Nr. 31 Zweites
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Sietzener Zamilleablötter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelcgt. das „llreirblatl sllk den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen nionatlich zwennal.
Blatt 164. Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Vberheffen
Zreitag, 6. Zebruar 1914
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversitälL - BmG- „nd Sicindrrickerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» slraße 7. Expedtlion und Verlag: e®51. Redaktion: S-^112. Tcl.-AdroAnzeigertSießen.
Au» fjeffett.
rf>. Darmstadt, 5. Febr. Zn der heutigen gemeinsamen Sitzung des Finanzausschusses der Zweiten Kammer mil der Regierung führte Kap. 75a, Landwirt schastkammcr. zu einer längeren Erörterung. Tie Antragsteller, welche den Antrag aus Erhöhung des Staalszuschußcs um 53 IOf> Mk. vertraten, legten die Gründe für die Notwendigteil dieser Mehransordcrung dar. Tic Regierung führte dagegen an Hand der Rechnung der Landwirt' schaftskamnter für l!1 l 2 aus, daß cs angesichts dieses Rcchnungs- ergebnisses richtig wäre, wenn die Landwirtschaftslammer in ihren Ausgaben etwas zurückhaltender Vorgehen würde. Für das Haushaltsjahr 1911 ständen der Laudwirtschastskamw.er aus Umlagen 33600 Ml. mehr zur Bcrsügung, als für 1913 und es sei im Hinblick aus die Möglichkeit von weiteren Ersparnissen nicht gerechtfertigt, der jetzigen Mehransordcrung von 53000 Mk. zutustimnicn Zn Entgegnung daraus wiesen die Antragsteller aus neue Ausgaben hin, die der Landtvirtschaflskammcr in Zukunft zufallcn würden, wie auf die Förderung der Leistnngszuckrt, der besseren Pflanzenzucht und die Beläinvsuuq von Pilanzenkrankheitcn. wodurch ent schieden mehr Mittel erforderlich würden. Von der Regierung wurde bemängelt, daß entgegen den gesetzlichen Bestimmungen seitens der Landwirrschailskammer eine Summe von 50 000 Mark bei der Gcnossenschastsbank angelegt worden sei. welcher Betrag nun doch , c tz t znrHälsteverlorcn gehe. Eine Abstimmung über diese Angelegenheit sand im Finanzausschuß zu »ächsi noch nicht statt. Beim Kap. 67, Reichsvcrsicherung, rechtfertigte die Regierung die Anforderung der neuen Stellen für das Oberversicherungsamt: sie seien notwendig infolge der übergroßen Inanspruchnahme dieses Amtes, dessen Zuständigkeit jetzt eine ganz andere sei, ats bei den trüberen Schiedsgerichten.
Dein, Haushalt des I u it i : mi n i st c r i u m s Ivurde die Frage der Besetzung von sieben Amtsrichterstellen, ivelchc seiiher durch Assessoren vcrlvaltet lvorden sind, an den Amtsgerichte» Mainz, Darmstadt I und II, Oisenbach. Gießen. Fricdberq und Bad-Raubeim 'Antrag Tr. Osann-Stephan-Wünzer) sowie die definitive Besetzung zweier Staatsanwaltsstcllen in Tarmstadt und Giestcn behandelt. Tie Justizverwaltung bezeichnetc von diesen Stellen die bei der Staatsanwaltschaft in Tarnistadt. sowie beim Amtsgericht in Lssenbalb »nd Bad--Nauheim als.solche, die sich in der letzten Zeit als ein dauerndes Bedürfnis ergeben bnbcn und das auch sicherlich gndancrn werde. Bei den übrigen Stellen konnte die Justizverwaltung das Bedürfnis nicht in dem Umfange