Kr. 110
Zweiter Blatt
164- Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „rietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigclegt, das „Krtisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie „kandwirtschastlichen seitsragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießen« Anzeiger
General-Anzeiger für Vberhesjen
Dienstag, 12. Mai 1914
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unwersitäls- Buch- und Steindruckerci.
R. Lange, Sieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul, straße 7. Expedition und Vertag: esäröl. RedaktionisqKtlL. Tel.-Adr.:AnzcigerLieben.
Hauptversammlung öcs Deutschen Wehrvereins.
~ Posen, 10. Mai.
Unter überaus zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder aus Ollen Teilen des Reiches trat heute hier in der Akademie der Deutsche Wchrvercin ,u seiner 3. Hauptversammlung zusammen Rach den üblichen Begrüßungsansprachen wurden Luldigungs- telegramme an den Kaiser und den Kronprinzen abgesandt.
Darauf natm, der Vorsitzende, Generalmajor a. T. K c i m (Berlins, das Wort zu seinem Vortrage über: Entwicklung und Ziele des Deutschen Wehrvercins. Ter Redner wres auf den großen Aufschwung hin, den der Verein seit seiner letzten Tagung genommen habe und betonte, daß er sich auch innerlich wcitcrgcfesligt habe. Er sei eine Gemeinde geworden, deren Mitglieder sich eng verbunden suhlten durch die Liebe zum Datcrlande, die ohne jeden Nebengedanken mit ganzem Kerzen ihrer großen und guten Sache anhängen. Er danke alle», Ivclche die Ideen des Vereins in immer weitere Kreise des Volkes getragen haben. Diese Arbeit sei namentlich jetzt nötig, tvcil wir in einer Periode leben, in «xclchcr das deutsche Leben ini ganzen immer mehr aus dem geißigen, ethischen und völkischen Gleichgewicht geraten sch. Aus der einen Achte sehe man die Deniokratisierung des össent- lichcn Lebens, das Vordringen des Materialismus, Abnahme der Gottesfurcht und zunehniende Menschenscheu, Verkümmerung des vaterländischen Empfindens zu Gunsten einer verträumten Weltbürgern, aus der anderen Scht: treue Liebe zu Kaiser und Reich, unbekümmertes Festhalten an den Gedanken und Zielen, wie sic uns die großen Männer einer großen Zeit und einer idealen Welt, anschauung vermittelt haben. Rechte Entschlossenheit, das deutsche Volk aus der alten Nähe germanischer Gesinnung, einfacher Lebensführung und idealer Weltanschauung zu erhalten. Wir treten ein für unsere Machtstellung in der Welt, die zum Ausdruck kommt in einem starken beere, stark bis an die äußersten Grenzen pcrsön» licher und finanzieller Leistungssähigkeit. Man sagt den Leitern des Wehrvercins nach, daß sic zum Kriege Hetzen. Das seine eine I n f a m i c. Er selber stelle im Kriegsfälle drei Söhne ins Feld und Hetze schon aus diesem Grunde nicht zu einem .Kriege. Der Wchrvercin verlange nur Forderungen, die dem Wohlc, der Sicherheit und der Macht unseres Vaterlandes dienen.
Nachdem Generalleutnant z. D. L i tz m a n n (Berlin) die militärpolitische Lage beleuchtet hatte, gelangte solgcndc Entschließung zur einstimmigen Annahme:
„Im .Hinblick aus den Ernst der militär-politischen Lage Deutschlands tritt der Deutsche Wehrverein für die gesetzgeberische Erfüllung nachstehender vaterländischer Forderungen ein: I. T a t- sächlichc Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht. Vom Jahrgang 1913 sind nach amtlicher Feststellung noch 38 000 völlig wasfensähigc junge Leute überzählig geblieben. 2 Vorbereitung der männlichen Jugend für den Hccrcs- dienst unter staatlicher Aussicht. 3. Umgestaltung des Einjährig-Freiwilligen- Su st cms im Sinne einer ausgiebigeren und gründlicheren Ausbildung unserer Reserve- vssizierc. 4. Sicherstellung eines zahlreichen und tüchtigen Untcr- ossizierkorps durch weitere Hebung der Stellung des aktiven Iluterofsizicrs und besonders durch die Förderung de? Militäranwärterwesens. 5. Bessere Fürsorge sür die Altpcnsionäre, namentlich die Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene."
