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„Der Hevr Graf wünschte sie ans deinem eigeiren Munde z-r Mven ."
Beate wandte sich an Wellingerode.
„Dann bitte ich, den Majestäten mrtznteilen, daß ich niemals in ihren Dienst treten »verde. Hören Sie, mein Herr, niemals! Denn ich mitefyte nicht, daß ich mich vor mir selbst Lu schämen nötig hätte."
„Bravo!" sagte die Domina halblaut. Und dann, sich zum Grafen wendend, sprach sic:
„Sie haben die Entscheidung des Fräuleins gehört, Herr Graf, — kann ich Ihnen mit noch etwas dienen?"
Wellingerode sah das ironische Lächeln, das bei diesen Worten um die scharfen, hageren Züge der Domina spielte, und in seinem Innern kochte es.. Aber ex verstand es, sich zu beherrschen.
„Ich bin untröstlich, gnädigste Frau —"
„O, Sic werden sich anderweit zu trösten wissen —"
Der Graf biß die Zähne übereinander. Wortlos verneigte er sich und verließ das Zimmer.
Tief aufatmend sank Beate in die Arme der sie liebevoll umfangenden Domina.-
Die Abweisungen, die der Graf voll Wellingerode gestern bei Hans Joachim von Sornitz und heute bei dem hochedel- aLborenen Fräulein Ludovita Aemtliane von der Roll. Äebtissin des Stiftes Hohenbergen, zu verbuchen gehabt hatte, sollten nicht der einzige Verdruß sein, den er auf dem heißen Boden der Alllnark zu erfahren hatte.
Am Nachmittag dieses Tages meldete sich bei ihm der Kapitän von Salignac, den er gestern zum Gouverneur nach Magdeburg geschickt hatte.
Etwas erstaunt sah der Graf dem Offizier, der ein verlegenes Gesicht machte, entgegen.
„Wie ist das möglich, Herr Kapitän, daß Sie schon zurück sind? — Sie brauchen vier Tage bis Magdeburg und hierher zurück —"
„Verzeihung, Herr Graf, aber ich war gar nicht in Magdeburg."
„Sie waren nicht —"
r • * n Magdeburg," wiederholte der Kapitän, und
fern Gesicht wurde immer verlegener. „Denn wir waren gestern kaum zwei Stunden geritten, als wir plötzlich von einem Haufen maskierter Kerle angehalten und. ehe wir uns zur Wehr setzen konnten, von den Pferden gerissen wurden. Man durchsuchte uns, nahm mir Ihren Brief an das Gouvernement ab, band uns daraus an Bäumen fest und verließ uns in dieser Lage, nicht ohne daß man unsere Pferde mit sich nahm. Erst heute morgen wurden wir durch einen wacke- re JV, ? m J . au ^ un F ei '^ r üblen Situation befreit und sind halb- erschöpft hierher zurückgckommen."
r r de dien!" knirschte der Graf. „Das sollen
sie buuen! Und wo ist mein Brief?"
s„Das weiß nur der, Herr Graf, der ihn hat."
"Und Sie hohen keine Ahnung, wer die Täter sind?" neu // me Ahnung! Die Gesichter waren nicht zu erken-
„Aorist ha^ man Ihnen nichts genommen, außer dem Brief und den Pferden?"
sehrt"^^ geringste. All unser Eigentum ist unver-
ims Ar? l 1 e f Graf, heftig im Zimnrer auf ’ ft i tn Überfall aus politischen Grün- den. Man wird frech und unbotmäßig hier: — es ist Zeit da.z ein Exempel statuiert werde. Ich danke Ihnen Herr ttni^ist ri ^ en ^ ßu ~‘ ^ ^erde überlegen, was zu
*
n^-^ er0 r en Scit ' aU der Graf diese Unterredung Mit semem Offizier hatte, trat Riezler bei Hans Joachim ein
"Ick heww eenen Breef, Jungherr."
Schreien^»nt spöttischem Schmunzeln das ^o ll ;# &cs uaEagdeburg in die Hände.
0 p de Straat funnen." er den BrA schmunzelte ebensalls..Dann öffnete
„Zuni Kuckuck! Riezler, das ist ein guter Fang!"
/,Jo, w, Jungherr. Wenn ’n richtiger Jäger ov de ^>aad
Aiunghen." ^ ^ Kn ^ mit tu &ag ' Dat is foV Brut
„Schönen Dank, Riezler!"
„Keen Grund dafür. Adjüs, Jungherr
n Riezlxr. Und grüßen Sie die Frau unt die
Lutten. Schreien sie noch immer?"
^ ^ ob se an de Speß stäken. Ower Prachtkerl' sin's doch. Adiüs, Jungherr."
>Damit war er hinaus.
Hans Joachim aber pfiff durch die Zähne. Und als er meinte, daß ffc sich dieses Vergnügen lange genug geleistet hatte ,holte er selbst aus dem Keller eine gute Flasche alten Rheinwein, füllte das Glas, hob es empor und sprach:
„Hie gut Altmark allerwege!"
Und dann leerte er das Glas auf einen Zug.
(Fortsetzung folgt.)
Die beiden Gefangenen.
