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Der Eichener Allzeiget

erschein« täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöcbentlich GiehenetLamiiiendiäNet; >wei,nalwöche»lI.Al«ir- dlattsürdkn Kreis Sichen (Dienstag imb Jrreilofl); zweimal moimtl. kand- «irischasiliche Zeilstagen Ferniprcch - Anschlüsse: sür die Redaktion >12. Verlag u. Expedition »1 Adresse ifir Telieschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die TagesMiiiiiiier bis vorniitlags 8 Uhr.

Elfter Blatt

Zayrgang

iehenerAnjeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

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Rotationsdruck und vertag der Brühl'schen Univ.-Buch- und §teindr»ckerei R. Lange.

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monatlich75P^ viertel­jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- \l Zweigstellen monatlich 66 Pf.: durch diePosl Mk.2. viertel« fährt, ansschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ ailswärts 20 Psenniq. Chcsredaklellr: A Goerz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", ^Ber- nnschtes" uud^Gerichls- faal": Karl Neurath; für ^Stadt und Land":

Redaktion, Expedition und vruckerci: Schulstrahe 7. An,eig?n!ea:' H? Beck!

Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten.

Zur Gefamtlage der deutschen AuhenhandeK.

Nach den endgültigen Feststellungen des Kaiser- ttchen Statistischen Amts hat der Warcnhandel Deutsch­lands mit dein Auslände im Jahre 1013 an Wert 20868 Millionen Mark betragen gegen 19 649 Millionen Mark im Jahre 1912. Tie (Entwicklung von Einfuhr und Ausfuhr walircnd der letzten zwei Jahrzehnte wird aus folgenden Zahlen ersichtlich (Millionen Mark):

1893 1903 1913

Einliihr 3362 6003 10 770

Aiislichr 3092 5015 10 098

Eininhr-llebcrsckmn 870 9«8 672

Hiernach kennzeichnet sich das Jahr 1913 durch eine ausfallend geringe Passivbilanz: die Einstihr war nur um 6,6.5 Prozent größer als die Ausfuhr. So gering ist der Einsuhr-Ueberschuß in keinem der vorausgegange- uen 20 Jahre gewesen. Gegen das Vorjahr ist die Anfuhr im letzten Jahre nur um 78 Mill. Mark gewachsen, wahrend die Ausfuhr einen Zuwachs von 1141 Mill. Mark erfahren hat. In dem Jahrzehnt 1893 bis 1903, das unter der Herr­schaft der Caprioi-Vcrträgc fällt, hat sich die Einfuhr um 2011 Miss. Mark 51,5 Prozent und die Aussuhr um 1923 Mill. Mark 62,2 Prozent vermehrt. In dein fol­genden Jahrzehnt 1903 bis 1913 waren, abgesehen von den ersten 3 Jahren, bereits die Bülow-Vcrtragc in Geltung. Die Einfuhr ist in diesem Zeitraum um 4767 Mill. Mark

79,4 Prozent, die Ausfuhr aber um 5083 Mill. Mark

101,4 Prozent gewachsen.

Das letzte Jahr hat auch in Bezug aus unsere Handels­beziehungen zu den einzelnen Ländern große Verschiebungen ebracht. Ties tritt schon recht deutlicl, zutage, wenn wir en Handel mit den verschiedenen Erdteilen zusammen- stellen. Unsere Waren-Einfuhr und -Aussuhr von und nach oen einzelnen Erdteilen hat an Wert betragen (Mill. Mark): Einiuhr Ausmhr