Nachdem noch Dr. Scvin (Berlins das Thema Wehrmacht und Volkswirtschaft behandelt hatte, wurde zum Ort der nächsten Hauptversammlung Düsseldorf bestimmt. — An die Versammlung schloß sich ein Festessen im Festsaal des Rathauses.
21 ns Hessen.
rb. D a r m st a d t, 11. Mai. Der Verband hessischer Geometer 2. Klasse hielt am Sonntag hier in« Kaisersaal seine Frühjahrsbauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Geometer Neudecken -Mainz, begrüßte die zahlreich erschienene Versammlung uird erstattete den Jahresbericht sür 1913. in welchem er namentlich der Zweiten Kammer für ihre Bemühungen zur sozialen Verbesserung des Geomcterwcsens dankte. Im Anschluß daran fand eine eingehende Besprechung über die von Regierung und Kammern geplante Reform des Vermessungs - und Geometerwescns statt, mit der sich zurzeit der Varianten- tarischc Vereinsachungsausschuß beschäftigt. Ter allgemeine Wunsch der Versammlung ging dahin, daß das hessische Vermessungswcscn möglichst nach preußischem Muster ausgebaut werden möge. Die Revision des Feldbercinigungsgeietzes in dem Sinne, wie sic jüngst von der Hessischen Landwirtschaitskammer ausgestellt wurde, fand allseitige Zustimmung. Die Versammlung wählte schließlich einen aus den Geometern Müller-Gießen «Vorsitzender«, Weiß-Gießen, Winkler und Weimar-Worms, Götz-Bingen, Fen-Groß-Gcrau und Möhrs, Scheid und Metzger in Tarmstadt bestehenden Ausschuß, der in einer Denkschrift alle in der Versammlung hcrvorgcbobeuen Wünsche und Beschwerden zusammensasscn und der Regierung und den Landstäuden unterbreiten soll.
Aus Stadt und Land.
Gießen. IS, Mai 1314. Postbckörderunlis-Gclegcitheitc» in Gießen nach dein Soniincr-Fahrplan 1914 zusanimengestcllt.
Folgende Züge werden zur Bckörderung von Sendungen be- benutzt. Es bedeuten: • Beförderung von Sendungen jeder Art, III Besördernng von Brielsendnngen jeder 2Irt und Beutel- stncken. lJ Beförderung von gewöhnlichen und Einfchreibbriefen, -+ Beförderung von Paketen. ••• Besördernng von Briefen in ge- schlostenen Beuteln, * Beförderung von Sendungen jeder 'Art in geschlofsenen Wagenabteilungen, ( an Sonn- und Feiertagen nur Eilbriefe und aeivöbnljche Pakete, l) Bcnutznng >i>ir an Werk- tageii. Tie mit •, 0, * und □ bezeichnelen Züge führen Postivagc» mit Briefkasten.
») Richtung n a ch F r a n k i n r t:
2<7» 4“0, 61»0, g>»-»-. 8>e», 10 >®, 10«+, 12 6 (#', 12«»(»,
_ ' 2>+«A 5r ®, 55»Q, 6((+, 7*®, 3-»», 9»».
• b) Richtung nach Kassel:
1 0SI □, 1«*+, 1_*. 255+-, 4"®. 8 > ®, IO'»», 12 >o®,
— 2 *’+, 3i2», 505 »; 8 ((®, 10 (»[j], llilQ.
c) Richtung nach Köln: zeo... grc0, 811®, ijisf® , 3»»«®,, «11«, 10(27". ä) Richtung nach Koblenz:
455®, 6>5®, 8>»», 1 2« ®, 32<«"+, 5 01 ("* , 550", 9(0® e) Richtung nach Fulda:
5"», 8>2-", 12°»», 210 :»--), 3»»i"0, 55» ->»), 9((®.
