Hr. 86 Zweite-
Exscheinl täglich mit Aufnahme des Sonntags.
Tie „«ießcner Zamilienblötter" werdm dem »Anzeiger' »iermal wöchentlich beigelcgt, das „Xreisblatt fät den Kreis Sietzen" zweimal
wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen zeitsragen" erscheinen monatlich zweimal.
Vlatt t64- Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberhesfen
Dienstag, April J9$
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Wietzen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^^ol. Redaklion:SGS!I2. Tcl.-Adr,:Anze>gerGietzcn.
Deutsche, Neieh.
Ter Kaiser verweilte am Samstag bei den Ausgrabungen des W o r g o t c m p e l s, ebenso der König tind die Königin von Griechenland und vormittags auch die Kaiserin. Ter Kaiser nabm das frühstück aus der „vohen- zollcrn" ein. Bei den Ausgrabungen wurden gesunden unter anderem: Teile einer Wand der Cella, kleinere Teile einer Säule und große Stücke roter Terracotta, mit sort- lauscndcn Mustern von einer Sima, ferner ein gelber Ziegel mit der Inschrift „cani diou", was vermutlich „dionnsiu" bedeuten soll, ferner ein anderer Ziegel mit der Inschrift „aselepiodoru". Professor Toerpscld begab sich l,eutc an Bord des „Slcipncr" nach Kesalia, der Nordwestküste der Insel, wo die Spuren einer prähistorischen Ansiedelung ge- iundcu worden sind. Am 1. Feiertag nahmen der Kaiser und die Kaiserin soivie die Königin der Hellenen und deren Umgebungen an dem O st e r g'o t t e s d i c n st in der Schloßkapcllc teil, den Militäroberpsarrer Geheimer Kon- sistorialrat Äoens abhielt. Um ll Uhr begab sich der Kaiser nach der Stadt Korfu, wo er mit der königlichen Familie vor dem Stadtschloß der zu Ehre» des heiligen Spiridion stattsiudendcu grosien Prozession zusah, zu der die Bevölkc- rung der ganzen Insel zusanimeugcstrümt »oar. Mittags fand im Achillcion Familicutasel statt. Nachmittags wurde auf der Hohcnzollern in Gegenwart der Majestäten das übliche Eiersuchcn lLrangcnsuchen) für die Mannschaften veranstaltet. Darnach fand Tee auf der Hohenzollern statt, zu dem mehrere tzlästc geladen loarcn. Am 2. Feiertag hörte der Kaiser Borträge der Chefs des Zivil-, Marine- und Militärkabinetts und des Gesandten v. Treutlcr. — Am Vormittag hielt Militäroberpsarrer Gocns auf dem Panzerkreuzer „Gocben" für die Deutsche Kolonie und sonst hier tveilendc Deutsche einen Gottesdienst ab.
Der Reichskanzler ist am 2. Feiertag morgens 7 Uhr 30 Min. »ach Korfu abgercisk. Er hat sich auf seiner Osterreise einige Stunden in München aufgehalten und dem bayerischen Ministerpräsidenten Grasen von Hertling einen Besuch abgcstattet. Abends 11,25 Uhr setzte er seine Reise sort.
Der 20. Ausschust des preußischen Herrenhauses hat-die Beratung des F i d e i kom m i ß g e s c tze s nach zehnwöchentlicher Beratung kurz vor Ostern endgültig abgeschlossen. Die .«Immission hat in eifriger Arbeit den Regierunasentwurf vollständig umgestaltet, da die Regierungsvorlage zu starke Mängel aufwies. Die Regierung hat sich mit diesen Acndcruugen einverstanden erklärt. Der Ausschuß , hofft durch seine Arbeiten einen brauchbaren Entwurf geschaffen zu haben, dem auch Gegner der Jideikom- üiissc ihre Anerkennung nicht versagen würden. Bon einer Veröffentlichung der Beschlüsse hat man vorläufig noch Abstand genomnien. Der Ausschuß will Ende April erst den Bcriaft über seine Verhandlungen seststellen, um mit den Beschlüssen auch die aussührlickwn Gründe bekannt geben zu können, damit in der Ocsfentlichkeit keine falschen Schlüsse gezogen werden.
