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eine Würfic von 420 Ctmbrntfilomctcrn ein» ;ic von 28 Metern Gr ift bitrrft Aufstauen

jitfTtero 19011 nuf feint alten üterfite wir Beteiligung am Bau und begnilgte sich mit der Neutralisierung. Es bandelte sich letzt' um die Frage, ob man den Durchstich über den Niearagua--Iee oder weiter südlich durch den Isthmus von Panama leiten wolle Der Kongreß entschied sich ' tr*n-?i für Panama Die Schwierig­keiten aber, die die Republik Golumbien dem Plan enlgegeuiedcn wollte, fanden ibren raschen Abichiuß durrfi den Atlsbruch einer Revekution, an der die Amerikaner sicher nicht unschuldig waren, und die Trennung der kleinen Nevublik Panama von Columbien Da? neue Staatsweien verkaufte den Amerikanern für die Summe von 42 Millionen Mark die ledige Kanaltone in einer Breite von 16 Kilometern und einer Länge von 83 Kilometern, Fm Fahr 1901 erwarb die Union von der französischen Panamg-Geseuschai für 170 Millionen Mark alle Rechte und Anlagen, und nun üand der Ausführung des Plans nichts mehr im Wege, Zuvor war jedorfi norfl die schwierige Frage zu lösen, ob der Kanal als Niveau­oder als Schieusenkaval gebaut werden falle Der Kongreß ent­schied firfl fi'ir den enteren, allein Noosevelt löste den Kongren auf und der neugewadlte entirfned sich für den Srfilrulenkanal. dessen Ban im Favre 1606 ernstlirf, in Angni'f genommen wurde. An die Spitze des Riesenwerks wurde C&crft Goeihals gestellt, der dem ganten eine mililärisclie Organisation verlieh, die firfl ausgezeichnet bewährt bat. Zunächst wurde niik dh'i.'nischen Maß- nahmen begann-'! Die beiden Städte Colon 18ft;t0 Einwohner! und Panam " 000 Einwohner Ivaren als Fichcrhöhiep irfilimm- ster Art berürfugt hierin muhte zunächst Wandel geschaffen werden. Durch Bekämvfung der Moskitos, durch Errirfitunci ge­sunder, auf Pfählen ruhender Wohnungen und durch Nieder» leonng der nuoesundeüen Strahenzüge wurde diele erste Aufaabe glänzend gelöst. Wenn es von der im Fahre 1855 ^vollcil- deien Panama Eisenbahn bildlich hethi, das? unl'r jeder schwelle ein Toter ruhe, io die Äanalzone heute von <>.>000 Menicfien bewohnt, die nicht nur in sauberen und gefunden, sondern aurft reizenden, zum Teil sogar vorn.'hinen Annedllinaen Ivohnen.

Der Kanal beginnt aus der aklantischen Seite bei Colon eigent­sich bei Christobal! mit einem osieuen Kanal von II Kilometern Länge, Tann total bei Gattin die schwierigste Stelle am dieser Seite, die Ueberwinduna einer Badenschwelle von 26 Metern Höhe Durch eine Schieufentrenve von drei hintereinander liegenden Pgrallelschleulen steigt das Kanalbett binmis ,u dem lünstlichen See von Gatnn. der nimmt, bei einer Tie, des Ehagres-Fluises vermittelst des 2500 Meter langen Gatun Dammes gcbildct worden Dessen Sohle bat eine Breite von 67)0 Pietern, seine Krone eine solrfie von 30 Metern. Iran dieser gewaltige» Stärke ist der Gatun-Damn! die wundeste Stelle des Kanals Nach einer Seestrecke von 39 Kilometern iolqt in einem Einschnitt von 13 Kilometern Länge der Tnrchbncch durch die Wasserscheide ini Culebra-Cinschnitt, Hier waren von 160 Mil­lionen Kubikmeter Erdabhub lim ganzen> all-in 70 Millionen Kubikmeter teils Fels, teil? eingeivrengte Tonmasken ,11 bewegen, hundert Damtissrftanfeln waren vier am Werk, und jede einzeln' förderte täglich 1200 bis 3000 Kubikmeter, so dah täglirfi 175 Züge zu je 22 Wagen erforderlich waren, um das Material sorittiichasscn, Gesährlicbe Rulsrfiungen, deren cm gau-en 18 das Kanalbett wieder verschütteten, drohten hier bei Culebra das Werk zu hemmen, wenn nicht gar »mnöälirfc zu machen. Man basst jedoch, trotz der Erdbebengesahr, mit der Zeit über diese Erdbewegungen Herr zu werden, namentlich dann, wenn erst einmal eine Begetationsdecke vorhanden sein cvird. Am Ende de-S Culebrcr-Einschnitts siegt die Pedro Miguel-Schleuse, von wo aus der Kanal wieder zum Stillen O-can absieigt. Nach der Migucl-Schlcufe erreicht er zunächst den kleinen Stausee, den Mira- slores-See, aus dem die ewerstufige Miraflore-.Schleu'e zum offenen Zusabriskanal hinabsteigt, der nach 13 Kilometern Länge bei Panama s".'v. 7*1afboa in den Stillen ^r-an endigt. Zur Sicherung des Kanaleingangs und mächtige Steindämme an den Eingängen errichtet, die als Wellenbrecher die Periandung des Kanals verhüten sollen.

