ur. 80
viertes Blatt
JH. Jahrgang
krfcheml täglich mit Ausnahme des SonntngS,
Di« „«ietzener ZamilienbläNer" werden den, .Anzeiger' viermal wöchenllich beigklegl, dar ..Kreisblatt für den Kreis Sießen" zweimal wöchenllich. Die „randwirlschaftlichen öeit- trogen" ericheinen monallich zwennal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejfen
Samstag. ■?. April
Rolationsdnrct und Verlag der Brühl'jche:» UniversilälS - Buch- und Skeindructereu R. Lange, Giexen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- siraße 7. Expedition unb Verlag: Redaktion: 12. Tel.-Adr.-AnzetgerGleveir.
woraus besteht v ifere Aleidung?
ZAen wir von der ursprünglichen Benutzung ganzer Tierhäute, solvic von den aus solchen Iicrgestellten Pelz- und Leder artikeln ab. so besteht unsere Kleidung tibcriviegcnd aus Webslossen. Tic zur Herstellung derselben benutzten fasern ciltstaminen allen drei Naturreichen, dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreiche. Acbn lich wie bei Pclzwerk war auch bei den Faserstoffen das Tier wohl der erste Lieferant. Lag es doch nahe, die langen Haare und die Wolle der Tiere zusammcnzuslcchtcn, um daraus Zeile, Bänder. Gürtel und schließlich auch Äleidungsnücke anzusertigen. In erster Reihe kamen hier wohl die langen Zchwcii- und Mähnenhaarc der Pserde, die Kamel-, Esels- und Ziegenhaare, sowie die gekräuselten und als Wolle bezeichnclen Haare der Zchase, Lamas und sonstiger Wollträger zur Verwendung. Mit dem Ausschwung der Tpinn- und Webkunst erlangte man auch die Möglichkeit, kürzere Haare zu Fäden verarbeiten zu können, so daß heute auch die kürzesten Haare zu Klcidungsstosscn Verwertung sinden
L-chon stütz lernte der Mensch auch die Faserstoffe des Pslan- zenrcichcs zu verweben. Während Adam und Eva, der biblischen Schöpfungsgeschichte zusolge, aus Feigenblätter angewiesen waren, linden wir sonst allenthalben in den ältesten geschichtlichen Ueber- lieierungcn schon Andeutungen von den> Bekanntscin mit Pslanzcn- sascrgesvlnsten, und die ältesten äghvlischen Königsgräber zeigen uns bereits die seinsten, unserem Leinen nicht nachstehenden Gewebe jener Zeit. Aeußcrst reichhaltig ist die Liste der zum Verweben tauglichen rotoffe, die uns das Pslanzenreich liefert. Tic am längsten bekannten und am meisten benutzten sind wobt Flachs und Honi, beides einjährige Pslanzcn, die allenthalben gedeihen und außerordentlich lange Fasern liefern. Ist doch die Faser bei Flachs 0,5 bis 1 Meter, !>ei Hans nicht^selten bis zu 2,5 Meter lang. Während Hans vor- tvicgcnd iür Schnüre, Seile, Segeltuche und Teppiche verarbeitet wird, liefert uns der geschmeidigere Flachs das weiche Leine» zu Leib- und Bettwäsche. Einen dem Hans ähnlichen Faserstoff bildet die Jute, auch wohl als .stalkuktahani bezeichnet, welche zu Anfang des vorigen Jahrhunderts aus Indien cingesützrt und in England mit gutem Erfolge versponnen wurde. Jetzt wird die cbensalls ein- lährige Pflanze auch in Australien, Amerika, den Teutsch-Ostajri- kaniichen Kolonien, sowie in China und Japan in so großen Mengen angebaut, daß ihre Produktion die des Hanfes und Flachses zusam- mengenommcnen bereits überholt hat. Eni äußerst feines, seidenartiges Gespinst liefert die allenthalben wild wachsende getneinc Nessel, welche zu diesem Zwecke bereits vor Jahrhunderten gezüchtet und zu dem sogenannten Nessel, einem das seinftc Leinen übcrtrcfscndcn Gewebe, verarbeitet wurde. Später kam das Ncsselgesvinst, durch billigere Ersatzstosse verdrängt, zumeist in Vergessenheit, um erst neuerdings wieder zu Ansehen zu gelangen. Ein dem Nessel ähnliches Gewebe liefert die Faser des Chinagrases, eine einjährige, ähnlich wie dis Nessel aus Wurzclstöcken wachsende l bis 2 Meter hohe Pflanze.
