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Nr. 82

Zweites Blatt

164. Jahrgang

Erschein! täglich mit Ausnahme be-3 SoimtngS.

TieSießsner jMiilitnblötter" werden den, »Anzeiger' viermal wöchentlich beigelcgt, das Xreirblatt für den Ilreir Sieben" zweimal wöchcnllich. TicruildwirljchasMchcn Seil- lragen" erscheinen »wnallich zweimal.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag. 7. April 1914

Rotationsdruck und Verlag der Brühl^chen Universitäts - Buch- »nd Steindruckerei.

R. Lauge, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^säl. Redaktio»:^tzA112. Tel.-Lldr-tAnzeigerEießen.

Die Arbeit der Grofrb. Zentrale für Mutter- uns Säuglingrfürjorge in Hessen.

Tic Arbeit der Großh, Zentrale für Mutter- und Säuglings- fürjorge bezweckt, die Hobe Sterblichkeit der Kinder in den ersten Lebensjahren zu bekämpfen und die Mütter nach Möglichkeit vor nachteiligen Folgen der Entbindung zu bewahren. Ihre Tätigkeit gilt in erster Linie nicht den kranken, sondern den gesunden, lebenS- jähigcn Kindern, die sic vor Krankheit bewahren will.

Dieses Ziel sucht sie vor allem durch eine unermüdliche Auf­klärungsarbeit unter der Bevölkerung zu erreichen. Zur Erleich­terung dieser Arbeit sind in den einzelnen Kreisen Zweigstellen eingerichtet, die iu der Regel von dem KrciSrat geleitet werden und denen Acrzte, Geistliche. Lehrer, Vertreter von Wohlfahrtsver­einen, Vertreter der Arbcitcrsckiast, Hebammen und sonstige an der SäuglingSsuriorge interessierte Personen angeboren. Tie Für sargetätigkeil wird im Einvernehmen mit den Zweigstellen durch 17 Krcispslegerinncn und Fürsorgeschwestcrn, langjährig in Säng- lingsfürsorgc und Krankenpslegc ausgebildele und als Kranken Pflegerinnen staatlich geprüfte Tainen, ausgeübt.

Tie Krcispjlcgcrinncn und Helierinnen und die beiden Wan- derlchrerinncn der Grotzh, Zentrale sind bemüht, durch Vorträge und durch zwplliägige thcoretiichc und praktische Kurse die weite­sten Kreise der Bevölkerung mit den Grundsätzen der Säuglings türiorgc vertraut zu machen. Tie Wanderkurie wurden int Sommer 191'2 eingerichtet. Bis jetzt fanden vierzig Kurse iit neunzehn Ge Ineinden statt: sie wurden von insgesamt mehr als 2000 Frauen nitb Mädchen besucht.

Im Sommer 191 ;> crössnctc die Großh, Zentrale ein Wander- lmuseumDas Kind in den beiden ersten Lebensjahren". Tort ivird durch Beispiele und Gegenbeispiele gezeigt und durch Füh­rungen criäutert, tvic die Nahrung, die Kleidung, das Bett, das Bad und das Spielzeug des Kindes beschaffen sein sollet!. Tas Museum tvurdc zuerst in Taruistadt, sodann in Mainz. Rüssels Iwim und Michelstadt ausgestellt und soll allmählich der Bevölke rung aller Orte des Großherzogtunis unentgeltlich gezeigt ivcrdcn.

Auch die beiden, von der Grotzh. Zentrale eingerichteten An­stalten, das E le o n o r enhe i in in Taruistadt und die Uni­versitäts-Kinderklinik in Gießen, sollen nicht nur den Kindern die criorderlickw Pilegc gewähren, die ihnen im Eltcrnhausc nicht zuteil werden kgn», sondern dienen auch zur Ausbildung der Schwestern und durch die dort statisindenden Kurse für Säuglingspflege der Belehrung der Bevölkerung. In den 07 Mütterberatungsstellen, welche die Zentrale in allen Teilen des Grotzherzogtums eingerichtet hat, werden die Mütter durch mehr als 60 Von der Grotzh. Zentrale honorierte Acrzte über die Pflege und Ernährung des Säuglings belehrt. Welche Arbeit hier ge leistet wird, geht daraus hervor, daß jetzt schon alljährlich etwa 0000 Kinder in die Beratungsstellen gebracht und daß dort gegen 30 000 Beratungen im Jahr erteilt werde».

