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hört hwitqreifcnbeg, brutales Kontrollrecht über bic Braut zu- sckvreibt, wack?en argwöhnisch über sie. . ^ ,
' Ter Rittmeister lacht, wenn er das Jiddisch m der Kinderschule hört, und sagt, er könne es gut verstehen; beim es sei ja eure deutsche Sprache, die die Juden damals van ihnen mitgenommen hätten. — Wenn Linde im jungen Sonnenbrand vor ihren Aussagen uns dem Marktplatz sitzt, grübelt sie darüber
nad>: vor halb sechshundert Jahren, so erzählte es
ihr der Rabbiner, halben diele grausamen Teutschen, als die Pest ihre Länder heimsuchie. den armen Inden schuld gegeben und sie erbarmungslos davon getrieben, mit Kindern und Greisen, weiter und immer iveitec ostwärts, bis sie endlich hier, weit, weit fort, mtter den Polen, nnter der Knute des Zaren eine Stätte finden burften. — Und jetzt — Lindes Blicke unter den schwarzen Lidern befeuern sich — jetzt sind diese deutschen gekommen und l>aben Fuß für Fuß, weit, weit, bis hierher, mit ihrem Mute den Boden erobern müssen, über den die Jaden damals geflohen sind, l?aben mit ihren blonden Leibern das Land bezalckt und erworben, in dem jetzt sechs Millionen Kinder der von ihnen vertriebenen Söhne nnd Tüch er Israels wohnen! Gerecht ist der Herr ... ^ , .
Linde denkt an die Geschichte von Judith und schüttelt den Kops: nein, sie haßt die Deutschen nicht, unter denen sie erwachsen geworden ist —. sie denkt an drüben, an das Leimatland der Deutschen, wo ihr Volk nicht, wie in Rußland, mißachtet und geknetet ist, sondern geehrt nnd geachtet, und, man hat es ihr erzählt, wo es Vorkommen soll, daß blonde Barone, wie der Trago- uerlentnanl mit schvefelgetben Mützenband über dem pfirsich- farbenen, gebräunten Gesicht, ihren Schwestern die Land küssen und sie zu Tische und zu Tanze führen — ganz wie ihre eigenen Frauen . . . Und manchmal, wenn Linde den hochbeinigen, schmalhüftigen Gestalten der Deutschen nachblickt, bekommt sie Sehnsucht nach der Leimat vor sechshundert Jahren. Tie Schwiegermutter ist argwöhnisch. Ein unwissendes Kind war die streng behütete Linde, als der Krieg kam, — nun ist sie erwachen, in zwei Jahren erwachen unter den fremden, deutschen Männern, —- die alle zwei Jahre lang ihre Frauen nicht mehr sahen.
Ach, nie könnte Linde sich bergeljen geaen das grausame jüdische Gesetz, den Ihren und ihrem Stamme Schande bringen — verstoßen und geächtet würde sie — und wäre doch nur freundlich geduldet von denen drüben, den einzigen Männern, die ihre Jugend kennt .... Heimatlios ist ihre Seele, wie ihr Volk, seit es die Stätten an den Jordanusern verließ . . .
Aber der Frühling ist da, der Frühling überkommt Litauen mit Wärme, Zärtlichkeit und Blumen. Voller Wünsche und Verlangen ist die Lust — die Vögel flöten es in den Abend und die jungen Wiesen duften es in den Morgen ... In Kampf und Irre geht Lindes Seele, — wie ihr Volk, das vierzig .Jahre durch die Wüste irrte . . .
Eigene und fremde Wünsche umschwirren und verfolgen sie, bleiben ihr auf den Fersen — hetzen sie wie eine beutesichere, klaffende Meute: nirgends ist Zuflucht! — Linde heißt sie . . .
vermischtes.
