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Nr. 63 Zweites

erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Die«ietzener ZamiliendlStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das «reirdtatt für den Krtis «letzen" zweimal wöchenltich. Diekandwirtschastlichen Skit- fr-igen" erscheinen monatlich zivennal.

Vlatt Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Montag, lb. März

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichei» Universitäts - Buch- und Steürdruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion.2. Tel.-Adr.:AnzeigerGteßen.

Dcutfcfnrs Ucictz.

Das neue preußische Eiscnbahnanlcihc- fleiee ist in den wesentlichen Teilen fertiggcstcllt und wird dein Landtage in nächster Zeit zugrl,e. Ter Entwurf for­dert, abgesehen von der Schaffung von Nebenbahnen, deren Bau abhängig gemacht wird von den üblichen Bedingungen der Interessenten und der Verstärkung des Klcinbahnsonds, 3 50 Millionen Mark, Hiervon entfallen allein 173 200 000 Mark auf die Beschaffung neuer Fahrzeuge In Aussicht genommen sind der Ausbau der Nebenbahn «chneidemühlNeustettin zur Hauptbahn, die Herstellung einer Gülcrverbindungsbahn bei Stettin und der Ausbau verschiedener Strecken durch Herstellung neuer Gleise, so auf der strecke Kiel-Preetz, RokictniceTrat-igmühle, Köln (Nippes)Neuß, BuirStolbcrg, ürcicld tLinn)Neuß .Holzheini unter Umgehung des Neuster Bahnhofes (weitere Losten), LangfuhrZoppot (vicrgleisigcr Ausbau,. Bvm mcrnBorhalleWeddauRalingen, Hilden Opladen, Krcuztal- Weidenau,^EisfeldKoburg, GerstlingenVacha, TortmundEving, ScharnhorstHamm, BochumAlten bochum, Westerburg Erbach, Luckcnivaldc Jüterbog lvicrglcisiger Ausbau), LageDetmold, HammWunstors, MorgenrvthSchopp,nip. SkandauInsterburg, Ilscnburg Harzburg, TorstenCoesfeld, EmdenNorddeich, Münster i-WOsnabrück (vicrglcisiger Ausbau), TrierEhrang, AltefährBergen, Tegel Belten, BirkenwcrdcrFrohnau bei Berlin (vicrgleisigcr,Ausbau der Borortsstrcckc).

Ein Gesetzentwurf zur Abänderung der deutsch russischen L a n d e s g r e n z e vom Memel- Itroni bis zum Pissekfluß wird dem Reichstage demnächst zu- gehen. Ein gleicher Entivnrs ist bereits vom preußischen Landtage verabschiedet worden, er regelt bekanntlich die neue Landesgrenze auf Grund des kürzlich abgeschlossenen Ucber- cinkommens. Ta es sich hier um die Regelung der Reichs­grenze handelt, muß auch der Reichstag zu der neuen Grcnz- regulicrung seine Zustimmung gebe».

Nach dem Arbeitsplan des preußischenAb- g e o r d n e l en h a us e s soll am Montag und Dienstag der nächsten Woche die allgemeine Beratung über den Eisenbahn- Voranschlag eventuell mit Zuhilfenahme von Abcndsitzuiigen erledigt werden. Am Mittwoch wird die Kölner Eingemein­dungsvorlage und das Grundteilungsgesetz in erster Lesung beraten werden. Vom Donnerstag bis Samstag soll die Ein- zclberatung des Eisenbahnvoranschlags stattfinden. In der IctUcu Märzwoche soll bis zum Eintritt in die Osterferien der Kultusetat beraten werden. Da diese Beratung aber min­destens 12Tage dauern ivird, so wird der Rest des Knltus- ctats erst nach Ostern aufgearbeirct werden. Das Kommunal- abgabengesctz und die Bcsoldungsnovelle werden voraussicht­lich Anfang Mai zwischeii zweiter und dritter Etatslejung zur ersten Lesung gestellt werden.

