/Gräber deS und der Beamten. ''Jedes dieser Gräber enb-

tzält eine Statue des Verflpabe>:en, und niedrere dieser Statuen sind in den' des Hildesheimer VÜuseums llbiergcgangcw. Das 5)aupi- stück ist das überlebensgroße Sitzbild des Schres eines.der ältesten Pharaonen aus der Zeit vor den Pliranttdarbauten, oes Pri:rzest Hem-On. Das Bilbuvrk, das die Figur in der Haltung eines Königs, aber in der Track,t eines gewö'hkrlichQ: Mannes darstellt, gehört zu den künsll-e rischsten Skulpturen jener Zeit. Eine besonders cniginÄle Seltenbeit bildet eine Kalks)'chrgrWPe, die ein Ehepaars ans niederen Bolkskreiftn darstellt. Eine andere Statue, ebenfalls! in bemaltem Kalkstein, zeigt einen Schreiber, der nach Art deck Orieirtaten mit einem zwischen den Knien aufgerollten Pappnist auf dein Boden hockt. Interessant ist auch der Denkstein eines! altägvptisck-en Offiziers, dem twn seinenl Herrscher Orden verliehen tverden, und -mar - in Gestalt goldener Halskragen und sonstigen wertvollen Schnncckes. Ein Schrank birgt holzgeschmtzte Gr'uppen in der Art unseres Kinderspielzentges, die den Toten ms Ga-ab gelegt wurden. Da nchru aus diese Meise daS Fortleben der aus der Erde Verschiedenen in einer anderen Wselt dnrck) kräftige Ernähnmgi sichern wollte, so zeigen die Gruppen B. das Schlackten einc^ Rindes, das Melken einer Kuh usw. Schließlich ist als eines der wertvollsten altägyptisck^n Kurrsttoerke in Hildes heim noch das Relief einer schnoebenden Siegesgöttin tzu erwähnen. Der oltägyptischch Besitz HildcsheimS soll nnnmech auch der modernen Kunst dienstbar gemacht iverdcm, da man die Motive des Pelicaeus-Museums alsl Modelle für moderne kunstgetverbliche Arbeiten benützen will.

* Zur Geschichte des u o r d d e u t s ch e u Bauern- schmucke s. Die gesonderte Stellung, die im Rahinen des Botts- schmuckes der norddeutsche Bauernschmuck seitjeher eingenommen hat, nnrd im neuesten 5>eft der vom Deutsche:: Bund heraus ge-, gebenen Heimatschiutz-Zeitschrift auf Grund interessanter histvrisck>er Belege charakterisiert. Der Wund hat es sich bekanntlich zur Ausgabü gemacht, die Reste der echten deutschen Volkskunst in Tracht und Sch«m!uck nach Möglickcheit tveiter zi: erhalten und macht daher mit Recht aus den Wert der stilechten Bauernschmucksachen in Nord- dcutschlcmd, ganz besonders in Ostfriesland, auftnerrsam. Nach alter Sitte verblieb der Brantsschmuck oft als Geineindeeigentum in der Kirche, um nur zur Hochzeit verliehen zu werden, und hierauf be­ruhte die ausgedehnte Schmuckindustrie in den kleinen Städten, vielfach:, sogar in den Dörfern. Dies trat in Süddeutschland weniger) sehr stark aber n: Norddeutsch.! and in Erscheinung. In Ostfricsland gab es fast in jeden: Torf einen Väeister, der seine besondere Eigenart hatte'mwldarum findet inan irr keiner andern: Gegend Deutschlands so zahlreicher örtliche dsbinandlungen des Schmirckes. Fast jede Marsch hat iiichjt rrur ihren besonderen Trachteu--nild Wohutvpus, sondernt auch ihren charakterisüsckien Schmuck. Wahrend in Süddeutschlaud die Frau aus dem Volk den Schmuck hnrptsächlich auf dein Mieder,' befestigt, verbindet sich, in Friesland der. eigeirtttche Bolksschinuch mit der Haaraufkämmnng, bei den Männern ist der Schmuck iit /Verbindung mit der Drachjt .auf Knöpfe, Hut- und Schuhschnallep beschränkt. Bei den bäuerlichen Schutt icksack/en herrscht die Technik des Drähtwerks, das Filigran, vor. Sie hängt einerseits mit ge^ wissen altgermanischssil Uebertteferrmgen, die ein von deur ostfriesi- schvii .Häuptling Maiilmrga m:gelegtes Trachtenbuch schon für die Zeit i'ni 1500 verzeichniete, mDererseits mit der deutschen Gold-, schniiedekllnst der Renaissance zusammen. Ihre eigentliche feste ForiU erreich,de die Filigranknnst aber erst in der Mitte des 18. Jahr- 'Hunderts. Der Bolksschnruck Norddeutschlands bildet den besten Be­weis dafür, daß die Knnstüberttefernng in Deutschland iiacb bem Dreißigjährigen Kriege durch,cucS nicht überall abstarb, währmd man sich in Eirropa zumeist der französischen imd italienischen Ans- drucks,ves sc airpaßte, hat sick:> abseits von den große:: Kunstnnttel- punkten im Rücken dieser Girtnncklung die Bvlksgvldschmiedeknnst als eine selbständige Gruppe erl>alten. Allinählig iiahm sie aber auch in Mitteldeutschlarrd fveUlde Eharaktere an, irnr in Norddeutschsand, besonders im Niedersächisischen und Friesischen, hat sich der Stil noch in vieleir Exernplsaran wein erhalten, die zu bewahren eine der von, nehmsten Ausgaben deutschen Heinlatschritzes ist.