Turch zahlreiche Hausbesuche jährlich über 300000 wachen die Schwestern darüber, daß auch jm Elternhaus uirö in der Pslegestellc dem Kind eine sachgemäße Pflege mrd Ernährung -zuteil wird, insbesondere dienen diese Hausbesuche auch dazu, eine wirksainc Pflegckindcraufsicht, entsprechend den Vorschristcn des Gesetzes vont 10. September 1678 und der Instruktion vom 14. Mai 1880 zu ermögliche»,

Tic Bermsöormundschatt, die in den Städten Darmstadt, Osscnbach und Gießen besteht, wurde aus Veranlassung und Kosten der Großh. Zentrale aus den Landkreis Tarnrstadt und die Landgc- incindeu des Amtsgcrichtsbezirks Offeubach ausgedehnt. Tie Großh. Zentrale wird sich bemühen, sic überall dort einzuiühren, wo die Einzelvormnndschait nach den geniackcken Erfahrungen nicht irusrcicht. Indenr sie cs ermöglicht, die Unterhaltsaniprüche der ltnehclichcn Kinder -wirksam durchzusühren, wird die BcruiSvor- mundschait auch die ArinenVcrbände wcientlich entlasten.

Ueberall sind die Acrzte der Bcratungsstnndcn und die Helfe­rinnen bemüht, die Mütter zu veranlassen, ihre Kinder selbst zu stillen. Um dies zu ermöglichen, werden in dringenden Füllen Stillbeihilscn in Naturalien gewährt. Häutig werden auch, wenn in dem Haushalt die erforderliche Wäsche nicht vorhanden ist. Eäuglingsbündcl oder ein für den Bedarf der Wöckinerin hestimm- 'cr Wandcrsack geliefert. In zahlreichen Fällen gewährt die Zen­trale Wöchnerinnen durch zuverlässige Frauen Haushilse, In einzelnen Orten hat sie im Anschluß an die Beratungsstellen nach den, Grundiatz der.Selbsthilfe Hausbilsekassen gegründet. Auch diese Einrichtung soll in Zukunft noch Weiler ouSgcbaut werden.

Tic Statistik zeigt, daß die Arbeit der Großh. Zentrale nicht umsonst geleistet worden ist. An den meisten Orten, an denen iich Beratungsstellen befinden, werden mehr als die Hüllte der ihrer sozialen Stellung nackt in Betracht kommenden Säualingc zur Beratung gebracht, vicliach mehr als 75 Pro;., ja 90 Proz. Bon den zur Beratung gebrachten Kinder» starben im Jahre 1912 4.9 Proz., von den anderen dagegen 16 Proz. im ersten Lebens­jahr. Im ganzen Grotzhcrzogliim starben im Jahr 1912 von 32000 Lebendaeborcne» 3247 im ersten Lebensjahr, im Jahr 1880 dagegen bei ungeiäbr gleicher Geburtenziffer 6340. Ticier Rückgang der Säuglingssterblichkeit tritt namentlich in den letzten vier Jahren, seit dem Beginn der Tätigkeit der Großh. Zentral? und in de» von ihr besonders intensiv bearbeilctcn Gegenden, stark zu Tage. So sind z. B. in der Stadt Darmstadt im Jahre 1912 an Magcndarmkrankheiten 42 Säuglinge gestorben gegen 112 im Jahre 1909. im Landkreis Tarmstadt 44 gegen 109. lieber den Rückgang der Säuglingssterblichkeit in den einzelnen Gemein­den dcs Kreises gibt folgende Ueberiicht Ausschluß: von 100 Lebcndgeborcncn starben:

---- 1913

7,8

1906/10

1912

Darmstadt . , . .

. . . 13,7

9,8

Arheilqen.....

. . . 10,0

4,5

Ebcrsl'adt.....

10,4

Pfungstadt.....

14,3

Griesheim.....

8.6

Ober-Ramstadt . . .

. . . 14,0

14,4

Nieder-Namstadt. . .

. . . 14,1

4,1

Roßdori......

7,0

Ausfallend ist die Verminderung der Sterblichkeit auch in den beiden ungünstigsten Bezirken des Grobherzogtums, jm Ried und im Landkreis Mainz.

Nied:

1008/10

1012

Lampertheim , .

14.3

Viernheim . . .

.....18,7

13,5

Bensheim . . .

11.9

8.9

Lorsch.....

