Nr. 29 Zweites
Ericheinl täglich mit Ütu-Snohme des oomitnqg.
Ik „Oiehener ,^amillend!äller" werden de», Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „strelidlaN für den Krtis Sießen" zweiuinl ucfocmti*. Tie „randwirtlchajtllchea ätil-
sragen" erscheinen monatlich jrotimal.
Blatt 164- Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhejsen
Mittwoch, 4 . Zebruar 19;4
Rotattonsdrnek und Vertag der Br üblichen Universitäts - Bnch- »nd Sieindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Vertag: Nedallion:«e^sll2, Tel.-Adr.:Anj«igerÄievea>
An» tjcilcn.
Aus Dem Kinanzausschub Der Zweiten »lammet.
tb. Tarmstadi. 3. Febr. Zur gemeinsamen Beratung des Siaalsvorantchlags Tür 1914 im Finanzausschuß der Zweiten Kammer waren heute wiederum die drei Minister und zahlreiche Regterungslomnrinare erschiene». Zur Erörterung gelangte zuerst Kap 12, direkte Steuern, Regalien usw. dag mit einer Einnahme von 26182 665MI. und einer Ausgabe von 2819 683 Mk. abichlicßt, Ter Vorschlag der Regierung, die direkten Steuern um 900000 fflt. höher in den Voranschlag ein zusteUen, da die Ergebnisse der Steuerveranlagung eine io große Mehreinnahme sür 1914 rechtiertigen. wurde gntgeheißen. Wie die Regierung aHssührte, ist bei dieser Veranlagung selbstverständlich das Ergebnis des Wehrbeitrages noch nicht herückijchtigi: es seien ober über diesen Punkt in der Preise denn doch unrichtige Angaben enthalten, welche Iveit über das Ziel hinausschössen. Eine Darlegung des wirklichen Ertrags des Wehrbeitrags könne erst im Lause de?. Monars Februar eriotgen und zwar nur vorläufig ohne Berüliiichtiguna der Reklamationen. Es sei dagegen richtig, daß infolge der neuen Veranlagung zur Gemeindesteuer durch das neue K 0 m m u n a l ft e u c r - geietz »nd besonders des Grundvermögens sich im Großherzogtum ein Mehr a n Vermögen von 263 Millionen ergeben habe, so daß wohl auch im Lause des Jahres 1913 das Gesamtvermv gen in Hessen sich aut etwa fünf Milliarden M a r k belaufen werde. Die Bcivrcchung gab auch Veranlassung, aut die Gestaltung des Restefonds näher cinzugehen, der bekanntlich im Fahre 1912 durch die Ueberfchüsse des Fahre? 1910 im Budget des Jahres 1912 zur Erscheinung kam. Es tourde auseinandergeseßt, daß dieser Restcfonds keineswegs eine abgeschlossene Sparkasse des Staates bedeute, sondern daß a»ch für die folgenden Fahre dem Rcsteionds noch erhebliche Beträge zufließen müßten. Ties hätten auch die letzten Jahre gezeigt, in welchen trotz Bestreitung der Kosten sür die Beamtet! und »üchrerbesoldung erhebtich: Abführungen an den Restesonds möglich gewesen waren. Deshalb stellten sich auch die lleherfübrungen in den Restesonds als dauernde Einnahmen heraus, die dann mit dauernden Ausgaben belastet werden könnten.
