Nr. V)
Ter «letzeiier Anzeiger
fcfd>™tt täglich, ouBtt Sonntags. - Beilagen: uterinal wöchenllich 9>i«f{ener,^<iniili«nblätter;
zweimal nödjcnll.KltUi Hall für tut Knis Kietzen >K.iensiog itnbprcitnii); zweimal n:onall. Sans- wirlschaslllche öf iK.aatn '.'•«niovccl) - Anichlüße: t>»r bie ckledaknon 112, Verlag ». (rjrebiiiüti 51 Sibrcne lür Teveichen: Anzeiger Siege». Annahme von Anzeigen stir bie Tagernmniner bi» vormittags S Uhr.
^ E rstes Blatt Jahrgang Montag,
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefjen
Notationrdnllk und vrr'.ag der SrSHI'schen Unio.-Vuch- und Strindruckerei 8. Laag«. Nedaktion, Lrpkdition und Druckern: Schulftratze 7.
25. März
Bezugspreis:
monatIich75Pi., vierteljährlich Mk. 2.20; burch Abhole- iu Zweigstellen inonatlich 6o M-: durch biePost ALL.—viertel» jährl. auSichl. Bestillg. Zellenpreis: lokal 15Pj„ ausivärt-5 20 Piennig. Chelrebakteiir: 21. (Kaetz. Verantwortlich iür den polit. Teil: Aug. Gaelz; lür .Fenilleion', .Vermischtes' »nb.Serichts- saal": Karl 2!e„raii>: iür .Stabt »nb Laub": Kurt Benbt; iür be» Anzeigenteil: H. DeL
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
Einweihungsseier der Akademie der Wissenschaften in Berlin.
Eines der erfreulichen Ereignisse, die von deutjchcin Weifte und von der Einmütigkeit des Reiches Zeugnis oblegen. hat sich om gestrigen Sonntag in der Rcichshaupt stadt abgespielt. Ter Kaiser hat die deutschen Vertreter der Wissenschaft und die lstichsteit Würdenträger um sich versammelt, »in den Renban der »gl Vibliothet und der Akademie der Wissenschaften feierlich ciiizuwrihen. Wiederum rühmte der Kaiser das Interesse seiner Vorfahren für das Gedeihen der Wissenschaften, niid er hat ja auch iiisoscrn recht, als die bcdenlcndsten seiner Alsiien lvirklich nicht nur auf dein Schlachtselde und Kasernenhos die höchsten Verdienste sich erworben haben, sondern auch im Reiche der Wissenschaften. Tie Rede des Kaisers ivar von rhetorischem Schwung getragen. und cs darf daran erinnert werden, das; Wilhelm II. ui der Tat gerade in diesem Streben der Förderung der Wissenschaften die besten und am wenigsten umstrittenen Verdienste sich erworben hat. Wir sehen es gerne, wenn er den Versamnielten so überzeugungsvoll vorhielt, das; her ..Bnitntabc lotet" und nur der Geist lebendig macht. „Rur was der Augenbliek e r s ch a s s t. das tan» er irützen."
Die große von Banrat Robert Adams erbaute Kuppelhalle bildet den Glanzpunkt der vielen Räume des neuen Bibliothckvalastcs; sie soll als Lesesaal dienen. Sie erhebt sich •56 Meter über dem Fußboden und hat eine Spannweite von 68 Metern. Tic Kuppel wird gebildet von 61 Rippen, die oben in einer kassetticrteu Decke münden: durch eine breite Sberlichtössnuitg lallt das Tageslicht hinein. Man denkt beim Eintritt an die bekannte Kuppel im Lcsesnal des Britischen Museums in Loiidan. Der Lesesaal bietet Ranni für vierhundert Leser, er iiiacht einen ebenso festlichen Eindruck wie die drei Tore, mit denen sich der Bibliojhekpalast nach den Linden zu öffnet, und durch die man in eine Vorhalle und dann in einen Ehrenhof tritt, der mit einer Fontäne geschmückt ist. Besonders bemerkenswert ist der große und präch- iige Festsaal, der mit geschmackvollen Malereien und den Büsten der preußischen Könige ansgcstattet ist.
