b. Vcrbandrtag Ser akademisch-gebildeten Lehrer ventschlands.
O M ü n chcn, 8. ?f»riL Unter jaMmdm Beteiligung von Velckretcrn der angcjchloslc non Vereine landen hier die Berhandlungen des 6 Bcreins- verbandstagcs akademisch gebildeter Lehrer Teutschlands ffpitt. Ctnijelritct wurde dic Tagung mit einer Reihe von ^Spezial Versammlungen, die von den einzelnen Unter- und Fachabtei- lnngen Veranstalter wurden.
Die Beratungen deS 6, Peresnvverbandstagcs wurden ein geleitet mit einer Vertrcterversammlung, in der u n Beiträge für einige aus nationaler Grundlage stehende wissenscktastltchs Organisationen bewilligt und beschlossen wurde, die innerhalb des Pereinsverbandes gesammelte Kaiser-JftbiläNlnSfpende zum Bau eines Geuesuiigsheiines zu verwenden, Als Ort der nächsten Versammlung im Jahre 191li wurde K ö l n bestimmt, — Oberlehrer Dr, Sveck ,2lcglitzs hielt daraus einen Bortrag, über die „Mittel zur wissenschaftlichen u»d pädagogischen Wortbildung der höheren Lehrer." Ter Redner verlangte zu dieienr Zweck eine festere Organisation der gesamten Philologenschait im 'Anschluß an ge meiimützige Lehrinslilule wie die Urania ^n Berlin, Zn der Ersten Bcrsaniinlung sprach Oberlehrer F i t t b o g c n Berlin iiber daS Tlsema: „Tas Teulschtum im Auslande im Unterricht der hälreren Schulen" Im -Anschluß an den Bartrag Ivurde solgeude Entschließung angenommen: „Oer s> Oeulsche Oberlehrer tag rick'let air dieBer'asscr u. Oe ausge.er der r'i betracht konrnienden Schulbücher der livheren LehrairsMlten die Aussordernng, von jetzt ab das Teulschtum rin Aneland gebiihreird zu berücksichtigen, eiiva in der Weite, lvic das in der Broschüre von Ftlibogcn ,,Tas 'Deuttchtum im Ausland in linieren schulen" vvrgefchlageu tvor- den ist, Er beauftragt den Borstand, des Bereinsoerbandes, iedem der betresserrden Autoren diese Autsorderung mit einem entsprechenden Begleitschreiben zuzusenden,"
Es folgte eine längere Erörterung der
I u n g d e u t s ch l a n d b e w c g u n g,
Reiercnteu hierüber ivaren Realschullehrcr Enzensbcrger (München' und Gymnasiallehrer Wimmer (München!, In ihre» AnS- sührungen wurde die Tr, Wynekensche Richtung in der Ju gcudbewegung ohgelehnt
Dic Redner legten gemeinsame Leit sä he vor, in denen u, a, ausgesührt svird: „Ter Bereinsvcrbaudstag ist bereit, die Bestrebungen der Jungdeutschlandbewegung aus seinem Gebiete nachdrüctlichst zu unterstützen, Bor allem erkennt er an, dal! regelmässiges Wandern unter zielbewußtcr Leitung von Lehrern die Jugend für Familie, Schule und Staat erzieht und das Ber- hältiris der Jugend zur Schule verschönt. Für dic Entwicklung dieser Wanderbewegung ist tatkräftiges Entgegenkommen aller Lehrer, der schule und der Schulbehörde, unerläßlich, Tel Bcreinsverbaud hält es aber auch für seine Pflicht, hierbei aus die Notwendigkeit der völligen Freiwilligkeit der aklivcn Beteiligung hinzuweisen, Ter Dereinsverband betrachtet die Körver- zucht als wertvolle Ergänzung der geistigen Ausbildung, Er ivarnt aber vor den Bestrebungen, körperliche Leistungsfähigkeit als Ersatz für mangelhafte geistige Befähigung gelten zu lassen, Tas nötige Zusammenarbeiten zivischen Schule und Jn- gcndverbänden erfordert, dass den Lehrern der höheren Schn len ein entsprechender Einjluls in der weiteren Entwicklung der Jungdeutschlandbewegung cingeräumt wird, soweit sie aus daS Gebiet der höheren Schulen übergrcilt," — Tiefe Leitsätze wurden angenommen.
