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rrr. *4 Dritter

Etschemt täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Dt- ..«iehtüet jomisteublättet" werden dem .Anzeiger" viernial wöchentlich beigelegt, das llreisblatt für den Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Ti-randwirtichastlichen Seit- fragen" erfcheinen monatlich zweimal.

Blatt |64. Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Cberhessen

Zamrtag. 2 . Februar W4

Rstationsdrrrck unb Verlag der Brühl'scheri Universitäls - Buch- und Stekndruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Exoedition und Verlag: Rcdaktion:^-^ 112. Tcl.-Adr.:21nzcigerGießen.

Aus den Ueichstagranrichüffen.

:: Berlin, 20. Febr.

Be: der Wciterbcratuiig des K 0 l 0 n 1 n 1 d 0 r a u * tchlag s im Budgeiausichuß unterhielt man sich über die 2 e l v 0 r k 0 m m c n i n Ncu-Guinea. Ter Bcrichicrstat- lcr beantragte. 100 0<K> Mk. für die Erkundung dieser Erd ölvorkoinine» cinzuietzcn, was non der Regierung unterstützt wurde. Ein Zentruiiismiiglied lvidersprach, da cS sich um ein riskantes Geschäft handele: die eigentlichen Bohrungen seien sehr teuer und nnsul>er. Bon anderer Seite wurde be- tont, daß inan in einer Zeit, in der über ein Reichs-Pctro- leummonovol Verhandlungen schweben, nicht ohne weiteres ein aussichtsreiches Vorkommen von Erdöl aus der ßianb geben dürfe. Die Entscheidung über den Antrag wurde aus- geseyt. 150000 Mk. wurden für die Förderung der Bau,» wollkultur bewilligt, nachdem das Bedauern geäußert war. daß kein höherer Betrag eingestellt sei. Beim Voranschlag Samoa erläuterte der Staatssekretär die Bodeufrage; wei­ter svrach man über die Mischehentrage. Ein Zeutrunismaun bcfürioortele den Ausbau des Hofens von Avia, der im .Hin­blick auf die Fertigstellung des Panainakanals an Bedeu­tung gewinnt. Der Staatssekretär äußerte finanzielle Be­denken. auch liege Samoa zu ivcit nördlich, um den Verkehr zwischen den, Panamakanal und Australien aufzunehmen. Der Voranschlag für Samoa wurde angenommen, ferner eine Entschließung, wonach in den Kolonien allgemein die Schulen der Missionen unterstützt werden sollen. Der Staatssekretär erklärte, daß bisher die Missionen durch Zollerlasse unter­stützt worden wären, daß ihm aber der Gedanke der Resolu­tion sympathisch sei.

Der Ausschuß zur Regelung des Hausierhandels un d der Wanderlagcr nahm das Verbot des Hausier­handels mit Pfandscheinen an.

Der Leuchtöl-Ausschuß setzte heute die Besprechung bei der Versorgungssrage fort. Ein Fortschrittler trat der Be­hauptung entgegen, daß unsere Versorgung nur von Ame­rika aus stattfindeii könne. Auch in Rußland, Rumänien und Mcsovotarnicn sind reiche Vorräte vorhanden. Ein Zen- truinsredncr will die Versorgungssrage nicht so leicht abtun lassen: ohne auf die Zuziehung der Standard Sil Company werde der Bedarf zunächst nicht gedeckt werden können. Die Regierung sei nicht orientiert. Ein Regierungsvcr- tretet bemerkte, die Regierung habe mit einem Berbrauchs- rückgang gerechnet, und der sei auch cingetreten: cs liege kein Anlaß vor, die Produktionsmöglichkcit Oesterreichs zu pessimistisch zu beurteilen. ,

Der Wahl Prüfung saus schuß setzte die Ent­scheidung über die Wahl des Abg. Hocsch (Kons.> wiederum aus. Die Wahl des Abg. Rother (Kons., 5. Breslau) wurde sür^ gültig erklärt.

Ter Spionage-Ausschuß beschäftigte sich heute soeiber mit beit Bestimmungen, betreffend die Strafbarkeit von vorbereitenden .Handlungen bei Spionagesällen. Es lagen mehrere Anträge vor. Eine Einigung ivurd« noch nicht erzielt.

rrirche und Schule.