Ter Reichsvcrband zur U n t e r st ü tzung deutscher Veteranen, Berlin, teilt uns »nt, daß er mit derZentralstelle zur Unterstützung deutscher Bete-, rauen", deren Gründer ein früherer Buchdruckereibcsitzer Paul L o e s s i n ist, der sich am 12. d. M. vor der Straskam- mcr des Landgerichts III zu Berlin zu verantworten hatte, nicht identisch ist und in keinerlei Beziehungen zu diesent Unternehmen steht. An der Spitze des Reichsvcrbandes zur Unterstützung deutscher Veteranen steht General der Infan­terie Freiherr von Lvncker als Präsident, und Graf Henckel Von Tonncrsinarck als stellvertretender Präsident. Tie Ar­beit dcS Reichsverbandcs ist im Jahre 1913, trotzdem sie erst zu Ostern des vergangenen Jahres ausgenommen werden konnte, von einem sehr erfreulichen Erfolge begleitet gewesen. Ist es doch gelungcit, in der erst 3 .jährigen Tätigkeit ein R e i n v c r m v g c n v o n 2 0 0 0 0 0 M a r k zu sammeln und lausende Einnahmen in einer Hohe von 40 000 Mark sichcr- zustcllen. Diese Erfolge haben den Verband veranlaßt, schon zu Weihnachten des vergangenen Jahres 30000 Mark zur Unterstützung von rund 15 000 hilfesuchenden Veteranen bc- rcitzustellen. Die Unterstützungen werden zur Behebung vor­übergehender Notlagen teils einmalig gegeben, teils erfolgten sic entsprechend den Grundsätzen des Verbandes als laufende Unterstützungen von monatlich meist 10 Mark. Aber nicht nur in Gestalt von pekuniären Beihilfen hat der Verband im Jahre 1913 seine Fürsorgetätigkeit für unsere alten Krie­ger entfaltet, sondern er hat auch durch Erteilung von Rat und Auskünften zahlreichen Veteranen den Weg zur Er­langung der gesetzlichen Beihilfe von 12,50 Mark pro Monat gewiesen. Eine wertvolle Arbeit für den weiteren Ausbau der Organisation des Reichsverbandes ist sodann im Jahre 1913 durch Veranstaltung einer statistischen Umfrage bei den deutschen Städten geleistet worden, durch die fest- gestellt wurde, welche Fürsorgevcreine in den einzelnen Städten dcS Reiches bestehen, wie ihre Bcrmögensverhältnisse liegen und unter welchen Bedingungen die Untcrstützungeü erfolgen. Tein ReichSvcrband lind im Jahre 1913 beigetreten rund 5000 Mitglieder, ferner zeichneten einen einmaligen Beitrag gleichfalls rund 5000 Damen und Herren. Unter den Mitgliedern resp. einmaligen Gebern befinden sich: 166 Städte. 197 Ofsrzierkorps, Bezirkskommandos und Offizicr- llubs. 31 Innungen, 29 wirtschaftliche Vereine und Verbände.

Tie braunschweigische L a n d e s v e r s a m m - l u n g genehmigte einstimmig die Wiedererrichtung einer braunschweigischen Gesandtschaft am preußischen Hofe. Der Posten soll dem Bevollmächstgten im Bundesrat, Wirkt. Geh. Legationsrat Boden, mit übertragen werden.

AnslanS.

Uebcr das Befindeu des Oberstleutnants von W i n t e r s e l d wirft aus Grisollcs gemeldet: Nach dem un­sagbar komvlizicrtcn >l n i a l l ivaren z w e i O v c r a t i o n e u not­wendig. Sie verliefen gut, schwächten aber sehr. Tann kam in den ersten Monaten ds. Zs. eine leichte Besserung. Ter Kranke stand auf las Bücher und verfolgte i>i den Zeitungen den Berlar» der französischen Politik. Bor einer Woche kam dann die große Krisis. Tas einzige Organ, das bisher ruhig geblieben war. die Nieren, rebellierten und es mußte geschnitten werden bei 40,5 Grad nnd 144 Pul« Bon den Acrzten, die Herrn von Winterfeld pflegten, spricht Frau von Winterfeld mit lebhafter Bewunderung, von ihrer Gewissenhaftigkeit und Richtigkeit stirer Tiagnose wie ihrer sicheren .Hand. Namentlich Tr. Rov vom MüitärlaMrctt bat Großes ge­leistet Ter Zustand Winterfclds war gestern relativ befriedigend.