Bundesregierungen und D r. med. den t. Ucber die Frage der Verleihung des Titels Dr. med. dent. an die studierten Zahnärzte werden demnächst Verhandlungen zwischen der preußischen Regierung und den übrigen Bundesstaaten eingeleitet werden, da behufs Einführung des Titels vor allem ein Einvcrnehinen mit den übrigen deutschen Unterrichtsverwaltungen hergestellt werden muß. Was die Stellungnahme der einzelnen Bundesregierungen anbetrisft, so dürfte der „Bayerischen Staatsztg." zufolge aus ein Entgegenkommen der bayerischen Regierung entsprechend ihren, bisherigen Standpunkte wohl zu rechnen sein. Was Sachsen änbelrisst, so hat sich der sächsische Kül- tusminister, wie bekannt geworden ist, persönlich ivohlwol- lcnd ini Sinne der Zahnärzte geäußert. Dagegen steht die Universität Leipzig der Angelegenheit ablehnend gegenüber. Von der württembergischcn Regierung ist aiizunehmen, daß sie gleichfalls eine wohlwollende Haltung cinnimmt, und dasselbe gilt von der Regierung in den Reichslanden. Tie badische Regierung hat dagegen einen ablehnenden Standpunkt vertreten, der bisher nicht aufgegcben ist. Es ist jedenfalls anzunehmcn, daß die Angelegenheit im Herbst zur Entscheidung gebracht wird, und cs ist Hoffnung vorhanden, daß die Erfüllung der Wünsche, die an sich erhebliche Schwierigkeiten bereitet, möglich sein wird.
Verband der deutschen Bankbeamten. Aus dem in Berlin tagenden zweiten Verbandstag de- Allgemeinen Verbandes mc deutschen Bankbeamten wurden zwei Beschlüsse atigcuommen. In dem ersten schließt sich der Verband der V cc l r st e r kläru n g der Groß-Becliner Banlbcamtcnschast gegen die Ausführungen des Direktors v. Gwinncr in der Generalversammlung der Deutschen Bank vom 31. März .1914 an, in dem zweiten protestiert der Verba id gegen die Beschlüsse des Jndustricrates des Hansabnndcs als einen Anschlag auf das Koalitionsrccht und erklärt cs eines Angestellten für unwürdig, fürderhin einem Bunde anzugehören, dessen maßgebende Instanzen eines der elementarsten Grundrechte der Arbeit durch ein Ausnahmegesetz illusorisch zu machen bestrebt sind. _
Ausland.
Die Feiern zu Ehren der deutschen Seeleute setzen sich in Valparaiso sort. Ter Marineminister gab dem Admiral und den Lssizieren des Geschwaders ein Festessen. Tie Schisse wurden von zahlreichen Gcscllschastcn und Verein,gungm ,owic den deutschen Kolonien in Santiago und Valparaiso besichtigt.
Eine Gegenerklärung zu Churchills Flotten- prvqramm. Aus Melbourne, 12. April, wird gemeldet: Der Minister für die Landesverteidigung M r l l o n hat der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Rede Churchills über das Slottenvroqramm. die er im März im Unterbau, e gehalten hat, IN Wirklichkeit die Aufgabe des Flottenvrogramms der Reichskonierenz im Jahre 1M9. be anders betreftend die Dominien bedeute. Der Minister erklärte, Au,Irak,cn sc, cntichlos- sen, die Politik weiter zu veriolgen. welche cs aus den Rat der britischen Regierung vor süns Jahren cmgcichlagcn habe. Aus Mel-
dungen. die „Daily Telegraph" und „Morningpost" aus Sydney erhielte», geht hervor, daß MUlcn im Namen der Bundesregierung eine bedeutsame und icharic Gcgc »erklär ungzuEhn r- ch i l I s Ausftihrungen abgegeben hat, in der er ausspricht, daß das englisch-japanische Bündnis keinen Grund biete, das Flottenvrogramn, auszugcben, da d»S Bündnis nur an, wenige Jahre abgeschlossen sei. Der Minister sorderte, daß bald eine „nie Reichskonierenz abgehaltcn werde.