14,8

Biblis . . .

8.0

Landkre!? Mainz:

1906 10

1912

Weisenau . . .

9.8

Kostheim . . .

15,9

Bretzenheim

14.9

Gonsenheim . .

12.3

pechtsbeim , , ,

18,0

In manchen Orten

des Krell es M am; starben '

en Sommer 1911,

in dem iich die Sterblichkeit

anderen

Gegenden Teutichlands vcrvicljacht l»at, weniger als in de» hergehenden Jahren. Für das Jahr 1913 liegt eine umfassende Statistik noch nicht vor, aber die für einzelne Gemeinden bereits tkL«ÜcUlc» Ziffern sind größtenteils über alles- Erwarten gering.

So ist z, B. die Sterblichkeit

in Pfungstadt

aus

3,8 Proz., in

Hechtsheim ani 2,8 Proz, gesunken. Was in Hessen geleistet worden is

, ergibt

am

deutlichste» ei»

Vergleich mit der Täuglingssterblichkeil

in anderen Tellen Deutsch-

lands.

1909

1910

1911

1912

Prengische Nheinprovmz. .

14.4

13.4

1^,7

(noch nickt zusamminqcstellt).

Bayern links d. Rheins (Psalzl

14,7

13.9

n.i

12,0

Mecklenbnrg-Schiverin . .

14.8

17,6

19,8

16,3

Großbcrzogtnm Sachse» , .

14,3

14,2

17,9

18,1

Olnhnlt........

14.7

15.1

22,5

14,5

Hamburg.......

14.0

14.7

15.6

12,7

Slarkciil'nrq......

14,7

12.2

14,5

1 .9

tzibein Hesse»......

14.0

13,0

13,7

11,1

Tcnlschcs liieich.....

17,0

16,2

19,2

19,7

Bayern insgesamt ....

21,7

20.2

22,3

17,7

Gronlierzogtnn! Heyen . .

13.0

11.3

12.9

10,0

Tic Großherzogliche Zentralstelle für die Lgndcsstalistik schreibt uns hierzu: Ansgesührt sind sämtliche Bundesstaaten, bczw, Pro- vinzen, die ähnlich >oic Starkenburg und Rheinhessen un Jahr 1900 etwa 1415 Proz. Säuglingssterblichkeit hatten. Tic hessi­schen Provinzen zeigen einen weit bedeutenderen Rückgang der Säuglingssterblichkeit als die zum Vergleich heran gezogenen Gc- biete Tas ungünstige Jahr 1911 weist überall weit höhere Sterb­lichkeit auf als 1910 und 1909, ausgenommen unsere zwei hcjjt- schen Provinzen, die sich glänzend gebasten haben.

Tie Staiisstk von 1912 zeigt, daß Hessen von allen deutschen Bundesstaaten am günstigsten abschlicßt.

DemicheS 'Reich; überhaupt . . . 11,7

Preuße»..........14,6

Bayern -.........11,7

Sachse»..........15,6

Württemberg........13,8

Baden...........13,8

Helsen...........10,0

Zltbciterbervcgung.

Petersburg, C. April. In sechs Fabriken und einigen Kleinbetrieben, die zcitlveilig ihren Betrieb ein­gestellt hatten, ist die A r b e i t w i c d e r a u f g e n o in m e n worden. Tic übrigen Werke, darnnter die Putilow- Werke, nehmen am 8. April, die baltische Werft erst nach Ostern die Arbeit wieder auf.

Riga, 6. April. In den Fabriken streiken 33000, im Hafen 700 Arbeiter. Als ein Teil der Streikenden versuchte, eine Kundgebung zu veranstalten und zwei verbaftcte Agitatoren zu befreien, wurden die Leute von der Polizei zerstreut und drei, .ivelchc die Kundgebung augestiftct hatten, vcrlfastet.

UitiecrfUätSäTlarfmdjfcn.

Das Landwirtschaftliche In stitut der U.n iver - sität Halle begeht in diesem Sommersemestcr die Feier seines öOjährigei, Bestehens und die Eimveihung des neuen Instituts für Tierzucht. Es ist dafür der 1b. oder 16. Juni in Aussicht genommen.

vermischter.

* G r o ß f c u c r. Aus Winningen a. d. M 6. April, meldet ein Privat Telegr.: Hteute nacht wurden durch ein Feuer zehn Wohnhäuser ein geäschert. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Dass Feuer, das sich wegen deS herrschenden Sturmes weiter ausbreitct, wütet noch fort.

