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swener Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Tie«ietzener Zamilienblätter" werden den, .Slnjtifler" oiermat wöchentlich beigeleql, das Kreisblatt für den Kttis Sichen" zweimal

wöchentlich. Tielandwirtschaftlichen Seit-

stagen" erscheinen monaltich z,vermal.

Iö4. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger sür Gberhejsen

Zrettag. 23. Januar

Rotationsdruck rrnd Verlag der Brühl'schen Universiläls - Buch- und Sleindruckcrer.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- sirabe 7. Ervcduiou und Verlag: e*s51. Redakiion:^EI12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

Sitzung -cr Sta-tucror-ucten.

KB. Gießen, 22. Jan.

?» der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung rvarcn an­wesend: Oberbürgermeister Mecnm, die Beigeordneten Bürger meisler Keller, Kommerzienrat Em melius, Justizrat Grüncwald und IO Stadtverordnete Beginn der Sitzung i l i Uhr.

In der Auslosung von Schuldverschreibungen wurden 36 000 Mark, 20 000 Mark und 7600 Mark, die sämt­lich zum 15. Mai gekündigt worden sind, und 30 000 Mark mit Kündigung zum 1. Mar ausgelost.

Nachdem die Versammlung bcschlußiähig geworden war, machte zunächst Oberbürgermeister Mccum einige

Mitteilungen.

Zunächst begrüßte er die Stadtverordnetenversammlung im neuen Jahre tund wünschte ihr einen guten Erfolg sür das Jahr 191-l. Sodann machte er ein Tankschreiben des Hexrn Loos jun. bekannt, in denr dieser sür die Beileidsbezeugung der Stadtoer- ordnetcnversammlung leim Tode seines Vaters, des Stadib. Lo o s, dankte.

.Herr Mceum gab daraus Kenntnis von einer Einladung der KricgervereinS Gießen an den Oberbürgermeister, die Bei­geordneten und die Stadtverordneten zu der Kaisersgeburtstags- Fcici, die verbunden mit dem 40jährigen Bestehen des Vereins begangen werden soll.

In einer der letzte:! Sitzungen der Stadtverordneten war über die h n c der städtischen Arbeiter gesprocktzm, Bcschluß- sassung aber obgclehnt worden. Am 10. Januar ist nun eine neue Eiitgabc cingeqangen. Sic wird dem Ausschuß überwiesen,

Ter Gabel s b e r g er Stcnogravhcn verein sprach in einem Schreiben der Versammlung der Stadtrcrordnetcn seinen Tank sür die in der letzten Sitzung genehmigte Ucbcrlassung eines Schulsaales aus.

Tarant erhielt der Sladtv. Löbcr das Wort zu einem

Dringlichkeit, antragc.

Am 16. Oktober batten die Stadtverordneten beschlossen, ein Preisausschreiben zum Umbau der alten Klint:

z» erlassen. Löber beantragte, daß man die Aussührung dieses Beschlusses io lange oeiiagc, bis die neu gewählten Stadtverordneten verpflichtet worden seien. Es sei die Vl'licht eines jeden Stadlocrordneien, dajür zu sorgen, daß man in einer Frage, die die ganze Bürgcrschait angehc, auch die neuen Stadtverordneten iniisprechen lasse.

Oberbürgermeister Mecum teilt mit, daß cs nur besonderen Umständen zuzuschrciben sei, wenn der Beschluß nicht schon aus- gesührl worden sei. Durch den Einspruch gegen den Beschluß habe die Vorgesetzte Behörde dessen Ausführung sisticrt. Nachdem der Einspruch aber abgewieseu mit kein Rekurs erhoben worden sei, habe er die Vorarbeiten in die Wege geleitet.

Teu Antrag abzulchnen bittet Stadtverordneter Winn, da die VerschleopungSpolitik nicht fortgesetzt werden solle. Dagegen stimmt der Stadtverordnete Petri. Er ist dasür, daß man warte bis die neue» Stadtverordneten da seien.

