Nr. 32 Drittes
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die ..Giedenee Himrliendlättei" werden dem „Ariieiger" »erinal wöchentlich beigeiegl, das „Ilrri>»IatI sär den Krris Siehen" zweinia! wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen Seit
sengen" erscheinen inonatlich zweimal.
Blatt Zahrqang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberhesfen
Zamstag. 7. Zebruar
Rotationsdnick „nd Perlag der Brühl'lchcn UniversitätL - Bach- und Sieindruckerei. R. Lange, (Sieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrabe 7. Expedition und Vertag: ^^'>1, Redaktion: e-jK I12. Tel.-Adr.:Anzeigcr (Sieben.
Au- £>cifen.
Aus dem Fiuauzausichutz der Zweiten Kammer.
irb> Tarmftadt, (V Jvebv. . In der heutigen gemeinsamer Sitzung des Fi n a n z a u s ich u i i e ü der Zweiten Kammer ini der Regierung wurden die Beratungen über den Tlaatsvoran tchlaq für 1914 zum Abschluß gebracht. Bei Fortsetzung der Er ürterungen über den Justizvoran s ch l a g wurden zunächst »ock einmal die An stell» ngsverhältnissc der Hilss geeichtst'chrciber besprochen. Die Negierung hatie die Ab sicht, den trüberen Wünschen der Kammer entsprechend 30 neu, Stellen ;u schassen, die Anstellungen aber aus die nächsten 3 Iabri zu verteilen: denientsprcchcnd waren auch im neuen Budget zehn weitere Stellen angesordcrt worden. Bei der Ausschutzberatune wollte nun ein Antrag Tr. Osann die Einstellung von 20 neuer Stellen, ein Antrag Henrich 30 neue Stellen und ein Antrag Ulrich gar 38 neue Stellen geschaffen wissen. Es wurde in der Debatte dar über betont, dab dos richtige Verhältnis zwischen den angcstellten und den provisorischen Hiljsgerichtsschreibern auch im Hinblick aut die Angestellten der anderen Ressorts in Betracht gezogen werden müsse und die Regierung legte darüber genauere Vergleiche vor. Schließlich einigten sich Regierung und Finanzausschuß dahin. daN oie 30 neu zu icktaisenden Stellen nicht aus 3, sondern nur aut 2 Jahre verterlt werden, io daß also im lautenden und im nächsten Jahr je 15 neue Stellen im Budget erscheinen werden. Mit diesem Beschlub gelten alle anderen Anträge als erledigt. Beim Kapitel Landeszuchtbaus M a r i e n s chl o ß ist seil3 Jahren die Stelle eines Ockonumen nicht besetzt. Die Negierung boiit, diese Steile ganz eingcben lasstn zu läunen. Eine Entscheidung darüber soll ofer erst erfolgen, nachdem der neue Direktor dort eingesührt ist und sich über die Verhältnisse näher insoriniert hat. Eine Engere Aussprache entsvanit sich dann noch über die Frage der Angestellte n- Versicherung. Tie Regierung crll rie, das, alle Staatsdienstanwärter nicht veriichcrungsvslichlig seien, insbesondere alle diejenigen Personen nicht, die später aut Anstrl- 'ung rechnen können. Nicht unter diese (Kruppe fällt icdoch ein Teil der Techniker, Geometer 2. Klaffe und denenigen Schreib gchilscn, bei deiicn nicht fcstfteht, ob sre später im Staatsdienst Anstelluiig finde» iveroeu itnd naiuentlich auch diejenigen, bei denen schon von vornderein feststcht, dab sie nicht in den Staats dienst cintreten wcrdiNt. Tie Regierung sagte zu, über diese Angctegenbcit noch nähere schriftliche Mitteilungen zu mach.m, damit diese dem Ausschubbericht beigefügt werden können. Beim Kap, 116, SBerhältniS jum Reich, fand noch eine Aussprache über die Zollvergütungen durch das Reich statt. Es wurde aut die Tatsache hiugcwiesen, dab die Bundesstaaten, euch Hessen, wesentlich höhere Ausgaben für die Erhebung der Zölle z» maip7n hätten, als ihnen vom Reich dafür zurück» rglltct wird und die Regierung stellte sich aus den Ltaudvnutt, dost das Reich onch die vollxn Vergütungen zu tragen liabe Leider habe sich der Reichstag bisher diesem berechtigten Verlangen gegenüber ablehnend verhalten und z. B. auch bei dem Wcbrstcuergesetz den Beschluß gesabt, dab die Lasten dafür von drn einzelnen BirndeSstaalen getragen werden sollen, Ter Ausschuß brachte einstimmig feine Entschließung dahin zum Ausdruck. Sab das Reich an die Dundesstaoien die volle Entschädigung für die