Eine eingehende Aussprache entspann sich über die Gestaltung des neuen Ausgleichs - und Tilgungsfonds, der Ende 1913 seinen gesetzlich seftgelegten Bestand mit 8 Millionen bereits erreicht und sogar einen lieberschuß von 783 261 Mk. ergeben hat und für den auch ein weiterer Zuschuß im Budget 1914 mit 2 485016 Mk. vorgesehen sei. Die Regierung wies darauf hin, daß jedenfalls für das Fahr 1915 ein Ausfall an ständigen Einnahmen in der Höbe von 438600 Mk. zu berücksichtigen sei, da diese summe in Zukunft dem Reich zufallcn tverde. Bon Ausschußmilgliedern wurde dagraen aufmerksam gemacht, daß die Skemvcleinnahmcn. welche zur Unterlage der Befoldungsorünung für das Jahr 1912 geschaffen wurden, viel höhere Ergcbnisfc gezeitigt hätten als die Veranschlagung annahm
Bei Kap. 10, Einnahmen aus den Eisen bahnen, wurde seitens der Rcaierung daran! hinqewiefen, das: die angenomnie- nen Mehreinnahmen von 551000 Mk. Tür 191-1 nicht scstständen, da die Nachrichten ühcr die Vcrkchrseinnahmen aus den Eisenbahnen einen Rückgang verzcichneien. Vom Finanzausschuß wurde dagegen cuisgelüdrt. daß die veranschlagten Mehreinnahmen dem heutigen Stand und den vorhaichencn Unterlagen etuivrächen, und daß angesichts der wirklichen BetriebSergcbnittc der Boriakre, besonders 1912, mit >8 597 000 Mk., die Veranschlagung sür 1914 mit 17 994 (XX) Ml. sich rechtfertigen taste. Seitens des Ministeriums wurde auch daraus hingctviefcn, paß der Beiriebs-R'oessi- zient > Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben -in den letzten Jahren eine Steigerung der Ausgaben ergeben werde, wodurch die Einnahmen beeinträchtigt würden
Weiter wurden dann im Ausschuß die Kapitel Landes- univcrtttä« uud Technische Hochschule durck-gesprochcn. Tic Universität bot in ihren Ausgaben leinen Anlaß zi, Erörterungen, wohl aber die Technische Hochschule mit eeinem Einnahmcaus- sasl an Studiengeldern in Höhe von 10 000 M!. Es ivurde erläuternd bemerkt, daß der Besuch der Hochschule sich leider im Rückgang befinde. Während im Jahre 1904 im Sommersemester 1804 Studenten und Hörer und im Winterte,Nester 1834 vorhanden waren, betrug deren Zahl im Jahre 1913 nur 1238, beztv. 1300. Die Regierung gab die Schuld an diesem Rückgang zweierlei Ursachen, dem Rückgang des Besuches an den Technischen Hochschulen im allgemeinen, dann aber auch den erschwerten 'Aufnahmebedingungen und dmt Anforderungen sür die Eramjna bei Ausländern E:- wurden zu^ Schlust- vrüiung setzt iiur noch bis znm Oktober 1915 Studenten mit 7jähriger Realschulbildung zugetasscn: sür später fei dagegen eine 8klassige Vorbildung an Ggninasien oder Realschulen erforderlich, Gerade diese Ansorderring habe schwächend aus den Betuch der Hochschule cingcwirlt, dagegen sei die Qtialität der ausländischen Sttideuten eine bessere geworden. — Tie weitere Beratung wurde aus morgen vertagt.
Anträge zum Fuftizvornnschlag,
rb. T a r m st a d t, 3. Fcbr. Für die bevorstehende Beratung des Voranschlags haben die Abg. Tr. O i a n n , Tr. W ü n : e r UN.» Tr. Stephan Anträge gestellt. Ein Antrag gebt dahin, m den Voranschlag zwei neue Stellen für Staatsan w ö 11 e in Tarmstadt und Gießen und weiter sieben Stellen sür Amtsrichter (in Tarnrstadt I undll, Mainz, Ofscnbach, Gieß e n , Friedberg und Bad-?? an beim einzuftellcn. Weiter wird beantragt, anstatt 10 neue Stellen sür Hilisgerichlstchreiber (Ak tuartotS-Asstslenteil 20 solcher Stellen int Voranschlag sestzusctzen. Alsdann wird noch bcanlragl, den Fonds von 2000 Mk. sür Bei Hille zur vraklischrn Ausbildung von Juristen aus 4000 Mk. zu erhöhen.
Eine Beratung der „Wirtschaftlichen Bereinigung" Der Zweiten Kammer.
