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Nr. 33

Zweites Blatt

Gildjtinl täglich mit Ausnahme des Sonntag-.

DieKleiener Zamilienblättee" werden den, »Anzeiger» viernial wöchentlich beigelegl. das Krmblatt (fit den Ureis fliitfitn zweimal

wöchentlich. Die2andwiklichasl!ichen seit-

siagen" erscheinen monatlich zmeinial.

lb4- Jahrgang

KZAgbk

General-Anzeiger für Gderhesjen

Montag. 9. Zedruar 19;4

Rotationsdruck und Verlag der Brnbl'iche.»

UniversitätS - Auch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktioli, Expedition und Druckerei: Schul« frrafee 7. Expedition und Verlag: ^^31. Redaktion:^K112. Tel.-Adr.:NnzeigerGieven.

politische Lngesschau.

Gemeinsame cnzlischfranzösische Flottenmanöver?

Die Entcntcvolitik zwischen Frankreich und England scheint statt der erwarteten Lockerung sich immer scstcr zu gestalten. Diesen Anschein wenigsten» muß cs haben, wenn tick, Dinge ereignen, wie die, die zurzeit im Kanal Vorgehen bczw. demnächst Vorgehen werden. Ter Winterübungsplan der englischen Flotte licht nämlich, so schreibt dieTägl. üldsch.", für die Schisssverbäude während de» Februar und März Ucbnngcn im Kanal und im Atlantischen Cjcin vor. Das iväre an und für sich nicht wunderbar, wenn nicht da- mit die Tatsache verbunden wäre, daß einzelne der eng lischen Geschwader bei dieser Gelegenheit nnfsallcitd lange Besuche in den französischen Kriegshäsen machen. So ivird vom 11. bis 17. Februar das erste Linienschissgeschwader nch in Brest nufhaltcn, ebenso ein Krcuzcrgcschwader vom 21. bis 27. Februar. Pom 17. bis 23. März besucht ein wei­teres Geschwader Cherbourg. Eine Deutung dieser ausfäl­ligen Besuche gibt eine Drahtnachricht des franzö­sischen M arine mi niste rs an den Brestex Marine- präsekten, in der er ihn darauf aiisincrksai» macht, daß der bevorstehende englische Flottenbesuch nicht als ein Höflich keitSbcsuch zu betrachten sei. Man habe den Besuch vielmehr unter dem Gesichtspunkt Zit betrachten, daß irgendein b e so »derer Vorfall die englischen Geschwader gezwun­gen habe, Brest und Cherbourg anzulaufcn. Infolgedessen sollten, abgesehen von den vorgcschriebene» Besuchen .znn scheu den Spitzen der Behörden, alle Festlichkeiten n»d Ver­anstaltungen unterbleiben: cs dürfe überhaupt nichlS gesche­hen, ivas den Dienstbctrieb der englischen Geschivadcr irgend ivie stören könne.

Das bedeutet, so meint das genannte Blatt, daß die französischen Kriegshäsen für die genannten Tage den eng­lischen Geschwadern im Cinverständyis mit der französischen Regierung als militärische Stützpunkte für die Abhaltung der Hebungen dienen werden. Welcher Art diese Hebungen sein werden, ist noch nicht genau bekannt: allem Anschein nach handelt es sich um die V o r b e r c i t u n g c i n e r g r o ß- z ügigen Sperrung de s K anal s, also in» eine Maß­nahme, deren Anwendung im Falle eines mitteleuropäischen Krieges van namhaften sranzösischen und englischen seevssi zieren mehrfach angeratcn worden ist. Diese Auffassung ist auch, wie an» Paris gedrahtet wird, in französischen Fach­kreisen verbreitet. Tb nun außer der Freigabe der sran- zäsischen.Häfen als Stützpunkt für die Engländer auch eine Beteiligung französischer Sccfestungen oder Flottenteile an den Hebungen vorgesehen ist, i st n o ch nichtcntschicde n. Falls es dazu käme, würden diese gemeinsamen Hebungen denen ähneln, welche die englische Ostasienslottc vor dcni rui- iisch-japanischcn Kriege aussührtc, wo, lva» sehr wenig de kannl geworden ist, das englische Geschwader die Javgner für ihre svätere Rolle im -Seekriege regelrecht cinüben hals.