Lunmten zu zahlen habe, die wirklich für das Reick ausgewendet ioorden find, und dab deshalb eine Aenderung der Bestimmiibgcn über die Beitragsleistungen des Reiches äugestrebt socrdeu urülfe. Tic Etalsbcratungen im Finanzausschuß sind damit zu Emde, In den nächsten Tagen habe» nun die verschiedenen Ausschuß- resereuten sobald als möglich ihre schriftlichen Berichte fertigzu- Nellen. damit alsbald deren Truckleguiig vorbereitet werden kann. Sobald dies geschehen ist, dürfte Mitte übernächster Woche die gesetzlich vorgejchriebene gemeinsame Beratung der Fi n an; an s i ch ii s s e beider Ständekammern über das Budget erfolgen und dann wird der Ausschußbericht in Truck fertiggestellt und den .nammermftglfcdcrn, sowie Regierung und Preise übergeben. Mit der Plcnarberatung des Etats für 1014 kann demnach Ende Februar begonnen werden.
Beschränkung -er Zulässigkeit der Notare?
rb. D a r m st a d t. 6. Fcbr. Der Antrag des Finanzausschuss e s der Ersten Lanimer aus Beschränkung der Zuständig- kei t d e r N v t a r c in den Provinzen Ttarkenburg und Obcrhessen ist in der Fvrm eines Initiativ-Gesetzcnt wurss dcni Bericht des Ftnanzausschusses über die Besoldungsvorlagc bcigesügt und mit einer längeren Begründung versehen worden. Es wird darin näher dargelegt. daN bei den Bcnrlundungcn von Grundstücksver kaufen, «vvotbekenerrichtung und anderen Geschäften des Immo- bilienverkchrs das Anscinandcrhalten der Tätigkeit des Grundbuch- richtcrs und des Urkundenbeamten eine wirtschaftliche Lrästcver» geudun^bedeutk, weil säst die gleiche Arbeit zweimal geleistet werden ifiiit. ricr Grundbuchrichter, der über die Eintragung jedes Eigen tuniLwechscls, jeder Belastung und jeder Lösung zu befinden Hai, müsse die iachenrechtlichc Sette aller Jnimobtliengeschäfte unter suchen. Zu diesem Zweck habe er die Geiwastsiähiglett der Parteien, ihre Peräuberungsbesugnis, ihre Vertrctungsmacht und das in Betracht kommende Güterrecht sorgfältig zu prüfen. Die gleiche Prüfung bilde deshalb auch die wesentliche Arbeit der Urkundenbeamten Tie hierin liegende Krästcvergeudung könne auch nicht dadurch vermieden werden, daß sich der Grundbuchrichter aus die Prüfung des ''eotars verläßt. Und wenn der Richter aus Grund seiner Prüsungs- pslicht eine Beurkundung des 'Notars beanstandet und der notarielle Vertrag zur Berichtigung »der Ergänzung zurückgehen müsse, dann hätten nicht nur die Parteien dovpelte Gänge und ver mehrte Losten, sondern es erwachte auck dctv Richter mehr Arbeit, als wenn er den Vertrag selbst beurkundet hätte. Deshalb erscheine es einmal vom Standpunkt der Vereiniachung der Staatsverwaltung und auch^mii Rücksicht auf die hierdurch zu erwartende Einnahme für die Staatskasse gerechtfertigt, die Zuständigkeit der Notare in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen hinsichtlich der Berurkundung ans dem tiiedieie des Grundbuchvcrkehrs auszu schließen und chic ausschließliche Zuständigkeit der Amtsgerichte hierftir gesetzlich zu konstruieren. Den jetzigen Zeitpunkt der Einbringung dieses Antrags rcchtjertigc der Hin weis, daß in T a r m >1 a d t und O f i e II b a ch die Anlegung des Grundbuchs überbauvi nicht und in Gießen erst vor kurzem beendet ist. Das Notariat in Grnndbuchiachen sei also dort noch nicht zur Entwickelung gekommen Werde also die beantragte Beschränkung jetzt nicht durchgciübrt, io seien erheblickie Rück gänge -an Stempel zu erwarten Die künftigen Einnahmen des Staates daraus würden sich auf etwa 60000 Mar! jähr- l i ck bclausen,
Beihilsc zur besseren praktischen Ausbildung van Juristen,
Tie Aba Dr. Osann, Wünzer und Dr, Stephan beantragen zu Kap, 89 Titel 2 Nr, 25: Beihilfe zur besseren vraktischcn Ausbildung von Juristen, insbesondere auch auf dem Gebiete der Gefängniskitnde, sowie zur Teilnahme an Kursen. Vcrsainmlitngen usw., die gerichllickm Psychologie und Psnchialrie und sonstige für ihren Berus wichtige Ma terien zuin Gegenstand traben — den dort eingesetzten Be trag um 2000 Mk. zu erhöhen, also mit 4000 Mk. einzustellen.
