Zum Verbandsvorsipenden wurde Architekt Paul Reisland wiedergewählt. Ueber die Verhandlungen wird ei» gedrucktes Protokoll erscheinen, das von der Buchhandlung des Teutschen Techniker-Verbandes, Berlin 81V., Wilhelmftraße 130, zu beziehen ist.

Znternationiler Rongretz für Rechts- und wirtschaftsphilos iphie.

h. Frankfurt a. M., 5. Juni.

Heute mittag wurden die Beratungen des Kongresses zu Ende geführt. Justizrat Edwin Katz «Berlin, sprach überWeltmarken­recht", Dr. Rudolf Gold scheid (Wien) überDie Menschen­ökonomie als neuer Zweig der Wirtschaslswissenschast" und endlich der verdiente Präsident des Kongresses, Gehet,nrat Pros. Tr. Joses Köhler «Berlin), überFragen des Luftrechtes". Die gedanken- tteien Ausführungen Köhlers beanspruchten insosern besonders Interesse, als der Referent das Lustmeer nicht nur für Staatseigen­tum, sondern Tn 'vielen Fällen auch lür 'Privalbesih erklärte. Letzterer könne aber im Hinblick aus die großen Kulturintereffen, die die Luitschiisahrt beanspruche, wesentlich beschnitten werden. Köhler streifte sodann die Grenzüberschreftungen der Berliner Lusi- schifser in Rußland. Dia dabei von der russischen Regierung ge- irossenen Maßnahmen erklärte er sür Eingrlffe in die einjachsten völkerrechtlichen Bestimmungen: die Maßregeln Rußlands be­deuteten eine völlige Unterbindung und gewaltsame Verhinderung der Jnternationalltät der Luftfahrten. (Allseitiger Beifall). In jeder Weise aber müsse die Menschheit als oberste R i ch - l e r i n in den Fragen des Lustrechts anerkannt werden.

Mit einem Rückblick auf das Ergebnis der arbeitsreiche^ Ver­handlungen schloß Geheimrat Köhler die wissenschaftlichen Er­örterungen.

Ein gemeinsamer Ausflug der Kongreßteilnehmer nach der Saalburg und eine zwanglose Abschiedsfeier auf der Terrasse des Kurhauses in Homburg bildete den Schluß des Kongresses.

Dcntjcbe Kolonien.

Aus Togo.

Di« Einnahmen und Ausgaben des Schutzgebietes Togo im Rechnungsjahre 1913 sind soweit verrechnet, daß das Amtsblatt für Togo eine ausführliche Ueb-ersicht der Fi­nanzlage des Schutzgebietes veröffentlichen kann. Wäh­rend das Rechnungsjahr 1912 mit einem Uebersriiuß von rund 391000 Mk. abschloß, besteht das Ergebnis des Vor­jahres in einem Fehlbetrag von rund 170000 Mk. Zwar haben die Steuern gegen den Anschlag ruitd 72 000 Mk. mehr erbracht, und auch an sonstigen Abgaben, Gebühren und verschiedenen Berwaltungseinnahmen sind rund 61 000 Mark überetatsmäßig eingekommen: aber die Zölle sowie die Nebeneinnahmen der Zollverwaltung ergaben eine Mindereinnahme von rund 166 000 Mk., und bei den fort­dauernden Ausgaben hat eine Etatsüberschreitung von rund 106 000 Mk., bei den einmaligen Ausgaben eine solche von xund 6800 Mk. stattgesunden, und außeretatsmäßig waren (hauptsächlich sür die Vermarkungsexpedition) rund 30000 Mark zu verausgaben. Aus Grund einer neuen Verord­nung, die den Erlaß von Jagdverboten ermöglicht, ist die Jagd aus Flußpferde im Gebiet des Monuflusses, die Jagd auf Edelreiher sowie aus Seekühe im ganzen Schutz­gebiet bis auf weiteres verboten ivorden. Als außeramt lich« Mitglieder des Gouvernementsrates hat der stellvertretend« Gouverneur v. Toering süns Kaufleute, zwei Geistliche und einen Pslanznngsdirektor berufen.