anerkennen, daß neue Stellen geschaffen werden inüstten und zwar besonders auch aus dem Grunde, da auch die Zweite Kammer in den früheren Jahren ausdrücklich Anträge aus Beschränkung von Richterämtern gestellt und diesem Vcrlanacu auch dadurch Ausdruck gegeben habe, daß sie im Jahre 1911 15 Amtsrichterstellen nur auf den Inhaber bewilligte. Infolge der Der Handlungen darüber im Vereinfachungsausschust babe inan damals Amlsrichtcrstclleu in Waldniichelbach, U l r i chstc i n . Schotten, Niedei-Olm und Wörrstadt eingebc» lassen. Aus dem Ausschuß wurde dagegen daraus hingrwiesen, dast diese Maßnahme durchaus dankenswert gcweien fei, dast sie aber, lv'Nil sich, das Bedürfnis nach neuen Stellen an anderen Plätzen berausgestellt habe, nicht schematisch angcwendet werdet! dürfe Ilcberdies sei auch die Regierung rcichsgcictzlich gebunden, richterliche Stellen nicht durch Assessoren verwalten zu lassen. Tic einzelnen Stellen wurden dann mit der Regierung »och nälicr durchgesprvchen und die ive-iellcn Verhältnisse darnelcat. Eine weitere Anregung, die Beihilfe für Juristen zur Teilnahme an Vorträgen und Vorlesungen über wissenschaftliche oder industrielle Themata von 2000 aus 1000 Marl zu erhöhen, wurde seitens der Justizverwaltung begrünt und angenommen. In der morgen vormittag stattsindcn- den gemeinsamen Beratung sollen die Verbandlnngen über den Staatsvoranichlag zum Abschluß gebracht werden.
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rb. Darmstadt, 5. Febr. Ter vierte (Petitio»s-1 Ausschuß der Zweiten Kammer hielt heilte vormittag eine Sitzung ab, in der eine Anzahl Anträge und Vorstellunge,i erledigt imir- den. lieber die Barstellun I der Ortspolizeidiener, die für erledigt erklärt wurde, eenehmigte der Ausschuß den Bericht des Abg. Stänker: desgleichen wurde die Vorstellung der ärztlichen Kreisvereine nach dem Bericht des Abu. Raab sür erledigt erklärt, ebenso der Antra-t Leun, beft. Kraftfahrzeuge. Ter B-richt über die Vorstellung der Baugfviranteu wegen Nich'he-anzi-h-mg zur Jnvaliditätsversicherung uiw., welcher der Ausschuß stattznacben beschloß, wurde verlesen und genehmigt. Jnbetrcis der Vorstellung deS '^lakob Bundschuh IV. sollen weitere Verhandlungen wegen Verkaufs des l»etr. Steinbruchs im Odenwold statcksinden. Ter Bericht über den Antrag Krcdel, betr. das Fischen zur Nachtzeit, wonach die Regierung um Ergänzung der diesbezüglichen Gesetzes- brstsmnrnnoen eioucht wird, w-nrde genehmigt. Tie Vorstellung d-r Frau Söldner ist inzwischen durch die Tatsache erledig» ivv-dx», daß ihr Mann aus der betr. Anstalt entlassen wurde. Tie Beratung der Anträge Red und Ucbcl, sowie der Antrag Tenßfeldcr betr. die Nvtarstelle in Groß-Gerau, lvurde vertagt. Tie Vorstellung der Fiscsierrnnft zu Seligenstadt wurde als be-cckiffat anerkannt und bezüglich der Vorstellung des Gruben- und FobAkonten-Ve-band-s in Bochum soll aut entivrechendc Abänderung berggeietzlich-r Bestimmungen binaewirkt werden, lieber den Antrag Dr. Winkler, betr. die Obstmärktc in Alsheim, soll zunächst mit der Regierung in Verhandlung getreten werden.
Aur den Reichrtagsaurjchüssen.
:: Berlin, 5. Febr.