Tic deutsch-tschechischen Verhandlungen. Die Slaivische Korrespondenz meldet aus Prag: Die tsche­chischen Partcivertrctcr lehnten in ihrer Beratung am Sonn­

tag die von den Tcutschcn in den Wiener Konferenzen der letzten Tage aufgcftellicn Forderungen ab. Ans T e t s ch e n wird gemeldet: Der am Sonntag abgehaltene d e n i s ch e B o l k s t a g für N o r d - B ö h m e n beschloß ei», mutig, die Einführung der nationalen Selbstverwaltung Deutsch-Böhmens zu fordern.

Ter Ministerwechscl in Italien Nach dem Giornale d'Jlalia" hat >ich der bisherige Minister des Auswärtigen, San Giuliano, bereit erklärt, das Mi­nisterium des Aeußern auch in einem Kabinett Salandro zu leite».

Italienische E i s e n b a h n k o n z c s s i ou c n in Kleinasien. DieAgenzia Stefani" meldet: Das ita- lie nische Syndikat für die Eisenbahnkonzession in Kleinasien nnd die englische Eisenbahngcscllschaft SmyrnaAidin Unterzeichneten ein vorläufiges Abkommen, das zur Entscheidung den zuständigen Stellen unterbreitet werden soll. Es ist bei der gegenwärtigen Sachlage noch nicht möglich, Einzelheiten über das Abkommen anzugeben.

Der Leiter der französischen Mission zur Abgrenzung des neuen Kongo-Kamerun-Ge­bietes, Pcriquet, hat sich nack) Brüssel begeben, wo er mit den Vertretern der deutschen Mission zusammcn- trcfscn soll, um einzelne Punkte der neuen Grenze, über welche ein Einvernehmen nicht erzielt werden konulc, genau zu prüfen.

Eine G e h e i m s i tz il n g der russischen Duma. DieNowojc Wrcnija" meldet aus Petersburg: Heute abend fand im Palaste der Reichsdn m a eine Geheim s i tz n n g statt, zu der 65 Abgeordiiclc der Parteien, von der Rechten bis zu den Kadetten einschließlich, cingeladen waren und an welcher der Mnisterral teilnahm. Der Minister­präsident besprach mit Genehmigung des Kaisers die Beziehungen zwischen der Regierung und der Tnma und forderte die Tuina zu gemeinsamer Arbeit mit der Re­gierung auf, die für die bevorstehenden großen Ausgaben notwendig sind. Die Minister Sasonow und Suchomlinow besprachen die Fragen der äußeren Politik und der Landesverteidigung im Hinblick aus die großen-For­derungen der Heercsvorlage.

Sozialde ni okratische Kundgebungen in Finnland. Ans. Helsingfors, 15. März, wird ge- nicldei: Heute vormittag veranstaltete die sozialdemokra­tische Partei eine Protestversammlung gegen die ge­planten G e tr e i d e z alle, an der etwa 4000 Sozial­demokraten sich mit Fahnen und Musik beteiligten. Nach­dem von vier Tribünen Reden gehalten worden waren, zog die Menge durch die Hauptstraßen nach dem Volkshause, wo sie sich zerstreute. Aehnliche Versammlungen sanden auch in ia »deren Städten und kleineren Orten Finnlands statt.