Beigeordneter Grüncwald befürchtet, es würde dem An­sehen der Stadtverordnetenversammlung schaden, wenn nach stun- denlangcr Beratung wieder der Antrag auf Ablehnung gestellt ivürde. Bisher sei ja auch nur der Vorschlag zu dem Umbau gemacht worden. Tie eigentliche Beschlußfassung iverdc doch sctbstoer- ständlick erst dann ersolgen, Ivcnn die neuen Stadtverordneten schon an der Beratung Icilnehmcn würdet!.

Stadtv. Löber verteidigt nochmals seine Ansicht und macht seinem Unmut über den vom Beigeordneten Grünewald gebrauch­ten AusdruckSchildbürger" Lust. Ihm stimmt Stadtv. I a n n bei, da in der FrageNeues" vorgekommen sei, was ihn zu seiner Stellungnahme veranlasse. - Zuruf: Zeitungsartikel.» Stadtv. Pe­tri meint gelassen, er müsse sich auch zu den Schildbürgern recki­nen, man höre hier und da von seinen Mirbürgcnt manches, was immerhin Wert habe.

Stadtv. S o m in e r hält Tringlichkeit nicht sür erwiesen. Er rät. man solle einen Voranschlag machen lassen und daun die Frage noch einmal gründlich beraten."Ihm gelingt cs, Löbcr zu veranlassen, seinen Antrag z u r ü ck z u z i e h c n.

Taraus kommt man auf die

elektrische Ueberlandanlagc

zu sprechen. In seiner Sitzung am 8. Januar hat nämlich der B c t r i c b S a u s s ch u ß einstimmig beschlossen, der Stadtverord­netenversammlung durch den Bürgermeister Keller in der näch­sten Sitzung davon Kenntnis zu geben, daß der Bctriebsausschuß die Begutachtung der Ueberlandanlagc erst nach v o I l st ä n d i g c r F c r t i g st c l l u n g der Anlage vornehmen lassen will. . , . _ . ......

Oberbürgermeister Mecum drückt sein Bedauern über diesen Beschluß des Betriebsausschusses aus. Stadtv. Winn incint, daß nach der Fertigstellung kein Sachverständiger mehr nötig sei. Stadtv. Petr, hält ebenfalls einen -achvcntändigcu vor der Fertigstellung sür wertvoller als nachher.

Stadtv. Sommer beklagt sich darüber, daß den Stadtver­ordneten bisher ern Einblick in die Gründe der Mehrkosten versagt geblieben sei. Er wünscht eine genaue Ausstellung übex die bisherigen Kosten und die bisher geleistete Arbeit nach dem Stande am l. Jamtar, dann fei ein Sachverständiger übcr-

^^lDaß dies mitten in der Arbeit nicht möglich sei, hebt Ober­bürgermeister Mecum hervor. Er habe die Aostcu von alten Ortsnetzen miigcieilt, die sertiggestellt gewesen seien. Auch bei dem Werke der Provinz hätten sich ganz bedeutende Mehrkosten

uyiuui.

Stadtv. D i in m c u a u c r meint, datz, nachdem der Vor­anschlag überschritten worden sei, die R c n t a b i l 1 1 ä t S r e ch. nung ausgestellt sei, die beweisen sollte, daß die Anlage dennoch nicht schlgcraten sei, daß die Mehrkosten innerhalb einer bestimmten Zeit getilgt sei» würden. Ter Sachverständige solle diese Renta- bilitätsrcrkinung nachvrüsen, das könne aber nicht während der Arbeit geschehen, sondern wenn diese abgeschlossen sei.

Nach der Ansicht des Stadtv. Winn kann solche Abrechnung zu jeder Zeit gemacht werden. Besonders deshalb müßte das ge­schehen, weil cs sich-um Mehrausgaben handele. Was die Renta­bilitätsberechnung anlange, jo könne sich jeder einzelne diese selbst ausrcchuen, es komme nur auf die Grundzahl an. Tic Rechnung prüfen, könne ein Rcchmingsprüfcr besser als ein Sachverständiger, dazu sei überbaupt kein sachverständiger nötig.