*WieFriedrichWilhelm I. dieTranerkleidung ein sch,rän k te. Unter dem Zwange des herrschenden Stoffmangels wird jetzt arch von den Bchörden eine Einschränkung der äußeren! Kennzeichnung der Trauer, der schwarzen Bekleidung, empfohlen. Zweifellos bleibt bei vielen diese äußire Kennzeichnung auch nur eine Aeußerlichkeit, während andere mit hellem Gewand dennoch tiefste Trauer um den Verstorbenen im Lerzen tragen können. Sollte auch die Trauer kleidung amtlich geregelt werden, so wäre das nicht die erste Mglementierung dieser Art. Eine der seltsamsten Trauerkleidervrdnnngen, die wohl je da waren, führtet Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1739 ein. Der überhandnehmende Pomp auch bei Oeicheufeiern veranlagte ihn zu dieser wahrhaft drakonischen Maßregel. Für verstorbene Kinder unter 12 Jahren durfte überhaupt keine grauer angelegt werden, bei älteren Kindern war ein Vierteljahr als längste Dränier zeit vorgeschrieben, und allein bei Erwachsenen war es gestattet, sechs Monate lang m Tranerkleidern zu gehen. Nur wenn es sich um ganz nahe Der-' wandte handelte, durften die Karossen schwarze Draperien tragen» und die Trauerröume schwarz ausgeschlagen werden. Auch der' König selber wollte von diesem Ttzauerreglement nicht ausgenom^ men sein. Er bestimmte sogar ausdrücklich, daß die Diener und Lakaien nach seinem Tode keine neuen Trmiersachen, sondern nur emen Flor um die Lüte tragen durften: Diese vom König selber gegebene Vorschrift wurde auch pietätvoll innege'haltern.
* Die Kugel im Lerzen. Tie Zähl der merkwürdigen» Lerzschüsse wird jetzt um einen sonderbaren Fall vermehrt, den» V. As coli in einen: italienischen medizinischen Fachblatt erzählt. Ein italienischer Soldat erhielt am 18. Juli 1915 in einem Schützengraben bei sPodgora eine Schinßverletznnq durch eine, Schrapnellkugel, die in die linke Rückenfeiüe eindrang. Der Verwundete wurde nach! Mehrfacher Untersuchung in das Lauptlazarett von Pavia gebracht, und am 1. August stellte man durch radiographische Auf
nahme fest;, daß ein kleincs Prviektil im Körper verblieben war. Plötzlich nähmen die Schmerzen des Patienten zu, und er mußte völlig wagrccht liegen. Ajm 1.., September wurde eine neue Radium- durchleuchtung öovgcnoisumU, und das Projektil schien oerschwun,- den. Nach, langen Untersuchungen stellte man fest, daß es sich mitten im .Lerzen befand, nnd zwar in der rechten Klappe. Es war, begünstigt durch, die Lage des Patienten, durch eine Vene dahinl gelangt, und von nun ab echolte sich der Soldat sehr schnell, er! konnte bald darauf enllasseu werden und hat seitdem niemals mehr die geringste Belästigung verspürt.
Vüchertlsch.