rb. T a r m st a d t, 3. Febr. Tie „W i r t s ch a s i l i ch c Ber ein igung" der Ziveiien Kammer hielt heute nachmittaa im Standehausc eine Sitzung ah, in der sie sich mit dem staatsvoran- lchlag für I9I4>, besonders mit den lairdwtrischaftlichen Kapiteln beschästigtc. Beitn Kap. 75 a, Landwirlschaiiskammer, wurde leb hast bedauert, daß die Regierung trotz ihrer entgegenkommenden Erklärung bei der vorjährigen Bndgetbeiaiuna für dieses Fabr die erhöhten Anforderungen sür die Bcdürsnisse der Landwirtschaft nicht in den Voranschlag eingestellt habe. Tie Vereinigung müsse unter allen Umständen daraus bestehen, daß die von der Landwirt- schastskammcr gewünschte Mehrsordcrung von 5 3 0 0 0 M k noch nachträglich in das Budget eingestellt werde, denn die erhöhten Mittel jeien im Interesse der Landwirtschaft und-di--7t erforderlich. Tie Tätigkeit der einzelnen Bezirksausschüsse
der Landwirtschastrkammer habe sich in den letzten Jahren be deutend eriveitcrt: die Forderungen dieser Ausschüsse könnten aber nicht bewilligt werden, weil der Landwirtschastskammer die dafür notwendigen Mittel fehlten. Besonders schwer werde das cmv- sundcn bei der Bekämpsting der RcblauSschäden, seiner bei Be lämpiung des Heu und Touerwurms, und auch die 'Ausschüsse sür Viehzucht und Obstbau, sowie sür Ausführung von Meliorationen verlangten, größere Mittel. Tic Versammlung stimmte einstimmig dem diesbezüglichen Antrag Breuer und Gen. zu. Bei Kap. 69 wurde das Geometer- und K r c i s v er m e i- i u II g s wesen ciugebcnd besprochen. Tic Tagesgebühren lind hier von 17 au! 21 Mark erhöht worden, wodurch eine erheblich Mehrbelastung, eine schärfere Besteuerung sür hie landwirtt'chatl lichen Kreise cintritt. Tic Vereinigung hält das ganze Kreis geometerinstitul Tür höchst reformbedürftig oder übcrslüssiq: hti ganzen Kosten für dos Institut müßten von der Landwirischatt getragen werden. Weiter wurde noch die Wirkung des neuen Gemcindcsteuergesctzes und Klagen über ungleichmäßige Bcstcucrune resv. Abschätzung des gemeinen Wertes bei fiskalischen und G- meindewaldungen vorgcbrachl. Bezüglich der Besoldungsvorlage soll jcdensalls an den Beschlüssen der Zweiten Kammer sestge- halten werden.
Line Lrf.'äkung -es »ardinnls ttopp.
Paderborn, 3. Febr. Das „Westfälische Vvlkrbkatt" vcrössentlichk folgendes Ertrablait: Kardinal K 0 p p Hai gestern zur Berichtigung seines Briefes an den Grasen Oppersdorfs soigeude öfscnlltchc (Sr klär» n g abgegeben:
Breslau, den 2. Februar 1914. Bei einer Vergleichung der Akten des Herrn Bischofs von Paderborn mit den meinigcn hat sich ergeben, daß ich der mir nur zur Kenntnisnahme am 20. November 1912 efiigefandten Interpretation am 21. Novem her 1912 freiwillig beigevflichtct habe, und daß ich ans ire-er Entschließnng sic am 22. November 1912 dem Biichot von 'Lader born gegenüber als eine solch: bezeichnctc, von der die Gewerk schaslsführcr in Eisen erklären konnten, sic wüßten sich in Bezug aus sie in klebereinstimmung mit den Biichösen. Bei dieser Sach läge erkenne ich nachträglich an, daß mein Artet an den Herrn Bischof von Paderborn vom 1. Dezember 1912 nicht die große Bedeutung haben konnte, die ihm in meinem Briet an den Herrn Grasen v. Oppersdorfs berge legt worden ist. Es hätte einer Zurücknahme meiner Entschließung vom 22. Novem der 1912 00 r dem Episkopat als svlcktcn bedurft. Ich kann versichern, daß ick mit meinem Briese an den Grasen von Oppersdorfs den Herrn BiCck 0 , von Paderborn in keiner Werte habe verletzen n cöch ihm irgendwelche Un- gclcgcnhcitcn habe bereiten wollen, gez, Kardinal Kopp.