1912

1913

1912

1918

Enrova

6008

5889

6744

7677

''Amerika

2885

2995

1496

1548

Asien

1008

1049

420

548

Afrika

479

497

185

211

Auü*nlien

804

328

ICO

104

Gegen vus Vorjahr ist hiernach der europäische Anteil an unserer Einfuhr von 56,2 auf 54,7 Prozent gesunken, an unserer Aussuhr dagegen von 74,3 auf 76,2 Prozent ge­stiegen. Die Tatsache, daß rund Dreiviertel unseres Waren­exports 'Absatz in europäischen Ländern finden, ist für unsere Handelspolitik van größter Bedeutung. An der Spitze unter unseren Absatzländern steht England, wohin wir im ver­gangenen Jahre sür nicht iveniger als 1438 Mill. Mark Waren (1912 sür 1161 Mill. Mark) ausgeführt haben. Unsere Aussuhr nach England und seinen Kolonien zusammen hat einen Wert von 1850 Mill. Mark erreicht. Diesem großen Export steht allerdings ein noch größerer Import gegenüber, denn ans England und den englischen Kolonien haben wir im letzten Jahre für 2091 Mill. Mark Waren erhalten. Das britische Weltreich ist hiernach mit 18,9 Pro­zent an unserem Außenhandel beteiligt. Die zweite Stelle nehmen die Vereinigten Staaten ein, deren Einfuhr nach Deutschland aber im letzten Jahre um rund 1 Milliarde Mk. größer an Wert war, als unsere Aussuhr dorthin. Unsere Einsuhr aus den Vereinigten Staaten (einschl. Portorieo) ist von 1586 Mill. Mark im Jahre 1912 aus 1711 Mill. Mark im Jahre 1913 gestiegen: unser Erport nach der Union hat sich nur von 698 aus 713 Mill. Mark vermehrt. An

dritter StcUe in unserem Außenhandel steht Rußland: gegen das Vorjahr ist unsere Einfuhr ans Rußland (mit Finnland) von 156.5 aus 1470 Mill. Mark zurückgegangcn, unsere Ausfuhr dorthin aber von 763 auf 977 Mill. Mark, d. t. um 28 Prozent, gewachsen. Den vierten Platz nimmt Oesterreich Ungarn ein, und mit ihm beginnt eine Reihe von Ländern, mit denen wir eine aktive Handelsbilanz haben:

Einiuhr Aussicht:

1912

1913.

1912

1913

Cefierveicfj-llngarn

830

827

1035

1105

Frankreich

552

684

689

79,

Kolonien

65

81

13

15

Holland

345

333

609

694

Kolonien

215

228

75

99

Belgien

387

346

493

551

Schiveiz

206

213

620

536

Italien

305

313

401

393

Ebenso weist unser Handel mit Dänemark, Schweden, Norwegen, Rumänien, der Türkei, Bulgarien, Serbien und Portugal eine Aktivbilanz aus. Die deutsche Ausfuhr nach allen diesen Ländern mit Ausnahme der Türkei hat im letzten Jahre verhältnismäßig stark zugcnommen. In Südamerika haben Argentinien, Brasilien und Chile eine große Bcdeu- tung sür unseren Außenhandel erlangt. Die deutsche Einfuhr aus diesen drei Ländern zusammen hatte im letzten Jahre einen Wert von 942 Mill. Mark (im Vorjahre 968 Mill. Mark), die Ausfuhr dorthin betrug an Wert 563 Mill. Mark (im Vorjahre 544 Mill. Mark). Was Ostasien betrifft, so ist unsere Einsuhr aus China von 116 auf 130 Mill. Mark und aus Japan von 43 auf 47 Mill. Mark, unsere Aus­suhr nach China von 82 aus 123 Mill. Mark und nach Japan von 111 aus 123 Mill. Mark gestiegen. Unsere Einfuhr aus Aegypten wertete im letzten Jahre 118, unsere Aussuhr dort­hin 43 Mill. Mark. Im Verkehr mit unseren Kolonien haben wir eine Einfuhr von 53 und eine Ausfuhr von 57 Mill. Mark au Wert zu verzeichnen.

Der Kaiser bei einer Gefechtsübung bei Metz.