Lin Zwist zwischen Uönig und Voltrveriretung in Schweden.

Stockholm, 7. Febr. Tie heutige Sitzung der Käm­mern, in der n. a. die Vorlage über die Zivillistc des Königs auf der Tagesordnung stand, nahm einen stürmi­schen Verlauf. In der Zweiten Kammer sprach zunächst der Führer der Sozialdemokraten, Braut in g. Er erklärte, daß er und seine Partei demonstrativ gegen die Vorlage stiiMnen wollten. Branting unterzog die" gestrige Rede des Königs einer außerordentlich scharfen Kritik und nannte sie eine ungehörige Rede. Der Präsident unterbrach den Redner und ersuchte ihn, seine Ausdrücke zu mäßigen. Daraus hob der Führer der liberalen Sammlungspartei, Eden, unter starker Zustimmung seiner Partei das Ilnkonstitutionelle in der Rede des Königs an den Bauernzug hervor. Der Führer der Rechten, Lind in an, führte au», daß er cs nicht für richtig halte, die Person des Königs in die Debatte zu ziehen.

Zuletzt sprach S t a a t s m i n i st c r 2 t a a s s. Er teilte mit, daß die Regierung in corpore heute vormittag beini König in Audienz erschienen sei. um ihre ernsten Be­sorg n i s s c ü b c r die Lage und den Anlaß dazu ans- znsprechen. Er habe da auch dem König eine bedeutsame Vorstellung gemacht. Weitere Mitteilungen zu machen, sehe er sich nicht imstande, doch würden die nächsten Tage volle Klarheit bringen. Tie Zwecke Kammer nahm darauf die Vorlage mit 137 gegen 57 Stimmen an. Die Sozialdemo­kraten stimintcn dagegen.

In der Ersten K a m m er war die Annahme der Vor­lage von einer kurzen Aussprache begleitet, in der Kvarn-- zelius ,Regierungspartei die Ansicht seiner Partei aus­sprach, über die Verpflichtung des Königs bei den konstitutio­nellen verantwortlichen Ratgebern Rat cinzuholen. Stessen und Lindblad (Gotcriburg) vertraten den sozialdemokrati­schen Gesichtspunkt. Nachdem der Führer der Rcchrcn. Trvggrr, das Recht des Königs verteidigt hatte, sich in einer großen und wichtigen Frage dem Volke gegenüber anszu sprechen, und nachdem noch der Minister des Aeußern und einige andere Redner das Wort ergriffen hatten, wurde zur Abstimmung geschritten. Die Vorlage wurde mit 116 gegen 14 Stimmen angenommen.

D«r Marinehaushalt im haushaltsaurschuh Ses Reichstaes.

Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Mariiiehanshalts iort. Zur Forderung eines Marineattachccs iür Buenos Aires, me im »origen Fahre abgclchnt war. führte der Ilnternaatsiekretär de- Auswärtigen Amtes. Zimmcrniann. aus, daß die im legten Fahre vorgetraqcncn Gründe für die Einrichtung dieses Postens noch sortbcstehcn Die vorjährige Ablehnung hat in Argentinien verstimmt. Ein neues Moment ist mit der Entsendung eines sranzösischen Marineattachees cingetretcn, nachdcnt Amerika, England und Spanien bereits vertreten waren. Dic Forderung wird gegen die Stimmen der Sozialdcarvtraten bewilligt.

Bei den Forderungen iür die Instandhaltung der Flotten und Wersten bringt ein Polksparteiler Beschwerden über das Submissronswcsen vor. Häufig erfolgen Ausschreibungen über ganz kleinliä«' Dinge. Der Staatssekretär erklärt auf eine Anfrage, daß die Einrichtung voti Beamtcnausschüsscn von der Marlncverwallmtg ebenso wie von allen anderen Ressorts für niittötig erachtet sei. Von sozialdemokratischer Seite werden zahl­reiche Wünsche imd Beschwerden über die Arbcckcrverhältnü'sc auf

den Wersten vorgebracht. Staatssekretär v. Dir Pitz: Tie Arbeiter- Verhältnisse iind günstig, was schon atis dem großen Andrang zu ersehen ist. An dem Erholungsurlaub die Halste aller Arbeiter beteiliat: eine weitere Ausdehnung liegt nicht im Interesse des Be­triebes.