Ter Düsscldorscr Ärbcilcrgcsangvercin in Paris. Bei dcni Konzert des Tüsseldorscr Arbcitergcsangvereins „Wahrheit" hielt der tranzöftichc i'ozialistische Abgeordnete Sem- bar l eine Begrüßungsansprache, in der er sich für e i n e d c » t s ch- t r a II z ö s i > ch e A n n ä h e r u n g als die beste Bürgjchait iür den Weltfrieden aus,'mach. Der schweizerische Bundesrat G r > m »i, welcher im vorigen Jahre ans der d c u t s ch - s r a n z ö ,' i,' ch c » An»äherungskonscrenz in Bern den Vorsitz geführt hatte, sowie andere Redner, hielten Ansprackw» in ähnlichem Sinne.
Tie ^Triple-Entente und Griechenland. Tic „Agenzia Stesani" meldet ans Wien: Man bemerkt in politischen Kreisen mit Genugtuung, daß der von England, Frankreich und Rußland vorgelegtc Entwurf der Antwort auf die Note Griechenlands in der Frage der albanisch-griechischen Grenze vollständig mit den von Italien und Oesterreich-Ungarn stets vertretenen Ansichten übercinstinimt. — Ans London wird der „Agcn- zia Steiani" gemeldet: Im Zusammenhang mit der Anfrage der griechischen Regierung an die Mächte, ob die Räumung der Albanien zugetciltcn Gebiete durch die griechischen Truppen beschleunigt oder Mrzögert werden solle, wüd hier versichert, daß Großbritannien sich dem Standpunkt Italiens »nd Oesterreich-Ungarns angcschlosse» habe, daß die Räumung keineswegs verzögert werden dürsc. Ferner wurde versichert, die Standpunkte Frankreichs und Rußlands seien mit diesem identisch, so daß man erwarte, daß nun eine Ein- stimmigkcit ganz Europas m der Frage der Grenzen Südalbauicns erreicht werde.
Italien und die Türkei. Gegenüber einem Artikel des ,^Jcune Turc" wird in den römischen politischen Kreiien betont, daß die italienische Regierung durchaus entschlossen ist, die zwöli Inseln nicht zu räumen, ohne die bekannten Konzessionen in Klcin- asien erhalten zu haben, und daß die ottomanischc Regierung sehr wohl weiß, daß sie ohne Erfüllung dieser Vorbedingung die Inseln nicht bekommen werde.
Der französische Marineminister verfügte, daß in den Arsenalen von Brest und Lori ent gegen den l. April nächsten Jahres die Kiellegung je eines Panzcrschiiscs von 29 500 Tonnen erfolgen soll. Die beiden Scküsfe werden 190 Meter lang und mit 16 34-Zcntimctcrgcschützcn und 1 Toppelpanzertürmen ausgestattet sein.
Zu dem !ra n z ö sisch -tü r k> > ch cn U cb ereiuko m m e II wird noch ossiziös gemeldet, daß Frankreich der Türkei außer der am 24. dS. Mts. zur Ausgabe gelangenden 500 Millionen Anleihe noch eine zweite Anleihe im Nominalbeträge von 300 Millionen gewährt, deren Emission zu Ende dieses Jahres erfolgen soll. Von dem Erträgnis der ersten Anleihe werben der türkischen Regierung nach Bezahlung der ,'chwebendcn Schulden etwa 120 Millionen verbleiben, weiche zur Bezahlung verschiedener Lieferanten und der rückständigen Beamtengchältcr dienen sollen. Tic Sunimc von 10 Millionen soll den geplanten Eiien- hahnbautcn zugewcndct werden. Auch nicht der geringste Bruchteil dieser Anleihe dürsc für die Vorbereitung eines Angriffes gegen, einen srcmdcn Staat verwendet werden. Von der zweiten Anleihe, deren Erträgnis etwa 240 Millionen betragen wird, wird die .Halste iür öffentliche Arbeiten verwendet werden, die andere dem türkischen Staatsschatz zur Bersügung bleiben. Frankreich gibt ferner — natürlich unter dem Vorbehalt der Zustimmung der übrigen Mächte — seine Einwilligung zu einer 4prozentigcn