Metz, 12. Mai. Heute vormittag wurde im Osten von Metz eine große militärische Ucbung abgchalteu. Es hairdelte sich um einen Angriff der verstärkten 3 4. Di­vision (Blau) aus der Gegend von Porige in der Rich­tung auf Colombey gegen die 33. Division (Rot), also aus einem Gelände, das schon von den Augusttagen des Jahres 1870 berühmt ist. Beteiligt waren die Truppen des Stand­ortes Metz, einschließlich der 8. bayrischen Infanterie- Brigade, sowie der Truppen der Standorte Sacrrlouis, Dicdenhofen, St. Avold und Mörchingen. Beiden Parteien waren Truppen aller Wasseugattungen und Flugzeuge zu­geteilt. Der Kaiser war um 6.12 Uhr vormittags im Automobil vom Generalkommando in Metz aus auf der Straße MetzBornyColombey bis zu dem Punkte ge- sahren, wo die TotenaUee einmündct, und dort zu Pferde gestiegen. Zugegen waren bei der Uebung der Kommandie- rende General des 16. Armeekorps, General der Infanterie v. Mudra, der Gouverneur von Metz, Generalleutnant von Wintcrfeldt, und der Generalinspekteur der Festungen Gene­ral der Infanterie v. Elaer. Es hatte die Nacht über stark geregnet. Gegen 7 Uhr morgens klärte sich das Wetter aus; doch war es sehr kühl. Die blaue Partei entwickelte sich langsam. Die rote Partei lag in festen Stcllungcli in einer Linie von Montoy-Ars Laquenexy mit vorgeschobenen markierten Schützenlinien.

Die Uebung, bei welcher beide Parteien nur Teile von größeren Verbänden darstellten und bei der die Forts als im Bau begriffen angenommen waren, wurde um 10 Uhr abgebrochen. Ein zahlreiches Publikum zu Wagen und zu Fuß sah dem militärischen Schauspiel zu. Ein vorgesehener

Vorbeimarsch der beteiligten Truppe» bei BeUecroix siel wegen des anfgewcichtcn Bodens ans. Rach einer mehr als cinstündigen Besprechung nahm der Kaiser militärische Mel­dungen entgegen und stihr um 11.4.5 Uhr von BeUecroix im Automobil nach Metz zurück, wo er nach 12 Uhr vor dem Hauptbahnhose eintras. Das Frühstück, zu dem Bezirks- Präsident Freiherr v. Gemini» gen geladen ivar, wurde im Sondcrzuge eingenommen. Der Kaiser begab sich sodann im Sonderzuge nach Dicdenhofen. Dort schloß sich eine Automobilsaljrt zur Besichtigung der Forts Konigsmachcrn und Gcnttringen an.

Ter Kaiser hat eine Reihe von Auszeichnungen vcr- liehen. ES erhielt u. a. die Krone znm Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub der Kommandiere,Idc General v. M u d r a.

Der Kaiser ist um 11 Uhr nach Wiesbaden abge­fahren.

Heute vormittag 9 Uhr fuhren der kaiserliche Statt­halter v. Dallwitz und Staatssekretär Graf v. R o c d c r n sowie der Ches des Zivillabinetts v. Balentini und der Gesandte v. Treutlcr ans die Schlachtfelder von Gr a v c l o t te und St. Privat hinaus, in Beglei­tung des Hanptmanns v. Strobe, der aus den Schlacht­feldern den Herren einen Vortrag über die Gescchts- lagcn von 1870 halten wird. Nachmittags werden die.Herren der Nombachcr Hütte einen Besuch abstattcn, anschließend nach Großmoycuvrc wcitcrfahren und über die Schlacht­felder nach Metz wieder zurückkehren.

Aus Mexiko.

Washington, 12. Mai. Admiral Howard tele- graphiertc aus Mazatla», daß 20 Meilen von Awapulco zwischen Bundestruppen und Zapatiskcn ein Gefecht statt­fand, wobei 16 Zapatisten getötet wurden. Der Kamps bei Mazatlan dauere an.