Während die genannten Faserstoiie, deren es übrigens noch eine ganze Reihe anderer gibt, alle aus den Stengeln der Pslanzcn ge- ivonnen werden, gibt cs auch eine nicht geringe Zahl solcher, die wir von den Blättern teils bäum-, strauch- und krautartiger, teils gräscrartiger Gewächse beziehen. Tie bekanntesten derselben sind die Palmensaser, der Manila-, Aloe-, Ananas- und Pietahans, der neuseeländische Flachs, die Alphaiafer usw.
Außer der Stengel- und Blattsaser liefert uns das Pslanzen- .. «ich auch in der Samenfaser noch verspinn- und webbare Stossc von großem Wert. Der wichtigste Vertreter derselben ist die Baumwolle. Sie ist eine wollartige Faser, in welche die Samenkörner der Baumwollpslanze eingebettet sind. Reift der Samen, so springt die ihn einschließendc Kapsel aus, und die Wolle quillt hervor. Die Bauinwollpslanze kommt in verschiedenen Arten, kraut-, bäum- und strauchartig, vor. Sie hat ihre Heimat in Ostindien, kani voir da nach Amerika. Afrika und dem südlichen Europa und wird besonders in den Ländern der heißen Zone ongcbaut. Je nach Art und Pflege ist sie ein- oder mehrjährig und wird l big 5 Meter hoch. Da die Blüten nicht gleichzeitig erscheinen, so reiset, auch die Früchte »ur nach und nach, und die Ernte, welche durch Einsammeln der reisen Samenkapseln von Hand erfolgt, dauert 2 bis 3 Monate. Eine der Baumwolle ähnliche Faser liefert die auch bei uns heimische Pavpel in ihren Samenhaaren. Allerdings ist deren Ausbeute so gering, daß ihre industrielle Verwertung bei den geringen Baum- wollpreisen nicht lohnend erscheint.
Außer den eigentlichen Bautnwollstauden gibt cs noch mehrere Pflanzen, deren Samen von wollartiget, Haaren umhüllt sind. Die Verarbeitung der letzteren ist jedoch nur selten und auch dann gewöhnlich nur in Mischung mit Baumwolle angängig. Eine Pflanzenfaser eigener Art ist die Kokosfaser. Dieselbe tvird aus dem Fleisch der Kokornußschale gewonnen und vorwiegend zur Anfertigung von Seilen, Matten, Läufern utid Bürsten verwendet. Zu de» eigenartigen Pflanzenfasern gehört auch die sogenannte Waldwolle. Dieselbe wird durch Dämpfen und Zerfasern von Kiescrnnadeln erhalten, mit Wolle oder Baumwolle zusammen versponiren und verwebt und vielfach als sogen. Geiundbeitsslanell angepricsen. Neuerdings hat man auch versucht, Torffasern zu verspinnen. Jedoch sind die dabei erzielten Ergebnisse bisher nicht besonders viel-* versprechend.
Das Mineralreich liefert uns nur äußerst wenig zu Kleidungsstücken brauchbare Faserstoffe. Einer der am tneisten zur Verwendung gelangenden ist die Asbestfaser, welche sich namentlich im Gemenge mit Pilanzenfascrn verspinnen und verweben läßt. Zu Be- kleidungszwcckcn wird dieselbe allerdings nur da benutzt, wo sic als Schutz gegen Feuersgesahr dienen soll. Weitere mineralische Gewebe sind solche aus feinen Drähten, Glas und dergleichen, die aber ebenfalls nur geringe Anwendung, und zwar für Tekorations- zivecke, sinden.