Zollerliöhung, zur Einführung von Akziscsteucrn oder Monopolen aus Zucker, Spiritus, Zlgarcttcnpapier, Petroleum, Spielkarten und Zündhölzern, zur Ausdehnung per Einkommensteuer aus Wertpapiere, aus die Ausländer, zur Einführung von Stcmvcl- steucrn, zur Einführung eines Oktrois in den hervorragendsten Städten. Ter gesamte Ertrag dieser neuen Stcucrquellen wird aus etwa 80 Millionen geschätzt. Schließlich enthält das Ucber- einkommcn auch eine Erklärung der französischen Regierung, daß sic sich der Umgestaltung der Wertzölle in ,'pezisischc, d. h. in Stück- oder Gewichtszöllc nicht widersetzcn und gegen die Aushebung der ausländischen Postämter in der Türkei keinen grundsätzlichen Einwand erheben werde. Außer den von der türkischen Regierung bewilligten Eisenbahn- und Haicnbaukonzcsiionen sind in das Ucbercinkommcn auch die Vereinbarungen vom 18. Dezember v. Js. über die den franzöfiichcn Schulen und Wohltätig- keitSanstolten verliehenen Ermächtigungen, die Stellung der tunc- sijchcn und marokkanischen Schutzbefohlenen Frankreichs sowie die den sranzöiiichcn Staatsanachörigcn im Falle einer Präventiv- hast zugcstandcncn Vergünstigungen ausgenommen worden.
Albanien. In der Gegend von B i k l i st a zerstörten 3 5 0 reguläre griechische Soldaten gemeinsam mit cpiro- tischen Banden zwei albanische Dörfer und verübten dort Eransamleiten. Tic wandten sich alsdann nach Koritza. Eine Gendarmerieverstärkung ist nach Koritza abgegangen: weitere Gendarmen iolgen morgen. — Tic Albanier sind aus Hodiista vorgerückt. Die heiligen Bataillone räumten die Lrtschast des Nachts. Auch die griechische Bevölkerung flüchtet gegen Biglista. Die Albaner zogen in Hodjista ein und versprachen der Bevölkerung, ihr Lehen und Eigentum zu schützen. Tie heiligen Bataillone > o g e II ,' i ch aus L a m v a n i tz a zurück. Das hiesige Komitee iür den Kamps in Epirus sandte an den König von Griechenland und den Ministerpräsidenten Venil'cloS Telegramme, in denen sic bitten, die Bewohner Koritzas zu unterstützen.
DaS bulaarischc Kriegs Ministerium macht bekannt, daß die .hären Dcdcagatfch und Porto Lagos wieder vollständig irci von Secminen sind. — Tie durch die Feindseligkeiten unterbrochene Bcwirtschaitnng der Güter, die aus serbischem Gebiet liege,! und vor dem Krieg bulgarischen Bauern des Grenzgebietes gehörten »nd umgekehrt, sind wieder ausgenommen worden. Aus beiden Seilen der Grenze können die Bewohner ungehindert die ihnen gehörigen Güter bewirtschaften.
Der König von Schweden. Aus Stockholm
10. April, wird gemeldet: Das heute vormittag 10 Uhr 15 Min. auSgcgebcnc Bulletin betagt: Ter König verbrachte die Nacht ruhig und bat gut geschlafen. An der Operationswundc zeigen sich keine bedenklichen Veränderungen. Tie Schmerzen sind wesentlich geringen geworden. Temperatur 37,5, Puls 64. Das Befinden des Königs läßt somit aui eine weitere gute Besserung hotsen. — Stockholm,
11. April. König Gustav war gestern imstande, außer dem Besuch der Königin, die sich dauernd ,m Sophiahein, auihält, auch die Besuche des Kronvrinzenpaares und des Prinzen Eugen entgcgen- zunehmen. Das Besindcn des Königs gestaltete ihm, einige Worte mit seinen Angehörigen zu wechseln. Der Puls gilt als ausgezeichnet und alles scheint ohne nachteilige Folgen zu verlausen. Bei weiterem normalen Verlaut dürste der König schon in einigen Tagen feste Nahrung in leichter Form zu sich nehmen können.