Berlin, 22. Mär; .Heute mittag wurde der mit einem xostcnauswande von über 26 Millionen Marl errichtete Renban der K g I. A lade »I jeder W i s s e n s cha s t c II und der Kgl. Bibliothek in Gegenwart des Kaisers jeierlichstein geweiht. Ter Knltnsminister verlas die Urkunde, worauf der Kaiser mit den besten Wnn scheu jür das Wachsen und Gedeihen der Bibliothct drei Äamnierschläge tat. Eine dreifaches K'ntserhoch von den Chargierten der studentischen Korporationen schloß die Bor fetcr. Unter Borantritt des Kultusministers, des Gcneral- dircltors und der vier beständigen Sekretäre betraten die Fürstlichkeiten vorbei an den Ehrenwachen dce Gardcs du Eorps den großen Kuppelsaal, den zukünftigen Lesc- s a a l der Bibliothek. Ter Kaiser führte die Prinzessin Ferdinand von Rumänien, der Prinz von Rumänien die Kronprinzessin. 'Außerdem waren erschienen der Kronprinz und die Kronprinzessin. Prinz und Prinzessin August Wilhelm, Prinz Eitel Friedrich, Prinz Oskar, Prinz und Prinzessin Ferdinand von Rumänien mit Gefolge und Ehrendienst, sowie die drei Chefs der Kabinette Sr. Majestät.
Lin bunter Abend im Stadttheater.
G i e B c n , 26. März.
Ter crslc'Gescllichaftsabciti», der am Samstag zum Besten der Uitterstützungskassc des Gießcuer Stadttheoiers veranstaltet wurde, nahm dank der nmnchliqcn Borbereilnngcn und der an Ueber- raschungcn reichen Spieliolae einen sehr ichünen, hocherireulichen Berlani. Es kann daber nicht fehlen, daß derartige Vcrailstaltnngcn von nnn ab alliälirlich abgenallen werden, und das um io weniger, als neben dcni materiell eil Criolg ein nicht nnbebeuicnder Gewinn künstlerischer Art siebt, denn dos Zusammenwirken von Publikum und Künstlern wird jedenfalls auch dem Theater als Kunstinstitut von erheblichem Nutzen sein. Zwar war bas Hans lciderchicht aus verkanit, aber bennvch herrschte eine attsgezeichnctc Stiininung, und leer geglaubt Tratte, das; er unablässig geruvit würde, der war ober die niedrigen Preise und die Art des Verlaufs üchcrlich auis angenehmste enttäuscht. Tagt hatte alles einen frohen, licbens würdigen Anstrich, und bis >>r die späten Nachtstunde» herrschte in de» geicknnackvall gezierten Räinnen herzliche Fröhlichkeit und muntere Laune.
Cingeleitct tvurbe der Klhcnd bnrch die unter Herrn Kavell meiner A b a in s tüchtiger Leitung wirtende Militärkapelle, die das Bar spiel ans dem Glöcl chen dcsErcinitcn tehr fein und eindrucksvoll tviedergab. Herr Tirektor Ttetngoettcr hielt danu tinter lehhailciu Bgiiall eine kurze voekiiche Pc g r ü ß u n gs a nfv r achc , iit der er am den gute» Zweck des Abends hinwies und alten Anwesenden und Helicrn seinen Tanl abstanete. Fm Anschluß daran folgte die 'Auinihrnnq des im vergangenen Sommer schon cinnial mit gutem Erwlg liier gegebenen Znaktigen Lultiviels P l g u von Mar Bern Ü ein. dem die 'Mil - »Ulkenden unter Herrn Obcrregist'eur Tworkowskis Leitung ivicderuin eine gute. Auinabme ncherte». A» der Ansstihriing waren Herr Oskar H ö ck c r als Rechtsanwalt, Herr Ferdinand Stein ho fsr al- Paul Wedding, Frl. ?llicc T g g n n als Hedwig Mcner und £» Walter T n. orkowsk > als Troisel beteiligt. Mn hnniar voller Plandertnnst iührte Herr Trrclwr Stein goctter als Kanierenzier im iveiteren Verlaut der cvielialge der einzelnen 'Mriwi elenden ein. indem er i»r jeden irgendeine treiiende. bei- »allweckendc Emvichlung Talrt*. Herr S t e inhoicr las zwei Gedichte von Lüiencran vor Hans Stöffel und Bruder Liederlich', Fron S chr ö t t er - Dwo r ko w s k i trug ein Gedicht vor Ganz wie bct uns und dann D a s G ä » s ch e n von PreSbcr, die ebenso tvic die (Rrben das .Herrn Steinhoier tebhaileik Beifall'errangen Frl- Elle Jüngling im Geivandc eines Biedermeiers fang zunächst T a s Stelldichein und dann mit Frl. .Honst M a r t i n i in ihrem entzückenden Restrockgewand aus Wie einst im Mail das neckische Lied Ter lustige Ehemann von Otto Julius Bierbaum, das außerordentlich beklatscht wurde. Den zweiten Teil de» Programms erösftieic der Schwcrrnüter nn-
Fcrncr ivarcn zngegrn sänitlickzc Botschaiter mit Ausnahme des englischen, die Gesandten der deutschen Bundesstaaten am preußijchcti Hose, zahlreiche Bevollmächtigte zum Bnn dcsrat, darunter eine Reihe von Staatsministern, wie Mi nisterpräsident Tr. v. Weizsäcker und Minister des Innern Tr. v. Fleischhauers für Württemberg. Knltnsminister Tr. Beck (Sachsen, Staatsrninisker Dr. Frhr. v. Dusch (Baden), M i n i st c r des Inner n v. H o m b c r g k z u B a ch (Hessens u. a. in.