Dienstag Fortsetzung.

An» Stndt rrnS kanS.

Gießen, 9. Februar 1914.

Tie Veranlagung zur Wehrsteuer

bringt unseren Finanzämtern in Hessen, welche int ver­gangenen Fahre infolge der Veranlagung zur hessischen Kömniunalutnlage nach einem neuen Stencrgcsetz außer­gewöhnlich stark in Anspruch gettomincti waren, heuer wie­der viel Arbeit, ohne daß cs dem Staat möglich sein wird, geschulte Hilfskräfte dafür cinzustcllen. Sind doch bei dem Gießener Finanzamt die Steuererklärungen in den letzten Dagen waschkorbweise eingegangen, fo daß ein lieber btickAßber da» Ergebnis für den Bezirk Vließen, der außer der Stadt Gießen tioch aus 25 Crtcn besteht und (>900 zur CrUarirng Verpflichtete enthält, zurzeit nicht gut möglich ist.

Das Finanzamt ist nicht in der Lage -- und darf es auch nicht, da es in Ttencrfachcn Aiiitsverfchwiegen- heit üben muß über das Ergebnis der Wehrsteuer Mit t/ i l n n g c n z u m a ch c n. Alles, was inan also in der Stadt darüber hört, berttht weder auf Tatsachen noch auf Unterlagen.

Mitteilen können >o!r, daß allerdings in zahlreichen Fällen Beträge von 5000 bis 25 000 Mt. Kapitalvermeh- rung angegeben find, daß auch einzelne Angaben darüber hinausgehen. Inwieweit hierbei etwa der K OK des Wehr- stenergesetzes, der sogenannte Gcneralpardon, bestim­mend sür die Steuerpslichkigen gewesen ist. muß erst in jeden, einzelnen Fall eine Prüfung ergehen, denn ausfällige Kapitalvcrmehrungen durch Erbschaften oder Gewinne in Lotterien usw. kommen bei den Steuererklärungen oster vor und sind den Beamten nichts Neues.

Ter allgemeine »eberblick aber läßt doch erkennen, daß ein Mehr von Kapital von 2 bis 3 Millionen bei der Wehrstcuerveranlagung im Bezirk Gießen herauskont- men wird, und daß der gewährte Gencralpardon den Pflich­tigen das Gewissen geschärft hat. Wip uns ntitgeteilt wird, hat in einem Fall ein nicht Hccrcssteuerpslichtigcr sich beim Finanzamt gemeldet, um freiwillig seinen Obulns auf den Altar de» Vaterlandes darznbringen; ob dieser Fall sich ettva öfter durch Meldungen bei den Steuer- lassen ereignet hat, was möglich sein könnte, konnten wir nicht ermitteln.

Bei der Riesenarbeit, die die Veranlagung zur Wchr- suaier verursacht, wird cs wahrscheinlich Herb st werden, ehe die Steuer voit den zur Zahlung Verpflichteten ange- fordcrt werden kann. Bis dahin köniien die Beträge also noch Zinsen tragen.

*

** Versetzungen -und Ernennungen. Am 7. Februar wurde der Notar mit dem Amtssitz in Bingen Geheimer Justizrat Dr. Emil We i f i e n l> a ch auf sein Nach- suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom l April 1914 entlassen. Gerichts­assessor Tr. Philipp W a hl in Wzeh wurde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wöllstein mit Wirkung von, 16. Febr. 1914 ernannt. Ernannt wurde der AmlSgerichtsdiener am Amtsgericht in Höchst Johannes W i t t i ch znm Känzlei- dicner am Landgericht der Provinz Starkcnburg mit Wir­kung vom Dienstantritt seines Nachfolgers. Der Vorstand de« Finanzamts Friedberg, Finanzrat Georg H o o s zu Friedberg, wurde vom l. April 1914 ab in gleicher Dienst- eigenschaft an das Finanzamt Rclnheim versetzt. Bezirks- kassierer der Bezirkskasse Schotten, Rechnungsrat ltzeorg Keutzcr zu Schotten, wurde aus sein Nachsuchen vom 1. März ds. Js. an unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Rnbestand versetzt. Hauptstcueramtsassisteick Karl Kühling, zurzeit in Gießen, wurde zum Steuereinneh­mer des Stcueramts Grotz-Geran ernannt.