AusAlbanic n. Aus D u r a z z o wird vom 14. März gemeldet: Gestern mittag begab sich Fürst Wilhelm in Begleitung des Hofstaates darunter Esi'ad Pascha zum Se laut Itf. Das« Gebet verrichtete der Mufti von Dibra teils in albanischer, teils in arabischer Sprache. Es war das ersten Mal, daß ein Gottesdienst in einer Moschee in albani­scher Sprache stattfand. Ter Fürst wurde von der Bevölke­rung stürmisch begrüßt. Heute besuchte Fürst Wilhelm in Galauniform die Moschee, wobei er sich zum ersten Male in der Hauptstraße der Stadt zeigte. Zusammen mit dem Fürsten erschien Essad Pascha. Ter frühere Mufti von Dibra, fetziger Obermusti von Albanien, hielt eine patriotische Ansprache, die mit einem Gebet für den Fürsten und seine Familie schloß.

ll n r u h en in Britisch-Somaliland. Aus Aden vom 15. März wird berichtet: Derwische griffen in der Nacht zum l. März in Berb era (Britisch-Somali- land) einen Bazar der Eingeborenen an, wobei mehrere Ein­geborene verwundet wurden. Polizcibcainte verfolgten die Derwische zehn Meilen, jedoch erfolglos. Tie Derwische feuerten ans der Flucht auf ein Hospital für Pockenkranke, brannten mehrere Dörfer nieder und töteten oder verwun­deten fünf den Engländern freundlich gesinnte Eingeborene. Ein ernsterer Aufstand soll, wie gemeldet wird, 20 Meilen ostwärts ausgcbrochen sein.

Das japanische A b g c o r d n c l e n h a u S Hai die vom Lbcrhause am Floticnvoranschlag vorgenommene Aen- derung abgclchnt. Die gemeinsame Sitzung beider tzäuscr zur cnbgiltigcn Beschlußfassung soll am 17. März statt- sindcn Ter Premierminister bat die Führer der Parteien des Oberhauses, zusainmenbernfen und ihnen erklärt, daß er eine Einigung über den Flottcnooranschlag vorlegen würde Er bat sie, den Voranschlag dann zum Besten des Landes anzunchmen.

Das Oelmonopolgesetz und die Vereinig­te n Staaten. Aus Washington wird gemeldet: In einer Sitzung des Kabinetts unter dem Vorsitz des Präsiden­ten Wilson wurde die Frage erörtert, ob es zweckmäßig sei, zugunsten der S t a n d a r d - O i l-C o m p a n y , die sich darüber beklagt, daß das den, Reichstag vorliegende Oel - monovolgcsctz das Gcschäst der Gcsell'chasi in Deutsch­land schädige, b c i D e u t s ch l a n d z u p r o t c st i e r e n. Bei Schluß der Beratung wurde angcdeutet, daß die Regierung an diesem Kamst zwischen de» amerikanischen unabhängigen Oelkonzerncn cinersciis und der Standard-Oil-Cvmpany an dcrerseiis nicht i e i l n e h m e n wolle.

Aus Heften.

Die Freie Vereinigung hessischer N a - tionalliberalcr schreibt uns: In Frankfurt a M. bat am Sonntag, dem 15. ds. Mts., der erweiterte Vor-t stand der Freien Vereinigung hessischer Nakionallibcraler unter Leitung ihres ersten Vorsitzcnbcn, Tr. Pagcnstecher- Mainz, eine Sitzung odgeliallcn. Anwesend waren die Ver­treter der Landiagswahltreisc Mainz, Osfcnbach, Gießen, Grünberg, Alsfeld-Stadt. Lauterbach, Herbstein, Oppen­heim, Michclstadi und Waldmichelbach. Ten eingehenden, mit Beifall aufgenonrmencn Bericht über die politische Lage in .Hessen und über den Stand der Vorbereitungen für die kommenden Landtagswahlcn erstattete der Ge­schäftsführer der Freien Vereinigung, Tr. Linse-M ainz. Tie nachfolgende Aussprache, an der sich die Herren Dr. Pagenstecher, Tr. Cratz, Pros. Tr. Krausrnüller, Arzt, Stallmann. Scior, Tr. Keller. Ockonomicrat Schätzet sowie der Geschästssührer beteiligten, und die sich insonderheit beschäftigte mit der Stellungnahme der Freien Vereinigung zu den bcvor^chcndcn Land-