* Wahlweib er. Aus London, 6. April, wird gc- inctbct: In der St. Martinskirchc an, Trafalgar Square entstand gestern abend eine Explosion, durch die ein Teil der Betstühle losgebrochen und zwei bunte Glassenster zer- trümmert wurden. Man nimmt an, daß Sufjragetten Bom­ben in die Kirche gelegt haben.

* E i II vulkanischer Ausbruch in der Kr i IN '? Man schreibt uns aus St. Petersburg: Tic Petersburger Tclegraplnm Agentur hat die Nachricht von dem Ausbruch einesVulkans" in der Nähe von Feodossisa in der Krini in die Welt gesetzt. Tie Nachricht hat nicht locnig Verwunderung erregt, denn man weiß, daß cs in der gesegneten Krim keine Vulkane gibt. In der Tat han­delt es sich auch gor nicht um einen vulkanischen Ausbruch, sondern um eine S ch l a m m e ru p t i o n , toie sic in der Krim und im Kaukasus nicht selten sind. Es gibt da die sogenannten Ssopsi, Hügel mit einer kratcrähnlichen Vertiesung, die mitutstcr unter heiliger Entwicklung von Gasen und dumpicn Detonationen Schlaminassen auswcrfen. Jm vorliegenden Falle handelt es ück, um die bekannte Siopka Tschawat-Kobe, der bisher niemand vul­kanisch Eigenschaften nachocsagt hatte. Solche Ssllpki finden sich überall dort, >va Rasta oder Stciulohle vorhanden ist. Gewisse ckremifche Prozesse, die in den Unicrschichten vor sich gehen, bringen in gewissen Zeiträumen die in den Kratern der Slopki angesam- mcltcn Schiaminasien zum Ucbcrströmcn, ivobei aus den lieseren Schichten »c»e Schlammasten nachdringen. Wie Petersburger Geo­loge» angcbcn, ist die Erscheinung der Schlammeruptionen der Ssopki bisher sehr wenig beachtet worden, vieles an ihnen erickzemt der Wiiicnichait noch ganz rätielhail. Ausfällig ist in diesem^Fallc die große Menge des Schlamms, der einen Hektar mir einer Schicht von ztvei Meter Mächtigkeit bedeckt hat.

Kandel.

rb. T a r in ft a d t, 6. Llpril, Die Bank f >i r_ Handel und Industrie hielt im Sitzungssaale des Gcschäftsgebäudcs ihre Hauptversammlung ab, die vou 44 Vertretern mit 22107 Aktien und 131 662 Stimmen besucht loar. Ter Vorsitzende des Aussichtsrats, Rcichstagsvräsidcnt Tr. Kämpf, widmete zuerst den drei verstorbenen Mitgliedern des Austichtsrats, Geh. Kom­merzienrat H c d d e r i ch - Tarmstadt. Geh, Kommerzienrat Beu­ch e l t - Grünbcrg stSchles.i und Wirll. Geh. Obcrbergrat Tr. F ü r st-Charlottenburg ehrende Rachrnse. Ter Bericht des Vor standes über das Geschäftsjahr 1913 liegt gedruckt vor. Darnach stellen iich Aktienkapital und Reserven aut 192 Millionen Mark, der Gcsamtumiatz aus 978138 500 Mk. Tas Gewinnsaldo stellt sich aus 11159487 Mark, von denen 10 400000 Mark für die Verteilung einer Dividende von 6>Prozent, 280 000 Mark für Tantieme an den Aufsichtsrat und 479 487 Mk. als Gewinn- vortrag gebucht find. Außerdem ist iür Gratisikationcn an die Beamten usw. ein Betrag von 2 282 395 Mk. und für Steuern ein Betrag von 1 336 910 Mk. verzeichnet. In der Besprechung über den Geschäftsbericht ersuchte Rechtsanwalt Grünebauni-Aschas- fcnburg um Auskunft, wie cg komme, daß bei einem Kapital von 192 Millionen nur ein so geringer Reingewinn erzielt wurde und ob sich durch die vorjährige Angliederung der Bres­lauer Tiskonto Bank nicht das Geschüstsbild gebessert habe, so daß es der Tarmstädter Bank ebensogut möglich sei, eine aleich hohe Tividcndc auszuschütten, wie die anderen Tis- konlo-Banken. Aktionär Marx-Berlin war als ^Vertreter der Angestellten der Bank erschienen (wie auch schon in ver­schiedenen anderen Bankversammlungcn) und brachte eine Anzahl