Aus Staftt uit& Cartft

©iejjen, 6. Juni 1914.

** Sitzungen des Schwurgerichts für das 2. Vierteljahr 1911. Montag, 8 . Juni, vorm. 9 Uhr: Anklage gegen Heinrich Müller von Friedberg wegen Ur­kundenfälschung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Trümpert, Verteidiger: Rechtsanwalt Peters. Dienstag,

9. Juni, vorm. 8 V 2 Uhr: Anklage gegen Otto Le mp von Heuchelheim bei Nidda wegen Urkundensälschung. Die An klage vertritt Großh. Gerichtsassessor Dr. Eckert, Vertei­diger: Rechtsanwalt Justizrat Metz, Nidda. Mittwoch,

10. Juni, vorm. 8 Vs Uhr: Anklage gegen Wilhelm Roth von Lauterback, wegen Notzucht. Die Anklage vertritt Großh. Gerichtsassessor Knauß, Verteidiger: Rechtsanwalt Adolf Metz. Donnerstag, 11. Juni, vorm. 8 V 2 Uhr: Anklage gegen Karl Magel von Flensungen wegen Brandsttstung. Tie Anklage vertritt Großh. Gerichtsassessor Knauß, Verteidiger: .Rechtsanwalt Dr. Rosenberg. Freitag, 12. Juni, vorm. 8 y 2 Uhr: Anklage gegen Marie Keißner von Grünberg wegen Urkundensälschung. Tie Anklage vertritt Großh. Ge- richlsassessor Knauß, Verteidiger: Rechtsanwalt Raab.

** Oberhessischer Kunstverein. Tie erst feil 11 Tagen neueingerichtete Ausstellung hat schon wieder eine dnrchgreisende Aenderung erfahren, indem zwei Samm­lungen von I. Manskops-Daubhausen und H. Giebel-Mar­burg neu ausgestellt wurden. Manskopf zeigt mit einer Anzahl Pastellbilder einige landschaftliche Stücke aus dem Westerwald, und Giebel, «in hier nicht unbekannter Künstler, hat einige gute figürliche und architektonische Oelgemälde ausgestellt. Die Bilder von Professor Kaiser-München und Paul-Düsseldors, welche ein« besondere Anziehung aus den Besuch der Ausstellung ausüben, können leider nur noch kurze Zeit ausgestellt bleiben, weshalb ein Besuch der teil­weise erneut«« Ausstellung auss angelegentlichste empfohlen werden kann. Die Ausstellung ist täglich mit Ausnahme Samstags geöffnet. Aus der «Sammlung von Professor

Lntteroth wurde ein OelgemäldeBeanleau im Januar" verkauft und- geht in hiesigen Privatbesitz über.

** Absperrungen im Taunus, lieber die Absperrung des seinen Groß-GlocknergebieleS regt sich gegenwärttg alle Welt mit Reibt auf. Daß aber im Taunus durch Privatbesitzer ein idyllisches Fleckchen Wald, ei» schöner Aussichtspunkt nach dem an­deren der Allgemeinheit durch Trahtgilter, Warnungstaseln u. dgl. entzogen werden, scheint ma» weniger tragisch zu nedmen. Ter Jagdliebhaberei reicher Pächter zuliebe mußten zwischen Ober­ursel und Königstein verschiedene Wege geovsert werden. 2o ist der kleine Hübnerberg an, Alikünig, der einen der besten Fernblicke ins Maintal bietet, nicht mehr zugängig, ferner der Lindenberg bei der Hohenmark samt allen Zutabrtswegen: sodann Gebiete am Großen^ Fetdberg, bei Eppstein »sw. Ueberalt dringt der Privat» besitz Schritt um Schritt vor. Diese betrübenden Erscheinungen bürsten aber erst der Anfang einer endlosen Kette wefterer Absper­rungen sein. Denn fast alle Taunusorle machen verzweifelte An­strengungen, ihre Ländereien als Billenbesitz oder Landgüter zu veräußern, teilweis schon mit gutem Ersolg. Tausende von Morgen sind bereits auf diese Weise der Allgemeinlieft entzogen, und weitere zebnlausende von Morgen folgen: wenn nicht gesetzliche Maß- nabrnen, die Heirnatschutzbeioegung und andere Organe sich der An­gelegenheit mit Nachdruck annehmen.