Es war zuerst in einer Zeitung gesagt, daun aber wider rufen worden, Kardinal Kopp sei wegen seines Vorgehens die päpstliche Mißbilligung ausgesprochen worden. Eine solche Mißbilligung hätte sich vielleicht weniger aus die nackte bezogen, die er zuletzt vertrat, als vielvtehr aut die schwair- fendc Art seines Auftretens, die ihm schließlich sogar den Vorwurf der Zwiespältigkeit eintragen konnte. Kopv hat selber eingesehen, daß er im Urteile der össentlichen Meinung zu kurz kommen müßke, und den zwar peinlichen, aber doch unumgänglichen Schritt getan, seinen Irrtum zu bekennen, der zwar seiner Ansicht nach nur in der Abfassung seines Brieses an den Grafen Oppersdorfs lag.
Hund habe ilmt seinen llmhang zerrissen: das könne auch die Zeugen veranlaßt haben, anzunehmrn, das iraglickw Kleidungsstück sei ein llmhang gewesen.
Wegen Diebstahls wurde der Arbeiter D. aus Pohl-Göns zu einer Haitstraie von 4 Wochen verur eilt: er hatte seinem Arb.itskameraden Sch., mit mit er eine Nacht zusammen schlics, am frühen Morgen seinen Bund Kleider im Werte von etwa 10 Mark entwendet und für 2 Mark bei einer Trödlerin versetzt. Es wurden ihm mildernde Umstände zugcbilligi, so daß er vor dem Zuchthaus beivahrt blieb.
Wegen Urkundenfälschung waren 5 Personen, der Maurermeister W. au, Neunkirchen, der er trübere hiesige Wirt Ps., der hiesige Gcrichtsichreiherasvirant S. und zwei ehemalige Kellnerinnen der Wirtscha : „Vater Jahn" angellagt. Es war ihnen zur Last gclcgi, einen Briet, eine Pott 1 enweilung und mehrere Telegramme unter falschem Namen an der, '.(ngcllagicn W. in dessen Auftrag gesandt zu i>ah:n. um die I Familie des W„ der trotz seines Atters iu hie',gen Tamen- kneipen unglaublich viel Geld vergeudete, glauben zu machen, ' i - Reisen nach <>iießcn ersolgicn zum Anlaut einer Grube. Tic AngcNagtcn mußten srcigcsprochcn werden, wett ihnen die rechtswidrige Absicht beim Gebrauch der gefälschten Urkunden gefehlt hat.
M i t einem Freispruch endete auch die Anklage gegen die Ehcsrau B. aus Ohmes wegen Verleitung zum Meineid: sie sollte die Hauptbelastungszeugin
I (5 . H. zu bestimmen versucht haben, in dem Straspro.zs» gegen ! en Solu, der Angeklagten zu dessen Gunsten auszusagen: dieser >war angettagl, seinen Vater, als er angetrunken mit einer Schnaos- >-lasche nach Hause kam, mißhandelt zu haben. Ta aber im ein , einen nickt sestgcstellt werden konnte, in welcher Richtung btt Zeugin nach dem Willen der 'Angeklagten falsche Angaben machen tollte, mußte mangels ausreichender Feststellung Freispruch erfolgen.
WcgeuDicbstahks wurde der G. St. aus Friedberg zu 5 Monaten Gesängnis verurteilt. Er batte dem Zigarrenhändler G. beim Einkaut von inigen Zigarren durch die Angabe, er walle mit einem Zwanzig- narkstück zahlen, veranlasst, den.Betrag von 19'Mark und einigen Psennigen aus den Ladentisch zu legen, die der Angeklagte dann schleunigst etnsteckke und davontics, ohne das Zwanztgmarkstück als Gegenwert hinzugcben.
L'nfticisiffakfrt.
I n t e r n a ti 0 « a l c Ballonfahrt. Von Montag, den 2., bis Samstag, den 7, Februar d. I., iinden in den Morgenstunden internationale wissenschastlichc Ballonaniüieae statt. Es steigen 'Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in öen nt eisten Hauvtslädieu Eutovas aut. Ter Finder eines jeden unbemannlen Dallans erhält eine Belohnung, wenn er der iedem Ballon bei gegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente iorgsültig birgt und an die angegebene Adresse sosort telegraphische Nachricht sendet. ^ . „ . . _
©. Paris, 3. Fcbr. Aut den, Fluge von «ot. Ehr nach Compiögne stürzte gestern nachmittag der Flieger B r 0 d i n bei Ponloisc mit einem Zweidecker ab und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Sein Flugzeug war mit einer Vorrichtung versehen durch die es automatttch im Gleichgewicht gehalten werden sollte' dock scheint die Vorrichtuna versagt zu haben.
