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Nur Stadt und LauH.

Gießen, 1l. Februar 1914.

" 0 1 o B li f ro ii i i di i' Zentralstelle für d i e lii k - werbe. Alls Veranlaoang «Üroßb Zentralstelle fiir dic Gewerbe werk Proiesior Tr. .'toll mann Xarmftabli am Freitag, den 13. Februar 11)14, abends 6 lllir, im Sitzungssaal der ge­nannten Vedvrde in Tarmstadl einen iültcucnden Vortrag dallcu iiber ^ Bedeutung k c ( schiedsrichterlichen Versah- itnc- für Gewerbe u u k I n d u st r i e. Anschließend an t>en Vortrag wirk eine Beinrechnng des Vortragsgcgenstandes bhatisichtigt Fm weiteren wirk eine Mitteilung darüber ersolgen, welche weiteren schritte ernzuteiten wären, um in »erbalb des L a II d e Sg e w c r b e v e r c i n S das schiedsrichterliche V e r t ä l> r e n ju organisieren. Zn dessen Durchführung bedars er geeigneter und rechtskundiger Schiedsrichter, die dem Gewerbe- stand anzugehören haben, lim diese zu gewinnen, wird cs er­forderlich sein, vou Pcoiclior Tr. Möllmann an einzelnen größere» -Orten AusbilduugSknrse abkalten in lassen.

" Eine» Gchitiirsu« im Vogelsberg vcraustnltel der Gicßcner Schjklnb in der Zeit vorn 2l.24. Februar ü.. unter Leitung des Herr» Emil B ö st in-Henne?, der bei den neulich abgebaltene» Wettlnuscn seinen Ruf al? ganz vorzüglicher Schiläufer auls neue befestigt bat. Einen Kursus in der R bvn, den Herr Dr. Demoll abhalten wird, findet anfangs März statt.

" Beim I»dia»crspielen wurde der l2iährige Sohn des Echuhniachers Hcmrici aus Anspach durch ein .Kriegsbeil^, das ihm beim Jndianerlvielen ein Schnl- tkamccad ins Gesicht schleuderte, schivcr verletzt und wird wahrscheinlich ein Auge verlieren.

** Eine interessante Gütertrennung sand am Sonntag in Täublingen stau. Ter Gesangverein Eintracht", der letzte» Sommer sein 40jähriges Bestehen seierie, Hai sich durch die Zerwürfnisse im Torse wegen der Bürger- w ei st erwähl in zwei Parteien geteilt. Jede Partei erhob An- ivruch au» die BczeichmmgEintracht", sowie aus das vorhandene Inventar, Icke Fahne, schrank, Bücher u. dgl. Daher wurde ein Sühnctermin vor deni Amtsgericht anbcraumt, in welchem inan sich dahin einigte, daß der Partei, die im alten Bcreinslokal verblieb, die Fahne. der anderen der Schrank nebst Büchern zu einem festgesetzten Preis überlassen wurde, während dic übrigen Sachm und das nicht unbedenrcndc Mapital geteilt wurden. Ter RaineEintracht" dars von keine: Partei gesührt werden. Ter im alten Lokal verbliebene Verein wird nun unter dem Rainen Gesangverein Danbringen weftewestehcn. der andere bat sich über seine zukünftige Bezeichnung noch nicht schlüssig gemacht.