Im Anschluss Hiera» fand die Festversammlung statt, dic unter der Leitung von Obcrskudienrat Tr, Tegenlsart (München! stand, Ihr wohnte auch Prinz Alfons von Bavern bei,
Gmnnasialvroscssor Hartman» >Bahreuth> hielt he» Feftvor- tta« über: Tic höhere Schule als Erzieherin fürs Leben, Bei der Erfüllung dieser Ausgabe sei der Unterricht i,n der Antike unerläßlich.
Die nüsscnschastlichcn Veranstaltungen wurden abgeschlossen mit der Hauptversammlung, Tas bedeutsame Thema war die ireie Gestaltung des Unterrichts in den oberen Klassen der höheren Schulen, In den Leitsätzen empfahlen dic Redner u, a, eine Gabelung der Prima und zwar in der Weise, daß in der einen Abteilung die fremdsprachlichen, in der anderen dic mailiematiich- naturwissenßhatttichen Fächer stärker betont werden sollen, Tie Wahl der Abteilungen soll den Schülern selbst freistehen. In keinem Hauptfach dürse die schriftliche Reifeprüfung ganz Wegfällen: — Nach einer Aussprache, in der auch gegenteilige Mei- irungen zu Worte kamen, wurden die Aissiührungeii der Redner gebilligt und dic Tagung für gefchlaffen erklärt.
Das Parlament Ser Schauspieler.
^ Ost Berlin, 8, April,
Tic diesjährige Tagung der Genossenschaft deutscher Bühncn- augehörigcr begann wie alljährlich mit der Telegicrtcnvcrsamm- lung der Gcnossenschajts-PensionSanstalt,
Nach dem von dem Obmann des Tircktoriums K ö z l c r erstatteten RechenschastSbericht betrug das Vermögen der Pensions anstatt am Ende des Berichtsjahres nahe 10 Millionen Mark, Nach einer Pause wurde in die Beratung der vorliegenden Anträge ein- getretcu. Genehmigt wurde die Erhöhung der Fnvaliditätszuschüssc der Pensionäre, die Herabsetzung des Mindestbeitrags für die Versicherung von Zusatzrentcn: abgesetzt wurde der Borstandsantrag aut Errichtung einer Leibrentcnversicherung, Ein Antrag, wonach ausscheidende oder ausgeschlossene Mitglieder jeden Anspruch an die Borteilc der Penfionsanstalt verlieren sollen, wurde, ebenso soic die übrigen Anträge angenommen, trotzdem Rickelt wiederholt dic Unzulässigkeit dieses Antrages beont hatte, Jngcnhvll Leipzig legte gegen dic Annahme dieses Antrages im Namen von Gß Mitgliedern des Leipziger Theaters unter grosser Unruhe des Hanfes Protest ei», — Ter Antrag Klein Rohden -Berlin) belr, Enthebung säumiger Mitglieder und Vorstandsmitglieder und Er- ncmiung von Ersatzmännern durch den Auisichlsrat bczw, Zenlral- ausschuß fand keine Mehrheit, Ebenso worden die Anträge Klein- Raichen belr. die Führung der vollständigen Vor- und Zunamen gastierender Künstler in den Svicloerzcichiuisten und ein Antrag Lind, wonach der Ortsausschuss für dic Anmeldung der Gast- lviele und iür Verluste der Pcnjtoissanstal' in>olge versäumter Anmeldung haslhar gemacht werden könne, abgclchnt, Tie Wahlen um Vorstand und Ausiichtsrat wurden von der Tagesordnung abgcsctzt, incit es iür wünschenswert erachtet wurde, da» die
Verhandlungen übce die Genossenichait zuvor weiter iortgcschssl- tcu seien, und dast dcc Wahle» für dic Gsnvsscnsckwit mit denen für dic Pcnsiosisanstolt verbunden werden, — Hierauf wurden die Wecteru er Handlungen aus tnorgcn vertagt. Morgen soll eine Trancrscicr iür Hermann Nissen stattsindcn sind tiatm >» die Verhandlungen über dic Gcnossenschast eingctrelcn wcrdcis.