Erzählung von Martin Pros kau er.
Tie-OfflzüV^I französischen Chasseur^Regiments "saßen im Unterstand zusammen, rauchten, plauderten und horchten auf das unablässige dumpfe GrMen, das von den erster: Gräben zu den Neservestellungen dröhnte.
„Ta vorn scheint's ja wieder nett zu sein," sagte der Re-, giinentsadjntant Teborne und trommelte mit den Fingern auf seinem Stahlhelm, der vor ihn: auf den: Bretterttsch lag, „da sind Wieder schwere Miueu dazwischen."
„Angst, nichts als Äugst von den Hunnen," autivortete der Kapitän der ersten Konrpagnie, ein kleiner schwarzhaariger Süd- franziose, „den Hunnen liegt unsere Offensive in den Knochen, noch ehe sie augefangen hat!"
„Sehr rrckstrg!" inengte sich ein magerer, langer Offizier urit den Abzeichen der Militärärzte am Kragen und schwarzem glänzendem Vollbart ein, „so wie ein Rheumatismnskranker konrrncndes> Negeuwllter in allen Gliedern spürt, so sind die Kerle da drüben schon vorher nervös geworden."
Ta polterten derbe Schritte auf dem Brettergang vor km Unterstand, und die Tür wurde aufgerissen. Ein Unteroffizier trat em: „Was gib's?" fragte Adjutant Teborne. „Zwei Ge-, fangene sind draußen, inein Kapitän, zu.ei Flieger!"
Tie Offiziere sprangen aufgeregt vop ihren Sitzen auf, „Flie- i n -.~ Terttsche? — Wunderbar Llbgeschossen.?" „Ja, mein Kaprtan. Lre kamen Wer imscre Gräben, da hat sie die Mwehr- ba'tterre hinter der Reservestellnng gefaßt. Gerade zwischen dem ersten und zweite,: Graben ftnb sie gelandet."
„Und ihr Flugzeug?" Ter Uretero ffizrer zuckle die Achseln: „Zu spät, meru Kaprtän, sie hatten es angezündct — total ver- bEnt! £2 F’Ä 11 - 1 Impfte mit dem Fiche auf. „Gemein- heit! Wo ftrcb sre? Br mg' sie rein!"
Ter Unteroff^ier giirg zur Tür hinaus, gleich! darauf betreten zwei große, schllmke Offrzrere, noch in Dturzhckm and Fliegerjacke, den engen Raum. „Aha, zwei Hunnen-Flieger!" rief der Haupt- mnnn der ersten Kompagnie. Ter Adjutant winkte ihm besckwichti- genD und trat vor die Deutschen. „Guten Abend, meine .Herren " scheu ,/&t€ mVben schien, daß es mich freut, Sie hier zu
Tie beiden deulscheir Flieger verzogen keine Miene in ihren hageren, scharfgeschntttenen Gesichtern. Ter Franzose zog eilten beran, blätterte m emem Nochbnch und liahm den Blel- Mst schrttbberet. m dte Hand. Tann fragte er: „Verstehen Sie beide französisch? Ter größere Flieger antwortete: „Ja, mein Herr, ^ch verstehe es gut, mern Kamerad nicht so gut."
„Um- so besser, so brauchen rv'ir .keinen Tvtmetscher " be- Ö wie Heißen Sie?" „Leutnant Hans von
^Ä?bnrch. ,/L-re sind ern Prlot?" Nein, ich bin Beobachter." . „Also der andere — Me heißt der?" „Leutrtant Schnlitz " Bei ^ Nennung fernes Nanrens sah Leutiraiit Schulitz seinen Käme- Äd) S. mt ' ber beruhigend mit den Augen un-
„Von ,welcher Mteilnng sind Sie?" .Von einer abteillmg " „Bon Mlcher?" „Das möchte iltz nicht sagen," ant- wollete Leutnant von Taeirbrnch gelassen.
„Hm! Von wo siW Sie abgestogen?^^ Sinter' dk»r>
tzE« „Wo liegt JY° ÄÄÄ'S L Ä
'?ldjntant .Telborne sah die beiden Gefangenen stterig an' „Ich verlange Antworten, verstehen Sie? Keiiie Ausflüchte und ^'nmhetten, verstanden -" ,.Nee r sagte Leutnant von Daeirbriich auf deutsch, „den Tvii verstehe rch Werhanpt nicht'" ^
„Warum sprechen Lie nicht frcutzösisch?" Das kann uh erklärte der Deutsche nNN wieder in französi- '^ V Ä AnschnauHen verbitte ich mit — oder ist wre^hre grmche Nation" gefangene Offiziere Wenn ^re mich noch ernmal,so anschreien, gebe ick >;h-ien uberhatlpt kerne Antwort mehr, verstanden!" r,, tant Tehorne biß sich auf die Lippen; ihm fiel der Be-
die' ein ' b r er enMtt und ausdrücklich auf
h !,v^ - ^ ^efangenenousmgM hingewiesen hatte Und aut 'iS® 1 'Wf* frchcr allerlei InteressmE Er wies
ans zwei freie Litze. „Ste können doll Platz nehmen. Mer nun