Grund st ücksvkrkehr. Zwei Grundstücke zu Gießen aus der Kaiser. Allee, die aus den Ramen des R u p v, Ioh. Melchior und der Rupv, Maiharine qeb. Peter, dessen Ehefrau, eingetragen waren, sollen Freitag, den 27. März 1914. vormittags 9 1 ; Uhr. im Amtsgericht Gießen IN dessen Saa! Nr, Ist im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Ein Grundstück zu Gießen in der Walltorstraße. das ans den Namen des Heinrich Drau» des Ersten in Nüddingshausen eingetragen war, soll Freilag, den 17. April lstl !, vormittags!1 ilbr. durch das Amts­gericht Gießen in dessen Sitzungssaal Nr. Ist im Wege der Zwangs­vollstreckung versteigert werden. - Grundstücke ,;» E b e c st adt, die aus de» Name» von a) Ludwig Schneider I!., b Eliiabethe Schneider geb. Bergsträßcr, dessen Ebesran. in Everstadt, ein­getragen waren, sollen Mittwoch, den I April lstl4. naebmitkägs 2>'- Ubr, aus dem Rathause in Everstadt im Wege der Zwangs- »ollstrecknng versteigert werden. Grundstücke zu Wixhausen, ine ans den Nomen der m Gremvcl, Margarethe geb. Feen, Ehefrau des Florentin Grempe! des Ersten, b) der Eliiabethe Kebrcs, v> des Taniel Grempel, ck> des August Grcmvel, sl der Katbarina Grempel, k) der Maragarcte Grempel, a bcs Christian Grempel, sämtlich zu Wixhausen, eingetragen waren, sollen Freilag, ben 27. März 1914, nachmittags 2 , Uhr. aus der Bürgermeisterei zu Wixhausen im Wege d-r Zwangsvollstreckung ver­

steigert werden. Grunndstücke z» Groß-Gumpen, dic ans den Namen des Karl Mayer in Groß-Gum- ven eingetragen waren, sollen Freitag, den 27. Mär; lstl4, nachmittags 2 Uhr, auf dem Geschäftszimmer des OrlSgerichts zu GroivGnniven (Schnfliaus; im Wege der .Zwangsvollstreckung versteigert werden. Grundstücke zu K l e i n - Sl u h e r »t, die auf den Namen der H am bürg er, Iba, jetzt Ebesran des Max Mauer in Rein-Auheim, eingetragen waren, sollen Ton­nerstag, den 2l>. Mär; lstll, nachmittags st Ubr, a»t dem Rat­haus ,v Rcin-Auheini im Wege der Zwangsvollstreckung ver­steigert werden.

** GütcrrcchlSregister. Gütertrennung baden vereinbart ; Ingenieur Wilhelm Ferdinand S ch o e I (e r und dessen Ehesrau Auguftinc geboren - Lang zu Tarmstadt.

Starkenburst und Rhrin Hessen.

IN Ltienhach, I t. F-br. Tie diesiäbriie 'Arbeitslosen- zähl >i n g hat ein wesen in.!' »»günstigeres Ergebnis gezeitigt als die Zählung von> 8. -elruai iblst. Es Ivurde» bis Montag 73» Arbeitslose ermilteli oder 21'0 mehr als in, Vorjahre. - TA Kriindung einer F r a » c »s ch n l c ai Autbali am die sladlilchc Höhere Alädchenschnlc ist »umnehr eriolqt. Freilich wird sie »och nicht als itäblische Anstalt ins Lebe» trete», sonder» zunächst als ein Privoiimternehmen. bin der Lpihe stell! ei» Kuratorlm», das von de» Ellern der küulllqr» Fraueukchüleriiinen gewählt ivurde.

Hessen-Rassan.

-Frankfurt, 10. Febr. Als dieEhefrau des Schnei­ders Krug in der Bilbeler Straße Nr. 10 damit beschäftigt war, ihr drei Monate altes Kind zu baden, wurde sic plötzlich von einer Ohnmacht befallen, so daß es ihr .nicht mehr möglich war. aus das .Kind in der Badewanne Obacht zu geben Infolgedessen ertrank das Kind in der Badewanne, da andere Personen nicht zugegen waren.

Hanau. 10. Febr. Zn dem seit sieben Wochen dauernden Russland der Hanauer organisierten Di amantarbciter jetzt ans Grund gegenseitiger Vcr- einbarungcii, die in Unterhandlungen unter de», Vorsitz de? Handclskammcrpräsidentcii Kommerzienrat Conthel fcstgc- ieqt wurden, eine Verständigung erzielt worden. Die Arbeiter nehmen die Arbeit wieder aus.