Landkreis Gießen.

l. Mainzlar, 5. Juni. Bei der am 4 . Juni abgehal- tenen Bürffermeisterwohl wurde der seitherige Bürgermeister Dogel mit l28 von 131 gültig abgegebenen stimmen wieder­gewählt. Api Abend brachte der GesangvereinSänger- kranz" unter Leitung seines Dirigenten Schön-Lollar dem Bürgermeister ein Ständchen. Ein Redner beglückwünschte den Bürgermeister zu der erfolgten Wiederwahl und sprach die Hossnung aus, daß er nock, lange Jahre in körperlicher und geistiger Frische an der Spitze der Gemeinde steheir möge. Der Bürgermeister dankte und gab die Versicherung, daß er auch fernerhin seine besten Kräfte in den Dieirst der Gemeinde stellen werde. Als der Bürgermeister spater im Vereinslokal erschien, wurden noch mehrere Lieder vor- 'getragen, und der Bürgermeister dankte nochmals sür die ihm erwiesene Ehr«.

X Lich, 3. Juni. Recht gering sind die Aussichten sür die Heuernte. Tie Wiesen haben insolge der schlechten Witterung im April und Mai nur schlecht augejetzt. Es sehlt der Bodeiijatz. «Dazu kommt noch, daß im ganzen Wettcrtal die Wiesen vieljach «unter Wasser stehen, sodaß das vorbandene wenige GraS noch ver­dorben ivird. Das Fest der silbernen ' Hochzeit begingen die Eheleute Hermann Dietz und Frau. Das Jubelpaar wurde reich­lich geehrt, insbejondere von der Metzgennnnng und dem Turn­verein.