vilchertilch.

Hessen - Ku n st 1918. Unsere Heimat Kunst hat durch deii Krieg nicht gelitten: ganz im Gegenteil erscheint sie gestärkt, gekräftigt und auf der Bahn zu einem edlem großen Ziel. Das bc-, weist wieder der vor einigen Tagen im Berlage der E l iv e r t-, scheu Buchhandlung in Marburg erschienene KalenderHessen- Kunst 1918" (Preis 2 Mark,, der graphisch von der abgeklärten Kunst Otto Ubelohdes beherrscht wird, die wieder die kraft­volle Eigenart des Künstlers voll zur Geltung bringt. Auch deck sonstige Inhalt des Kalenders nracht denselben äußerst einpfehlens- wert. Besonders erwähnt seien nur die Ausiätze von Geh. Avchivrat Dr. Küch:Der Ealdener .Kruzifixus", Pvofessor Dr. Ha- m ann:Zum Gedächtnis des Malers M. Hosfmann",

F. Wi ldem amt:Zum Gedächtnis des Architekten O. Toer-, lecker", H. Knodt:Schlitz iir Oberhessen", und Fr.

ckh K.l in g el schmi t t:Ein übersehenes Wert, Hans Back-i fens in Main-".

Adam KarrillvU, AdamS Großvater. RvmM.

(Grote'sche Sammluirg twn Werden zeitgenössisck-er Schriftsteller, Baud 128) geheftet I^Mackk, in Pappband gcb. 5,50 Mark. Berlins G. Grote. Die Seele seürer Odenrwälder Heinrat bricht auS dresem neuen.Roman Adam Karrillons, der wohl viel ans des Dichters Ju.geudjahceir erzählt mit Schönheit und tvarmcr Kraft hervor. Das ergreifende, ernste Vatersschicksal emeS Großbauern, dessen starrsimriger H!ochinut durch die in die Veckkommerlheit füh^ rende Nichtsnutzigkeit des Sohues schavere Buße erfährt und dessen innere Gradheit in der Liebe des Enkels Main beglückendeir Twst findet, wird der fecir geleiteten, vom Erlebnis crsüttterr Phantasie und Eriinrernngsgabe des Verfassers zum Llulast, vor: eurem Odeirwälder Dorf und feirteit Bewohnern aus den siebziger, und achtziger Jahren des.vergangenen Jal^hrmderts ein packendes nird anmutiges Bild zu zeichlren.