Für den Antrag des Ausschusses tritt der stadtv. .Huhn ein: man möge der Sache Zeit lassen, der Sachverständige solle nach der Meinung des Ausschusses ganze Arbeit liefern. Stadtv. Schaffst ädt unterstützt die Ansicht des Stadtv. Wimmcnauer.

Dem Anträge des Ausschusses stimmt Stadtv. Vetters zu. Ein Sachverständiger läme jetzt noch nicht in Frage, man müsse sich auf den technischen Leiter verlassen können.

Stadtv. Sommer wünscht nochmals einen bestimmten Ter­min, a» dem die Äbreckinnng vorgelegt werden kann. Dazu macht Herr Mecum nähere Angaben, das Ortsnetz sei bis Mai voraus­sichtlich fertig, dann sei der Moment gekommen, wo die Abrech­nung in Angriff genommen werden könne.

Stadtv. Heichelheim hält den Antrag des Ausschusses für richtig. Wenn die Anlagen aller 43 Ortschostcn sertiggestellt worden seien, müsse man einen Sachverständigen hrnzuziehcn, um sich zu vergewissern, ob die Leitung gilt funktioniere.

Ebenfalls dem Anträge des Ausschnsfes stimmt Beigeordneter Grünewald zu. In dem Augenblick, wo ein zweiter Leiter -,u der Anlage hcranqczogcn Ivürde, würden Quertreibereien ein- setzen, die dem Werke schädlich wären. Wenn die Anlage aber icrtig sei, dann müsse ein Sachverständiger seftstellcn, welchen Faktor das Werk in dem Wirtschaftsleben unserer Stadt bilde, ob Absatz und Umsatz vergrößert werden lönnte.

Einige Zweifel wagt Sladtv. Winn zu äußern, ob die Anlage wirklich so tadellos sei, wie alle behaupten. Oberbürgermeister Mecuni^iucht ihn zu beruhigen: Erfahrene Elektrotechniker ans andere» Städten hätten ihm milgeteilt, daß das Werk in Gießen eine M II st e r a n it a l t sei und daß die Ueberlandanlagc eben­falls gitt ausgcsührt ivorden sei.

Gegen die Stellung eines Sachverständigen ivrach sich Stadtv. llrstadt ans. Ter Ausschuß meine, daß von dem mehr ge­zahlten Gelbe doch nichts mehr zu retten sei. daher habe cs keinen Zweck, einen Sachverständigen hcranzuziehen.Rur zur Be­ruhigungnscres Gemütes" 810 000 Mark für einen Sach­verständigen auszugcben, fei etwas kostfoiclig. Man solle deshalb vorläufig von einem Sachverständigen abfehen, ob er später hinzu» gezogen werden solle, darüber müsse man später entscheiden.

Stadtv. S ch a s s st ä d t berichtigt, daß cs bei der Frage, ob Sachverständiger oder nicht, nicht allein ans das Sparen ankomme. Man wolle wissen, ob die Aulage aus richtiger Grundlage erbaut worden sei und ob ein Ausbau yorgenommcn werden könne. Ein Sachverständiger sei nötig, Oberbürgermeister Mcrum gehe am l. Avril fort, der Direktor sei in diesem Falle Partei, wenn ep auch das Beste wolle. Und ein Sachverständiger würde auch nur 300<>^Mark kosten.

Dem Antrag d c S Ausschusses wird z n g e st i m m t Tie Beschaffung von Radium bildete dcit^ nächsten Punkt der Tagesordnung. Veranlassung dazu war ein Schreit.» des Professors O vitz. des Vorsitzenden des Vcieines zur Er'orschung der Krcbskrankheitcn. Ter Einsender bittet daiin die Stadtverordneten, zur Erforschung des Radiums a» der Landesuniocrsität einen lausenden alljährlichen Beitrag und einen außerordentlichen größeren Beitrag zu bewilligen. T'0 Finanzausschuß schlägt als einmaligen Beitrag 10 000 M a r k und als f o r 11 a n s e n d e II Beitrag 200 Mk. unter der Bcdingitng vor, daß Gießen ein Atzrechi aus das Mittel selbst und ein Anrecht aut lostenlosc Behandlung von Unbemittelten mit dem Radium habe.

