Nr. \T
Zweites Blatt
m. Zchrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntags.
Tie „«ietzener.famlilcndläller" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beiqeleql, das „Kreisblatt für den Krfis Eiehen" zivennal wöchrnttich. Tie „ranbwirlschasttichen Seilfragen" erfchemen luoirattid) zweimal.
iehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
Mittwoch. 2\. Januar |9H
Rotationsdruck und Verlag der st)r ü lilstcheii Uuiversiläis» Biich- und Sieindruckerei.
R. Lange, Gienen.
Redaktion, Ervedilion und Druckerei: Schul- straße 7. Eroedttiou iiiid Verlag: es® 51. Redgliion:s^ll2. Tcl.-Adr.:i!lnze>gerGießen.
Die Reichrversiche ungror^ni ng und ihre ve.eutun^ für die haurirau.
Gießen, 20. Jan.
lieber „die Reichsversicherung und ihre Bedeutung iür die vaussrau", oder genauer über einen Teil der Reichsversicherungs- ordnung: die Krankenversicherung, soweit sie iür die Gießcner HauSsrau Interesse hat, sprach am Dienstag abend Herr Rcgierungsrat L a n g e r m a n n vor den Gießcner Frauenver» cinen in der Universitätsaula.
Der Vorsitzende schickte voraus, daß nach der Bestimmung, nach der in jedem Bezirk eine Allgemeine Ortskrankcnkosse bestehen muß, in unseren Landorten eine solche Kasse gegründet werden mußte, während im Bezirk Gießen-Stadt die bisher bestehende Litskrankenlassc sür die Erfordernisse der neuen Reichs- vcriicherungsordnung ausgestaltet werden konnte. Neben der Allg. Ortskrankenlasse kann eine Landkrankcnkassc errichtet werden, wie es auf dem Lande geschehen ist, in der Stadt Gießen befindet sich hingegen keine Landkrankenkasse. Tie Dienstboten gehören deshalb zwangsweise der Allgemeinen Ortskrankenkasse an.
Von den Kiankenversicherungsvslichtigen interessieren die Hausfrau besonders die Hausangestellten und u n st ä n d i g Beschäftigten, die häufig mit solchen verwechselt werden, die nur vorübergehende Dien st lei st ungen verrichten. Unständig Beschäftigte sind vcrsicherungspflichtig, Personen mit vorübergehender Dienstleistung sind versichcrungsfrci. Frei sind auch andauernd nur gering Arbeitsfähige, Lehrlinge im Betriebe ihrer Eltern, vorübergehend beschästigte Arbeitslose Neben der Ver» sicherungspslicht gibt cs bekanntlich eine Versicherungsbc- r e ch t i g u n g für solche, die nach Art ihrer Besckstjstigung der betrcsjenden Kasse angchörcn würden und deren Ge'amtcinkommcn nicht mehr als 2500 Mark beträgt, auch Familienangehörige des Arbeitgebers, die ohne eigentliches ArbcitsvcrhältniS und Entgelt in seinem Betriebe tätig sind.
Die Mitgliedschaft sür Versicherungspflichtige beginnt mit dem Tage des Beginns der Beschäftigung und endigt auch so. Rückständige Beträge werden von dem Vorstände eingczogen, außerdem kann der Säumige mit 1 —Sfachcr Zahlung rückständiger Beiträge bcstrast werden. Unständig Beschäftigte müssen angcmeldet werden, mit der Anmeldung beginnt die Berlicherungspslicht, ebenso bei den freiwillig Versicherten. Die Mitgliedschaft erlischt, sobald der Versicherte Mitglied einer anderen Kasse wird, oder durch Ausscheiden aus der die Mitgliedschaft begründenden Deschästigung, für Berechtigte durch Austrittserklärring und zweimaliges Nicht- zahlcn der Beiträge, oder wenn das Einkommen größer als 4000 Mark wird. Unständig Beschäftigte scheiden aus, wenn sie dauernd ihre Beschäftigung aufgcgeben haben, doch können sie unter bestimmten Voraussetzungen ihre Mitgliedschaft sortsetzen.