tags Wahlen, ergab eine vollständige Uebcrcinstimniung der Lcilungen jänillicher veriretencn Wahlkreise. Bon be­sonderem Interesse waren die Berichte der einzelnen Per» lretcr über die Haltung und die Lage der Nationallibeck ralcn Partei in ihren Wahlkreisen. Tic endgültigen Vor- berciiungen für die Landtagswahlcn, Aussteifung der Kan, didalcn usw. sollen unverzüglich in die Wege geleitet nur* den. ES ivurde sestgeftcllt, daß allenthalben die Arier, kennung der Tendenz der Freien Vereinigung, im Sinne der Haltung dpr.Gesanitpartci nationallibcrale Politik in Hessen zu treiben, im Wirkungsbezirk der Freien Vereint, gung in erfreulichem Vormarsch sich besindet und daß die Organisationsiäiigkcit überall bestens in die Wege geleitet ist. Auch die Richtlinien filr die Zukunft wurden in voller Einmütigkeit festgelegt Nach der Sitzung vereinigte die Teilnehmer ein gemeinsames Mittagessen in den Rcsiau- ralionsränmen des Vcrsammlnngsloials Hotel Prinz Hein- ricki zu zwangloser Aussprache lind gegenseitiger herzlicher Fühlungnahme. _

An» Stadt «nd Land.

Gl eben. lv. März 1914.

Einrichiung von elektrischen Installationen.

Durch den raschen Ausbau der elektrischen Uebcr, landzentralcn lausen so zahlreickp: Anträge ans Einrich­tung elektrischer Installationen bei den Ministerien ein, daß cs nötig wird, die Ausführung der Anlagen auf eine Reihe von Jahren zu verteilen. In der Regel sollen die elektrischen Beleuchtungsanlagen dann ausgesührt werden, wenn gleichzeitig bauliche Wicderherstcllungsarbciien bei Bewohncrwechsel und dergl. vorgenommcn werden müssen. Von diesen Gesichtspunkten wurde bereits in den letzten Jahren ansgcgaugen.

Neuerdings lausen nun viele Anträge ein, nach dcncu die Gasbeleuchtung vollständig oder teilweise durch elek­trisches Licht ersetzt oder ergänzt werden soll. Diese An­träge können erst dann berücksichtigt werden, wenn die Gebäude mit elektrischem Licht versehen sind, die bisher noch mit Petroleum beleuchtet sind. Eine Ausnahme hier­von kann nur dann cintrelen, wenn eine Gasanlagc so mangelhaft geworden ist, dal; sie mit erheblichem Geld­aufwand ivieder in Stand gesetzt werden müßte. Eine Aus­nahme läßt sich auch dann rechiseriigen, wenn gelegentlich größerer baulicher Wiederhcrstcltungsarbeiien gleichzeitig die clciirische Installation ausgesührt werden kann.

Man darf wohl annchmen, daß die Entwickelung ans dem Gebiet der Bclcnchlnngstcchnik in absehbarer Zeit den allgemeinen Uebergang vom Gas- zum elektrisckien Licht mit sich bringt. Dieser Entwickelung soll Rcchuung getragen werden, es ist jedoch dabei im Auge zu behalten, daß die Arbeiten auf mehrere Jahre zu verteilen sind und das Notwendigste zuerst ausgesührt wird.

Der Großhcrzog empfing am Samstag den Großh. Major ä In suite der Infanterie Borne mann von Bad-Nauheim, den Profesior Bogt von Gießen und den Oberbürgermeister a. T. Mecnm von Gießen.