Kardinal Kopp erkrankt. DieKöln. Ztg." meldet aus Ratibor: Kardinal Tr. v. K o pp ist in Troppa» plötzlich erkrankt Am Donnerstag stellte der ihn behan­delnde Arzt den Beginn einer Lungenentzündung fest. Aach dem am Freitag abend 0 Uhr ausgegebenen Krankheits- bcricht ist das fubjekiive und objektive Befinden bedeutend besser. Das Fieber hat nachgelassen und der Auswurf ist fast völlig geschwunden.

Die Lage des Arbeitsmarltes in Hessen.

Der Mitteldeutsche ArbeitSnachwcisverband schreibt uns:

Die andauernde Kalte im Januar hat die Lage des Arbeits­marktes noch weiter verschlechtert. Auf der Arbcttsvrrmitt- lungsstelle Frankfurt a. M. ist in der Metallindustrie die Beschästigungsgelegenheit in allen Branchen noch weiter zurück- geqangcn. In Mainz hat sich die Märltlagc in alle» Zweigen etwas günstiger gestellt, als in, Bormonat, doch beträgt die Zahl der aiigemeldele» oisenen Stellen immer nur noch die Hülste der entsprechenden Zabl int Januar v. I. In Worms bat sich die Geichäs,Stage ebenfalls etwas gegen den Vormonat gehoben. In Wetzlar waren die Werke voll beschäftigt, ohne aber Neu-Ein- stellungcn vorzunchmcn

In der L e d e r w a r c n - und Reiscartilel - Fabrilation lPorteseuille-Jndustric) war nach dem Bericht der Handelskammer Qffenbacki a. M. die Beschäftigung im Berichtsmonat nicht be­friedigend. Es trat eine Verschlechterung ein, die durch die all­gemeine ungünstige Konjunktur am dem deutschen Markt hervor gerufen loar.

In der Industrie der Holz- und S ch n i tz st 0 s f c war nach dem Bericht der Arbeitsvermittlungsstelle Frankfurt a. M für Möbclfchreiner wohl etwas mehr Arbcstsgclegenheit als für Bau- schreincr oorbanden. doch Irmrde in den meisten Möbelfabriken immer noch mit verkürzter Arbeitszeit gearbeitet. Rach dem Bericht der Zahlstelle Frankfurt a. M. des Deutschen Holzarbeiterverbandes ist die Arbeitslosigkeit ungemein gestiegen. Für 722 Tage wurden 1103,51 Mark Arbeitslosenunterstützung verausgabt. Für 558 Tage Arbeitslosigkeit konnte leine Unterstützung gezahlt werden, so datz eine Mitgliederversammlung beschloß, den Bctroisenc» eine srciwilligc Spende von 1000 Mark zu gewähren. Bei den .Holzbildhauern in Mainz war der Geschäftsgang im Januar gut.

Der Geschäftsgang in der Zigarren und Zigaretten Industrie war »ach den, Bericht des Dcutschen Dabakarbcitcrver bandcs iZalilstelle Frankfun a. M.) in, Berichtsmonal ichlecht. In vielen Fabriken imirde das Arbeftspcnfnm eingeschränkt.

In der Beklcidn n gs- und Reinigungs -Industrie ist astgemein die Nachfrage nach Arbeitskräfte» weiter zurück, gegangen, so in Frankfurt a. M., Mainz und Worms. In den Schuhfabriken in Ottenbach a. M war noch dem Bericht der dortigen Handelskammer die Beschäftigung im Berichtsmonal gut, da man mit der Fertigstellung der zu Frühjahr lieferbaren Waren beschäftigt ist.