An Beiträgen hat der VersicherungSpslichtigc */»» der Arbeitgeber */i Zu zahlen: der Versicherungsberechtigtc hat die Beträge ganz .zu entrichten. Tic Beiträge richten sich nach dem sogenannten Grundlohn. Die Beiträge sür Dienstboten berechnen sich nun folgendermaßen: In der Stadt Gießen ist der Wert der Sachbezüge, der neben dem Lohn in Anrechnung kommt, festgesetzt: täglich sür Kost, Wohnung, Heizung, Beleuchtung für eine Person 1,15 Mark (Dienstboten), sür Kost allein lLausfrauenl 1,00 Mark. Mit dem Lohn zusammen ergibt sich der Wochcnbcitrag bei 4V» Prozent in der Lohnklasse 12—18 Mk. von 42 Psennig, 18—33 Mark von 54 Pfg., 33—48 Mark 09 Psennig
Tie VeisicherungSpflichtigen müssen sich BeitragSteile vom Lohn ab ieben las en. Wenn Versicherungspflichtige in mehreren Arbeitsverhältnissen stehen, so hasten alle Arbeitgeber. Aus Antrag teilt das Wers--Amt den Beitragsteil der Arbeitgeber Unter diese Keine Beiträge sind während der Dauer der Krankenhilfe und des Wochengeldes zu zahlen. Bei unständigen Arbeitern richtet sich die .Höhe der Beitragsleistung nach dem Arbeitslohn, der Arbeitgeber hat keine Berpftichtung zur Beftragsleistung, diesen Teil trägt der Gemeindeverband.
Das alles fordert die Krankenversicherung, die Gegenleistungen sind Krankenhilfe, Wochenhilfe und Sterbegeld. Da sind: Krankenpslcgc. Arznei, .Heilmittel bis zum Betrage von 30 Pik., Zuschuß bei größeren Heilmitteln, Krankengeld (55 Proz. des Grundlohnes), Krankenhausvilege mit oder ohne Zustimmung deS Versicherten in bestimmten Fällen. Die Krankenhaus- pflege tritt an die Stelle der Krankenpflege und des.Krankengeldes. wenn der Dienstbote durch Krankheit arbeitsunfähig wird und die Krankheit ansteckend ist oder wenn er im Hause nicht oder nur unter erheblicher Belästigung der Herrschaft verwiegt werden kan» Neben der Krankcnhauspilegc bekommt der Versicherte dann ein Hausgeld in Höhe von ft', des Grundlohns. Nach Ablaut der Krankenhilse kann eine Unterbringung im Genesungsheim bis zu 4 Wochen stattfindcn. Um Wochen Hilfe b-anspruchen zu können, müssen die (ehelichen und unehelichen) Wöchnerinnen sechs Monate vor der Niederkunst versichert gewesen sein. Sie bekmnmen Wochengeld in Höhe des Krankengeldes sür 8 Wochen. Del Schwanger!cha!t:b:schwerdcn ist die ärztliche Hilfe frei. Als Sterbegeld wird beim Tode eines Mitglieds der 25sache Betrag des GrundlohtteS bezahlt, davon sind auch die Kosten des Begräbnisses zu bestreiten. Bedeutend ist auch die Familien- hilse als Mehrleistung.
ES gibt eine Bestimmung der Reichsversicherungsordnung, die auf Dienstboten Anwendung finden kann, insbesondere wenn mehrere Dienstboten vorhanden sind, nämlich der Antrag aut Befreiung von der Veriichcrungspslicht, dann muß die Unterstützung der Hausherr aus eigener Tasche decken, seine Leistungsfähigkeit muß sicher sein: er dark nur nicht regelmäßig bei ihm arbeitende Personen ausichließen. Solche Besreiungsanträgc empfehlen sich daher nicht, da die Dienstherrschaft der Kasse gleichwertige Leistungen nicht leisten kann.
Zum Schluß besprach der Vortragende kurz die Organisation der Krankenversicherung in Gießen.
Frau Oberstleutnant Naumann dankte dem Redner und gab dem Wunsche Ausdruck, daß jedes Mitglied der Fraucnoer- eine ihren Einfluß bei der bevorstehenden Krankenkassenwahl dahin geltend machen möchte, daß auch in Gießen Frauen in den Ausschuß gewählt würden._
Aus den Reichstagrausicdüssm.