Das spanische Ministerium crsuhr amtlich aus El Paso, daß etwa tausend aus Torreon vertriebene Spa-
n i e r gefährdet sind. Ter Minister des Aeußern bat den Botschafter der Vereinigten Staaten um Intervention des Washingtoner Kabinetts zugunsten der Spanier, unabhängig von de» Maßnahmen, welche die ,'panische Regierung zu unternehme» beabsichtigt, uni den Vertriebenen die Erlaubnis zur Rückkehr nach Torrcou zu erwirken.
Ein Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Kolumbien. Der Kolumbianischen Gesandtschaft in Berlin wird ans Bo otü mitggeteilt, daß der Text des ank 6. d. Mts. in Bogota mit dem Gesandten der Vereinigten Staaten vereinbarten Vertrages, der die Streitigkeiten zwischen Kolumbien „nd de» Bereinigten Staaten ivegcn der Abtrennung von Panama regelt, nach den Lstcrieicrtagcn bekannt- gegeben werden wird. Bon Kolumbien ist der Vertrag durch den Minister des Aeußern, Francisco Joie lirrutia und die Bevollmächtigten Marco Fidel Suarez, Nicolas Esguerra, Rafael Uribe, Joiv M. Gonzalez Valencia und Antonio Jose Uribe unterschrieben worden. Da diese Herren bedeutende Persönlichkeiten der verschiedenen politischen Parteien in Kolumbien sind, ist zu erwarte», daß der Kongreß, der zur Beratung des Vertrags zu einer außerordentlichen Tagung aus den l. Mai cinbcruscn worden ist, den Vertrag annehmen wird.
Aus Mexiko. Eine Abteilung amerikanischer Marinc- soldatcn, die in Tampico gelandet worden waren, um die Ocl- vorrätc zu ergänzen, wurden von mexikanischen Bnndkstruvvcn gefangen genommen. Konlrcadmiral M a v o protestierte gegen dieses Vorgehen, woraus die Amerikaner wieder ireigclasscn wurden. Ter Admiral verlangte sodann eine Entschuldigung und Saluticrung der amrrilaniichen Flagge binnen 24 Slundcn. Huerta hat eine Erklärung e,lassen, in der er das Vorgehen der Behörden in Tampico mißbilligt.
Grar L k u m a hat die Bildung des japanischen Kabinetts übernommen.
Ueberfall eines deutschen Zischdampfers.
Cuxhaven, ll. April. Als der der Cuxhavencr Hochsecsijcherei gehörige Fischdampser „Bürgermeister Mönckeberg" am 22. März mit englischen und französischen Dampfern in der Röhe von Portland unter Island fischte, kamen zwei isländische Motorboote mit 25 Mann, die mit geladenen Gewehren und Revolvern bewaffnet waren, an die Längsseite. Tie Isländer gingen an Bord, schlossen den Kapitän in das Ruderhaus ein und drohten die Mannschaft zu erschießen, falls sic versuchte, auf die Kommandobrücke zu gehen. Als der Kapitän von den Isländern eine Legitimation verlangte, wurde er nicdcrgeworscn und versucht, ihn mit der Notleine zu fesseln. Es gelang dem ersten Maschinisten, dem Kapitän zu Helsen. Er wurde ebenfalls mit der Waffe bedroht. Ein Motorboot holte weitere 12 Mann mit dem Ortsvorsteher an Bord, die das Schiff in einen Hafen der Bertmanninsel brachten. Ter Kapitän wurde zu einer Geldstrafe von 1235 Kronen verurteilt. Die an Bord befindlichen Geräte und. 450 Zentner Fische wurden beschlagnahmt und für 2150 Kronen an den Kapitän zurückverkaust. Wie der Reeder der Dampfer mitteilt, ist von den Isländern, die keine Legitimation besaßen, der Schifssort nicht festgestellt worden. Die Verurteilung des Kapitäns geschah aus die bloßen Angaben der Isländer, die aus Fischern und Bauern bestanden.
vermischte».