Ter B u d g e t a u §s ch u ß setzte heute die Beratung des Marine-Voranschlags fort. Bei der Mchrsorderung sür sechs Jnlendantnrickretärc unterhielt man sich zunächst über das Jntendanturwcsen. Dann kam man zu den Jngcnicurverhält- Nissen. Es wurde darauf hingewicsen, daß noch eine -große Zahl von Ingenieuren gegen den Etatsansatz fehle. Die Ausfüllung der Fehlstellen müsse beschleunigt und der Jngenicureriatz ebenso aut gehalten werden, wie der Osfiziersersatz. Staatssekretär von Tirvltz führt aus, der beklagte Mangel sei aiigesickus der Vergrößerung der Flotte erklärlich. Besorgnisse seien jedoch unberechtigt. Von einer Flucht aus den Dienststellen kann nicht die Rede sein Tie Manneverwaltung hob weiter die Besserung der Verhältnisse der Tcckofsiziere hervor. Staatssekretär v. Tirpitz versprach alles zu tun, um auch die Zivilverforgung der Marine, leute zu verbessern. Die Deckofsiziere und Unteroffiziere sollen auch eine entsprechende Ausbildung erhalten. In den nächsten Jahren würden befriedigende Verhältnisse geschaffen sein.
-Der B i t t s ch r > ft e n a u s s chu ß überwies heute ein Gesuch um Gcwährupg des aktiven und passiven Wahlrechts an die Militärbänitcn zur Berücksichtigung und ein Gesuch um st c n e r f r e i c .Hergabe von Zucker zur Herstellung von Kunsthonig zur Erwägung. _
-Der Ausschuß sür die Sonntagsruhe beschäftigte sich mit einem Anträge der Fortschrittlichen Volkspartei, der Städten mit über 100 000 Einwohnern die v o l l.st ö n d i g e Sonntagsruhe anserlegen will. Zur Begründung wurde angeführt, sür diese Städte käme die Landkundichait nicht mehr in Betracht In lleinercn Städten sei eine fünfstündige Arbeitszeit unnötig lang, man lönne mit drei, allerliöchstens vier Stunden auskom» men. Für Kontore sei vollständige Sonntagsruhe zu verlangen. Ein Regierungsvertreter berichtete über die Wir-
mng der Ortsstatutc in Städte» mit völliger »nd beschränkter Sonntagsruhe. Ein anderer Regicrnngskommissar hielt die Ab timmung der Interessenten sür irreführend und daher bedenklich Ein Zentrumsmitglicd forderte Material über die Zahl der Handlungsgehilfe»-in Städlen van 100 000, 50—20000 uttb unter 20 000 Einwohnern. Auch die Zahl der selbständigen Gewerbetreibenden sei scstzustcllen. Uobci die Beschaffung des Materials entspann sich eine längere Erörterung! es wurde davon eine Verzögerung der Verhandlungen befürchtet. Der Zentrums rcdner führte aus, eine Klasseneinteilung sei geboten, wenn man allen Wünschen gerecht werden wolle. Er verlas einen Brief des onballs. daß in M o d c g c s ch ä s t e n am Sonntag das Hauplge mäst gemacht werde. In seinem Wahlkreise würden 25 - 30 Prozent des Jahresumsatzes am Sonntag erzielt. Eine feste Schluß aunde (hei drei Stunden Arbeitszeit 2 Uhr, bei vier Stunden 3 Uhr, sei angezcsgt, weniger die ungeteilte Arbeitszeit. Ein anderer Zentrumsredner erklärte «ich iür den fortschrittlichen An I,rgg. wünschte aber sür Orte unter 20 000 Einwohnern fünf Zsndlgr Arbeitszeit, die in zwei Teile zerlegt werden könnte r>e Ausnahmctagc sollte» vermehrt werden. Ein National- , I " l e r bemerkte, seine Partei betätige die fftkittelstan.dssrcund ^Rkeit nicht nur iu Worten, foiederu auch durch die Tat. Das -i; ' c i '? ,^’ c vllgemcine Sonntagsruhe, aber sie sei ohne iwwcrc Schädigungen des Mittelstandes nicht zu erreichen. Es soll kein dehnbares Gesetz geschaffen, aber aus die Eigenarten der verschiebenen Branchen und Gegenden vermehrte Rücksicht genommen werden. Tic Zweiteilung der Städte erscheine zweckmäßig. Ko die Grenze sür vollständige Sonntagsruhe einjetzen toll, müsse Gegenstand weiterer Erwägungen sein. Ter Redner befürwortete die Einführung einer einheitlichen Geschäftsschlußzelt
Ans StaSt un- Land,
Gießen, 6. Februar 1914. **Bersammlil!tgderKreistagswählerdcs Landkreises Gießen. Am nächsten Sonntag, nachm. 3 1 i Uhr, findet im Saale des Gasthauses ,,Zunl Löwen" eine Versammlung der Kreistagswähler der Landgemeinden des Kreises Gießen statt. Zur Tagesordnung steht die Besprechung über die K r e i s t a g s w a h l.
