Nr. 8
Zweites Blatt
<64- Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „»iehener Zamltiendlattcr" werden dem .Anzeiger» viermal wöchentlich dcigelegt, das „Kreisblatt (fir den Kreil Sieben" zweimal wöchentlich. Tie „Üandioirtlchastlichin Seitsragen" erscheinen monatlich zweimal.
yzerger
General-Anzeiger für Gberheffen
Samstag. lO. Januar 1914
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UnioersitälS - Buch- und Slemdruckerei.
R. Lange, Gietzcn.
Redaktwu, Expedition und Druckerei: Schul« slraßr 7. Expedition und Verlag: Redakuon:e^A112. rel.-2ldruAuze»gerGteve»i.
Abschiedrwotte -er lkroüprinzen von den teibhusaren.
Der R-egimentsbcfchl, dcn der Kronprinz anläßlich scincs Scheidens vom Ersten Leibhusarcii-Megrmcnt in Dein- zig am 12. Dezember 1913 beim Regimentsappcll verlesen ließ, hat nach der „Täglichen Rundschau" nachstehenden Wortlaut:
„Husaren meines Regiments! Uebcr zivei Jahre habe ich mit lchuch denselben Rock getragen, derselben Standarte treue Gc- solgschasi gel>alteii wie Ihr. Seine Majestät der Kaiser hat mir ein neues militärisches Arbcitsield zugewiescn, und so habe ich zu gehorchen. Es wird mir verslucht schwer. TaS Herz will mirbrechcn, das- ich nun nicht mehr anEurcrSvitze durch das Leben reite» soll. Das werdet auch Ihr in dieser Stunde fühlen, dessen bin ich sicher. Tic beiden g l ü ck- l i ch st e n Ja hre meines Lebens habe ich in Euren Reihen verbracht. Meine Jugend trage ich zu Grabe. Wohl kann man mich von Euch trennen, aber mein Herz und mein Geist bleibt unter Euch. Wenn einmal der König rust uitd das Signal „Marsch, Marsch!" wird geblasen, denkt an den, dessen sehnlichster Wunsch es stets war,^ diesen^ Augenblick des höchsten soldatischen k-N ü ck s an Eurer Seite mit erleben zu dnrscn. Das feste, innige Band aber, das Euch, meine Kinder voni Regiment, mit mir unlöslich vcrknüvit, wird erst dann zerrissen, wenn auch für mich die Stunde des Abmarsches zu der großen Armee dort droben geschlagen hat. Mein altes, heißgeliebtes Regiment Hurra!"
Tic „Tägl. Rundschau" verweist dabei noch auf jolgen- den „Tatbestand":
Es war an Allerhöchster Stelle nicht unbekanlit geblieben, daß die direkten militärischen Vorgesetzten des Kr v nvrin- jf n in Danzig, der kommandierende General des t7. Armeet- korvs General der Kavallerie v. Mackensen und der Kommandeur der Lcibl/iisarcn-Brigadc Gras v. Schmcttow sich in ihrer Stellung wenig behaglich fühlten, weil cs ihnen nicht leichlt wurde, ihre Ausgabe als militärische Berater des Kronprinzen im Sinne des Kaiscrs zu lösen. In Lang- suhr und Danzig toar es in dcn letzten Monaten osscncs Geheimnis, daß die Beziehungen des Kronprinzen zu dcn beiden Generalen rein dienstliche Formen angenonimen batten. Die vlötzliche Versetzung des Kronprinzen wird daher diesen Herren nicht ungelegen gekommen sein. Eingcweihlc wollen wissen, daß General von Mackensen etwa 14 Tage vor der Versetzung des Kronprinzen auf einen Tag nach Berlin gereist und vom Kaiser in Audienz cmv sangen worden sei. Inwieweit diese 3lus- svrache den Kaiser in seinem Entschluß, den Kroitpriiizcn wieder nach Berlin znrückzubcrusen, beeinflußt haben mag, sei hier un- erörtert. Tat! schlich hat der Kronprinz im Kreise des rOfsizier- Korps des Lcibbusarcn-Rcgiments geäußert, daß seine vlötzliche Beisetzung nach Berlin aut den Einfluß einiger Personen in der Umgebung des Kaisers zurückzuführcn sei.