Ein Faserstoff, der eine Klasse für sich bildet, ist die Seide, welcher allerdings eigentlich zu den tierischen gehört, da er von der Seidenraupe erzeugt wird. Dieselbe sondert einen ^klebrigen Satt rb, läßt denselben aus den seinen Oessnungen ihrer Saftdrüsen her- vorlreten und spinnt sich damit ihr Grabkleid, welches dex Mensch ann wieder aufspinnt, um sich aus den so erhaltenen Seidensäden eine Staatskleidung zu bereiten.
3um Ruhme Venedigs.
Von Henri de Rägnicr.
Seit jünfzehn Jahren ist noch keines verstrichen, rn dem ich richt mindestens einmal im Frühling oder Herbst nach Venedig gegangen bin, um die wunderbare Lust der Lagune zu atmen. In letzter Zeit svrach man häufig von der „venetianischen Krankheit". Bei denen, die darunter leiden, bestünde sie in einer zu exklusiven, einer ein wenig lächerlichen Vorliebe, hinter der aber doch die tusrichtigc Begeisterung für die herrliche Stadt steckt, die Goethe md Bnron bewunderten. Müsset liebte und in die Wagner kam, um zu sterben. Die Vorliebe für diesen ganz einzigen Ort schadet och wirklich nicht, selbst wenn sich, ivie ich gern zugeben will, bei naneben modernen Damen und Herren etwas Ziererei und auch Snobismus darein mischt. Wenn es einigen eleganten Müßig- längcrn Vergnügen gemacht hat, in diesen vornehmen, vcn'ühre- ischcn venetianischen Rahmen einige ihrer großstädtischen Berschro- enheitcn ernzusühren und dafür eine etwas erkünstelte Begciste- ung mitzunehmen, so ist dies meiner Meinung nach nicht als lrankhcit zu bezeichnen, und ich glaube nicht, daß Venedig deshalb inen unheilbringenden und vergiftenden Ruf bekominrn wird. Je- ensalls icheint es mir, daß man dieser übrigens gutartigen Krankheit leicht entgehen kann, und ich kenne Denekianer, die durch dis
herrliche Atmosphäre der Kunst, Schönheit, Grazie und Melancholie, die man in dieser wunderbaren Stadl atmet, keineswegs unheilbar vergiftet worden sind.
Ja, ich will sogar noch hinzufügcn, daß die Liebe zu Venedig belebend und gesund ist, wenn man cs nicht der Mode wegen, iondern aus wirklichem Gefallen genießt. Ich leugne durchaus nicht, daß Venedig etwas Anziehendes hat, denn sein romantischer Schimmer erregt unsere Empfindsamkeit und reizt unsere Neugierde: aber ist diese Neugierde einmal befriedigt, so werden wir durch einen tieferen, gewaltigeren Zauber an diese Sirene, deren Ruf wir lauschten, gefesselt. Ihr Zauber übt keinen schädlichen Einfluß, ihre kristallklare Stiimne weckt keinen gefährlichen Licbesrausch. Ihr Gesang steigt in das schönste Licht des schönsten Himmels empor, und in den herrlichsten Architekturen findet er vibrierend einen Wicdcrhall. In der regenbogenfarbenen Muschel, die uns die Mee- rcsgöttin gab. spiegeln sich die Farbe unserer Träume und das Prisma unserer Phantasie.
Ich kenne nichts Geheimnisvolleres, Edleres und harmonisch Eigenartigeres als Venedig. Auf einem großen leuchtenden Gewässer, durch unzählige Pfähle an einem unsichtbaren Boden befestigt, ruht diese seltsame verwirrte Stadt, die tausend Kanäle und tausend Gäßchen durchkreuzen, mit ihren Plätzen, ihren Kirchen und Palästen, unter denen der Dogcnpalast gleichsam das Schloß an einer Kette ist. Neben diesem Palast, mit dem Hunderte von anderen Bauten um Luxus, Geschmack und Erfindung streiten, streckt eine majestätische und reich verzierte Basilika ihrer bnzantinischen Kiip- peln, die von dem hohen Campanile überragt Iverdcn, in die Luit. Ringsum breitet sich, der mit Marmor belegte, von Arkaden eingefaßte Vorplatz aus. Hier schlägt das religiöse, politische Herz und. das Herz des Volkes der so vornehmen Stadt, und wenn man ihr huldigen will, muß man es an der Porphnrsäulc mit dem geflügelten Löwen tun, um ihr für die herrlichen Linien und Farben, die wir bewundern dürfen, zu danke».