— T ie Eroberung von Riga, dieses aufseheirerre-, gende Ereignis aus dem Kriegsschauplatz mit seiner weit ausstrahlenden Bedeutung, findet von einem wohlunterrichteten Teilnehmer in den soeben erschienenen Leften 151—154 von Bongs, Illustrierter Kriegsgeschichte „Ter Krieg 1914/17 in- Wort und Bild" (Teutsch-es Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 57, wöchentlich ein Lest zum Prnie von 35 Pfennig) eine entsprechend ausführliche Würdigung. Weitere reich mit Bildern geschmückte Artikel, wie „Dias Schlachtfeld in Flandern", „Mft den Kabelp über den Fluß", „Gasgranaten", „Gesachtslärm „ „Die Bederttnng des Waldes im Stellungskriege", „Ter Klappeirschrank", „Gefangenen- sürsorge rn deutschen Lagern" und andere mehr, bieten ein sehr anschauliches Bild von dem Leben 'vor und hinter der Front. In der eigentlichen Kriegsgeschulite erlmlten wir die Fortsetzung der Schilderungen der furchtbaren Kämpfe im Mar 1917 an der französischen Front. Was bedarf es hier viel der Empfehlung, wenn wir mit- tecken können, daß der bekannte Militärschriststieller Wilhelm von Massow diese TarfdeUnng verfaßte. Aus der gleichen Feder stammt die Fortsetzung: Die englisch-sr<rnzösische Somme-Offensive 1917. Hier wird eine glänzende Schilderung der Großkampftage im Wytschaetebogien und bei Messines geboten. Viel zur Erklärung des Testes beitragende Karten, Pläne und Schachtenbilder unserer Krregsmaler, Augenzeugen der Kämpfe, sind eine gewiß sehr willkommene Gabe für den Leser. Bon besonders vornehmer Wirkung ist die Kumlbeilage in Knickertiesdruck, die den jrmgen Kaiser Karl von Oesterreiich nach einer neue'feen Llusnahm e darstellt. Farbige imd schwarze Bilder des bekannten Kriegswalers Martin Frost. „Laupt- verbandsplatz in der Kirich? von Bousbecgue" mrd solche von Prof. Ungewitter, „Mwehr eines englischen Tanks in Flandern", dem Kriegsmaler Zimmer, „Deutsche Sturmtruppen dringen am Pöhl- Lerg in das zerschossene französische Bollwerk ein", schnrücken diese neuen Lefte und zeigen erneut, daß alles aufgeboten worben ist, um den alten Ruhm von Bongs Illustrierter Kriegsgeschichte, „die wertvollste fc^Männische und volkstümlichste Dvrstellimg des Weltkrieges zu sein", nach jeder Weise aufrecht zu erhalten.
— Ten ganzen italienischen Kriegsschauplatz von der Schweizer Grenze bis Triest! zeigt in dem großen esnljeta licken Maßstabe 1:350 000 eine neue Erscheinung des Berlages G. Freytag & Berndt (Wien). G. Freytags Karten der Tiroler, Kärtner und Jsonzoftont 1:350 000, Preis 2.L0 = 1 60 Mark (mit Po st Zusendung K. 2,60 = 1,70 Vtark), bieten in einem Umschläge zwei Karten: Südtirol mit dem angrenzenden italienischen .Gebiet bis Venedig — Mantua (55—80 Zentimeter groß) und die Kärntner nnd Jsonzosront (40 :55 Zentimeter groß). Beide Karten enthalten zahlreich? Namen nnd diele Einzelheiten, sind in 6 Farben schön nnd übersichtlich ansgeführt und schließen genau anz einander an. Auf Wunsch isti auch jede der beiden Karten allein in einem Umschläge zu haben, und zwar die Tiroler Front für K. 1,59 — 1 Mark /mit Postzusendung K. 1,60 = 1,10 Mark), die Kärntner- und Jsonzosront für K. 1. —0,60 Mark (mit Pvsb- zusendung K. 1,10---0,70 Mark).
— In dem im Kunstverlag „Bild und Karte", Leipzig, soeben erschienenen Buch „Unsere Luftwaffe im Weltkrieg" II. Folge, herausgogeben von Oberleutnant O. Taenbruch, Preis 2 Mark —, unternehmen es die Autoren — meist Fliegeroffiziere und Führer von Luftschiffen — den Leser in ansckMnlicher Weise mit den Einrichtuwgen und Fortschritten uifferer Luftwaffe che-; kan nt zu machen, so daß sich ihm ein grandioses Bild unseres gesamten Luststreillvesens entrollt. Bei der steigenden WiMigkeit unserer Lnstwafse iu den bevorstehenden Entscheidungskämpfen wird das mit Bildern reich geschmückte nnd spannend geschriebene Buch allgemeinem Interesse begegnen und besonders auch unter unserer Jugend einen großen Leserkreis finden.
Französischer ScherzrebuS.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer r Zorn ohne Macht, wird verlacht.
Schrfftleitung: W. Meuer. — ZwillingSrunddruck der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