Das Baugewerbe lag natürlich infolge des anhaltenden Frostes so gut wie ganz still. Auch Jnncnarbesten loniucn infolge der Kälte fast nirgends ausgcfübrt werden. Aus Gießen be­richtet der Oberbürgermeister über das 4. Quartal 1913: ,Lm Anfang des letzten Vierteljahres waren mehrere hiesige Baugcschäfte noch so weit mit Aufträgen versehen, daß sie eenen Teil ihrer Arbeiter einige Zeit beschäftigen konnten. Inzwischen wurde jedoch nahezu aufgearbeitet, so daß nur noch wenige Arbeiter tätig sind. Für Zimmcrlcute, Spengler und Dachdecker war wenig Beschäftigung vorhanden, so daß der Betrieb dieser Geschäfte fast ganz still liegt, ebenso ist cs. bei den Glasern. Die

Schreiner sind teilweiie noch mit Arbeit versehen, die hanvt saLlich in Anfertigung von Mobiliar besteht. Für Weißbinder und Anstreicher ist bei den derzeitigen Witterungsverhättnisseir säst leine Beschäftigung vorhanden. Es sind nur einige vrivatc Neubauten in Ausführung begriffen. Da keine Nenbauqeiuche oorlieqcn, werden die Aussichten füv die Bau Handwerker in der nächsten fleft recht ungünstig, jedoch sind voin Militärbauaint und der Babnvcrwaltunq mehrere Neubauten in Aussicht ge­nommen. Die Bausummc der IM abgelauiencn Bicneliahr ge nehinigten Neubauten beträgt 288000 Mk." Der Bericht des Bürgermeisters in Bingen lautet:Im 4. Quartal des Jahres 1913 wurde in einem Falle die Erlaubnis zur Errichtung eines Wohnhauses und in zwei Fällen die Erlaubnis zum Umbau von Geschäften erteilt. Tic Bausummc beträgt zusammen 120 000 Mark. Streiks oder Aussperrungen haben im Baugewerbe in diesem Zcitraunic hier nicht stattgesunde»." In Fulda wur­den im Berichtsmouat ein Neubau und 13 lim und Erweite­rungsbauten mit einer Gesanttbauiummc von 15 840 Mk. neu genehmigt. Ter Magistrat O b e r l a h » st e l n berichtet:Tie Bautätigkeit ist tut 4. Quartal 1913 »och mehr zurnckgcgangen, wie im vorhergehenden Quartal. 2 Wobnbausbanten sind i» der Fertigstellung begriisen, weitere Arbnten aber noch nicht in Angriss genommen worden. Tie Handiverker llagen alle sehr über den Geschästsstillstand. Im Jahre 1913 sind im ganzen 72 Baupläne a»t dem Bauamle cingegaugen, davon sind 5 nicht genehmigt und einer wieder zurückgezogen worden. Bon den verbliebenen 60 Projekten war die Mehrzahl nur Veränderungen an bestehenden Gebäude». 6 Proicktc sind noch nicht in Angriff genommen. An neuen Wohnhäusern sind innerhalb der Stad! 5 und außerdatb 2 entstanden. Die Stadt selbst hat in einigen Straßen mit der Kanalisation begonnen. Es waren aber hierbei nur einfache Tagelodner ans einige Wochen beschäftigt. Tie Arbeiten bei dein Brückenbau in Rüdeshcsm mußten des Frostes wegen in, Januar bedeutend eingeschränkt werden, von etwa 400 Arbeitern »rußten weit über die Hälfte feiern."

, Im graphischen .Gewerbe war ebenfalls von einer Besserung im Bcrichtsmona't nicht viel zu svüren. Nach dem Bericht des Deutschen Buchdruckerverbandes in Frankfurt a. M. verblieben am Moiialsschluß noch 62 Arbeitslose (gegen 4 t im Januar 1913i und zwar 30 Setzer, 13 Drucker, 1 Schweizerdegcn, 1 Korrektor, 1 Schriftschneider und l Gießer: in den Gießereien wurde mehr­fach mit verkürzter Arbeitszeit gearbeitet.

Der Arbeitsmarkt im G a st w i r t s g c w e r b e war »ach dem Bericht der Arbeitsvermittlungsstelle Frankfurt a. M. etwas besser als im gleichen Monat des Vorjahres: der Zuzug war sehr stark. In Kassel >var die Bermittlunastätigkeit zufriedenstellend. Ter l a n d w i r t i ch a s t liche Arbeitsmarlt lag sgst ganz darnieder. Aus dem weiblichen Arbeitsmarkt stieg säst überall die Zahl der stellensuchenden Dienstmädchen, sowie Wasch- und Pützsrauen, doch war crsreulicherweise auch rin Wachsen der osscncn Stellen zu verzeichnen.