Mexiko City, 12. Mai. Der Kommandant von Tan,pico, General Zaragora, meldet: Die Rebel­len haben Tampico am Samstag angcgrifsen, wurden aber mit ernsten Verlusten geschlagen.

Von den beiden auf der Grube cl Favor Ermordeten ist einer ein Amerikaner, der andere ein Engländer. Mehrere andere Ausländer wurden verletzt. Deutsche befinden s i ch n i ch t d a r u n t e r. In San Marcos wurde ein zweiter Engländer vom Pöbel ermordet.

Deutsckes Reick»,

Der Acltcstenrat des preußischen Abgeord­neten Hauses, der auch am gestrigen Dienstag noch über den Kultusvoranschlag verhandelte, ist übereingckonimen, dahin zu wirken, die Haushaltsberatung am 20. Mai abznschlieyen unter der Voraussetzung, daß am Tage nach Christi Himmelfahrt die allgemeine Aussprache über die B c a m t e n b e s o I d u n g statt- sindet. Aus der zweiten und dritten Äausl-altSberatung soll das Vorbringen von Wünschen bezüglich der Beamtenbcioldung aus- geschieden bleiben. Dem Präsidenten wird ber Wunsch ausgespro­chen, sich mit der Staatsregicrung in Verbindung zu setzen, welche Vorlagen noch vor der Vertagung bis zum Herbst zu erledigen seien und wann die Vertagung in Aussicht genommen sei.

Das L a ndt a g sw a hl r c ch t in Bauern. Tic baye­rische Kammer der Abgeordneten beschäjtigte sich in der Abend- sitzung am gestrigen Dienstag mit den schon in der vorige«« Session von den Liberalen und den Sozialdemokraten eingebrach- tcn Anträgen über die Einführung der Verhältnis­wahl bei den Landtagswahlen in Bayern. Die Redner der Libe­rale» und der Sozialdemokraten traten sür dio Einsührung dieses Wahlsystems ein: der Redner des Bauernbundes verhielt sich ab- waricnd, die Vertreter des Zentrums und des Bundes der Land­wirte lehnten das System ab, ebenso der Minister des Innern v. Soden, der erklärte, die Staatsrcgierung sei nicht in der Lage, den Anträgen gegenüber eine andere Stellung einzunehmen als

Rnnst. IVificnidiait uitC> Ccbcn.

Ein Wcingartncrabcnd > n Bad-Nauheim. Aus 'Bad-Nauheim, 12. Mai, wird uns geschrieben: Das erste große Konzert der Bad-Nauhcimer Saison bcdcu- tcte einen außerordentlichen Erfolg. Felix v. Weingartner, der im Mittelpunkt des Abends stand, verstand es. die geivaltigen flonmassen das Orchester setzte sich aus hundert Musikern der Darnrsiädtcr .Hoithcatcr-Kapcllc und der Bad-Nauhcimer Äur- kavclle zusammen weise zu zügeln, in das rechte Maß zu leiten und durch sargsältigc Poinsierimg treuliche Wirkungen zu erzielen. De«« Austakt zun, Konzert bildete bas Vorspiel zu We­bers Freischütz Sic wurde irisch und mit Verve Ivicdergegcben, die Stärke des Orchesters tat gerade lffer die besten Dienste, auch die zahlreichen durchklingenden Melodien wurden flott und ohne sen­timentalen Einklang genommen. .