Mit dem Reichskanzler an der Spitze hatten sich die preußischen Staatsmiinstcr sowie die Staatssekretäre und llnterftaatssekretärc der Ministerien und Reichsämter eingesunden. Bon der 'Akwdemie der Wissenschaften waren die ordentlichen Mitglieder fast vollzählig zugegen Zahl rasche Gäste hatte» sich eingefnndeii. darunter Vertreter sämtlicher deutscher »niversitäts- und Kominnnalbihliothe ken und des deutschen Buchhandels. T i e R c I t o r c n aller 2 2 deutschen Universitäten, sowie der preußischen technischen Hochschulen waren dem Ruse zur Feier gefolgt. Bon der großen Zahl hervorragender Persönlichkeiten seien noch hervorgehoben: die Präsidien des Reichstages, des preußischen Herrenhauses und 'Abgeordnetenhauses.
Auf der erhöhten Estrade, vor der die Ehrenwachen der (Kordes du Eorps standen, nahmen tue Fürstlichkeiten Platz, rechts vom Kaiser die Prinzessin von Rumänien, Unis die Kronprinzessin. Nach einem Fansarengruß des Bläserchors in mittelalterlichem Kostüm folgte eine Motette, ivorauf der Kaiser das Wort zu folgender Ansprache nahm:
Eine Antwort des Kaisers.
Einen P a l a ft d c r W i s s c u s ck> a s t weihen wir beute. Glücklich vollendet ist der schöne Bau mit seinem impoiauieu Kuppel- saalc, ein Meisterwerk deutscher Bauluus! und Baulcchnsl. sür Mit und 'Nachwelt ein W a h r \ c i ch e n , m i c hoch mit bi e G c i ft erarbeit s cb ä tz e n , der er dienen soll. Ich danke allen be leiligtcii Klrchitekte», Handwerkern und Arbeitern iür ihre treue und treffliche Arbeit. Ich beglückwünsche die 'Akademie der Wisscnschai ten zu ihrem würdigen Heim und die Königliche ww die Uistversi- läls-Biblchthek zu ihren gerännngen und schonen Sammel und Nutziingsstättcu.
Bon Alters her haben 2lladc»ne und Bibliothek ihren Platz in nächster Nähe des Schlosses Meiner Ahnen gesunden und von diesen r e i ch c F ü r i o r g e eriahreu. Millen in den kriegerischen Untcr- nehmni.gen jür die Macht und Größe des hrandcnturg. vrcußstchen Staates legte der Große Kurfürst durch eine Lrder aus seinem Hauptquartier in Jütland int Fahre lB.')!) den Grund ;u der heutigen Königlichen Bibliothek. S>il' Königlicher Sohn begründete die Akademie und gesellte zu dem Glanze der Krone den der Wisicn- schaiten. Ter Große Friedrich, der sich leidst einen treuen 'Alademikcr nannte, schuf der 'Atadcmie wie der Bibliathck das erst jüngst verlassene Heim. Dem Bestpicle dieser cblcn Fürsten bin auch Ich gern gefolgt. Es gewährt Mir eine herzliche Be- iricdigung. hau unter Meiner Regierung die in diesem Bnu nun vereinigten bcwcn iviiieiiickaiilitt'en Hauptanskallen des Landes sich io erfreulich weiter entwickelt haben. Tie Akademie hat durch ihre Unternehmungen gezeigt. liste sie ihre Ausgaben als oarnchmüe wissenschastliche Kirperschast Meiner Monarchie auiiaßt und van Ivelchem Geiste sic beseelt ist. Tie Begründung akadeinischcr Mitgjiedcrstcllen sür Tiretivre» van Kaiser Wilhelm Fnsliiute» hat die 'Akademie zu Meiner nnerniüdlich sckwi- senden Kaiicr Wilhelm-Gesellschaft in enge aind fruchtbringende Bcziehnngen gebracht. Tic Königliche Biblivlhck darr mit ihren reichen Schalen und der .nvcckvvllcn Ordnung ihrer Bestände unter den ersten Büchcrsainmlimgen der Welt mit Ehren gc- nannt werden.