»* Ter Sohn deS P rin z c n Pa ar es Friedrich Karl Prinz Maximilian von .Hessen, der zwecke Sohn des Prinzcnvaarcs Friedrich Karl von Hessen, bis- ber Portcvcc-Untcroiiizier und Abiturient der Dativt-Kadcttcn-An- stalk tvurde als Fähnrich im Leib Tragoner-Regtment 2. Großh.

f); r 04 j. t Darmstadt anaestcllt. Bekanntlich verzichtete Prinz Friedrich Karl auf das ihm zustehendc Recht, seine Löhne als Leut­nant in die Armee cintreten zu lauen: er latzi ,tc vielmehr die reguläre Laufbahn zurücklegcn. Sem äl!c,tcr Sohn Itcht bcr dem Thürina. Ulanen-Regiment Nr. 6 in »anan und wurde crtt lürzltch znnt Sssizter befördert.

»» A u s d e rn S t e u c r d i e n st e. Er l e d i a t sind: Tie Stelle des Vorstandes des Großh. Finanzamts Fried- berg und die Stelle des Bezirkskassiercrs der Großh. Bezirkskassc Schotten. Meldeschluß für beide Stellen: Donnerstag, den 12. Februar d. IS.

»» Geiverbean 8 stellt, ng 1914. Wie tut? mit» geteilt tui*, läuft morgen die Frist der Anineldung für Ans. stcllnngSgegenilättdc ab. Die Annieldungen sind außer» ordentlich zahlreich cingelausett.

** Besetzung der B ct r i c b si n g c n i e u r st e l - len. Ter Etienbahnministcr Hai bestimmt, daß die Stellen der Belriebsiiigcnieure künftig von jeder Eisenbahndircktion mit Anwärtern des eigene n Bezirks zu beietzcn seien und daß die seither vorgcschricbcne Mitwirkung des Königlichen Eisenbahn-Zcntralanck» zur Herbeiführung eines Llusgleichs zwischen einem zeitweiligen Bedarf und Ucberflüß an An­wärtern unter den einzelnen Bezirken in Wegfall komme. Er ivricht die Erwartung aus, daß die Königlichen Eisen- bahiidirekliotteit forlgesctzt für die .Heranbildung des ersor- derlichen Nachwuchses für die Betrrebsingenieurftellen Sorge tragen werden, damit in jedem Bezirk eine ausreichende Re­serve an gut befähigten Anwärtern zur Verfügung steht und der Bedarf rechtzeitig gedeckt werden kann. Sobald ein beim Eisenbahn-Zentralamt aufgezeichncter Anwärter von der Ei- scnbahndircktion als Betriebsingenieur ocriocndct wird, soll da» Zeickralamt auch hiervon unverzüglich in Kenntnis ge­setzt werden.

** Fahnen schleife n. Das Präsidium des Landesver­bandes der tnilitärischen Vereine im Großhcrzog» !unt Hessen teilt in einem Rundschreiben an die VercinSvor- köndc Mit, daß der deutsche Kaiser hessischen Krieger- und Toldatenvereinen nur noch nach i ü » f z i g i ä h r i g c in B c - 1 c () c tt Fahnen schleifen verleihen werde. Dogeacn (volle >cr Großhcrzog von Helsen von setzt ab allen militärischen Vereinen n a ch 2 5 j >ibrigc nt V e ft c hen eine Fahncnschlciie verleihen, wenn sie dem Hassia-Bcrbande angchören und min ' bestens 90 Mitglieder zählen.