:: Berlin, PX Jan. Der BudgetauS schuß deS Reichstages beenMe heute die Beratung des Voranschlages des Reichsamts deS Innern. Es
wurde noch ein ZentrumSantrag angenommen, der den Reichskanzler i:m Unterstützung der vom deutschen Handwerks- und Gc- wcibckammcrt.rge cr.ichictcn zentralen Beratungsstelle sür nie Be.ingung.-amter der einzelnen HaudwerlSlamm.ru ersucht, welche die Vergebung öffentlicher Arbeiten und Lieserungen an das Handwerk jördern. ES sollen hicrsür bis zur dritten Lesung 33 000 Mari in den Voranschlag eingestellt werden. Aut die Ansragc cincS Nationallibcralcu tei le Ministerialdirckior Lewald mit. daß ein Gesetze::twar< vermu.lich vor clcgt we.dcn wird, nach dem die Uebernahme von Kbeditbürgseha teil sür Kleinwob nungebauten sür Beamte ermöglicht werten soll. — Tann ging man z m Voranschlag des Reichs ustizanites über. Zunächst wur den die Neusorderungen sür einen Vortragenden Rat und drei Reichsgerichtsratsiellen beraten. Das Zentrum brachte zunächs Bedenken vor. die S eilen wurden aber schließlich gegen die Stim men der Sozial dem ekratie bcwil igt. Dagegen iv.irde die abermals angesorderte sechste Reichsanwaltsstelle mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten und der Elsässer abgclchnt Ein Nationallibcialer fragt: än, ob man nicht aus den künstigen großen Rciormcn unsere. Rechts einzelne Teile vorwegnchmen könne, die keinen politische.. Beigeschmack haben. Bon volkspartei licher Seite wurde diese Anregung unterstützt. Jmi übrigen ward der Boranschlei crgeiu.mr: - ' — Beißt Postetat wird zunächst über di- Rcichsdruckcr-l verhandelt.
Der n 7 sch . ß zur A-nder-ing der Gewerbe- oi.lni.ng beriet weiter über die strittigen Fragen bezüglich der K o n k u r r c n : k l a u s e I und entschied sich dahin, daß die Gchalt.-grenze aus 1850 Mark festgesetzt werden soll. Bezüglich der Klage aus Erfüllung d-S Vertrages sol es bei den b:Sh rigcn Bestimmungen des Handelsgesetzbuches b'eiben Tie Entschidi gungssumme wurde aus die Hülste sestgc'etzt. ^Tie Regierung will morgen zu den Beschlüssen der Kommis ion Stellung nehmen.
Ter Ausschuß für die Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige beschloß ci-e Aeuderuug des EnttoursS dahin, daß der Zeuge für seine Zeitversäumnis nicht eine En'schädigung von 10 P g. bi! zu 1 Mark, sondern von 30 P'g bis zu 1,50 Mark sür ie e ange'angene Stunde erhalten soll Tic Regierung behielt sich dis Stellungnahme zu diesem Beschlüsse noch vor.
vcr diitte Arupp-Proz h.
4 Berlin, 20. Januar.
Die Verhandlung gegen die Zeugofsizier« Tilian und Genosse» vor dem OberkriegFgerrcht des Gouvernements schreitet nur lang- sam vorwärts. — Der Kruppsche Bureauvorstcher Marimilian Brandt entwars wiederum in umsangrcichcr Weise ein Bild von seiner Tätigkeit in Berlin und suchte den Wert seiner ersten Aussagen in der Voruntcr'uchung, in denen er die Angcllagten schwer belastete, abzuschwüchcn. Wenn er den Angeklagten Keine Tailchen gegeben habe, so sei dies aus Kameradschaftlichkeit geschehen. Auch seien die Darlehen sämtlich zurückgcgcben worden.
