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Srsek kleine Geschichten.

Bon Gustav Schröer.

, (NactzLuauL Verbv«:.)

Das Brauthemd.

Hilde Stador will heiraten. Berbobt lvavsn. sie nun schon drei Aahve. aber nmt Krügstrauung wollte der Bräutigam nichts wr,ien. Nun ivar er soweit ausgrchilt* lie hatten ihm an der Somme d«: rechten Arm böse verschossen. und nurstür arbeits- verlvechuna.ssähcg in der Etappe erklärt worden. Tas hieß,: Du kommst nicht tvieder hinaus. So durfte er die Amoaltspraxis »vicder aufnehmen, und alles war gut «mrd ftcher. Iig-t ttoimte man l>eirtuen.

Dazu gehört eine Aussdeuer. Zwir nvchc wie inr Friede::, aber doch so einiges. Frau Staderl hatte ia seit langem für das Töckster- leul zu rückgelegt, und es wäre eigentlich vern Mangel an irgend etwas gewesen, aber das ist nun einmal eine Tugend der deutschen Frauen und Mädchen, daß sie all Wäsche nie genug habe:: kömuew

Wenn mrr die Bezirgsschine nicht wären! Aber eurem sozusagen einen Eid auf beit Leib nageln und 1500 Mark Strafe in Aus­sicht stellen, tv-enn . . . Uebel ist das, übel. Hat man jedoch seine Bezichtigen, d«nn ist die Sach nicht ss schlimm, als sie aussieht, llnd Äcutter Staden hat ihre Beziehungen, und das Töchterlein hat sie auch t

Tie nicht man ans und erhält doch so ein l-albes Dutzend Hemden und eben so viel wozu das herschreiben.

Bater Staden knurrt:Tie Weiber! Als ob das Mädel nicht reichlich genug hätte." Aber er mutz sich beweisen lassen,, daß er das nicht versteht.

Tie Einkäufe liehen sich, wie gesagt, bewerkstelligen, abtn rvie llnkenruf klang es dazwischen:Wir können keine (Gewähr für die Ware übernehmen."

Geivähr! Hemd ist Hemd Nur 'ach so.

Da liegst die Stücke, fein, sauber, blenden- iveiß, geziert mit Schleischen mtd Stufen und Spitzen.

Akutter Staden ist auS der alten-'üe. Man zieht kein« ungewasäxmen Sachen auf den Leib. Außerdem: man kann nie wissen, wie das noch ivird, und loenn sie einnial die Schränke nachsel)en und neue, ungewaschene Wäsche finden, dann kann es geschhün, daß man das Nachsehen hat. So ist es besser und entspricht gutem, altem Brauch, die Sachen erst zu waschen.

Tas Wasser dampft, das .Feuer glüht, Hilde Staden ver­senkt eigenhändig ein Stück nach dem andern in die brodelnda F4:tt. Nur einige Male anftvatlen, dann ist's getan.

Sie springt auf einen Husch hinaus, kehrt rasch zurück und im Kessel nuirlt und wogt es durcheinander, da ein Knäuels dort ein Fetzen und dazwischen tausend kleine Stücke. Tos Ganze einem Brei tzhulich Ein Schrei gellt durch das Haus, Bater und Mutter springen her^u, weil sie ihr Kind in Todesnot wähnen. Und da steht das Mädchen, schluchzt und schlnck»t, lehnt sich an die Mutter und weint gotteserbärmlich. Indessen fischt der Vater mit dem .Rührlöffel im -Kessel mrd landet Fetzen um Fetzew

Er findet seinen Humor am chesdcn wieder.

Ja, Kinder, Papier darf man freilich nicht kochen. Aber dielteick>t sind da noch ein paar Briketts draus zu nrachen, denn so'ne Papierbriketts kann man jetzt auch sehr gut brauchen."

*

Der Speck.

Ter Bachbauer, Huber Seidelmanu, tvohnt in der Einsamkeit. Gut eine Stunde mutz man am Weidenbach autzvärts steigen, ehe man an den Hof flammt Tann steht man vor den breiten, weit ausladenden Gebäuden, hört die Kühe blöke:: und mit den Ketten rasseln, hört die Schweine grunzen und hat das Gefühl, daß hier ein Paradies sei auf der armen, fettlosen Erde.

In dies Paradies mutz der Doktor Meiner steigen, tveil ihn der Bauer zu feilten: kranken Weibe gerufen, und als der Arzt den Hausflur betritt, zieht er tpitterich den Atem ein und denkt: Tem Seidelmann knöpfe ich heute ein Stück ab. Unter­sucht er also die Frau. klopft, horcht, richtet sich auf und fragt oen Bauern:Hast ein Speck?"

Da erschrickt der Huber.Na, na, Hab kan Speck nit."

Sein Weib nummert, weil sie nremt, der Doktor brauche/ den Speck zu ihrer Gesundung. ,,Huber," keucht sie,Huber an .

Ter aber fährt auf sie drein.StM bist, Hab kän Speck nit."

Dazu «licht der Doktor und ttöstet die Bäuerin:Sei ohne Sorge, deine Lungenentzündung woll'n wir anch ohne Speck zum Tempel naus jagen."

So geschah es, und der Bauer lachte heimlich.