Die hoben Baufosicv des Kanals im Betrage von etwa 1700 Millionen Mark taffen eine annehmbare Verzinsung drs Anlage- kapitals als sehr unwabrfrfceinlich erscheinen, aucli wenn recht Hobe Abgaben von den durchfahrenden Schiffen erhoben werden. Da die Amerikaner danach strebe», diese Abgaben nur von den fremd­ländischen Schiffen zu erheben, so hat die Erbauung des Kanals bereits zur Trübung der Bc Ziehungen zu anderen ieeiabrendeu Nationen Veranloiiiing gegeben, die ihren Niederschlag in der Weigerung Deutschlands und Englands, sich an der Welfansstel- Inng zu San Fran'isko 11915) zu beteiligen, gefunden haben. Wenn der Kanal auch für die Union In »vlitifcher lind wirtichaft- Iidter Beziehung von weittragendster Bedeutung fein wird, io hoben die enrovoEchen Böller nicht viel von ibm !II erwarten. Für Deutichland und England ist der Weg nach Ostasicn durch den Snezkanal kürzer, olio vorzuziehen Wenn aber auch die Ver­bindung mit Austraiie« durch den Panamnsonal etwas abgekürzt würde, so gebt den Schiiten auf diesem Wege der wertvolle Zwifchenverkehr verloren, der ihnen ans dem Wege durch de» Suezkanal lohnenden Erwerb bringt. Doch auch der Union -r- wachsen aus dem Bau des Kanals Vervflichkunaen, die zu erfüllen ihr uicht leicht raffelt dürfte. Sie wird den Kanal befestigen und mic einer kostfvieligeu Besatzung van 12000 Mann besetzen, Ob diese fedoch in, Kriegsfälle imstande sein würde, den Kanal gegen os.-''s-'^reich^l^erteidtgeu, erscheint bei der

-Verpacht;; ng.

Donnerstag, ö«,i 22. Januar 1914* vor- niittags von IO Nhr <rt>, soll ui dem alten Schul- saal dahier die der Geinciiide Rödgen zustchende Wald- und Jcldjagd auf weiter« 6 Jahr« ver­pachtet werden. Die Gcmarkuna umfaßt zirka 1800 hessische Morgen.

Rödgen, den 16. Januar 1914,

Großh. Bürgermeisterei Rödgen.

Stein. »38

Aagd - Verpachtung.

Freitag, den 30. Fanuar l. I.. m'ittags 1 Uhr, fall im Rathaus dahier die der Gemeinde Holtheim zusteheude Feld- und Waldjagd in zivci Teileii^ auf weitere 9 Jahre verpachtet werden, Tie Straße istambachLaug - Göns scheidet.

906

Holz h e i »i, den 16, Januar 1914, Großh, Bürgernieisterei ,Holzheini, _ K l o tz.

Bekanntmachung

1, Unsere Gerichtsschreiberei ist täglich, aüsgeuom- nien der Lonn- und Feiertage, von vorniitlags 10 bis 12 Uhr für die Rcchtsucheudeu geöffnet

2 . Als Amlstog wird der Freitag jeder Woche und zwar von 9 12 Uhr vormittags und von 2 bis ü Uhr nachmittags bestimmt.

Für Grundlmchsack»«» ist der Mittivoch und zwar von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt. v

Außerhalb der angegebenen Zeiten hat mit Ausnahme dringender Fälle niemand Anspruch auf Anhörung bei Gericht.

Hungen, 10, Januar 1914,

Großh, Amtsgericht, 903B

An» Stadt «nd (aHl>

Gießen, 17. Ignvqr 1914.