~ 0 Richtung nach Gelnhausen:
5«r». 8i»<«">, 12»»«®), 2i«s»"), 5°>®, <8(1'"). Richtung Sieben - Lollar,—Gründerg:
5(o®, 2»i(®). h) Richtung ixä d) R 0 dhein> «Bieber):
5«f), S°»' «nur Sonntags), 1215«'), 6((z»"), j> L a n d p 0 st e n:
I. Gießen — Wieseck — Alten-Buseck: ßisg 855(1111, 3so(®), «Sonn- und Feiertags Botcnvostl.
' 2. G i c b e n — S t e > n b e r g — G r ii n 1 n g e n:
8»5«») sSonn- und Feiertags Schaffnerpojt mit Zug 5« B.j.
3. G 1 e ß e u — L ü tze l l 1 n d e u:
655 ®. 31 »,®!. [Sann- und Feiertags Boleuvostl.
Beim Postamt 1 lrele» die Schlubzeileu im nilgemeiiien ein: iür geivöhuliche Brieilciiduuge» 10—20 Minuten, iür Emlchreib- briele 25—30 Mi»., für Weribrieic und Pakete 30 - 60 Min. vor 'Abgang der Züge.
Tie Stadibrieikaste» werden geleert:
23 e r k t a g s zivischeu 5 »o und 6*5 P., 8 10 und 9« P., 1010 und I1'«B., 11»° B, und 12-0 R.. 255 „,,d 3.-0 N,, 5 und 6 N,, 85" und 8", N., 9(1 und 10(1 N,
Sonntags zivischeu 5(1 n. 655 B.. 10»° und 115 V., 7(1 und 8(1 91. — Senaueres ergebcii die Lceruugstaleln an den Brielkaste».
Tie eiiigesannneltei, 'Briese gelangen mit der nächsten Besör- derungsgeiegenbeit zur Abseudung.
Vom Postamt 2 «Schulstrabc) gehen werktags Versande nach dem Postamt 1 und dein Bahuhol:
915 , 1X15, 1250, 155, 2*5, 415, 5«, 555 , 655 750 845 ;
au Sonn- und Feiertagen: 9" 1?45, 1 «'.
Die Echlußzciten treten ein: lür gewöhnliche Briese 5 Mimiten, für Eiuschreibbriele 15 Miuuteu und kür Weribrieic und Pakete 30 bis 40 'Mi:,, vor Abgang der Versande.
B r i e I b c ft e l l» » g:
Uin das Publikum über die rechtzeitige Bestellung der Brieic zu unterrichten, geben wir nachstehend eine Uebersicht, welche Briefe bei den einzelnen Bestellgäugc» vlaumäßig abgetrageii Iveideu.
Letzle Post Letzte Brielkasteuleernng
1. Bestellung 75 V. Brieivos, v, Lich 655 B. 5(1 bis 615 B.
2. , 1055 P. Briet'vosl mit Zug 71 815 bis 915 5X1,
von Frankfurt 105« B.
3. . 215 N. Post mit Zug 45 von 115° V. bis 12»° N.
Frankfurt 1 »° N.
4- , 6(( N. Poste» d. Schnellzüge von
Frankfurt u. Kassel 5" N. 5 bis 6 N,
** Der Verband cvang. -kirchlicher Frauen- bercine im Großhcrzogtum Hessen hält seine diesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, den 27. Mai, nachmittags 3 Uhr im Gemeindehaus zu Darmstadt ab. Aus der Tagesordnung erivähncn wir einen Vortrag des Herrn Professor I). Tr. Schian-Gießen über: „Tic Erziehung unserer weiblichen Jugend zu evang.-kirchlichem Bewußtsein und zu ihrer Beteiligung am kirchlichen Gcmeindescben".