Geh. Rechnungsrat Fockenbrock aus der Abteilung A 5 des Kricgsministeriums bekundet, daß Brandt das Material zu den „Kornwalzcrn" über die Etatsausrüge nicht aus den gedruckten Etats entnehmen konnte, da in diesen, nur die Gesamtsumme sestgestellt war, während in den Kornwalzcrn die einzelnen Posten enthalten sind. Dazu brauchte man die Etatsakten des Kriegsministeriums, die sämtlichen Personen der Abteilung A 5, also auch Pfeifer zugänglich waren. — Rechnungsrat Becker von der Abtellung A 5 des Kricgsministeriums bekundet, daß er die EtatSauSzüge deni Brandt nicht gegeben habe. Er hätte sie aber gegeben, wenn Brandt zu ihm gekommen wäre, da er nach st 4 der Geschäftsordnung deS Kriegsministeriums dazu berechtigt war. — An diese Aussage knüpften sich längere Auseinandersetzungen zwischen dem Gericht, dem Anllagevertrcter und den Sachverständigen an. Ter Zeuge meint, daß er dieses Material nur dem Vertreter der Fi-ma Krupv Hütte geben dürfen. — Aus Besragen durch den Angcllagten Pseisser erllärt der Zeuge noch, daß cs sehr wobt möglich sei, daß einer seiner Vertreter, der die gleichen Befugnisse habe wie er selbst, dem Brandt die Etatsauszüge gegeben habe.
Bureauvorsteher G r ü n w a l d sagt aus, daß er bei der Firma Kruvv die Kornwalzer bearbeitet habe. Die Preise seien aus Grund der Kornwalzer niemals hcrausgesetzt worden, sondern höchstens einmal herabgesetzt. — Direktor Dewitz von der Firma Krupp sagt aus, man könne wohl einen Fall konstruieren, wonach die Firma Krupp durch die Kornwalzcr einen finanziellen Vorteil hätte erlangen können, das sei aber niemals der Fall gewesen. — Direktor D r a e g e r von der Firma Kruvp macht des längeren Aussagen über die Tätigkeit Brandts und über das kanieradschast- lichc Verhältnis zwischen ehemaligen Schülern der Feuerwerkcr- schule. Unter ihnen herrschte stets ein solcher Ton, als wenn studierte Leute crsahren, daß sie Korvsbrüder sind. Es sei ihm deshalb ganz undenkbar, daß Brandt zu seinen Kameraden, die hier angeklagt sind, in einem Bestechungsverhältnis gestanden habe. Es sei durchaus möglich, besonders im Hinblick aus die ganze Persönlichkeit Brandts, daß er seinen Kameraden aus reiner Menschensreundlichkeit etwas hat zukommen lassen. — Der Zeuge, ver in der ersten Instanz und auch in der Strafkammerverhandlung gegen Brandt und Eccius unvereidigt geblieben war, wurde nach längeren Auseinandersetzungen zwischen dem Anklagevertreter und rer Verteidigung vereidigt, da kein gesetzlicher HinderungS- grund vorliegt. Dann wird die Oesfcntlichkcit ausgeschlossen.
Vereinsnachrichten.
R. Odenhausen (Rabenau), 18. Jan. Ter Gesangzoerein Eintracht feierte heute den Geburtstag des Kaisers in seinem Vereinslokal bei Belting. Nachmittags fand Tanz nur >ür Mitglieder statt. Die Abendscier wurde eröffnet durch eine Ansprache. Vereinsmitglied H. Weber jun. feierte unser» Kaiser als den Förderer des Gesangs und als mächtigen Herrscher und Friedensftirsten. Zwei Theaterstücke wurden slott gespielt, auch einige Couplets schön vorgetragen. Der Verein sang unter Leitung seines Dirigenten Lehrers Schmidt drei eingeschulte Chöre Auch lebende Bilder (Huldigung und Spinnstube in alter hessischer Bauerntracht) wurden gestellt. Ein flottes Tänzchen hielt die frohe Sängerschar noch lange beisammen.
<= Allendorsa. Lahn, 18. Jan. Am SamStag feierte der G e s a n g v e r ei »„Einheit" von Allendors a. Lahn im Saale des Gastwirts Heinrich Hörr sein Winterfest unter starker Betei
ligung. GcsangSvorträge und Theaterstücke wurden mit großem Beifall auigenomincn. Ter Dirigent des Gesangvereins Lehrer Blas von Großen-Linden, verschönte das Fest durch einen Violin- vortrag Zum Schluß schloß sich ein Tänzchen an.