Der.Kaiser soll dem Kronprinzen folgendes Telegramm geschickt haben:
ES ist mir ein Bedürfnis und eine Gctmgtuung. Dir tim heutigen Tage, an dem Tn schwersten Herzens von, geliebten Ersten Lcibhusaren-Rcgimcnt Abschied nimmst. Meine Anerkennung und Meinen Tank auszusvrcchcn für das. was Du au der Svitze dieses schönen Regiments geleistet hast. Das Regiment wird allezeit stolz daraus sein, daß cs in Dir seinen Kommandeur verehren durfte. Möge der Reitergeist, dcn Du gevilegt und gehegt hast, in dem Regiment weiterlcben und Dein Beispiel stets Nachahmung sinden.
Au» Stadt und fand.
, Gießen, 10. Januar 1914.
** <8 roßh. Hessisches Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 29 betrifft: I. Bekanntmachung, dcn Prainientarif sür die Wersicherungsgenosienschast der Privotfahrzeug- und Rcütier- besitzer bctrcncnd. 2. Bekanntmachung, dcn Ausschlag der allgemeinen Landcskirchcnslcuer sür 1944 betrejsend. 3. Ordensverleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 5, Zulassungen zur RcchtSanwoltschast. 6. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. 7. Ticnstnachrichten. 8. Dienstentlassung. 9. Ehoraktcrcrteilungcn. 10. Ruhestands- Versetzungen. 11. Sterbesällc.
** Obcrhcssi scher Kunstvercin. Tic Ausstellung der Freien Bereinigung Tarmstädtcr Künstler, die am letzten Sonntag hier eröffnet wurde, hat, wie man uns schreibt, auch hier wie in Kassel und Chemnitz bei den vielen äÄsuchcrn der Ausstellung am Sonntag und in der Woche hindurch «me gute Ausnahme gesunden. La„dschastlicl>e und jigürtickie Bilder, Oclgemälde und graphische Arbeiten hat die reichhaltige Ausstellung auizuweisen, so daß auch die seltenen Besucher der Aus- stellung an den ausgestellten Kunstwerken Freude sinden werden. Schon in der kommenden Woche wird die Ausstellung eine teilweise Aendcrung erfahren, tveshalb ein baldiger Besuch zu empfehlen ist,
" Gießener K o in p on i st e n t a g. TaS Militär- Konzert am nächsten Sonntag au! der ,9 i e b i a s h ö h e» verspricht, wie man uns schreibt, etmas ganz Besonderes, denn außer der Ouvertüre „1812", dem Brand von Moskau, oo» Tschackowskn, lind der Ouvertüre zu „Tc»,»hä»ser" von R. Wagner, sowie der Fantasten auS „Rbemgotd" und ,2TiDa" stehen (Siebener Rom- n oiii ft eil auf dem Programm, TaS Konzert wird von der ge- samten RegimenISkapslle gespielt.
** Güterrechtsrcgister. Vollständige Gütertrennung haben vereinbart: Ernst August Karl von Hof und dessen
Ehefrau Berta gcb. Mainz, beide zu Ossenbach a. M., Heinrich Firnges, Fuhrmann, und dessen Ehefrau Juliane gcb. Te- chcrt, beide von Ossenbach a. M.