Winter in «(öfter «rntzbnrg.

Wie viele besuchen im Sommer bas liebliche, friedliche Arns­burg. diese Perle der Nördlichen Wetiera»! .hunderte, ja Tausende wissen zu erzählen von seiner Schönheit, die sich verbirgt innrer Waldesgriin und der alten Klostermauer, Sie können nicht genug rühnik» die reizende Umgebung, wenn König Mai sie geschmückt mit Hellem, sriirftem Grün und Blütenpracht, Sie weiteitkrn mit den gefieberten Sängern, die imAeußern Chor" nicht müde werden, den Schöpfer und fein Werk zu »teilen. .

Wer kennt aber Arnsburg im W i n t e r ? Wer hat es gezehen in dielen Tagen? FS, habe heute die Herrlichkeit geschaut und bin überwältigt, ...

An der Bergermühle singt der Wasserfall sein altes und doch immer wieder anziehendes Lied, Tann trete idi ein ins ^Aeußere Chor", heute ist dieser urwüchsige Waldstreifen ein reines Märchen­land Alles wie verzauberr, Tie Büsche, Schwarz- und Weindorn, Maßholder und Eichengestrüpv sind zu blendend weisien Decken geworden, Fasanen suche» darunter Atzung, Fcne Lärche ist mit weitem Hermelinmantel angetan. Auf der Waldrebe, die sie bis zur Spitze überranlt, har ein seiner Künstler den blendende» Mantel -rusgebeeftet. Eine Grupue lnnger Fichten trägt Pelzkappen g»i beit Kronen Auch ihre Nachbarin, die ernste, knorrige Eirfie, bat eine Spinenhanbe aufgecetzt. Wie flatterhait waren im Sommer die schlanken Birken, heute »eigen sie scch ehrfurchtsvoll. Mit ihren sonst so zappeligen Armen halten sic sich an Mutter Erde feft. Fetzt habe ich die K lastermauer erreicht, Haselnuß- und hainbllchen- stämmchcn bilden hier cm Sommer eine» natürliche» Laubgang, heute aber wandte ich unter kristallenem Gewölbe. Dicht am Psor- tenbau ist ein Gemüsegarten, Zwei Rehe stehen am Zaun, Der Kohl dahinter ladet sie zu Gaste, Dürft ach, der Zaun ist zu hoch. Es tut mir leid, daß irf, sie verscheuche. Beim Näherkommen sehe rrf>, daß auch ein höslein^vergeblich einzudringen sucht. Einige Fasanen sind besser daran. Sie lassen sich die Kohiknospen schmecken, Fa, sie haben auch das Fliegen gelernt.

Doch hinein ins alte Älaster,Friede aus Erden", hier scheint es Wirklichkeit geworden,Und den Menschen ein Mahlgefallen", füge irfi hinzu im Angesicht all dieser Winterpracht, Die Fasanen imPsafsenftein" scheinen allerdings vom Frieden noch nickt« ge­hört zu heben. Denn sie flattern ängstlich von den Bäumen auf, wo sie sich bereits zur Nächtliche hingesetzt haben, wie ich näher komme.

Noch ein Bild darf ich »ich! vergessen, Tie FIchien aus dem Hardtberg hier i,st sicher das Ehrictlind gewesen! Nur 8 Tage zu ioät, Schönere Weibnachtsbäuine habe ich nie gesehen. Eben gcihi der Mond auf, Sicher will et die noch fehlenden Lichter aus- stecken Allein das Wendläuten im Dörfchen drunten mahnt mich zur Heimkehr,

Schönheitstrunken eile ich dem Baierhaufe zu und danke dem, der mir auV -euc die Schönheit meiner oberhessifchen Heimat offenbarte.

Allen lNätuefreunden aber, allen Freunden srifchen Wan- derns, besonders aber den Freitnden Arnsburgs rufe ich zu, Kommt und schaut!"