Vereinsnachrichten.
- P, ,H, E Nack, dem lieblichsten Teile unseres hcmmlttchen Gebirges marschierte am Sonntag der Vogclsberger Hühenklub, Zwci^vkrcin G i e ft c it mit ein er Bcuili§"ng lwn über 7U lei sonen. Von Lancisdors führte der Aeq ait t>cn Aillingcr Icicl)cn, einigen ziemlich groszm, in idyllischer L-andschast gelegenen V.ek.yern vorbei nach Villingen zur Frühstücksrast. Von liier gcng c-> über R u ppcrtsburg und die Friedricl>sl 7 Üttc nam dem anmutig im tzorloütalc gelegenen Gonterskirchen, wo auogicbige Vi^Nee-- station gehalkeii ivurde. Aus guter Landilrastc ivurde lneraus das tief im Grund gelegene Ginartshausen erreicht, das ourcy- wandert wurde, um hinter deni Dort einm ^ohknruklen zu ersteigen, von dessen Gipiel man einen prächtigen unsblick aus den hohen Vogelsberg gcnost. Der Tanfstcinturm, die sililvhanter aus dem .Hoherodskopf, Bilstein und Gackeritecn waren bei der klaren ^.'uft in greifbare Rahe gerückt, während zu den FuNcn der Wanderer sich freundliche Pogelsbergdärfchen ausbreiteten. Rach genügender Augen und Ohrenweide (cm Mitglied brachte einige Pistonfolis ineilterhaft znni Vortrags ging es deni Endziele, Schotten zu, wo im Gasthaus zur Traube ^.uartter genommen ivurde. Bei dem hier herrschenden fröhlichen Brechen, her d.'irt Solis und gemeinschaftliche Lieder, sowie andere Vorträge abwechfelten begrüstte der Vorsivende des V. v- G. schotten, Apotheker Scriba in herzlicher Wecie die Gicstencr Gaste, m deren 'üinirteii der Schriftführer des Gicstencr Bwergverems erwiderte. Der lebte Zug führte die Teilnehmer der tzeunat wieder___ '
Wandern und Reisen. Bäder.
Tas B u r g m n s e u m von B lO.r g P c r s c it, der vielgenannten deutschen Sommerfrische in Südtirol, hat kürzlich esne Reihe wertvoller Zuwendungen erhalten. Eine Münzensammlung gibt eine Geschichte der Burg von der Römerzcit dis zu,Karl hem Großen, Von ihm ab sind alle denlschcn Kaiser, die Grasen von Tirol, sowie alle Fürsten vertreten, die mit dcc Burg in Beziehung standen. An den Kaiser, der monatelang aus der Burg weilte, erinnert der 12 Ouadratmctcr große Holzschnitt Albrccht Türcrs „Kaiser Maz- Ehrenvsortc", Dieser Ricsenholzschnitp ist eine Seltenheit ersten Ranges, Er cnthält Leben und Talen des Kaisers, die Bilder und Wappen seiner Verwandtschaft und alle Wappen der damaligen Reichsstädte, Eine, nicht minder koltbarc Erinnening an Kaiser Mar bildet sein Gebetbuch, das mit Zeichnungen von Türer, !Holbein und Cranach geschmückt, leider nicht ganz i-ollenoet svordcn ist._
ücrmifditc*.