Aus den keichstagsausschüffen.
:: Berlin, 6. Febr.
Der Bu d g c t a ussch u ß setzte heute die Beratung >cS Marincetats fort. Ein sozialdemokratischer Antrag >us Streichungen in den Forderungen zur Vermehrung 'es Küstenschutzpersonals wurde abgelebut. Der im vorigen labre abgelehnte Posten eines Uarineattachös in Buenos lircs finbet sich wieder im Etat. Der Berichterstatter be- intragte Streichung, Ter Staatssekretär lutes ans die drin senden Wünsche der Ausländsdeutschen und der Industrie sin. Daraufhin wurde der Posten vorläusig abgesetzt. Es oll ein Vertreter des Auswärtigen Amts befragt werden. Zrim Kapitel zur Jnstandhaltuna der Flotte und der Wers en wurde vom Berichterstatter erneut darüber geklagt, daß die süddeutsche Industrie bei Lieferungen nicht ge lügend berücksichtigt iverde. Der Staatssekretär betonte, daß cs keine preußische oder norddeutsche Marine gebe, tondein nitr eine deutsche. Daraus folge ihr Verhalten gegenüber der Industrie. Cs feien übrigens besondere Werstexperten itach Süddeutschland gesandt, um direkte Verbindungen anziiknüpsen. Wette Entfernungen äußerten aber einen ungünstigen Einfluß. Nach Möglichkeit sollen jedoch die Wünsche tu noch loeiterem Umsange berücksiclftigt werden. Am Sonnabend wird der Staatssekretär des Auswärtigen Auskünfte über die Petroleumlonzessivnen geben.
Der Ausschuß für daS Leuchtölgesctz trat heute nach drcivierteliährrger Pause wieder zu einer Sitzung zusammen. Bor dcni Eintritt in die dritte Lesung des Ent wurss eines Leuchtölmonopols äußerte sich der Reichs- schatzsekretär zustimmend zu eiitem Teile der Ausschußbeschlüsse, wäbrcnd ihm andere als unannehmbar erschienen. Besonders wichtig ist die Form der atesellschaft Nach dem Wunsche der Regierungen sollte sie eine möglichst freie kaufmännische Betätigung haben, lvährend ihr der Ausschuß einen bureaukratischen Charakter verleiht. Ter Ausschuß schlage eine Altiengesellschast vor, die gar keine Attiengesell - schast sei.
Im Ausschuß für das Gesetz, bctr. die Wiederaufnahme von Disziplinarverfahren, wilrde nach einem Anträge der Polkdparteiler und N a t i o n a l l i b e ralcn die Bestimmung gestrichen, wonach die Wicderaus- nahnte unzulässig sein soll, wenn der Verurleilte inzwischen eine den Verlust des Amtes von selbst nach sich ziehende strasrechtliche Verurteilung erlitten hat.
Der Ausschuß für .Hausierhandel und Satt» der läger setzte die Aussvrache über das Verbot von Mitteln zur Verhinderung der Empfängnis heute fort. Ein Na- lionalltberaler warnte vor zu schneller Gesetzmachcrei und forderte klare Bestimmungen für die Einschränkung des An noiicenwcsens. Beschlüsse wurden nicht gefaßt.