** Reich sgründungsseier. In der tnuraen, Sontikao, abends fii/, »br, in Steins Garten stattsindenoen allgemrineic Reichsqründurrgsseier wird der Banersch: G e i a n g v c r c i n , wie man uns schreibt,Lützows wilde Jagd" iWever),Reiters Morpenlied" (Pütz),Wie's dabeim ivac" IWohlgemuth) undNachkaesang" (Abt: Baritonsolo Herr hassner) zum Vortrag bringen' Frl, I, Stamm­ler, die viele zum ersten Male narfi ibren Münchener Studien bei dieser Gelegenheit vor der Oessentlichkeit bören werden, wird singen:Gesang Wevla's" undlieber Narfzt" von h Wols,Allerseelen" von R, Strauß,Wo sind alb die Bluinen hin" von Taubert,Star vicino" von Salvator Rksa, und.hossuunch' von Grieg Bon Herrn Hahn wer­den wir die herrliche Dcethovensche Mondscheinsonate, die aus den Konzertsälen säst verschimmden ist, hören, Ueber den Gegenstand der Festrede des .Herrn v, D i e t i n g h o s s - Scliccl ist srfzon berichtet: außerdem werden noch die Ausgaben und Ziele des Alldeutschen Verbandes besprochen werden,

"TcrhessischcBoIksschristen-Bercin,ein Verein zur Bciämvsuiig der S cif u n b 1 i 1 1 r a t u t, fiält tratri Sasmstag bis Dienstag, jeden Nachmittag, im Saale der neuen Schukb zu Lollar eine Ausstellung von Bildern verschiedenen Genres ab. Gleirfizeitig findet eine Tamvolaveklosuiig im Saale statt, wodurch es jedem Be- juchrr möglirf, ist, ein Biid zu gewinnen. Der Eintritt ist frei,

** E i n seltenes N a I u r s ch a u s p i e l. Der ge­strenge heurige Winter ha! nicht nur draußen in Wald und Flur durch Rauhreis und Eiskristalle entzückende Bilder ge- scliafsen, anrfi innerhalb der Stcidtpfcihle gewahr! das Auge so manches Ungewohnte und Erhebende, das die Winterkälte hervorgezaubcrt hat. Sind doch sogar die niedlichen kleinen M - ' M ' -

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mark 77 (74), Großbritannien unb Friand 88,i (888) Holland 454 (462, Italien 88 (66), 2Ufernbum 83 (31), Monaco 1 (2), Nor» tucaen 64 41), Cefterretdt 783 (739), Ungiirir 3)7 (305), Portugal Kl (42i, Rumänien 153 (217), Rniiiand 4214 (453 ä. Schwede» >14 (103*. Schweiz 211 224>, Serbien 24 (30', Spanien 42 (47), Türkei 23 (21) Die cjahi der deuiichen Beineher sank von 1912 ani 1913 von 25 815 an( 25 147. Ebeniails veriuinverie sich die Zahl der abgegebenen 'Bäder von 486 157 ani 4M)ö20.

8 Bad-Nauheim, 15, Jan, Aus Veranlassung des B i l d u n g s v e r e i n s gab heute das Rhein-Mainisclic Ver­ba,cdsthealer im Sprudelhdtet AnzengrubersD c r M e i n- eidbaucr". Das dreiaktige Volksstück ivurde trefflief) dar- gestellt und fand eine sehr beifällige Aufnahme,