* Reisen nach R u s i i s ch - Z c n t r a l a s i e n. In letzter Zeit ist es wiederholt vorgckommen, dast deutsche Reichsangehüriqc, die sich All Geschäits- oder Pergiiügusnsreisci, nach Rnssisch-Zcn- tralasicn begeben wollten, dein, Eintreisen dort an der Weiterreise verhindert worden sind, da sie nicht im Besitz der ersordcrlichen Erlaubnis der russis , e t Regierung zum Betreten des L-rndcs waren, Tic mustlen sich dann meistens von Baku aus telegraphisch au die dculsche Batschast in Tt, Peiersburg UNI Erwirkung der Reiseerlautmis wenden und unter großem Zeit- und Geldverlust abwartes,, bis die Mitteilung von der Erteilung der Erlaubnis eintrai. Zur Beachtung seitens der beteiligten Kreise werden deshalb die russischen Bcstimmungeti über Reisen von Ausländern nach Russisch Zentralasien iju nachstehenden erneut in Erinnerung gebracht: Ausländer bedürsen für Reisen nach Russisch-Zentraiasien einer besonderen Erlaubnis der russischen stiogierung, dic iür Deutsche durch Vermittelung der Tcutsche» Botschasi in Lt, Petersburg uachzuiucheu ist, Tic Erledigung der Gesuche um Erteilung der Reisecrlaubnis erwidert ebenso tose dicsenige von lstesuchcn win Gestattung der Waneneinsuhr und der Führung von Waisen :n Rustland süni bis sechs Wochen von dem Zeitpunkt an, wo die Gesuche der russischen Regierung zugcgangen sstld. Tie an dic Teulsckse Polschast gerichteten Anträge NM Erwirkung der Erlaubnis sind zweckmäßig durch das Auswärtige Amt zu leiten. Wird der Antrag unmitteldae bei der Botschaft gestellt, so empslehlt es sich, eine behördliche Bescheinigung bcizusügc», daß der Erwirkung der Erlaubnis keine Bedenken entgcgcnstehe». In beiden Fällen tverden die Reisenden gut tun, die Anträge so frühzeitig zu stellen, daß noch für etwaige Rückfragen Zeit bleibt. In den Gesuchen um Erteilung der Reisecrlaubnis ist Zweck, Zeit und Ziel der Reise genau anzngeben: die Gesuche uni Gestattung der Wasseneinsubr und der Mitsührung von Waisen müssen deren genaue Beschreibung ^sowrc Angaben über ihre Anzahl und ihren Zweck enthalten, auch das russische Grenzzollamt bezeichnen, über svclches die Einfuhr statt- srndcn soll, Tie Einfuhr von Gewehren mit gezogenen Läusen ist verboten, Trr Wassenpaß tostet 2,25 Rubel Tic Reisecrlaubnis für Rnnisch-Zentralasie» erstreckt sich teinessalls auf eine Reihe von Oertlichkeiten, die aus militärischen Rücksichten nicht hetreleck werden dürscn, und deren wesentlichste die solgendcn sind: Die Pamirs, Kuschk, Terme», Kcrki und dic Zollstationen auswärts am Amu Tarja, Tschikichtiar, Tschaltv, die Militärposte» an, Atrek und aus der Linie von Kuschk nach Akrobat, sowie die Eisenlahn von Merw nach Kuscht, Tie Pastvorsshriiten soerdcu durch vorstehendes nicht berührt, Ter von einem russischen Konsul visierte Rciiepast muß indessen au jedem Aufenthaltsort in Zki,- tralasieu unverzüglich dcc Pvlizelbchördc vorgcwiese» lorrdcu. Im übrigen ist den Reisenden in ihrem eigenen Interesse anzuraten, sich beim Besuche von Taschkent und Askhabad mit den dortigen diplomatischen Beamten in Verbindung zu setzen, die dem General- gouverneur von Turkestan und dem Ehes der transkaspischen Provinz bcigkgcbcn sind, Tiefen Beamten hat die Russische Regierung in dem Bestreben, den Reisenden den Äusenthalt in Ruisisch-Zen- tralaiien möglichst zu erleichtern, zur Pflicht gemacht, die Fremden zur Erreichuiw ihres Rcisczwccks und insbesondere auch bei et,va eutstchcndcu Schwierigkeiten zu unterstützen.