** Der Deutsche Fraucnvcrein vom Roten Kreuz sür die Kolonien und der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschast haben cs sich, wie man uns schreibt, zur Ausgabe gestellt, in diesem Jahr durch eine große künstierifchc Veranstaltung weitere Mittel zu beschaffen, um einesteils ihren Zweck, prakliichc koloniale Arbeit zu leisten, erfüllen zu können »ich andernleilS der großen Sammlung des Roten Kreuzes Mittel zuzuführen. Nach langen schwierigen Verhandlungen ist es den Vorständen gelungen, Fräulein von Boja- n o m s k l zu gewinnen, die im hiesigen Stadttheatcr voraussichtlich am 20. und 21. Juni die „Engel in der Kunst", Darstellungen in lebenden Bildern nach Werken alter Meister, zur Vorführung bringen wird. Es handelt sich hier um eine Darbietung, die in Berlin, Frankfurt a. M., Heidelberg. Darmsladt, Karlsruhe usw. nicht nur den Beifall der zaltlreichen Zuschauer, sondern auch die rückhaltlose Anerkennung aller kunstverständigen Kreise gefunden hat. Bei den Bildern, die uns die Kunstwerke von Dürer, Raffael, Donatello, Botticelli, Murillo u. v. a. vor Augen führen sollen, wird eine größere Anzahl von Damen und Kindern der hiesigen Dürgcrschalt mittvirken. Wir sind überzeugt, daß auch hier, wie an allen anderen Orten die Vorführungen verständnisvolles «Entgegenkommen der gesamten Bevölkerung finden, zumal die Preise so gestellt werden, daß auch die Minderbemittcktcn sich den Genuß bieten und damit ihr Scherflein zu dem guten Zweck beitragen können. Tie Bilder werden in Szene gesetzt von Fräulein Spiegel b e r g, und stelzen unter der künstlerischen Leitung von Fräulein Elise Rcsncck aus Weimar, während der musikalische Teil in den bänden des Proiessors Trautmann liegt.
** Der Rcichsgesctzentwurf über den Verkehr mit Mitteln zur Verhütung vo»Geburten gab das Thema zu dem Vortrage ab, den Fcllgiebel -Berlin gestern abend im Hotel Schütz hielt. Einleitend beklagte es der Redner, daß die Rcichsregiernng bei Einbringung des vorliegenden Ent- wurscs von dem richtigen Grundsatz abgewichen sei, zuvor G u t - a ch t c n d c r N ä ch st b c t c i l, g t c n, also lster der Fraucnorgani- sationen einzubolen. Ter durchaus nicht parteipolitische Entwurf verdankt seine Anregung dem Sozialen Ausschuß des Reichstages und trage Unterschriften aller bürgerlichen Parteien. Dennoch sei er mit mancherlei Mängeln bchastct, vor allem mit dem, daß er dem Bnndesrate weitgehende Bcsugnisse cinräume zu bestimmen, welche der empsängiiisvcrhütcndcn Mittel unter das Verbot sielen. Verschiedene ärztliche Organisationen hätten sich denn auch dagegen gewandt, ebenso Juristen und Politiker Daher wart der Redner die Fragen aus, ob das Gt-setz nötig sei und ob es irgend welchen Nutzen stifte, um sie nach Betrachtung verschiedener Einzelheiten zu verneinen. Schon das heute geltende Rcichsstrasgesetzbuch biete genügenden Schutz gegen unlautere Machenschaften, und die Rechtsprechung durch das Reichsgericht und verschiedene Oberlandesgerichte bandbabe seine Paragraphen mit ausreichender Schärfe. Die juristische Zusammensetzung des Bundcs- ratcs biete andererseits keinerlei Gewähr sür besonders sachverständige Auslegung der etwaigen Vorschriften. Die unsoziale Seite der G cb u rt en v e r m c h r u ng um jeden Preis sei es aber insbesondere, die den Bund sür Mutterschutz wider den Entwurf au, den Plan gerufen habe. Ernährung und Erhaltung der vorhandenen Kinder sei die