** Lehrlinge i» weiblichen Handwerksbetrieben. Die Frage des Lchrlingswesens in weiblichen Handwerksbetrieben wird in den verschiedenen Kammerbezirken des T-cnt- schen Reiches zurzeit noch nicht einheitlich gchandhabt. Hierdurch entstehen öfters Schwierigkeiten, die besonders dann zu unliebsamen Anscinandersetzungen führen, wenn beispielsweidie Tauer der Lehrzeit, die Höchstzahl der Lehrlinge, die Beschäftigung von nur zum eigenen Gebrauch lernenden Mädchen, in den cin-elnen Kammerbezirken verschiedenartig scstgelegt ist. Die Durchführung der Vorschriften, die eine Gesundung der Verhältnisse in weiblichen Handwerkszwcigcn bringen und vor allem die ordnungsmäßige Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses gewährleisten soll, wird durch die verschiedenartige Regelung einzelner grundlegender Fragen ganz erheblich erschwert. Hierzu komme« noch die Klagen des reellen Gewerbes über das Ucbcrhandnehmen sogenannter Unterrichtsanstaltcn, die in vielen Fällen gar nicht in der Lage sind, eine ordnnngsntäßige Ausbildung zu gewährleisten. Auch wird immer wieder von den Vereinigungen erwerbstätiger Frauen nachdrücklich dar weitere Ausbau bereits bestehender Vorschriften gefordert. Tic Interessenvertretung des .handwerls konnte sich daher dieser Unstimmigkeit und den berelbtigten Forderungen nicht länger entschließen und hat das weibliche Lehrlingswesen zur Beratung gut die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Gewcrberccht des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammcr- to.ges im November v. Js gesetzt. Tort wurde beschlossen, einen Sonderausschuß aus den Kammern Darmstadt, Berlin und Hamburg zu bilden, die das gesamte Material sichten und Vorickitägc zur einheitlichen Regelung der einzelnen Fragen des weiblichen Lchrlingswesens stellen soll. Tic »nt dem Vorsitz betratfte Hand wcrkskamnier zu Darmstadt hat nunmehr eingehende Abhandlung darüber gefertigt und zu den grundlegenden Punkten einheitliche Vorschläge ausgestellt, die den beiden anderen Kammern zur Stellungnahme überwiesen wurde». Demnächst tritt dieser Sonderausschuß zu einer Beratung der einzelnen Anträge zu sammen: der Ausschuß iür Gewcrberccht übernimmt alsdann die Weitcrbcarbcitung und Vorbereitung für den diesjährigen Handwerks- und Geiocrbekammerlag.