Sladtv. Sommer empsiehli den Antrag anzunchmen.

Beigeordneter Grüncwald stimmt dem Antrag nicht zu. Er will lieber eine abwarlendc Haltung cinncbmen, da seiner Meiniing nach die Sache noch zu unklar lind der Radinmrausch noch nicht verflogen i et. Solange noch Zweifel in der Wiisenschait selbst über das Mittel beständen, solle man keine bedeutende Summe, wie 10 000 Mark, oviern. Anders sei cs mit einem geringen Zuschuß, wie 200 Mark, zum Erproben des Radiums. Zudem sei das eine Aufgabe des Staates und nicht der Stadt.

Ter Stadtv. H ab c r ko r n äst- der Meinung, daß cS allem Anschein nach doch gar so schlecht um das Vermögen der Stadt Gießen bestellt sein müsse, wenn der Finanzausichuß jo.mir nichts dir nichts IOOOO Mark ausgeben könne. An der Hand non ge naueü Auszeichnungen weift er nach, wieviel-die Stahl schon iür die Universität getan habe, wonach sich bisher die Jahresleistung-!» der Siadi auf 10 860 Marl, die einmaligen Beiträge aus 441 tili, ioetauien hätten. Taraus beleuchtete er die medizinische Frage und kam zu dem Schluß, daß die Erforschung des Radiums noch nickst endgültig abgeschlossen und der Erfolg bei Krebskrankheiten noch recht fragwürdig sei.

Stadtv. Heichelher in wirst die Frage aus: Wenn wir keine Summe zur Anschassung von Radium bewilligen, womit sollen denn die Herren ihre Forschungen anstellcn?

Zur Geschäftsordnung spricht der Stndiv. Vetters, indem er den Antrag aut Vertagung stellt, da die Angelegenheit Nachsicht geklärt genug sei.

Stadtv. Sommer steht aus dem Standpunkt, daß mit dem Radium etwas ganz Bedeutendes geschassen sei und daß die viel jachen Ucbertreibungcn nicht dagegen svrechen. Darum sei der Beschluß des Ausschusses richtig. ES verkenne niemand, daß die. Stadt viel sür die Universität getan habe, die Stadt dürfe abcr auch nicht den Vorteil vergessen, den sic von der Universität habe. Er trat für den Beitrag von 10 000 Mark ein und schlug vor, sie in Raten von je 2 000 Mark innerhalb von fünf Jahren zu zahlen.

Tagegrii wandte sich Beigeordneter Grünewald: In Raten zu zahlen, das Armutszeugnis dürfe sich die Stadt nicht geben. Aber zu bedenken sei cs, daß gerade durch den St a m v l mit der UniversitätFrankfurta. M. schwere Auigaben an Gießen lerantreten würden. Unsicheres. solle inan außer acht lassen und sich wichtigeren Ausgaben zuwendcn. Für zwei Jahre könne inan 400 Mk. bewilligen, aber keine größeren Aufwendungen machen, »IN Nicht hineinzusalle», wie Oiicnbach und Worms. Der­selben Ansicht ist auch der Stadlo. ü a b e r k o r n . ha die Finanzen Gießens -solchen Forderungen nicht cntsvrcchcn könnten,

Stadtv. Sommer suchte die Versammlung zu überzeugen, daß daS Mittel sozial sei, und cs sei verfehlt, wenn man die Sache der Universität und dem Staate allein zugute rechnen wolle, sic sei allgemein. Er beantrage, das Urteil der medizi­nischen Fakultät cinzuholen.