Durch den Nimbus seiner Vergangenheit und durch die hier ausgehäuften Kunstschätzc verführt und fesselt uns Venedig. Tie Mosaiken San Marcos, die Erhabenheit des Togenpalastes würden ausreichen, die Anziehung zu crllären, die Venedig aus alle die aus- llbt, die gegen ästhetische Eindrücke nicht unemviindlich sind und die eine Fassade von Sansovitw oder eine Gicbclspitze von Palladio oder Gemälde von Tizian, Veronese oder Tintvretto gleichermaßen bewundern. Diesen großen Künstlern verdankt Venedig auch die .Herrschaft, die es über die ganze Welt ausbreitct.
Ich glaube wirklich die gut zu kennen, die man als die Gläubigen bei der Anbetung Venedigs bezeichnen kann: niemals habe ich jedoch auf der Piazza oder Piazzetta jene krankhaften Marionetten getroffen, die aus Venedig das Dogma ihrer Seele machen und sein Mysterium mit jener unbestimmten Mischung von Snobismus und dummer Einfalt feiern. Diese Art Leute existieren Ivohl nur in der Phantasie der Romanschrciber. Ich will aber nicht behaupte», daß alle Stammgäste Venedigs es mit einer klaren Urteilsfähigkeit und dem richtigen Gesühl für feine Sckzön- heit lieben. Wie ich bereits einmal sagte, hat ihm sein phair- tastischer und romantischer Ruf unbetuqtc Besucher und schlecht unterrichtete Besucherinnen verschafft: solche erkennen icdvch sehr schnell, daß sie sich irrten und Venedig nicht für sic da ist. Nach kürzerem oder längerem Aufenthalt beeilen sic sich, andere Orte, die ibreni Geschmack inehr entsprechen, auszusuchen. Sic haben nur das,oon .Venedig gesehen, was es ollen zeigt: sic haben! seinen, Lied gelauscht, doch seine» tiefen Sinn nicht verstanden.
Alljährlich nimmt Venedig nrit der herrlichen, gleichgültigen Höflichkeit einer melancholischen Königin unzählige, kosmopoli- tiichcTouristen auf. Dieser bunte, rührenden. komischcHauseeilt von Kirche zuKirche, vonPalost zu Palast. Er überschwemmt die Säle der Museen, stampft in den „Colli" umher und drängt sich in den Gondeln. Er nimmt Platz ein, aber er ist nicht unangenehm. Er wird durch einen unllaren, grobsinnigcn Wunsch nach Schönheit und Kunst geleitet, llclnugens ist diese Plage nur vorübergehend. Wie Venedig seine Saison hat, so hat es auch Stunden der Einsamkeit, in denen es denen, die seine Schönheit lieben, ganz gehört. Es wird wieder die Stadt des Zaubers, des Schweigens, der glücklichen Melancholie, des Nachdenkens und des schönen Müßigganges.
Ob man es zum ersten oder zum zwanzigsten Male in den ersten Sommertagen oder den letzten .Herbstwochen aufiucht, immer wirkt es zauberhaft. Dieser Zauber liegt in dem vornehmen, reizenden und eigenartigen Rahmen, der uns umgibt, in der undefinierbaren Mischung von Luxus und Holzem Alter, Sehnen und Zartgefühl, Würde und Gutmütigkeit. Er liegt in dem harmonischen Glanz des Himmels und der Sviegelung der Gewässer, dem dunstigen Schillern der Luft, der Abwandlung der Farben. Und dieses wechselnde Schauspiel verfolgt uns unerlählich in der Erinnerung, und mit scineni zwingenden Bann führt cs »ns wieder zurück. Man sehnt sich danach, cs wieder vor Augen zu sehen.