*" T j e Eisbahn >lt bei warmem, sonnigem Weller naeb- mitlags von 'i.2 bis -i Uhr aelcbloüe,,, bei bedecktem Himmel geöffnet tzlm Sonntag »ackuniiloa ist Konzert,
**■ Der verklagte ®e mein berat. Zn einer interessanten Entscheidung kalt, cs m der Kreisausschuß Litzung des Kreises Bingen. Gelegentlich einer Verhandlung des Gemeinde» rats der benachbarten Gemeinde Bädesheim wollte der Gemeinderat Schmitt de« Sitzun fssaal nicht verlassen, ot-mll.l eine ihn letr. Angelegenheit zur Besprechung kam. Trotz wiederholter Aufforderung seitens des Bürgermeisters Braden wollte der Ge incindevertretcr iu dem sür die Zuhörer lestimmten Raume bleiben 9lach längerer Buseinandersctzung versönlicher Art. erhob der Bürgermeister Klage gegen den Gcmeindevcrtretcr, der auch bei der Verhandlung aut dem Smndvunt e verharrte, daß er be< rechligt sei den Verhandlungen im Z»bIre-raume P-,»»wohnen. Tee Krcisanrschul! t'ilichtcie der «wicht des Bürgermietsters zu und verurteilt den Gcmeindcrat ^chmltt u 10 Mart «träfe und den Kosten. ,
Landkreis Gießen, m Langd. 5. Febr. Tie hiesige, aus zwei Jagdbezirken bestehende Gemeind eja gd wurde neu verpachtet. Im l. Bezirk blieb Prinz Ernst August zu Solms-Bravwels Soagtblctender mit einer jährlichen Pachtiunime von 490 Mk., ocn 2. Bezirk crliirtt Adol, Hosmanu, RodbeiM, Mit einer Pachtstimme von 575 Mk Tie bisherigen Pächter batten die bcldeii Bezirke iür 910 Mk inne io daß die Gemeinde jetzt einen Mehrerlös von 155 9Mf' erzielte Der Wilbstand der hiesigen Jagdbezirke kann als sehr gut bezeichnet werden.
Kreis Büdinffe».
o Wall er» banse». &- Febr. Bei der bcntiaen Bürgern,eistcrwahl erhielte» Karl Schlennlng 51. Beigeordneter Schmidt 48 »nd Karl Sc um 38 Stimmen. Die Stichwahl zwischen den beiden ersten soll in 10 Tagen stattsinden.
Kreis Schotten.
2 . Herchenhai». 5. Febr. Heute morgen 6 Uhr verschied nach längerem Kranksein der älteste Veteran und Ortseinwohner Nikolaus Schäfer im Atter von 88 Jahren. Schäfer stand 1848 gegen die Revolutionäre im Groß. Herzogtum Baden zu Feld. Auch an dem Kriege 1886 nahm -r teil.
Kreis Friedbcrg
L Fricdbcrg.ö. Febr. Stadtverordneten fitzung am Millmocki unter dem Borfitze des Bürgermeisters Baural T t a h l. Vor Eintritt in die Tagesordnung verpflichtet der Bürgermeister die im vorigen .Herbst wiedergewählten Stadtverord
ncten Damm, Detz, Seriba, Loth und Bopv sowie Beigeordneten Damnl durch Handschlag. Genehmigt Ivird ein Neubau >es Ehr. Fr. Jockel sür ein Gebäude mit Burgberg. De Straße von der Ufabrückc bis zur Gcmarkungsgrcnze, Gicßcner Straße. Für den 3. Löschzug. Stadtteil Fauerbach, wird die .Herstellung eines Raumes zur Aufbewahrung von UnisormstÄckeu genehmigt. Tic bisher der P. Theis Wwe. gehörende Straße tvirb von der Stadt übernommen und 2 Mark für den Quadrat mcter bezahlt. Nach dem Vorschlag des Ereisamts wird eine P ol i z ei v e ro rd nun g erlassen, wonach das Besahreit mit ftrait- und Lastfuhrwerken sowie das Viehtreiben verboten >md nur den Angrcnzcrn zur Erreichung ihrer Grundstücke gestaltet wird. Zu dein vom Kreis Friedberg mit sämtlichen Gemeinden mit der Versicherungsgesellschaft Wilhelma abzuschließenden Vertrag ivill die Stadt, lvelche- ebenfalls bei genannter Gesell schalt verftchert ist, beitreten, und zwar zunächst auf die Tauer von