'Aufgeschloiscn liegt Var uns das reickn' Erbe der Bcrgangcn- heit. Aus der Geschichte der Akademie sprechen zu uns die crliabenen Geister eines Leibi»;, der Brüder Humboldt, eines Helmholh,
screr Bükme, Herr Karl Roitcck. mit dein Lied In der Macht aus dar Kinakönigin, worauf Frau S o n n t a g - B l u m c ein Ge dicht '2lnna Margarethi sowie ein M archcn und dann noch eine Ueinc Episode beisteuerte. Frl. Martini und Herr Ludwig Grosser sangen dann das Liaisonlicd ans dein liehen Augustin, das, wie die Tarbietnngcn ihrer Vorgänger, glich auBcrordent- lichen 'Anklang land. Schwäbische Schnurren erzöhlie .Herr V olck, einige Lieder Frl. Jüngling. Herr Rudolf Goll und Frl. Irma Lindeck brachten ein Tuett aus der Tangoprinzessi» zu großem Erfolg, und mit dem Weinlieb ans bei» lackienden Ehemann weckte Herr Grosser nochmals lcbhanen Veiiall. Endlose Heiter lest erregten die futuristischen Bilder des ans einer alten angcschcucn Künstlcrsamilie üammenden Herrn Kapellnieister Franz 'Adam, die er mit llnlcrstükung der Herren Kahler und II l r i ch genial! hatte, wozu er aber außerdem noch Tlchiong und Musik in suturistischcr Art erfunden lwtle. Tarnach spendeten Herr Grosser und Frl Martini das reizende Liebesduett aus dem Grasen von Lurrnchurg. Ten Schluß der Svielrcihe bildete eine von Herrn Kapellmeister Adam sehr witzig zusammenge- stellte „Kliinvosltian", bei der sämtliche Tarüeilcr unserer Bühne auilralen und so zugleich mit ckine.ni gul gruppierten, wirlnngs- volle.r Schlußdild einen Begriis von der Größe des hiesigen Personals gaben. ^
Ailsstellnng Münchner Künftig im Kunitocrein am vrandp atz.
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Wie fl eit, 21. März.
Bilder von möchligem, ober durchaus nicht hahlem Pathos, das von einer beseelten iaiblickcn Sprache und van reite,», nicht alltäglichem Können gctragkir wird, sind Fritz Bancrlcins „Winier im Park" und „Parktor". Eine weite Sümmuna liegt in diesen Landickiosten. Hi r die sch,vcrbcwölk,e Wimcrlandsch.nt, deren Schnccslächc inl Vordergrund, von blauen Baumicknnlen gedunkelt, durch parallel angeordncle vergeüenc Steinbänke und Statue abgeickloücn ist, im Mittelgrund sich in nTrißcm Lichte dehnt und io den Ausblick aut den w.tldbcrgigcn Hartzont aul- helll, in deni ftd: die Schncefelder oerlicreii. Tan die Ferniichl dutck das Parktor mit ihrer iomos wirkenden, durch das bren- gclagcNc Haus in der Mitte bewnten Arialität. Tas landickiast- lichc Vorbild hat nur Ken Schönhct:ssehler. daß der baraa geschwungene. ,'chmirdce,lerne Torudschluß oben sich viel zu wuchtig durch den blauen weichen Himmel furcht. Eine bekannte Münchener Malerversönlichkeit ist auch Pros. Hermann ll r b o n. Seine „Birke" zeigt eine in heller Tonigkeit beweglich gemalte Landschaft, nur der Ni dew malen,'ckvm Behandlung betonte Bir- lcnüoinm wirft zu sehr abgehackt im Ganzen. Eine weiche Mc-
eines Monnnien. lind die Blatter der Bibliothe kzeugen vom Werden und Verteilen der Völker, von dcni lieie» Denken der Meister des Altertums, von des Minnesangs Rosenzeit, von lrerßeii Glaubenskompsen und dem Sehnen, den heiligsten Gütern, von dem iorschenden Ringen um das Verstehen der Welten. Alles, was die Menschheit getan, gedockt!, gewannen und geivcse». sagt Earlole, lieg! tote durch einen Zauberhann in den Seilen der Bücher beichlaste».