Hauptsache; unglückliche Kinder würden schon jetzt viel zu viel geboren. Ter Redner entrollte zum Beweise dessen eine Reihe trüber Bilder, namentlich aus der Großstadt und zwar aus allen Schichten der Bevölkerung. Gesundheitsschädliche Mittel müßten natürlich unter allen Umstanden verboten sein: aber sür die Minorität, die sich ihrer Pflicht ohne stichhaltigen Grund entziehe, mache man leine Gesetze. Ter Staat dürfe die Sorge für menschenwürdige Verhältnis,c der kommenden Generation nicht ganz den Gemeinden und der privaten Wohl- lätiqfcit überlassen, sondern müsse selbst helfend emgrepen. Zum Schlüsse legte der Vortragende eine Entschließung vor die einstimmig angenommen wurde: „Tic am 11. Mai 1914 am Veranlassung des Bundes iür Mutterschutz «Muttcrschutzhaus und Er- holuugsheim. Berlin: im Hotel Schütz versammelten Mannest und Frauen Gießens erklären nach Anhörung des Vortrages des Herrn Fellgiebcl-Berlin den Reichsgcsetzcntwuri über den Verkehr mit Mitieln zur Verhütung von Geburten als einen Eingriff in den vrivatesten Familienbczirk, nur geeignet, das schon heute herrschende soziale Elend noch zu vermehren, während es die gut- silui-'rle Bevölkerung gar nicht tressen würde. Aut dem Stand- vunlt stehend, daß alle Auswüchse im Heilgewcrbe, soweit sie nicht schon heute durch das Reschsstrasgesetz getroffen werden, strengstens bestraft werden müssen, verlangt die Versammlung, daß die Vollmacht des Buirdesrates dahin eingcichränkt werde, daß derselbe Verbote von Mitteln zur Verhütung der Empfängnis nur nach vorheriger Anhörung medizinischer Sachverständiger erlassen kann .Außerdem ist die Versammlung der Annchl, daß vor Ein- bringimg derartiger, so ttes in das Fraucnlebcn eindringender Gesetzentwürfe geeignete Organisationen der Frauen zu hören sind."
** Stenographie Stotz e-co ch r e y. Tvonrnag, 40. Mai, fand in Wailbnrg die Tagung des Bezirks Unterlahn raü Wester
wald statt, an dem sich auch der Gießcncr S t a dt v er ein, beteiligte. Tic älteren Mitglieder des Vereins verbanden damit einen Familicnausslug von Brauniels nach Wcilburg. Die übrigen maßen itnc Arästc aus dem W e t l s ch r c > b e ». das die außergewöhnlich starke Beteiligung von nahezu 200 Personen auswies. Mit 17 Preisen in den Abteilungen 80—260 Silben konnte der Verein Gießen einen recht schönen Erfolg buchen. — Von den Mitgliedern des Vereins erhielten folgende Preffe: Llbteilnng
260 Silben: 1. Preis: Joses Kübel: Abt. 220 Silben: l .Preis: £>. Krauskops, Karl Strack: ?lbt. 200 Silben: 1. Preis: Emil Müller: Abt. 180 Silben: 1. Preis: L. Hörle, 2. Pr. K. Häuser: Abt. 140 Silben: I. Preis: Gesr ikinj. Ernst Strack: Abt. 120 Silben: 1. Preise: Karl Keßler, Frl. Lini Göhcke, Hch. Erb, Aug. Bock, Karl Ockcl: Abt. 100 Silben: 1. Preis: L. Poellenhoscr; Abt. 80 Silben: l. Preise: Frl. Minna Hos, Frl. Recha Spier, M, Kreß, Haas,
" O c k i e u t I i ch e B ü ch e r h a l l e, Ini 2l p r i l wurden 2 20 1 B ä n d c a u S g e l i e h e n. Davon kommen an!: Erzählende Literatur 1145, ZeUfchriiteu 336, Jugeudlchrckteu 203, Literolur- gefchichtc 14, Wcdichte und Trauieu 42, Länder- und Bölkcr- kunde 86, .stullurgeschichle 30, Geschichte und Biographien 111, Kunstgeschichte 10, Nalurwisseiischakt und Technologie 94, Heer- und Lecwefcn >8, Haus- und Landwirlfchnit 14, Wclundheilslehre 3>, Religion und Philosophie 27, Elaalswisseulchait 17, Fremdsprachliches 19 Bände. Nach auswärts kamen 59 Bände.