4 Jahien, solange der Bcttrag mil der Stadt noch laust. Aut Ansragc beschließt die Versammlung, von einer Erhebung der d n n d c st e u c r sür Polizeihunde abzustehcn, wenn seitens des Staates auch Hiertür Stcuerireihelt eintritt. Von den bei der L a n d cs h h p o t h e ke n ba n k noch abzuhebendcn T-arlcben sind 130000 Mark Bei der Nationalbank hiztterlegt worden, wo- sür von der Stadt Mitgarantie übernommen 'wird. Als Micts- zn schuß sür einen verbeirateeen Untcrof'i zier illnterzahlmeistcr- werden tl Mark sür den Monat festgesetzt. Das Geloerbegericht trat in 37 Fällen zusammen, davon waren 35 von Arbeilnchntern und 2 r-vn Arbeitgebern. Turch Bcrgleich erledigt wurden^ 23, durch Urteil 8 und die übrigen auf andere Weise. Im Jahre 1913 wurden standesamtlich eingetragen: 204 Geburten, 71 Ehcichlie ßungen, 158 Sterbcfälle, davon 38 von auswärts. Bon dcr P rv vin zial-II c ber la n dzc n t ra l c wurden bezogen sür die Stadt: 1439 Kw. bis Jum 1912, 6933 im Oktober, 9357 im November, 12 625 im Dezember. Tie Eisenbahnverwoltung bezog von der Stadt außerdem im Juli 3134 Kw. sür Licht, 501 Kw. für Kraft, Aug. 6134 für Lickt. 498 für Kraft, Scvt. 9160 für Licki, 515 für Kraft, Olt. 13084 sür Licht 540 für Kraft, Nov. 14 626 für Licht, 496 sür Kraft, Tezbr. 16121 für Licht, 1072 für Kraft. Zur ?lbwehr dev von der Wcttertalbahn an- gcsordcrten Koslenbeiiräge haben sich sämtliche in Betracht kommenden Gemeinden solidarisch in der Abwehr erklärt. Wegen Er Hauung der Nebenbahn Friedberg — Ran st adt wird der Bürgennrister beaustragt, die Verhandlungen mit den in Be tracht kommenden (Verneint»™ wieder ans?»nehmen. De seitherigen Ausschü'sc und Depttialianen wnrd>-» wieder-ewählt, dem Markt- aussckmß wurden die Käusleulc Karl Hilbrecht »nd Louis H i r i ch zugewählt.
L Friedbercz, 5. Febr. Der 2. Vorsteher unseres Bahnlwtes, Schwarz, ist in dieser Rächt,- nachdem er eine Operation glücklich überstanden hatte, ae st orbcn.
h. Ockstadt, 5. Febr. Die etwa 9üt) Hektar „inkaffende Feld- und Waldjagd der Gemeinde imirde von Bankier
5 i» l z b a eh iFeauliurt) iür jährlich 6200 Mk. gepachtet gegen 4715 Mk, in der frühere» Pacl tzcit.
Hcssen-Rafsau.
Höchst a. M., 5. Febr. Durch ciuc Gasexplosion kam gestern abend gegen 8 Uhr in dem benachbarten Nied der 17 Jahre alle Bureaugehilfe Ernst Pfriem ums Leben: einige andere Personen erlitten leichtere Brandwun den. Die Explosion war dadurch entstanden, daß aus einem schadhaften Leitungsrohr auf der Straße Gas, ausströmte, toelches sich in einem Kanal sammelte, Pfriem wollte der Ursache des Gasgeruches nachgehen und kam dabei mtt einem brennenden Streichholz an den Kanaldeckcl, worauf sofort die Explosion erfolgte.
yanSsL.
Do» der Reichsbank.