** Grund st ückSvcrkebr. Tos zwischen der Schlinken- gasse und Bahnhofstraßc zu Be ns he im gelegene Grundstück Flur I Rr. 246'/io, das aus den Namen des Bäckers August Schneider in Bensheiin eingetragen war, soll Freitag, dcn 20, Februar 1914, nachnnttags 2>/r Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Die Grundstücke zu Rodhcim, Flur XXIV Nr. 88, Acker am Ämeiscnweg, Flur XXV Nr. 86, Acker der Strotzenberg, Flur I Nr. 141, Gra-garten am schmalen Mieschen, Flur XXIII Nr. 375. Acker im Äulenseld, die auf den Namen der 1. Katharine Holl geh. Frei, Witwe von Konrad Holl III. und 2. Koirrad Holl III. ,u Katharine Holl. gcb. Frei, dessen Witwe zu
eingetragen waren, sollen Donnerstag, den 26. Februar 1914, nachmittags 10, Uhr, aus dem Rathause zu Rodheim v. d. Höhe im Wege der Zwangsvollstreckung verstergert ivcrden. — Das zu Hamm, Flur I Nr. 385,4, hinter der Großgasse gelegene Grundstück, das aus dcn Namen des Konrad Serbert des
Vielten, und dessen Eheiran Ehristina geb. König da'elbst ein- getragen war, soll Tieiistao. d:n 10. März 1911 na>l niitlags 1>... Uhr, aus dem Gemeindehaus zu Hamm im We,e der Zwangs Vollstreckung versteigert i erden. — Die Grundstücke Wiesen und Aecker zu Groß- und Klein Steinbeim die aui de:, Namen des Johann Edmund Buhl, Metzger in Klein-Steinl,ein, und seiner Ehefrau Maria Magdalena gcb. Tarnhecker dasctbsi, eingetragen iraren, sollen Mittwoch, den 4. Marz 1914 na. mirlags 2' Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung auf dem Ortsgericht Klein Steinbeim versteigert werden, — Tie zu Be n s h c i m . Flur I Nr. 1163, zw ischen der Awerbachcr Straße und dem Zicgelhütter Weg, Flur I Nr. 1164, Grabgarten daselbst gelegenen Grundstücke, die aus den Namen des pralt. Arztes Tr. med. Gottfried Joseph Max Albert s und dessen Ehefrau Amalie gcb. Schu- bandt in BenSheim eingelrogeii waren, sotlen Frcicag, den 20. Fe- biliar 1914, nachmittags 2 Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Die Grundstücke (Wiesen, 'Aecker und Nadelholz), die aus den Namen der Kohl, Johannes, Landwiri, zu d) Jäger, Margaretha, dessen Witwe, zu >, eingetragen waren, sollen Samstag, den 21. Februar 1914, vormittags 10 Ul», im Sitzungssaale des Amtsgerichtsgebäudes zu Waldmichclbach versteigert werden. — Tie Grundstücke (Hosrcile und Eiralrgarten in Klein -Steinheimst die aus den Namen des Gastwirts Johann Barth und dessen Ehcstau Anna Bartl, geborene Becker, beide in Klein Stcinheim, eingetragen waren, sollen Freitag, dcn 6. März 1914, nachmittags 2> - Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung aus dem Ortsgcricht zu Klcin- Stcinheim versteigert werden.
** T > e gemeinnützige R e ch t s b e r a t u n g s st e l l e des E v a » g. 7t r b e i t e r v e r e i n s 6,, e b e n ivurde ini Jahre 1914 i» 115 Fällen liegen 103 im Pocsal re> in Anspruch ge. nomiucn. Bon den erteilten 'Aiiskunite» betraten Arbeilervcrnche- r„i,g 2 (»»lallversichernng 20, Kiankenversicherimg 3, Jnvolide»- ic»d Hii>terbliebe»e»-Bersichcr»ng 23), Sleuersragen 13, Bürgerliches Recht 20, Strafrecht 7, 'Albcilsoertrag 2, Zivilvrozcßorüming, Mititäraiigelegenbetten »sw. 21. Bo» den Rolsnchcnben ivarcn 99 Männer, 16 Frauen, 68 Perlone» gehörten dem Arbeiterltande an, 21 waren Geiverbctieibende, lö kleine und milltere Beamte, II Akademiker »sw. 'lieben der Erteil»»» von Rat und 'Ansknn'l ivar öie Auiert gmig i'Oit 232 ScbriN'w !en (6inoaben, BenragS- und DcstamcntSentlrürfe, .Korresvondenz mit Bersichcrungsträger und Behörden usw.) ersardcrlich: außerdem r ermittelte die Rechts- beratungsstcllc, saweit nottv.ndig, toiienf.eie Vertretung vor dem Reichstcrsicherungsamt Berlin. — Auch im letzten Jahre betrachtete cS die Rechtsberatungsstelle als ihre Hauptaulgabe, besonders aus dem Gebiet der Arbeiter- und An g e ste l l l e n Versicherung austlärend zu wirken. Sie beschränkte deshalb ihre Däligleit ntchi aus einzeliie Bernssgruppen, sondern stellte sich besonders am den, Gebiete der sozialen Gesetzgebung allen Ratsuchenden zur Beifügung. Abgesehen von dcn Mitgliedern des Vereins und deren 'Angehörigen, die im letzten Jahre 65 Prozent aller Ratsucheirdcn ausmachten, wurde die Beratungsstelle im Jahre 1913 auch von Nicht Mitgliedern in Anspruch genommen und zwar nicht nur von Gießen, sondern auch aus allen Kreisen der Provinz Oberhcsscn, sowie ans den Kreisen Marburg und Wetzlar. Am 1. April d. I. blickt die Rechtsberatungsstelle aus eine 5jährige Tätigkeit zurück.