QattdeL
X H a ii a n , 8. April, In der in Hanau und Umgegend stark pcrtrelcnen Fabrikarian von Zigarren gestalteten sich nach dem
I a h r c s b'c r i ch t der Handelskammer drr Geschäftsgang und der Absatz namentlich svährend der ersten !i Monate des Be-
richtsjahrcS recht schleppend. In besseren Sorten, bereu Fabrikation im tzandelükammerbe-irke crsreulichcrwcisc ständig znnimmt, konnte zsoar eine Steigerung der Prodiittion lind erhöhter Umsatz erzielt werden: aber die billigeren Tollen criuhrcii einen weiteren Rück- ggisg, Aiis sie drücken einerseits mit nnverniindertcr Schwere dic Folgen der letzten Tabakzollerhühusig, so daß ganz billige Fabrikalc mehr »nd mehr vom Markte verschwinden müssen. Andererseits hat dic anstervrdcnllickic Ziinahme de- Zigaretlenverbrauchs wesenl- lich dazii bcigciragen, den Absatz der billigere» Zigarren noch Ivencr einzuichränken, so daß diese heute bereits zun, größten Teil durch dic Zigarette ersetzt werden. Als besondere Erscheinungen im Tabakgewerbe sind im Berichtsjahre einmal das iveiterc, stärkere Uin- sichgreisen des anicnkanischeii Tobaktrnfts, der heute etwa Ul Proz, der gesanite» deutschen Zigarcttcnsabrikatlon an sich gerissen har vder kontrolliert, zu verzeichnen, und andererseits der Versuch einer großen norddcutschcii Zigarrensabrik, dem Markenshstcm in der Zigarrenbranchc durch großzügige Rcklainc Eingang zu vcr- frfiaffen. Ter Widerstand gegen das lveilerc Umsicksgreisen des amerikanischen Tabatkrnstes hat eine außerordentliche Schärse an- gcnvnimcn, und es scheint, daß die 2lbwehrbeslrebungen innerhalb der Branche und der zum Zwecke der Trustabwehr gegründeten Vereinigungen insoweit von Erfolg begleitet ivaren, daß in den letzten Monale» des Berichtsjahres ein Stillstand, wenn nicht ein Rückgang der Erfolge des Tabaktrusts zu verzeichnen ist. Auch der erwähnte Versuch, das Markensystem in die Zigarrenbranchc einznsühren, ist aus starken Widerstand gestoßen, indem wegen der Gesahr eines solchen Vorgehens die gesämte Branche lvic auch die Händlerschalt einmütig dagegen Steilung genommen hat. Und cs must angesichts dieser allgemeinen Ablehniing zweisclhast erscheinen, ob der Versuch praktischen Ersolg haben mütr_
Märkte.
th, Siesten, 8, April, Ter Vorrat aus dem diesivöchcntlichcn Vieh markt betrug etwa 1100 Stück Großvieh, 500 Kälber und 173 Stück Schweine, Schon in der vorigen Woche land wieder ein lebhastcr Handel in Milchivare statt, dic aus Ostpreußen zugejührt worden war, nachdem dic Tiere 8 Tage in Beobachtung gestanden haben, Tic Tiere wurden z» sehr hohen Preisen zur Milchver- sorgung für Frauksurt a, M, und Bad-Nauheim angekaust. Am Vormarki wurden Milchkühe in besten Stücken sehr gesucht und angemessen gut bezahlt, während der Handel in der übrigen Ware ilan war, Ei» Transport fetter Ochsen, der aus Kurhesscn ge- kommrn war, wurde fast ganz von de» Gießenec Metzgern für den Lsterbednrs angekanit. Feite Rinder und fette Kühe, und zwar von letzteren der ganze Vorrat, gingen cbensalls am Montag glatt fort, die ersteren gingen in die Tillstädte, settc Kühe aber