Einen V crm i 11 l u n g s an t r a g stellte Bürgernieistcr Keller: Tic Stadt Gießen solle dem Verein zur Erforschung der K r cb S I r a n khc i t e n mit einem Jahresbeitrag von 400 Mark Bettelten.

Stadlo. Habenicht teilt den Tlandvunkt des Sladtv. Sommer. Er erzählt von zwei guten Erfolgen des Radiums an zwei Damen.

Ten Antrag Keller »nterstützt der Stadtv. Tr. Ebel. Er glaubt, daß die Gesellschaften, die sich mit der Herstellung von Radium besasseu, das Radium billiger Herstellen würden, Ivcnn die kolossalen Bewilligungen der Städte aushörten. Tcm Porwurie, hast die Herstellung des Radiums eine Spekulation sei, stimmt Oberbürgermeister 'K ecu nt bei.

FIü r den Antrag des Ausschusses svrach endlich auch dcr Stadtv. Eichen a II c r , da man der .Konkurrenz der Frankfurter Universität nicht besser cnlgegentrcten könne, als wenn man unsere Universität an allen Untersuchungen tcilnchmcn lasse.

Es kommt zur Abstimmung über die gestellten Anträge. Der Antrag Sommer wird zugunsten des Antrags Keller zurück gezogen. Der Antrag Vetters auf Vertagung wird abgelehnt. Ter Antrag des Finanzausschusses, einen außerordentlichen Beitrag von 10000 Mk.ich einen lausenden Beitrag von 200 Mk. zu stellen, wird ebrnsalls abgefthnk: angenommen dagegen der Antrag Keller, daß die Stadl dem Verein zur Eriorschung der Krebs- krankhciten mit einem Jahresbeiträge von 400 Mk. bcitrctcn solle.

Darauf kommen einige

Gesuche und Anträge zur Beratung. Die Haltung eines Krankenautomobils durch die Firma Kroncnbcrg u. Schilling wird ab gelehnt, da sich nach Meinung des Oberbürgermeisters die Stadt nicht verpslichte» kann, ein Automobil anzuschafscn oder halten zu lauen. Tazu teilt der Stadlo. Habcrkorn mit, daß die Gciabr der Ansteckung in einem gewöhnlichen Gefährt gar so groß nicht sei, so daß man diese auch sernerhin benutzen könne. Dem Anträge wurde daher nicht Folge gegeben.

Ter Antrag aus Anschluß der S a u i l ä t S k o > o n n e a n ds e F c u c r m c l d e a n l a g e Oält die Baudeputation für gcrecht- icrligt, namentlich im Hinblick daraus, da das der Allgemeinheit »gute kommen wird. Tic Kosten der Siadi werden dabei 700 bis 1000 Mk. betragen. Ter .Kredit soll um 1000 Mk. erweitert werden.

Tie Versammlung ist c i n v c r st a n d c n.

Bauliche Veränderungen in der allen Klinik und Läeserung clektrischcrEncrgicsür Zwecke der Gc- w c r b e a u a st e l l-u n g wird von der Ausstellungslcilung bean­tragt. Aussteller im ersten und zweiten Stock erklärten, dast ihre Waren in den vielen kleinen Räumen an Ansehen verlieren wür­den, es müßten daher Türen durchbrochen werden. Tic Baudeputa» tioii befürwortet den Antrag unter der Bedingung, daß die Aus­stellung den früheren Zustand wiederherstelll und zu dem Zwecke bis zum l. August 1500 Mk. hinterlegt.

Ter Stadtv. S ch a 11 st ä d t ist gcgcn die Hinterlegung von 1500 Ml, zumal die Räume durch die Ausstellung verschönt wür­den. Auch die Beseitigung von Strauchwerk vor dem Gebäude solle man zgeben. Ebenso wünscht Tr. Ebel, dast man der Ausstellung soweit wie möglich, cnlgcgcnkommt. Bei der elellrischen Energie soll der Preis sür Großabnehmer berechnet werden. Auch Stadtv»

P l a ii k ist dasür, von der Forderung abziisehcn.