** Versicherungsanstalt deutscher Haus- u n d G r u n d b e s i tz e r. Von Herrn Rechtsanwalt Raab, Gießen, erhalten wir folgende Zuschrift: Die Anstalt, die dem Zentralverband der Hausbesitzer-Vereine Deutschlands angcaliedert ist nnd in Spandau ihre Geschäftsstelle hat, versichert die Mitglieder der dem Zcntralverband angc- schlosscnen Hausbesitzer-Vereine gegen die Schadensersatz- ansprüche, die gegen sie in ihrer Eigenschaft als Eigcn-t luiner von Grundstücken wegen Beschädigung von Personen oder Sachen infolge Derschnldens erhoben werden. (Haus- h a f t p f l i cki i.) Mit dieser Eriveiierung des Bciaiigungs- krcises der .Hausbesitzer-Vereine, indciii von Hausbesitzern und für Hausbesitzer eine eigne Bcrsich e rung s an- st a 11 ins Leben gerufen worden ist, bat man den Verirc- tern derberufsmäßigen" Versicherung vor den Kops ge­stoßen: um so mehr, als die Versicherungsanstalt der Haus, bcsitzer bei geringeren Prämien größere Leistungen bieten kann, da sie sich der meist ehrennmllich tätigen Organe der Hausbesitzer-Vereine bedient. Die Versicherungsanstalt nnisaßt nicht nur die HastpsUcht aus gesetzlichen Normen, sondern aucki ans statutarischen oder vertraglich fcstgelcg- ien Bestimmungen. Sie erstreckt sich sowoßl auf Perso, iieii-iSchadcii, und zwar hier in unbegrenzter Höhe, wie auch ans Sachschaden bis zu 10000 Mt. Tics alles, ohne daß ein besonderer Antrag auf Ausdehnung der Versiche, rnng nötig wäre, oder ei» besonderer Zuschlag erhoben würde. Es ivcrden vom l. Pfennig an alle Schäden, auch die sog.Bagaiellschädcu", gedeckt, und cs findet auch an der Schadcnssumme keinerlei Abzug statt. Tie Versiche­rungsanstalt deutscher Haus- und Grundbesitzer ist kein DiviLendeninstitut, denn die Einlagen der Gründer dürfen nicht mit mehr als 6 Prozent verzinst werden. Ter Bei­trag beträgt im Fuhre von je lOO0 Mk. des Brilitoinicts- werics 1 Mk., mindestens aber 2,50 Mk., das Eintritts- geld l 3 Mk.; sonstigeGebühren" ivcrden nicht erho­ben. Die Geschäsisstellen der Vereine geben den Inleressen- tcn weitere Ausknnst.

** n t (i c m a t i f ck>-n a t u r 10 i s s c n s ch a f t l i äi c r Fort- bi l d UN g s i II r s II s. Vom 412. Mälj tau.. i r »e n

an der Universitäl ein F o r t b i l d » n g S k u r i n s für Ober­lehrer statt, zu dem 41 Teilnehmer von fast alle» höheren Schulen des Landes zugelasfen waren. Hierin kam noch eine Anzahl Herren aus Gießen. Tie feierlich: Erösinuiiz des Kurses geschah durch Begrüßungsworle des derzeitigen Rekurs der llni- verbtät Proicssor Dr. Körte und eine Ansprache von Geh. Locr- schnlrat Block. Hieran schlossen sich geschäftliche Mitteilungen des Obmanns des Kurses Direktor Tr. Schnell Butzbach. An den Vorlesungen und Hebungen beteiligten sich als Dozenten Ver­treter der Mathematik, sämtlicher naturwissenschaftlicher Fäckrer und der Geographie. An Ausilügen enthielt das Programm einen Besuch der optischen Werke von Leitz in Wetzlar nnd einen wrsscnschastlichen Tagesausiliig in die Umgegend von Gießen, der leider wegen schlechten Wetters vorzeitig abgebrochen werden mußte. Ter Pflege der Geselligkeit dienten mehrere zwanglose Ziisammcnkünstc und als Schlußfcier ein gemcinsames Abendessen.

** Baucrscher Gesangverein. Als Abschluß des 50jährigen Stiftungsscstcs vom Bauerschen Gesangverein fand am Samstag abend in der Turnhalle am Osiraldsgartcn ein I u b i l ä u m s fest b a l l statt, der eine außerordenilicki zahlreiche BctcUigung gefunden hatte. As Ehrengäste waren u. a. Herr Hcuscr, der Mitgründcr ldes Vereins, Herr Haas als Ver­treter der Bauerschen Familie erschienen. Tie Halle bot in