Wiesbaden, 10. Febr. Der gestern vechastcte Artist Walter Stranzseld au? Berlin, der beschuldigt ivar. den 56jährigen Privatier Anguß Livp in der Rellelbeck- iiraße hier mit einem Revolver in die rechte Briißscite ge­schossen zu haben, ivurde gestern abend aus der Haft ent- lasien, da nicht scstznsteilcn ist, daß Stranzseld den Schuß abgegeben hat. zumal Lipp sofort nach der Tat selbst cm- ivesende» dritten Personen crllärt hat, den Schuß sich selbst .beigebrncht zu haben. Livv »och nicht vernehmimqssähig.

Wies da de», ist, Febr. Dem krühere» kommandicrc»- iden General des st. 7Irn>eeto>vs, Exzellenz v o » Ptociz, der Iw, seinem Eintritt j» de» Ruhestand seine» Wobiisttz i» Wiesbaden genommen hat und tnrzlich a» Stelle des Generalobersten > vn Lindegnist au dic Sviße des vrenßlichen KrieqervereinSinejenS ge- trete» ist, wurde 'Allerhöchst die Ge,lehinigung erteilt, seinen Wohnsitz IN Wiesbaden belbehaltc» z» dürse».

verelnsnachrichten.

Wir machen unsere Berichterstatter und Korrespon­denten daraus ausmerksam, daß wir y inwei s e a u f Be r - l c i n s s e st t i ch k e i t e n i» der Regel nicht aufnehmcn. Aus­nahmen tonnen wir nur ganz seiten machen, wenn wirk­lich) ein zwingendes Bedürfnis voriiegi, aus eine Veranstal­tung vou besonderer Bedeutung hinzuweisen, und dann

nur, wenn mit dem Hinweise kein geschäftliches Interesse für den betreffenden Verein verbunden ist.

** B.-H.-C. Seine t l. Bcrcinswandcrung unter­nahm am Svnn'ag, vom schönsten Wanderwe'ter untcntützt, der Pogclsberger Höhcnflub, Zwcigvcrein Gießen. Don der Universitätsbibliothek sührtc der Marsch dem ^rchreiberwkg ent­lang durch dasNizza" und den Gießenec Stadrwald zunächst zum Forsthans Hochwart, wo die erste Rast crioigtc. Wenn auch hier die Räumlichkeiten sehr beschränkt waren, so ivurde doch di- ansehnliche Schar von 76 Teilnehmern mit eww» Eield und gutem Millen verstaui, um »ach genügender Atzung den Weg sortzulctzen. Durch prach igc Waldungen ging es nunmehr, immer den blauen Punkten, die schon vorher benutzt worben waren, nach durch den Tistrikt Fc-ne>oald, wo dic gelben Striche, die »ach Laubach führen, den Waudercni eine Zcitlang das Geleite gaben. Kurz vor der Ganiebueg wurde der Wald verlassen, ein kurzes Stück unterhalb der Wirtschast die Rciskirchencr Landstrgße übcischritlen, um aus einem heute rechtwachswiichen" Fekd- wcg nach Großen.Buseck, das sich von dieser Sei'e äutzerst^mal-risch ausvimmt, zu gelangeii. Nach crw^gtcr Einnohme eines zrckiälchens Heeßen" gnig cs über Rödgen und den Phiioiophenwald der Hei­mat wieder zu. Im Saale des Hotel Einh >r» wurden als wür­diger Schluß noch einige Stunden verbracht, zu deren hft'erer Stimmung Mi'glicd Berlin durch mehrere wirksame Vorträge wesentlich beitrug.

Ter Gicßcner Lokal» otivssthrervercin ver­anstaltete am Sonntag in den Räumen des kausmännischen Ver- einsbauses einen Lichtbildervorkrag. Ter Vertreter der Magen Gesell cho t m. b. S, Herr Schwendt, führte die Er- schicnenen ig Wort und Bild an den Bodensee. Er zeigte die reizende Umgebung und ging dann dazu über, dic umsangrelchen ?lnlagcn, sowie dic Herstellung und vielseitige Bcrwcndnug der Produkte vorzuiühren. Er verstand cs, durch seine interessanten Aussübiungen die Zuhörer zu sesicln. Tie zum Schlüsse gereichten Aosthroben waren sehr schmackhaft zubrreilet.