Ter Antrag des Ausschusses wird dahin angenommen, daß man die Veränderungen genehmigt, und daß die Ausstellung, soweit cs möglich ist, den früheren Zustand wiederherstelll.

Oberbürgermeister ffltcu m gab sodann von einer

Stiftung

des Avothclenbesitzrrs Tb. Schtv jeder Kenntnis. Tie Stisiung beträgt zunächst 1000 Marl, deren Zinse» alljährlich an ver­schämte Arme nicht unter 20 Mart verteilt werde» solle». Die Stiftung soll mit der Zeit vergrößert werden. Tic Beriamniliing nimmt- die Stiftung an und beauittagl den Oberbürgermeister dem Stifter den Tank der Stadtverordnetenversammlung aus» zusprechen.

Taraus kamen verschiedene

Abrechnuilsteii

zum Vortrage. Tie Rechnung der Armenkasse schloß für 1912 mit einer Einnahme von 138 949,10 Mark und einer Aus­gabe von 138892,10 Mark. Demnach bleibt also ein Rest von 57 Mark. Ter Armenaussckniß beantragt die Annahme der Rech­nung. Tic Vcrsammtuiig ist damit einverstanden.

Ebensalls angenommen wird die Reckmung der Plockichcn Stiftung sür 1912 Tiefe schloß mit einer Einnahmc von 14 470,03 Marl und einer Ausgabe von 14 419,18 Mark. Der Barvorrat bclthiit sich also auf '0 85 Mark.

Verschiedenes

Tic Baudcvulation beantragt, die Preise für Erbbe­gräbnisse zu erb oben. Das Erbbegräbnis an der Mauer, das bisher 250 Mart koftcle, soll aus 300 Mark erhöht cherden. Das Erbbegräbnis auf allen sonstigen Plätzen, das bisher 125 Mk. lostelc, soll ans 150 Mark erhöht Iverde». Tie Bcrsammlimg ist damit einverstanden.

Der Sladtv. 2 o m nt o r hat in der Versammlung am 16. Ok­tober den Antrag gestellt, eine .2 ch a l l wa nd im Stadt­verordnete II Sitzungssaal anznbringcn. Auf Ver. anlgssiing deS..Oberbürgermcisteps,h»t das Hochpgnamt.Hnc Skizze und eine» .Kostenanschlag anaeierttgj. nicht' ohne haraus hinzu weilen, dich sic nicht gut ansiehen. wird nnd.daß es fraglich ist, _ ob sie ihren Zweck ganz erfüllen -wird Tie- Koste» betrngeie- 1043 Mark. Tie Bandeoutation empfiehlt Zurückstellung dieses Punktes bis nach Entscheidung der RatbauSsrage.

Sladtv. Habcrkorn:Es handelt sich nur darum, daß die Gefellschait ruhiger wird." 0

Stadtv. Sommer:Es ist wünschenswert, daß nicht immer, aus die Tischplatte acjprocheu wird, wie Herr Mecum das tut. 1 Ich möchte meinen Antrag zurückziehen."

Stadtv. Tr. Ebel nimmt Gelegenheit, sich über diemise­rable Temveratur "In beklagen.Ist die Tür zu, sind 16 Grad, ist sie offen. bekommt matt latte Füße. Daß manchmal so viel ununterbrochen geredet wird, das liegt au der Temperatur."

Ter uächstr Punki betritst dkl: Grund er wrrb eines Transsorinatoicnbäuschen s. Das Haus ist 16,2 Qua­dratmeter aroß. die Kosten betragen 32,40 Mk. Tic Bersauttiitung gibt ihre Zustimmung.