Und dies bezeichnet man dann als „venetianischc Krankheit": kann man ein Sehnen Krankheit nennen, daß man wieder sehen möchte, wie die Sonne den Marmor vergoldet und sich tausend Reflexe aui den Gewässern spiegeln? Gibt es nicht ungesund:« Belustigungen als durch eine unendlich malerische Stadt zu streifen, die so viel Spuren vergangener Tage zeigt, und in der noch ein zartes, sanftes Leben pulsiert? Ist eS ein Zeichen moralischen Verfalls, Kirchen zu besuchen, Bilder zu betrachten, einige Wochen fern von der entsetzlichen Banalität unserer mode nen Städte zu leben, in Schweigen, einer der Träumerei günstigen Einsamkeit, mit dem melancholischen und ergreifenden Gesühl, daN diese Sckwn- hcit, von der wir umgeben werden, vergänglich und hinfällig, ihre Tauer durch di' Launen der Menschen und die Schwäche des Materials begrenzt ist? > !
Turch keine anderen Zaubcrmittcl erhält Venedig bet seinen Getreuen und Schwärmern seinen Nimbus. Es sind keine Sonderlinge, noch sind es klcberspannte, nur einfach Menschen, die das göttliche Licht des venetianischen .Himmels dem Nebel und Staub der Großstädte verziehen.
vermachtes.
DBK Käuserpslichten. Von den Käuferpslichten, keinen Schund zu kaufen und nicht dort z>t kaufen, wo die Angestellten schlecht behandelt ttnd die angebotcuen Gegenstände mit Hungerlöhnen hergestellt werden, von diesen großen, erzieherischen Käuferpflichten ist schon oft gesprochen worden. Weniger von jenen kleinen Käuserpslichten, die den Käufer selbst erziehen sollen. Hat der's nötig? Stell dich eine Viertelstunde hinter einem Pseilcr eines Warenhauses aui und schaue zu. Nachher wirst du nicht inchr tragen, ob cr's »ölig habe. Ich habe versucht, meine Erfahrungen in dieser Richtung auf einige Käuferregeln zusam- menznpressen. Hier wären iie: Beginne nicht mit „Hm, was wollte ich doch kaufen?", sondern |'et_ darüber schon im klaren, wenn du aus die Klinke drückst. — Sei nicht ungeduldig, wenn man dich nicht gleich bedient: die Verkäuicrin soll doch auch nicht Ungeduldig werden, wenn du sie wegen der und der „Nüanksc" ein halbes dutzcndmal die Leiier auf- und abhctzest.Verlange nicht ein ewig heiteres Gesicht hinterm Ladentisch: auch eine Ver- känserin darf Kopsweh haben so gut wie du Migräne. — Latz dir keine Tonnen vorlegcn, wenn du einen Fingerhut kaufen willst. — Die Ballen, die du ohne Not von müden Füßen schleppen läßt, rutschen irgendwie einmal auf deine Seele. — Wenn du schlecht bedient wirst, rufst du nach dem Prinzipal. Es wäre
hübsch von dir, es ihm auch daun und wann zu sagctt, wenn du
gut bedient wirst durch das Persotial. — Hast du auch daran gedacht, daß die täglichen Wcgcstückchcn der Verkäuferin zusammen eine Strecke machen, die ost von einer Stadt zur andern reicht? — Wenn dein Vorgesetzter eines Tages plötzlich deine fünffache Arbeitsleistung verlangte, was würdest du da sagen? Verlangst du aber nicht dasselbe von Berkäuicr». wenn du Wcihnackns deine Käufe bis zuletzt aufschiebst? — Kause niemals, wenn du schlechter Laune bist: Du leidest, es leidet die Verkäuferin und nicht zuletzt die Ware. — Hülst du das für nobel, der Verkämen», die dich bedient Hai, deinen Gruß aui Straßen zu versagen? — Und eine Regel schließlich, welche alle diese Regeln überflüssig machen bürfte: Stell dich oder denk dich einmal einen Tag lang selbst hinter das Ladcnpult!
* Gute Ausrede. Ter Sohn kehrt von der römischen Rciie, die ibm der Bater zur Bereicherung seiner Bildung ipen- dicrtc, zurück. „Denke dir nur, Papa, 12 Lire täglich »rußte ich fürs Zimmer zahlen." — „12 Lire? Diel — aber dafür wirst du ja auch viel gesehen und gelernt haben. Erzähle nrir von Rom. welche Kunstwerke hast du besichtigt?" — „Besichtigt? Aber Vater, ich habe doch nichts sehen können. Glaubst du denn, daß ich ein Zimmer, für das ich 12 Lire zahle, tagsüber leer stehen lasse?"