' Nach dre i Krie gsj ahr eu. Rückblick imb Ausblick auf unsere imlitärische Lage. Boir Karl Hosse, Major im Großen Generalstab. (Verlag August Scherl G. m. bi. H., Berlin. Preis 50. Pf.). Major Hosse gibt auf etwa 50 Seiten, unterstützt durch st? Karten voir den Kriegsschauplätzerr, ein scharf rrmrissenes Bild riuserer Lage, an denr es schlechthin nichts zu drehten und zu deuteln! gibt. Mehr als eirrnral ist der Vvnvirrs erhoben worden, daß man irr Deutschland die Widerstmrdskrast des Ferirdes unterschätzt habe. Major Hosse weist nach, daß dieser Vorwurf den deutschen (vencral- stab nicht treffen kamr daß er vielmehr abprallt ans die Vazi- sisteir nrit riird olme Partei, die jede Warnung vor deni Weltkriege schon als Kriegshetze verdächtigten und vor allen: Eirgtands Be- teiligm^g als unmöglich verschrie::.

Gietzener Haussrauen-Berein. Kochanmeisungen.

Grüne Klöße mit Pilzen. Tags zuvor in der Schtale gekochte Kartoffeln werden gerieben, sehr viele Petersisie roirjd i< etwas Fett gedämpft, :venn möglich, so -viel, daß der Teig dadurch grün erscheint, za: den lKartoffeln gegeben, gesalzm und soviel Mehl,, zur Hälfte mit Grieß gemijchh dazu getan, daß es einen feste:» Teig gibt, dem mm: möglichst ein Ei oder etwas Backpulver zusetzt. Dann alles gut dupchemander knebm, rmche Klöße formen und i:| Salzlvasser koch>ei:. Stieurpilze oder Pfifferlinge werde:: klein) geschnitten, gut gewaschen, und in heißem: ,Jsttt mit etwas gehacktes

§ :viebel gedmnpft: dann streut :nan etivas MM darüber, füllt leischbriche oder Wasser auf, schnreckt das Ganze mit Salz und Pfeffer ab. Klöße mit den Pilzen anrichten.

H i m m e l:: n d E r d e i n d e r Form. Gekochte nick» geriebmck Kartoffeln nnscht n:an nrit so viel gesiißbein Apselbrei, daß eine nicht zu dünne Masse 'cutsteht. Man bedeckt hiermit den Boden und die Münde einer leickH eingesetbete:: A:rftanfforn:, füllt die Mitte mit geschmorten, abgetropften Apfelstückch^r: aus, streut Zucker dariiber und bedeckt sie mit den: Ms/ des Breies. 'Man übergießtz die Speise mit einer aus Ersparpnlver rnrd Milch oder Wasser hergestellte:: Tunke und läßt sie im Bratofe:: V*1 Stunde backew Grützenbratlinge. Man'kocht die Griitze (500 Gramm ans l'/i, Liter Wasser) langsam sin der Kiste) zu steifem Brei, fügt eine kleine geriebene, in: etw)as( Mtt -gargessck'iu:!orte Zwiebel, etwas Eiersatz, etwas Salz mrd etivas Rächt dazu, so daß eine gut lialt- bare Masse entste'ht. Ans dieser sticht nur,: längliche flache Klöße ab u:ü> laßt sch in gelb g-ctvordenem Fett ans beidm Sechen gejh^ bram: braten.

Vexierbild.

Da ist so ein umgerer Chinese, der wird mich nicht satt nmche,^ (Auflösung in nächster Nrnnmer.)

Auflösung des Teiträlsels in voriger Nunnner:

Postainent (Post, Amen, t.)

Schrchlleitung:

W. Rkeuer. Zwillingsrunddruck der Brnh l'schen Nn'v.-Bnch- und Steindruckerei. VI Lang e, WiciVn.