Beschwerden vor. Anzuerkennen sei. daß den Berliner Angestellten volle Koalitionsfreiheit gelosten werde, umso befremdlicher aber sei cs, daß man bei den Filialen im Reiche nicht ebenso handelt. So seien in 01 i e ß e » den Angestellten F r a g e h o g e n v o r g c l c g t tv o r d c » , !v c l ch e r Organisation s i e a n - gehörten. Es sei der Tarmstädter Bank in der Presse beson­deres Lob erteilt Woorden, daß sie die erste war, die einen Ange- stclltcn-Ausschuß ins Leben ries. Man habe sich toohl die Form einer solchen Einrichtung zu eigen gemacht, aber nicht den Inhalt. Diesem Ausschuß werde von der Direktion keine Antwort erteilt, seine Anregungen bleiben unberücksichtigt. Besonders berechtigt seien die Klagen über die vielen lieberstunden, für die eine Vergütung nicht erfolge, Es läge INI Interesse des ganzen Betriebes tvic der Angestellten, daß man lickt dem Zuge der Zeit nicht verschließt und den letzteren durch ihren Ausschuß ein gewisser Einsluß zugestandcu wird. Geh. Oberiinanzrat v. K l i v i n g bemerkte zunächst dem ersten Interpellanten, auch er teile im Innersten den Wunsch nach cnier höheren Tividende. Tie allgemeine Geschäftslage der beiden letzten Jahre sei aber nicht sehr günstig geivesen, und die Ausnahme einer Provinzialuank. wie der Breslauer, tonnte in so schwerer Zeit nick» die brsruchtende Wirlung haben, die wir allerdings auf die Tauer von dieser Fusion erhosscn. Zur Steigerung der Ergebnisse war aber das letzte Jahr nicht angetan. Aus die Fragen dcs Herrn Marx bemerkt der Redner, daß der Direktion die Sackte mit dem Fragebogen itl Gießest völlig nnbekannt war. Wenn ein solcher erlassen würze, so sei das aui eigene Initiative des dortigen Leiters geschehe» und es werde nid't gebilligt. Die Direktion Ivolle das Koalitionsrecht, in keiner Weise beschränken, wenn die Angestellten ihvf Pflicht und Schul­digkeit tun. An der Wahl des ÄngestelltenauSschuffes hätten sich nur 400 von den insgesamt 3000 Beamten beteiligt und gleick>- zeitig mit der Wahl sei auch ein Protest dagegen cingegangcil, auch waren die lvciblichcn Angestellten von der Wahl ausgejchlosien worden. Man konnte doch unmöglich ein solches Gremium als die berufene Vertretung anerkennen. Tie von den Vertraucns- ininnern der verschiedenen Bureaus vorgeürachlcn Wünsche feien aber genau geprüft und zum Teil anerkannt worden. Tie Direktion habe in erster Linie die Interessen der 'Aktionäre zu lvahrcn. Bestimmte UebersNinden tvürdcn besonders vergütet, im übrigen ober habe jeder Angestellte dem Institut seine volle Kraft zur Verfügung zu stellen. Rcchtsamvalt Dr. B v p v - Darmstadt wies ans das neue Bestreben der Gelvcrkschasten lstn, sich durch Er­werb einer Aktie das Recht zum Mitivrcck,en in der Hauptocr- sammlimg zu verschaffen. Bon dem Brnttoüberschuß von cstva 14 Millionen seien im vorigen Jahre 2 1 _ Millionen für Wohl - lährtszweckc verwandt tvorden. TaS sei genntz ei» guter Tropfen soziales Oel, dem nun nicht auch noch ein Tropfen demokratisches Ocl beigesügt zu werden braucht. M a r x Berlin wendet sich gegen den Vorwurf, das; er Politik treibe; die Organisation Hetze ancki nicht, aber die Verhältnisje drängten die Beamte» dazu, ihre Interessen den Direktoren gegenüber zu vertreten. Präsident Tr. Kaemps bedauert, daß die Aussprache eine solchcSchälic anqcnoinlncn >>abe. Er müsse der Tircktion das Zeugnis geben, daß sic mit bcstcni Wissen auch für ihre Beamten cingctreten ist. Aus eine Anfrage erklärt Geh. Rat v. Klttzing, der Januar und Februar hätten einen sehr willkommenen Zustand gebracht, es seien aber inzivischen wieder Wölkchen aufgetaucht. Eine Kapitalerlwhung sei zurzeit nicht beabsichtigt. Tic Haupt­versammlung genehmigt daraus einstimmig die Rechnungsbilanz und erteilt Entlastung. Weiter toird l>cschlossen, die Zahl^dcr Aus- sichtsratsmitqliedcr aus 20 zu reduzieren, worauf an Stelle der drei Verstorbene» als 20. Mitglied der Mitinhaber der Che­mischen Fabrik E. Merck, Dr. Willi, M c r ck gewählt wird. Schließlich erklärte noch aus eine Anfrage Marx', ob die Direktion eine allgemeine Anweisung in Ivtreil der Koalitioussrciheit er­lassen werde. Geh. 9cat v. K l i tz i n g , es sei dns eine Frage, die allein zur Zuständigkeit der Direktion gehöre und auf die er hier eine Antwort ablehne.