Der Ausschuß für das S v i o n a g e g es e tz bestimmte heute unter Ablehnung der einschlägigen Vorschrift der Regierungsvorlage sie, näß einem Zentrumsantrage folgendes: „Als militärische Geheimnisse im Sinne dieses Gesetzes gelten nicht: 1. Gegenstände, soweit sie össentlich wahrnehmbar sind oder deren Besichtigung gewohnheitsmäßig gestaltet wird; 2. Gegenstände, soweit sie bereits in Schriften oder Zeitungen veröffentlicht worden sind."
Au» Stadt und Land.
Gießen, 7. Februar 1914.
** Verufuii g. Als Nachfolger von Prosessor Dr. R O, Neu man n wurde der a. o. Prosessor Dr. med. Paul Schmidt in Leipzig zum ordentlichen Prosesior und Di rektor des hygienischen Instituts an der Universität Gießen berufen. Karl Paul Schmidt ist 1872 zu Neustadt (Sachsen) geboren. Seine hauptlchrer im Spezialfach waren F. hos- mann (Leipzig), h. Büchner (München) und Schottclius (Freiburg:. 1897 vromoviertc er in München, bestand 1898 in Frciburg das Staatsexamen und war als Volontärassi- ftettt an der Frauenklinik in München bei Prosessor von Winäel, später Schisssarzt bei der Hamburg-Amerika-Linic, dann als Assistent am Institut sür Schiffs- und Tropen krankhciten in Hamburg bei Proiekior Nocht und als Assistent an der Kgl. Bauer. Tnphusstation in Landau tätiq. Später kam er als erster Assistent an das Hygienische Jn- stilut in Leipzig, wo er sich im Juli 1907 sür das Fach der Hygiene habilitierte mit einer Schrift: „Ucber Bleivergis- tungen und ihre Erkennung." Im Herbst 1912 wurde Schmidt nichtetatsmäßiacr a. o, Professor. Außer zahlreichen Arbeiten in Fachzeitschriften verfaßte er: „lieber hitzschlag an Bord von Dampfern der Handelsttoltc, seine Ursachen und seine Abwehr" (1901), „Experimentelle Beiträge zur Pathologie des Blutes" (1902), ^ ^
** Aus dem Schuldienste. Erle d i g t r,t eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Eberstadt Kreis Darmstadt: eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrcrstefle zu Monsheim, Kreis Worms; eine mit einem evang, Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Westhofen.
«» Preisabschlag im Schiveineslei,ch, sicherem Vernehmen nach findet ein Preisabschlaa des Schweinefleisches von Ansang nächster Woche an statt. Der Dienstag ist dazu vorgesehen. Auch sür einzelne Wurstwaren sind Preisermäßigungen in Aussicht genommen. Die Preise, di- nach unseren, gestrigen Berichte jetzt m Offcnbach von den Schwcine- metzqern genommen werden, sind in Gießen schon am 18. November eingesührt worden.
'* Die „Tatterich" -Aufführung, zu der am .Deittschen Abend" vom 4. d. Mts. Hunderte keinen Einlaß mehr erhalten konnten, ivird nun am Montag den 9. d. M. zum Besten des Deutschtums in, Auslande wiederholt. Nicht nur di- Dielen, denen am vergangenen Mittwoch keine Eintrittskarten mehr zuteil wurden, sondern auch alle Freunde der guten Sache tverden cs den Darstellern von Herzen Dank wissen, daß sie sich ein zweite? Mal in den Dienst der (leiteten Mus- gestellt haben. Ein ausoerkausteS Haus ist für die Veranstaltung umsomehr zu wünschen, alz das Rein- -rträgnis des Deutschen Abends infolge der großen unvernieid. tchcti Sloften leider doch nur ein recht bescheidenes gewesen ist. Und aller Orten strecken sich uns aus den Kreisen der
AuSlandSdetilschen, besonders aus der Ostmark, bittende Hände entgegen. Hoffentlich ermöglicht cs die eine „Datterich"- Vorstcllnng den dculschen Schutzvereinen unserer Sladt, un'ere VolkSgeiiosscu im AuSlandc in ihrem Kampfe um deutsche Svrache und deutsche Art recht ausgiebig zu unterstützen. Da während der Voritellnng kein Wirlschaslsbelrieb statlsindel und die Stühle durch den ganzen Saal gestellt sind, werden eL oie Zuschauer dieSniol iveit bequemer haben als in der großen Enge, die mit der ersten Aufführung leider verbunden war.