B e rl i n, 5. Febr. An der Sitzung des Zcntralansschuffes der Reicksbank tührte Prästdent u. Rave » steIII aus, daß der Status vom 3i. Januar wesenlttcb gröbere Ansprüche an die Reichsbauk zeige, als es i» der gleiebeu Zeit tu den Vorjahren der Fall gemeteu sei. Heroorzi,beben sei nanieutlicki die bedeutende Bcrriuaeruna der iremden Gelder. Ties bonge aber wobt mi» der Einzahlung au! die »ene preußische Anleihe zusammen. Nach dem Zwischena! sweis vom 3. Februar hat der Melallvetland um eine Million zugenomme» aeaenüber einer Abnatune von 18 tLtil. lioiien Atark im Borjobrc. Wcchiel und Lombard hauen um 28 Millionen abaeuommen gegen 24 Millionen Mark ,m Bocsabre Tie Schatzanweiinugen hätte» um 7 Millionen zuaenommeu gegen 2 Miltionen des Vorjahres. B n den fremde» Geldern hätte sich eine Vermebrunq um 14 Millionen gegen eine Abnahme von 34 Millionen ergeben Tie stenersre'e Notenreserve habe" am 3. bs. Mts 187 Millionen betragen gegen eine» slenerpftickniaen tztotenmnlaus von 222 Atilltonen am gleichen Tage im Borjabre, so daß sieh kür vieles Jabr eine Beffermig ,,m 4v9 Millionen ergäbe Tie Enlmicklimg aus dem imernalioiiaten und aut dem heimitckien Geldmärkte fet weiierbi» günnig gewesen. Tie Gcld- ftütngkeil babe zflgenomine». Der Vrwatdizko -t tü'tlc sich aus drei Prozent, Ter Stand der Tevstenkurse sei günstig. Tas Reicbsbankdirektorinm hätte inkotgedesse» beschlossen, den Diskont NM «in halbes Prozent h e r a b z u i e tz e n.
Märkte.
Ic. Wiesbaden, 5 Febr. !»«>,- und SIrob markt,
Ange'nhren waren 27 Wagen mit Heu und Stroh. Bezahlt wurde iür Heu 8,20 7,20 Mk., Stroh l ttichtftrolst 3,60—3,80 Mk., Krumm- tlroh .09—0,00 Mk. — Fruch tmarkt. Hafer 18^0-16,80 Mk. Alles je 100 Kilo,
Jnlmer mehr und mehr brechen sich die Elcstro- U"d Brennstoft w.oi re aus dem Lande Bahn. Turch den Man .kl an Arber sve so-al ist der Landwirt gezwungen, seinen Be rieo in ma chr i.Iler Fv m ein- zurichlen. Um eine Krastanlage möglichst rentabel zu gestatten, empiicblt sich die Anlage einer Schrot- und Mahtmühte.. Ein jeder Landnnrt ist dann sein eigner Mütter und es macht sich eine solche Anlage in ganz kurzer Zeit bezahlt. Bei Anlaut einer solchen Mühle ist jedoch Vorsicht geboten. Ta ans denr Izeutigen Maschinenmarkte sehr viel ungeeignete Fabrikate angeboten werden. ES kann deshalb nur cinpsohlen werden, sich an Speziatsabrikcn zu wenden, die sich ansichließtick nur mit Lieserung von Sckzrot mühten besaßen. Bon attcrsher ist der Mahlstein das beste Mittel zum Vervtahlen gewesen und er wird auch in Zukunst seinen Platz behaupten. De Firma August Tauth, Hoshcim lTauiiust bei Franliurt a. M. sabrizicri als einzige Spezialität die bekannte beftbewährte Germania Schrot- und Backmehlmühle mit selbst- schärfenden Mühlsteinen. Dese Mühle steht wegen ihrer einfachen soliden Konstruktion, kräftigen stabilen Bauart und enorm großen Leistung an der Spitze alter angebotenen Fabrikate. Namentlich ist das bekannte, gesetzlich geschützte aus einem Stück verfertigte Mahlgehäufe wesentlich verbessert. Tie Mühle ist leicht zu öffnen, daher beguem zu rerntg™ und die Steine leicht nachzu- sehen. De Firma August Tauth, Hof heim (Taunus) bei Frankfurt a. M. liefert jede Mühle kostenlos zur Probe und gibt jede gewünschte Auskunft.