Märkte.

Giefrcu, 7. April. Marktbericht. Aui dein Kentigen Wocheninarkte kostete: Butter das Mund 1,101.20 Atk.; Hühner­eier 1 Stück 78Pia-, 2 Stück 00 Pia.; Enteneier 1 St. 89 Pia., 2 St. 00 ; wänseeier 1 St. 0-0 Mp.. 2 Et. 00 Pia.; Käse

das Stück 68 Pi,z.. Zläiemalte 2 Stück 5 6 Pig.; Tanben das Paar 1.001.40 Mk.. Hühner das Stück 1,503,00 Alk.. Hahnen das Stück 1.50-3,00 Mk-, Enten daS Stück 3.00-4.00 Mt.. Gänse das Psd. 7585Pfq.: Welsche 45Akk.; Ochsenfleilch dasPsd. 90-98 Dia , Nindfleisch das Pfund 9094 Pfa., Kuhfleisch 80 Pfg., Schiveine- fleisch daS Pfund 75-9096 Pig, Kalbfleisch das Pid. ^'6 90 Pffl., Üanunelfleisch das Pio. 7096 Psa.; Kartoffeln 100 Kq. 5,50 bis 6.00 Alk : Weinkraut das Stück 1020 Pig.; Zwiebeln der Ztr. 18,0020.00 Mk.: Milch das Liter 22 Ps§.: Aepfel der Zentner 25 30 Alk., Birnen das Psund 2530 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Pia. Marktzeit von 8 bis 2 Nhr.

Tic Niarktprerse für Bich und ^rnchr rmd die Giekener Fleisch, und Brotpreise

am 6. Avril 1914.

Echlachtviehpreise in Franksurt a. M.

Flcischpreise in Gießen

Ochsen

50 Kg. Schlachtgewicht 7090 Alt.

l, Kg. 90-93 Pfg.

Kälber

>/, Kg. Cchlachtgw. 38-110 Dl,

'/, . 66-90 .

Schweine

'/, . 596:! ,

V, . 75-96 .

Getreidepreise in Di a n n h e im

Brotprcise in Gießen

Weizen 100 r<g. 20.25 20.60 'Mk.

Weiybrok 2 atq. 62 8N.,

Roggen 100 Kg. 16.2516.50 Alt.

Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.

bin angesehener Fachmann, Stadtkoch in Z., erklärt: Seit langer Zeit habe ich in den ersten Gesellschaftskreisen, die ich bediene, kein Tiner mehr hergcrichtet, bei welcher» zum Schlüsse nicht cosseinfreicv Kaffee Hag gereicht worden wäre.

Tie Kultur verfeinert sich ohne Frage.

4 Selbst die Ernährungs- und Heilmittel müssen sich dieser Tatsache anpassen lind die Zahl der Dinae, die man heute in konzentrierter Form haben kann, ist gar nicht zu über­sehen. Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen und auf diesen! Wege schon vor mehr als 25 Jahren vorangegangen. Sic bieten gleichsam die wohltätigen Kräfte der Sodener Ge- meinde-Heilguellen No. 3 und 18 in konzentrierter upb sicherlich in beonemster ftorm dar? und sie danken dieier ihrer Eigenschaft ihren Weltruf. Man achte stets aus den Namen Fan! Die Schachtel kostet nur 85 Pfg. 342»»