Dan man mit Professor Gustav 5 a v c m a n n - Lcwzlg, dem Großh. Hessischen Hoskonzcrtmeister, als Soli,len einen sehr glücke lichcn Griff getan hatte, braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden: Professor Havemann ist bekannt und gelchant als Meister aus seinem Instrument. Er spielte das Violinkonzert in G-dur, Lpus 52. Kelix v. Weingartners ganz vorzüglich. Das Allegro Placido wurde kraftvoll und rein abgetönt vorgetragen, der volle Strich des Künstlers gewann noch durch die wundervolle Tonmalerei. Weiche, herzliche Töne gab der Geiger in dem Andantina, von dessen zarlen Wellench die Hörer willig h,n- reißcn ließen Und doch vermied es der Künstler dankenswerter Weise in eine sentimentale Gefühlsdienere, zu Versalien. Ener­gisch brachte Havemann wiederum den Ausklang des Bwlinkon- zcrtcs Capricc savovard. h-rauS. Hierbei kam ,cin- crstaunliche Tcchnik die keine Ermüd,Mg auikommen läßt, zur vollen Geltung. Der rauschende Beisall, der ihm gezollt wurde, Ivar eltrlich. Man ries den Künstler melnmials an die Rampe und ehrte ihn mit einem Kranze Dieselbe Auszeichnung Word.' auch dem Komponisten. >Felir v SS e i n gartncr, zuteil, der mit Stolz aut diese vor­zügliche Wiedergabe seines Violinkonzertes, seiner besten Werke eines zurückblicke» kann. Die Begleitung der Kapelle war sicher und besonders die Rhvthmik lobenswert, die den Solisten im dritten Teile wirksam unterstützte. Leider trübte ein kleines Versagen der Holzbläser den sonst reinen Genuß. Eine ganz besondere Prüsung hatte das Orchester in der Bccthovcnschen ßinionie Nr. 3 fEroika>, die ganz erRblichc Ansorderungcn stellt, zu bestehen und cs wurde, um cs gleich vorweg zu bemerken, den, lLnioüicrllNgcn vollauf gerecht. Es ißt kein geringes Wagnis, zwei!

Kapellen, die keine Gelegenheit hatten, sich zusammen einzn- spiclen, zu der Wiedergabe eines solchen imposanten Werkes zu Vereinen. Von dem Dirigenten hängt hierbei allein her Erfolg ab. Felix v. Weingartner besitzt die Energie, die Kavelle ganz seinem Stabe untertan zu machen, sie zu dämmen und im gegebenen Augenblick alles aus ihr herauszuholcn, was sie zu geben hat. Wunderbare Klangwirkungen erzielte er so in der Mareia Funebrc, künstlerisch groß war auch das prachtvolle Finale. Rauschender Beifall lohnte auch nach diesem Musikivcrkc Diri­genten und Orchester.

Das Konzert war zum Besten der Wohlsahrtsanstalten für Musiker veranstaltet: es ist anzunchmen, daß ein guter Ueberschuß erzielt worden ist, denn der neue Konzcrtsaai >tvar sehr gut besucht.

Ein unbekanntes Werk des berühmten belgischen Eulenspiegcldichters de C o st c r ist durch einen Zusall ent­deckt worden. Augenblicklich wird nämlich der Nachlaß von Hcktor Denis geordnet. Denis hatte am Totenbette de Costers geweilt. Jetzt hat man unter den Papieren der belgischen So­ziologen ein Manuskript entdeckt, das den Verfassernamen de Costers trägt. Es handelt sich »m ein süniakttges Drama, betiteltSte­phani e", das schon vom Dezember 1878 basiert und bisher ganz unbekannt geblieben ist.

RooscveltsForschun g". Die Londoner Zeitungen nehmen Rooscoclt als Entdecker nicht mehr ernst, und der durch seine Forichungsrcisen in Tibet und Brasilien bekannte englische Geogravb Henry Savagc La n dar antworieie mit beißendem Spott aus die Ankündigungen Rooscvelts, daß er Landors For­schungsergebnisse korrigieren würde.Herr Roosiwclt," so sagt Landor,mag ein ehrlicher Politiker sein, aber mit seinem Ent- dcckcrtalcnt habe ich das größte Mitleid. Wie ich aus den Zei­tungen ersahre, will er sich mit mir in eine geographische Kontro­verse cinlasscn. Moor er das versucht, wäre es schon richtiger für ihn, in bas Innere Brasiliens zu Pferde und zu Fuß wirk­lich einzudringe», statt eine Dergmügungsreise^in einem Motorboot zu unternehmen. Im Übrigen erregt seine Schilderung den 'An­schein, als habe er alle Begebenheiten meiner Ervedision nach- gcahmt. Wie ich höre, hat er sogar das gleiche Leiden und zwar im gleichen Bein gehabt! Solcherlei kann leicht jenenberühmten" Entdeckern passieren, die allzu sorgsälsig die Bücher bescheidener