(ßeridittioaL

4- Bautzen, 14. Jan, Ein Vorfall, der mit Rücksicht aus die bekannten Zaberner Vorsälle hier allgemcin beivroctien wurde, barte vor der Straikammcr des hiesigen Landgerichtes ein Nadst'piel, vor welehcr sich der Elfenbeinbildbauer Nirftard Lange aus Bautzen wegen öffentlicher Beleidigung des Obersten hoch, des Kommandeurs des hiesigen Infanterie-Regiments, zu verant Worten hatte, Tie Borgesrfnchte des Falles ist, joigende. Der An­geklagte war am Nachmittag des 26, November mit zwei Be­kannten in verirfnedenen Airtschaiten gewesen, Schließlirf) hatte sich ihnen auch der Pizeieidwebel Zielkc (de'Ä genannten Regiments angcichlosfen und die Geielljchait begab sich zum Bahnhol, um im dortigen Wartesaal nach Bier zu trinken, 'Als ,ie dort an­kamen, trat aus dem Wartesaal 2, Sftaiie ein Herr in Zivil, den der Bizeseldwebrl als den Obersten erkamtte unb vorfrfiriitsntäßig grüßte; der Bizeieldioebel begab sich dann bald nach Hause, Lange Halle sich darüber etwas geärgert, daß Zielke den Obersten, obwohl er in Zivil war, gegrüßt chatte, und unterhielt sirf) mit seinen Bekannten in ziemlich lauten, Ton übe, den Vorgang, wobei die Vermutung geäußert wurde, derselbe könne oiellcirfit für den Vizefeldwebel unangenehme Folgen haben, Lunge bemerkte bei dieser Gelegenheit, wenn das so wäre, wäre das gemein. Ter Oberst, der diese Warle gehört hatte, trat nun näher und iragte, wer ihn kritisieren wolle. Lange verbat sich den, wie er angtbi, schroffen Ton des Obersten und drohte mit Tätlichkeiten, indem er sagte, wenn er salisjatlianssähig wäre, tvürds er dem Obersten ein paar reingeben". Die Erklärung, daß der Oberst vor ihm stehe, habe er nicht glauben wollen, obwohl er selbst in dem Re­giment gedient habe. Oberst horf) sagte aus, er habe im Warte- faal jemand sagen hören:Was gehl denn das den Regiments- lomntanLcur an?" Er sei dann au, die Gruvve zugegangen und halb' in ruhigem Ton geiagt, der Wartesaal sei nicht der ricchtiga Ort, um derartige» zu besprechen: wenn jemand von dem Obersten etwas wünsche, so möge er in dessen Bureau oder Wohnung kom­men, Tarant habe ihm Lange entgegengerufen:Sie haben meinen Feldwebel beleidigt. Sie haben dem Feldwebel gar nichttz zu sagen!" Lange habe sich daher als aktiven Soldaten ausgegeben, was er, der Oberst, nicht geglaubt habe, weil sich Lange sonst wohl anders fcenoiumen haben würde. Lange habe dann geäußert:Da bin ich also dann wohl ein Lügner! Wenn ich satisiakfionssähig wäre, würde irf) Ihnen ein vaar hineinhanen!" _ Darauf habe bei Zeuge Cent Lange in ruhiger Weise erwidert, er solle das lieber nicht tun, das könnte ihm frfilecht bekommen, Ter Oberst gab dis Möglichkeit z», in der Erregung victleirfst dasunverschämt" ge­braucht zu haben: den AuÄtrückLümmel" aber habe er sirfter nicht gebraucht, Rarf, Ansirfit des Zeugen war Lange zu der tragtiche» Zeit nirf)t betrunken. Verschiede,ie Zeugen bestätigen übereinstimmend die Aussagen des Obersten, desgleichen die un- molivierte aggressive Aeußerung Langes:^Das ist eine Gemein­heit, den Feldwebel zu fragen! Jn Zivil hat sich ein Oberst ander» zu benehmen, der hat den Feidivebcl ttidrf zu stellen, soviel Jurist bin ich and», un« .das zu wissen!" Die beiden Zech- genossen Langes dagegen erklären unter Eid, der Oberst habe zu Lange gesagt:Sie sind verrückt! Wenn Sie Soldat wärcm, würde irf» Sie arretieren. Sie Lümmel!" Ter Varsitzende tieß diese Aussage sosort vrotokollieren, Das Urteil lautete gegen Lauge aut ,'> Monate süesängnis: außerdem wurde dem Obersten die Publikatiansbesugnis zugesprochen,

-d Ein S t i e t t > II d des Lebens. Vor dem Schwur» qerirftt in Kastei hatte sirf) der IKjähriae Fursoraezöglina Theobald Tobt von kPolkmarhansen ivegen vorsätzticher Vrandstiltung zu verantworlen. Der 'Angeklagte, dessen Glleett schon in seiner trübest«» Fnaend darben, io daß er sie überhaupt nicht gekannt hat, war bis zu seinem 6, Lebensjahre in einem Rettnnasheim für verwahrloste Kinder »utergedracht und wurde später zu einem Tagelöhner nt Pflege gegeben. Schon im Aller von 14 Fahren kam er wegen Ticbstahls mit dem Scraigeieiz in Konstili und wurde nadt verbüßter Sträte einer Erziehtmgsanstalt überwiesen und nach einem Fahre zu einem Schremermecster in die Lehre ge­geben. Hier entlief er zunächst, ivnrde aber hold wieder ergiisten » bei einem andere» Meister untergebracht, va» ivo er eben- ialis davouliei. Ans Zorn über sein Gescl>ick steckte er in der Nähe von Obermölliirfi im Kreise Fritzlar einen gioßen Stroh- dfemen a» in,8 flüchtete dann nach Kastei, wo er zunächst in den Straßen »mherirrte, bis er gege» Abend nagenden Hunger ver- fdürre. Ta er keine 'Miliel besäst, deitselben stillen zu können, zün eie er in der 'llniregmig über das ihn verialgende harte ~ stdLs(-as'.-ÜL-tr .'tcslrim iiiieii eines Gärtn ers an. d^( Ivnh dl»

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