War einige Zeit vergangen, da mutzte der Doktor wieder! hinauf m die Einsamkeit. Diesmal ging es um den Bauern. Ter satz in dem alten Großvater stutze und stöhnte zum Erbarmen, weil er gestürzt war :u:d sich irgendwo eine oder auch zehn Rippen gebrochen hatte.

Hm," knurrte der Arzt,eine Quetschung, eine böse Quet­schung, hm." Er rieb sich das Kinn und sah den Bauen: mit düsteren Augen an. Tem jagte die Angst über den Leib.

An Quetschung?, und is das hernach zum Sterben?"

Bauer," der Doktor bohrte feine Auge« in die des Hube»

Seidelmanu.Bauer, hast an Speck?"

Mutz es eh vul fern?"

An richtig Stück."

Halt wohl, halt wohl."

Uick die Bäuerin, die gute Seele, ist schon die Treppe hinauf. Langt einen Schroten Speck vom Nagel und schadet ein ordent^ lrches Stück ab. Tas reicht sie dem Doktor. Der zieht ein Stück sauberes Papier anS der Tasche, breitet es auf dem Tisch aus und legt den Speck darauf.

Hernach holt er eine Flasch aus der Jacke, ans der steht: Essigsäure Tonerde. Nimmt ein Schüsselcben Wasser, gietzt aus der Flastlie hinein, langt Binden aus seiner Ledertasch und um­wickelt den: Huber Scidelmairn den Brustkasten.

ilnd der Speck?" ftagt der Bauer.

Ter ist fürs Jsrncrlich," mrtivortet der Doktor drauf, legt einen Taler auf den Tisch, wickelt den Speck in das Papier rmd, verstaut ihn in der Ledertasche.

Ueber morgen vom me rch wieder." sagt er in der Tür. Dies­mal knurrt der Bauer, unb sein Weib lacht.

vücherüsch.

Altmeister T homa hat mit sevrer rmrerlichn, kern- deutschen Kimst von JaHr zu Jahr überzeugtere Freunde und Be­wunderer gefunden, Unbeeinflußt von der Woge des Ätodoge-, schmacks, ganz auf sich selbst ge,iellt. ist er eigene Wege zum.Ruhm gega^eu. TeshalL verdient die Kunsdannalt Tvowitzsch L Solm, Faanffarrt a. O., Dank dafür, datz fie uns nach den Klassikern; Feuerbach Uhde, ?Renzel und Böcklin nun auch Thoma in einem seiner b^wingendston Werke dar diel et. ThomasSommerglück", dessen Original im Wallraf-RvckZartz»dRuseum zu Köln l$iujt, stamntt aus dem Jahve 1903, wohl der besten Zeit des Meisters. Bön den chhen künstlerischen Eigenchaften des Blattes (54x65 Zentimeter; Preis 25 Ämrk) sei mri* die volle» chte Lösung des Lichtpvoblems envälxrt, die in der nwisterhaften farbigen Nach- bildm^ so mit wie im Orrcchurl wirkt.

Exku r s ionsbuch zum Studium der Vögel­st i m m e n. Praktische Anleitung zum Bestimmen der Vögel nach ihrem Gesänge. Von Professor Tr. A Voigt. 6. und 7. Auf­lage. 320 Seiten. Geb. 3,80 Mark. Verlag von Quelle & ^e 9 er in Leipzig.

Gießener Hausfrauen-Bcrein.

Kochanweisungen.

Pichelsteiner. IV, Pftmd Gemüse, Vs Pftock» Kartoffeln, 17* Pfund Fisch, Lorbeer, Pfeffer und Nelken, 1 Eßlöffel Fett, 2 Eßlöffel Vdehl, 1 Liter Wasser, Pfeffer und Salz nach Geschmack. Etwas Lauch und Sellerie schmeckt gut daran. Ter Fisch wird halb gar gemocht mrd in Blättchen zerlegt. Gemüse und Kartoffeln werden in Fett gedämpft, das Mehl darübergestaubt, die Gewürze mrd

1 Liter Fifthwasser »ugegeben und die Speise IVs2 Stunden ge­kocht. Vs Stlmdc vor dem Anrichten den Fisch dgzugcgebew

Lebkuchen für unsere Feldgrauen. HA Pfund Sirup, V» Liter Milch, 2 Teelöffel Zimt, 1 Teelöffel Nelken,

2 Teelöffel Anis, 2 Backpulver, 2 Pfund Mehl, 3/ 4 Pf,md Zucker. Tie Masse gut verarbeiten, auf 2 Backblech ausvollen rmd :wch dem Backen zerschneiden. Nach Belieben kam: man die Schnitten glasieren.

Pfannkuchen von gelben Rüben oder gelben Kvhlraben. Tie Rüben werden geschält, gerieben und mit Milch etwas Salz rmd Mehl zu steifen: Teig verarbeitet, wovon dünne Kuchm in tvenig Fett von beiden Seften braun gebacken; werden.

Bilöcrratfef.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des WortspielrätselS.

a. Adel, Stern, Ase, Sau, Ast, Abel. Dom. Eisew b. Nadel, O ern, Vaie, Esau, Mast, Babel, Gdom, «eisen. November.

Schristleicung: W. Weyer. Zivillingsrunddruck der Nrüh l'kchen Nniv.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.