— Watzenborn, 21. Jan. Ter Gesgugvcrcin „Sänger- l r a » 5 " feiert nächsten Samstag, 24. d. M., in seinem Lcrcinslokal das 38 jährige StistungSsest.
Butzbach, 20. Jan. Gestern abend fand im Taunushotcl die erste Hauptversammlung des Evangelischen Kirchen- resangvcrcins statt, die sehr gut besucht war. Ter Vov- itzcnde, Pfarrer Loos, erstattete den Jahresbericht. Ter Rechner cs Vereins, Lbcrausscher Melchior, verlas die Rechnung, voraus ihm Entlastung erteilt wurde. Die alten Vor andSmit- üieder wurden wicdcrgcwählt. Durch Wegzug des Vorstands- Mitgliedes, Fräulein Mcnacr, hatte Er'atzwahl eines Mitgliedes stattzusinden: es wurde Frau Reitz gewählt. Hierauf begann :er gemütliche Tell des Abends.
■ Bad-Nauheim, 25. Jan. Unier Vortragsver- e i , hatte iür sein gestriges letztes Konzert in vielem Winter namhastc Künstler gewonnen. Es wirkten Fräulein Thilde Walther - Straßbvrg Gesang-, Frau R a h l - T c ck e r - Nürnberg Klavier) und Pros. Heinrich K i c s e r - München -Cello' mit. Das Haus tvar ausoerkauft und der gewendete Beifall den vorzüglichen künstlerischen Leistungen angcmescn.
Q Krofdorf, 15. Jan. Dieser Tage fand unter reger Beteiligung das Winterfest des W i r t c o e r b a n d c S für K rof - dorf-Rodheim und Umgegend statt. ES galt, alcick,zeitig das lOjäh i-c Bestehen des Verbandes zu leiern. Gegründet mft 15 Mitgliedern, ist deren Zahl aut '53 angewachscn. Burgwirt Nicbergall sprach die Begrüßungsrede, Gastwirt W. Bender hielt lic Festrede und Frl. Efta Rinn sprach einen Prolog. Vetkinsrechner R i n n - Launsbich und Strri tsüh er Bcudcr- Rodheim wurden vom Bunde deutscher Gastwirte durch den Vorsitzenden die silberne Medaille überinittell. Für 25j ihrige erfolgreiche Geschästsiübr.ing erlielt Gastwirt Wilhelm Rech zur , Klvnenmühlc" aus Bi ber ein Diplom. Zwei Dienstboten wurden für treue Dienste ausgezeichnet: Heinrich Brück bei Gastwirt Schlierbach-Bieber (10 Jahre) und Lina Becker bei Gastwirt Fcch'-Wißmar <5 Jahre). Die GcsangSvorträge deS gemischten EhorS, die ilatten Weifen der Krofdorfer Kapelle und Komiker S t r aub-Gießen sorgten für die Unterhaltung.
Lanöwirtscliaft.
Ueder künstliche DUngrug.