** Ansteckungsgefahr i tt der Schule. Ta im oberen Born heim zurzeit die Diphtherie sehr stark auitritt, zeigen manche Schulklassen große Lücken auf. Meist sind es Kinder von zwei bi» .zwölf Fahren, die erkranken, imd in der letzten Zeit forderte die heimtückische Kranthrtt schon öfters auch unter größeren Mädchen ihre Toier. Lv wurde am Samstag wieder ein l2iähriges Mädchen zu Grobe getragen. In der Brentanoschulc wurden daher einige Klassen bi» aus weiteres geschlossen und die Klassenzimmer sofort von Tesiniek- toren des Städtischen Krankenhauses desinfizicrl.

" Gin Ballon, der von Saarbrücken kam. landete am Satnstag itachaitttag zwischen 2 imd 3 Uhr zwischen Butzbach und Nieder>veisel. Eine Abteilung Strecken­arbeiter, welche an der Bahn arbeitetcti, leisteten bei der Landung Hilie. Der Ballon ivar mit einem Offizier besetz!. Nach der Landnug tvurde der Ballon abmonttert und mit der Bahn nach Saarbrücken xiirnckgeiandt.

** Ein Betrüger hat in Grünstadt einen Handelsmann um etwa 150 Alk. zu erleichtern gewußt. Gänzlich mittellos, gab er sich als russischer Deserteur aus, der in den nächsten Tagen eine M i l l i o n e n e r b i ch a s t aus Rußland zu erwarten habe. Der Schwindler nannte sich Fohann Kopilkoi, von Berus Kaminkehrer. Seine Angaben unterstützte er durch Vorzcigimg eines Lchriitstücks, das mit venchiedenen russischen Marken versehen war und die Erbschaft dokutnentiercii sollte. Aus Mitlech erhielt er Untcrkunst, Kleidung und Ilntcrstützuitg mit Bargeld. Zum Tank dafür verschwand er heimlich, nahm aber auch eine entliehene Taschenuhr mit.

»» Die Film-Primadonna iss das uenesse Assa N i c l s e II» Slück, das diesmal In beiden hiesige» kinemato- gravhtscheu Theatern seit Samstag zn sebcn ist. Die vier Akte bieten ein ergreifendes Bild von den Leiden einer gottbegnadeten, aber herzkran'en Ftlntkünstlcrin, die bi - znnt Tode ihrer geliebten Kunst Iren bleibt nnd in tbr stirbt. Sie wird von Asta Nielseu erschütternd Lnrgcitelll. die dg« Fntereiie des Publikttms so in An­spruch nimmt, daß ihrVnrtner, Paul C 1 1 o vom Deutschen Sclioti- ivielkaus Berlin, eigentlich recht wenig zur ltzeltiutg kommt. Das Stück gewährt einen Einblick in eine große Filinlabrik und der Zttschatier sieht einen Film entstehen, sicher sehr intereffant.

Falsche Hundertmarkscheine sind in der llm- gcgcnd von Fulda seit dem letzten Viehmarkt im Umlauf. Dia Faliiiikntc sind kaum von dem echten Papiergeld zu imterscheiden: vielleicht gar nicht, wenn der Adler aui den Scheinen an den Fängen nicht einen kleinen bildlichen Fehler auswiese.

** F m Reich » v ostgebi c t ist die Zahl der Kontoinhaber rm Pvsticheckverkehc Ende Januar 1914 an, 87 632 gestiegen. (Zugang in, Monat Jaimar 1232. Aus diesen Postichcckkvnten wurden int Januar gebackn 1649 Millionen Mark Gutichristeti und 1648 Millionen Mark Lastschriitcn. Das Gesamtgutbaben der Konioinlzaber betrug im Januar durchsäminlich 194,1 Millio­nen eO!et:f. Im Verkehr der Reichsvostscheckäniter mit dem Bost- spatlaiienamt in Wien, dee Postivariassc in Budapest, der belgi­schen und luxemburgischen Postverwaltung sowie den schweizerischen Vostscheckbttreons wurden 9,2 eMilltott.it Aiark umgcsetzt mch zwor am 3660 Ilebcrlragnngcn in der Richtung nach und aus 17 920 Uebertragungen in der Richtung aus dem Auslände.