- Wicscck, 10. Fsbe. Ter GesangvereinErntracht" feiert am 13., 14. und 15. Juni sein 20jähriges Stistungsscst, verbunden mit einem Gesangwoltstreit, zu dem von den Gönnern des Vereins zahlreiche Spenden eingegangen sind. Ter D c l c - gierte »tag sindet am I. Mär; im Bereinslokat W. Tor- °cld statt.

--- Hcuckelheim, 9. Febr. Samstag abend v rgnstallete der GesangvereinGermania" im Saale zum Trepvcknr sein diesjähriges Wintcrscst, verbunden mit dem 40,übrigen Sßstungs- feste des Vereins. Der Bercin sang unter seinem Dirigenten Anton- Efteßen die Chöre recht gut.

)( Lich, 8. Febr. Der Zweigvcicin des B-H.-C. vcranslaltetc gestern abend im Ettlschcn Saal sein Dekorier ungsfe st. Ter Vorsitzende, Postsckretär Rau, begrüßte die Gäste und ge - dach-e des verstorbenen Vonitzenden des GesiNNt-V. H.-C., Ober- amtsrich'crs Ni spei in Schotten, sowci eines letzthin vcrstor Venen Lichrr Mitglieds, Stadtrcchncrs Heinrich Z i m in e r XII. Gegen Ende des unwrhallendcn Teiles nahm Postickrctär Rau dic Ber eisung der W a n d e r a u s z c i ch n u n g c n vor, die nach den Vereinssatzungen Tamea mit mehr als 7 und Herren mit mehr ais 8 Wanderungen im Jahre crhailcu. DieGoldene" konnte für das Wanstermbr 1913 s'igcnden Mitgliedern über­reicht werden: Fel. Bopi. Frl. E. Dich, swd. med. Arthur Tie», Kausmann Pani Köhler, sind, tbcoi. Fr. Roth, Karl Schwenk, Frl. L. Bogt, Frl. Anna Zimmer, Fei. Carola Zimmer, Henri. Zrmmerman».

Ein Zusammenstoß in der Lust.

Flug vl atz Johannisthal, 10. Febr. Heute morgen V,9 116r stieß auf dem Fsngvlatz Iohaiinrstbal ein Luitverkebrs» dobveidecker, der mit dem Flieger Gerhard S c d l m a h r als Führer und Oberleutnant Leon darb n ais Begleiter besetzt war. mit einer Etrrchtarche des Flugschülers Degner, der die ersten selb­ständigen Flüge machte, in einer Höbe von 30 Metern zusammen. Beide Flugzeuge wurde» sehr stark beschädigt. Degner war sosort tot. Sedlnrahr und Leonhardv wurden schwer verletzt unter den Trüm- meim hervorgezogen und in das KreiskraukenbauS in Britz geschafft, Tie erste ärztliche Hilse leistete das Sanitätspersonal des Flug­platzes.

Ocrmiiditif.

*UnfalldcsO-Zugcs Berlin Base l. Der V-Zug BerlinFrankfurtBasel, der Sonntag 8 Uhr früh den Anhalter Badndas verließ und nur mis Waggons erster und zweiter Klasse besteht, erlitt Znige Kilometer vor Halle einen Unmll, der nur durch die Geistesgegenwart eines im Sveifewagen nngestellten Pikkolos ohne ernstere Folgen bliest. Aus bisher nnbetanntcn Ursachen entgleiste an dieser Steile der in der Mitte des Zuges lauiendc T vc i se wagen, wurde aber von dem Zuge mit- geichlcpvt. Tic iolgendeu Wage» raunte» aus de» Speisewagen au>, io dast durch die heftige Erschütterung die Reisenden au» das höchste erichrcai ivurde». Der Pikkolo setzte icdocki ioiort dic 8!o t- bremie i» Tätigkeit, so daß der Zug, stcvor ein größeres Unglück geschehe!, war, stehen bliest. Tie Passagiere wurden aus den bim e i, Waggons nach de» vorderen gebracht. Nach halststündigem Au»ii,halk tonnte der !>-Zug icine Fahrt sortsetzen. Unter den Passagiere,i wurde für ben Pikkolo eine Sammlung cingclcitet, dic einen ansehnliche» Betrag ergab.