Heute weiß wobi jeder Landwirt, daß er mit seinen natürliehen Tüngerii, Piist und Jauche, allein »icbl mehr anskonimen kann, will er de» gesteigerte» 4>nlvrüchen I»,lerer Ze>t aenüge», will er vöckistbeträae ans seinem ltzrnnd »nd Boden erzielen. Er >n»ß daneben »»bedingt zur künstliche» Düna»»g grellen. Dabei berrscht über das Was lind W>e derielben »och eine große Ungewißbeit. Die drei Hanoldüngeniiltel. die anaemaiidt n-erden münen, ivill man Erioi e leben, sind Ltilkstost, Phosvborlänre »»d Kali, ttlle dre, gebäre» zniainmen. mit einein einzelne» dieler Diingeinittel Icii t sich kein größerer Ertrag erzielen. Weil dieier Grundsatz mcht bekolat ivird, darum begegnet niaii der kUnstliche» Düngung noch »nt so v-el Mißtraue». Da streut jemand Thoniasmehl. aber der reiche Körnereitrag. nnk den er bastle, bleibt anS. Ein anderer bat en> chriindstiick reichlich mit Kali gedüngt, aber die erivarteie Wirkung läük ani sich ivarlen. Ein dritter bat eS a» dem »öl-gen Slickitofi nichl lebte.i lasten, aber Laqers-.ncht ist die Folae davon. Rinn gebe darum diele drei Düngemittel zusammen, bearbeite leinen Boden tüchiia, und an Ertola wird rS »lei t >cliie», es müßten denn die Ergedniüe der verichiedene» TüngunaSveriuche lüaen, was doch wohl liteniaiid wa.ien N'iid zu behaiiplen. Welcher Art Mi» das Dnngemiltel fein ioll, liebte, sich nnnj nach der Beschastcneeit deS Bodens. Bei unierem schwel«» bmdi >e» Boden i» der Wrtiera» Nimmt man an> besten 40 Prozent Kalilolz und Eiiverphosohat. Streut mo» in, Herbst un» Winier. so kann nian stntl des legte en auch das billigere Tbomasmebi »khineii. Wen, genngeiid Jauche zur Beifügung stebl, der kann den teuten künstlichen Slick- floff spareii. Dazu gehört aber eine aro e Grube, die man nicht alle 4 Woche» »» enileeren braucht, ioiider» die den Jau.chevorrat des ganze» Wiiüers aiistiebineii tan» Man bat dann »-cht ötig. sie zu einer Zeit zu «iitteereii. wo man »ickit auf die rüecker kan», die deS Stickuoffs bedürien. Ist de,» aber nicht io, -o ist man genötigt, auch hierbei z» den, künstlichen Sticküost leine Ziislucht z>, nehmen. Hier kämen nun im Interesse unlerer heinii- iehen Industrie vor allem Kalküickilost »»d sch,re eiiaurcs Ammoniak >» Betracht, Tainit sie aber ihre volle Wirlnng ausübe» können, muß man sie ichon in, Herbste zu Wintergetreide und im zeitigen Frühjahre zii'Sommergetreide und H iclsrüchtcn geben, weil beide im Boden erst zu Soti-eler mngeivandell inerdcn müssen, ebe sie voi, bei, Pstanzen ai>fgenoniinen werben köiinen Biit dem Ebiic alpeter ist es eine eigene Sache, Er wirkt ofort, dariiin dar, man ibn n»r zur Zeit des Wachstums geben. Ist das Weiter günstig, io bewirtl er leider ein j» rai des Wachstum der Zellen: diele erballen aber dadurch zu dünne Wände, was dann ei» Lagern des G-IreideS vera> laßt. In dieiem »alle lial der Eliilelaloeler »ichl »ur iiichis ewiikt. sonder» gcichadet, Maiicher Land»,an» tan» davon singe». Oft benierlt nian auch gar keine Wiikung von ibm. Es folgte dann deni Aiisstreuen geivödiilich ein iiarker Siegen, der ihn mit in die liefe nahiii. iüiS ein vorzüglicher Bijich» dünger ioivo I für Gclreide als für Hackirüchle ist auch Peru-Guano zu einpfehlen.
Tic N arktpreise siir Bich u»v Fruck» und die tziies.eiier Fleisch» tiud Lrolprcisc
am 19. Januar 1914.
Sclttattitviel,vreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreile i» Gießen
Cchfeit
Kälber
Schweine
50 Ka. Schlachtgewicht 79—M ‘JJif.
1 , Kg. Schlachtgw. 38-10^ PZ. . . 68-71 .
Kg. 92-100 tzsg.
. 94-98 .
. 80-100 .
Letreidepreise ü> Dl an » he im
Brotpreise »> Gießen
Weizen 1-0 Kg. 19.50-20,00 -Mk. Roggen 100 Kg. 16.0 j- 16.25 Mk.
4velsr'.-rok - ttg. 6^ Schwarzbrot 2ttg. 54 Pfg,
ÖOO bis 3000 Kerzen, für grobe Räume, Säle, Geschäfis- lokäle. sowie für alieZwedtedcrAufccnbeIeud,tung. Keinerlei Wertung und ßedlenung. Elriache, billige I,'.stal!allünl