Konkitrse tu Hessen. lieber das Vcrtnögeu der la n dwirtlchailltcheu Bezugs - und A b s a tz q e n o s s e n» ichaik. e. bi. m. b. ». ,u Lollar,'ist am S. Februar das Roitknrsvers.thrin eröß'nel, Nechlsauwalt Raab in Giehen ist znm KonknrSvcrtvaltcr ernannt. Zn Mngbedern des Glänb.ger. ousicknsi « sind ct? Herren: 1. Fibrika t Emst Horst, 2. Rechte- ainvolt Rümbeld, 3. Kv ima tt Karl Schstiter (?(>.. sänststch in Gießen, bestellt klonknrskordcrtmgcn sind bis zutn lg. Febrtmr 1914 bei dem Amtsgericht Gieb-N atiznmelden. - Das Konknrs- ve, lohten über das Vermögen der Inkob Hengst Witwe, geb. Palm in Gießen ist att>ge(wbcn ivorden. Das KonknrSver- iahren über den Nachlaß der Karl Müller I. ÜSitioe, Kolhar>na aeb Fischer in Lber-Ramsladt ist eingestellt. DoS Kon- kiirsveriahren über dos Vermögen des BäckeonetsterS nnd vla-- witlS Ludwig Kasse nberger III. in Roßtors ist eingeilelit.

- lieber dgs Vermögen des Ban nternehmers Johann Jo^ei Winter in Bieber ist am ä. Februar das Kvnknrsvertahren eröffnet. Rechtsanwalt -r. Petry u Offenbach ist zum Kou- kursvcrwaller ernannt. Konktirslordertiugeii sind bis zum 25. -Uiärj 1914 bet dein Amtsgerichte in Lsien ach anzutnelden.

Landkreis Gießen.

-e- Utphe, 7. Febr. Aus dem hiciigen sitothaus louede beute die Jagd von Iltphe und der Feldgemarkung Feldbeim ver- Netgert. Tie erste Jagd war bisher zu 560 Mk. an Brrstädler Nimrode verpachtet. Diese blieben heute mit 2S0 Mk. Höchstbieter. Ter Lrrsrwrstand hat soiori beichlossen, zu dteiem Preise die Ge­nehmigung nicht zu erteilen. Dagegen flieg der Pachlvrets für die Feldheimer Jagd von 480 aus 605 Mk. Steigerer ist Guts- Pächter Jakobi von hier.

Kreis Schotten.

Z. H ar t in a n n s h a i n, 7. Febr. Einem sicheren Un­glück entging gestern das vierjährige Tüchlerchcn des Land, lvirts Heinrich Ä h l b r a n d von hier. Es rannte mit einem Kinderschlitten, den es nicht mehr Hallen konnte, unter das am Weg stchei de P erd de Bat hasar 2l d o l p h von .Hcrchen- hain, welcher die Milchlicferung der betde^Orte an die Mol­kerei-Genossenschaft, Laulerbaeh versorgt. Das scheu gewor­dene Pferd setzte mitsamt dem Frachtschlittcit über das Kind, ohne dabei jedoch Schaden zu erleiden.

Kreis Friedberg.

a. Ans der Wettcrau. 8. Feb>-. Die erste Frvstve- riode har der Winteriaar keinen Schaden zugetügt, da die dicke Schneedecke ihr Schutz gewährte. Weis der llniergrund nicht ge­froren war. konnte das Schnee,vasser in die Erde cindringen^ toas besonders den Mäusen zum Nachteil gereichte. Jniolgedessen kann man überall eine Abnahme dieser lästigen Tiere feststellcit Auch der jetzige Frost scheint der Winterfrucht keinen Schade», verursacht zu haben. Hier und da hört man Klagen, daß der Klee Not gelitten hätte. Wie groß die Kälte war, erhellt die Tatsache, daß vielen Landwirten! .die im F-reien einaemietet< Dickwun erfroren itt.

Starkenburg und Rheinl,essen.

Mainz, 7. Febr. Auch in Mainz ist eine starke Ab- nahniederGeburtcnzrsfcr wahrzunehmen. Während z B rm Jahre 1872 41,33 und im Jahre 1877 39,38 Geburten auf ,e 1000 Einwohner entfielen, ist diese Ziffer bis 1909 auf 26 46 bis. 1911 auf 22,48 utlb bis 1913 auf 31,70 gesunken. Ter