sämtlich nach dem Rhein, Tic Käuser der Wäre verluden die Tiere noch am Montag, weil die Abliesernng an die Besteller eilte, Anssälllg ist die Tatsache, daß neuerdings die größeren Metzger von Herborn, Tillenburg und Haigcr regelmäßig als Kundschaft unsere Märkte aussuchen und immerhin belangreiche Einkänje in Schlachtvieh machen, obgleich dock das Tilllal und der Westerivald zu dem Produklionsgebiel von Schlachtvieb gehört. Nach unserer Erkundigung sollen aber die Bichpreisc dorl höher sein, als dies durch den Marktbetrieb veranlaßt in Gießen der Fall ist. Ein Metzger versicherte uns, daß er Wcsterwälder Tiere in Gießen vom .Handelsmann billiger gekauft hat, als es ihm 10 Tage srüher direkt vom Produzcnren augeboten sei, Ter Meister erklärte, cs sei nick! nur lohnend, den Äießcner Markt regelmäßig zu besuchen. Man komme auch sonst schon gern einmal nach Gießen, wo doch immer mehr los sei, als zu Haus, — Am Markt selber war das Geschält in tragenden Rindern und in Fahrtüben, die Hobe Preise brachten, flott. Jungtiere ivaren nur vereinzelt am Markt und ergab sich darin kein vrcisbildcndcr cigcnklichcr Hendel, Tas Geschäft ans dem Kälbermarkt wollte wegen der enorm hohen Preissorderuiigcn für dic Tiere anfangs nicht in llsang kommen. Die Vcrkäuscr glaubten, wegen des vorliegenden Bedarfs zu Ostern ihren Schnitt zu machen. Als dic Kundschaft aber daraus nicht einging, schlug man gegen dic Mitte des Marktes den Preis um 5—6 Mk, oro Zentner ab und nun begann ein flottes Geschält, bei dem unsere heimischen Metzger und die Frankfurter Einkäufer den Handel in besserer Ware machten, während die leichteren Tiere für die kleinen Provinz städtc gckaust soucde». Gehandelt svurden vro Stück: Frischmelkende und tragende Kühe 1, Qualität 550—850 Mk,, 2, Qualität Alk, 150—525, 3. Qualität Mk, 300—400; tragende blinder 1. Qual, Mk. 400—550, 2. Qual. Mk, 330—450; Fnhrkühc I. Qual. Alk. 500—600, 2, Q»al. Mk. 4> 0 - 500 , 3. Qual. Mk. 325—380. Bezahlt wurde derZenlner Schlachtgewicht; Helte Ochsen Mk; 89—91; (die Rinder I. Qualität Mk, 88 -90, 2. Qual, Mk. 85—87; leite Kühe 1. Qual. Mk. 70—80, 2. Qual. Alk. 70 — 74, 3. Qual. 06 bis 70 Alk.; Kälber I, Qual. Alk, 00-98, 2, Qual. Alk. 92-95, 3. Qual, Mk. 88—90, — Nächste Markttage am 21, und 22. stlpril; am 22. Avril auch Krämcrmarkt ani OLivalbs Garten,
ZLirchliche Nachrichten.
Jsraciitlsche Reiigionsgeineiiiöt. Gottesdienst in der Kymiaogc (Sitd-Nnlaqcf, Samötaq, den 11. rrnd den 12. April 1014;
P asfnhfe ft.
1. T a g. Vorabend: 0.4-5 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 4 Uhr.
2. Tag. Vorabend: 8 Uhr.
Morgend: 8.30 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 4 Uhr. Abendd: 8 Uhr.
Israelitische Religionsgejellschast.
Sotterdlenst.
Freitag, de» 10. 'klprit 1914:
Morgens: 6.00.
Samstag, de» II. uu» Louutag, »c» >2, Aprrl 1914: P a j s a h s c st.
1, Tag. Vorabend: 6.45.
Morgens: 8.00. Predigt.
Nachmittags: 4.00.
2, Tag. Vorabend: 8.00.
Morgens: 8.00. Nachmittags: 4.00, FcstcoaitSgang: 7.55.
Wochengoltesdienst Morgens: 6.30. Abends: 8.00.
Die Bekämpfung von Katarrhen.