'Aber >oas wir stal; als llebcrkomiiicni'S ehren, darf nicht toter Besitz sein. Ter Wissenschaft gilt es, d c n Z a II b e r b a n n z u l ö scn. Ererbtes neu zu erwerben, olles Lebende in leben- voller Turchdringung z» erlassen und ans sicherem Grunde des Er reichten k » h n d e n F l n g i n n e n e W e l t c n z n w a g c n Gott gebe, daß der deutschen Aissenschait >»e die Männer fehlen, die fiat so des Wortes bewußt bleiben, daß der Buchstabe tötet, der Geist aber lebaidig macht.
Möge alle wissenschastliche Arbeit, die in diesem Hause geleistet wird, von liejem sittlichen Ernste, von treuer Pslichtcrsüllung und von schlichter Frömmigkeit getragen sein nach i»'in Borbildc des Herrschers, denen Geburtstag wir heute begehen und besten warmem Jntereise Pibliathek lind Akademie io reiche Förderung zu verdanken hoben. Tonn wird göttlicher Lebenshauch ihr Werk durchwclien zum Ruhme deutschen Wissens und Wesens.
Gleich nach dein Kaiser sprach der K u l t u S m i n i st e r. Ee gab eine Vorstcjchichlc des Baues und dankte insbeson derc dein Kaiser für seine ninimerrastciidc Fürsorge und rich leie in bewegten Worten einen Aufruf an die Leiter und Pfleger deutscher Wistenschast. Nach dem Kultusminister be trat Gehe im rat Ticls das Podium. Er sprach für die Aka demic der Wissenschaften und dankte allen, die sich uni die Errichtung dieser neuen Stätte der Wissenschaft verdient ge mach! haben. 'Ani Schlüsse gab der Redner bekannt, daß die Akademie von ihrem Rechte, Ehrenmitglieder zu ernennen, Gebrauch gemacht und drei uni die Akademie hochverdiente Staatsbeamte, den Kultusminister, den Ehcs des Zivilkabi- netls v v ii Balentini und den Ministerialdirektor Tr. Schmidt vom Knltnsministcriiim zu Ehrenmitglieder» ge wählt habe.
Sodann bestieg Generaldirektor Harnack die Rednertribüne zu einer längeren Ansprache.
Harnack begrüßte zunächst den Kaiser und dankte iljitt_für sein Erscheinen. Tann sagte er n. a : Habemus domum! So rufen wir heute. Nicht ein Haus, sondern einen Tom der Wissenschosl. Fn diesem Moment suhlen wir uns getragen von der Größe des Baues wie von der des 'Augenblicks. In kurzen Zügen berührte er sodann einige Gipsclpnuktc aus der Geschuhte d-.'r Bibliatbek. Ein Piertel-Fahrtansenb ist sie alt. Sie ist ein Werl des großen Knnürstc». Sie beiaß zwanzigtanieiid Werke und 1666 Monn skriptc, als der große Kursürst die Augen .schloß. 'Allmablicki wuchs sic. Friedrich der Große ist der zweite Stifter. Durch ihn wurde die Bibliothet eine euroväiickic. Zum erste» Male sei sie jetzt mit der Akademie der Wistenschastcit unter einen. Doch. An, Ende der Beireiungskricgc betrug der Etat 26000 Mark jährlich, heute beträgt er das Fünfzigjache, die Zahl der Bücher ist mis rund zwei Millionen gestiegen. Tic königlichie Staotsrcgicrung hak jedes wohlbegründetes Bedürfnis anerkannt und die Mfttel, wenn auch nicht im ersten oder im zweiten Jahre, st> doch im dritten Fahre bewältigt. Fn dieser Stetigkeit, in dieser Liberalität liegt das Geheimnis des Fortschritts. Nicht eine prächtige Koto- kombc, in der Bücher beigesttzt werden, haben wir hier erbaut, sondern eine Arbcitskommer, einen Tempel der Musen. Möge uns Tcutschen immer beichieden sein, ein führendes Volk auch int Reiche des Gedankens zu bleiben. Ter Redner schloß mit einem dreiiacken Hach aus den hochherzigen Kenner und Förderer der Wstscnschaft, ans den geliebten Vater des Vaterlandes.