Kreis Fricdberg.
i. Bad-Nauheim, 9, Jan. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, Kaisers Gc- burtsiag wie alljährlich durch eine allgemeine Feier zu begehen. — Für die Herstellung von Bürgersteigen in der Karl- und Mittclstraßc werden 4400 Mark bewilligt. — Für Herstellung eines Kanals zwischen Forsthaus- und Ricsstraßc locrden 6900 Marl bewilligt. — Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war Ausbringung der Kosten f ü r d i e Kanalisation. Finanzrind Kanalisations-Ausschuß machten den folgenden Vorschlag, um Verzinsung, Schuldentilgung, Ilntcrhaliung der neuen Anlagen zu decken: Die Kosten der Kanalisation belaufen sich aus 1 638 655 Mark. Hierzu leistet der Staat einen Zuschuß von 100 000 Mark. Zu Lasten der Stadt verbleiben l 538 655 Marl. Für die oben angesührtcn Ausgabe» sind jährlich aufzubiingcn 102 519 Mark. Diese sollen ansgebracht werden durch Erhebung einer Abgabe von 1,20 Mark van jedem 1000 Mark der GebäudebrandversicherungS- siimmc und IV» Psg. von dem Quadratmeter Hosrcikcnjläche. Insgesamt wurde das eine Einnahme von 50 289 Mark ergeben, die bon dcn Grundeigentümern allein zu tragen sind. Ter Rest von 52 330 Mark soll aus die allgemeine Gemeindesteuer übernommen werden. Tie Erhebung der besonderen Gebühr eisolgt in zwei Zielen im Sommer. Und zwar sollen in den eisten zwei Jahren ein Drittel, in dcn iolgendcn zwei Jahren zwei Drittel und in fünf Jahren der volle Betrag erhoben werden. Das Brandvcrsichcrungslavital unserer Stadt beträgt 36 240000 Mark, die bebaute Fläche des Stadtgebietes umsaßt 175,6 Morgen. Don der vor 25 Jal/rcn angelegten Kanalisation, die jetzt hcrausgcrissen wird, sind noch 287 593 Mark Schulden zu decken. Rach zweistündiger Aussprache wurde dieser Punkt aus Antrag des Stadtv. M ü l l e r w e r t a g t, um den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung Gclegcnbcit zu geben, an Hand von gedrucktem Material die ganze Sache gründlich durchzuprüsen. Allgemein wurden schwere Bedenken gegen die außerordentlich starke Belastung der Hausbesitzer vorgcbracht.
** Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen der
Metallwerke, Geiellschnit mit beschrcknkter Haltung i» 'Alsfeld, wurde am 8. Januar 1914 das Sionknrsveriahren eröfsnet. Ter Kauimami Hugo R a m i v e ck von 'Atsield wurde zum Kon- kursverivaller ernonnt. Sloukursiorderungen sind bis zu», 26, Januar auzumeldeu, — I» dem Koukursveriahreu über das Vermöge» des Adoli Königs, Inhaber der Firma „31. Königs", Tcipeteuhaudtnng z» -Mainz, >9 Termin zur Gläubigerversumi»- lnug aui Tounerslaq, 29, Januar 1914, vormittags II Ubr, zu Man,, im Juslizgebäude. Zimmer 319, bestimmt. - In dem Kon- kuisverlalireu über das Vermöge» des Btühtenbesitzers Karl
T e m v e l zu Babenhausen ist Termin aui Btitlwocki, 4. Februar 1914, vormittags II Uhr, vor dem Großberzogt,'Amts- gericbt Setigeuitadt beiliimnt, — lieber das Beruiögeu des
Btetzgermeiuers Johann Schivar, II, in Mainz ivurte am
8. Januar 1914, vormitiaqs 1>'° Uhr, das Koukursverialire» er- öffnet. Ter Bureauvorite er Heinrich Hermann 61 ü „ st e r in Btainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. KonkurSiorderunge» lind bis zum 27. Januar 1914 bei dem nfertchte anzmnelden.