Welche Gefahren kranke Oltmungsorgauc slir den ganzen Körper bilde», wird leider von vielen Laien »och nickt! genügend gewür digt. Aus .dem so wenig beachteten schnupfen entsteht lcick: ein Racksen oder Kehlkoptkatarrb, welcher, tiefer erndringend, Luftröhren - und Bronchiallatarrh neruriack.cn kann. Um für oll naturgemäße Bekämpsung dieser tieser liegcndcn Katarrhe das richtige Verständnis zu gewinnen, muß man die Aimungsarganc in ihrem Zusammenhänge betrachten In dic seinen Verästclunaen der Atmungsorgane kann nur die Luft cindringen: zur Bc-
kämpiuiig tiefer liegender Katarrhe kann man also naturgemäß auch nur die mit wirksamen Desinsektions- und Heilmitteln gemischte oder imprägnierte Luft verwenden
T >.s Verdienst, eine hierfür geeignete Methode in idealer Weite vrakliich verbreitet zu haben, gebührt der Firma Earl A. Tancre, Wiesbaden dl. o. 98, Bon dieser Firma ist ein kleiner sinn i-eickier Lkpvarat konstruiert worden, der nach be'onderem Verfahren t esinsi,zierende und hcillrästige Stoffe znm Einatmen bis in die tiktsten Luftwege bringt, ohne Kitzelreitz zu verursachen oder sonstwie dic Schkeimhänte anzugrciscn, und zwar aut kaltem Wege, um auch neuer Erkältung vorzubeilgen. Hiermit sind vei .Krankheiten »nd Katarrhen der Atmungsorgane,- wie Bronchial- katarrh, Lungenipitzenkararrh, Luströhrenkotarrh, Kehlkops, Rachen-, Nasenkntarrh, Hals- und Mandelentzündung, Keuck- lnistcn, Folgen von Influenza, Asthma usw, überraschende Er- iolge erzielt worden, worüber mehr als 12000 überaus günstige Urteile von Acrztcn und Patientm vorliegcn. So schreiben:
Herr Realsckmlvorstand Büchlcr IN Rastatt: Ich litt vierzig Jahre an einem hartnäckigen Luströhren- und Lungenkatarrh, gebrauchte englitck-e Jnlsolationsgläier, die mir nichts halfen, »nd eine Maske Arzneien, die ebeniovlel bewirkten und mir einen Magen- und Tarmkatarrh zuzogen- Vor kurzem liest ich mir einen Tancrä scheu Inhalator kommen, und bald war mein altes Leiden voll läudig geheilt. Auch das Asthma, das ich mir infolge des an lallenden Hustens »»gezogen hatte, ist fast vollständig geschwunden, -Ich bin deshalb ganz begeistert von dem Tancrescheit Jnhalator -uid lann älmlich Leidenden nur den Rat gehen, sich sobald als möglich den vorzüglichen Tanrröichen Inhalator anzuschassen. Ich habe diese Anerkennung srelwillig lohne ?tnfforberung> ausgestellt und mit meinem Namen unterzeichnet.
Außerdem urteilen über Tancrös Inhalator:
Herr Otto Block, Justizkanzleibeamter in Berlin d>, 20, Badstraße 15: Nachdem ich jetzt reichlich 3 Monate Ihren In hakator benutzt habe, drängt cs mich, Ihnen meinen ansrichtigsten Dank und meine volle Anerkennung für J1»re großartige Er sindung ausznsyreche». Schon seit meiner Jugend litt ich an Atembeschwerden -Rasselgeräusche beim '.Atmen und Verschleimung) und war iür Erkältungen zugänglicher als alle anderen Menlcben Mit zunehmendem Alter, ich stehe im 60, Lebensjahre, nahm aitck- mein Leiden zu, ich mußte jeden Winter ärztliche Hilfe in univrnch nehmen und sah mit Angst und Sorge jedem neuen Winter entgegen, 'Antang dieses Jahres traten die 'Atembetchwer- dcn mit besonderer Festigkeit aut. Ich konnte keine Nacht schlaten und tand nur am Tage, aut dem Sofa sitzend, den notwendigsten zpchlaj. Ich befand mich in niedergedrückter Stimmung, lebcns- überdrüjtig und hatte iür nichts mehr Interesse, Da kam mir Ihr Jtlserat zur Kenntnis und ich bestellte mir Ihren Apvarat,
Schott nach zweiwöchigem, vorichristsinäßigeni Gebrauche Ihres Inhalators verspürte ich Besserung, die Rasselgeräusche verschwau- den, ich atmete freier und der Schleim löste sich leicht nach lurzem Räuivern, Ich suhlte wieder Lebeuslusl, Arbeilssreudig- leit und genoß wieder ohne jedes Schlaimittcl volle Bettruhe, Jedem meiner Mitmensche», welche gleich mir a» Atembeschwerden leiden, inöckitc ich aus »ollem, dankbarem .herzen Ihren Inhalator als Wohltäter der Menschheit cmvsehlen,
ES liegen über 10 000 ähnlicher Anerkennungen vor, welckie durch cincu vereidigten Bückzcrrcvisor und polizeilich beglaubigt sind.
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