Landkreis Gießen.
-in. Hungen, 12. Mai. Ter hier wohnhafte verheiratete Eisen bahnarbciter L. erlitt vor einigen Tagen im Bahnhof Lbcr-Widdershciin cincn Unfall, wobei ihm die linke Hand erheblich verletzt wurde. Trotz ärztlicher Behandlung verschlimmerte sich die Verletzung iltid es trat B l u t v e r g t s! u n g ein. Der Verunglückte wurde in die Gicßener Klinik gebracht, wo ihm die Hand abgenommen werden mußte.
Kreis Büdkngen.
A Nidda, 9. Mai. Nach 47jährigcr Dienstzeit ist Lehrer Hotz am l. Mai in den Ruhestand getreten. Nachdem er in Büdingen, Obcr-Tcesbach, Steinberg bei Gießen und B'euschcnheim Schulstcllen bekleidet hatte, wirkte er 29 Jahre allein an der hiesigen« Volksschule, bis er vor zwei Jahren wegen schwerer Erkrankung cincn Gehilseu erhielt Die verdienstvolle Wirksamkeit des Lehrers war bereits früher durch zwei OrdcnsauSzeichnungcn anerkannt worden, und auch heute wurde ihm die Krone zum Ritlcrkreuz 2. Klasse durch den Schulrat Baldaus aus Büdingen überreicht. Auch ffir die Imkerei hat Lehrer Hotz sich in hervorragender Weise durch Abhaltcn von Jmkerlursen und als langjähriger Rechner des obcrhessischen Bienenzüchtervercins verdient gemacht.
** Grun d stücksverkchr. Grundstücke zu Burgbrrcht, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus den Namen des Konrad Krieg IV., Landwirt, und dessen Ehefrau Katharina geh. Fuchs, Gesamtgut der Errungcnschastsgcmeinschast, im Grundbuch eingetragen waren, sollen Dienstag, den 30. Juni 1944, vormittags 10 Uhr, durch das Amtsgericht Büdingen aus dem Dicnstzimmer des Großh. Ortsgcrichts zu Burgbracht im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert tverden. Der Vcrftcigc- rungsvcrmerck ist am 10. Februar 1914 in das Grundbuch eingetragen worden.
** Kontvlnhaberim Pvstschcckverkehr. Im Reichs-
postgrbiet ist die Zahl der Koutoinlzaber im Postscheckverkehr Ende April 1914 auf 90 582 gestiegen «Zugang im Monat April 909). Aus diesen Postscheckkonten wurden im April gebucht 1664 Millionen Mark Gutschristcn und 1651 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 1774 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Llpril durchschnittlich 204,9 Millionen Mark. Im internationalen Postübcr- wcisungsvcrkchr wurden 9 Millionen Mark umgescyt.
** Das Gewerbeblatt für das Großhcrzogtum Hessen «Zeitschrift des Landes-Gewerbevereins) Nr. 19 vom 8. Mai hat folgenden Inhalt: Jahresbericht der Hessischen Ge- werdeinspeftionen ftir 1913 (I). — Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Gcwerbevcreine Alzey, Tarmstadt, Flonheim, Gau-Algcs- hcim, Gan Odernheim, Groß-Gerau, Ober-Rainstadt, Oppenheim, Worms. Gewerbeschule Nidda. Hauptversammlung des Ortsge- wcrbevcreins Dannstadt. — Handwerkskammer zu Darmstadl. Be« kamitmachung, betr. die Meisterprüfungen für Handwerker. Prüfungsprotokolle.