Ter Ä n s ch l u ß. des Wasserwerks Göbelnrod an die » 7 b e r l a II d a n l a g e wird von der Gemeinde Göbelnrod er- iucht. die Gemeinde vcrlanqi aber einen Zuschuß von 250 Mk. zu den Baukosicu und eine jährliche Ancrkciinungsgebühr von 10 Mk. an die Gemeindekaiie zu zahle». Der Betriebsausschuß befürwortet den einmaligen Zuschuß, sieht aber von weitere» Leistungen ob Tic Versammlung tritt dieser Ansicht bei.

Zur Beratting lonintt dann ei» Gesuch des S i e n o g r a p h c >t> Vereins ,.S to lzc - Schrc ti" wegen Herabsetzung der Ber- aülung sür die Benutzung eines Schulsaales. Ta in der letzten Periammlung dem StenoaravbenvercinGabclsbcrgcr" ei» Schul iaal unter günstigeren Bcdingunaeii überlassen wurde, io bittet der SiciiographenoereinSlolzc-Schrch". ihm die gleichen Be dingunaen zu gewähren. Diese werden ihm vom l. Januar all zugebilligr. 1

Außerhalb dcr Taaesordnuiig bringt Oberbürgcrzncistcr Mc­cum zwei dringende Gegenstände zur Beivrechung:'

1. Das O ffi z i e r ko r p s hat den Beicht erhalten, sich an den o l y m v i s ck> e n Spielen 1916 zu heieiligru und bat um einen gceianelen Platz zum lieben, da der Ercrzierplatz nicht ffeciginck ist. Ter Oberbürqermcister hat eine Wiese vor der Irrenanstalt Zwischen Licher Straße und altem Schisienberger Weg vorgcschlaaen.

Ter Platz ist 15 000 Quadratmeter groß. Tie Baudevulation schlägt vor. den Platz dem Ofiizicrkorps bis 1916 zur välitc des Gras- crlöscs, dcr 260 oder 230 Mk. beträgt, wie der Oberbürgermeister mittcilte. = 100 Mk. zu überlassen

2. Tic Umzestaltung bei Anlage vor dem llnioersitäts- geläude. Stadtv. Winn bittet, diesen Punkt, der nicht dring-: sich sei. der Baudeputation zu überweisen. Tie Versammlung stimmt ihm zu.

Das S äu g li n gshef i» bittet um einen Zuschuß. Tie^ noch ans stehende Miete von 2670 Mark wird von der S'adt ub:-r- nommcii. Für das kommende Jahr werden für das Säuglings» 1 heim 3000 Mark in das Budget ausgenommen.

Tas Gesuch deS (öeorg Emil Baum um Erlaubnis zum Schanlwirlschastsbclriebe itn Haus Tteinstraßc 23 wird von der Baudevulation zur Anerkennung vorgeschlaqcn und von dcr Bei iammlung genehmigt. Ebenso das Gesuch des Karl Wrrth, Kaplansgaise 10. Abgelchnl wild das Gesuch des Jobau» W a tz - muth, Bahnhosstraßc 62, dcr bisher nur Konzcssioii sür Kaisec hatte, um auch «chnaps und Bier ausichenken zu dürfen. Das Gesuch des Otto Wenzel, Brandgaise 4, muß noch gevrüil werden, ebenso daS Gesuch dcr Edesrau des Heinrich Bösel/ Hammstraßc 15. Beide Gesuche tourden ausgesctzl. TaS (ßciuch der Witwe H v v i c l d wurde genehmigt.

Außerhalb dcr Tagesordnung wollte noch der Sladtv. Winn über die Bcamtcn-Tencrungszulage sprechen. Der Oberbürgermeister wußte ihn jedoch zu veranlassen, von seinem Vorhaben heute abzustehen.

Stadtv. Tr. Ebel lobte zum -chtuß die Aussührung dcr Humbotdlianer am 16. Januar und dankte dem Autor, den Dar­stellern und der Regie, tonnte aber nicht übergehen, daß die Teil­nahme dcr Bürger Gießens recht schwach gewesen sei, und sprach die Hoffnung aus, daß dies bei dcr Wiederholung des gehaltvollen Stückes besser sein würde.

Schluß dcr Sitzung 7V« Uhr