Bon Justus Scho enthalt (Fortsetzung.)
13. Kapitel.
Der Schleier fällt.
Und wieder hatte eine Woche das Rad des Schicksals Vorwärts gedreht, Menschen, und Völker zerpflügend.
Der Minister schritt erregt in seinem Zimmer ans und
nieder.
Dieser Krieg war reich an Enttäuschungen, Gott sei 's geklagt.
Aber das war das Fürchterlichste. Denn das ging ihn
persönlich an.
Wenn marl nur 'wüßte . . .?
Ader man wußte ja! Es konnte keinen Zroeifel geben.
Er warf sich in den Sessel an seinem Schreibtisch und las -um sechster; Male die drei kleiner; Briese. Vorn ersten bis zum letzten Buchstaben. Nun kannte er sre fast wörtlich austvetwig.
Nein! Es gab keinen Zrveifel mehr! Dieser .Lvngfvrd war ein deutscher Spion!!
Teufelskerle, diese Deutscher;! Hatte sich gewiß freiwillig gemeldet.
Ob sich unter seinen Offizieren eirrer freiwillig fände, der sich in gleicher Eigenschaft nach Berlin senden liehe? Kaum! Und dann Hütte keiner die Landessprache so vorzüglich beherrscht wie dieser junge Hauptmann.
Und zu denken, daß er nun vielleicht euren dingfest machte, daß gleichzeitig aber hundert und mehr weiter ihres Amtes walteten, daß sie in Petersburg und Paris ebenso säßen. . .
Ja, es tvürdc lvoht einen gräßlichen Skandal auf- wirbelr;. Vielleicht würde er selbst den Zylinderhut vom Haken nehmen rnüsfen . . . Sicher mußte er sein Abschiedsgesuch einreichen.
Die Finger seiner Rechten zausten nervös im Schnurv-
Man mußte ein Mittel finden, die peinliche Geschichte
möglichst ohne Aussehen zu beerwigen.-Ein Spion int
lKriegsamt!! Er sah schon die dicken Zeitungsüberschriften der Southrisse-Presse leuchten. Er wußte, tvas oas für
g rauenhafte Folgen nach sich ziehen konnte . . . Ueberhaupt ord Southriffe!
Er ging wieder auf u;rd ab.
War dieser Spion nicht ursprünglich bei Lord Sonthrifie abgestiegen? Womöglich handelte er gar im Einverständnis mit dem Lord. Er war ja denkbar, daß der Zeitungskönig aus Feirwfchaft gegen die Regierung ihr diesen Stein in oen Gart»; warf.
Wer Unsinn! Das wäre ja Hochverrat! Dazu toar der Lord zu vorsichtig und za; schlau. Der Lord war eberkfo der Germs führte w,te er mW alle.
Gereizt stand er wieder auf mW «ückveisbü die lange Tafel, wo noch imnrer Aktenstücke mW Generalstabskarten in friedlichem Durcheinander und Neberreinander hausten.
Er sah nicht darauf hin. Er sah nur den Skatwal gleiL einer Riefenfanst aus dem Boden wachsen. Unheildränend schwang die Faust den fürchterliche;; Hammer einem Amboß entgegen, der in tausend Stücke zerschellen mußte . . , Und der Amboß war-er, er, der Minister.
Grausen faßte ihn an. Er mußte den Brief zum siebenten Male lesen, den letzten, beit er selbst hatte abfangeA lassen.
e „Wertes Fraulein Ilse!
Endlich ist es mir gelungen, vom Nachlaß Ihres Herrn Onkels wenigstens so viel in Erfahrung zu bringen, daß ich Ihnen die nachstehende Aufstellung sch-cken kann. Ich werdtz vielleicht doch die Hilfe eures AMoalts in Atrsprmh nechneu müssen, da die Ermittelungen viel Zeit mw Mühe erforoern. Die ein.zelnet; Posten sind recht verzettelt angelegt.
Sofort, fa)u heißen: innerhalb der nächste«. Wochen verfügbar si;w, was größere Städte und Posten anlangt, hier in Lotwon 1224 Pfund u;w 10 Schilling, in Manchester 603 Psiuüd und 4 Schilling, in Liverpool 579 Pfund und 5 Schilling, in Glasgow 248 Pftmd 1 Schilling, Dm wer 372 Pfund 18 Schilling, Edinburg 310 Pfund, Belfast 88 Pf mW 19 Schilling, Dublin 139 Pftmd 8 Schillittg ..
!Er hielt inne und verglich die Liste der für den Aw transport verfügbaren Druppettteile. Dieselbe Reihenfolge War da gewühlt. London 24 490 Mann, Manchester 12 064 Mann, Liverpool 11585, Glasgow 4961, Edinburg 6200, Dundee 7458, Belfast 1779, Dublin 2788 Mann, mW es konnte auch keinem Zweifel mehr unterliegen, auf welche Weife der Schreiber des Briefes die Pfund- und Schilling- zahl erhielt. Sehr einfach. Je zwanzig Mann waren etut Pfund. Der Empfänger brauchte t;nr die Pfmwzahl in Schilling aufullösen, so bekam,er ganz sichere Nachricht von der Stärke des verfügbaren, britischen Nachschubs.
Sein Auge flog zum Brief zurück.
. Sie sehen, daß der Weizen in Irland schlechter blühte. Ueberhaupt sind die Summen jyel geringer, als Sie lvohl erwarteten. Und da Ihnen die Schulden des Nachlasses bekatmt find, so werden Sie sich wohl selbst sagen, daß die Aktiva kaum genügen, tun nur die Schttldetr zu decken. Dadurch erhält die Ansicht Ihres Herrn Brm ders, der ja nie viel von der ganzet; Erbschaft hielt, eine treffende Bestätigung . .
Der Minister zog der; Schnurrbart aus und lächelte verstehetw. Mit den Schulden des Nachlasses waren vfierw sichtlich die Verluste an der Front getneint, zu deren Auffüllung ja in der Tat die vorhandenen ^stände kaum, äudreichte;;. ^
! Gr las den SchLtlß des Schreibetrs.