* Verdächtige Fcrnübertragungcn. In Archangelsk wurden von der Radiostatirn Gespräche und Grammophon-Musikstücke in einer fremdländische» Svrache auigesangen. Tie Fachkreise in Petersburg beschäftigen sich lebhaft mit dem Vorgang. Man vermutet, daß die Uebcrlragung aut die Radiostation Nauen zurückzusübrcu sei, die etwa 2000 Kilometer von der Empfangsstation entsernt liegt. Auf eine Ansrage des „Berliner Lokal- anzeigcrs" bei der Leitung der Nauener Station wurde sin Bescheid erteilt, deniznsolge die Petersburger Vermutung rickftig sein dürste.
4k. Verbrecherjagd. Henuion, der an Stelle Läpincs feit einiger Zeit Pariser Polizcipräie't ist, denkt feinen Vorgänger mir der ganzen Linie z» ichlagen und bat auch icho» Probe» (einet Lecklungiiähigkcit abgelegt: so ist jüngst in Paris ein Mörder 47» Stunden, nachdem man seine Perjonaiie» iestgeslellt Hane, bereits verhaftet worden und Hennio» hat vor, in künftigen Fällen diele Glanzleistung noch bedeutend zu unterbieten: '/» Stunde lost künftig der Variier Polizei genügen, um einen Perbrechcr ausfindig zu machen, voraus,-e'etft. daß er in irgend einem Hotel oder einer anderen Unterkunftsstätte in Paris ist. In Paris gibt es wohl- gezälilte 13 266 Häuser dieser Art: ste sind in 10 Gruppen ein- geteilt und man sucht sie vlgnmäßig ob, wenn ein Verbrecher aufgestöbert Iverden soll, von dem man vermutet, daß er sich dort auihält. Hennio» hat mm angeordnet, daß die Absuchung dieser 13 266 Häuser künftig nicht m zwei Slundcn, sondern in einer l,alben Stunde zu erledigen lei. Das lost io geschelien, daß jeder Polizist eine Liste der Häuser in Händen hat, die aui seinen Bezirk kommen; die Lage eine' jeden HanseS ist darin genau angegeben, lerner findet er darin AuSkunkt darüber, ,oie er ans dent schnellste» Wege alle diese Häuser erreicht und wie er sie in der zweckmäßigsten Reihensolge erledigt. Ob die geiorderie Leistung überhaupt möglich ist, muß die Zukunft lehre».
Für Nervöse und Hcrzlcidcnde spielt das tägliche Getränk eine große Rolle. Alle ansregcndcn Nerven- Und Gcnußgiste verbietet der Arzt. Andererseits wirkt aber gerade das peinliche Gciühl der Entsagung auf Ncrvöie und .herzlcidende nicdcrdrückend und hat auch den Nachteil, daß es den Leidcndeir an seinen Zustand immer wieder erinnert. In diesem Zwiespalt lut Kathreiners Malzkaftce unschätzbare Dienste. Er enthält keine Spur Cossein, überhaupt keine Stosse, die dent Herzen oder den Nerven im mindesten schaden könnten, und beftiedigt durch sein seines würziges Aroma selbst den verwöhntesten Feinschmecker. Tausende von Äerztcn empfehlen ihn und auch nervcnschwackww Personen bekommt er auss beste. Die meisten bedauern, ihn nicht schon früher getrunken zu haben, ihr Leiden hatte sich dann voraussichtlich bald gehoben. _ dv"/«.
Neue Lebenslust »nd Schaffenskraft.J
Ich war seit Mitte Oktober sehr krank, der Arzt stellte Nerven- störuna lest und empfahl mir zur Kräftiguna Ihr Bioson. Schon nach 14 Tagen sab ich wieder besser autz und, während ich vorder sehr elend, avvetitlos, niederaeschlaaen war und kaum gehen konnte, bin ich jetzt lebenslustig, arbritsfreudig u. versorge meinen Haushalt wie früher. I-rau E. Hest, Stuttgart, Seueselder Str. 67. Unterschrift beglaubigt: 8.1.14. (^erichronotar IooS. Bioson. daS Paket, mehrere Wochen ausreichend, Mk. 8. - i. Apotheken, Drog. Verlange« Sie vom Biosonwerk, Frankfurt lMain) Gratisprobe und Broschüre.
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