Starkeuburst und Rheinhessen.
rb. D a r m st a d t, 10. Mai. Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg, der unter Bonitz des Provinzial- dircktors Fen im ^tadtvcrordnetcn-Titzungssaal ftatlfand, war von 72 Mitgliedern aus allen Teilen der Provinz besucht. Der Vorsitzende begrüßte nach Feststellung der Präsenzliste die Mitglieder und die behördlichen Bertrcler und gedachte dann der verstorbenen Mitglieder, Förster und Grüncwald in Olsenbach und Heil in Habitzheim. Tonn erstattete der Vorsitzende einen auS- ftihrlichcn Verwaltungsbericht, worin er darleytc, daß die Provinz unter dem Einfluß sriedlichee und wirtschaftlich nicht imgünstigrr Verhältnisse eine crsreuliche Weitercntwickelung erfahren habe. Auch der Stand der Finanzen ist günstig. Während der »mlagen- bcdarf im Jahre 1910 557 000 Mar? betrug, konnte er sür 1914, ebenso wie 1912 und 1913, aus 521000 Mark festgesetzt werden. Die gesamten Vermögenssteucrwerte in der Provinz bclnrgen 1913 2 Milliarden 816 Millwnen Mark. Ter Ausbau der Provinzialstraßen hat weitere Fortschritte gemacht, cs wurden an Klein- vilasteranlagcn für 1914 320000 Mark vorgesehen. Tic gesamte Straßennnterhaltung sür 1914 verursacht einen Kostcnauswand von I 055 900 Mark, wovon die Provinz 719 000 Mark, der Staat die Restsummc zu tragen hat. Eine besondere Förderung erfuhren im letzten Jahre die Ueberlandzcntralc und die Herstellung der cteklrischcn Bahnen in der Provinz. Tie Uebcrlandzentralc ist mit 20 000 Volt scrtiggestcllt und die Kabellegung Tarinstadt— Nicder-Ramstadt und die Hochspannungsleitung von dort nach Groß-Umstadt und nach Habitzheim ist erfolgt. Roßdors hat sei! dem vorigen Monat elektrischen Strom und die Hochspannungsleitung von Groß-Umstadt über Richen, Klein-Umstadt, Langstadt, Harvert- hauscn, Ältheim bis Münster ist vollendet, der Ausbau der Ortsnetze ist im Gange, lieber die «veiler geplanten elektril'chcn Bahnlinien haben wir bereits kürzlich berichtet. Das Vcrkehrslvcscn unft die Wohlsahrtspslcge sind gleichfalls gelördert worden. Der Arbeitsnachweis «vurdc besonders durch Schaffung der Arbeitsämter in Darmstadt und Ossenbach gefördert und auch durch Zusammcnsas- sung der ländlichen Arbeitsnachweise von Frankfurt unabhängig gemacht. In den letzten 9 Monaten wurden in der Provinz 4687 Stellen besetzt und 243 Lehrstellen nachgewiescn. — An den Bericht schloß sich eiire längere Aussprache, an der sich die Mitglieder P c r I h - Offcnbach, Kreisrat Dr. W a l l a u - Groß-Gerau, Kom.» Rat Göbel, Äreisbaurat Walz u. a. beteiligten. Ter Voran s ch l a g für 1914 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 853 630 Marl genehmigt. An Stelle zweier ausscheidender Mitglieder wurden Bürgermeister Boxheimcr -Lampertheim und Kaufmann Roth- Darmstadt gewählt.
d. M a i n z , 9. Mai. In dem Provinzialtag derPro- vinz Rheinhessen wies der Vorsitzende, Gcheimrat Best, daraus hin, daß eine Erhöhung der Kreisbeiträge sür das lausende Jahr nicht in Aussicht geirommen sei. Bei den gemeinnützigen Slnstalten «vurde dem Rheinischen Vcrlehrsvercin ein Beitrag von 300 Marl bewilligt.