Gcwerbeverein jiir das Äroßh. Hessen. Ter Vorstano des Verbandes T e u t s ch e r Gewerbe- vereine und Handwerkervcreinigungen lmt joeben einen Bericht über die Tätigkeit des 22. Bcrbands- jahres (1913, verössentlicht. Daraus geht ein Anwachsen seiner Mitglieder aus rund 1515,00 hervor; es gehören dem Verbände 17 Landesverbände und 9 Einzelvcreine an. Ter Vorort des Verbandes ist seit ll Jahren der Ge- wcrbeverein sür das G r o ß h e r z o g t u m Hessen mit dem Sitze in Tarmstadt. Ter Vorstand des Vororts war bemüht, auch im abgelausencn Jahre durch Besuch der Londcsversantnilungen bei den Uutervcrbänden die persönlichen und sreundschaftlichen Beziehungen mit diesen aufrecht zu erhalten.
Obcrhcsiische Ges - llschast fiir Natur- und ÜctKuttbc. Am Montag, iu,r abends, hält Proleffor Tr. Garten einen Loilraa über: „Tie Vetcitideruugen der Netzhaut durch Licht" int Physiologiicbeu Institut, Scukcobergitr. 1ö.
** 3 utvcndu n g. Wie bisher, so hat der hiesige Verein der Gastwirte auch tu diesem Jahre aus den Erträgnissen der Plakatgebtthr, die er fiir den AuSkiang in den Lokalen seiner Mitglieder erhebt, den beiden hiesigen Schwesternhäusern, dem Fonds für warmes Frühstück für arme Künder und endlich feiner eigenen Unterstützungskasse einen Betrag zugewiesen.
** Gustav Baist s. Kaum drei Wachen, nachdem er ant
10. Januar d. I. noch seinen 90. Geburistag gefeiert batte, verstarb in Wcstheim in Franken, plötzlich der evangelische Pfarrer G u st an B a i st , der sich für die Ausbreitung des ländlichen Ge nosscnichaitswescns in Bayern und um die Bienenzucht mtvergäng- tiche Verdienste erworben hat. Pfarrer Batst, eine weit über die Grenzen Frankens bekannte Persönlichkeit, war im Jahre 1824 in G r ü n b e r g bei Gießen als Sohn des dortigen Krcisrats geboren, besuchte das Gymnasium in B ü d i n g c n, studierte in G i e° ß c n und war jahrelang cvangetisliier Piarrcr in Ulsa IM Kreise Büdingen, Hier betätigte »r sich schon als B o l ks i ch ri i t ft e l- ler, indem er die Verhältnisse seiner basischen Heimat den Erzählungen zu Grunde legte, Ter Verstorbene war ein Bruder des vor zwei Jahren in Gießen verschiedenen Seniors der hesitscheu Rechtsanwälte, Geheimer Justizrat Batst,
** Bauccschcr Gesangverein, Man schreibt uns. Zu dem am 8, März ds, IS, in der neuen Aula der Universität staltiindenden Festkonzert deS Bauerfchen Gesangvereins, der, wie schon berichtet, sein 50jährigeS Jubiläum feiert, ist die bs- lannte Soprantstin Frau Anna K a e IN p i e r t aus Frankfurt am Main herangezogen worden. Der Verein hat keine Kosten gescheut, diese Mrvorragendc Künstlerin mr seine Veranstaltung zu gewinnen. In einer seiner letzten Sitzungen hat der Verein
11. a. beschlossen, einen Ebrenausschuß für das Jubiläum auszu- stellen. Es haben sich bereits mehrere Iiervorraqende Persönlichkeiten der hiesigen Gesellschaft bereit erllärt, dem EhrenauSschuß beizutretcn. Tie einzelnen Namen der Herren werden in der zur Ausgabe gelangenden Festschrift, mit deren Drucklegung bereits begonnen wurde, und die die Geschichte des Bauerschen Gesangvereins enthält, veröffentlicht werden. Das uinfangreichc Festprogramm für die Jubelfeier ist schon sorgsältig vorbereitet, und dürste ein gutes Gelingen des Festes versprechen,
Kreis Büdingen.