Die ktistun-t« der Zkppelin-Lostschifie im Zahre lyss.

Gießen, 20. Febr.

Der Großherzogl. Verein für Luitsahrt veran- stalletc am Donnerstag abend in der großen Aula der Univer­sität eine» Vortrag des bekannten Luftschifführers Ecke »er. Die große Leistungssähigkeit der Zevrelinichisic geln zur Genüge ans den riclcn Hunderten von Fahricn hervor, die während der lebten Jahre zur Durchiührung gelangten. Die Ansichten über den Wert der Starrluftichiiic haben, wie bekannt, im Lause der Zeit viele Schwanlungen erlebt. Das Bestreben des Luftschiffbaues in Friedrichshafen geht vor allem dahin, sichere, durchhaltende Mo- tore zu bauen. Noch vor wenigen Jahren kam es vor, daß während der Fahrt von den drei Motoren einer nach dem anderen aussetzte, so daß man ftoh war, mit einem Motor wieder zu- rückkehren zu können. Heute kann inan sich völlig aus die Mo- torc verlassen und ihnen eine lOstündigc und noch längere Ar­beitszeit zumuten. Bei de» über Mitteleuropa herrschenden Wind­geschwindigkeiten muß eine Mindestgeschwindigkeit des Schisses von 20 Tekundenmetern oder 70 Stundcnlilometern vorhanden sein, um gegen den in Fahrhöhc (150300 Mtr.) lnwrichenben Wind anlämpsen zu können. Tic neuesten Schisse überschreileu mit 22 Mtr. Eigengeschwindigkeit noch dieses Mindestmaß. Eck euer holst, daß ein neuer Motor, der in Kürze von dem Lustschisjbau in Betrieb genommen wird, die Entwicklung noch größerer Geschwindigkeit ermögliche. ES sind vor allem drei Faktoren, die die Fahrt der Lenkschissc sehr beeinträchtigen, »am [ttft die wechselnde Sonnenbestrahlung, Regen- und Schneebelastnng und vertikale Lustbcwegungc». Ter erste Faktor macht sich im allgemeine» nur wenig bemerk­bar da die Erwärmung des Ballongaics durch die Sonnenstrah­lung eine viel geringere ist als beim Freiballon, der in völlig ruhiger Luft schwimmt. Der an der Hülle eines Motorluitichilfes vorbeistreichende Luftzug verhindert eine ähnlich starke Erhitzung wie bei», Freiballon, wo Temperaturdiiierenzen gegen die um­gebende Lust bis zu 50 Grad Vorkommen können. Im allgemeinen cmviindet das Z-Schift »ur wenig den liebergang zur Nachl einem heiteren Tage. Von größerer Bedeutung ist die Regen- belastung die bei Platzregen 1000 Klgr. und mehr betragen kann Doch wird auch die dirrdurck, hcrvorgcruseuc Sinkkrait des Schisses unter normalen .Berbältmssen durch dynamische Steuer- krast ausgeglichen werden können.

Am qesährlichsten sind vertikale, boen artige Lu, t h c w c g u n g c n , wie sie im Sommer besonders in Begleitung von Eeivittcrn cinzutrcten pflegen. Tatsächlich sind schon eine ganze Reihe von Luftschiftkalasttopden hieraus zuruckzu,'ühren. ES sind dies die dem Mclcorologen wohlbekannten Wirbel mit horizontaler Achse Aus ihrer Barderieftc herrschen relativ warme ausslcigendc Luftströme aus der Rückseite herabslürzcnde kalte Lnitmasscn, die eine Geschwindigkeit von acht und mehr Selundenmetern erreichen können Gerät ein Luitschift >» ihren Bereich, dann wird cs zu nächst in die Höhe gerissen, UN, dann ins Rücken des Böcnkeriu's mit großer Gesckwindgkcit zur Erde durchzufallen. Hiergegen wird man mit dynaniischcr Krail meist nicht anlämpsen können, wie die Katastrovhen i», Teutoburger Walde und in der Nordsee gezeigt haben. Es ist daher Pilicht des Führers, stets ickiPies Augrnmcrk aus diese schon an der Form der auiziehende» Wolke zu erkennenden Böen zu richten. Ta jede absteigend,' Lutrbcwegnng üi der Näh« des Erdbodens erlöschen muß, rät Ecken er zu möglichst rieten. Fahren. Er glaubt, diesen Böen bei rechtzeitiger Erkennung aus dem Wege fahren zu können. Doch wohl nur bei kleineren Böen, meist bandelt es sich IU» Böenironien, die sich von Norwegen bis zum Rande der Alpen erstrecken. Des ruhigem, heiterem Wetter im Frübsoimncr kann man oft heilige Erschütterungen des Schis­ses bei der Fahrt beobachten. Diese Form der Vertikalstrome, die durch die starke Erwärmung des Erdbodens entsteht, ist für die Mitfahrer zwar unangenehm, aber durchaus ungefährlich.