* Gin entlassener Missionar a ls Erpresser. Ein srübercr Berliner Stadlmissionar ist icpt wegen Heirats-- schwindels und Erpresiungsversuchs von der Kriminalpolizei vc v- hgstet worden. Es bandelt lich um den ehemaligen 'Angestellten der Berliner Stadtmission Gustav Weise aus Charlottcnburg, der aus seiner Stellung als Stadtmiisionar seinerzeit wegen Un- regelmätzigkeiten cntlassen worden war. Weise legte sich seit dieser Zeit unter der Flagge eines Kansmanns aus den .Heiratsschwindel. In einem Inserat suchte er als Dr. Phil, in gesicherter Lebens­stellung eine Lebcnsgesährtin. Darauf meldete sich die auswärts wohnende Witwe eines höheren Beamten, gab ihren vollen Namen an und trat mit dem Schwindler in brieflichen Berlelir 'Als seine Bricic die Grenze des Anstandes überschritten, merkte die ans einer angesehenen Familie stammende Dame, daß sie sich einem Unp würdigen anvertraut hatte, 7lns ihr Schweigen lies ein Schreiben Weises bei ihr ein. zn deni ex 1000 M.alrk Schweigegeld veil- langte, widrigcnsall« er dic Verwandten der Dame davon vev- ftändigen würde, daß er zu ihr bereits in Beziehungen getreten sei. Tie Betrogene übergast dic Angelegenheit der Berliner Kri- minalvolizci, und als der Ervreiscr sich die 1000 Mark von einem Postamt abholcn wollte, wurde er iestgenommen. Jetzt stellte cs "ch heraus, daß Weise bereits v c r h c i r a t e» ist. Er I>atte seine Frau, eine Köchin, die sich mehrere tausend Mark gespart hatte, damals durch ein Inserat kennen gelernt. Er erzählte ihr, daß erI der königliche» Bibliothek veschästigt sei, zu seiner Anstellung aber 2000 Mark Kaution beibringen müsse. Tie Köchin gab ihm da» Geld, und schon an, nächsten Tage brachte er ihr seine An- stellungsnrknnde", die er gksäßcht und mit einem Siegel veck- Iehe» halte. Nach seiner Hochzeit ging er anderthalb Jßhr lang Tag ,ur Tag oünktlich um 9 Uhr morgens von seiner Wohnung ort, um sich IN sein Bureau in der königlichen Mbliolhek" zu begeucn, und kehrte ebenw pünktlich um 4 Uhr nachmittags nach Hauw zurück, bis letzt der Betrug ans Tageslicht kam.

, Flammentod einer Geisteskranken. Aus surcht- ^aee Weise ^at die 37iabrigc Ehefrau des in der Grunewaldstraße wohnenden Architekten Reinhardt den Tod gesucht und gesunden. Ä K,t war Frau R. nervenleidend. In der

Rächt zum Roniag, als sich Frau R. allein zu Hause befand, sckicint Geiilcskranlheil bei der Unglücklichen ansgcstrochcn zu sein ®! c "Hel' lich aus deni Bctt, gmg nach der Küche, übcrgoß sich Mi, Petroleum und entzündete dieses. Im Nu stand dic Frau in Hellen Flammen Bon schmerzen gevculigt, lief sie nun hinaus und alarinicrte durch ihre gellenden Hilferuie die Hnusbeivohncr ES gelang mit grotzer Mühe, durch Kleidungsstücke und Decken die Flamme» zu ersticken. Dic Unglückliche, di schon am ganzen Körper furchtbare Brandwunden erlitten hatte, wurde nach dem

Schoneberger städtischen Krankenhausc gebracht. Tort ist Frau R.

gestorben.