□ Blcichenbach, 6. Febr. Gestern sand im hiesigen Ge .ineindewald die Versteigerung von Stamm- und Stangenholz statt. Eine stattliche Anzahl von Kausliebhabern von fern und nah war erschienen. Zum Verlaus kamen Eichen Stämme, Bllchen-Stämmr, auch Lärchen-Stammlwlz: außerdem waren zu Grubenholz größere Mengen auS der Hand abgegeben. Das Eichenstaminbolz kam sür den Kubikmeter aus 24 Mk., Buchcustanimhotz aus 20—25 Mk,. Lärchenstammholz auf 25 Mk, Fichtcnstammholz sand zu 22 bis 23 Mk. pro Kubikmeter rasch Käuscr. Für zirka 133 Festmeter abgegebenes gemilchtes .Holz wurden etwa 2000 Mk. erlöst. — Die Brcnnhvlzversleigermtgen wiesen hohe Preise aus, der Meter Aüchen-Scheithvlz 1. Klasse erreichte 12 Mk, Gut angelegte Wege und schönes Holz bringen den Gemeinden im Umkreis zu den Versteigerungen iederzeit viele Säufer.
Kreis Alsfeld,
A Ober-Ohmen, 6. Febr. Tie heutige Drennholz- v e r n e i g e r II >1 q in den Freiherrl. Rtedeselichen Waldungen der Kemeiude Ruppertenrod zeitigte ungewöhnliche Preise sür das Brennholz. Man bezabtte kür 4 Rin. Buchenrundscheit über 49 Mk., für dal. Bnchenorügel bis zu 39 M„ kür den Rm. Buctienrcisia '»29 M. Ter hatte Winter hat viel.Bren»bolz verleblungen, dcShatv die starke Nachfrage bei den erben Halzvertteigerunge».
Hessen-Nassau.
X. H a n a u, 6. Febr. Wie fast überall, ist auch in der Stadt Hanau ein steter Geburtenrückgang zu per», zeichnen. Es sind im Jahre 1913 in der Stadt .Hanau 742 Kinder lebend geboren gegen 810 im Jahre 1912. Auf 10000 Einwohner kommen nur 191 Geburten, so daß die Stadt Hanau weit unter der Durchschnittszahl der Geburten im Deutschen Reiche steht.
h. Bad Homburg v. d. H., 6. Febr. Der Prozeß der Gemeinde Gonzenheim gegen die Frankfurter Lokalbabtt-Aktien gescllschast wegen des Nichthaltens einiger Züge an der Station Gonzenheim mußte vertagt werden, weil der als Zeuge vorge- schlagene Dr, Fan aus Darmstadt vom Großherzoglichen Mini, stcrium keine Genehmigung zu einer Aussage erhielt.
Die Ausgrabungen öer Königin Elena.
Mehrfach in den letzten Jahren kamen Nachrichten über die Ersolge von Ausgrabungen, die die Königin Elena von Italien in der Nachbarschaft ihres Landgutes von Castcl Porziano veranstallet hat: män glaubte an zufällige Funde und an ans Liebhaberei be irtebeue gelegentliche Freilegungen , Erst jetzt wird bctannt, daß die>e Ausgrabungen aus dem königlichen Landgut seit zehn Jahren von der Königin Elena in sehr großem Ilmsange systematisch und nach streng archäologischen Grundsätzen geleitet werden: znm ersten Male gibt Amon Grulto Bragaglia in der Lettura einen zu sammensassenden Ucberblick über die bisher erzielten Ergebnisse und über die Richtlimen, die bei der ununterbrochen betriebenen Fortführung der Arbeiten maßgebend sind.
Nur wenigen Forschern wurde bisher die Möglichkeit gewährt die Ausgrabungen zu besichtigen, denn das KönigSpaar wünscht nicht, .datz >ich die Oessenstichkeit allzusehr mit seinen Privatstudien beschäftige; allein Lanciairi und Pigorini, die als Archäologen der Königin mft ihrem iachmännischen Rate zur Seite stehen, kennen