Paris, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Bvurqes stürzte beute uocknnittag aut dem Flugselde von Allor bei Leu:- rmttt Delvert, der on, Bord seines Zweideckers den Hauptmai, n Niauet als Fluggast hatte, aus beträchtlfcher Höhe ab. ^Seide Offiziere waren aus der Steile toi.
New Bork, 2. Febr. Ter Aeroklub lündigt an, hat! er einen Aerostug um die Welt aut der Weltausstellung in San Franziska genehmigt habe. Ter Flug sott in San Franziska beginnen und binnen 90 Tagen dort wieder endigen, Ter Preis wird 100000 Dollar betragen. _ ___
vereirsnachrichlen.
Verein ehemaliger 116er Gießen. Durch ein Versehen des Setzers ist gestern aus dem Verein ehemalig, 116er, über dessen Kaiserffedurtslaigsfcler wir berichteten, eit. zweiter Verein ehem. Kolonialkriegcr Eiießen geworden, dessen Feier mir int Anschluß daran brachten. Ter Fehler sei hiermit richtig gestellt,
- Nonnenroth, 3. Febr, Ter l-öesangverein „Lieder- k r a >1 z" brachte heute abend seinem Mitglied, dem Gastwirt -Adam Koch, zu seinem 50. Geburtstag ein Ständchen. 'Der Vorsitzende üdcrbrachte dem Jnbilar die Glückwünsche und bei einer kleinen Nachleser wurden einige Gläser aus das Wohl des Herrn Koch geleert.
1. Mainzlar, 2. Febr. Letzten Santslag abend feierte im Gasthaus „Zur Traube" der Kriegcrverern Kaisers Geburtstag. Nachdem der Vorsitzende Rein die Erschienenen begrüßt hatte, sprach Lehrer Weisel über die Eittwitttung des dcutsckwn Kaiserreiches und brachte das Kaiserhoch aus. Lehrer Kurz toastete aus das Vaterland und erzählte interessante Anekdoten vom alten Blücher.
S. Lang-Göns, l.Febr. Gestern abend seiette der Gesangverein „Germania" in, dichtgetüttlen Saale des
Gasthauses zum Schwanen sein 23. Stiliungstest. Die Feier tourde von dem Präsidenten. Anion Müller, durch eine Ansprache erössnet. Unter Muiilvorträgen der Kapelle Sames, Gesangsvar- trägen, zwei Sologesängen zweier Mitglieder und eines flott gespielten Theaterstücks schwanden die Stunden rasch dahin. Das Theaterstück „Ter Bcttelheinr" fand sehr großen Anklang.
A Ibach, 3. Febr. Ter Gesangverein „Eintracht" beging am Tonnta, sein 20jähriges Stiftungsfest, verbunden nett Theater und Bott. Ter geräumige Saat des Gastwirts Lauer war bis ans den letzten Platz besetzt. Präsident Baiser hieb eine kernige An prache. Tie Theater und Ge a»,:svorträge wur den durch dir tüchtige Leitung des Dirigenten N i k 0 t e t - Großeu- Buseck trefflich vorgetraaen.
Bieber b Rodhcrm, 3. Febr. Am Sonntag hielt der hiesige K v n i u ni v e r c i n seine Hauptversammlung ah. Der Verein, welcher im Fahre 1990 mit 24 Mitgliedern gegründet wurde zählt gegenwör.ig 54 Mi.gliedcr und konnte sür das ahgelauscni Geschäits ahr b.t cineni Um ätz von 26 519 Mark, wie im vorhergehenden Fahre, 8 Prozent Dividende an die Mitglieder verteilen. Ter Verein ha! seit seinem Bestehen die Summe vav 22 895,32 Mark an die Mitglieder als Dividenden ausgczahlt und dabei einen Reserveionds von 2400 Mart zurückgclcgt.
Gicßener Strafkammer.
Gießen, 3. Febr.