Nachdem das Kaiserhoch verklungen ivnr, hörte die Ber- sanimlnng stehend das „Salvum fac regem". Ter Kaiser zog noch den Kultusminister, Gehcimrot Ticls und Gencraldirek tor.Harnack ins Gespräch und dankte thnen ßür die glänzciche
lancholic khängt an den in französischen Valeurs gehaltcuen „Blauen Türen", die vom Künstler in synthetischer Breite gesehen sind. 'Tas Gemälde verträgt aber wenig die enge Nachbarichalt eines ganz anders gearteten Werkes.) Hans Ha i» m c r .— ein Meister fit der malerisck en Umdichtung lieber Kinderköpse. Ter „Mu- !,zicieude Engel" hat in der weichen Farblickstetl und in, male- rischen Ausdruck eine säst unirdisch anmutend' Innigkeit. Fm „Sck ciza" auillt viel lebengestaltcndc Kraft: den beiden sröh lichc», sprühenden Wesen ist als Kontrast der ruhige gedunkelte .Hai» gegeben: der Gesichtsausdruck des dunkeläugigen Blaird kapies ist dem Künstler kein gelungen, dagegen wirk, das linke angczogcnc Bein perspeknviick unschön. „Tie sünt Sinne' mit ihren zumeist hellen, in Bewegung besindlichen Farben und den im Licht verschleierten Kindergestalicn erinnern etwas an das Wesen der Gobelins. "Wiese, mvlkiger blauer Hüncrgruilü, Engels- köpie Von Harald Tillberg sind drei in der Oualität Unterschiedliche („Bergbach" gehört wohl einer trübet™ Schadens Periode an) Gehirgslandsckasten, von denen „Rein im Winter" be- iondere Oualiloten hat Tisferenzicrung des Tchnceianes und malerisch bei aller Leichtigkeit der Pinseltübrung doch höckist nus- drnchsvolles genick'liges Bergmastiv. Earl Lcovold Boß, testen Aauarcllk und Zeichnungen so bekanitt stich, ist mit dra Bildern >n Waiseriarben vertreten. Tic maleriich reizvolle „Lin den Allee" vereinig! olle Fähigkeitc» des Künstlers in sich. F„ der hohen technischen Ausdrucksiöhigkeit erinnert ein kleines Pastell Alfred Bach oia uns. „Studie van der Nordiee", an den in der Münchener Pinakothek Hangenden „Sonnenaulgang" van ihm Sein „Wattenmeer" gibt bei glatter, die Farbcnweite ver- niichcnde, Malwcisc eine van Stimmung'durckftränkte Sccland- ichaii. Wie schwer und dräuend liegt links der Himmel aut dem Horizont, während rechts helle Lichlwalkcn durchbrechen and bei» Wasserspiegel Glanz cinslcchtcn! Zwei stattliche Marinen lmbcu dann Leopold Schönchen zum Autor Leider imd sie »n (Keiamllalarn etwas trüb gehalten. Belm „Alten Bollwerk" tritt links die zcick nerische »chäne zu sehr in die Erscheinung, doch ist dieses Bild reicher an Stimmungsgehalt ivlc der „Tänikche Haien". Weiterhin künden drei Landichasten Rudolk P c t u e l s eigaieS Maturerleben: ein prächtiges Stück vom „Kaiiergcbirge" (löchere Malweiis, satte Farben im Vordergrund, plastischer Aut- ban der zerrissenen Gcbscgskate. eine gute „'Waldvartic ,nk Schnee" und ein mft Elan gemaltes, au> 'Virtuosität gestelltes Bild „Weiden ,m Spätherbst". „Vor dem Spiegel" von 2, - mon Glücklich repräsentiert sich als ein in glatter, oemlich iorgsöltigcr^Technik georbeiicter schöner Frouennkl, der aus cineo, traulichen Interieur heraiwleuchtet • hervorragend ist die Schulter - Partie. Ferner weist die^e-aunnluiig drei ganz varzüglichc Genre bildet von Julius schräg auf: die verraten in sudltmer Farbcngcbimg und bei lockerer, bts ins Kleinste gehender ptvjch-