, Forschungsreiscnder gelesen haben, die vor ihnen wirklich an Ort

I und Stelle waren. Ucber die ioacnannte wissenschaftliche Arbeit des.

Herrn Rooseoclt möchte ich mich lieber gar Nicht äußern. Ich habe nur herzlich darüber gelacht, wie ein jeder dies tun muß, der gesunden Menschenverstand besitzt. Jedermann weiß doch, wie Rooscoclt seinerzeit Asrikaentdeckte", und welche furchtbaren Fährnisse er überwand, als er die Eiscnbahnstrecke von Mombassa nach dem Diktoriasecerforschte" ganz zu schweigen veil der gefahrvollen Durchauernng des Viktoriasces in einem erstklassigen Damvsschiss. Auch wollen tvir seine entsetzlichen Entbehrungen nicht vergessen, als er selbst im komfortablen Dampscr den Nil hinunterfuhr und Aegyptenentdeckte". Jetzt hat er in Brasilien einen neuen, 1000 Mellen langen Fluß gefunden, den cr den Fluß der Vcrzioclslung" genannt hat. Mit der Be.zcichnung hat er das Richtige^ getroffen. Nur sollte cr diese Bezeichnung aus seine ganzeForichungsreise" anwenden." Schließlich nennt Landor den Erpräsidenten mit einem mitleidigen AchselzuckenEharlatan". Aus Rooscvelts Antwort darf nian mit Recht gespannt sein. . .

ks. Rizinusöl und Jod als Pc st Heilmittel. Nach einer Mitteilung der indischenTimes" soll cs dem anglo-indt- schcn Arzte Dr. Bovth Tucker gelungen sei, die Beule,ipest, die in Hindostan wieder stärker um sich greift, durch Jodtinklur und Rizinusöl wirksam zu bekämpfen: er verabreicht dem Kranken zu­nächst Rizinusöl, dann 57 Trapsen Jodtinktur, die mit Wasser 'verdünnt werden: die Pestbeulen werden mit Jodsinktur betuvit, der Kranke bekommt nichts als Milch zur Ernälwung, am solgen- den Tage wird die Behandlung innerlich und äußerlich mit Jod fortgesetzt, und nur, wenn Fieber änstritt, wird Chinin verabfolgt^ Angeblich hat Dr. Tucker in einem Dorfe, wo die Bculenpest in wenigen Tagen 500 Opfer sordertc,'zwei Frauen und sieben Kinder, die sich von ihm behandeln ließen, gerettet. Dabei soll ein anderer Arzt erklärt haben, diese Kranken hätten nur noch wenige Stun­den zu leben! ' 1

Kurze Nachrichten aus> Kunst und Wissen­schaft. Zu dem 1. Internationalen Kongreß« Sexualsorschung, der vom 31. Oktober bis 2. November in Berlin stattffndet. sind gegen 60. Vorträge von führenden Gelehrten aller einschlägigen Disziplinen angemcldet. Stu dicnrcIsc. Das Deutsche Zentralkomitee sür ärzüiche Stil dienreisen peranstaltet im Juni dieses Jahres eme Studien­reise nach den Vogesen, banrischen und Taunus­bädern. Die Reise soll am 14. Juni in Straßburg l. E. be­ginnen und am 27, Juni in Bad-Nauheun enden.