LnnSwirtichaft.
— Vortragskursus für praktische Landwirte. Ter 9. Januar als letzter Tag deS lanbw. Bortragskurses vereinigte wiederum etwa 400 Landwirte in den Räumen des Saal- baucs zu Tarmstadt. Der erste Redner, der Direktor der Rheini-
ichen Pserdezentrale in Köln. Herr Schumacher, sprach übe>
die Zucht des kaltblütigen Pferdes: Maßgeblich sür die Entwickelung und Gestaltung des Pjerdes ist in letzter Linie die Scholle. Gute Zuchtioahl und rationelle 'Auizucht sind dagegen nötig, um das letzte und beste, was die Scholle zu bieten vermag, aus ibr für das künftige Pferd herauszuholen. Für die 3luszucht des Foblcns ist die Weide unbedingt ersorderlicki. Durch zahl- icichc Lichtbilder wurden die ?lusiührungcn des Redners unter stützt Sodann sprach Proscssor Tr. Muth (Ovvenheim) über: „Welche Ursachen haben bic1913cr Mißernte m Weinbau bewirkt, und wie ist diesen zu begegnen?"
— Praktische Düngungsv er suche und ihre Bc- oeutung für die L a n d w i r t s cka i t. Um die Landwirte von der Zweckmäßigkeit der Berwendung künstlickwr Düngemittel aui ihre» Acckeni zu überzeugen, sind die Landwirischastskammerii, die landwirnchastlich.m Vereine und andere berufene Stellen iin Verein mit den Düiigerkorporalioncit unabbäßlich beniüht, durck» Anlage von FelddüngungSvcrsuchen ausklärend zu wirlen. An der Hand dieser Persuche können sich die Landwirte'über das Dünger» bcdürsnis des Bodens und der Pilanzen sowie den Wert der eiii- zclncn Düngemittel Sllarhcit verschossen. Immer mehr scheint sich die Erkenntnis Bahn zu brechen, daß derartige Versuche smvohl für den einzelnen 'Betrieb des Pcrsuckstanstcllcnden, als auch den sonstigen Bewohnern der betressendeu Gemeinde des BcrsuchSortcs große allgemeine Vorteile bieten, so daß die mit der Answllung der Versuche gehabte geringe Mehrarbeit sich in allen .Fällen reichlich bezahlt macht. ?luch im kommenden Frühjahr werden von Seiten der landwirtschastlichcn Auskunftsstelle der Deutschen 31m- nwniak-Perkauss-Percinigung, Kassel, Schöne 'Aussicht 12, zahlreiche Versuche zu allen stulturvilanzen insonderheit auch solch.' mit kopsdüngungs weiser A n w c n d u n g des s ch w e i c l - sauren A m III on ia ks zu W in tcr a c treidc — durch- geführt und zwar aus größeren Parzellen von 12,5 'Ar — > - Morgen. Die hierzu benötigten kiüistlichen Tüngennttel — fl.’» gebcncmälls loliphoSvhorsäure- und stickstosihaltige (letztere in Form ro» schwesclsaurcm 3lmmo»iak! — werden kostenlos geliesert, dom soll die freie Lieserung der Düngemictcl sür dcn Landwirt nicht der Grund der Versuchcfanstcllung sein, sondern das ernstliche Streben nach Erweiterung seiner beruslichen Kenntnisse.
— Der Deutsche Kartofsclgroßhändler-Vcr- b a u d (Sitz Düsseldorf) veranstaltet vom 31. Januar bis zum 3. Februar in Homburg die Erste deutsche Kar tos fel- groß Händler-Tagung verbunden mit der Hauvwersamm- lung deS Deutschen Kartossclgroßhändlcr-Verbandes. 'Auf der Tagung werden eine Reihe wickitigcr, den Kartosfclhandel betreficndcr Fragen verhandelt werden. Das genaue Programm der Tagung wird Mitte Januar bekannt gegeben.
Spidplan der Eichener 5tai>ttheaterr.
Tireküon: Hermann Steingoctter.