Noch >» aller Erinnerung ist die entsetzliche Brandkata- st r 0 l> h c des Militärlustschisses über Johannisthal, die in weiten Kreisen große Beunruhigung bervorrief. Ecken er iührt diese Kalastrovhc au, einen Konstrukttonsfchler zurück. Man hatte den Wünschen der Militärbehörde enttorcchend, den Lausgang direkt an die Gaszellen angebaut. Er mußte sich daher bald mit Gas an- »üllcn, das durch die Taugwirkung eines zum Schutze der Mann­schaften angebrachten Wandschirmes in die Goicheln gesaugt wurde. Bei der großen Explosionsfähigkeit des Wasserstoffes inuß.e eine Entzündung an den Rotoren eitttreten. jEckeurr glaubt versichern

zu könne», daß diese Katastrovhen jetzt nicht mehr möglich sind, da dafür Sorge getragen ist, daß der bei der Fahrt entstcbcnde Luft­zug den tiefer angebrachten Laufgang von Wasscrstass frei halten kann.

Sehr interessant waren die Aussührnngen des Redners »her den militärischen Wert der Z-Schifse Eine nicht zu unter­schätzende Gefahr bilden die modernen Ballo»-?lbmehrgeschütze, gegen deren Feuer auch das in 2000 Meter Höbe fahrende Schiss »och Nicht sicher liir Man wird daher in erster Linie an eine Vcr- ivendung der Schifte während der Nacht zu denken haben. Am Tage wird ein Z-Schift sich nicht über die feindlichen Linien wagen düricn. Eine geringere Gefahr stelle» die Flugzeuge dar. Eckener glaubt, daß es einem Flugzeug kaum gelingen dürilc, ei» Z-Schilf zu überholen und 00 » oben anzugieifcn, da die Flugapparate eine acringcre Lreiggeichwindigkeit besitzen, Ter Werl der Z-Tchiise als Ver­kehrs m i 11 c l liegt vor allem in ihrer großen Reisegeschwindig­keit. Es ist zu hoften, daß mit der Zeit ein ständiger Lustoerlehr HamburgLondon-Paris zustande kommt, der auch für Postbosör- derungen von Vorteil wäre.

Der Redner erntete mit seinen sachlichen Darlegungen und zahl­reichen, vorzüglichen Lichtbildern reichen Beifall. Dem Rciercntcn war es eine besondere Genugtuung, daß auch in den Kressen der Luslschissührcr eine ivesenilich ruhigere Beurteilung der Leißungs- kahigkcit der Z-Schissc Platz gcgriften hat, als sie noch vor einigen Jahren vorhanden war. Die vielen Ilnglnckssällc haben zur höchsten Vorsicht gemahnt, besonders gegenüber den meteorologischen Vor­gängen im Suftmeer, denen man früher nicht die genügende A»>- merksamkcit schenkte, woraus Rcicrcnt schon wiederholt hingewicscn !>"> Jeder Luftschifführer muß sich gründlickic nieteorologischc Kennttiisse^aneignen, A. P c v v l e r.

vermischte«.