Die Hühner des Schuldieners,
1 Wegen Mundraubes wurde der hiesige Agent N. zu einer
I Haitsttase van 6 Wochen verurteilt, wett er in der Nacht vom 11. oiir den 12 Kkoveniber v. Js. dem Schuldteni-r der -ladtknaben -! schule T. einen wertvollen Hahn und eine wertvolle Henne ge-, stöhlen hatte Er war von einem Wächter der Wach- unü -chliet: geicllschait ertapvt worden, als er, von dem Polizeihund- gestellt, . w fallen ließ, was er unter seinem, über den 'Arm hängenden llmhang verborgen gehalten hatte und was. wie sich später her ausstellte einige Hühner waren: er ging alsbald ttüchlig und wurde erst nackt längerer Veriolgung wieder vom Hunde gestellt: erst 'letzt wurde seine Periünlickieit zwersclssrei sesigestellt. Ter Angellagte leugnete die Tat und behauptete, der wahre Täter sei vor ibni her gelaufen und entkommen. Er furfite dies dadurch JU bewerte», daß er Zeugen brachte, die helundeten, dag er ipäicr am frühen Morgen, einen Ilebrrziehcr getragen habe, während der Wächter oer Wach- und Tchließgeiettichatt IvbauSiete, der Mann, der die Hühner babe satten lassen, habe einen Ilm hang gehabt. Das Gericht läßt cs dahingestellt, ob es ein Umhang oder ein Ucberzieher war, stellt jedoch fest, daß der AngeNagte selbst in der fraglichen 'Nacht geäußert hatte, der
Märkte.
k. JSrnnfrttrt «. M. Cch wei nem nrktb? ri vom l.Febr. Au^aetriebeu waren 1719 Schweine. Vollkleischiae Schweine von 80 bis 100 kir Lebenbaewicht 58.00-66.00 Echlachtqe,nicht
1 9.00 — 0 ' .00 Mk.. vollsleischi^e Schweine unter 80 Lebendgewicht 5)3.00— 6.0> Ätk., Cchlachlaewicht 6^.00 — 69/0 9)<f.: voll'leischine Schweine von 100 — 120 Lebendqewicht 53.00—56.00 Schlachtgewicht os.oo— 6 i 'iWf.*, voll^leischiqe Schlveine von 120 bis 150 Lebendgeivicht 53.00—56.' 0 Schlachtgeioicht
68 — <9/'0 Mk. Weidiiilt ziemlich recie, bleibt U.chersta>rd.
te. Pranksnrt M.. 4. Febr. svriq.-Tele^c. de? ,Gietz. ?!nitliche 0'otiernnqen der bentiflen Frucht inarkt j reif ?. Reizen shiesiger» ‘Dir. 19.25— 19.5 Kurdeins der .'9ik. 13.25-19 50 Wellerauer 00.00—00.00. Roqqeik (bieüqert Äik. 16,00 bis
16.2 OOersle<We!1ercnier^ 9)ik. 16.25—17.00, Gertte» Uraitken, ^icil^sr Ried Mk. 16.5"— 1 i.5 Oaker ML 16.00—17.50. Mai; Stk. >1.72 bis 00.00, Weizenmehl 0 Dik. 00.00 —OO.OC^ Weizenmehl I Mk. ro.‘ 0—00.Oo, Weizenmehl III Mk. 00.00—00.0,. 2ioqqen. melK 0 Wkk. 00.“0— > .00, Roaqenmehl OT Mk. 00.00— ',0.03, Rvsiqenwehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenklri: Mk. 0.50—0.00
Weizenichaken iDif. o. ,o—0/)0, 9toqqenkleiL 9?tk. 00.00—OO.OC
Dialzkeiine Mt. "0/,0—90.00, BlerLrebec O0.09—00.0 6^ Raos ^7. ickO.öl.«-00.00, FuUerger,:e '»k. uv,00 — 00,00. Alles per 10J Mt ab hier.
ie. Frankfnrt a. M., 4. Febr. de? ,^ie
AnzeigersE.» iia rt o fie l nr a rkr. Man notierte: Kartoffel i
in Waqgons Mk. 4.50—5«00^ im Kleinhandel Atk. 6.90—6.30 Uic jr 100 51g.
600 bU 3C00 Kerzen, fGr grobe Räume, Söle, Gestböfts Ickole, sowie für olle Zwecke der Aufeenbeleudiiung. Keinerlei Wortung und Bedienung. Einfache, billige Instolloflon)