Märkte.
Gießen, 4 April Marktbericht An! dem beutigc» Wochemnarkle lastete: Butter da- Pkund 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück 7—8 Pia., 2 Stück 00 Pia : Enteneier t St. 8—g Psg„ 2 St. 00 P'g : Gänseeier I St. 0-0 Big., 2 21. 00 Pia.; Stofe
baS Stück 6 -8 Plg., stälemacke 2 Sliicf 5—6 Pkg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk„ Halme» bas Stück 1,50-3.0 >Mk., Enten das Stück 3,00—4.06 Mk.. Gänse das PId. 75—8öPkg.: Wcliche 4—>'Ulf.: Ochieinlcnch dasPId. 90 -98 Pig., Rindfleisch das Pkund 90—94 Psa., Kubsteisch 80 Psg., Schweinefleisch das P'und 75 90—96 Psg . Stalbileilch das P'd. J 6 -90 Pia.. Hammelfleisch das Pf- 70—96 Pig.' Kartoffeln >00 Kg. 5,50 bis 6,00 Alk : Weinkraut das Stück 10—20 Pig.; stwiebeln der Ztr. !8,00—20,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pig.: Aev'el der Zentner 25 -30 Pik.. B r»e» das Pkund 25— 30 Pig, Nüsse 100 Stück 50 rn 1:1 • "'cw'twb von 8 bis 2 Uhr.
pp. Wiesbaden. V le bh o k-M a rk t b cri ch t vom 3, Avril. Anktrleb: Rinder 7 tObken 12, Brillen 6, Kübe und Härten 58z,
Kälber ' . Schare 46, Schweine 148. Prelle für 190 Pid.
Geschält mittel Lebend- Schlacht-
Ockiken. gewicht
PoNflelkchige, ansqemästete. höchsten Schlacht- Mk. Mk.
wertes im Alter von 4—7 Jgbren .... 50—51 86 — 91
Junge, steikchige, nicht ausgeinästete und ältere
ansgemästete............ 49—53 85—93
Mäßig genährte junge und gut gegenährte ältere...........34—48 78—85
Bullen.
Voll fleischige, ou5qhd, höchsten Schlacht w. . 43—46 73—78
Volk fleischige, jünger«.......... 39—42 63—71
Färsen. S? n h e.
Pollsteffchiqe ouSgemästete Färsen höchsten
Schlachtwertes............ 48 —5 2 84 —93
Voll fleischige auSgemältete Kühe höchsten
Cchlachtwertes bis zn 7 Jahren..... 40—44 74—80
? eitere ouSoemäflete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe......... 43—47 76—83
Mäßig genährte Kübe und Färsen..... 35 —39 66— 71
Gering genährte Kühe und Färsen..... 30—34 60—66
Kälber.
Feinste Mastkälber........... 68—70 113—117
Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . . 62—66 193-110
Geringere Plast- rrnd gute Saugkälber . . . 56—61 94—102
Geringe Saugkälber ......... 50—55 85—93
Schake.
Mcidemastlchake-
Mastlämmer und Maslhammel . . 45,50 — 47,00 94—96
Aellere Plasthannnel. gut genährte junge Lchaü und geringer« Mastlännner . . 44,50 -45,50 92—94
Schweine, k oll fleischige Schweine von 80—100 bg Lebend-
gewi Ick.............. 47-47*/, 60-61
Vollsleiichiqe Schweine unter 80 leg Lebendgewicht 46-47 59-60
Vollfleiichige Schweine von t00—120 li -Lebendgewicht ............. 48 49 60—61
Bollsleischige Schweine von 120—150 kg Lebenö-
geioicht..............4514-47 57—59
Feuichwei»! über 150 kg Lebendgewicht . . 4i—45 55—56
Meteo rologische öcobachtungen der Station Gießen.
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höchste Te;nveratur am 2. bis 3. April 1914 = 4- 15,4 V. Niedrige . , 2. , 3 „ 1311 — -s- 80°,
Niederschlag: 0,0 mm.