Der Schmugglerkönig von C h i a j f 0 . I ntcr- eft'ante Erinnerungen gn die Tage, da er an der italienischen Grenze als Staatsanwalt wirkte und >n> besonderen viel mit dem Tchmuggelwescn zu tun hatte, vcrössentlicht Lina Ferriani >m Pieeolo. Da war ein Schmuggler, der IN der Bevölkerung geradezu .Hcldcnruhm genoß.^ein wahrer Napoleon des Schmuggels, den die Bauern den Schmugglerkönig nannte» Er stammte aus Ehiaiio und war nncrschövilich in dem Aussinnen »euer Listen: das eine Mal füllte er die Reisen seines Fahrrades mit Tabak, den Hut mit Tabak, die Strümpie mit Zucker, das andere Mat erschien er mit einem derben Knotenstockc, der hobt mar und Kasscc enthielt: in dem zusammenqerollten Regenschirm trans­portierte er Saccharin, in Körben nachgcmachte Weintrauben, deren Beere» Spiritus enthielten. Ein ander Mal erschien er mit Puvven. die innen mit Schokolade oder Uhren gefüllt waren, kur.',, er wurde nie müde, rastlos neue Tricks zu ersinnen, um die Zöllner zui täuschen. So kam er auch eines Tages wieder in Konilitt mit den Zollbeamten: der Mann an der Schranke fragte:Nichts zu verzollen?" Und im gleichen Augenblick sah man den Schmugg- lerkönig plötzlich hsnsallen, er wand sich in den hestigsteir Kramp sen. Schaum und Geiser standen ihm ans den Lippen, kurz, es. war kein Zweitel, daß der Mann einen schweren epileptischen Kramviansoll erlitt Ein Komplize schleppte ihn weiter, aber ans iialieniichem Boden machte der Schmuggler den Fehler, zu schnell wieder zu sich zu konimc», die Zöllner wurden mißtrauisch, nntersuchle.» de» Kranken genauer, und nun zeigte sich, daß er seine ganzen Kleidungsstücke zcntimeterdick mit Tabak ge-: -füttert hatte, _

Märkte.

FC. Wlrsbabeu. Vieh hol-Marktbericht von, 30, Febr. Nilstrieb: Rinder <>ö <Ochsen 11, Bullen 7, Suite und Stärien 48),

Kälber H". Ccha'e 35, Schweine 156. Prelle kür INü Pid.

Geschäft mittel Lebend- Schlacht-

CcfiieiT. »ewicht

Poklfleilchige, ansqenltlstete, liächktsn Schlacht- Mk. Alk.

wertes in, Atter ool, 47 Jahren .... 5054 8993

Junae, fleilchige, nicht ansgemLstete und ältere

onSgemästete............ 4953 8791

Pläßia genährte junge und gut ge-

genährtc ältere........... 4548 8088

Vullem

VoNfleilchige, a»k-gew,, höchsten Schlgchtw. . . 4546 768 >

Vollfleischige, jüngere..........4241 7174

Fällen, ftiifte.

Vollfleischige ausgemästet« Färsen höchsten

Echlaebtivertes........... 4852 8493

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten

Cchlachtweneg bis zu 7 Jahren.....3943 7076

V eitere ausaemästeie Kühe und wenig gut c>ü-

wickelie iünaere Kühe......... 4246 7582

Mäßig oenäbne Kiibe und Färsen..... 3437 6469

Gering genährte Kühe >,0 Färsen - . . . . 2933 5862

Kälber.

Feinste Mastkälber........... 6365 105109

Mittlere Mast- und beste Saugkälber.... 5660 94 101

Geringere Plast- und gute Saugkälber . . 5255 8792

Geringe Saugkälber.......... 4751 8086

Schake.

Mastlämmer und Masthammel .... 47,0000.00 9600

Schweine.

Vollfleischtge Schweine von 80100 bg Jebend-

gewi.bk.........- . . , . 51-52 65-67

Vollfleischiqe Schweine unter 80 kx Lebendgeivichl 50-51^/, 64' : .gg Vollsteijchjge Schweine von 100120 leg Lebend-

geivichl............. 52 -53'.', 65-67

Nollfleiscdige Schweine von 120150 ü» Lebend-

gewjcht.............. 51-52 64-65

Fellschweme über 150 kg- Lebendgeivicht . . 4950 Gl63