Kreis BüSkngen,

H. Büdingen, 1. Juni. Die Fainilienverbäilnisie des Georg Wolf machen es notwendig, daß die beiden iiingsten Kinde« in Fürsorgeerziehung üderiwmme» iverden. Nachdem auch dle Venvalkung der Irrenanstalt erklärt hat, daß die Ehefrau des >Wols in absehbarer Zeit »och nicht entlassen werden könne, stimmt der Gemeinderat zu. Die Firma Fr. Zip, u. Söbne, Gelnhausen, verlangten ihre Kautionen »ür gelieserte Pslaster- ärbeiten zurück. Beigeordneter Dotter erklärt sich nur dann mir «der Zurückgabe einverstanden, ivewl die Bauleitung die schristtiche Erklärung abgibt, daß die Abnahme anstanbstos stattgesunden hat. Gemeinderat Rullmann tragt an, ob Zipj für die Arbeiten, die er im vergangenen und diesem Jahre in Büdingen ausführte, Kauttonen geleistet habe. Ter Bürgermeister verneint dies und erklärt, daß über die Pflasterung der BergShohle Vertragsbedin­gungen beständen, während die Arbeiten in der unteren Bahn- boistraße im Auitrag des Kreises ausgeführt würden. Beschlosfen wird, daß die Kautionen zurückgegeben werden, wenn die Bau­leitung bescheinigt, daß anstandslose Abnahme der Bauarbeiten enolgt ist und^iaß sich Zipf bereit erklärt, ftlr die m letzter Zeft ausgeführten Arbeiten noch Kaution zu leisten. Als Ent­wurf zur Ortssatzung sür Erhebung einer Filialsteuer in Büdingen wird das Ortsstatut in Butzbach angenommen. In den Jahren 1909 und später wurden von der Verwaltung Gr. Kreisamts Oesen in den Bureauräumen angeschafft mit der Absicht, daß die Bezahlung durch die Bnrea«ukasse des Kreisamts und nicht durch die Stadt erfolgen solle. Ter Kreisausschuß Hai aber die Bezahlung abgelehnt. Ter Gemeinderat ist zwar über die Anforderung er- staunt, um aber weitere unliebsame Berbandlnngen mit dem Kreis­amt zu vermeiden, ist er geneigt, die Kosten aus die Stadlkasse zu übernehmen und den Betrag in den Voranschlag für 1915 einzu­stellen. Die Rechnung wird vorerst der Baukommission zur weiteren Feststellung überwiesen. Die abgeänderte Baufluchtlinie über den Wildensteinweg wird, wie von der Krcisbauinsvektion vor­geschlagen, genehmigl. Wilhelm Gläser, dessen Anwesen in der Gomnaiilimstraße lieat, hatte vor einiger Zeit mitgeteilt, daß er keinen Abfluß sür ^,as Schmutzwasser in seiner Hosreite habe auch dringe durch die schlechte Entwässerung Grundwasser in sein Anwesen ein und er verlangt, daß die Straße an das allgemein« Kanalrohrnctz angeschlossen würde. Ein Gutachten des Kreis- straßenmcisters Straub empftehlt nicht die Kanalisation l. weger der hohen Kosten, die etwa 10000 bis 12 000 Mk. betragen, uni 2. weil eine unbedingte Notwendigkeit nicht vorliege, da in de, Straße durch einen noch gut erhaltenen Kanal sür Entwässerung und auch sür Abfluß der «Schmutzwäsier aus den Hosreiten gesorgt sei. Gemeinderat Ruttinann schließt sich dem Gutachten nicht an, sondern glaubt, baß der Techniker, der auch in der betreffendi-n Straße wohne, sehr pro domo gesprochen habe: die Verhättniffe in dem Gläser'schen Hause und überhaupt auf dieser «Serie seien die denkbar schlechtesten und irgendeine Abhilfe müßte dringend geschaffen werden. Gemeinderat Diemer, der auch in der «Straße wohnt, ist gegen die Kanalisation und hält sie für nicht nötig. Die Angelegenheit wird zur weiteren Erhebung dem Bauausschuß überwiesen. Die Aufsichtsbehörde hatte Neufestsetzung der orts­üblichen Tagelöhne verlangt. Der Gemeinderat hält die seither bestandenen Ortslöhne auch für weiterhin entsprechend. Der Vertrag über die Pachtung eines Basaltsleinbruchs zwischen Stadt und Pächter wird zur endgültigen Feststellung dem Finanzausschuß überwiesen,

Kreis Alsfeld.

l. M ücke, 5. Juni. 90 Jahre alt geworden ist der älteste Förster Oberhessens, Herr Karl Wenzel im benachbarten Babenhausen.

l. Homberg a. d. Ohm, 5. Juni. Die Ehrenurkunde der KriegerkameradschaftLässig" erhielt Friedrich Fischer, der 25 Jahre dem Vorstande unseres Kriegervereins angehört. Fischer ist Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 5. Juni. Die ersten Ockstädter und Ober- Rosbacher Frühkrrschen werden aus dem hiesigen Markt verkauft. Das Pfund kostet 35 Pfg.

l. Butzbach, 2. Juni. Zum 10jährigen Jubelfest« der KriegerkameradschaftLassta", des hiesigen Krie» gervereins und des Berbandsschriftfübrers Tr. Vogt «treffen heute bie Vertreter von 70000 Hassiamitgliedern aus den drei Provinz«» ein. Tie Stadt hat reichen Flaggenschmuck angelegt und Ebren- psorten errichtet. Das Präsidium tagte beute imLöwen" unter