* Eine schreckliche Bluttat. Ter Schreiber Weiß, der in Saarunion in einer Kanzlei beschäftigt war, erschoß in der Wohnung seiner Schwiegermutter seine Frau, sein drci» iähriges Kind, seine Schwiegermutter und daun sich selbst. Ter Grund der iurchlbarc» Tai dürste in Familienzwistigkeiten zu suchen sein. Die beiden Eheleute lagen in Sckieidungsllage,

* T » r ch eine W i » d ni ü h l e getötet. In Horst sKr. Neustadt am Rübenbergc) sind drei^Kinder dein, Spielen von einem Windmiihlenslügel ersaßt worden. Sie wurden mit schweren Schädei- brüchcn dem städtischen Krauieuhauic zugciührt. Das jüngste drei­jährige Kind erlag seinen Verletzungen, der Zustand der beiden Ge­schwister ist sehr bedenklich.

* Meu4crci im Gcsängni s. Im Geiängnis zu P n a o n - P c n h in Kambodscha brach eine Meuterei aus. 800 eingeborene Geiangcnc überfielen dic Wächter und suchten sic z,t ermorde». Diese machtcil jedoch von ihren Fciicrwajscn Gebrauch und töteten mehrere Gcsangciic.

* 2 8 Millionen M a r t gestohlen.Tailh Chronicie" meldet aus N cm P o r k vom 9. Februar, In der Interstate Com­merce Commission sind auiiehcncrrcgcnüe Enthüllungen über Tieb- stähle im großen bei der N c w Ä a v e » and H e r t i o r d b a h u gemacht worden. Ein früherer Vorsitzender erklärte, daß eine Summe von 2 5 Millionen Mark verschwunden sei. Sena­tor Narris erklärte, dic Gescllichait sei auSgeraubt worden und er hoffe zuversichtlich, daß die Schuldigen entdeckt und zur Verant­wortung gezogen würden. Senator Hltchrocki erklärte, die Männer, welche die Gcskllschait ruiniert und die 'Altiouäre liestohlcn hätten, hätten sich zu gleicher Zeit als gemeinnützige Puritaner auigcspiclt.

* Ter ältcstc Mann Italiens.Gazctta del Povolo" in Turin veröffentlicht das Bild des ältesten Manncs Italiens. Es ist der ehemalige Fischer Nicola P a l m e n d o I a, der 1803 in Castcllamarc di Stabia geboren wurde und dort im Vollbesitze seiner geistigen und lürvcrlichen Kräfte lebt. Seine Lcstcnsweise ist ebenso einfach als stillig. Er benötigt täglich vier Saldi, einen sür Brot, einen für Milch, einen für Tabak und einen, uni eil» Wackiskerzchen zu lausen, das er jeden 'Abend der Madonna zu Ehren anzündet. Ter gute Nicola^hat drei Frauen und 24 Kinder gehabt. Auer nur zwei seiner Söhne leben noch, der eine im Alter von 84, der andere von 75 Jahren. Der llljälirige Greis erinnert sich ganz genau der Schicksale des ehemaligen König­reichs Neapel und hat auch das tragische Enfte Murats nicht vergessen.

Gcricblssaal.

München, 9. Febr. Ein eigenartiger Fall von Verletzung des Urheberrechts kam vpr dem Münchener Schössen- geiicht zur Verhandlung. EiucVTime harte einem Münchener Zahnarzt die Erlaubnis gegeben, wegen der Eigenart einer kianlbaslcn Erscheinung an ihren Zähnen eine photographische 'Ausnahme auszuiühren. Ter Arzt veröffentlichte dos Bild dann in einer »o» ihm herausgegcbencn wiiienschajtlichen Zeitschrift für Zahnkunde. Tie Photographie zeigte das ganze Geiicht der Dame. Ticsc stellte Siraiantrag, weil die Veröffentlichung des Bildes ohne ihr Wisse» und gegen ihren Willen ersolgt ser. TaS Schöffengericht sprach den Zahnarzt frei, weil es sich nicht überzeugen konnte, daß er sich wiffcntlich gegen das Urheberrecht ver­gangen habe.