Sonntag, den II. Januar, nachmittags 3'/. Uhr, bei kleinen Preisen: „Tie spanische Fliege." Ende öl, Uhr 3Ibends 7‘|, Uhr, bei gewöhnliche» Preisen (unter Mitwirkung der Kapelle des hiesiaen Jnsaiiterie-Reginienls): „Das Btnitkanlenniädet," Ende 10' . Uhr. Tienstaa, dcn 13. Januar, abends 8 Uhr (13. Ticnstag-'Abonnc- inenls-VorslcNinig): .Eine Frau ohne Bedentu».,.' Ende I0k4 Ubr Mittwoch, de» 14, Januar, abends 8 Uhr, bet Volksvreiien: 'Bolks- Portellung: »Des Meeres und der Liebe Wellen," Ende gegen 10"/ 4 Uhr. Freitag, den 16. Januar, abends 8 Uhr tauber Abonnements, bei geivöhnlichen Preisen: Erste 3l»ffübr,n,g: ,Tie
Humboldtianer" Ein bislorisches Schauspiel in 5 Akte», zur Er- innernng an Gießens Erlebnisse vor 10t Jahren, von Reinhard Strecker. Ende gegen II Uhr. Sonntag, 18, Jnnnar, »achmttiagS 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Pygmalion." Ende 6 Uhr. Atktznds 70, Uhr (unter Alitwirknng der Kapelle des hiesigen Jnsonlerie. Regimentss, bei klenien Preisen: „Jilmzaubcr." Ende 10'/. Uhr — Voran zeiget Montag, den 19. Januar, abends 8 Uhr- Einmaliges Gastspiel der Tanzkünstleri,, Cent M'ahesa i» ihren erotischen Tänzen.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Jan.
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Höchste Temperatur am 8. bis 9. Januar 1914 — + 6,9 0 C. Niedrigste , „ 8. , 9. , 1914 = 4- 2,3°,
Niederlchlag: 4,0 mm.
Da» Geheimnis -er Spanierin in -er pflege -es Teints.
Eine Tome crzäb». wie sie sich ihre iuacndsriiche Gesichtsliaut noch bis i»S Hobe Alter erhalten.
„AlS junges Mädchen", so schreib! eine Dame, „balle ich immer einen rech! hübschen und reinen, rosig zarten Teint: das änderte sich aber vottitändlg, als ich dreißig wurde. Die eisigen Winterwindc und der Regen verdarben mclnc Geiichisbam. sic ivurde rauh und ivräde mein Geiicht sing immer gleich surchibar an zu brennen, ivenn es dranßcn kali wurde und ich mich für kurze Zeit ins Freie wagte. Mir ging diese 'Aendernng nglürllch sehr zu Herzen. Um diese Zeit mackie ich eine größere Tiergnügnngsiour nach dem Süden Svnnicns und be- ircnndeie mich „nierioego mit einer älicren Soanieitn. Ttc Svnnie rinnen bilden sich sehr viel aus ihre zarte Gcsichtshaut ein, und da faßte ich mir gelegentlich das Herz, ihr meine Leiden auszukramen. Sic riet ich iollic mir in einer Avotheke oder Drogerie solnendc Mischung zu! sammenstellen lassen: ' 0 gr Rosenwasser. 60 gr Fleur-s d'Orzoin und 45 gr Vcnzociinktur und diese, nachdem ich sie jeweils tüchtig durch- cmandergeichüttelt, Mil einem weichen Lävvchen oder Schwämmchen antlragen. Diele sei, Fahren in ihrer Familie verwandle Mischung tonne „cher meinen Temt in Kürze wieder Herstellen, behaupicle sie. Ich wondie also die besagte Mischung an und ivar von dem Reiuliat wirklich überrasch,. Scho» in zwei Tagen mcrtte ich den Uniertckled. Das Raube der Haut verlor iich. das svröde. soannende Gesübl ließ nach, und das Brennen bürte ganz aus. 3,'ach vier Tagen war die Unc- Wandlung eine vollständige. Die Haut war wieder ganz zart, ihr Aussehen batte „ch zun-dends verjüngt. Das ist nun schon dreißig Jahre der: ich wende das gronarnge Rezevi regelmäßig an und es ha, mir fetiticm den leim immer roilg und frisch erhalten. Das Rezept ist gnr nich, so teuer, lehr angenehm Im Gebrauch und dabct so wirtsam. do>- e,n Beriuch immer hoch beiriedigt." Illv-,