TicPerle". Ein Tienstmädchcn, das, wie der Vorsitzende . hcrvorhob, ihrer Tienstherrichait in der niederträchtigsten Weise Unannehmlichkeiten bereitet hatte, wurde in des Person der >9iäh- rigen Anna Pctrich der 6, Straskammcr des Landgerichts III in Berlin vorgeiührt, um sich wegen nnssentlich falscher Anschul­digung, schweren und cinsachcn Diebstahls zu vcrantwortrn. Tie schon wegen Tiebftaiils vorbcslraste Angeklagte war im vergangenen Jahre in einem Säuglingsheim zu Wcißensee in Stellung. Sie stabl hier wie ein Rabe und ließ alles, was nur irgendwie von ihr verwertet werden konnte, verschwinden. Wie sich später herauS- steltte, halte sie den Krankenschwestern Wäsche, Kleidungsstücke- Bücher und auch zwei goldene Tamcnuhrcn entwendet. Da inan ihr jedoch diese Diebstähle zu jener Zeit nicht einwandirei nack^ weisen konnte, begnügte man sich mit ihrer Entlassung. Die Angeklagte nahm dann bei dem Rcstauratenr Gerlach eine Stellung als Dienstmädchen an. Frau G. glaubte in der 'Angellaglen eine Perle" entdeckt zu haben, da diese sich fleißig und tvitlig zeigte,. Slber schon nach Iveuigcn Tagen sehlicn ihr kleinere Geldbeträge. Als eines Tages 17 Mk. aus der Kasse verichwauüen, wurde die Pcrie" fd>ari beobackstct. Als sich dann dic Angeklagte eines Tages längere Zeit in einem Zimmer aushiclt und Fra» W. bald daraus entdeckte, daß ein Vcrtikvkastcu crbrockwn ivar und daraus 9 Mk, fehlten, sagte sie der P. die Diebstähle aut den Kopf zu. Nach aniänglichem heiligen Leugnen gab diese auch dic Diebstähle zu. Sic verpflichtete sich, das bisher gestähienc Geld zurückzuzahlen und gab daiür eine Handtasche und eine goldene Uhr zum Psandc, Einige Tage später wurde Frau G, durch das Erscheinen von Potizeibeamtcn in ihrer Wohnung überrascht und erfuhr zu ihrem Erstaune», daß sic von der entlassenen P, wegen Diebstahls angczeigt worden war, sie sollte der P. jene Handtasche und die goldene Uhr entwendet haben. Der Sachverhalt Härte sich natür­lich raich zugunsten der Frau 61, aus. Dagegen geriet die Ange­klagte, dic in ihrer Frechheit zu weit gegangen war, nun in eine doppelt unangenehme Lage, da es sich herausstellte, daß dic ver­pfändete goldene Uhr von ihr in dem Säuglingsheim gestohlen war. Vor Gericht gab dic LIngeklagte diese Diebstähle zu. Das Urteil lautete aus 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust.

vandel.

Berlin, IO. Febr. Tic Direktion der Rational bank ! ü r D e u t I ch l a » d ivtrd dem 'Auistcbtsrat die Verteilung einer Tiuidcnde von 6 gegen > Prozent >»> Vorjahre vorsckilaac», Ta» Esiekicn- und Consoriial-Konta ergibt bei vorsichliger Bewerlimg der Bestände und »ach Verrechnung der im Jahre 1913 erzielten Gewinne einen Verlnsl von etwa 700 000 Mark. Es ivird beab» stchligt, dieie» Betrag nicht de» internen Rücklagen zu entnehmen, londer» in der BUa»z auSzuiveijc».

Meteorologische veobachtungen der Station Sictzen.

Febr. |k| 1914 J|i|

I 4

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10. 2*»|l 761,1

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Sonnenschein

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Höchste Temperatur am 0. bis 10. Februar 1914 = + 7,6C. Niedrigste , . S . 10. . 1314 = 2,4*.

Niederschlag: 00, mm.

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